Autofasten 2019 – Tag 2

Autofasten, Tag 2.

Ich dachte schon, boah, was ist Autofasten langweilig. Zur Arbeit komme ich zu Fuß, für längere Strecken durch die Stadt fahre ich als Book-N-Drive-Autofaster kostenlos mit Bus und Bahn und zum Kunden nach Köln hat mich diese Woche die Deutsche Bahn gebracht. Wie ein Computerspiel mit zu niedrigem Schwierigkeitsgrad, aber nun war es passiert: Die Essensvorräte gingen zur Neige. Veganer essen ja bekanntlich primär Baumrinde und Tannenzapfen, aber das schmeckt beides im Morgenkaffee so mäßig.

Es wollten also viele Tüten Hafermilch erstanden werden, Kartoffeln und andere Tannenzapfenbeilagen. Wie sollen wir also all diese Zutaten nach Hause bekommen? Nach 20 Jahren Autobesitz ist in meinem Kopf ein veritabler Gehirnpilz erwachsen, der auf diese Frage zwanghaft in die Dauerschleife „Nehmt das Auto nehmt das Auto nehmt das Auto nehmt …“ wechselt. Mich befällt also spontan das Gefühl, ein Einkauf von mehreren Kilo Lebensmitteln sei ohne eine 1500 Kilo schwere Maschine quasi unmöglich und meine rechte Hand schaltet zur Kompensation Gänge in die Luft – so wie Luftgitarre, nur uncooler.

Da es dieses Mal auch keine Kinder zu transportieren gab, ringe ich in Gedanken den Gehirnpilz nieder und wir fahren stattdessen mit den Fahrrädern los. Dazu muss man wissen, dass Wiesbaden als eine der Fahrradunfreundlichsten Großstädte in Deutschland gilt, woraus nicht wenige Menschen ableiten, dass schon die bloße Berührung eines Sattels im Stadtgebiet zu schweren Verwundungen führt.

Tatsächlich waren wir komplett ohne Aufenthalte in der Intensivstation

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Und weil das Wort Sojamilch die Verbraucher verwirrt, sollen Veggie-Burger bald Veggie-Discs heißen

Na, das ist ja mal toll in die Hose gegangen, prima, mein Nachtisch hat genau gar keinem geschmeckt. Leute, wenn Ihr die Verwandten zum Abendessen einladet, müsst Ihr höllisch aufpassen, denn so ein Einkauf von Lebensmitteln in Deutschland ist gespickt mit hinterlistigen Fallstricken und Schikanen! Normalerweise schicke ich ja immer unseren Butler los, aber der hat sich beim Lasertag den Fuß verstaucht und liegt jetzt tagelang nutzlos auf dem Sofa herum, ich muss das also selbst machen. Keine Panik, dachte ich, was der dusselige Adalbert schafft, das kann ich auch.

Aber dann begann im Supermarkt ein einziges Desaster: In den Kuchen gehören 200 Gramm Butter, aber welche nur? Über den ganzen Laden waren zahllose verschiedene Sorten verteilt, mit Schweiß auf der Stirn und zittrigen Knien entschied ich mich für ein Glas mit amerikanischer Flagge drauf – eine Butter aus Amerika kann ja nicht schlecht sein. Die Trottel aus der Molkerei wiederum haben das Bild einer Kokosnuss auf ihre Milchdose gedruckt – weiß der Geier, wieso – und die Eier waren umständlich einzeln in lilafarbene Alufolie eingewickelt. Nur beim Mehl war ich mir sicher, dass ich mit Maismehl nichts falsch machen konnte – hatte ja schon die richtige Farbe für Kuchen.

Zu Hause angekommen landeten alle Zutaten zusammen mit Backpulver und Zucker in der Schüssel und nach dem Umrühren war ich schon etwas skeptisch ob der bräunlichen Farbe. 50 Minuten bei 180 Grad Umluft später wollte der blöde Teig einfach nicht fest werden und der irritierend salzige Erdnuss-Geschmack harmonierte nicht sonderlich mit den Pfläumchen. Die gibt es jetzt übrigens praktisch als transparente Flüssigkeit in sehr kleine Flaschen abgefüllt, machen den Kuchen aber insgesamt sehr flüssig. Ich halte fest: Ich könnte großartig backen, wenn Produkte in Deutschland nicht so irreführend bezeichnet wären, danke Merkel!

Ja, okay, das war überspitzt. Vermutlich… nein, hoffentlich gibt es niemanden in Europa, der sich tatsächlich so bekloppt anstellt und gleichzeitig an Wahlen teilnehmen darf. Der Punkt ist nur leider: Beunruhigend große Teile des EU-Agrarausschusses halten die in Europa lebenden Menschen für ähnlich blöd wie mein Alter Ego in obiger Geschichte und planen nun vollkommen weltfremde Regeln für vegetarische und vegane Ersatzprodukte. Diese sollen nicht mehr „Wurst“, „Schnitzel“ oder „Burger“ heißen, angeblich damit

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