Wie Michael Moore der Klimabewegung mit einer Anti-Solarkraft-, Anti-Windkraft- und Anti-Elektroauto-Doku einen Bärendienst erweist

Nein, Michael Moore ist nicht einfach der nächste ältere Herr, der wie ARD-Comedians, Katzenkrimiautoren oder Boris Palmer auf einmal seine Empathie verliert und ins Postfaktische abdriftet. Dieser Fall ist komplizierter, ja, fast schon rätselhaft. Man kennt Moore durch Filme wie Bowling for Columbine und Fahrenheit 9/11 und Bücher wie Stupid White Men oder Downsize This!. Er bezeichnet sich selbst nach wie vor als Linker und Umweltschützer (Environmentalist) und wirkt nun an einem Film mit, dem man das wirklich nicht sonderlich anmerkt.

Dieser Film heißt „Planet of the Humans“, Regiearbeit und Drehbuch stammen nicht von Moore selbst, sondern von seinem langjährigen Freund Jeff Gibbs, der wiederum bei vielen von Moores Filmen als Co-Produzent vermerkt ist. Das soll Moores Rolle aber nicht schmälern, für ihn ist dieses Werk nicht einfach irgendein Job, sondern ein wichtiges Statement. Er bewirbt es bei Talkmaster Stephen Colbert und hat am Tag der Veröffentlichung einen knapp 80-minütigen, sehr persönlichen Livestream anlässlich des Earth Days ins Netz gestellt. Beim Ansehen dieser Sendungen wird eines schnell klar: Moore scheint absolut davon überzeugt zu sein, die Umweltbewegung, und explizit Fridays for Future, Extinction Rebellion usw. mit diesem Film zu unterstützen.

Er könnte nicht falscher liegen, denn die zentrale Message der 100 Minuten langen Dokumentation ist, dass es aktuell keinerlei Lösungsansätze für die Klimakatastrophe gibt und wir eigentlich alle verloren sind. Nun gibt es eine Menge Lösungsansätze und fast alle beinhalten eine Energiewende, im Rahmen derer wir fossile Brennstoffe durch klimaneutrale Alternativen ersetzen. Diese Alternativen werden im Film vollkommen zu Unrecht als pauschal sinnlos dargestellt, weil all seinen zentralen Gedankengängen derselbe, elementare Denkfehler zu Grunde liegt: Die Unfähigkeit, zwischen kleinem und großem Übel zu unterscheiden.

Dabei ist das Prinzip, dass wir Verbesserungen anstreben, auch wenn sie nicht perfekt sind, der Grundgedanke all unseren Fortschritts. Hätten Menschen auf die Entdeckung des perfekten, 100-prozentig nebenwirkungsfreien Impfstoffs gewartet, wir hätten Millionen Pockenund Maserntote in Europa zu beklagen. In dieser Denke hätten sie vermutlich auch auf den 3-Wege-Katalysator verzichtet, denn der filtert zwar eine Menge Schadstoffe aus den Abgasen eines Autos, aber eben nicht alle. Und obwohl es nicht ein Verhütungsmittel mit einem Pearl-Index von 0 gibt, erfreuen sich die Hersteller eines regen Absatzes.

Das soll natürlich nicht heißen, dass diese Verbesserungen über alle Kritik erhaben wären. Im Gegenteil: Ein Beitrag dazu, welche Verbesserungen genau betrachtet eigentlich nur Greenwashing-Kampagnen sind, die auf der Klimaschutzwelle mitzuschwimmen versuchen, ohne einen wirklichen Beitrag zu leisten, käme genau zur rechten Zeit. Das ist wohl auch das im Prinzip ehrenwerte Motiv von Gibbs und Moore, die über dieses Ziel jedoch hoffnungslos hinausschießen: Anstatt einer echten Recherche werden einfach die eigenen, 10 Jahre alten Thesen wieder aufgewärmt:

Viele Behauptungen stammen von Mit-Produzent Ozzie Zehner, der im Film einfach als scheinbar am Film unbeteiligter „Gastprofessor der University of California“ vorgestellt wird. Dieser hat sehr ähnliche Behauptungen bereits in seinem Buch „Green Illusions: The Dirty Secrets of Clean Energy and the Future of Environmentalism“ von 2012 niedergeschrieben. Andere zentrale Aussagen des Films hatte Regisseur und Drehbuchschreiber Jeff Gibbs bereits in einem im Jahr 2010 erschienenen Huffington-Post-Artikel niedergeschrieben, in dem er vollkommen berechtigt bestimmte US-Biomassekraftwerke kritisiert, sich dann aber zunehmend in Positionen der Klimaleugnerszene verliert.

