Wie eine ARD-Doku absurdes Zeug über Elektromobilität verbreitet und dadurch den Klimawandel verstärkt

Nachdem ich die Hälfte der ARD-Dokumentation „Kann das Elektro-Auto die Umwelt retten“ gesehen hatte, rechnete ich schon fast damit, dass Elektroautos am Ende der Sendung nicht nur für eine Menge Umweltschäden, sondern schlussendlich auch beim Einspielen düsterer Musik für die Ermordung Kennedys, die achte Staffel von Game of Thrones und den Prager Fenstersturz verantwortlich gemacht werden. Das Gute zuerst: Es kam doch anders – aber so richtig schön war es dann insgesamt leider trotzdem nicht.

Liebe ARD, bei manchen Eurer Dokus gewinne ich zunehmend den Eindruck, dass nicht die Recherche die zentrale Message bestimmt, sondern dass bereits zu Beginn das Ergebnis mehr oder weniger feststeht und das Reporterteam dann auf Weltreise geht, um genau dafür Beweise zu suchen. In der Wissenschaft geht man genau andersrum vor, da sammelt man aufwändig Daten und Ergebnisse und sollten diese die These nicht stützen – tja, dann muss man sie verwerfen. Ob man dazu vielleicht einfach keine Lust hatte, nachdem das Budget schon mit teuren Flügen nach Südamerika strapaziert wurde und man wochenlang in der Pampa unterwegs war?

Der Vergleich mag gewagt sein, aber es erinnert mich ein bisschen an die sensationellen Artikel von Claas Relotius, dessen Spannungsbögen leider nur so toll waren, weil er am Ende eher an einer tollen Geschichte als an Fakten interessiert war. Die Geschichte der Autoren Florian Schneider und Valentin Thurn ist folgende: Elektroautos sind in der Theorie eine gute Idee, aber in der Praxis so umweltschädlich, dass sich der Aufwand nicht lohnt und man lieber gleich komplett auf moderne Verkehrskonzepte umsteigen sollte. Schade, man hätte eine ganz ähnliche Geschichte erzählen und gleichzeitig bei den Fakten bleiben können.

Zu Beginn baut die Sendung einen Strohmann auf, also ein Argument, dass der Gegner so eigentlich gar nicht formuliert, das man aber toll widerlegen kann, und deswegen tut man einfach so, als hätte es jemand genannt. In diesem Fall: Ein Elektroauto sei ja gut für

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5 untrügliche Anzeichen dafür, dass jemand vom Klimawandel keine Ahnung hat und unsere Zeit verschwendet – Teil 3: Immer mit der Ruhe, lass erst mal die Gebäude dämmen

Leider gibt es keine gute Einleitung für diesen Teil der Serie, die nicht zu einem gewissen Teil arrogant klingt, denn auch ganz nüchtern und ohne Parteibuch im Hinterkopf muss man leider beobachten: Eine Menge Menschen in Regierungsverantwortung haben von Ursachen, Wirkung und Lösungsansätzen für die Erdüberhitzung weniger Ahnung als durchschnittliche Schulabgänger mit mittlerer Reife. Ja, das wirkt leider ein wenig wie billiges Stammtischgeschwätz, wie das typische, bierseliges Gemotze über die da oben gegen uns hier unten, aber ich versuche nun, es besser zu belegen als das am Stammtisch üblich ist.

Ich habe diese Reihe begonnen, bevor die Ergebnisse der Europawahl feststanden, also bevor CDU und SPD einen historischen Denkzettel erhielten, indem Millionen ihrer Wähler zu den Grünen übergelaufen sind. Ich hatte Sorge, dass Teil 3 womöglich etwas aus der Zeit fallen könnte, weil die Verlierer der Wahl eine 180-Grad-Kehrtwende hinlegen und sich bei Klimaschutzmaßnahmen gegenseitig zu übertreffen versuchen. Ja, in der Rückschau schon reichlich naiv, denn auch nach diesem eindeutigen Signal sind die Lieblingsmaßnahmen in dieser Sache nach wie vor proaktives Abwarten und intensives Hoffen.

