Nein, durch das Abschalten der Atomkraftwerke droht uns kein Stromausfall

Okay, das wird jetzt bitter für alle, die sich den Keller schon mit Dosenravioli, eingemachtem Rosenkohl und sauren Zungen vollgestellt hatten: Es gibt gar keinen Stromausfall. Und jetzt? Sitzen sie da, müssen den ganzen Rosenkohl trotzdem essen und in Kombination mit den sauren Zungen kann das echt auf den Magen schlagen. Blöd.

Vor 19 Tagen war es nämlich soweit: 3 der verbliebenen 6 Kernreaktoren in Deutschland wurden abgeschaltet. Und obwohl das ein 10 Jahre alter Kompromiss zwischen Energiewirtschaft und Politik war, der da entsprechend lange geplant umgesetzt wurde, ging das Schreckgespenst deutschlandweiter Stromausfälle durch die Gazetten, so als wenn der Strom-Grinch in den Kraftwerken aus einer bösen Laune heraus den Not-Aus-Knopf drücken würde.

Klar, diese Geschichte erzählt natürlich besonders gerne die AfD. Je mehr Angst die Leute haben, umso eher sind sie bereit, vollkommen ungeeignete Leute in Ämter zu wählen. Da wird gepoltert „Mitten in der größten Energieknappheit seit Jahrzehnten werden aus ideologischen Gründen fast 9 GW Leistung vom Netz genommen“ (stimmt nicht) oder „Mit der Abschaltung dreier deutscher Kernkraftwerke Ende des Jahres steigt massiv die Gefahr eines Blackouts“ (stimmt auch nicht).

Aber neben den braunen Terrorschlümpfen gibt es auch ganz seriöse Quellen, die vor einem Blackout warnten. Die Wirtschaftswoche fragte „Droht nun der Blackout?“. Der Bayerische Rundfunk vermeldete: „Kernkraftwerk Gundremmingen wird abgeschaltet: Reicht der Strom?“ und der Ex-Chefredakteur der Zeit, Theo Sommer, durfte eine ganze Kolumne um die Fragestellung „Geht in Deutschland bald das Licht aus, weil wir nicht mehr genug Strom produzieren?“ verfassen.

Nun lauten die Antworten auf all diese Fragen aber schlicht „nein“, „ja“ und „nein“. Nein, es droht kein Blackout, ja, der Strom reicht, nein, das Licht geht nicht aus. Wie ich zu dieser Einschätzung komme? Nun, Folgendes ist am 31.12.2021 passiert: Die Reaktoren Brokdorf, Grohnde und Gundremmingen C sind abgeschaltet worden.

Ui, gleich drei Kernkraftwerke weniger, das klingt natürlich erst mal einschneidend und bedrohlich. Das liegt aber auch daran, dass die wenigsten Menschen eine grobe Idee haben, wie viel Strom so ein Kernkraftwerk liefert und wie viel wir in Deutschland verbrauchen. Unpraktischerweise muss man zu diesen Überlegungen nämlich mit einer Unzahl von Nullen und kompliziert klingenden Einheiten hantieren, wobei viele Menschen nach meiner Erfahrung entweder sehr, sehr wütend werden oder spontan einschlafen.

Bei mir ist es genau andersrum: Ich kann stundenlang durch die Fraunhofer Energy Charts scrollen und denke dann Sachen wie „boah, interessant“ oder „ach, ist ja erstaunlich“, mache mir dabei Notizen und erzähle meinem Coworker etwas über das französische Stromnetz. Der ist nämlich zu höflich, um „das interessiert mich einen Scheiß, Jan!“ zu sagen, so dass ich in der Illusion lebe, er wolle das wirklich hören. Und jetzt, Anfang 2022, ist das Thema auf einmal echt relevant und von Debatten überschattet, so dass ein paar nerdy Zahlen vielleicht doch interessant sind, denn so einen Stromausfall will ja auch niemand.

Also, das war die deutsche Stromerzeugung Ende 2021:

Die einzelnen Farben symbolisieren unterschiedliche Kraftwerkstypen (gelb = Solarstrom, hellgrün = Windkraft, hellblau = Pumpspeicher usw.). Rot steht für den Strom aus Kernkraftwerken und alle übereinander symbolisieren den gesamten Strom, der in Deutschland generiert wird. Und ganz wichtig: Die schwarze Linie, das ist die Last; also der gleichzeitige Verbrauch aller Geräte, die in Deutschland ans Stromnetz angeschlossen sind. Sie schwankte in der letzten Woche des Jahres zwischen 40 und 60 Gigawatt, was urlaubs- und pandemiebedingt etwas weniger ist als in einer durchschnittlichen Woche.

