Über Gabor Steingarts groteske Thesen zu „Lebenslügen grüner Klimapolitik“

„Jan, du hast keine Ahnung, lies einfach bei Gabor Steingart nach, warum du falsch liegst!“, bekomme ich in letzter Zeit immer öfter als Ratschlag in festgefahrenen Diskussionen. Habe ich gemacht und nach der Lektüre von „Die drei Lebenslügen der grünen Klimapolitik“ bin ich angenehm bestärkt darin, in vielen Dingen goldrichtig zu liegen: Steingart wertet darin Daten falsch aus, fällt auf PR-Tricks von Herstellern rein und ordnet die Wucht technologischer Umbrüche nicht richtig ein.

Screenshot des Pioneer Briefing

Versteht mich nicht falsch, Regierungskritik ist ein wichtiger Bestandteil des Mediengeschehens, manche würden sogar sagen: Der wichtigste. Es ist gut und richtig, wenn Medien der Regierung auf die Finger hauen, aber dazu sollten die Kritiker idealerweise auch den Hauch einer Ahnung vom Thema haben. Das ist beim „Pioneer Briefing“ leider so gar nicht der Fall, hier werden peinlichste Anfängerfehler gemacht, die ich von einem Volontär am ersten Tag nicht erwarten würde.

Steingart verwechselt Tageswerte mit Monatswerten und merkt es nicht

Gabor Steingart war mal Chefredakteur und Herausgeber des „Handelsblatt“, wurde dann aber von Dieter von Holtzbrinck entlassen und hatte kurz Hausverbot in der Redaktion, was eine öffentliche Kontroverse auslöste. In der Rückschau scheint Holtzbrinck den richtigen Riecher gehabt zu haben, denn was Steingart da fünf Jahre später in seinem Morning Briefing verzapft, passt schlecht zu einer Finanzzeitung mit einem gewissen Anspruch:

Drei Lebenslügen der grünen Klimapolitik will er identifiziert haben. Bebildert ist das zwar mit Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck in einer handwerklich schlecht gemachten Fotomontage, aber im Text wird das Ganze direkt ausgeweitet auf „die deutschen Energiepolitiker“, die ausschließlich „auf Irrwegen“ unterwegs seien. Also alle? Auch Peter Altmaier, Philip Rösler und Sigmar Gabriel inkl. der Staatssekretäre und Beratungsstäbe? Gut, an Selbstbewusstsein mangelt es Energie-Vollprofi Steingart offenbar nicht.

„Lebenslüge“ 1: Der Vorrang der erneuerbaren Energie sei teuer und im Winter extrem ineffektiv.

Bebildert ist die „Lüge“ mit einer verschneiten Photovoltaik-Anlage und einem Screenshot der Seite „Electricity Maps“, laut der der deutsche Strom… nun ja… braun ist. Für so neumodischen Kram wie konkrete Werte oder einen Link zur Grafik war keine Zeit, ein paar bunt eingefärbte Karten und eine Legende nach Farbschema müssen der Pioneer-Kundschaft hier reichen.

Es folgt der altbekannte Tenor aus einschlägigen Fossil-Kreisen, dass Deutschlands Strommix wegen der Erneuerbaren im gesamten Winter ganz furchtbar sei, dass diese durch Atomkraft ersetzt werden müssten und es werden unlautere Vergleiche gezogen, dass es in allen anderen Ländern viel besser laufe. Dazu werden die üblichen Kampfbegriffe wie „Flatterstrom“ und „Umweltsau“ bedient.

Leider wertet Steingart, laut dem sich ja alle anderen auf dem Irrweg befinden, hier hoffnungslos falsche Daten aus. Anstatt sich die Erzeugung der letzten 30 Tage anzusehen, auf denen seine Argumente beruhen, hat er nur die Daten eines einzelnen Tages berücksichtigt, obwohl die Schaubilder mit „Stromerzeugung in Europa der letzten 30 Tage“ beschriftet sind:

So ein Fehler kann passieren, besonders wenn man sich auf die grauenvolle Benutzeroberfläche der Seite Electricity Maps einlässt, bei der ein Klick auf die Schaltfläche „30 Tage“ die Daten des gestrigen Tages auf der Karte anzeigt. Wer aber auch nur halbwegs mit dem europäischen Strommix und den Mengengerüsten vertraut ist, dem wäre der Fehler sofort aufgefallen.

Dänemark mit einem schlechteren Strommix als Deutschland ihn im Jahresdurchschnitt hat? Das passiert vielleicht an vereinzelten Tagen mal, aber nicht auf Monatsbasis. Noch offensichtlicher: Der Ex-Chefredakteur des „Handelsblatt“ behauptet in der folgenden Grafik allen Ernstes, Deutschland hätte im vergangenen Monat (!) etwa 1.000 Gigawattstunden Strom verbraucht:

Niedlich, so viel verbraucht vielleicht Slowenien in einem Monat, aber Deutschland? Mit der Strommenge können wir gerade mal so Hamburg einen Monat lang versorgen, aber Deutschland benötigt insgesamt etwa 40 mal so viel Strom. Es ist, als würde Steingart seinen Enkeln für den Kinoabend 50 Cent in die Hand drücken und direkt ermahnen, nicht alles auf einmal auszugeben.

Es sind auch nicht die vier größten Quellen der Stromerzeugung zu sehen (er hat Wasserkraft und Biomasse vergessen) und natürlich auch nicht die von 30 Tagen, sondern mutmaßlich die des für Wind- und Solarstrom besonders schlechten 03.12.2023. Die tatsächlichen Anteile des November sahen so aus:

Steingart hat hier also weder einen Monat oder gar „den Winter“ betrachtet, wie er mehrfach behauptet, sondern hat sich einen Tag oder vielleicht auch nur einen Stundenwert mit besonders schwacher Leistung aus Wind- und Solarkraft ausgesucht. Das ist ein beliebter Trick auf Twitter, um die Energiewende schlecht zu reden, hat aber genauso wenig Aussagekraft, wie wenn ich die Daten des 02. Juli 2023 poste und aufgrund des hohen EE-Anteils behaupte, die Energiewende sei schon zu 84% abgeschlossen.

Wer wirklich wissen will, wie weit der Weg noch ist, muss sich die Werte des ganzen Jahres ansehen und die sind natürlich besser als der willkürlich gewählte Tag von Steingart. Diese Taktik nennt sich auch Rosinenpickerei. Mit ihr kann mittels einer 95 Jahre alten Kettenraucherin scheinbar belegen, Zigaretten seien nicht gesundheitsschädlich oder anhand von Dieter Bohlen argumentieren, Menschen in Niedersachsen machten grauenvolle Musik. Stimmt aber nicht, The Hirsch Effekt stammen aus Hannover und die machen feinsten Artcore.

Electrity-Maps-Screenshots von einzelnen Tagen haben wenig Aussagekraft

Aufgrund von Steingarts mangelhaftem Umgang mit Daten und Farben zerbröselt auch seine Behauptung, Deutschlands Strom sei zusammen mit dem von Polen der CO₂-intensivste ganz Europas im Winter. Selbst für seine im Screenshot zu sehende falsche Tagesauswertung stimmt das nicht, da haben Estland, Nordmazedonien, Kosovo und mutmaßlich auch Zypern schlechtere Werte als Deutschland.

Der kalendarische Winter hat hingegen nicht mal begonnen und das Winterhalbjahr misst man üblicherweise vom 01.10. bis zum 31.03. des Folgejahres – ein schwieriges Unterfangen Anfang Dezember. Aber selbst bei Betrachtung von Steingarts ungenauer, mit fragwürdigen Methoden rechnender Quelle Electricity Maps hatte Deutschland im November 2023* einen klimafreundlicheren Strommix als Polen, Tschechien, Bosnien, Serbien, Kosovo, Nordmazedonien, Bulgarien, Türkei und Zypern. Das war der Zeitraum, den er eigentlich auswerten wolle.
* Auf „12 Monate“ klicken und den Schieberegler auf November ziehen

Er behauptet weiter, die Kohle- und Gaskraftwerke liefen auf „vollen Touren“ und deswegen seien Menschen, die E-Autos oder Wärmepumpen nutzen, „Umweltsäue“. Anstatt so was aus bunten, schlecht geschätzten Europakarten abzuleiten, hätte er sich die prozentuale Volllast auch einfach von den Energy-Charts ausrechnen lassen können, und siehe da: Unsere Kohlekraftwerke waren in keinem November seit 10 Jahren so niedrig ausgelastet wie im Jahr 2023. Es hätte also keinen besseren November für E-Autos und Wärmepumpen gegeben als diesen.