Es ist auch nicht so, dass ich mich darüber freuen würde, weil diese Leute jetzt ein gutes Ziel für eine rhetorische Abreibung abgeben. Viel lieber wäre mir, wenn alle Parteien erkennen würden, wie elementar wichtig dieses Thema ist und untereinander nur um den besten Weg zu einem CO2-neutralen Land streiten würden. Ich weiß, viele tun so, als wäre das bereits der Fall, aber hier kommt meine Einleitung ins Spiel: Die meisten Akteure wissen offenbar gar nicht, was notwendig ist, um die Erderwärmung aufzuhalten:

Da wäre zunächst Christian Lindner, seines Zeichens Schwarzweiß-Model der FDP und Anhänger der „Lass mal so CO2 einsparen, dass ich mich nicht ändern muss“-Devise. Geht es zum Beispiel darum, wie man den Verkehrssektor klimaneutral umgestalten kann, verweist er darauf, dass beim Heizen von Wohnräumen viel mehr Potential zur Klimaschutz besteht. Ob das damit zusammenhängt, dass er persönlich Verbrennungsmotoren ziemlich toll findet?

Sein Parteikollege Andreas Pinkwart, Wirtschaftsminister von Nordrhein-Westfalen, möchte nicht, dass Kerosin oder Fleisch teurer werden und schlägt stattdessen vor, dass auch für Autoverkehr und das Betreiben von Heizungen CO2-Zertifikate eingeführt werden sollten (ab Minute 36:30). Eine Menge Autofahrer verweisen in der Debatte hingegen gerne darauf, wie umweltschädlich Kreuzfahrtschiffe so unterwegs sind, während die Passagiere dieser Schiffe zutreffend zu berichten wissen, dass die Schifffahrt für „nur 3 Prozent der globalen Klimaemissionen verantwortlich ist.

So, stopp! Für diesen albernen Unsinn haben wir echt keine Zeit mehr. Wollen wir das 1,5-Grad-Ziel einhalten, dann müssen ALLE Sektoren ihre Treibhausgasemissionen drastisch senken, es ist hier kein Ablasshandel möglich in dem Sinne, dass wir den einen Sektor dekarbonisieren, um dann in unserem Lieblingssektor weiter folgenlos Mineralöl zu verbrennen. Christian Lindner hofft, dass wir bei der Gebäudedämmung so große Erfolge erzielen können, dass er weiter in seinen Spielzeugen rumfahren kann, die traurige Wahrheit ist aber, dass wir in allen Sektoren weit hintendran sind: Unser Strom entsteht zu 60 Prozent aus fossilen Brennstoffen, unsere Autos fahren zu 95 Prozent mit Mineralöl und unsere Häuser werden zu 90 Prozent mit Öl und Gas beheizt. Zusammen gerechnet haben wir damit 14 Prozent der Energiewende umgesetzt.

Diese fixe Idee, weiter dicke Benzinautos zu fahren, weil irgendwo im Land ein bisschen an der Gebäudedämmung geschraubt wird, ist vollkommen absurd und kindisch. Wenn es in meinem Haus durchs Dach regnet, dann sehe ich zu, möglichst schnell alle Löcher zu stopfen. Ich repariere nicht einfach das größte und erzähle dann allen, wie schön das jetzt ist, während mir der Regenguss aus den übrigen Löchern nachhaltig die Frisur zerstört. Wobei – um im Bild zu bleiben: Wir haben das größte nicht mal gestopft, dort regnet jetzt nur noch gut die Hälfte rein. Ich würde das Dach also ganz gerne komplett abdichten, doch die Regierung steht gerade auf der Leiter und will stattdessen die anderen Löcher noch etwas größer machen:

Die Ergebnisse des „Klimakabinetts“ von letzter Woche waren folgende:

  • 10 Prozent günstigere Zugtickets
  • Förderung für Wasserstoff- und Elektroantriebe
  • Gebäudesanierungen
  • Weitere Schritte im September

Ja, wir sollten dann wohl langsam ein paar Regenschirme im Wohnzimmer aufspannen, was? Diese Maßnahmen sind ja derartig zaghaft, als wenn jemand eine Horde Zombies durch gutes Zureden aufzuhalten gedenkt. Versteht mich nicht falsch, Vergünstigungen auf Zugtickets sind klasse, aber solange das Schienennetz kaputtgespart wird und die Deutsche Bahn die Nachfrage nicht bedienen kann, ist das keine sonderlich wirksame Maßnahme. Elektroautos sind ebenfalls ein wichtiger Baustein, aber auch die fahren mit Energie, die wir momentan zwar sauberER, aber noch nicht sauber erzeugen können.

