Wie die F.A.Z. veganem Fleischersatz andichtet, den Regenwald zu zerstören.

Je länger ich über Nachhaltigkeit lese und schreibe, desto häufiger fällt mir ein maximal destruktives Muster menschlichen Verhaltens auf: die zwanghafte Fixierung auf Nachteile aktueller Innovationen bei gleichzeitigem kompletten Ausblenden massiver Probleme im Status quo. Halb Deutschland sieht eine der größten Herausforderungen des deutschen Straßenverkehrs in E-Scootern, während sich seine Städte längst in riesige Autostellplätze mit vereinzelten Häusern darin verwandelt haben. Über die Verschandelung der Landschaft durch Windräder gibt es Terabyte an Facebook-Kommentaren, während gigantische Abraumhalden von RWE, die sich durch Wälder, Dörfer und historische Kirchen fressen, als unausweichlicher Kollateralschaden in unserem Bewusstsein etabliert sind.

In dieselbe Kategorie fällt, wenn Menschen sich erdreisten, keine Tiere mehr zu essen. Fleisch, das ist ein Stück Tradition, es kann doch nicht gut sein, jetzt einfach so damit aufzuhören – das haben wir doch immer schon gemacht! Die Literatur ist sich jedoch einig: Vegetarische Ernährung ist deutlich nachhaltiger als die typisch deutsche mit viel Fleisch, eine vegane noch ein bisschen ressourcenschonender – wenig überraschend, wenn für ein Kilo Fleisch erst mal mehrere Kilo Pflanzen verfüttert werden müssen.

Manche Menschen akzeptieren das und passen ihre Handlungen ihren Erkenntnissen an, während andere sich auf eine lange Suche begeben, um ihre Erkenntnisse anzupassen. Solche untersuchen gerne den Wasserverbrauch von Avocados und Quinoa, weil Fleischesser ja nie Avocados essen, oder versuchen, die Bedeutung der Weidehaltung maximal überzuinterpretieren. Oder, viel simpler, sie finden Soja blöd, denn dafür gibt es bereits die faktenfernen

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Der ZDF-heute-show „Klugscheißer“ macht seinem Namen auch in Sachen Elektroautos keine Ehre

Ojeoje, wie lange macht die heute-Show denn noch Sommerpause? Müssen wir jetzt jede Woche eins dieser peinlichen Videos im Newsfeed ertragen? Unter der Rubrik „Der Klugscheißer“ durften wir vor vier Wochen schon mal bestaunen, wie viel desinformierenden Unsinn das ZDF in einem Fünf-Minuten-Video über Vegetarismus unterbringen kann. Tja, Überraschung, wer zum Thema Fleisch auf sechs Jahre alte Lobbytexte reinfällt, der redet auch reichlich Stuss, wenn es um Elektromobilität geht.

Das wäre vermutlich nur halb so peinlich, wenn nicht ausgerechnet dieser menschgewordene Dunning-Kruger-Effekt seine kruden Theorien mit der Selbstüberzeugung eines Alpha-Pavians auf Steroiden in die Kamera faseln würde, denn lustige Jodellaute ersetzen leider glücklicherweise keine Recherche. Tja, Oliver Welke, so eine Urlaubsvertretung will sorgsam ausgesucht sein. Vielleicht teilt Ihr diese beiden Kasper, die offenbar seit fünf Jahren ohne Internetanschluss überleben, nächstes Jahr nur fürs Gießen der Büroblumen ein. Wobei, die Hortensien könnt Ihr dann vermutlich komplett vergessen, aber besser wäre es trotzdem. Für alle.

Wie auch der Beitrag über Fleischverzicht arbeitet sich dieses Video, dessen Humor stellenweise den Geist von 80er-Jahre-Klamaukfilmen mit Thomas Gottschalk atmet, an irgendwelchen Strohmännern ab, anstatt sich mit den echten Argumenten für Elektromobilität auseinanderzusetzen. So sagt der vermeintliche E-Auto-Fahrer in

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Schwer durchzuhalten: Viele Leser von n-tv klagen über gesundheitliche Beschwerden und brechen die Lektüre ab.