Wer sich das Bild aufmerksam ansieht, stellt schnell fest: Der erzeugte Strom weicht von der Last ständig ab. In Woche 52 war andauernd mehr Strom im Netz als wir verbraucht haben und kurzzeitig am 29.12.2021 gab es auch mal eine Stromlücke von etwa 2 Gigawatt – wie kann das sein? Kann es nicht, Stromerzeugung und -verbrauch müssen sich immer die Waage halten, sonst wird das Netz überlastet. Das Bild ergibt sich tatsächlich nur, weil hier Exporte und Importe ausgeblendet sind. Blende ich sie ein, liegen die Linien nahezu gleichauf.

Was passiert mit diesem System also, wenn wir gleichzeitig 3 Kernreaktoren abschalten? Das ist in der Grafik recht gut zu erkennen: Über dem Timestamp „31.12.2021“ ist deutlich zu sehen, wie der rote Balken sich ungefähr halbiert, aus 8 Gigawatt Leistung werden 4 Gigawatt Leistung. Tatsächlich war das aber kein so harter Cut, das sieht hier nur so aus, weil die deutsche Strombörse ihre Daten mutmaßlich fehlerhaft ins System speist. Einen Kernreaktor kann man nicht einfach ausschalten wie einen Stabmixer, vielmehr dauert es schon ein paar Stunden, bis die Leistung auf null abgesunken ist.

Schaut man sich die blockscharfe Erzeugung an, gibt es ein realistischeres Bild. Grundremmingen C lief um 20 Uhr nicht mehr, Brokdorf und Grohnde waren ab Mitternacht aus.

Der Knick im ersten Bild ist also zu steil und zu früh eingezeichnet, aber für das Gesamtbild ist das unerheblich. Wichtig ist: Der restliche Kraftwerkspark hat die ausbleibende Leistung problemlos abgefangen. Direkt zum Jahreswechsel war sogar so viel Windstrom im Netz, dass kein einziges fossiles Kraftwerk die Leistung hochfahren musste. Wir haben einfach nur weniger Strom exportiert und stattdessen selbst genutzt.

Aber was wäre ohne den vielen Wind passiert? Dafür springen wir in Woche zwei des neuen Jahres, denn ab dem 10. Januar 2022 legte der Wind in Deutschland für 48 Stunden eine ähnliche Motivation an den Tag wie J.J. Abrams beim Schreiben der Drehbücher für die Star Wars-Fortsetzungen und lungerte stundenlang nur in der Gegend herum:

Der Urlaub war zudem vorbei, die deutschen Stanzwerke und Galvanisierungsbetriebe liefen wieder auf Hochtouren und so kletterte der Bedarf auf 70 Gigawatt, ein für deutsche Werktage recht typischer Wert. Und, fiel dann landesweit der Strom aus? Natürlich nicht, stattdessen lieferten nun die fossilen Kraftwerke den fehlenden Strom: 15 Gigawatt kamen aus Gaskraftwerken und 25 Gigawatt aus Kohlekraftwerken, zudem haben wir am Montag 10 Gigawatt importiert.

Aha, Importe! Also ist das deutsche Stromnetz jetzt vom Ausland abhängig und wir schalten hier einfach alles aus, um dann französischen Atomstrom zu importieren, danke Merkel! Ach Mist, hier passt das ja sogar einigermaßen – aber tatsächlich importieren wir den meisten Strom gar nicht aus Frankreich. An besagtem 10. Januar haben wir während der höchsten Verbrauchsspitze 1,6 Gigawatt aus Frankreich importiert und 9,2 Gigawatt aus dem restlichen Europa (primär Norwegen, Niederlande, Dänemark, Schweiz).