Ja, im Jahr 2010. Das ist das zweite große Problem dieses Films: Die meisten Aussagen beruhen auf Daten aus der Zeit von 2008 bis 2012 – und das weiß ich auch nur, weil ich es nachgeprüft habe, der Film selbst macht dazu keine Angaben. Seit dieser Zeit gab es jedoch geradezu revolutionäre Entwicklungen auf den Gebieten Photovoltaik, Windkraft und Stromspeichern. Ein im Jahr 2020 erscheinender Film, der all diese Entwicklungen verschlafen hat, wirkt ähnlich absurd, als hätte jemand im Jahr 2000 eine große Abhandlung über das begrenzte Potential von Mobiltelefonen verfasst und würde diese nun groß rausbringen, obwohl darin nicht das Konzept moderner Smartphones berücksichtigt ist.

Das Ergebnis ist ein mit der Thematik hoffnungslos überforderter Jeff Gibbs, der eine komplette Spielfilmlänge damit verbringt, den falschen Menschen die falschen Fragen zum wichtigsten Thema unserer Zeit zu stellen, ohne die Antworten mit dem Jahr 2020 abzugleichen. Es ist so krass viel Unsinn enthalten, dass ich am liebsten ein Transskript ausdrucken und alle Fehler rot anstreichen würde. Da das aber niemand ernsthaft lesen wollen würde, beziehe ich mich hier jetzt auf die in meinen Augen absurdesten Stellen des Films und hänge für die Interessierten im Laufe der kommenden Tage am Ende des Textes eine vollständigere Liste an.

Ganz generell wirkt der Macher nicht sonderlich mit der Materie vertraut, wenn er sich wiederholt am Wort „grün“ aufhängt und das auch selbst in seinen Sprachschatz übernimmt. Dass irgendeine Firma ab sofort „grün produziert“, ist üblicherweise eine Formulierung aus deren PR-Flyer oder den GMX-News. In einem ernstgemeinten Film über Energiekonzepte sollte man schon sagen, was man konkret meint. Produkte können klimaneutral sein, sie können nachhaltig sein, sie können biologisch abbaubar sein, sparsam mit Wasser und Land umgehen, unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt sein und so weiter.

Besonders irreführend daran ist, dass nicht mal die Betreiber der kritisierten „grünen“ Technologien selbst für sich reklamieren, sonderlich „grün“ unterwegs zu sein. Damit Jeff Gibbs aktiv wird, reicht schon ein harmloser Artikel aus dem Jahr 2005 von NBC News darüber, dass ein Zoo im Bundesstaat New York die Ausscheidungen seiner Elefanten zur Stromversorgung nutzen möchte. Damit könnte er sich die Entsorgungskosten sparen und seine Stromrechnung reduzieren, so der durchaus plausible Plan, für den laut Artikel eine Studie starten sollte.

Die Filmemacher behaupten nun, dass der entstehende Strom mangels ausreichender Exkremente nicht mal für das Elefantengehege reichen würde. Schon möglich, wenn die Studie zu diesem Ergebnis gekommen ist, aber was beweist das? Etwas Energie sparen ist ja besser als gar keine Energie sparen. Niemand hat behauptet, man könne nennenswerte Teile der US-amerikanischen Energieversorgung mittels Elefantenmist organisieren – zumindest hoffe ich das. Wäre also schon interessant zu hören, was bei der Studie am Ende herausgekommen ist. Darüber erfahren wir im Film leider nichts, stattdessen sehen wir in Minute 21:25 das mutmaßlich mindestens acht Jahre alte Interviewmaterial mit ein paar Zoowärtern.

Auf dieselbe manipulative  Art und Weise werden auch die vermeintlichen Schwächen der Solarkraft „entlarvt“: In Minute 06:56 besucht Gibbs das Sunweaver Festival, eine Art Musikfestival, deren Veranstalter das Potential von Solarkraft in den Vordergrund stellen und auch für das Festival selbst Solarstrom erzeugen. Er beobachtet dann, wie die Techniker während eines Regengusses Biodieselgeneratoren und normalen Netzstrom zuschalten, um die Bühnentechnik weiter zu versorgen, und hat damit im eigenen Verständnis die Sinnlosigkeit des Konzeptes von Solarstrom enthüllt. Wir erfahren an keiner Stelle, ob das Festival jemals behauptet hat, sich zu 100 Prozent autark mit Strom versorgen zu können, und viel wichtiger, ob es technisch nicht anders möglich gewesen wäre, eine solche Autarkie zu erreichen.

Wäre es natürlich. Auf der Bühne (bei 7:27 zu sehen) stehen schätzungsweise bis zu 10 normalgroße Konzertlautsprecher und Monitorboxen, Lichteffekte sind gar nicht zu sehen. In einer kleinen Konzerthalle kann man heute mit entsprechend effizientem Equipment (z.B. LED-Leuchtmittel) 1000 Menschen beschallen und liegt bei rund 9 Kilowatt Stromverbrauch. Den könnte theoretisch die Batterie eines einzelnen vollgeladenen Tesla Model 3 über fünfeinhalb Stunden decken. Die Homepage des Sunweaver Festivals wirkt auch nicht gerade wie der Internetauftritt einer im Geld schwimmenden Organisation, die sich vor 10 Jahren mal eben einen großen Stromspeicher leisten konnte, sondern wie das Werk von ein paar Idealisten.