Hierzu fand dann noch eine denkwürdige Pressekonferenz statt, in der die zuständige Sprecherin allen Ernstes behauptete, es seien gar keine zwingenden Vorschriften notwendig, weil in der Bevölkerung ja bereits ein hohes Bewusstsein für den Klimaschutz bestünde. Wie naiv kann man bitte sein? Und als nächstes schaffen wir dann die Strafverfolgung ab, weil in der Bevölkerung so ein hohes Bewusstsein dafür besteht, dass man eigentlich nett zu seinen Mitmenschen sein soll? Wer so was sagt und es tatsächlich ernst meintn hat nicht im Ansatz den Ernst der Lage begriffen und ist eine komplette Fehlbesetzung.

Es erklären ja auch regelmäßig große Teile der Menschen in Umfragen, wie wichtig ihnen das Wohl der Tiere sei, um sich dann zehn Minuten später zwei Kilo Schweinebauch in den Einkaufswagen zu legen, der pro Kilo weniger kostet als das Katzenfutter zwei Gänge weiter. Zudem wissen die meisten Deutschen halt gar nicht, wie effektiver Klimaschutz funktioniert. Oft wird Klimaschutz mit Umweltschutz gleichgesetzt, die Leute nutzen dann wiederverwertbare Tüten anstatt Einwegplastik und trennen zu Hause den Müll, wissen aber nicht, dass sie ihren Impact damit nur von 9,0 auf vielleicht 8,95 Tonnen CO2 im Jahr gesenkt haben. Unser Budget für die Einhaltung des Paris-Abkommens liegt bei ungefähr 2,7 Tonnen pro Jahr und Person.

Zudem verursachen in diesem Land ja auch Industrie, Handel, Landwirtschaft und der Staat selbst eine Menge Treibhausgase. Selbst wenn die Bürger hier also maximal bewusst vorgingen, würden wir immer noch nicht die Ziele von Paris einhalten. Es ist ziemlich infam, hier so zu tun, als hätte die Bevölkerung es allein in der Hand, während die Regierung Rahmenbedingungen setzt, durch die klimaschonendes Verhalten unkomfortabel und teuer ist.

In der Vorstandsklausur lehnte die CDU dann ein paar Tage später eine CO2-Steuer ab und setzte stattdessen auf staatliche Unterstützung für Innovationen, damit ab 2025 Flugtaxis zum Einsatz kommen. Flugtaxis. FLUGTAXIS! Die Verantwortlichen könnten ja einfach mal auf die Wissenschaft hören, aber weil man dafür lange Wörter lesen und verstehen muss, haben die wohl lieber einen Zurück-in-die-Zukunft-Marathon veranstaltet und sich einfach die Zaubertechnologie ihrer Wahl zurechtgewünscht. Fun Fact: Selbst wenn in naher Zukunft irgendwo Flugtaxis unterwegs sind, spart das nicht ein Gramm CO2 ein, denn die Idee hinter den Dingern ist primär ein schneller Personentransport. Die Hersteller machen keinen Hehl daraus, dass das leider mehr Energie kostet als der Betrieb eines Elektroautos.

Wow. Die Zugtickets werden etwas günstiger und die Autos fliegen bald mit Strom, das ist echt alles? Meine Güte, das ist ja an Unentschlossenheit kaum zu überbieten. Hätte man die CDU damit beauftragt, den einen Ring in Mordor zu vernichten, hätten die vermutlich ein entsprechendes Sauron-Kabinett gebildet und sich darin dann auf 20 Jahre Nichtstun geeinigt aus Sorge, die Arbeitslosigkeit im Ringgeistersektor könnte ansteigen, wenn man zu schnell vorgeht.

Eine weitere beliebte Zaubertechnologie ist synthetisches Benzin – oder auch E-Fuels. Hierbei wird aus möglichst sauberem Strom Benzin hergestellt, das in herkömmlichen Verbrennungsmotoren verwendet werden kann. Kleiner Nachteil: Diese Technik benötigt viel mehr Energie als ein Elektroauto und kostet momentan 4,50 Euro pro Liter Diesel-Äquivalent. Den Vertretern der FDP ist das egal, für sie ist es primär wichtig, dass ein Auto auch weiterhin 1000 km am Stück fahren kann und sie wollen wohl später mal ihren Enkeln erklären, dass nun regelmäßig die Ernte ausfällt, weil es ihnen 30 Jahre zuvor zu unbequem war, alle 300 km ihr Auto aufzuladen.