Und auch das ist kein Problem. Viele denken, wir würden nur dann Strom importieren, wenn wir gar keine andere Wahl mehr haben, aber tatsächlich importieren wir auch dann, wenn es schlicht günstiger ist als noch mehr eigene Kraftwerke anzuwerfen. Am 10. Januar hätten wir die fehlenden 10 Gigawatt auch selbst erzeugen können, es wäre nur einfach unökonomisch gewesen. Unökonomisch, aber im Notfall möglich:

In Deutschland ist zusätzlich zur Wind- und Sonnenkraft an Leistung aktuell installiert: 30 Gigawatt Gaskraftwerke, 38 Gigawatt Kohlekraft, 8,5 Gigawatt Biomasse, 5 Gigawatt Wasserkraft, 4 Gigawatt Kernkraft und 7 Gigawatt Reservekraftwerke (unter Anderem Mineralöl).

Bedeutet: Selbst wenn in ganz Deutschland nirgends Wind weht und kein einziges Photon auf unsere Solarzellen trifft, können die restlichen Kraftwerke 92,5 Gigawatt Leistung bereitstellen. Die höchste Last hatten wir letztes Jahr am 11.01.2021 mit 79 Gigawatt und auch da waren unsere Kraftwerke alles andere als voll ausgelastet. Wer in dieser Situation also vor akuten, flächendeckenden Stromausfällen warnt, kennt das deutsche Stromnetz einfach nicht (fairerweise muss ich ergänzen: Bei meinen Twitter-Diskussionen zu dieser Frage haben das die meisten Kernkraft-Supporter genauso eingeschätzt).

Deutschland befindet sich nach wie vor in einer deutlichen Überversorgung: Wir haben seit 2006 jedes Jahr mehr Strom ins Ausland exportiert als importiert und auch in der Handelsbilanz mit Frankreich haben wir seit mindestens 2015 einen deutlichen Strom-Exportüberschuss. Bedeutet also , dass Frankreich mehr Strom aus Deutschland importiert als umgekehrt.

Allein letztes Jahr haben wir 8,5 Terawattstunden aus Frankreich importiert und 15 Terawattstunden nach Frankreich exportiert, im Detail sieht das für das Jahr 2021 so aus (Ausschläge über null sind Importe, Ausschlage kleiner null Exporte):

Quelle: Fraunhofer Energy Charts

Stromimporte und -exporte sind übrigens grundsätzlich kein Beweis für irgendwelche schlechten Netze, es zeigt einfach nur, wie gut das europäische Verbundnetz funktioniert. Dass wir bei Überkapazitäten Strom an andere Länder abgeben und bei Bedarf welchen von dort kaufen ist viel effizienter, als wenn jedes Land sein ganz eigenes Süppchen kochen würde.

Tatsächlich ist die folgenreichste Konsequenz aus der Abschaltung, dass nun an Tagen mit weniger Windstrom als dieser Woche mehr fossile Kraftwerke einspringen müssen, um die jetzt fehlenden 4 Gigawatt aus der Kernkraft auszugleichen. Entsprechend mehr CO2 verursacht eine Kilowattstunde aus dem deutschen Strommix dann logischerweise.

Hier stellen viele die Frage, warum wir in Deutschland denn nicht zuerst aus der Kohle und dann aus der Kernkraft ausgestiegen sind und ja, die Frage ist berechtigt. Die Reihenfolge des Ausstiegs kann man gerne kritisieren. Aber die Sorge vor Blackouts wird dadurch nicht plausibler.

Grundsätzlich ist es aber auch nicht richtig zu behaupten, dass statt der Kernkraft jetzt immer Kohlekraftwerke einspringen. Tatsächlich wurde die fehlende Kernkraft in 2022 bislang mit Gaskraftwerken, Windkraft und Kohle kompensiert, immer abhängig von der Größe der Stromlücke.

Am meisten Strom haben wir netto übrigens aus Dänemark importiert, dessen Strommix 2021 fast zu 70 Prozent aus erneuerbaren Quellen bestand. Wenn jemand also schon vor dem Blackout warnt, dann doch eher mit Verweis auf dänischen Windstrom aus auf französischen Atomstrom.

Komischerweise höre ich die Sorge „Ausbau der Windenergie in Deutschland komplett versemmelt – drohen uns jetzt Stromausfälle?“ aber recht selten.

