5 untrügliche Anzeichen dafür, dass jemand vom Klimawandel keine Ahnung hat und unsere Zeit verschwendet – Teil 3: Immer mit der Ruhe, lass erst mal die Gebäude dämmen

Leider gibt es keine gute Einleitung für diesen Teil der Serie, die nicht zu einem gewissen Teil arrogant klingt, denn auch ganz nüchtern und ohne Parteibuch im Hinterkopf muss man leider beobachten: Eine Menge Menschen in Regierungsverantwortung haben von Ursachen, Wirkung und Lösungsansätzen für die Erdüberhitzung weniger Ahnung als durchschnittliche Schulabgänger mit mittlerer Reife. Ja, das wirkt leider ein wenig wie billiges Stammtischgeschwätz, wie das typische, bierseliges Gemotze über die da oben gegen uns hier unten, aber ich versuche nun, es besser zu belegen als das am Stammtisch üblich ist.

Ich habe diese Reihe begonnen, bevor die Ergebnisse der Europawahl feststanden, also bevor CDU und SPD einen historischen Denkzettel erhielten, indem Millionen ihrer Wähler zu den Grünen übergelaufen sind. Ich hatte Sorge, dass Teil 3 womöglich etwas aus der Zeit fallen könnte, weil die Verlierer der Wahl eine 180-Grad-Kehrtwende hinlegen und sich bei Klimaschutzmaßnahmen gegenseitig zu übertreffen versuchen. Ja, in der Rückschau schon reichlich naiv, denn auch nach diesem eindeutigen Signal sind die Lieblingsmaßnahmen in dieser Sache nach wie vor proaktives Abwarten und intensives Hoffen.

Es ist auch nicht so, dass ich mich darüber freuen würde, weil diese Leute jetzt ein gutes Ziel für eine rhetorische Abreibung abgeben. Viel lieber wäre mir, wenn alle Parteien erkennen würden, wie elementar wichtig dieses Thema ist und untereinander nur um den besten Weg zu einem CO2-neutralen Land streiten würden. Ich weiß, viele tun so, als wäre das bereits der Fall, aber hier kommt meine Einleitung ins Spiel: Die meisten Akteure wissen offenbar gar nicht, was notwendig ist, um die Erderwärmung aufzuhalten:

Da wäre zunächst Christian Lindner, seines Zeichens Schwarzweiß-Model der FDP und Anhänger der „Lass mal so CO2 einsparen, dass ich mich nicht ändern muss“-Devise. Geht es zum Beispiel darum, wie man den Verkehrssektor klimaneutral umgestalten kann, verweist er darauf, dass beim Heizen von Wohnräumen viel mehr Potential zur Klimaschutz besteht. Ob das damit zusammenhängt, dass er persönlich Verbrennungsmotoren ziemlich toll findet?

Sein Parteikollege Andreas Pinkwart, Wirtschaftsminister von Nordrhein-Westfalen, möchte nicht, dass Kerosin oder Fleisch teurer werden und schlägt stattdessen vor, dass auch für Autoverkehr und das Betreiben von Heizungen CO2-Zertifikate eingeführt werden sollten (ab Minute 36:30). Eine Menge Autofahrer verweisen in der Debatte hingegen gerne darauf, wie umweltschädlich Kreuzfahrtschiffe so unterwegs sind, während die Passagiere dieser Schiffe zutreffend zu berichten wissen, dass die Schifffahrt für „nur 3 Prozent der globalen Klimaemissionen verantwortlich ist.

So, stopp! Für diesen albernen Unsinn haben wir echt keine Zeit mehr. Wollen wir das 1,5-Grad-Ziel einhalten, dann müssen ALLE Sektoren ihre Treibhausgasemissionen drastisch senken, es ist hier kein Ablasshandel möglich in dem Sinne, dass wir den einen Sektor dekarbonisieren, um dann in unserem Lieblingssektor weiter folgenlos Mineralöl zu verbrennen. Christian Lindner hofft, dass wir bei der Gebäudedämmung so große Erfolge erzielen können, dass er weiter in seinen Spielzeugen rumfahren kann, die traurige Wahrheit ist aber, dass wir in allen Sektoren weit hintendran sind: Unser Strom entsteht zu 60 Prozent aus fossilen Brennstoffen, unsere Autos fahren zu 95 Prozent mit Mineralöl und unsere Häuser werden zu 90 Prozent mit Öl und Gas beheizt. Zusammen gerechnet haben wir damit 14 Prozent der Energiewende umgesetzt.