Der Witz ist: Selbst wenn die Deutsche Autoflotte im Schnitt klimafreundlicher pro Auto wird, bringt das überhaupt nichts, wenn sich die Entwicklung fortsetzt und auch in den kommenden 10 Jahren zusätzliche 6 Millionen Autos zugelassen werden. Zudem ist das fraglich, wenn im Mai 2019 32 Prozent mehr SUVs und 22,8 Prozent mehr Geländewagen zugelassen wurden als im Mai 2018.

Daran krankt so ziemlich jeder aktuell gemachte Vorschlag: Die leicht positive Wirkung der extrem vorsichtigen Vorschläge wird vom Wirtschaftswachstum gleich mehrfach wieder aufgefressen. Die Idee, einfach weniger zu verbrauchen, rennt gegen das Glaubensbekenntnis der CDU, die unter „Erhaltung der Schöpfung“ offenbar eher das Schützen der Aktienkurse versteht als das ihrer Lebensgrundlage.

Ich weiß, bei den Worten „weniger verbrauchen“ verfallen einige Menschen in harte Schnappatmung, aber weniger CO2-Emissionen heißt nicht automatisch weniger Lebensqualität: Innenstädte, die Autos aus dem Zentrum verbannen, blühen gerade auf. Auch ein mit dem Zug erreichtes Urlaubsziel kann ziemlich entspannend sein und wie lecker und gesund man auch ohne tierische Lebensmittel über die Runden kommt, muss ich hier jetzt vermutlich nicht lang und breit erklären.

Und jetzt die guten Nachrichten: Ja, wir müssen unsere Wohnungen heizen und brauchen Mobilität und dafür wiederum große Mengen klimaneutralen Strom, aber das ist kein Ding der Unmöglichkeit. Es ist sogar technisch und ökonomisch ziemlich sinnvoll, nur wurden hier bislang einfach tausende Windräder und Solarmodule ins Land gepflanzt, die das ohne Infrastruktur nicht bewerkstelligen können, weil nun mal nicht immer genug Wind und Sonne vorhanden ist. Man kann diesen Strom aber wunderbar speichern, indem man ihn in Erdgas umwandelt uns ins riesige deutsche Gasnetz einspeist (ca. 500.000 km lang). Sollte es dann ein paar Tage dunkel und windstill werden, kann dieses Gas wieder klimaneutral in Strom und Wärme gewandelt werden.

Für diese Sektorenkopplung gibt es schon lange Machbarkeitsstudien und Zahlen, es muss nur umgesetzt werden, damit dann alle Sektoren Klimaneutralität erlangen. Danach können wir uns dann immer noch überlegen, ob wir mit dem Strom Flugtaxis betreiben oder nicht. Wer stattdessen die vollkommen überflüssige Frage aufwirft, ob wir lieber die Gebäude dämmen oder den Verkehr elektrifizieren, hat die vor uns liegende Aufgabe nicht im Ansatz verstanden.

Die Benutzung des Wortes „oder“ ergibt überhaupt keinen Sinn, es sollte schleunigst durch mehrere „unds“ ersetzt werden.

Lest auch Teil 2 von neulich: Klimaschutz? Nein, das ist nicht sozialverträglich!

In den nächsten Tagen kommt auch Teil 4: die sollen erst mal Müll aufsammeln, bevor sie sich beschweren!

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5 untrügliche Anzeichen dafür, dass jemand vom Klimawandel keine Ahnung hat und unsere Zeit verschwendet – Teil 2: Klimaschutz? Nein, das ist nicht sozialverträglich!

Ihr kennt die Einleitung bereits? Dann überspringt sie hier und gelangt direkt zu Anzeichen 2.

So, können wir uns dann jetzt bitte mal darauf einigen, dass wir für billige Nebelkerzen in der Klimawandeldebatte langsam keine Zeit mehr haben? Ich will keine Beschwichtigungen mehr hören, keine Ausreden und keine Pseudovorschläge, die nur zum Ziel haben, alles so zu lassen, wie es ist. Seit 1990 ist bekannt, dass unser CO2-Ausstoß ein Problem ist, seit Dezember 2018 streiken tausende Schülerinnen und Schüler weltweit für besseren Klimaschutz, und trotzdem erfährt die Debatte über konkrete Maßnahmen zunehmend die Dynamik eines gestrandeten Pottwals.