Zwischenfazit: Steingart bezieht seine Aussagen auf vollkommen falsche Daten, und zieht daraus Schlüsse, die nicht mal die falsch erhobenen Daten zulassen.

„Lebenslüge“ 2: Der Ausstieg aus der Kernenergie wirft Deutschland technologisch zurück

Das kann man gerne so sehen, aber grün ist diese Lebenslüge nur, wenn man die Bundespolitik der letzten 15 Jahre verschlafen hat. Der Atomausstieg folgte ja nun mal einem Beschluss, dem im Jahr 2011 Union, SPD, FDP und Grüne zugestimmt haben. Der von Steingart zitierte Jens Spahn hat 2011 höchstselbst dafür gestimmt, alle deutschen Atomkraftwerke stillzulegen und hat danach in 10 Jahren Regierungsverantwortung nichts daran geändert:

Wenn Kernkraft also wirklich eine Renaissance erlebt, wie Jens Spahn zitiert wird, wieso hat er diese dann ignoriert, solange er mitregiert hat? Wieso wurden unter Philipp Rösler von der FDP dann die meisten Reaktoren stillgelegt? Oder gibt es die Renaissance erst seit der Ampel-Regierung? Unwahrscheinlich. Er behauptet:

„Derzeit gibt es 439 Kernkraftwerke in 32 Ländern, die rund zehn Prozent des weltweiten Stroms und etwa ein Viertel der kohlenstoffarmen Energie liefern. Weitere 62 neue Reaktoren werden weltweit gebaut, 110 befinden sich in der Projektierungsphase.“

Da Steingart konsequent auf Quellenangaben verzichtet, lässt sich schwer nachprüfen, warum seine Anzahl für die laufenden Reaktoren 27 über dem Wert des World Nuclear Industry Report liegt, aber immerhin stimmt hier die Größenordnung.

Generell vergisst er komplett zu erwähnen, dass „Projektierungsphase“ nicht heißt, dass diese Reaktoren tatsächlich alle gebaut werden. Projektiert wurden schon eine Menge Kraftwerke, bei denen am dann aber trotzdem nie ein Spatenstich erfolgte (Seite 67) – das hat allerdings weniger mit Atomkraft als generell mit Großprojekten und ihrer Finanzierung zu tun.

Ebenfalls wichtig zu wissen: Fast alle genannten Reaktor-Neubauten finden in Asien statt und stehen einer immer älter werdenden Atomkraft-Flotte im Westen gegenüber. Das Durchschnittsalter französischer Kernkraftwerke liegt bei 38 Jahren (Seite 115), das der 93 US-Reaktoren liegt bei 42 Jahren (Seite 206), während in beiden Ländern in Summe an zwei (!) Reaktoren gebaut wird:

Quelle (Seite 50)

In obiger Grafik könnt ihr das ganz gut sehen: Der Boom der Atomkraft fand im Westen in den 80er Jahren statt. Alter hingegen ist für Kernreaktoren ähnlich erstrebenswert wie für Kniegelenke, und so lagen die durchschnittlichen Ausfallzeiten der französischen Reaktoren bei 152 Tagen im Jahr 2022 Seite 108).

Die französische Atomstromproduktion lag daher letztes Jahr auf dem niedrigsten Stand seit 1993. Für das Jahr 2023 werden zwar bessere Werte erwartet, was dann aber auch nur den zweitschlechtesten Wert seit 1993 bedeutet:

Quelle (Seite 104)

Um eine echte Renaissance auszulösen, müsste der Zubau also dramatisch gesteigert werden. Die zusätzlichen geplanten 14 französischen Reaktoren werden die Alterung der bisherigen Kraftwerke nicht kompensieren könnten, so dass mit einem weiteren Rückgang der westlichen Atomstromproduktion zu rechnen ist.

Kleinere Reaktortypen, wie Polen sie bauen will, könnten eine Entwicklung in diese Richtung erleichtern, aber auch hierzu gibt es aktuell leider ein paar Rückschläge. Die Idee, diese Reaktoren seien dann in Kühlschrankgröße erhältlich, haben bislang auch eher mit Science Fiction als mit der Realität zu tun: Das IFE schätzt die Größe eines sogenannten Small Modular Reactor (SMR) in der Tat deutlich kleiner als den in einem konventionellen Kernkraftwerk, aber auch der Sicherheitsbehälter von NuScale ist 20 Meter hoch.

„Lebenslüge“ 3: Das Aus für den Verbrennermotor ist ein Jahrhundertfehler.

Auch hier stellt sich die Frage, was das mit den Grünen oder gar der deutschen Politik zu tun haben soll, befindet sich die Elektromobilität weltweit im Hochlauf:

Die größten Hersteller sind Tesla und BYD Aus China, die weltweiten Verkaufszahlen lassen wenig Zweifel, wie schnell der Markt wächst:

2021: 6,5 Millionen verkaufte E-Autos

2022: 10,5 Millionen verkaufte E-Autos

2023: 14,2 Millionen verkaufte E-Autos (geschätzt)

Und wir befinden uns immer noch am Anfang dieser Entwicklung. Höhere Produktionsmengen und verbesserte Batterietechnik werden die Stückpreise voraussichtlich weiter senken, so dass es richtig interessant werden könnte, wenn die ersten Kleinwagen auch in der Anschaffung günstiger sind als ihre Verbrenner-Pendants.

Gabor Steingart lässt sich Wachstumsraten aber nicht groß beirren, seine Logik ist folgende:

„Die globale Autoindustrie setzte 2022 über 71,7 Millionen neue Autos ab. Davon waren rund 8,7 Millionen rein elektrisch betrieben – also rund zwölf Prozent.

Das bedeutet: Die Elektrifizierung der gesamten globalen Fahrzeugflotte dauert viele Jahrzehnte – selbst bei einem zügigen Hochfahren der Elektroproduktion. Ein Rechenmodell verdeutlicht das Problem: Wenn im bisherigen Tempo weiter elektrifiziert wird, stünden nach 100 Jahren erst 870 Millionen reine Elektrofahrzeuge bereit, von denen allerdings zwei Drittel schon wieder verschrottet werden müssten, weil sie zu alt wären.“

Aua. Das liest sich wie der Auszug aus einer Beratungsmaßnahme für finanziell zu gut aufgestellte Unternehmen. Sie wollen Ihr Unternehmen zum nächsten Nokia machen? Kein Problem, unterschätzen sie einfach exponentielle Marktveränderungen und fragen Sie sich in zehn Jahren, warum niemand mehr ihre Produkte kauft.

In der Nokia-Zentrale in Espoo hätte Ende 2007 auch irgendein Vertriebsfuzzi zum anderen Vertriebsfuzzi sagen können „Ach, ich mache mir wegen des iPhones keine Sorgen, wir verkaufen im Jahr 440 Millionen Handys und Apple nur 1,4 Millionen. Bei der Geschwindigkeit dauert es ja noch hunderte Jahre, bis die so viel Geräte verkauft haben wie wir dieses Jahr. LOL“

The Pioneer Briefing ignoriert Strategien der großen Autokonzerne

Ja, aber nur bei der Geschwindigkeit, das ist ja der Witz. Steingart bemängelt, dass der Umstieg selbst bei einem „Hochfahren der Elektroproduktion“ 100 Jahre dauert, rechnet es dann aber, als frören die Verkaufszahlen jetzt für alle Zeiten auf den Werten von 2022 ein.