Diese fixe Idee, weiter dicke Benzinautos zu fahren, weil irgendwo im Land ein bisschen an der Gebäudedämmung geschraubt wird, ist vollkommen absurd und kindisch. Wenn es in meinem Haus durchs Dach regnet, dann sehe ich zu, möglichst schnell alle Löcher zu stopfen. Ich repariere nicht einfach das größte und erzähle dann allen, wie schön das jetzt ist, während mir der Regenguss aus den übrigen Löchern nachhaltig die Frisur zerstört. Wobei – um im Bild zu bleiben: Wir haben das größte nicht mal gestopft, dort regnet jetzt nur noch gut die Hälfte rein. Ich würde das Dach also ganz gerne komplett abdichten, doch die Regierung steht gerade auf der Leiter und will stattdessen die anderen Löcher noch etwas größer machen:

Die Ergebnisse des „Klimakabinetts“ von letzter Woche waren folgende:

  • 10 Prozent günstigere Zugtickets
  • Förderung für Wasserstoff- und Elektroantriebe
  • Gebäudesanierungen
  • Weitere Schritte im September

Ja, wir sollten dann wohl langsam ein paar Regenschirme im Wohnzimmer aufspannen, was? Diese Maßnahmen sind ja derartig zaghaft, als wenn jemand eine Horde Zombies durch gutes Zureden aufzuhalten gedenkt. Versteht mich nicht falsch, Vergünstigungen auf Zugtickets sind klasse, aber solange das Schienennetz kaputtgespart wird und die Deutsche Bahn die Nachfrage nicht bedienen kann, ist das keine sonderlich wirksame Maßnahme. Elektroautos sind ebenfalls ein wichtiger Baustein, aber auch die fahren mit Energie, die wir momentan zwar sauberER, aber noch nicht sauber erzeugen können.

Hierzu fand dann noch eine denkwürdige Pressekonferenz statt, in der die zuständige Sprecherin allen Ernstes behauptete, es seien gar keine zwingenden Vorschriften notwendig, weil in der Bevölkerung ja bereits ein hohes Bewusstsein für den Klimaschutz bestünde. Wie naiv kann man bitte sein? Und als nächstes schaffen wir dann die Strafverfolgung ab, weil in der Bevölkerung so ein hohes Bewusstsein dafür besteht, dass man eigentlich nett zu seinen Mitmenschen sein soll? Wer so was sagt und es tatsächlich ernst meintn hat nicht im Ansatz den Ernst der Lage begriffen und ist eine komplette Fehlbesetzung.

Es erklären ja auch regelmäßig große Teile der Menschen in Umfragen, wie wichtig ihnen das Wohl der Tiere sei, um sich dann zehn Minuten später zwei Kilo Schweinebauch in den Einkaufswagen zu legen, der pro Kilo weniger kostet als das Katzenfutter zwei Gänge weiter. Zudem wissen die meisten Deutschen halt gar nicht, wie effektiver Klimaschutz funktioniert. Oft wird Klimaschutz mit Umweltschutz gleichgesetzt, die Leute nutzen dann wiederverwertbare Tüten anstatt Einwegplastik und trennen zu Hause den Müll, wissen aber nicht, dass sie ihren Impact damit nur von 9,0 auf vielleicht 8,95 Tonnen CO2 im Jahr gesenkt haben. Unser Budget für die Einhaltung des Paris-Abkommens liegt bei ungefähr 2,7 Tonnen pro Jahr und Person.

Zudem verursachen in diesem Land ja auch Industrie, Handel, Landwirtschaft und der Staat selbst eine Menge Treibhausgase. Selbst wenn die Bürger hier also maximal bewusst vorgingen, würden wir immer noch nicht die Ziele von Paris einhalten. Es ist ziemlich infam, hier so zu tun, als hätte die Bevölkerung es allein in der Hand, während die Regierung Rahmenbedingungen setzt, durch die klimaschonendes Verhalten unkomfortabel und teuer ist.