Gemessen an seiner Brisanz ist das Thema ohnehin schon dramatisch unterrepräsentiert: Das Jahr 2019 hat bislang 34 Sendungen von Hart aber Fair, Maischberger und Anne Will gesehen, in vieren davon ging es um die drohende Klimakatastrophe. Immerhin, im Zeitraum April 2018 bis Dezember 2018 gab es 81 dieser Sendungen, wovon exakt eine einzelne den Klimawandel thematisierte – und das auch nur, weil eine Rekorddürre das Land fest im Griff hatte. Mit einem normalen Sommer wäre das Thema vermutlich komplett unter den Tisch gefallen, denn jeder Pups von Horst Seehofer war

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5 untrügliche Zeichen dafür, dass jemand vom Klimawandel keine Ahnung hat und unsere Zeit verschwendet – Teil 1: Aber China!

So, können wir uns dann jetzt bitte mal darauf einigen, dass wir für billige Nebelkerzen in der Klimawandeldebatte langsam keine Zeit mehr haben? Ich will keine Beschwichtigungen mehr hören, keine Ausreden und keine Pseudovorschläge, die nur zum Ziel haben, alles so zu lassen, wie es ist. Seit 1990 ist bekannt, dass unser CO2-Ausstoß ein Problem ist, seit Dezember 2018 streiken tausende Schülerinnen und Schüler weltweit für besseren Klimaschutz, und trotzdem erfährt die Debatte über konkrete Maßnahmen zunehmend die Dynamik eines gestrandeten Pottwals.

Gemessen an seiner Brisanz ist das Thema ohnehin schon dramatisch unterrepräsentiert: Das Jahr 2019 hat bislang 34 Sendungen von Hart aber Fair, Maischberger und Anne Will gesehen, in vieren davon ging es um die drohende Klimakatastrophe. Immerhin, im Zeitraum April 2018 bis Dezember 2018 gab es 81 dieser Sendungen, wovon exakt eine einzelne den Klimawandel thematisierte – und das auch nur, weil eine Rekorddürre das Land fest im Griff hatte. Mit einem normalen Sommer wäre das Thema vermutlich komplett unter den Tisch gefallen, denn jeder Pups von Horst Seehofer war

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Antwort-Video an maiLab: Retten Veganer die Umwelt?

Moin,

ganz viele haben mir das Video von maiLab zugeschickt, das fragt, ob Veganer die Umwelt retten. Und auch wenn Mai darin zu einer recht positiven Antwort kommt, waren mir ein paar Aspekte darin nicht vollständig genug erläutert. Ich habe das daher nachgeholt und selbst ein Video gemacht. Ja, da ist technisch noch Luft nach oben, aber wenn ich mir erst das Equipment besorgt hätte, gäbe es heute noch kein Antwortvideo dazu 😉

 

Ich bin gespannt auf das Feedback, wenn es Euch gefällt, mache ich noch ein paar mehr.

 

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Auch im Jahr 2019 haben selbst Herausgeber der F.A.Z. grundlegende Details des Klimawandels nicht begriffen

Nun gut, wir haben 2019. Wir sind es mittlerweile gewohnt, dass Menschen den großen Haufen Unfug, der ihnen aus dem Ohr zu schwappen droht, nicht etwa verschämt vor den Nachbarn verbergen wie ein Evangelikaler seinen schwulen Sohn, sondern ihn bar jeder Kenntnis stolz in die Welt hinausplärren. Menschen werden reich mit dem aberwitzigsten Unsinn, mit Theorien über eine flache Erde, mit Heilungsversprechen zu angeblichen Parasiten im Darm, die man dort laut dubiosen Buchautoren mit ätzender Chlorbleiche rausspülen soll.

Eigentlich sollte man sich an so was nicht gewöhnen, aber jeden Tag stundenlang aufregen ist vermutlich auch nicht gerade ideal für die Pumpe, also habe ich mich mit dem um sich greifenden Dunning-Kruger-Effekt zumindest arrangiert. Früher haben diese Leute solchen Stuss halt am Dorfbrunnen unter die Leute gebracht, heute gibt es das Internet – die Menschen werden nicht blöder, wir haben nur Wege erfunden, um grandiosen Humbug schneller zu verbreiten. Dennoch trifft es mich hart, wenn einer der Protagonisten dieses Trends die F.A.Z. mitherausgibt.