Der Witz bei technologischen Umbrüchen ist aber nun mal, dass die Produktionsgeschwindigkeit sich sehr stark ändert, so dass Nokia nur vier Jahre später nicht mehr Marktführer war. Apple hat nämlich bereits ein Jahr später 10 mal so viele Smartphones hergestellt und fünf Jahre später hundert mal so viel. Und boing, schon wurde das Vertriebsteam von Nokia bald kleiner.

Bei E-Autos wird es vermutlich nicht ganz so schnell gehen, weil der Lebenszyklus eines Autos in der Regel etwas länger dauert als der eines Smartphones, aber Zuwachsraten von 60% und 35% (Verkaufssteigerungen von 2021 auf 2022 und 2023) sprechen eine klare Sprache.

Hier noch ein kleiner Einwurf aus der BWLer-Ecke: Schrumpfende Märkte sind etwas, wobei Wirtschaftsfuzzies so gar nicht auf Touren kommen. Der Hochlauf eines neuen Produkts macht oft gleichzeitig die Produktion des alten schwieriger und teurer: Es gibt dafür dann weniger Investoren-Gelder, weniger Verkäufe bedeuten im Zweifel wieder höhere Stückkosten und gutes Personal, das zur Konkurrenz wechselt.

Ist also erst mal klar, dass das Ende einer Technologie gekommen ist, entsteht eine Art Abwärtsspirale, die den Umstieg dramatisch beschleunigt.

Fazit: Die drei Lebenslügen entpuppen sich bei näherer Betrachtung einfach als drei globale Wirtschaftstrends, die weder auf Deutschland noch auf grüne Politik beschränkt sind. Wind- und Solarstrom, Elektromobilität und Batteriezellen verzeichnen weltweit starkes Wachstum und werden von den mit Deutschland konkurrierenden Wirtschaftsräumen USA und China massiv staatlich gefördert, um die globalen Märkte der Zukunft zu dominieren.

Jetzt müsste nur noch irgendwer Herr Steingart informieren, dass die Grünen weder in den USA, noch in China oder einem der anderen Länder mit Hochlauf grüner Technologien regieren und auch nicht die vielen Firmen leiten, die gerade den Technologiewechsel vorantreiben. Seine Quellenauswahl offenbart eklatante Wissenslücken in Bezug auf die entscheidenden Mengengerüste und ein fehlendes Verständnis für exponentielle Entwicklungen.

Für die kommenden Umbrüche könnte ein Blick in Steingarts Morning Briefing aber durchaus einen Mehrwert bieten, indem ihr nach der Lektüre einfach das genaue Gegenteil von dem macht, was er empfiehlt.

______________________________________________________________________________

Dieser Text wäre nicht zu Stande gekommen, wenn mich nicht viele großzügige Menschen unterstützen würden, die zum Dank dafür in meiner Hall of Fame aufgelistet sind.

Damit der hiesige Blogger sein Leben dem Schreiben revolutionärer Texte widmen kann ohne zu verhungern, kannst Du ihm hier ein paar Euro Unterstützung zukommen lassen. Er wäre dafür sehr dankbar und würde Dich dann ebenfalls namentlich erwähnen – sofern Du überhaupt willst.

Warum die Bezeichnung „Strombettler“ selbst für BILD-Verhältnisse unfassbar hirnrissig ist

Dass das Boulevard-Magazin BILD Fehler macht, ist eigentlich keine Nachricht wert. Das ist so vorhersagbar wie Kälte im Winter und Wespen im Sommer. Aber das hier ist schon kein bloßer Fehler mehr, das ist eher ein medialer Totalausfall in der Dimension Top-3 der allerdümmsten Meldungen des gesamten Jahres 2023.

In der Redaktion müssen die entweder komplett geschlafen haben oder es gibt beim Springer-Verlag nur noch Leute, deren Kenntnisse in Wirtschaft und Energiepolitik zu schlecht sind, um in der Projektwoche bei der Schulzeitung in der Mittelstufe mitmachen zu dürfen.

Wir müssen uns diesen unausgereiften Gedanken-Kompost leider trotzdem mal kurz zur Einordnung ansehen, weil er sich wie zu erwarten Verbreitung in den sozialen Medien erfreut und dann steht Ihr am Ende in der Kaffeeküche, wo es die größten Büro-Dullis wiederholen werden:

Am 08.08.2023 hieß es dort: „Neuer Bericht zeigt: Deutschland wird zum Strombettler“ und „Was für ein Absturz!“. Nun ist der Begriff „Strombettler“ einfach so unglaublich lächerlich, dass die adäquateste Reaktion wäre, Leute einfach hart auszulachen, die ihn ohne Ironie benutzen.

Deutsche Kunden betteln nicht um Strom, sie kaufen ihn. Kaufen heißt: Sie tauschen ihn gegen Geld. Genau wie französische, schweizerische oder niederländische Kunden auch, und das tun sie täglich. Für Geld/Zaster/Moneten.

Die BILD findet es offenbar schlimm, dass wir im ersten Halbjahr 2023 mehr Strom importiert haben als im Jahr zuvor, so als sei Stromexport olympisch und wer am meisten exportiert, hat gewonnen:

„Lag der Netto-Stromexport in der zweiten Jahreshälfte 2022 noch bei 9,2 TWh, sind es jetzt gerade einmal 0,6 TWh. Vom Strom-Exporteur zum Strom-Bettler!“

Aua. So einen infantilen Blödsinn findet ihr nicht mal in den Leserbriefen der Blitz-Illu. Wir haben in besagtem Zeitraum ja immer noch mehr Strom verkauft als gekauft, waren aufs Halbjahr betrachtet also nach wie vor Stromexporteur.

Ich helfe dem hilflosen Springer-Personal aber gerne dabei, ihr eigenes Argument ordentlich zu formulieren, denn das macht es nicht weniger harmlos: In der Moment-Betrachtung des ganzen Jahres, Stichtag 18.08.2023, sind wir aktuell tatsächlich Netto-Importeur, das gab es zuletzt im Jahr 2011. Das Jahr ist aber noch nicht zu Ende, die starken Export-Monate liegen noch vor uns, das kann sich bis zum 31.12.2023 also noch ändern.

Aber gut, mal angenommen, das passiert nicht und Deutschland importiert 2023 insgesamt mehr Strom als es exportiert, was dann? Sollten wir uns dann den Bademantel anzünden und darin vom Balkon springen? Oder warnt die Bild-Redaktion hier vollkommen übernervös und schreckschraubig vor einer normalen, zu erwartenden Marktentwicklung?

Wenn Import nämlich „Bettlerei“ ist, dann befänden wir uns in einer illustren Runde von astreinen Bettel-Nationen: Die Schweiz, Österreich, Luxemburg, Italien, UK, Belgien und viele andere Staaten haben im ersten Halbjahr alle mehr Strom importiert als exportiert (ist ja auch mathematisch logisch, es kann ja nicht in jedem Land Überschüsse geben).

Wer kennt es nicht, dieses kirchenmausige Bettelpack aus Luxemburg und der Schweiz, das in Kartoffelsäcken am Straßenrand sitzt und wahllos Passanten um Strom anhaut. Ham se ma ne Kilowattstunde junger Mann?

Ach nee, Moment, das sind ja die einkommenstärksten Länder Europas. Und sie betteln auch nicht um Strom, sie kaufen den. Wie wenig kann man von Marktwirtschaft verstanden haben, um in einem Handel (!) Bettelei zu sehen? Italiens Importe lagen übrigens 8 mal höher als die deutschen.

Ständig werden irgendwelche Promis von der Klatschpresse umworben, um dem Pöbel in exklusiven Home-Storys ihre Designerklamotten, „Sport“-wagen und Brillantringe zu zeigen. An die Überschrift „Hier zeigt uns Schmuck-Bettlerin Naomi Campbell ihre zusammengeschnorrte Diamant-Kollektion“ kann ich mich nicht erinnern.