In der Vorstandsklausur lehnte die CDU dann ein paar Tage später eine CO2-Steuer ab und setzte stattdessen auf staatliche Unterstützung für Innovationen, damit ab 2025 Flugtaxis zum Einsatz kommen. Flugtaxis. FLUGTAXIS! Die Verantwortlichen könnten ja einfach mal auf die Wissenschaft hören, aber weil man dafür lange Wörter lesen und verstehen muss, haben die wohl lieber einen Zurück-in-die-Zukunft-Marathon veranstaltet und sich einfach die Zaubertechnologie ihrer Wahl zurechtgewünscht. Fun Fact: Selbst wenn in naher Zukunft irgendwo Flugtaxis unterwegs sind, spart das nicht ein Gramm CO2 ein, denn die Idee hinter den Dingern ist primär ein schneller Personentransport. Die Hersteller machen keinen Hehl daraus, dass das leider mehr Energie kostet als der Betrieb eines Elektroautos.

Wow. Die Zugtickets werden etwas günstiger und die Autos fliegen bald mit Strom, das ist echt alles? Meine Güte, das ist ja an Unentschlossenheit kaum zu überbieten. Hätte man die CDU damit beauftragt, den einen Ring in Mordor zu vernichten, hätten die vermutlich ein entsprechendes Sauron-Kabinett gebildet und sich darin dann auf 20 Jahre Nichtstun geeinigt aus Sorge, die Arbeitslosigkeit im Ringgeistersektor könnte ansteigen, wenn man zu schnell vorgeht.

Eine weitere beliebte Zaubertechnologie ist synthetisches Benzin – oder auch E-Fuels. Hierbei wird aus möglichst sauberem Strom Benzin hergestellt, das in herkömmlichen Verbrennungsmotoren verwendet werden kann. Kleiner Nachteil: Diese Technik benötigt viel mehr Energie als ein Elektroauto und kostet momentan 4,50 Euro pro Liter Diesel-Äquivalent. Den Vertretern der FDP ist das egal, für sie ist es primär wichtig, dass ein Auto auch weiterhin 1000 km am Stück fahren kann und sie wollen wohl später mal ihren Enkeln erklären, dass nun regelmäßig die Ernte ausfällt, weil es ihnen 30 Jahre zuvor zu unbequem war, alle 300 km ihr Auto aufzuladen.

Der Witz ist: Selbst wenn die Deutsche Autoflotte im Schnitt klimafreundlicher pro Auto wird, bringt das überhaupt nichts, wenn sich die Entwicklung fortsetzt und auch in den kommenden 10 Jahren zusätzliche 6 Millionen Autos zugelassen werden. Zudem ist das fraglich, wenn im Mai 2019 32 Prozent mehr SUVs und 22,8 Prozent mehr Geländewagen zugelassen wurden als im Mai 2018.

Daran krankt so ziemlich jeder aktuell gemachte Vorschlag: Die leicht positive Wirkung der extrem vorsichtigen Vorschläge wird vom Wirtschaftswachstum gleich mehrfach wieder aufgefressen. Die Idee, einfach weniger zu verbrauchen, rennt gegen das Glaubensbekenntnis der CDU, die unter „Erhaltung der Schöpfung“ offenbar eher das Schützen der Aktienkurse versteht als das ihrer Lebensgrundlage.

Ich weiß, bei den Worten „weniger verbrauchen“ verfallen einige Menschen in harte Schnappatmung, aber weniger CO2-Emissionen heißt nicht automatisch weniger Lebensqualität: Innenstädte, die Autos aus dem Zentrum verbannen, blühen gerade auf. Auch ein mit dem Zug erreichtes Urlaubsziel kann ziemlich entspannend sein und wie lecker und gesund man auch ohne tierische Lebensmittel über die Runden kommt, muss ich hier jetzt vermutlich nicht lang und breit erklären.

Und jetzt die guten Nachrichten: Ja, wir müssen unsere Wohnungen heizen und brauchen Mobilität und dafür wiederum große Mengen klimaneutralen Strom, aber das ist kein Ding der Unmöglichkeit. Es ist sogar technisch und ökonomisch ziemlich sinnvoll, nur wurden hier bislang einfach tausende Windräder und Solarmodule ins Land gepflanzt, die das ohne Infrastruktur nicht bewerkstelligen können, weil nun mal nicht immer genug Wind und Sonne vorhanden ist. Man kann diesen Strom aber wunderbar speichern, indem man ihn in Erdgas umwandelt uns ins riesige deutsche Gasnetz einspeist (ca. 500.000 km lang). Sollte es dann ein paar Tage dunkel und windstill werden, kann dieses Gas wieder klimaneutral in Strom und Wärme gewandelt werden.