Zugegeben, Holger Steltzner ist kein Anhänger der Flache-Erde-Theorie und verdient auch kein Geld mit dubiosen Tinkturen. Er hat in Frankfurt Jura und BWL studiert und ist einer von vier Herausgebern einer der einflussreichsten Tageszeitungen des Landes, also mitnichten ein dummer Mann. Dennoch schreibt er in seinem Kommentar vom 15.02.2019 Dinge, die man so vermutlich auch in Sendungen von Alex Jones oder internen AfD-Chatprotokollen finden könnte.

Ja, ich weiß, die F.A.Z. gehört dem bürgerlich-konservativen Medium an, ich erwarte da jetzt also wirklich keine progressiven Meisterleistungen, aber muss die Überschrift wirklich „Klimareligion mit Ablasshandel“ sein? Geht es nicht auch mal eine Nummer kleiner? Seit wann ist es in bürgerlichen Kreisen eigentlich so schick geworden, dass Laien die Leistungen der globalen Wissenschaftsgemeinde zerreden? Das bringt mich echt auf die Palme, die Leute leben dank der wissenschaftlichen Erkenntnisse der letzten 100 Jahre wie die Maden im Speck und verwenden für das Instrumentarium, das diese Erkenntnisse hervorgebracht hat, den Begriff „Religion“. Vielleicht sind BWL und Jura aber auch einfach nicht die richtigen Studiengänge

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Wie ein Vortrag von Harald Lesch irreführend zusammengeschnitten wurde und worum es darin eigentlich geht

Seit Wochen verbreitet sich nun ein Video mit Professor Harald Lesch im Internet, in dem er die Nutzung von Elektroautos harsch kritisiert. Die seien teuer, würden viel Lithium benötigen und das hätte schlimme Auswirkungen auf die Grundwasserreserven einer chilenischen Wüste.

Spätestens seitdem ist dieser Bereich der Atacama-Wüste in aller Munde. Ironischerweise beschwert sich Professor Lesch in seinem Vortrag noch, dass kein Mensch fragt, woher denn das ganze Lithium für die Akkus komme – seit dem Erfolg des Videos wird diese Frage so gut wie immer gestellt, sobald irgendwer auch nur an ein Elektroauto denkt.

Und zwar am liebsten von Leuten, die selbst gerne Autos mit Verbrennungsmotor fahren. Ich habe dieses Video in diversen Gruppen gesehen, die „Ja zum Diesel!“, „stoppt die DUH“ oder so hießen und deren Mitglieder diese Frage wohl für eine ganz wunderbare Argumentation halten, um weiter Erdöl zu verbrennen.

Ich lese täglich Meinungen von Leuten, die Elektroautos für schlimmer als Plutonium im Bällebad halten, weil sie damit keine tausend Kilometer am Stück fahren können, und immer wieder werden diese drei Minuten und zwei Sekunden hervorgekramt, in denen Professor Lesch den Studierenden der TU Ilmenau seine Sicht auf Elektromobilität erläutert.

Die Sache hat nur einen Haken: Der ganze Vortrag ist

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Über die Klimaproteste und eine Generation alter Nörgler, die gar nichts mehr kapiert

Liebe SchülerInnen, die Ihr seit Dezember 2018 hierzulande freitags streikt, um damit für besseren Klimaschutz einzutreten: Es tut mir leid.

Es tut mir leid, dass wir das nicht schon viel früher gemacht haben. Dass es überhaupt so weit kommen musste. Aber noch viel mehr tut mir leid, dass ausgerechnet Vertreter meiner Generation Euch jetzt auch noch mit Hass und Häme überziehen. Ausgerechnet wir, die Typen und Trullas, die den ganzen Scheiß überhaupt erst auf der Kochplatte abgestellt, den Herd auf Stufe 9 hochgedreht, und sich dann verpieselt haben, um ihre bescheuerten Bekannten mit Instagram-Posing von fernen Stränden, dicken Protzkarren und affigen Konsumorgien beeindrucken zu wollen.