„Was ist bloß los bei den Veganern?“, fragt Isabel Michael maximal clickbaity für das Ressort „Leben“ auf N-tv. Immer mehr Menschen verabschiedeten sich von der tierfreien Ernährung, der Hype scheine vorbei zu sein. Nun fragt Ihr Euch sicher, welche revolutionären Daten sie zu dieser Erkenntnis führen – hat N-tv eine repräsentative Umfrage durchgeführt und festgestellt, dass die Zahl der VeganerInnen zurückgeht? Geben die Quartalszahlen von Tofuherstellern Grund zur Annahme, dass vegane Produkte hart abstinken gegen Pansengulasch und Presskopf? Seltsam, das ist ja ganz an mir vorbeigegangen.

Ich war also maximal gespannt auf den Ursprung dieser sensationellen Neuigkeit, wurde dann aber jäh enttäuscht, denn die Quelle *Trommelwirbel* sind drei YouTuberinnen aus Australien und den USA. Mehrere Diplom-Mathematiker konnten mir bestätigen: Drei, das ist die Zahl nach der Zwei und vor der Vier. Und diese drei lebten angeblich früher mal vegan und tun es heute nicht mehr. Im „Artikel“ ist dann auch noch die Rede von „vielen ähnlichen Geschichten“ in den 16.500 Kommentaren, und wir wissen ja alle, dass Geschichten in Social-Media-Kommentaren so glaubwürdig sind wie die Hitler-Tagebücher im Stern.

Wie man allen Ernstes auf die Idee mit der Sub-Headline „Was ist bloß los bei den Veganern?“ kommen kann, weil ganze drei Personen von den vielen Millionen vegan lebenden Menschen weltweit wieder zermalmte Tiere zu essen gedenken, ist mir ein Rätsel. N-tv könnte genauso gut „Masernepidemie in Berlin!“ titeln, weil drei Menschen in der Millionenstadt erkrankt sind, oder harten Schwachsinn zum neuen Deutschlandtrend erklären, weil man einen Tag auf dem Twitter-Account der CDU-Werteunion mitgelesen hat. Zudem wäre für so eine eindeutige Aussage ja auch

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Studie der Fleischindustrie findet raus, dass Fleisch gut für die Umwelt ist.

Mein Kumpel Marcus meinte neulich kackendreist, er könne nicht mit mir auf Snapchat rumhängen, weil er sich jetzt mit Freunden träfe. Mit Freunden. Im Real Life. Bullshit, der Typ ist wie ich Veganer, hat also gar keine echten Offline-Freunde, und jetzt mache ich mir Sorgen, dass er in Wirklichkeit illegal gekeimte Mungobohnen schmuggelt oder so was. Sollte ich die Polizei rufen oder mich selbst auf… – wie? Ihr lebt auch vegan und habt trotzdem Freunde? Nein, ich meine so echte aus Fleisch und Blut, ne? Nicht einfach eine Kiste, auf die Ihr ein Gesicht malt und dann mit ins Schwimmbad nehmt – hält ja leider auch nicht lange.

Also wirklich, echte Freunde? Ist ja verblüffend. Okay, Zeit, das zu ändern: Veganer sind nicht nur penetrant missionierend und stellen mit ihrer makellosen Haut durchschnittliche Babyhintern in den Schatten (was anstrengend sein kann), sie sind auch furchtbar teuer: „Milliardenverluste durch Veganer?“, fragt die Kreiszeitung aus der Nähe von Bremen ganz unschuldig. Wie sie darauf kommt? Diese Behauptung wurde bei einem Vortrag aufgestellt, der rein zufällig bei der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft gehalten wurde. Tja, das war‘s dann mit Euren Freunden, wer will schon mit einem milliardenvernichtenden Salatmonster befreundet sein?

Andererseits aber auch irgendwie imposant: Ständig bekomme ich zu hören, die Veganer seien so wenige, dass ihr Handeln praktisch keine Wirkung habe, und jetzt vernichten wir kleines Häuflein Biomasse direkt neunstellige

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Unterernährte Kinder sind der Presse egal, es sei denn, die Eltern sind vegan lebende Hardcore-Esoteriker

Wie immer, wenn irgendwelche vegan lebenden Menschen sich wie die allerletzten Idioten benehmen, titelt die deutsche Presselandschaft nicht „Allerletzter Idiot schießt sich in den Fuß“, sondern „Typ ernährt sich vegan und schießt sich deswegen in den Fuß“.