Für diese Sektorenkopplung gibt es schon lange Machbarkeitsstudien und Zahlen, es muss nur umgesetzt werden, damit dann alle Sektoren Klimaneutralität erlangen. Danach können wir uns dann immer noch überlegen, ob wir mit dem Strom Flugtaxis betreiben oder nicht. Wer stattdessen die vollkommen überflüssige Frage aufwirft, ob wir lieber die Gebäude dämmen oder den Verkehr elektrifizieren, hat die vor uns liegende Aufgabe nicht im Ansatz verstanden.

Die Benutzung des Wortes „oder“ ergibt überhaupt keinen Sinn, es sollte schleunigst durch mehrere „unds“ ersetzt werden.

Lest auch Teil 2 von neulich: Klimaschutz? Nein, das ist nicht sozialverträglich!

In den nächsten Tagen kommt auch Teil 4: die sollen erst mal Müll aufsammeln, bevor sie sich beschweren!

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Ohne Euch gäbe es diesen Text jetzt nicht, dafür aber ein toll graues Web-Formular in irgendeinem noch effizienter arbeitenden Ticketsystem 😉

 

Warum Tierschutz im Sinne der FDP bedeutet, Tierschützer ins Gefängnis zu sperren

Die FDP behauptet nun allen Ernstes, ihr sei Tierschutz wichtig.

Sorry, aber warum müssen wir uns auch im Jahr 2019 eigentlich immer noch dieses peinliche Rumgewiesel anhören? Steht doch wenigstens dazu, dass Euch beim Anblick eines Schweines im Kastenstand mit defekter Tränke primär sorgt, ob der Tierhalter die Reparatur der Tränke von der Steuer absetzten darf. Da hat die AfD den Freien Demokraten tatsächlich was voraus: Sie steht meistens zu dem Unsinn, den sie verzapft. Ja, die Leugnung des Klimawandels ist denkbar albern und die Forderung nach einer erinnerungspolitischen Wende ist maximal würgreizfördernd, aber Gauland und Weidel behaupten auch nicht, den Klimawandel bekämpfen zu wollen oder Erinnerungskultur für wichtig zu halten. Zugeben, auch die AfD behauptet, Tiere ganz toll zu finden, vergisst das aber ziemlich schnell, wenn die Tötungsmethode nicht aus dem islamischen Kulturkreis stammt.

Das täuscht nur leider darüber hinweg, dass die Zustände in der Tierhaltung auch bei ganz toll christlich tradierten Tiertötungen ohne Übertreibung und ganz nüchtern formuliert krass indiskutabel sind. Würde man Bundestagsabgeordnete zwingen, jeden Tag eine Stunde lang verendete Tiere aus Mastanlagen zu schleppen, würde wohl jede Partei früher oder später revolutionäre Ansätze entwickeln. Solange aber das Ethikzentrum im Gehirn dieser Leute einen aussichtslosen Kampf gegen einen mit Schleimhaut überzogenen Muskelkörper in der Mundhöhle führt, der 24 Stunden lang „HAUPTSACHE LECKER“ ins Denkzentrum funkt, sieht das anders aus.

Ganz konkret am Beispiel der selbsternannten Tierschützer von der Freies-Fleisch-für-freie-Bürger-Partei sind das Ergebnis lächerliche sechs Zeilen innerhalb eines niedlichen Absatzes zu

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Und jährlich grüßt der Fleischatlas

Jedes Jahr veröffentlicht die Heinrich-Böll-Stiftung die deutsche Ausgabe vom Fleischatlas und kommt in beunruhigender Regelmäßigkeit zu dem Ergebnis, dass 60 Kilo Fleischkonsum pro Jahr und Deutschem viel zu viel sind, um dem Anspruch der Bundesbürger an ihren eigenen Klimaschutz zu genügen. Jedes Jahr reagieren in ebenso unschöner Regelmäßigkeit ansonsten vollkommen vernünftige, erwachsene Menschen darauf wie stark abhängige Junkies, denen jemand ihre Drogen wegnehmen will, und zerren fürchterlich winselnd derart unwürdige Argumente aus ihrer Hirnanhangdrüse, dass ich doch überlege, bei Elon Musks Marsbesiedlung mitzumachen.