Aber hey, wenn Importe jetzt gleich Betteln sind, dann habe ich ganz schlechte Nachrichten für schwarz-rot-goldene Twitter-Profile: Dann wäre Deutschland zuallererst mal Erdölbettler und Erdgasbettler, gefolgt von Software-Bettler, Smartphone-Bettler, Klamottenbettler, Nahrungsmittelbettler und Medikamentenbettler.

Hey, liebe Springer-Belegschaft, Deutschland hat allein 2022 Waren und Dienstleistungen im Wert von 1,5 Billionen (!) Euro importiert. Das sind 1.500 Milliarden Euro, eine Zahl mit 11 Nullen. Davon gingen allein 140 Milliarden nur für fossile Brennstoffe drauf. Verglichen damit ist der Wert unserer Stromimporte ein Witz, aber Rechnen im Zahlenraum bis eine Billion ist vermutlich kein Springer-Einstellungskriterium.

Und warum haben wir mehr importiert als im letzten Jahr? Richtig, weil es arschbillig war! Wir haben genau das gleiche gemacht wie Monika, wenn sie in der Saturn-Filiale steht, elektrische Kaffeemühlen vergleicht und dann das Gerät wählt, das bei gleicher Qualität am preiswertesten ist. Monika wählt jetzt ein Gerät vom italienischen Hersteller De’Longhi anstatt eins von Bosch, weil es 10 Euro weniger kostet.

In Bild-Logik ist Monika jetzt eine Kaffeemühlen-Bettlerin. Wer aus UK einen neuen Aston Martin importiert, ist ein Auto-Bettler, und wer sich einen Privatjet vom US-Hersteller Gulfstream Aerospace kauft, ist ein Flugzeug-Bettler. Das ist selbst für Bild-Verhältnisse so unfassbar hirnlos.

In der Logik von Menschen mit funktionierender Großhirnrinde hat Monika hingegen einfach einen guten Deal gemacht. Und genau das machen wir beim Strom aktuell auch: Deutscher Strom liegt preislich so im Mittelfeld, der dänische, schwedische, norwegische und niederländische Strom ist besonders dieses Jahr meist billiger.

Was machen schlaue Monikas also? Genau, sie kaufen den billigen Strom anstatt mehr deutsche Kohlekraftwerke hochzufahren (was natürlich auch ginge). Sie spart Geld und kann sich von der Ersparnis was anderes kaufen, erhöht also ihr Vermögen (solange wir die Kaffeemühle noch funktioniert und zu ihrem Vermögen gezählt werden kann).

Sowohl Monika als auch die Firma De’Longhi haben am Ende was davon, man spricht in der VWL auch davon, dass Handel die Wohlfahrt beider Seiten steigert. Deswegen gibt es Handel in so ziemlich jeder Kultur in jedem Land der Welt, unabhängig von der Staats- und Wirtschaftsform.

Das mag eine Binsenweisheit sein, aber im Jahr 2023 scheinen das selbst Leute zu vergessen, die sonst sehr gerne mit dem Markt argumentieren : Martin Huber, Generalsekretär und CSU und Torsten Herbst, der parlamentarische Geschaftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, teilen diesen esoterischen Unsinn aus dem Springer-Haus tatsächlich noch auf Twitter.

Wie wenig Ahnung kann jemand von Marktwirtschaft und Energiepolitik haben, um dieses dilettantische Produkt aus Restalkohol und Inkompetenz zu verbreiten? Huber schreibt sogar noch dazu, Deutschland sei wegen der Ampel-Politik zum Bittsteller geworden, hat den ausgemachten Unfug also offenbar gelesen und weiß, was er da retweetet. Herbst von der FDP hingegen will mit dem Textchen der BILD belegt sehen, dass Import böse ist und Atomkraft ihn verhindert.

Beide Behauptungen lassen sich mit einem Blick in die Vergangenheit widerlegen: Im Jahr 1995, also in Jahr 13 der Helmut-Kohl-Regierung, hatten wir den Atomstrom von 19 Kernreaktoren im Strommix (170 Terawattstunden) und dennoch war Deutschland Nettoimporteur – oh, Pardon, ich meine natürlich Strombettler und Bittsteller in CSU-Logik.

Das war übrigens damals wie heute vollkommen unproblematisch, der Import machte 1995 etwa 0,9 Prozent des Bedarfs aus und liegt für 2023 aktuell (Stichtag 18.08.2023) bei 1,4 Prozent des Bedarfs. Die Bild schürt hier also Angst und Wut auf Basis unseres Handels, der nicht nur vollkommen ungefährlich ist, sondern tatsächlich unsere Kosten senkt.

Die Bild gehört zum Springer-Konzern. Ein Unternehmen, das zu 48% Private-Equity-Firmen mit massiven Investitionen in der Fossilwirtschaft gehört. Kann also gut sein, dass diese Berichterstattung nicht wirklich dumm, sondern bewusst gefährlich und spalterisch ist.

______________________________________________________________________________

Dieser Text wäre nicht zu Stande gekommen, wenn mich nicht viele großzügige Menschen unterstützen würden, die zum Dank dafür in meiner Hall of Fame aufgelistet sind.

Damit der hiesige Blogger sein Leben dem Schreiben revolutionärer Texte widmen kann ohne zu verhungern, kannst Du ihm hier ein paar Euro Unterstützung zukommen lassen. Er wäre dafür sehr dankbar und schreibt dann auch endlich wieder mehr.

Öko-Test Reloaded: Medien fallen auf Burgertest-Wiederholung herein

Die Frage „Wie ‚öko‘ sind eigentlich vegane Burger“ ist einfach ein wunderbares Thema. Wäre doch echt toll, wenn da mal jemand einen seriösen Test zu machen würde. Was, wieso die Zeitschrift Öko-Test? Die hat das doch schon Ende 2019 komplett verzockt, wie viele Medien fallen denn ein Jahr später auf denselben skurrilen Testaufbau rein? Ach, doch wieder acht Stück … autsch, es wird wohl Zeit, dass irgendwer die „Media-Test“ veröffentlicht. Ich fange einfach mal an und gebe den Artikel dann zum Abdruck frei.

Artikelüberschrift von Ökotest. Zu sehen ist die Überschrift "Vegane Burger im Test: Knapp die Hälfte mit Mineralöl verunreinigt".

Treue Leser:innen kennen die Geschichte schon: Im November 2019 war die Ausgabe der Öko-Test mit „Tschüss Fleisch! Megatrend Vegan: Essen ohne Reue“ überschrieben und enthielt einen Vegane-Burger-Test. Problematisch an diesem Test war, dass nicht im Ansatz ersichtlich war, was eigentlich getestet wurde. Die 18 Produkte wurden zwar fein säuberlich auf allerlei Inhaltsstoffe überprüft und dann in eine Schulnotenskala eingeteilt, aber warum man vom Testverlierer mit Note 6 jetzt Abstand nehmen sollte, ist immer noch ein Mysterium, über das sich ganze Fachschaften der Philosophie die Köpfe zerbrechen. Er ist nämlich (auch laut Öko-Test) weder ungesünder noch unökologischer als die anderen Burger.

Das viel zitierte Mineralöl, das sich in manchen Produkten fand, war keine Zutat, sondern eine Nebenwirkung von Verpackung oder Produktion und auch lange nicht so problematisch, wie die Adjektive der Öko-Test vermuten ließen. Diese Nebenwirkung kann man verhindern, indem man Produkte zusätzlich in Alufolie einpackt, was ähnlich ökologisch ist wie ein spontaner Rundflug in

WeiterlesenÖko-Test Reloaded: Medien fallen auf Burgertest-Wiederholung herein

Schreibt das Ärzteblatt alte F.A.Z.-Artikel ab, um den Fleischkonsum in Deutschland zu erhöhen und dessen Klimaschaden zu leugnen?