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19 Gedanken zu “Nein, durch das Abschalten der Atomkraftwerke droht uns kein Stromausfall

  1. Ich finde den Blogeintrag echt super. Leider weiß ich überhaupt nicht wo man hier den Hebel ansetzen müsste um Fehlinterpretationen rational berichtigen zu können.
    Man kann keine BWA für das „Deutsche“ Energie-Netz ausstellen, da wir ein europäisches Mitglied einer Verbund-Netzes sind. Zudem haben wir nicht nur ein Stromnetz in Deutschland sondern in Prinzip 4 mit verschiedenen Spannungsebenen. Falls du diese beiden unumstößlichen Fakten behandeln könntest, die damit verbundenen Risiken ergründest und vielleicht den Artikel ergänzen könntest, wäre das sehr schön für den Leser. Beim Energie-Netz muss immer eine gewisse Herzzahl im Netz herrschen. Wenn diese um 7% abfällt, kann man diese nicht mehr stabilisieren. Dies löst dann einen Abfall der Voltzahl aus und sorgt für einen flächendeckenden Ausfall des Stromnetzes. Die Stabilität des Stromes ist wichtiger als die Masse an Energie.

    Bist du e Techniker? Wahrscheinlich mehr Kaufmann

    • Und was sind sie, wenn sie die Expertise des Autors in Frage stellen? Vielleicht stellen sie sich Mal hier vor ..am besten mit Namen. Windräder sind übrigens sehr gut geeignet um die Frequenz im Netz stabil zu halten ….hab lange in der Windindustrie gearbeitet nicht das sie andeuten ich wäre nicht von Fach

  2. Schon erstaunlich wie lange sich ein Propaganda-Spruch wie „Atomkraft oder Kerze!“ hält.

    Aber was Schlagzeilen betrifft frage ich mich, wann es eine Schlagzeile geben wird wie
    „$©ħ€ı$$€, wir®™ hätten die Klimaschutzziele für ein erträgliches Maß an globaler Erwärmung erreichen können, wenn wir®™ damals sehenden Auges nicht so blöd gewesen wären alles so laufen zu lassen wie es gekommen ist“.
    Die Frage „ob“ stellt sich mir schon gar nicht mehr, denn den Point-of-no-return hat die Menschheit mAn nicht erst gestern überschritten.

    Hier war übrigens die letzte Woche an insgesamt vier Tagen überraschend für mehrere Stunden Stromausfall, aber nur weil Stromleitungen neu verlegt wurden und der lokale Netzbetreiber wohl der Ansicht war, dass es ausreichend sei jeweils kurz vorher einen Zettel in den Briefkasten zu werfen, ohne die Anlieger über den gesamten Umfang der Arbeiten (oder wenigstens eine Abschätzung) zu informieren. Ohne mein Elektroauto mit 2000W-Sinus-Inverter wär ich ziemlich doof dagestanden.

  3. HI Jan,

    möglicherweise hast Du davon schon gelesen. Südaustraliens Stromversorgung ist mittlerweile beinahe komplett erneuerbar. Der bisher längste Zeitraum mit durchgehend 100 % erneuerbarem Strom liegt aktuell bei einer Woche.

    https://www.smh.com.au/environment/climate-change/south-australia-breaks-record-running-for-a-week-on-renewable-energy-20220116-p59omi.html

    Dazu ein paar Anmerkungen:
    – Der Pro-Kopf-Stromverbrauch in SA ist ähnlich, wie in D.
    – SA hat ein Einspeise-Vergütungssystem für Strom aus Erneuerbaren Quellen ähnlich dem EEG in D.
    – Seit der Abschaltung der Kohlekraftwerke gab es in SA keine großflächigen Blackouts mehr. Atomkraftwerke gibt es eh keine in Australien.
    – SA hatte lange die höchsten Strompreise in Australien, mittlerweile die niedrigsten.

    VG Ut

  4. Hi Utx

    Australien hat im Schnitt 3389 Sonnenstunden pro Jahr Stand 2021
    Deutschland hat im Schnitt 1650 Sonnenstunden pro Jahr Stand 2021

    Im Dezember 2021 hatte Australien eine durchnittliche Temperatur von 76 F / 27°C
    Im Dezember 2021 hatte Deutschland eine durchnittliche Temperatur von 0,9°C

    Energieverbrauch Pro Kopf ist in Australien 30% höher als in Deutschland, die Energiepreise (2021) mit 0,19€ Cent pro KWH gegen 0,32€ pro KWH in Deutschland 40% günstiger

    Australien mit Deutschland zu vergleichen ist sehr interessant.