Wie finden es die Deutschen bizarr und lächerlich, mit welch irrationaler Inbrunst US-Amerikaner an ihrem Waffenrecht hängen und wie sich das stichhaltigste Argument dieser Lobby nach blutigen Schießereien zusammenfassen lässt zu „FUCK YOU, DON’T TAKE MY GUNS!“. Zu Recht, es ist absurd. Nach Lektüre der Kommentare von gar nicht mal dummen Menschen auf den Seiten von FAZ, Süddeutsche und Spiegel muss ich aber konstatieren, dass das stichhaltigste Argument der Deutschen gegen Pläne zur Fleischreduktion folgendes ist: „FUCK YOU, DON’T TAKE MY 60 KILOGRAMS MEAT PER YEAR!“.

Okay, zugegeben, Handfeuerwaffen sind scheißgefährlich und töten jedes Jahr mehrere tausend US-Amerikaner. Der Klimawandel hingegen kann ja nur die Pegel der Weltmeere dramatisch ansteigen lassen, womöglich den Golfstrom zum Erliegen bringen und zu einem massiven Anstieg von Dürren und Extremwetterphänomenen beitragen, was soll da schon

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Zuckerminister rät: Für eine ausgewogene Kinderernährung mindestens ein Snickers zu jeder warmen Mahlzeit!

Was ist das da am Himmel??? Ist es ein Vogel? Ein Flugzeug? Nein, es ist unser Ernährungsminister! Aber was ist denn mit seinem Kopf los, er steckt ja bis zu den Schultern in irgendwas drin! So tu doch irgendjemand was! Ach, jetzt erkenne ich es – Entwarnung – das ist einfach nur der Hintern der Fleischindustrie. Welch schönes Naturschauspiel… Immer zu Jahresende fliegen die Lobbyisten gen Süden, um dort ihr Nest für die Zeit nach ihrer politischen Karriere zu bauen.

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Es ist schon schräg. Ausgerechnet in einer Zeit wirklich ernster Probleme parkt die CSU primär Lösungen in ihrem Parteiprogramm, zu denen es gar kein Problem gibt. Christian Schmidt ist Landwirtschafts- und Ernährungsminister, und da gibt es wirklich viel zu tun. Das millionenfache Leid der Kreaturen, Klimawandel, multiresistene Erreger, EU-Klagen gegen Deutschland wegen Gülle, undurchsichtige Subventionen, adipöse Kinder und und und. Aber bei all diesen Punkten setzt man gerne auf Freiwilligkeit, wie Schmidt immer wieder betont.

Diese Dinge scheinen nicht wichtig genug zu sein für echte Maßnahmen. Aber jetzt hat Schmidt ein paar Missstände zur Chefsache erklärt, die wirklich dramatische Folgen haben, wenn sich ihnen nicht der Mann mit dem flexibelsten Rückgrat der Nordhalbkugel annimmt: In Kitas soll nämlich wieder mehr Schweinefleisch

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Die CDU für mehr Schweinefleisch. Weil auch Vegetarier sich integrieren müssen!

Für mehr Schweinefleisch in Kitas! Endlich wieder mehr Gehacktes im Wackelpudding! Wieso immer so unkreativ? Man kann auch Cornflakes mit Fleischwurst garnieren, was ist denn daran so komisch? Das Kind sieht blass aus und jammert? Einfach 2,3 Würste in den Mund und es ist Ruhe!

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Ja, die Schweinebauern in Schleswig-Holstein haben es schon schwer. Irgendwie wollen nicht mehr so viele Leute Schweinefleisch kaufen wie früher, was ja mal sicher nicht auf Tierwohl oder die klimatechnischen Katastrophe Tierhaltung  an sich zurückzuführen ist, oder? Nein nein, der Fehler muss schon irgendwie woanders liegen, immerhin haben Menschen immer schon Schweine geschlachtet. Immer schon! Und immer schon in riesigen Tierfabriken. 60 Millionen allein in Deutschland, seit tausenden von Jahren *räusper*. Diese Megaställe haben nur den winzigen Nachteil, dass in Schleswig-Holstein seit 2001 über 60% der Betriebe schließen mussten.