Wer an der Wahrheit interessiert gewesen wäre, hätte die Betreiber danach fragen können. Alternativ gibt es weltweit tausende Menschen, die auf diesem Gebiet forschen und Jeff Gibbs sicher eine kompetentere Antwort hätten geben können als ein paar unter Zeitdruck stehende Bühnentechniker aus dem Jahr 2012 (oder früher). Dieses Konzept ist jedoch der rote Faden, der sich durch diesen Film zieht: Wir sehen Jeff Gibbs dabei zu, wie er scheinbar zufällig mit möglichst absurden Auswüchsen „grüner“ Technologie konfrontiert wird, um dann mit Erstaunen festzustellen, dass „grün“ nicht immer auch sinnvoll oder gar nachhaltig bedeutet.

Ab Minute 11:47 erzählt Jeff Gibbs uns, wie er im (mutmaßlichen) Jahr 2010 bei der Pressekonferenz von General Motors anwesend war, bei der das neueste Hybridfahrzeug und Hoffnungsträger des Konzerns, der „Chevrolet Volt“ vorgestellt wurde. Während der Volt nun pressewirksam an der konzerneigenen Parkplatzsteckdose geladen wird, gibt es allerlei lustige Momente, in denen das anwesende Personal von GM seine Ahnungslosigkeit in Sachen Nachhaltigkeit preisgibt. Die Anwesenden wissen nicht genau, wie der Strom hergestellt wird, halten „Natural Gas“ (Erdgas) anscheinend aufgrund des Namens für klimaschonend und sagen Sachen wie „I don’t think coal is bad“, „[coal] has lovely energy values“ (Minute 13:45).

Ja, das ist alles sehr unterhaltsam, aber das ist halt auch ein Autokonzern, der den mit Abstand meisten Umsatz nach wie vor mit Verbrennungsmotoren generiert. Wer von den Vertretern erwartet, Experten oder gar Fürsprecher der Energiewende zu sein, der fragt bei der Metzgerei vermutlich auch nach veganen Rezepten. Zudem hätte es dem Filmteam ohnehin nicht recht gemacht werden können, denn nachdem sich nun über den hohen Kohleanteil im Stromnetz von Michigan lustig gemacht wurde, wird anschließend die Produktion von Solarstrom kritisiert.

Im Jahr 2008 hat Lansing, die Hauptstadt des Bundesstaats Michigan, nämlich ein für damalige US-Verhältnisse revolutionäres Projekt gestartet und für 600.000 US-Dollar Solarmodule installieren lassen. Nur zu Erinnerung, 2008, das ist dieses Jahr, in dem Ich + Ich in den Charts waren, Michael Jackson noch am Leben und Frank-Walter Steinmeier Kanzlerkandidat der SPD war. Oder anders: Das ist verdammt lange her. So lange, dass Endkunden zu der Zeit über 4.000 Euro pro Kilowattpeak zahlen mussten. Heute liegen wir knapp über 1000 Euro pro Kilowattpeak, auch weil wir heute für solche Anlagen kaum noch amorphe Siliziumzellen verwenden, mit denen das im Film zu sehende Solar Array ausgestattet ist.

Amorphe Solarzellen sind heute so was wie der Rotwein aus dem Tetra Pak, schmeckt mäßig, macht trotzdem irgendwie betrunken, eine dicke Portion Kopfschmerzen und ist schön billig. Die Stadt Lansing müsste heute also inflationsbereinigt nur noch knapp 20.000 US-Dollar für die Module dieser Anlage bezahlen. Sie würde vermutlich auch nicht mehr die Tetra-Pak-Solarzellen nutzen, sondern kristalline Zellen, die ein Vielfaches an Strom erzeugen können (Spoiler: Macht sie auch).

Im Film führt ein Guide durch die Solaranlage und gibt an, dass sie im Jahr 64.000 Kilowattstunden Strom erzeugt. Zur Einordnung: Das verbrauchen in etwa 20 deutsche Haushalte im Jahr. Im Film erklärt der Mitarbeiter des Betreibers dann, dass eine Anlage, die die ganze Stadt versorgen könne, knapp 40 Quadratkilometer groß sein müsste. Die Message ist klar: Diese Technologie kann in der Praxis niemals genug Energie für unseren Bedarf liefern.