Die seltsamsten Artikel erscheinen irgendwie immer ausgerechnet dann, wenn ich gerade im Urlaub bin, und sei das nur ein eher übersichtlicher siebentägiger Aufenthalt an der Ostsee. Zielsichere vier Tage nach Ankunft in Schönhagen blinkte mein Posteingang derart häufig, dass es nur zwei Erklärungen gab: Oatly vertreibt endlich dieses phänomenale Eis in Deutschland oder irgendwer hatte einen unsagbar albernen Text verfasst. Nein, es war nicht das Eis.

Stattdessen hatte ich diverse PNs erhalten, weil Dr. Johannes Scholl im Ärzteblatt einen absonderlichen Text veröffentlichen durfte und dessen Entstehung ein paar wirklich interessante Fragen aufwirft. Das Ärzteblatt wird von der Deutscher Ärzteverlag GmbH herausgegeben und soweit ich das verstanden habe ungefragt an alle ausgebildeten MedizinerInnen verschickt. Kaum haltet Ihr Eure Approbation in den Händen, flattert euch regelmäßig eine auf Papier gedruckte Ausgabe in den Briefkasten. Und sollten in derselben Wohnung noch andere ÄrztInnen leben, so ist Euer Glück vollkommen: zwei oder sogar mehr Exemplare werden euch fortan in denselben Briefkasten gesteckt, leave no Altpapiercontainer behind.

Eine Abmeldung scheint hingegen ähnlich umständlich zu sein wie das Auffinden und Zerstören von sieben Horkruxen und es gibt wohl nur wenige lebendige Zeitzeugen, die so was tatsächlich mal erfolgreich bestritten haben – entsprechend viele Menschen

WeiterlesenSchreibt das Ärzteblatt alte F.A.Z.-Artikel ab, um den Fleischkonsum in Deutschland zu erhöhen und dessen Klimaschaden zu leugnen?

Warum der große Burger-Check im ZDF eher ein kleines, anti-wissenschaftliches Burger-Checkchen ist

Nein, keine Sorge. Falls ihr jetzt mit den Augen rollt in der traurigen Erwartung, die zehnte austauschbare Replik zum Thema „was steckt eigentlich in Veggieburgern“ lesen zu müssen, die ich mir inzwischen auch mittels alter Textbausteine zusammensetzen könnte: Es wird lustiger als das – und am Ende machen wir einen schönen, tiefgründigen Ausflug auf die Meta-Ebene von „Nelson Müllers großer Burger-Check“.

Das ZDF bewirbt seine 43 Minuten lange Sendung mit den Worten „Was ist gesund, nachhaltig und günstig?“. Hey, das sind doch gute Fragen. Ich stelle eine vierte: Werden die auch beantwortet? Irgendwie habe ich das Gefühl, schon dutzende Beiträge mit einer dieser Fragestellungen gesehen und gelesen zu haben, ohne dass es darauf am Ende konkrete Antworten gab. „Wie ernähren wir uns gut, gesund und voller Genuss?“, fragt zu Beginn auch die Stimme aus dem Off, die jeden Satz dieses Beitrags so überschwänglich betont und überdeutlich ausspricht, als müsse sie eine Klasse unmotivierter Drittklässler mit einem Kaspertheater bei Laune halten.

Aus mir nicht ersichtlichen Gründen wird zudem alles extrem langsam eingesprochen. Falls ihr wissen wollt, wie langsam: Versucht einfach, den Satz „Wir testen in den Kategorien Gesundheit, Umwelt, Geschmack und Inhaltsstoffe“ auf 13 Sekunden zu strecken. Wäre das Audible, könnte man wenigstens die doppelte Abspielgeschwindigkeit einstellen. Zudem wird jede Zahl mehrfach wiederholt und alles ständig mit 20-sekündigen Schnipseln sehr radiotauglicher Songs unterlegt. Denkt das ZDF, seine Zielgruppe bestünde aus diesen Raumschiffbewohnern aus Wall-E, die sich nach 700 Jahren Medienberieselung zu degenerierten Wesen mit der Aufmerksamkeitsspanne eines bekifften Doktorfischs

WeiterlesenWarum der große Burger-Check im ZDF eher ein kleines, anti-wissenschaftliches Burger-Checkchen ist

Wie die Bild-„Zeitung“ uns allen schadet

Auch wenn die Attacken sich gerade auf Professor Drosten fokussieren, sollten wir nicht vergessen, dass es sich hierbei um einen medialen Angriff auf den Wissenschaftsbetrieb als solchen handelt – was umso infamer wirkt, da wir uns gerade in einer Pandemie befinden.

Wer diese „Zeitung“ liest und ihr glaubt, bekommt gerade den Eindruck vermittelt, Virologie und Epidemiologie seien so was eine Partie Sackhüpfen unter ForscherInnen und am Ende gewinnt der/die beste einen Preis, ohne überhaupt das Wohl der Allgemeinheit im Blick zu haben.

Als seien Drosten und seine KollegInnen primär daran interessiert, ihren persönlichen Meinungen zur Allgemeingültigkeit zu verhelfen und als bedürfe es ausgerechnet der Bild, zwischen den verschiedenen Fachmeinungen zu vermitteln.

Ja, auch Prof. Drosten kann sich irren. Eine Person, die das immer wieder artikuliert, ist er höchstselbst. Sein Podcast ist geprägt von konsequenter Eigenkorrektur, dem Aufzeigen der eigenen Grenzen und unzähligen Verweisen auf Ergebnisse anderer WissenschaftlerInnen.

Und das liegt nicht daran, dass er so ein bescheidener Typ ist, sondern weil nur so wissenschaftliches Arbeiten funktioniert. Weil schlaue Menschen Studien anfertigen, sich aber dennoch der eigenen Limitation bewusst sind und sich deswegen von FachkollegInnen kontrollieren lassen.

Das nennt sich Peer-Review. Diese Qualitätssicherung ist es, wodurch Studien erst ihre finale Relevanz erlangen und es ist vollkommen üblich und Sinn der Sache, dass dabei konstruktive Kritik geübt wird und Fehler entdeckt werden. Diese Kritik ist ein Feature, kein Bug.

Sie ist eine der größten Stärken des wissenschaftlichen Prinzips und damit eine der Grundlagen unseres gesamten Wohlstandes. Die Bild versucht, daraus eine Art Virologen-Krieg zu erfinden, in der „Star-Virologen“ von anderen scheinbar als inkompetent entlarvt werden, dabei stört sie einfach nur Fachleute bei ihrem akademischen Austausch.

Bei allem, was dieses Blatt schon für schlimme Aktionen zu verantworten hat, könnte das dennoch die schlimmste sein. Wir sind mitten in einer globalen Krise, die unsere komplette Gesellschaft bedroht. Um sie durchzustehen, sind eine Menge offener Fragen zu klären:

Wie stecken Menschen sich an? Sind sie danach immun und wenn ja wie lange? Welche Medikamente können den Krankheitsverlauf verbessern? Welche Schwachstellen hat das Virus? Je mehr wir darüber herausfinden, desto besser für unsere Gesundheit, unsere Wirtschaft, unser Zusammenleben.

Wenn Boulevardblätter in dieser entscheidenden Phase unsere führenden ForscherInnen bei ihrer Arbeit sabotieren, indem sie sie zu Hauptfiguren in einem medialen Scheinkonflikt reduzieren, tragen wir am Ende alle den Schaden.

#TeamScience

PS: Ich würde gerade die Drosten-Kritiker dringend bitten, in die aktuelle Folge seines Podcasts wenigstens mal kurz reinzuhören. Das Trugbild des hochnäsigen, Akademiker-Fatzkes, der allen seine persönliche Weltsicht aufdrücken will, verfängt da einfach gar nicht, denn er macht gerade ziemlich interessante Vorschläge, um einem zweiten Shutdown zu entgehen.

Aber Viren hat es doch immer schon gegeben!

Was, ich soll mir täglich die Hände waschen wegen eines so winzigen Virus? Was ist, wenn die Forscher sich irren und die Leute werden wegen was ganz anderem krank? Es könnte ja auch an erhöhter Sonnenaktivität, Vulkanen oder Handystrahlung liegen. Gestern erst hat Doktor Schwurbelpimmel vom YouTube-Channel „Viren sind Deine Freunde“ erklärt, warum das ganz andere Gründe hat.

