Sind Wasserstoffautos besser als E-Autos? Harald Lesch sagt ja, ich bin skeptisch

Da will man nur mal ein paar Minuten im Hinterhof sitzen und gepflegt in der aktuellen Ausgabe der Beef schmökern, schon wird man von dem blöden Gepiepe unterbrochen. Auf dem Handy erscheint ein Kommentar zu meinem letzten Artikel über Elektroautos: „Warum nehmen wir denn nicht einfach Wasserstoffautos?“ fragt mich eine Leserin. „Naja …“, beginne ich zu antworten, „da wäre zunächst …“ – weiter komme ich nicht. „Hey Jan, können wir nicht einfach Wasserstoffautos fahren?“ ruft meine Nachbarin beim Wäscheaufhängen vom Balkon. Moment mal, woher weiß die denn … Mist, das Handy fällt mir in mein Tomatenbrot. Ich antworte genervt: „Ja, können wir, aber …“ – da klingelt das Telefon. Ich fingere das glitschige Ding vom Teller und lausche neugierig einer ernsten Stimme: „Hallo, hier spricht Harald Lesch. Was spricht denn gegen Wasserstoffautos, he? HE??“

Screenshot von Terra X vom 05.06.2019
Screenshot von Terra X vom 05.06.2019

Na gut, ganz genau so hat es sich nicht zugetragen, aber ein bisschen so angefühlt hat es sich schon. Die Rückfragen zum Wasserstoff sind wohl die häufigsten überhaupt zu Artikeln, in denen es um E-Autos geht, nicht nur bei mir, sondern in Kommentarspalten generell. Zudem haben sich einige Sendungen und Zeitungen mit der Frage beschäftigt, und eine davon ist eine Folge von Terra X, in der Harald Lesch dieser Frage nachgeht – und zu meiner Bestürzung als Harald-Lesch-Fan nicht sorgfältig genug.

Nun folgt der Ruf nach Wasserstoffautos meiner Erfahrung nach meistens der ehrbaren Motivation, eine Lösung für die Umweltauswirkungen der E-Auto-Produktion zu finden. Der Gedanke ist vermutlich meistens, dass ja auch Batterien leider nicht an Bäumen wachsen, sondern mit diversen, aus der Erde gebuddelten Rohstoffen unter Energieeinsatz in irgendwelchen Fabriken hergestellt und am Ende wieder entsorgt werden müssen.

Nach drei Jahren Dauerbeschallung aus unterkomplexen ARD-Dokumentationen und Zeitungsartikeln haben viele Menschen den falschen Eindruck gewinnen müssen, dass die Verdunstungsbecken, mit denen in der Atacamawüste unter anderem Lithium gewonnen wird, dort nur aufgrund von Elektroautos Grundwasser

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Experte erfindet Stickoxid-Spitzenwerte und entlarvt den Focus als sinnlos.

Es ist mal wieder soweit: Im Focus darf sich ein selbsternannter Experte austoben und der versammelten Dieselfraktion unter der Leserschaft einreden, sie seien die Opfer einer weltumspannenden Verschwörung, die ihnen mit falschen Messdaten das Leben schwermacht. In einer perfekten Welt würden Menschen seinen Text lesen, die reißerische Methode erkennen und mit spitzem Finger und gerümpfter Nase den Browser Tab schließen oder alternativ mit dem Ausdruck davon den Spargel einwickeln.

Leider leben wir nicht in einer perfekten Welt und so teilt eine Vielzahl von Menschen den Text des „Experten“. Sie schreiben dazu Dinge wie „Jawoll“, „Endlich sagt’s mal einer“ oder „Wir müssen die Grünen stoppen!“. Nun ist „Experte“ ein sehr dankbares Wort, wir alle sind ja irgendwie Experten in irgendwas, und sei es im Zitateraten alter Schwarzwaldklinik-Folgen. Der Experte ist in diesem Fall Martin Schraag, laut Focus besteht seine Expertise in der Erstellung internationaler Normen für elektromedizinische Produkte.

Nun ist das Erstellen solcher Normen bei der Einordnung von Dieselfahrverboten ähnlich hilfreich wie ein elfter Zeh beim Luft anhalten. Die für den Focus tatsächlich zum Tragen kommende Expertise ist daher vermutlich Martin Schraags brennende Liebe für Diesel-Aggregate und sein Hang zu emotionalen Ausbrüchen, sollten irgendwer den infamen Plan hegen, diese bemitleidenswerten Maschinen irgendwo regulieren zu wollen.

In der Vergangenheit durfte er bereits dreimal im Focus erklären, wie falsch Politik und Gerichte in Deutschland handelten und handeln, ohne dass diese Erklärungen mit echten ExpertInnen aus der Verkehrsforschung oder der Epidemiologie abgeglichen worden wären. Das ist für den Focus leider kein journalistischer Tiefpunkt: Auch die sentimentale Abrechnung mit E-Autos aus der Feder eines Mannes mit finanziellem Interesse an Wasserstoffantrieben wurde als Erklärung eines „Experten“ verbrämt, auch wenn das Ergebnis ähnlich vorhersehbar war als würde jemand mit Montgomery Burns

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