Zu dem Schluss mag man im Jahr 2010 gekommen sein, aber seitdem ist halt einiges passiert. Der Guide erwähnt eine Effizienz von unter 8 Prozent für die gesamte Anlage und scherzt noch, dass man sehr effiziente Zellen nur auf Raumfahrtsonden der NASA nutzen könne, weil sie 150.000 Dollar pro Quadratzentimeter kosten. Man kann jetzt im Nachhinein schlecht einschätzen, was genau er mit „Sehr effizient“ meinte, aber gängige Solarzellen für das Eigenheim liegen bereits heute bei einer Effizienz von 15 bis 22 Prozent, also etwa dem Zwei- bis Dreifachen.

Auch das Solar Array in Lansing bekam in der Zwischenzeit schon ein Upgrade: Man kann bei Google Maps sehen, dass der untere Teil des Arrays mit neuen Zellen ausgebaut wurde, und allein dadurch generiert die Anlage heute mit 150.000 Kilowattstunden ungefähr die zweieinhalbfache Menge als das veraltete Filmmaterial behauptet. Wollte man also die ganze Stadt mit Solarstrom versorgen, bräuchte man allein durch den Einsatz aktueller Technik nur einen Bruchteil der im Film genannten 40 Quadratkilometer.

Technischer Fortschritt von Solarzellen

Zudem müsste man diese Zellen auch nicht auf exklusiv dafür reservierten Flächen aufstellen, wie der Film impliziert, denn es gibt in Lansing, wie in den meisten US-amerikanische Städten, so viele Parkplatz- und Gewerbeflächen, dass der Stadtkern auf dem Satellitenbild wie ein gigantischer weiß-grauer Klumpen wirkt. Allein die örtliche Autofabrik von GM umfasst mit ihren Parkplätzen eine Fläche von 0,8 Quadratkilometern, damit könnte man per Photovoltaik 11.000 deutsche Haushalte mit Strom versorgen.

Das ist für Europäer jetzt auch keine bahnbrechende Neuigkeit – Solarzellen sieht man hier primär auf Hausdächern oder anderen ohnehin bestehenden Strukturen, warum machen die Amerikaner das nicht einfach genauso? Surprise, genau das machen sie: Seit Februar dieses Jahres werden 670 Meter mal 670 Meter Parkplatzfläche (das entspricht zweieinhalb mal der kompletten Binnenalster in Hamburg) der Michigan State University in Lansing mit modernen Solarzellen ausgestattet. Zusammen mit dem 2018 in Betrieb genommenen Delta Solar Plant im Südwesten der Stadt und der kleinen, im Film zu sehenden Anlage können dann knapp 10.000 Häuser in Lansing mit Solarstrom versorgt werden.

Die ganze Geschichte, die der Film so süffisant zu erzählen versucht, zerschellt hier an der Realität des Jahres 2020 wie ein DeLorean an einer Lokomotive aus dem Jahr 1985. Weil Photovoltaik heute halt funktioniert. Aber auch für diese Lösung findet der Film ein Problem: Wie werden Solarzellen denn hergestellt? So schnitzt sich der Film seine ganz eigene Lizenz zum ewigen Meckern. Erst fragt er, wie viel Solarstrom es in Lansing gibt – wenig? Oh, das ist aber schlecht. Und wenn Kommunen ihren Solarstrom vervielfachen? Das ist auch nicht gut, weil die Solarzellen nicht an Bäumen wachsen.

Ab Minute 36:51 sehen wir nämlich die zentrale Montage des Films, die in meinen Augen die platteste Desinformation in einem Film voller Desinformationen darstellt und mit „How Solar Cells & Wind Turbines are Made and electric cars too!“ (sic) beginnt. Zwei Minuten und 16 Sekunden lang werden wir zu verstörend disharmonischer Musik mit Bildern bombardiert. Sie zeigen in extrem kurzer Schnittfolge Szenen des globalen Bergbaus, Fabrikhallen, Schmelzvorgänge, chemische Summenformeln und Bezeichnungen, Industrieanlagen, afrikanische Kinder in Kobaltminen, Labors, Kohleabbauhalden, Ölbohrinseln, Roboter in einer Teslafabrik, Stahlwerke und Sprengvorgänge. Es gibt außerdem kurze Einblendungen wie „Hexafluoride 23.000 times worse than CO2“ oder „concrete – third leading cause of co2 emissions“ zu sehen, andere kann man gar nicht lesen, sie sollen vermutlich einfach ein diffuses Gefühl von Angst vermitteln.

Man fragt sich unvermittelt, ob man immer noch den Film eines linken Umweltschützers sieht oder ob man irgendwie in eine eklige Propagandasendung der Trump-Regierung umgeleitet wurde. Erzkonservative Populisten, die Erdöllobby, russische Erdgasmilliardäre und Betreiber von Kohle- und Atomkraftwerken werden bei diesem Abschnitt jubeln, der den unbedarften ZuschauerInnen vermittelt, Erneuerbare Energien zerstörten den Planeten schlimmer als alle anderen Technologien zusammen.