Aber anstatt einfach nur so viel zu produzieren, wie der Markt hergibt, hat man den wahren Schuldigen gefunden: Kantinen und Kitas, die sich dreist weigern, Schweinefleisch zuzubereiten, ohne das vorher mit CDU und Bauernverband abzusprechen. Das geht natürlich überhaupt nicht! Das Ministerium für Staatssicherheit … ehm Schweinefleischabsatz reißt nun das Steuer herum. Anstatt zu sehr auf Vegetarier, Veganer und Muslime Rücksicht zu nehmen, sollen die Kleinen am besten intravenös mit Wurstsaft versorgt werden.

Jetzt mal ernsthaft – sind die komplett durchgedreht? CDU-Landwirtschaftspolitiker Rickers ist wohl nicht durch Zufall in der Opposition, begründet er diesen kreativen Vorstoß unter anderem damit, für eine gesunde und ausgewogene Ernährung sorgen zu wollen. Indem es wieder mehr Schweinefleisch gibt. Ich mache hier eine Kunstpause, damit die Leser mit einem Funken Ahnung in Ernährungsfragen nun ihren Kopf mehrmals gegen ein Möbelstück ihrer Wahl hämmern

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hr-iNFO – wer’s hört, hat mehr zu sagen. Im Zweifel Bullshit im Quadrat.

Ich weiß, ich sage das jedes Mal, wenn ein Medium die Messlatte im Niveaulimbo in ungeahnte Tiefen drücken konnte, aber jetzt ist es wirklich so: Das, was hr-iNFO da seit vergangenem Freitag abgeliefert hat ist mit das furchtbarste und am schlechtesten recherchierte Material, das ich seit dem Startschuss dieses Blogs ertragen musste. Und da schließe ich die Werbung für Gutfleisch und dieses himmelschreiend idiotische Video über Schweinchen Lilly in der Ausbildung zum glücklichen Schnitzel explizit mit ein.

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Und um das korrekt einzuordnen muss man mit bedenken, dass hr-iNFO weder mittelständischer TK-Schnitzel-Produzent noch Agrar-Lobby-Kaspertheater mit durchsichtigem Werbe-Auftrag ist, sondern ein Sender mit an sich selbst formuliertem Qualitätsanspruch – nämlich, dass die Hörer am Ende „mehr zu sagen haben“. Ich höre den selbst oft stundenlang auf der Autobahn und ging immer davon aus, dass dort hohe Qualitätsstandards und journalistische Seriosität gelten – ist vermutlich auch bei einem Großteil der Beiträge so.

Was war passiert? Der Facebook-Onkel vom hessischen Rundfunk fand, dass man mal mehr Traffic auf der Seite gebrauchen könnte und postete anlässlich des Weltvegetarier-Tags einen Bilderwitz mit dem Humorverständnis einer deutschen Komödie von 1967 und der angesichts des ernsten Themas notwendigen Sensibilität einer Luft-Boden-Rakete. Ein in eine Salami geschnittenes Smiley-Gesicht mit dem Text, dass dem Sender der Welt-Vegetariertag Wurst sei. Haha, haha, haha, was haben wir alle gelacht. Naja, nicht alle – spontan auf der Strasse befragte Passanten sind beim Nacherzählen spontan ins Koma

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Heute machen wir uns mal über Leute lustig, einfach weil wir deren Motive nicht begreifen. Hahaha

Gibt es auf der Widerwärtigkeitsskala innerhalb der Flüchtlingsdebatte eigentlich überhaupt eine Art Limit oder ist da unbegrenzt Luft nach oben? In schwachen Momenten klicke ich manchmal in einer Art krankhaftem Zwang auf die Profile der Leute, die zu meinen Posts bzgl. Asylpolitik die mit Abstand hohlbirnigsten Kommentare hinterlassen haben. Also nicht der übliche Die-haben-alle-Handys-und-Waschmaschinen-und-waschen-sich-dreist-Quatsch, sondern so Beiträge, bei denen man sich unweigerlich fragt, wie der Autor es überhaupt geschafft hat, das Wort „facebook“ fehlerfrei in die Adressleiste getippt zu bekommen. Haben die denn alle Betreuer? Und werden die wiederum von Steuergeldern bezahlt? Und können die diesen Idioten nicht einfach das Handy wegnehmen und sie zum Spielen raus in den Garten schicken?