Wir haben schon vor 20 Jahren, als die meisten von Euch noch gar nicht geboren waren, von Tyler Durden im Film Fight Club ein paar wahre Worte vernommen: „Durch die Werbung sind wir heiß auf Klamotten und Autos, machen Jobs, die wir hassen, kaufen dann Scheiße, die wir nicht brauchen.“ Oh Mann, was fand ich das damals lässig. Und dann bin ich losgezogen und habe Klamotten und Autos gekauft, bezahlt mit Geld aus wenig inspirierenden Jobs. Auch die meisten Bekannten, die diese Worte ultracool fanden, haben sie mittlerweile gegen einen Haufen Plastikschrott und Selfies vom Strand in Dubai eingetauscht.

Das Tolle an den Protesten ist in meinen Augen ja, dass Jugendliche, die einfach nur für das Fortbestehen der Spezies demonstrieren, etwas unglaublich Entwaffnendes haben. Die üblichen politischen Floskeln, die den Gegner in irgendeiner verachtenswerten Ideologie verorten wollen (Ihr blöden Sozis, Ihr Öko-Faschisten usw.), funktionieren irgendwie nicht, wenn Kinder, die noch nie wählen durften, Schilder in der Hand halten, auf denen sie einfach nur für ihr Überleben werben. Was, wenn nicht dieses Eintreten für etwas, das allen anderen Generationen vor ihnen selbstverständlich vergönnt war – eine intakte Biosphäre –, könnte Menschen zum Umdenken bewegen?

Was war ich beeindruckt, als ich Greta Thunberg zum ersten Mal sah, wie sie mit ihrem Schild vor dem schwedischen Reichstag stand und in einer vulkaniergleichen Nüchternheit erklärte, dass Schulbildung allein in einer auf die Klimakatastrophe zurasenden Welt nun mal wenig Sinn ergibt. Viel treffender kann man das nicht ausdrücken, denn wenn Hamburg erst mal unter Wasser steht und die Felder andauernd verdorren, helfen gegen den Hunger auch keine Differenzialgleichungen. Und das sage ich, der Differenzialgleichungen super findet. Ich dachte, okay, jetzt geht es los, jetzt können wir nicht mehr einfach so weitermachen, das muss eigentlich jeder begreifen. Gute Güte, was war ich naiv.

Tatsächlich haben nur selten mehr verweichlichte Jammerlappen so einen Haufen Missgunst und Widerwärtigkeit über einem 16 Jahre alten Mädchen ausgekübelt wie im Fall dieser Aktivistin. Die vegan lebenden Menschen kennen das schon: Sobald Du versuchst, irgendwie die Welt zu verbessern, kommen auf einmal eine Menge Leute auf die Idee, dass Du bitte in allen Aspekten Deines Lebens

WeiterlesenÜber die Klimaproteste und eine Generation alter Nörgler, die gar nichts mehr kapiert

Stellt Euch vor es ist Klimawandel und keiner geht hin

Hey, gute Nachrichten: Es ist nüchtern betrachtet ziemlich simpel, unseren Planeten zu retten.

Ich weiß, das klingt immer wie eine nahezu unmögliche Aufgabe. Wenn man ein paar Tage nach Veröffentlichungen des Klimarats Zeitung liest, dann erscheint der Kampf gegen die globale Erwärmung so schwer wie Doom im Nightmare-Modus, in dem alle getöteten Gegner nach kurzer Zeit wieder auferstehen und Euch weiter bekämpfen.

Was gerne vergessen wird: Die Verursacher der Erwärmung sind zum Großteil Faktoren, die nicht lebensnotwendig sind. Keiner ist auf Verbrennungsmotoren, Kohlestrom, riesige Fleischmengen, Flugreisen oder fünf Pfund Unterhaltungselektronik pro Jahr angewiesen. Ganz naiv gesagt: Wir könnten einfach sofort damit aufhören, den Planeten zu zerstören, indem wir unser Leben auf die Dinge beschränken, die für ein glückliches Leben vollkommen ausreichen.