Es kommt mir ja echt maximal überflüssig vor, das explizit hierhin zu schreiben, so als würde ich extra erklären, dass bei Regen die Straße nass wird, aber: Nein. Nein, Solarzellen, Windkraftanlagen und Elektroautos verursachen nicht mehr Umweltzerstörung als ihre fossilen Alternativen, im Gegenteil, ihr Impact beträgt über den gesamten Lebenszyklus einen Bruchteil davon. Sie verursachen weniger Treibhausgase, benötigen weniger Landfläche und auch viel weniger Rohstoffe. Selbst mit Daten von 2007 war das eindeutig.

Ja, Windräder werden nicht von ein paar Elfen auf einer hübschen Waldlichtung aus Tannenzapfen hergestellt, sondern in einer Fabrik aus Beton, Stahl und Verbundstoffen. Wem auch das nicht in den Kram passt, der muss der Menschheit komplett den Stromverbrauch abtrainieren – und ich habe bei unseren beiden Protagonisten Jeff und Michael starke Zweifel, dass sie gute Vorbilder für dieses Ziel wären. Schließlich drehen sie mit Hilfe einer Menge fossiler Brennstoffe einen Film, der wie ein wildgewordenes Facebook-Meme von der AfD oder Hubraum for Future neue, saubereRE Technologien an den Pranger stellt, während sie kein Wort über die Nachteile des Status Quo verlieren.

Es ist nämlich so: Würde jemand eine solche Montage für Herstellung und Betrieb von Kohlekraftwerken, Öltankern und Gaspipelines anfertigen, man müsste eigentlich das komplette Bildmaterial nochmal verwenden, ergänzt durch die Aufnahmen von explodierenden Ölbohrinseln, zu Mondlandschaften gerodeten Wäldern für Ölsande, Ölpesten in Regenwäldern und die Spielzeit verzwanzigfachen, um dem Verhältnis gerecht zu werden.

Hätte sich irgendeiner der an dem Film Beteiligten auch nur einmal die Mühe gemacht, die Schäden genau zu beziffern, wäre das aufgefallen. Stattdessen scheinen die Macher in einem kollektiven Panikrausch vergessen zu haben, dass es bei all diesen Themen eigentlich darum geht, die planetaren Grenzen nicht zu sprengen. Ein Blick auf die Zahlen vermittelt eine Idee, mit welcher Technologie das am ehesten funktionieren kann.

Ja, aktuell befinden wir uns in der blöden Lage, dass die Herstellung von Solarzellen und Windkraftanlagen ebenfalls Treibhausgase emittiert, weil halt unser ganzes Wirtschaftssystem auf der Verbrennung von fossilen Brennstoffen basiert. Ein Blick auf das Diagramm zeigt aber auch, dass selbst in dieser Situation die Stromproduktion mit Wind- und Solarkraft einen winzigen Bruchteil der Emissionen eines Gas- oder Kohlekraftwerks verursacht. Im Film wird dennoch wiederholt behauptet, Photovoltaik und Windstrom seien genauso schlecht (Minute 24:41) oder sogar schlechter als Kohle- oder Gaskraft (Minute 19:02).

Das Zauberwort heißt Transition: Je mehr Energie in unseren Netzen nachhaltig hergestellt wurde, desto besser werden die Klimabilanzen aller damit hergestellten Produkte – auch die von Solarzellen, Windkraftanlagen und Elektroautos. Nichts an der Herstellung ist darauf angewiesen, prähistorische Pflanzen zu verbrennen, sie waren nur lange der scheinbar günstigste Energieträger für Strom und Prozesswärme. Ein Wandel aller Bereiche unseres Lebens zu null oder sogar negativen Klimaemissionen ist möglich, aber eben nicht mit allen gleichzeitig und nicht innerhalb von ein paar Tagen.

Es ist daher krass irreführend, wenn der Zusammenschnitt ausgerechnet die naturzerstörende Öl- und Kohleproduktion als Argument gegen Solar- und Windkraft anführt. Ja, aktuell wird auch etwas Öl und Kohle für diesen Sektor verbrannt, aber eben nur in Ermangelung einer abgeschlossenen Energiewende und mit dem expliziten Ziel, diese Energieträger komplett abzuschaffen.

Eines der größten Hindernisse, um dieses Ziel zu erreichen, ist eine Armee von Menschen, die uns seit Jahrzehnten erzählt, das ginge nicht. Üblicherweise sind das Leute, die mit dem Status Quo eine Menge Geld verdienen – was Michael Moore und seine Kumpels dazu treibt, ist mir offen gesagt schleierhaft. Ihr Werk erinnert an die vielen ablehnenden Berichte über vegane Burger, in denen jeder Aspekt der Produktion betrachtet wird und die AutorInnen in maximaler Ignoranz den Status-Quo in einer vermeintlichen Bauernhofromantik verorten.