StupidMemesAreStupid

Wer mal ein Top-10-Ranking der bei den hirngebräunten beliebtesten und gleichzeitig ekelhaftesten Statements erstellen will, der wird nicht um das Bild mit den 4 Syrern vorbeikommen, die mit einem Transparent der Sorge um ihre Kinder Ausdruck verleihen. Selbst ein kleiner Rest-Funken Empathie sollte ausreichen, das Schicksal dieser Männer nachzuvollziehen – irgendwer hat sich aber auch den nachhaltig mit Dosenbier in schwarz-rot-gold weggesoffen oder mit systematischer Verblödung von Netzplanet oder pi-News ersetzt und wirft diesen 4 Menschen allen Ernstes vor, ohne ihre Familien „abgehauen“ zu sein, anstatt zu kämpfen. Man kann nur grob erahnen, wie weit das eigene Weltbild von der Realität entfernt sein muss, damit einem dieser Vorwurf nicht himmelschreiend ungerecht erscheint, während man ihn in einem Meme verewigt.

Leider verweigern sich die meisten dieser kognitiven Standspur-Nutzer ja jeglichem

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SKANDAL! Kriminelle Veganer schmieren Fleisch essenden Joggern nachts Tofu ins Gesicht, um sie an den Geschmack zu gewöhnen!

Pssst, schaut Ihnen auch niemand über die Schulter? Ich muss den Leser dieser Zeilen warnen, dieser Artikel enthält supergeheime Geheim-Informationen. Gut möglich, dass Sie mit dem Wissen ins Visier mächtiger Geheimbünde und finsterer Bruderschaften geraten und um ihr Leben bangen müssen! Es ist nämlich so, dass… Moment, ich mache schnell den Rollladen runter bevor ich das hinschreibe – *Bitte ab dieser Stelle verschwörerisches Flüstern denken* es ist so, dass skrupellose Salatisten von der Rückseite des Mondes versuchen, die Leichtathletik-Szene mit Soja-Gedankenstrahlen zu Veganern zu machen!

Artikel

Aber ja doch! Der aufrechte Journalist, dem wir diese Aufdeckung zu verdanken haben, nennt sich Mike Kleiß oder Kleiss und schreibt eine Kolumne, „So läuft’s“, über das Laufen in der BILD für Menschen mit mittlerer Reife, der WELT. Und weil Herr Kleiß wohl seit jungen Jahren nur die Buchhandlung seines Opas von innen gesehen hat, fiel ihm erst Ende 2014 auf, dass es mittlerweile recht viele vegane Kochbücher gibt. Ist ja kein Drama, jeder verpennt mal was. Aber muss man deswegen eine Kolumne für Laufsport dazu missbrauchen, gegen eine längst etablierte Buchsparte anzuwüten? Hätte Mike Kleiß erst gestern herausgefunden, dass man anstatt eines Walkman heutzutage MP3-Player verwenden kann, hätte er wohl eine schnarchige Abrechnung gegen die Digitalisierung von Musik in seine Laufkunde integriert.

Was nun aber so schlimm an veganen Kochbüchern ist, das vermag der Mann uns in 18 herum eiernden Absätzen nicht so richtig zu erklären. Wir lernen stattdessen, dass Herr Kleiß‘ Opa wohl eine echt gemütliche Buchhandlung hatte, gerne rauchte und seidene Halstücher trug, sowie weitere quälend langweilige Details über des Autors Kindheitserinnerungen mit der Relevanz von Hausstaub. Die substanzvollste Kritik an den Büchern ist dann noch, dass diese oft grün seien und ebenfalls das Laufen thematisierten. Mon Dieu, wie kann man nur! Was erdreisten sich diese doofen Veganer, einfach grüne Bücher über das Laufen zu schreiben, obwohl es dafür

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Heute in der F.A.Z.-Betriebs-Kita: Gehacktes mit Sahne und Smarties

So, das Sommerloch ist endgültig dicht, in der Journaille wird wieder scharf geschossen. Aber auf wen? Auf Veganer? Langweilig… auf Vegetarier? Laaaaangweilig! Hmmm, knifflig. Vielleicht… auf Eltern, die ihre Kinder gesund ernähren wollen? Bingo! Ist ja auch unverantwortlich, so was.