Eine Veganerin verunglückt tödlich bei einer Besteigung des Mount Everest? Das wäre mit mehr Rührei in der Blutbahn nicht passiert. Ein Veganer erkrankt an Ebola? Hätte er mal mehr Milch getrunken. Ein Kind wird von seinen vegan lebenden Eltern mit viel zu wenig Kalorien versorgt? Hätten die mal lieber viel zu wenig Kalorien in Form von Fleisch gefüttert, dann wäre jetzt alles gut.

Von dem australischen Elternpaar, dem eine Haftstrafe wegen Mangelernährung des eigenen Kindes droht, konnte man letzten Donnerstag so ziemlich überall

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Und weil das Wort Sojamilch die Verbraucher verwirrt, sollen Veggie-Burger bald Veggie-Discs heißen

Na, das ist ja mal toll in die Hose gegangen, prima, mein Nachtisch hat genau gar keinem geschmeckt. Leute, wenn Ihr die Verwandten zum Abendessen einladet, müsst Ihr höllisch aufpassen, denn so ein Einkauf von Lebensmitteln in Deutschland ist gespickt mit hinterlistigen Fallstricken und Schikanen! Normalerweise schicke ich ja immer unseren Butler los, aber der hat sich beim Lasertag den Fuß verstaucht und liegt jetzt tagelang nutzlos auf dem Sofa herum, ich muss das also selbst machen. Keine Panik, dachte ich, was der dusselige Adalbert schafft, das kann ich auch.

Aber dann begann im Supermarkt ein einziges Desaster: In den Kuchen gehören 200 Gramm Butter, aber welche nur? Über den ganzen Laden waren zahllose verschiedene Sorten verteilt, mit Schweiß auf der Stirn und zittrigen Knien entschied ich mich für ein Glas mit amerikanischer Flagge drauf – eine Butter aus Amerika kann ja nicht schlecht sein. Die Trottel aus der Molkerei wiederum haben das Bild einer Kokosnuss auf ihre Milchdose gedruckt – weiß der Geier, wieso – und die Eier waren umständlich einzeln in lilafarbene Alufolie

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Vegane Ernährung für Schwangere gefährlicher als Gammablitze, mutmaßt Dr. Sowieso

Sitzen drei Frauen in einer Kneipe und wetten, wer die Mutigste ist. Die erste gibt an: „Ich jongliere jetzt neuerdings mit brennenden Motorsägen und habe dabei die Augen verbunden.“ – „Gar nicht übel“, entgegnet die zweite, „aber ich springe regelmäßig mit Nadel und Faden aus einem Flugzeug und nähe dann im freien Fall aus Knibbelbildern einen Fallschirm zusammen der mich vor dem tödlichen Aufprall bewahrt.“ Die Dritte zieht eine Augenbraue hoch und sagt: „Auch nicht schlecht, aber ich toppe beides. Ich bin schwanger und ernähre mich vegan!“ Die Musik endet abrupt, sämtlich Gäste atmen hörbar ein und die beiden anderen Frauen küren sie ohne Murren zur eindeutigen Siegerin des Wettbewerbs.

So oder so ähnlich könnten sich das einige Menschen vorstellen, nachdem sie den jüngsten Artikel im Stern namens „Lebenslange geistige Behinderung“ – so gefährlich kann vegane Ernährung für Ihr ungeborenes Kind sein gelesen haben. Dort liest man von schweren Hirnschäden, lebenslangen geistigen Behinderungen, Risiken und Gefahren – die Warnungen vorm Aufenthalt in einem Abklingbecken eines Atomkraftwerkes würden vermutlich nicht viel eindringlicher ausfallen.