Zum krönenden Abschluss präsentiert dieses undurchdachte Werk am Ende keinerlei Lösungsvorschlag, außer: Unser ewiges Wirtschaftswachstum muss enden, wir müssen die Überbevölkerung stoppen, wir müssen alle traurig in Kameras gucken und weinen.

Sorry, aber das ist einfach nur blamabel. Ja, unbegrenztes Wachstum auf einem begrenzten Planeten kann nicht funktionieren. Ja, man kann gerne bemängeln, wie mancherorts unter dem Oberbegriff Biomasse Strom ins Netz gespeist wird, aber selbst, wenn Aliens morgen 4 Milliarden Menschen von der Erde wegbeamten und wir der Weltwirtschaft 20 Jahre Klimaschutz-Lockdown-Maßnahmen verordneten, benötigte sie ja immer noch Energie und Ressourcen, wenn auch weniger.

Menschen müssen auch in einem anderen Wirtschaftsmodell was essen, sie müssen irgendwo wohnen, irgendwie ihren Wohnraum heizen und irgendwie von A nach B kommen. Wir würden dann anstatt 37 Gigatonnen CO2-eq. pro Jahr vielleicht nur 10 Gigatonnen CO2-eq. ausstoßen, damit aber den Klimakollaps nur etwas aufschieben. Vermutlich wollen sie darauf hinaus, dass neue Technologie alleine uns nicht rettet, wenn wir uns nicht auch einschränken. Ich würde dem zustimmen, aber es gilt leider auch andersrum: Ohne eine andere, nachhaltigere Technologie wird uns Einschränkung alleine nicht retten.

Für Jeff Gibbs und Ozzie Zehner sind jedoch alle Lösungsvorschläge, deren Umwelteinfluss nicht bei null liegt, inakzeptabel. Das ist leider vollkommen naiv, selbst in der Savanne lebende Naturvölker haben einen Impact auf die sie umgebende Natur. Deutschland war vor Ankunft der Menschen nahezu vollständig bewaldet; selbst kleine, bio-zertifizierte Kartoffeläcker stellen einen Eingriff in dieses Ökosystem dar, indem der Mensch diese Fläche und Ressourcen für sich beansprucht. Wer das für sich nicht akzeptieren kann, kann eigentlich nur den Freitod wählen – aber bitte nicht mit einer Bestattung, so ein Sarg verbraucht ja auch eine Menge Holz. Ein Sprung ins Meer mit biologisch abbaubaren Gewichten an den Füßen sollte es konsequenterweise schon sein.

Ähnlich absurd ist der ständige Verweis auf die Überbevölkerung. Das Wachstum der Weltbevölkerung sinkt schon seit den 60er Jahren (Achtung: Das Wachstum selbst, nicht die Bevölkerung) und es gibt außer der Verbreitung von Bildung und Gleichberechtigung kaum ethisch akzeptable Konzepte, diesen Vorgang noch effektiv zu beschleunigen. Die Gesamtbevölkerung steigt auch dadurch, dass Menschen nun auch in Schwellenländern immer älter werden. Selbst wenn die kommenden 10 Jahre niemand mehr Kinder bekäme, müssten unsere Ressourcen also für viele Milliarden Menschen ausreichen.

Zudem finden die allermeisten Klimaemissionen ja nicht in den Ländern mit den größten Bevölkerungszuwächsen statt, sondern in bevölkerungstechnisch stagnierenden, reichen Gesellschaften. Es hat etwas ganz Klebriges, wenn ein Film, in dem fast ausnahmslos ältere, weiße Männer zu Wort kommen, über die Gefahren der Überbevölkerung fabuliert. Das verstehen unter dem Deckmantel nämlich leider sehr viele Menschen als: „Die Asiaten und Afrikaner sind so viele, die müssen mal weniger werden.“

Es ist daher nicht verwunderlich, dass ultrarechte Medien wie Breitbart (verlinke ich nicht) sich äußerst positiv über den Film äußern. Die Macher von Tichys Einblick freuen sich über die entlarvten grünen Lügen und die NZZ sieht ihn als Beweis für die Scheinheiligkeit der Umweltbewegung. Sowohl das Narrativ sich unkontrolliert vermehrender Menschen in armen Ländern als auch die Positionen aus dem Klimaleugnungsspektrum sind seit Langem ein von allen genannten gerne bespieltes Feld.