Artikelkopf

Erst vor drei Tagen ging ja die Untersuchung der Hamburger Hochschule durch die Medien, welche der Ernährung unserer Kinder in staatlichen Einrichtungen nicht gerade ein Einser-Zeugnis ausstellte (Der Graslutscher berichtete). Die Reaktion war recht einhellig, eine der reichsten Nationen in Westeuropa sollte das besser hinbekommen, ganz Deutschland war sich einig. Ganz Deutschland? Nein! Eine von unbeugsamen Hedonisten bevölkerte Redaktion hörte nicht auf, der Vernunft Widerstand zu leisten. Der ab und an mit einem Hinkelstein gesichtete Jasper von Altenbockum von der F.A.Z. findet es z.B. generell vollkommen überflüssig, solche Studien durchzuführen, wenn die Konsequenzen aus deren Ergebnis ohnehin schon beschlossene Sache seien. Interessant – dann haben also alle Kultusminsterien der Länder sich verpflichtet, dass in Schulen 2020 weniger Fleisch, mehr frisch Zubereitetes und vernünftige Pausen angeboten werden? Toll!

Nein, haben sie natürlich nicht. Das wäre auch gar nicht in von Altenbockums Sinne, denn diese ganzen aufgedeckten Probleme gilt es in seiner ganz eigenen Welt überhaupt nur dann zu beheben, wenn die Kinder selbst da zufällig  gerade Lust zu haben. Und wo sind unbequeme Probleme globaler Tragweite besser aufgehoben als bei kleinen Menschen, deren höchste Priorität momentan ist, ob Bob der Baumeister bis zum Ende der Folge die Scheune reparieren kann? Vielleicht hat er in seiner Jugend auch einfach ein bißchen zu viel Grönemeyer gehört, dass er

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Omni-Presse 2.0

Ja, das habe ich mir wohl selbst zuzuschreiben…

Vor 2 Monaten habe ich mal bemängelt, die Kampfpresse aus dem Omniversum ließe sich nichts Neues mehr einfallen. Das Schreiben von Repliken auf entsprechende Beiträge gestaltete sich zunehmend öde, da die Schlachter-Protagonisten immer nur ihre eigene Litanei wiederholten, die zu dem Zeitpunkt schon in diversen Krabbelgruppen und Grundschul-Debattierclubs 1000-fach widerlegt worden war.

ArtikelFrau Raether und ihre Mitstreiter waren zum Recherchieren zu träge geworden, stattdessen klöppelten sie aus vorgefertigten Textbausteinen im Akkord ungelenke Tiraden mit der Eleganz und Eloquenz von angetrunkenen Nilpferden . Hatte man sich davon 2-3 zu Herzen genommen, wurde es langweilig: Die Kings and Queens of Mettigel befleißigten sich, der Leserschaft eine unfassbar naive Vorstellung von Weidehaltung, Bio-Verordnungen und angeblich exklusiver Gesundheits-Motivation der Veganerschaft unterzujubeln – und änderten dann für alle folgenden Texte einfach nur die Reihenfolge dieser blödsinnigen Behauptungen.

Und jetzt hat sich einer was Neues einfallen lassen. Aber nicht zwingend was Besseres. Naja, es handelt sich zugegeben um Springer-Schund, da sollte man jetzt nicht unbedingt was Nobelpreis-verdächtiges erwarten. Viel eher sollte man erwarten, dass der Autor in alter Tradition hauptsächlich gegen Behauptungen anschreibt, welche die Gegenseite so nie formuliert hat. Kühe und Ziegen hätten gar nicht die gleichen Rechte wie Menschen! Gähn – ach echt? Und wir hatten schon die ganzen Vordrucke fertig für Paarhufer-Zahnzusatzversicherungen und Lohnfortzahlung im Euter-Entzündungsfall. Schade um die viele Arbeit.

Dabei sind Verständnisprobleme längerer Texte ja keine Schande. Eckhard Fuhr hätte einfach mal

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