Wie in den meisten dieser Artikel geht es nicht wirklich um Risiken einer abwechslungsreichen, vollwertigen Pflanzenkost, sondern um die allgemeine Position der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) von 2016 zu veganer Ernährung und darum, dass ein einzelner Arzt diesen Warnungen persönlichen Nachdruck verleiht. Diesen Part übernimmt hier der Kinderarzt Prof. Dr. Stefan Eber, der auf einem Fortbildungskongress in Düsseldorf zu diesem Thema gesprochen hat. Das Fazit liest sich düster: Veganern fehlen angeblich allerlei wichtige Nährstoffe, es ist konkret die Rede von bleibenden Hirnschäden und einer Empfehlung an Schwangere, in jedem Fall Eier und Milchprodukte zu essen, ein wirklich seltsamer Rat im Jahr 2019.

Aber eins nach dem anderen: Zunächst wird die altbekannte Position der DGE zitiert, die von veganer Ernährung wenig hält. Stimmt, tut sie nicht. Sie rät aber auch von der in Deutschland allgemein üblichen Ernährung mit viel Fleisch und wenig Ballaststoffen ab und sieht darin im Vergleich zu pflanzlicher Kost erhöhte Risiken für Herz-Kreislauf-Krankheiten und Diabetes mellitus Typ 2. Das klingt jetzt noch nicht bedrohlich, aber würde ich daraus einen Artikel machen, in dem ich von herzkranken Menschen rede, von Toten und von 40.000 Amputationen aufgrund von Diabetes

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Wie ein Vortrag von Harald Lesch irreführend zusammengeschnitten wurde und worum es darin eigentlich geht

Seit Wochen verbreitet sich nun ein Video mit Professor Harald Lesch im Internet, in dem er die Nutzung von Elektroautos harsch kritisiert. Die seien teuer, würden viel Lithium benötigen und das hätte schlimme Auswirkungen auf die Grundwasserreserven einer chilenischen Wüste.

Spätestens seitdem ist dieser Bereich der Atacama-Wüste in aller Munde. Ironischerweise beschwert sich Professor Lesch in seinem Vortrag noch, dass kein Mensch fragt, woher denn das ganze Lithium für die Akkus komme – seit dem Erfolg des Videos wird diese Frage so gut wie immer gestellt, sobald irgendwer auch nur an ein Elektroauto denkt.

Und zwar am liebsten von Leuten, die selbst gerne Autos mit Verbrennungsmotor fahren. Ich habe dieses Video in diversen Gruppen gesehen, die „Ja zum Diesel!“, „stoppt die DUH“ oder so hießen und deren Mitglieder diese Frage wohl für eine ganz wunderbare Argumentation halten, um weiter Erdöl zu verbrennen.

Ich lese täglich Meinungen von Leuten, die Elektroautos für schlimmer als Plutonium im Bällebad halten, weil sie damit keine tausend Kilometer am Stück fahren können, und immer wieder werden diese drei Minuten und zwei Sekunden hervorgekramt, in denen Professor Lesch den Studierenden der TU Ilmenau seine Sicht auf Elektromobilität erläutert.

Die Sache hat nur einen Haken: Der ganze Vortrag ist

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Über die Klimaproteste und eine Generation alter Nörgler, die gar nichts mehr kapiert

Liebe SchülerInnen, die Ihr seit Dezember 2018 hierzulande freitags streikt, um damit für besseren Klimaschutz einzutreten: Es tut mir leid.

Es tut mir leid, dass wir das nicht schon viel früher gemacht haben. Dass es überhaupt so weit kommen musste. Aber noch viel mehr tut mir leid, dass ausgerechnet Vertreter meiner Generation Euch jetzt auch noch mit Hass und Häme überziehen. Ausgerechnet wir, die Typen und Trullas, die den ganzen Scheiß überhaupt erst auf der Kochplatte abgestellt, den Herd auf Stufe 9 hochgedreht, und sich dann verpieselt haben, um ihre bescheuerten Bekannten mit Instagram-Posing von fernen Stränden, dicken Protzkarren und affigen Konsumorgien beeindrucken zu wollen.

Wir haben schon vor 20 Jahren, als die meisten von Euch noch gar nicht geboren waren, von Tyler Durden im Film Fight Club ein paar wahre Worte vernommen: „Durch die Werbung sind wir heiß auf Klamotten und Autos, machen Jobs, die wir hassen, kaufen dann Scheiße, die wir nicht brauchen.“ Oh Mann, was fand ich das damals lässig. Und dann bin ich losgezogen und habe Klamotten und Autos gekauft, bezahlt mit Geld aus wenig inspirierenden Jobs. Auch die meisten Bekannten, die diese Worte ultracool fanden, haben sie mittlerweile gegen einen Haufen Plastikschrott und Selfies vom Strand in Dubai eingetauscht.