Und wenn das stimmt, dann waschen wir uns alle vollkommen umsonst die Hände und meine persönliche Freiheit ist übelst hart eingeschränkt wegen Gesundheitsfanatikern wie Euch!

Deutschland kann die Welt außerdem nicht alleine retten, hier sind ja nur 0,4% der weltweiten Coronafälle aufgetreten. Bringt also gar nichts, sich in Deutschland die Hände zu waschen, wenn die Chinesen alle krank sind.

Habt Ihr mal geguckt, wie klein so ein Virus ist? Wie soll das einen so großen Menschen töten, das geht doch gar nicht. Benutzt mal Euren gesunden Menschenverstand.

Viren und Bakterien hat es außerdem immer schon gegeben und wir leben noch, kein Grund jetzt in Handwaschpanik zu verfallen. Menschen und süße Welpen könnten ja gar nicht leben ohne Bakterien, denkt mal drüber nach!

Anstatt jetzt in Hektik und Aktionismus zu geraten, sollten wir das lieber den Profis überlassen und auf Innovationen warten. Die werden schon bald Impfstoffe und Wundermaschinen entwickeln und so lange werde ich es mir nicht verbieten lassen,  aus öffentlichen Toiletten zu trinken.

Aber egal, selbst wenn ich 1000 Leute anstecke, wären das ja nur 0,001% der Menschen in Deutschland. Die Natur ist halt grausam. Ich habe außerdem ein Video von Greta Thunberg gesehen, in dem sie niesen muss, voll die Heuchelei, Eure ganze Bewegung.

Wir sind das einzige Land, das seine Wirtschaft wegen so einem übernervösen Unsinn kaputt macht und sagen ganze komplette Messen ab und alle anderen lachen über uns. Das kostet Arbeitsplätze und wenn wir extremes Pech haben, dann fahren die Menschen am Ende auch noch weniger Auto. Weniger! Auto! Überlegt Euch mal, ob Ihr das wirklich wollt.

Aber okay, schränkt Ihr Euch ruhig ein und kehrt zurück in den Steinzeit-Sozialismus, ich werde dafür extra viel in Kindergärten und Notaufnahmen herumhusten und -schniefen und klebe mir einen Aufkleber mit „Fuck you, Seife“ auf meine Heckklappe.

<Sorry, mir blutet das Herz, einen Witz erklären zu müssen, aber aus Gründen: Das ist ans Bullshit Bingo für Klimawandelleugner angelehnt. Und… NICHT ERNST GEMEINT, WASCHT EUCH DIE HÄNDE VERDAMMT NOCH MAL>

________________________________________________________________________________

Dieser Text wäre nicht zu Stande gekommen, wenn mich nicht all die netten Menschen bei Patreon, Steady, Paypal oder auf andere Art unterstützten. Damit der hiesige Blogger weniger Zeit mit schnöder Prozessberatung verschwendet und sein Leben dem Schreiben revolutionärer Texte widmen kann ohne zu verhungern, kannst Du ihm hier einen Euro Unterstützung zukommen lassen. Er wäre dafür sehr dankbar und würde Dich dafür gerne namentlich erwähnen (wenn Du das denn überhaupt willst).

In diesem Sinne danke ich recht herzlich meinen Spenderinnen und Spendern

Andreas Bär Läsker, Alexa Marie Erni, Alexander Schulz, Alexandros Tamtelen, Andreas Grüner, Andreas Wojtkowiak, Andreas Zientarski, Anja RiFa, Anja Sittig, Anna Manow, Anna-Christina Nguyen-Khac, Annett Förster, Antje&Marcus Guttenberger, Attila Beke, Barbara Lechner-Mlnarschik, Barbara Sempell, Bastian Döen, Ben Martin Mueller-Zermini, Bettina Hövener, Björn Völkel, Caba Kroll, Christian Maas, Christian Mann, Christian Marchner, Christian Pfeiffer, Daniel Haas, Daniel Richwien, Daniela Knott, Daniela Vaak, Denis Zick, Dennis Kubon, Derik Meinköhn, Dominik Lunz, Doreen Propp, Dorothea Böhnke, Elisabeth Gruber, Elisabeth Huber, Erik Bauch, Felix Kolk, Felix Sprick, Frank Schönherr, Frank Tengler-Marx, Frank Wisniewski, Gabi Quotschalla, Gabriele Bartolomeo, Gronkh, Harald Stey, Heidi Liesch, Heidrun Grüttner, Hermann Kastner, Hilke Larsen, Jannik Olbrich, Jannik Rulitschka, Jens Musleh, Jessica Gerhards, Joël Daniel, Jonas Bartkowski, Julia Kugler, Jürgen Wondzinski, Jurij Wölfling, Karsten Zapp, Katja Cordts-Sanzenbacher, Kelz Reinhard, Kevin Watzal, Lars Rafeldt, Lea Kleineberg, Malte Nottmeyer, Manuel Eisenreich, Marco Zeps, Markus Schmid, Martin Dejonge, Martin Gertler, Martina Gruber, Mathias Hohn, Matthias Rinne, Melina Rauch, Michael Henning, Michaela Müller, Nikolaus Reuss, Oliver Schmitt, Pat Mächler, Patrick Hundt, Peter Martiensen, Peter Schleßelmann, Philippe Jaeck, Rick Assmann, Robert Gabel, Sandra Matus-Leypold, Sascha Röwer, Sebastian Halles, Sebastian Scobel, Sebastian Weißenseel, Stefan Dauck, Stefanie Rückert, Steffen Kaltschmid, Steffen Wittke, Stephan Schwarz, Svenja M, Thilo Pfeil , Timo Taege, Urs Fürer, Uwe Mateja, Vidroflor GmbH Georg Maes, Volker Hackmann, Walter Danner, Werner Rotz, xaver fischer

Ferner danke ich nicht weniger herzlich allen weiteren Spenderinnen und Spendern:

Aileen Wessely, Alex DaZbert, Alexandra Arnold, Alexandra Diez, Alexandra Janssen, Alexej Stephan Creutz, Aljoscha Collet, Almut Riese, Alois Lipsky, Alyce von Rothkirch, Ana Wolfelschneider, Andre Zerbe, Andrea Bindrich, Andrea Finas, Andrea H., Andrea Maurer, Andreas Plath, Andreas Uhlenhoff, Angela Fahrenschon, Anika Stümpel, Anja Donning, Anja Frieda Parré, Anja Gutschmidt, Anja und Bernhard Malle, Anja Wenke, Anna Hanisch, Anna Wieser, Anne Christin Brück, Anne Grabinsky, Anne-Marie Wijnants, Annika Stawicki, ARGENKRAFT e.K. / Martin Schmitt, Astrid Rosenberger , Astrid Puchinger, Astrid Tuchen, Axel Siepmann, Baar, Michael, Barba Ra, Barbara Götz, Bastian Krause-Heiber, Bastian Reitmeyer, Be Schneider, beate hadwiger, Benedikt Doenhoff, Benjamin Junghans, Benjamin Schütte, Bernd, Bernd Fasching, bernd haller, Bernd Hans Müller, Bettina Schröder, Beyond Dystopia, Bjoern Schneider, Björn, Blandine Schillinger, Boris Gnielka, Carina Nowak, Carmen Radeck, Carmen Schirling, Carmen Thelen, caro, Caroletta, Caroline Greiner, Caroline Hühn, Carsten Kraus, Cassandra Derreza-Greeven, Christian Heep, Christian Kaufmann, Christian Mann, Christian Minet, Christian Pelzer, Christian Schade, Christiane Bärsch, Christiane Bergner, Christina Albert, Christina Hiller, Christina Jubt, Christina Stacke, Christine Fiedler, Christine Frei, Christoph Sahm, Christopher Lang, Christopher Siefke, Claudia Beck, Claudia Bosch, Claudia Kneip, Claudia Petschull, Claudia Rinne, Clemens Schröder, Constance Kretschmann, Cornelia Waibel, Damiano Miceli, Daniel Hinkelmann, Daniel Just, Daniël van den Bergh, Daniela Greiner, Daniela Hoppen, Daniela Ott, Daniela Rilling, David Frank, David Jaworski, Denise, Denise Rupprecht, Detlef Menke, Diana Diansen, Diana Sauerwein, Dinter Jörg, Dirk Beichert, Dirk Michael Mumot, Dominik Benjamin Pauli, Doris Kolb, Dorothee Lindenbaum, Dr. Manfred Kutzke, Eckhard Lucius, Elias Röring, Elisabeth Penning, Elisabeth Pietraß, Elke Düzgün, Elke Schneider, Eric Kiel, Erik, esther michaelis, Esther Weiß-Fenner, Fabian Michael, fabian sessler, Felix, Felix Allmann, Felix Mengi, Felix Schulte, Femke Hustert, Florian Beckmann, Florian Escherlor, Florian Klett, Florian Moser, Florian Spensberger, Florian Steffen, Florian Thurner, Florian Wagenhuber, Florin Schaffner , FoxTel GmbH & Co. KG, Frank Gaertner, Frank Silkeit, Frank Simons, Franz Anneser, Franz Gutwein, Irmgard Gutwein, Franziska, Franziska Angene, Franziska Held, Gabriele Speiel, Ge Lu, Gerald Dehn, Gero Wierichs, Gloria Bauer, Gregor, Gregor Galic, Gregor Nathanael Meyer, Grischa Stuer , Gunnar Lott, Hani Fischer, Hannah fa, Hannes Stachelhaus, Hanno Endres, Hans Rudolf Schläfli, Hauke Klement, Heike Bäumer, Heike Heuser, Heike Linnek, Heike Siegler, Heinz Ruffieux, Heinz-Jürgen Hartmann, Helene Ludwig, Hendrik Viehl, Henning Groß, Henning Schillmoeller, Horvath-Fürer Christ, Ideenkiste, Ilka Fründ, Ines Thull, Ingo Neumayer, Inka Roselieb, Inna Janssen, Irene Johanna Hallof, Irene Nowotny, Irina Schwenk, Irmi, Isabelle Tesche, Ivan Ovinnikov, Jan Kurella, Jan Prause, Jan Schulz, Jan Wiegand, Jana Beyer, Jana Locher, Jana Skibba, Janina Fuchs, Janine ProNobi, Janna Isabel Verthein, Jasmin Pauli, Jens, Jens Balasus, Jens Nitzsche, Jens Reinhard, Jessica Schamma, Jessica Ullrich, Jessica Wenzler, Joachim Köppel, Johannes König, Johannes Licht, Jonas Laß, Jörg Arnold, Jörg Kleinert, Jörg Panzer, Joris Rahn, Jörn Mika, Josef Struhkamp, Josephine Richter, Julia Haag, Julia Krause, Julia Müller, Julian Großmann, Julien Jung, Julika7, Jürgen Dirkorte, Jürgen Schwingshandl, Karen Syllwasschy, Karsten Siemer, Katarin Mattiza-Schenker, Katharina Dölp, Katharina Groß, Kathi Engel, Kathleen Greiner, Kathrin Elske Beckmann, Kathrin Kienast, Kathrin Pirner, Katja Baus, Katrin Brandt, KatzenHai, Kendra Langer, Kerstin Dr. Pape, Kerstin Eiwen, Kiki Danner, Killertomaten.com, Kira Kluge, Klaus Mäusbacher, Kornelia Harder, Kreatyves Kty, Kristian Cierpka-Reisch, Kruse Johanna, Kyra Stricker, Lara Lotta, Laura Metz, Laura Rieger, Lisa Prenger, LizBo, Louisa Henning, Lucas Bünger, Lucie Rösgen-Pomper, Lühke Lühken , Luis Deroi, Lukas Gierth, Lukas von Brünken, Luna & Jan Heise, Lydia Ascione, Mallorca-Talks.com, Malte Broschart und Jana Beyer, Malte Carstensen, Malte Rebentisch, Manfred, Manfred Langner, Manuel Kromer, Manuela Hertel, Marc Andreas Watzlawik , Marc Blasig, Marcel Pommer, Marcel Stimberg, Marco Golüke, MarcW, Mareen Pigorsch, Mareike Große-Ahlert, Mareike Wellner, Maria Baldassarre, Maria Giovanna Krause, Marianne Dratwinski, Marie Lehnert, Marie Ziegon, Mario Berluti, Marisa Zengerle, Marius Greuel, Markus Kraft, Markus Miller, Markus Müller, Markus Schumacher, Martin, Martin Gestefeld, Martin Rausch, Martin Ringwelski, Martin Speer, Martina Jensen-Poschkamp , Martina Müllner-Seybold, Martina Nieraad, Marvin Köhnken, Mathias Häbich, Matthias Bosch, Matthias Ginster, Matthias Muller, Matthias Muller-Schmidt, Matthias Ott, Matthias Stich, Matthias Urlichs, Matze Thias, Max Blömer, Max Möllers, Maximilian Roth , Melanie Beierlein, Melanie Graf, Metalfan2709 ., Michael Bergmann, Michael Eller, Michael Rang, Michael Schenk, Michael Schröter, Michael Sebel, michael sennert, Michaela Motzko, Michaela Schmitz, Mike Stossun, Miriam Bah, Miriam Hafner, Mona Martin, Mona Schlüter, Monika Baumgartl, Monika Lederer, Monika Schander, Monika-Sophie Wohlgemuth, Morbitzer Mathias, Moritz Classen, Moritz Hofmann, Moritz Schäfer, Myriam Bail, Nadine Klose, Naemi Roth, Nathan Beorn Schillo, Neele Engelmann, Nico Geppert, Nico Mittenzwey, Nicola Beck, Nicole Anne Sieger, Nicole Aretz, Nicole Berrisch, Nicole Conrad, Nicole Ganser, Nicole Vollmer, Nikita Olejniczak, Nils Sowen, Nina Laube, Nora Barthel, Nora Zencke, Normann Wild, Olga Hildebrand , Oliver Maeker, Oliver Rau, Patrick, Patrick Duurland, Paul Christoph, Paul-Gabriel Müller, Peter Löck, Peter Wolf, Petra Kleinert, Philip Maiwald, Philipp Bitting, Philipp Brosche, Philipp Hoehn, Philipp Stakenborg, Phillip Lakaschus, Pia Paeschke, Prof. Dr. Gerhard Wanner, Rafaela, Ralf Kuhweide, Ralph Adameit, Ralph Beloch, Raphael Baumann, Raphaela Hußmann, Reinhard Siekemeier, Rene Buchmann und Eva Buchmann, Reni Tenzia, Renja Annen, Rieger, Torsten Frank, Robert Knispel, Robert Kotulla, Robert Plaasch, Robin Schönwald, Robin Stegmann, Roland, Rolf Jan Böttger, Rolf Wagels, Rüdiger König-Senger, Sabine Kessel, Sabine Manger, Sabine Nold, Sandra, Sandra Durmaz, Sandra Fell, Sandra Köhler, Sandra Oetting , Sandra Steinmetz, Sandra und Alexander Johannes Bungert, Sara Dietrich, Sara Mark, Sara Moll, Sarah Scheffler, Sarah Ziegler, Sascha Hillreiner, Sascha Huhne, Schwingenschuh Andrea, Sebastian, Sebastian, Sebastian Bendzus, Sebastian Brinkmann, Sebastian Hillbrecht, Sebastian Mohr, Sebastian Nowotny, Sebastian Röhrig, Selina Ehlermann, Seychi, Simon Beine, Simon Ferber, Simon Hofmeister, Simone Haag, Sonja Benden, Sonja Dikel, Stefan Greye, Stefan Hemmert-Pottmann, Stefan Hunger, Stefan Loock, Stefan Matyba, Stefan Simak, Stefanie Birkholz, Stefanie Dietrich, Stefanie Götz, Stefanie Laab, Steffi Nenz, Steffi Habibi, Stephanie Holschbach, Stephanie Reim, Stephanie Schlottag, Susanna Roda, Susanne Fuchs, Susanne Krüger, Susett Heyne, Sven Saalfrank-Mittenzwei, Svenja Pia Preuster, SwiftBird, Tania Maria Pollok, Tanja Ahrens, Tayfun Bayram, TheWanderer, Thomas Gufler, Thomas Karl Schneider, Thomas Krämer, Thomas Kühn, Thomas Kulpa, Thomas Marschall, Thomas Pätzold, Thomas Spitzlei, Thomas Steinke, Thorsten Barth, Thorsten Emberger, Thorsten Rother, Tilman Haerdle, Tim Scholz, Tina Nicoletta Naumovic, Udo Schwalenberg, Ugly Coconut, Ulli, Ulrike Bayr, Undine Völckers, Uschs Kochschule, Uta Vogt, Ute Mai, Ute Neumann, Uwe Thiesmann, Valerie Rentsch, Vanessa Raith, Vanessa Spanier, Veevee, Vera Löw , Vera Oswald, Verena Gielen, Verena Kartz, Verena Weiden, Veronika, VJ Fränkie, Volker Putze, Wanda Spahn, Wibbke Sichelschmidt, Wieb Ke, William Bloniarz, Wisser Julia, Wolfgang Biedermann, Wolfgang Weber, Yannick Schäfer , Zinah