  5. Ob man Kohle oder Gas in der Reserve nutzt ist von vielen vielen Faktoren abhängig.

    Zunächst einmal ist Kohle in der Regel günstiger. Die Zertifikatepreise müssten massiv steigen, um Gaskraftwerken paroli bieten zu können.
    Jedoch sind Kohlekraftwerke auch träge. Von Stillstand bis zum Volllastbetrieb kann es bei Braunkohlekraftwerken bis zu 15h dauern. Nach einer Kraftwerksabschaltung dauert es sogar noch länger (D.h. nachdem man das Kraftwerk abgeschaltet hat, dauert es bis zu 48h bis es wieder voll produzieren kann (Dampfturbinen und deren Gehäuse müssen gleichmäßig erwärmt werden, sonst können sie sich verkanten, sehr teuer)).
    Gaskraftwerke sind hingegen oft schon in wenigen Minuten am Netz. Und spätestens nach 30 Minuten können sie auf Volllast liefern. Und auch die Regelbarkeit ist besser. Von Teillast auf Vollast und umgekehrt geht 4x schneller als bei Kohle. Bei einem Kohlekraftwerk muss man ein gutes Fernglas haben um zu sehen, wann man bremsen oder lenken muss, vergleichbar mit einem riesigen Containerschiff, während das Gaskraftwerk ein flexibles und flinkes Schlauchboot ist.

  6. Was für ein halbgarer Artikel. Der Ökonomische Punkt völlig ausgeblendet (Was kostet die KWh allgemein)
    Was Bezahlen wir den anderen Ländern, damit sie uns den „überflüssigen“ Strom abnehmen. Export klingt so als wäre es ein gutes Geschäft. Laut Spielgel schieben wir nicht nur Strom ins Ausland ab, wir werfen auch noch Geld hinterher.

    Und was macht der Graslutscher wenn Kohlekraftwerke ebenfalls vom Netz gehen sollen? Und Gas Kraftwerke? haben wir so viel Gas? Wollen wir überhaupt russisches Gas?

    Wir unterhalten uns weiter, wenn die KWh min. 90cent kostet (es gibt übrigens schon entsprechende Tarife). Und dann, wenn’s zu spät ist, wird wieder gejammert.
    zur Info:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Energiewende_nach_Staaten
    Alle deine Aufgeführten Staaten haben einen höheres Level bei der Atomkraft als Deutschland. Aber das „Gewissen“ ist rein

    • Die Zielfrage war auch „droht ein Blackout“, nicht „was kostet der Strom an der Börse“.

      Das eine ist eine Frage von Kapazität, das andere von Produktionsmengen. Der Unterschied ist im Wesentlichen der Faktor Zeit. Kapazität an sich ist eine Herausforderung des 19. Jahrhunderts.

      In- und Exportpreise kann man nachsehen, wenn das Web 1.0 nicht mal wieder nur etwas ist, was anderen Leuten zustößt. Zum Beispiel in den hier verlinkten „energy charts“ vom Fraunhofer ISE.
      Freilich muss man dazu mit Zahlen und Einheiten hantieren, mit den oben beschriebenen Risiken. Muss man nicht machen, man kann sich auch einfach aus den Diskussionen erwachsener Leute heraushalten.

      Der Spiegel hat hier in Berlin sein Büro im selben Aufgang wie die INSM und bei Alexander Neubacher schlägt anscheinend ab und zu die Kantinenkonvesation dann in’s Blatt durch. Jedenfalls kann man den Realitätsgehalt jener Narrative zusammen mit den 90 Cent zusammenfassen mit
      „Ich hörte von Bazillen mit Fühlern, die beißen!“

      • Der Bericht sprach nicht von Australien sondern von Südaustralien, bleiben sie bitte bei den Fakten.Und warum sie nur die Sonnenstunden vergleichen erschließt sich mir nicht…..was ist mit Wind und Wasserkraft…..

  7. „Alle deine Aufgeführten Staaten haben einen höheres Level bei der Atomkraft als Deutschland.“

    – Je nach Lesart von „Level“ schlicht falsch. Die wenigsten in absoluten, nicht einmal unbedingt in relativen Zahlen, selbst 2022.
    Dänemark und Norwegen ham gar keine.
    Schweiz und Niederlande steigen de facto auch aus.
    Frag mich manchmal, ob es derzeit eigentlich eine Diskussion gibt, die mehr von „gefühlten Wahrheiten“ beherrscht wird. Corona und die Penisgröße von Schwarzen, aber nicht sicher.