Das Tolle an den Protesten ist in meinen Augen ja, dass Jugendliche, die einfach nur für das Fortbestehen der Spezies demonstrieren, etwas unglaublich Entwaffnendes haben. Die üblichen politischen Floskeln, die den Gegner in irgendeiner verachtenswerten Ideologie verorten wollen (Ihr blöden Sozis, Ihr Öko-Faschisten usw.), funktionieren irgendwie nicht, wenn Kinder, die noch nie wählen durften, Schilder in der Hand halten, auf denen sie einfach nur für ihr Überleben werben. Was, wenn nicht dieses Eintreten für etwas, das allen anderen Generationen vor ihnen selbstverständlich vergönnt war – eine intakte Biosphäre –, könnte Menschen zum Umdenken bewegen?

Was war ich beeindruckt, als ich Greta Thunberg zum ersten Mal sah, wie sie mit ihrem Schild vor dem schwedischen Reichstag stand und in einer vulkaniergleichen Nüchternheit erklärte, dass Schulbildung allein in einer auf die Klimakatastrophe zurasenden Welt nun mal wenig Sinn ergibt. Viel treffender kann man das nicht ausdrücken, denn wenn Hamburg erst mal unter Wasser steht und die Felder andauernd verdorren, helfen gegen den Hunger auch keine Differenzialgleichungen. Und das sage ich, der Differenzialgleichungen super findet. Ich dachte, okay, jetzt geht es los, jetzt können wir nicht mehr einfach so weitermachen, das muss eigentlich jeder begreifen. Gute Güte, was war ich naiv.

Tatsächlich haben nur selten mehr verweichlichte Jammerlappen so einen Haufen Missgunst und Widerwärtigkeit über einem 16 Jahre alten Mädchen ausgekübelt wie im Fall dieser Aktivistin. Die vegan lebenden Menschen kennen das schon: Sobald Du versuchst, irgendwie die Welt zu verbessern, kommen auf einmal eine Menge Leute auf die Idee, dass Du bitte in allen Aspekten Deines Lebens

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Über die Ex-Veganerin, die nun denkt, sie sei ein Tiger

Eine Frau lebt jahrelang vegan, aber nach einem Spinnenbiss kann sie nur noch rohes Fleisch essen! Irgendwie erwarte ich bei solchen Schlagzeilen immer, dass sich mein Wohnzimmer in die Kulisse von „X-Factor: Das Unfassbare“ verwandelt, Jonathan Frakes zur Tür hereinmarschiert und fragt „Kann das wirklich wahr sein oder haben wir uns das nur ausgedacht?“. Leider sitzt Jonathan Frakes aber faul zu Hause rum und kümmert sich darum einen Sch…, bleibt also wohl wieder an mir hängen.

Zunächst mal: Der Stern und die Huffington Post haben diese sensationelle Geschichte von der Daily Mail abgeschrieben, die ihren Artikel wiederum entlang am Instagram-Account der polnischstämmigen US-Amerikanerin Sylwia Tabor verfasst hat, welche sich selbst für einen Gesundheitscoach hält. Sie bewirbt auf ihrem Blog allerlei Mampfzubehör, erklärt aber gleichzeitig, keine Wissenschaftlerin oder Ärztin zu sein und daher niemandem Ernährungsratschläge geben möchte. Das hindert sie aber nicht daran, Coaching in „carnivore diet“, „low carb“ und „gut healing“ für 50 US-Dollar pro halbe Stunde anzubieten.

Der Informationsfluss dieser Kombination aus mehreren Rumpelmedien und der Protagonistin dürfte ähnlich gut sein, wie wenn Ihr zu Weihnachten mit der gesamten Familie Stille Post spielt und die Runde mehrere Schwerhörige und Angetrunkene enthält. Da kann man seinem Nachbar noch so gut „endoplasmatisches Retikulum“ ins Ohr flüstern, am Ende kotzt die

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