 

Der ZDF-heute-show „Klugscheißer“ macht seinem Namen auch in Sachen Elektroautos keine Ehre

Ojeoje, wie lange macht die heute-Show denn noch Sommerpause? Müssen wir jetzt jede Woche eins dieser peinlichen Videos im Newsfeed ertragen? Unter der Rubrik „Der Klugscheißer“ durften wir vor vier Wochen schon mal bestaunen, wie viel desinformierenden Unsinn das ZDF in einem Fünf-Minuten-Video über Vegetarismus unterbringen kann. Tja, Überraschung, wer zum Thema Fleisch auf sechs Jahre alte Lobbytexte reinfällt, der redet auch reichlich Stuss, wenn es um Elektromobilität geht.

Das wäre vermutlich nur halb so peinlich, wenn nicht ausgerechnet dieser menschgewordene Dunning-Kruger-Effekt seine kruden Theorien mit der Selbstüberzeugung eines Alpha-Pavians auf Steroiden in die Kamera faseln würde, denn lustige Jodellaute ersetzen leider glücklicherweise keine Recherche. Tja, Oliver Welke, so eine Urlaubsvertretung will sorgsam ausgesucht sein. Vielleicht teilt Ihr diese beiden Kasper, die offenbar seit fünf Jahren ohne Internetanschluss überleben, nächstes Jahr nur fürs Gießen der Büroblumen ein. Wobei, die Hortensien könnt Ihr dann vermutlich komplett vergessen, aber besser wäre es trotzdem. Für alle.

Wie auch der Beitrag über Fleischverzicht arbeitet sich dieses Video, dessen Humor stellenweise den Geist von 80er-Jahre-Klamaukfilmen mit Thomas Gottschalk atmet, an irgendwelchen Strohmännern ab, anstatt sich mit den echten Argumenten für Elektromobilität auseinanderzusetzen. So sagt der vermeintliche E-Auto-Fahrer in

WeiterlesenDer ZDF-heute-show „Klugscheißer“ macht seinem Namen auch in Sachen Elektroautos keine Ehre

Studie der Fleischindustrie findet raus, dass Fleisch gut für die Umwelt ist.

Mein Kumpel Marcus meinte neulich kackendreist, er könne nicht mit mir auf Snapchat rumhängen, weil er sich jetzt mit Freunden träfe. Mit Freunden. Im Real Life. Bullshit, der Typ ist wie ich Veganer, hat also gar keine echten Offline-Freunde, und jetzt mache ich mir Sorgen, dass er in Wirklichkeit illegal gekeimte Mungobohnen schmuggelt oder so was. Sollte ich die Polizei rufen oder mich selbst auf… – wie? Ihr lebt auch vegan und habt trotzdem Freunde? Nein, ich meine so echte aus Fleisch und Blut, ne? Nicht einfach eine Kiste, auf die Ihr ein Gesicht malt und dann mit ins Schwimmbad nehmt – hält ja leider auch nicht lange.

Also wirklich, echte Freunde? Ist ja verblüffend. Okay, Zeit, das zu ändern: Veganer sind nicht nur penetrant missionierend und stellen mit ihrer makellosen Haut durchschnittliche Babyhintern in den Schatten (was anstrengend sein kann), sie sind auch furchtbar teuer: „Milliardenverluste durch Veganer?“, fragt die Kreiszeitung aus der Nähe von Bremen ganz unschuldig. Wie sie darauf kommt? Diese Behauptung wurde bei einem Vortrag aufgestellt, der rein zufällig bei der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft gehalten wurde. Tja, das war‘s dann mit Euren Freunden, wer will schon mit einem milliardenvernichtenden Salatmonster befreundet sein?

Andererseits aber auch irgendwie imposant: Ständig bekomme ich zu hören, die Veganer seien so wenige, dass ihr Handeln praktisch keine Wirkung habe, und jetzt vernichten wir kleines Häuflein Biomasse direkt neunstellige

WeiterlesenStudie der Fleischindustrie findet raus, dass Fleisch gut für die Umwelt ist.

Nein, beim Veganismus geht es nicht um Sünde und Scham, lieber Nils Binnberg

Dinge, die ich mit Fleischessern gemeinsam habe: Wenn mir jemand sagt, Vegansein erscheine ihm wie der Weg zur Unsterblichkeit, rolle ich so hart mit den Augen, dass ich mir die Netzhaut ausrenke. Nils Binnberg ist ein Mann, der früher solche und andere eher unterkomplexe Dinge sagte, und nun erkannt hat, dass er damit falsch lag. Er hat aus diesen Erfahrungen heraus das Buch „Ich habe es satt!: Wie uns Ernährungsgurus krank machen“ geschrieben und dem Tagesspiegel ein Interview gegeben. Darin sagt er ein paar sehr richtige Sachen und ein paar andere Sachen, mit denen man, auf Tonband aufgenommen und wieder rückwärts abgespielt, mutmaßlich mehrere Dämonen beschwören kann.

Vorab: Der Mann leidet laut eigener Auskunft an Orthorexia nervosa, also einer Essstörung, bei der man sich so sehr mit der Auswahl seines Essens beschäftigt, dass man darunter psychisch oder physisch leidet. Es liegt mir fern, mich darüber lustig zu machen, und grundsätzlich ist es eine gute Sache, wenn Menschen so ein Problem für sich erkennen und zu lösen versuchen. Bei Nils Binnberg schlägt das Pendel jedoch in die andere Richtung aus, so dass er ein paar seltsame Behauptungen über eine vollkommen plausible Beschäftigung mit der eigenen Ernährung aufstellt. Da er diese These außerdem publikumswirksam in einem Interview platziert und mit seinen Aussagen Geld mittels eines Buches zu verdienen gedenkt, kritisiere ich seine Aussagen trotz seiner Krankheit.

Er war über Jahre damit beschäftigt, die eine richtige Ernährung zu finden, und hat einer Menge Ernährungsgurus zugehört, die angeblich im Besitz der allseligmachenden Weisheit waren, welche Ernährung für 7,5 Milliarden Menschen mit unterschiedlichen Körpern die einzig richtige ist. Dass es so was eigentlich nicht geben kann, kann man recht schnell erahnen, wenn man eine Mahlzeit für 10 Menschen plant, die ein geeignetes Nährstoffprofil besitzen und allen schmecken soll, während jeder einzelne an verschiedenen 

WeiterlesenNein, beim Veganismus geht es nicht um Sünde und Scham, lieber Nils Binnberg