    • „ Frag mich manchmal, ob es derzeit eigentlich eine Diskussion gibt, die mehr von „gefühlten Wahrheiten“ beherrscht wird.“

      Wirklich ausgezeichnet im Rennen ist übrigens: „FrauenTM und MännerTM sind biologisch fundamental und unveränderbar verschieden und das können Feministinnen nicht wegdiskutieren“ – (Ignoriert wird der Teil von Studien, bei dem die Ergebnisse zwischen den Kontrollgruppen, die anderen oder keinen Bedingungen des Experiments ausgesetzt sind, sich sehr unterscheiden, obwohl sich die Biologie überhaupt nicht verändert hat.)

  8. Stimmt freilich, dass mit drei AKW mehr der Börsenstrompreis derzeit eine Idee niedriger wäre. Ist halt leider dennoch Bullhsit, AKW zu betreiben.

    Die derzeitigen Großhandelspreise sind absurd, werden sich aber auch wieder einpendeln, wenn sich der Gasmarkt entspannt. Um so mehr Anstoß, mal langsam mit dem Ausbau der EE ausm Quark zu kommen, die in letzten Ausschreibungen zwischen 4 und 5 ct pro kWh lagen. Börse war im Januar über 16, diese Kombi könnte rein ökonomisch dazu führen, dass z.B. 10H-Regelungen in Bayern freiwillig ignoriert werden.

    Gefühlte 90 % der Beiträge zur Debatte lassen sich auf die Aussage reduzieren „Um Himmels Willen, der Erbfeind lacht über uns!“ und selbst ich als eher rustikaler Chauvie kann mit das kaum ohne Begriffe wie „fragile Männlichkeit“ erklären. Das Ausmaß an Panikmache ist wirklich ermüdend.

    • Frankreich ist nicht das einzige Land der Welt, das auf Atom setzt. in den USA vollzieht sich momentan ein gesinnungswandel zurück zum Kernstrom, Indien und China forschen an Flüssigsalzreaktoren und Kanad heuert alle unsere noch verbleibenden Kernforscher an.

      Selbst in der EU wird Deutschland für seinen anti-Atomkurs inzwischen schief angeguckt. Das hat nichts mit Männlichkeit zu tun, nur mit Physik und Geld. Der alte Grüne Slogan, Atomkraft lohne sich nicht, stimmt entweder nicht – oder aber 90 prozent aller Industrieländer ist verrückt geworden und nur Deutschland und Österreich sehen klar…

      • Hach ja, da sind sie wieder, die gefühlten Wahrheiten.

        Frankreich ist frelich nicht das einzige Land, das von Atom schwafelt.
        Rein praktisch, in Zahlen steigen die Franzosen in einem Betrachtungsrahmen von 20 Jahren gerade schneller aus als Deutschland. Sonst müssten sie jetzt bereits mitten im Bau von einem Dutzen neuer Reaktoren sein.
        Wir forschen alle an Flüssigsalzreaktoren. Mein tote Oma forscht an Flüssigsalzreaktoren. Derweil bauen China und Indien aber PV im GW-Maßstab und China produziert seit Jahren mehr Strom aus Windkraft als aus Atomkraftwerken.

        Deutschland wird schief angeguckt? Etwa gar vom Erbfeind?
        Wieder einmal, ein Minderwertigkeitskomplex ist noch keine Energiepolitik. Hoffe, das wird wieder, Kopf hoch!

        Aus der Diskussion wird Atomkraft nie ganz sein, dafür haben Konservative viel zu große Errektionsprobleme ohne sie.
        Nur, solche „90 prozent“ Vorstellungen entstehen meist aus der geeigneten Definition von „Industrieländer“. Nämlich neun Atomkraftstaaten, darunter vier, die vom geneigten Europäer unter keinen anderen Umständen als „Industriestaat“ angesehen würde. Und Deutschland.
        Während z.B. Italien ja nur eine Strandbar mit Pizzaofen ist.
        „Reality has a well known liberal bias“.

  9. Zitat: „Je mehr Angst die Leute haben, umso eher sind sie bereit, vollkommen ungeeignete Leute in Ämter zu wählen.“

    Der beste Satz im ganzen Artikel. Man schaue nur in die aktuelle Bundesregierung 😉

    Danke FFF, Klima, Greta und Co. – euch verdanken wir Koniferen wie den Kinderbuchautor und die Plärrbock.

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