Ähnlich wie in einer Partie Doom im Nightmare Modus sind unsere härtesten Gegner bei dieser Aufgabe immer wieder zum Leben erweckte Zombies, aber nicht in Form von Monstern, sondern in Form von ignoranten Null-Aussagen. Diese folgen dem beliebten Muster: „Bevor ich was ändere, sollen sich erst mal alle anderen ändern.“

Natürlich formuliert es niemand so, würde ja sonst jedem gleich auffallen, was für ein Unsinn es mal wieder aus der Großhirnrinde bis zum Sprachzentrum

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Ich kenne diese eine Vegetarierin aus Ulm, die ist doof, deswegen esse ich Fabrikwürste

Ihr denkt, nur Kinder hätten imaginäre Freunde? Blödsinn, die meisten Erwachsenen laufen mit einem Dutzend für niemand anderen sichtbarer Begleiter herum und erzählen bereitwillig davon, was die den lieben langen Tag so tun. Erstaunlich viele meiner Bekannten haben zum Beispiel eine Uroma namens Annegret, die unfassbar viel geraucht hat und im Alter von 104 Jahren trotzdem noch ihre Slipknot-Konzerte im Moshpit verbrachte, weil sie halt trotz ihrer Lungenflügel in Vulkanoptik topfit war. Ob die alle miteinander verwandt sind?


Viele Erwachsene zaubern auch immer diesen einen Vegetarier aus dem Hut, Günther, der von morgens bis abends mit dem SUV Supermärkte abklappert, um dort sämtliche Vorräte an Avocados, Mangos und Quinoa aufzukaufen. Wir alle kennen natürlich über drei Ecken Heiko, der ein Elektroauto fährt und das – haha – nur mit Kohlestrom auflädt. Ach ja, was lachen wir immer gerne darüber, wie dumm Heiko ist, wenn wir unseren Diesel-PKW mit gefaketen Abgaswerten auftanken *Tränen aus dem Augenwinkel wisch*. Wir können uns leider nicht mehr mit Rita treffen, die ist Veganerin und ganz schlimm krank geworden, bestimmt wegen der komischen veganischen Sachen, die sie immer isst.


Kalle, der Cousin zweiten Grades eines ehemaligen Schulkameraden, hat Solarkollektoren auf dem Dach, aber sobald eine Wolke am Himmel ist, kauft er ganz viel Strom aus französischen Atomkraftwerken weg. Gisela verzichtet auf ihr Auto und fährt Fahrrad, aber die fliegt neunzehnmal im Jahr nach Neuseeland, voll bescheuert, diese Fahrradfahrer! Ach ja, und Rolf aus dem Nachbarort, der will sich regional versorgen, kauft seinen Wirsing aber angeblich immer in zehn Kilo Plastik eingepackt, macht ja mal gar keinen Sinn, dieser Regionalquatsch.
Ganz viele Leute kennen Sabine und Nobert: Sabine hält ihre Kühe auf der Weide, wo sie mit ihren Kälbchen zusammen das ganze Jahr über grasen dürfen und wenn die Kühe ganz alt sind und gar nicht mehr so recht Lust haben auf ihr Leben, dann fährt Sabine diese Tiere auf seidenen Laken zu Norbert, der das Tier extrem schonend auseinandersägt und auf diese Weise alle Supermärkte in ganz Deutschland mit unverschämt günstigem Fleisch beliefert.


Und habt Ihr das von Guyame gehört? Der baut in Kenia angeblich Biobaumwolle an, bescheißt uns aber alle, weil er da ganz giftige Gifte draufspritzt und das Biozertifikat nur mit Bestechung bekommt. Seine Cousine Saba lässt aus der Baumwolle dann von achtjährigen Kindern in Akkordarbeit T-Shirts herstellen, kennt aber irgendwen bei der FLO, der ihr da ein Fair-Trade-Siegel draufklebt. Und Rolf? Kauft den Scheiß natürlich noch, dabei ist das nicht mal regional, so ein Spinner.


Ja, und so sitzen wir dann da. Der Bauch voll mit Fleisch von Kühen in Anbindehaltung, der Hintern warm von der Sitzheizung im dicken, schnellen, enorm viel Benzin verbrennenden Benz, der Schrank voller Klamotten ungeklärter Herkunft, der Kühlschrank gefüllt mit irgendwelchem Essen von sonst wo, eingepackt in irgendwas, Hauptsache, es ist billig und lecker, in einer mit Kohlestrom beleuchteten Wohnung, weil Günther, Heiko, Rita, Kalle, Gisela, Rolf so doof, weil Guyame und Saba so korrupt und weil Sabine und Norbert so gut zu Tieren sind.


Stellt Euch mal vor, die wären alle nur bequeme Hirngespinste! Am Ende müssten wir noch Verantwortung für unser Handeln übernehmen…

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