Fazit:

Wir haben es hier mit einem hochmanipulativen Film zu tun. Weder im Film selbst noch auf den begleitenden Medien werden valide Quellen für die vielen, vielen steilen Behauptungen geliefert. Stattdessen übernimmt der Regisseur unkritisch die persönlichen Meinungen der Interviewten. Darunter der intransparent in den Film bugsierte Co-Produzent (hat Ingenieurwissenschaften studiert), mehrere Anthropologen, ein Soziologe, ein Ökologe, ein Umweltsoziologe, ein Psychologe, Bühnentechniker, Windkraftgegner, Zoowärter und Angestellte diverser Unternehmen wie z.B. General Motors. Was die kompetentesten Menschen aus Wissenschaft und Forschung zu alledem zu sagen haben, erfahren wir nicht.

Wenn überhaupt mal konkrete Daten eingeblendet sind, dann verzerren sie durch fehlenden Kontext und mangelhafte Quellenangaben wie „Source: International Energy Agency“ (Minute 30:43) oder „Source: German Federal Government“ (Minute 34:03) oder es handelt sich um uralte Studien aus dem Jahr 2012, deren zentrale Grundannahmen heute nicht mehr gelten (Minute 22:42). Generell werden wir als ZuschauerInnen über den zeitlichen Ablauf der Geschehnisse komplett im Dunkeln gelassen. Der Film und auch der ganz bewusst gewählte Zeitpunkt der Veröffentlichung implizieren jedoch, dass seine Aussagen hier und heute unbedingt relevant sind.

Ja, man sollte auch bei laut eigener Angabe „grün“ agierenden Firmen nachschauen, was das konkret heißt. Ja, es gibt Biomassekraftwerke, deren Betrieb ökologisch fragwürdig ist. Die Macher trieb vermutlich die Angst, dass die Schwerindustrie sich nun von Kohle- und Ölverbrennung abwendet, nur um das Land mit Wälder vernichtenden Biomassekraftwerken zu überziehen.

Michael Moore vertritt recht linke Positionen, unter anderem ist er Kritiker großer Konzernstrukturen und musste in seiner Zeit als Umweltschützer miterleben, wie die Umweltbewegung in seinem Heimatstaat Michigan einen Kampf nach dem anderen gegen mit der Politik verbandelte Großkonzerne verlor. Vermutlich graut ihm nun davor, dass seine alten Feinde einfach eine Technologie gegen die andere tauschen und sonst alles beim Alten bleibt.

Das wirklich Tragische daran ist, dass Moore und Gibbs sich hier dramatisch selbst im Weg stehen, denn keine Technologie eignet sich besser für dezentrale Energieversorgung als Erneuerbare Energien. Es gibt in Deutschland heute schon Ortsteile, die sich so autark mit Energie versorgen. Ganze Staaten könnten sich aus der Abhängigkeit von Energieimporten befreien und wenn man seine CO2-Emissionen bei Atmosfair kompensiert, investieren diese oft in ökologisch sinnvolle, kleine Biogasanlagen in Nepal, Indien oder Kenia, weil dort ohnehin Kuhdung oder Erntereste anfallen.

Anstatt solche Projekte zum weltweiten Standard zu machen, erzählen Moore und Gibbs hier aber eine Geschichte, die die großen Stromkonzerne sich selbst nicht besser hätten ausdenken können und festigen damit erst recht deren Macht. Zu düsterer Musik und aus dem Kontext gerissenen Bildern verkündet Jeff Gibbs‘ monotone Stimme andauernd, irgendetwas Sensationelles herausgefunden zu haben. „We found out“, „We discovered“, „but the truth was“, Kunstpause, Aufnahme eines Kraftwerks, Interview mit weinender Frau am See, fertig ist die Sensation.

Die letzte Sequenz besteht aus drei Minuten, in denen wir in quälend langsamen Einstellungen dem in der Tat unerträglichen Schicksal eines Orang-Utans-Exemplars beiwohnen, dessen Habitat vernichtet wird. Solche Regenwaldrodungen geschehen in deren Lebensraum auf Borneo und Sumatra primär, um Palmöl herzustellen. Damit werden aber weder Solarzellen noch Windkrafträder oder Elektroautos hergestellt – der größte Anteil der europäischen Palmölimporte landet in einer Technologie, die wir laut Film nicht mit elektrischen Antrieben ersetzten sollten: in unseren Verbrennungsmotoren.

Jeden Tag mehr als 10 Millionen Liter, allein in Europa. Zeit, das zu ändern.

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18 Gedanken zu “Wie Michael Moore der Klimabewegung mit einer Anti-Solarkraft-, Anti-Windkraft- und Anti-Elektroauto-Doku einen Bärendienst erweist

  1. Großartig! Danke! So bitter nötig, Deine Rezension! Es gab bisher zu wenig deutschsprachige Kritiken dieses Films, die sich die Mühe gemacht haben, dieses Machwerk zu zerpflücken. Alles andere liest sich nämlich wie Wasser auf die Mühlen der Klimawandelleugner (Tichy & Co.)

  2. Ich habe mich schon vor knapp zehn Jahren gewundert, warum Michael Moore so zum Hoffnungsträger der linksintellektuellen Elite geworden ist. Denn im Gegensatz zu vielen anderen habe ich in das Buch Stupid White Men auch mal reingeguckt. Neben vielen Wahrheiten ist das nämlich hauptsächlich mit vielen Plattheiten gefüllt. Thematisch mäandert er da zwischen den verschiedensten Themen mit dem Tiefgang einer Seifenblase. Hätte er das als Blog geschrieben, hätte er vermutlich genau einen Follower, nämlich seine Mutter.

    Unter anderem entpuppt er sich da als abgrundtiefer Deutschenhasser. Wenn jemand in einem Buch schreibt, dass ihm gerade aufgefallen ist, dass wir ja einen Krieg angefangen haben und jetzt trotzdem in Wohlstand leben, das sei doch total ungerecht, dann frage ich mich, was er damit sagen will. Selbstverständlich ohne irgendeine weitere Einordnung, ohne zu sagen, was denn stattdessen sein sollte. Das ist okay für einen Hausmeister in Illinois, aber doch nicht für jemanden, der sich als intellektuelles Gegengewicht zum amerikanischen Präseidenten (der damals ja nicht Trump hieß) geriert. Paradoxerweise wurde er gerade in Deutschland sehnsüchtig bejubelt – ich frage mich, ob jemals jemand damals seine Bücher gelesen hat, oder ob sie einfach nur im Schrank stehen.

    Daher wundert es mich nicht, dass auch dieser Beitrag von ihm so flach bleibt und Antworten schuldig bleibt.

  3. Ich stell mir immer vor, was wir alles schaffen könnten, wenn wir das Geld was wir für fossilen Luxus wie Fleisch&Co., Fliegen – ok, gerade nicht mehr, Sport- und Luxusautos, Motorräder, Kreuzfahrten und Kfz-Fahrten als und zum reinen Vergnügen oder um andere (potentielle Sexualpartner, Nachbarn, Bekannte, Kollegen, Konkurrenten) damit zu beeindrucken, ausgeben, in Energiespartechnik und fossilfreie Energiequellen stecken würden oder es einfach ganz sein lassen würden.
    Nur leider wird es dazu nicht kommen, denn wir lassen uns von unseren Emotionen treiben und versuchen nicht einmal dagegen anzukämpfen. Und so vermute ich auch bei Moore&Co, dass sie bei ihrem Film weniger nach rationaler Erkenntnis suchten, als sich von Emotionen treiben liessen und auch nur eben jene Emotionen bei ihrem Publikum ansprechen wollen.
    Solar- und Windkraft und vor allem Energiespartechnik sind schon effektiv, nur es nützt alles nichts wenn der Nachbar weiter mit dem Verbrenner-SUV mit 200km/h über die Autobahn heizt, drei mal im Jahr in den Urlaub fliegt, Samstags die Steaks auf den Grill wirft uns es auch sonst nur so krachen lässt. Und unsere diätgeprüften Politiker durch alle Parteien sind ja genauso gestrickt: wer viel Geld hat, der lässt es krachen – so oder so. Und dazu sind unsere Politiker auch noch korrupt, dass sie in den letzten 30 Jahren nichts effektives gegen die Fossillobby zustande gebracht haben und es auch in den nächsten 30 Jahren nicht tun werden.
    Und das ist der eigentliche Grund, dass die Klimakatastrophe nicht zu verhindern sein wird: wir haben ein undemokratisches, völlig korruptes System und wir hätten schon vor 30 Jahren ein anderes gebraucht z.B. echte (direkte) Demokratie um heute auch politisch effektiv gegensteuern zu können. Die Schweizer machen es uns vor und verbraten nur halb so viel(!) CO2eq pro Kopf wie die Deutschen. Aber die sind ja auch bekloppt mit ihrem Tempolimit, Autobahnmaut, super ausgebauten Eisenbahnnetz und dass sie vier mal im Jahr sachunmittelbar und auf allen politischen Ebenen abstimmen. Yes, we’re fucked! Aber anders als uns das der Moore-Film glauben machen will.

    • Hi,

      ich finde deinen Kommentar schwach. „wir haben ein undemokratisches, völlig korruptes System“; garantiert nicht perfekt aber auch nicht undemokratisch und völlig korrupt. Ich denke, das es eine Vielzahl an engagierten Menschen gibt auf die das nicht zutrifft. Menschen die aus Überzeugung ehrenamtlich in lokalen Gremien aktiv sind. Deine Sichtweise ist hier halt nicht hilfreich wenn >Du alles pauschalisierst.

      „nur es nützt alles nichts wenn der Nachbar weiter mit dem Verbrenner-SUV… krachen lässt.“ Ja solche Menschen gibt es und wird es auch immer geben, wir sind nicht alle gleich. Trotzdem bringt jedes positive Beispiel das gesamte Thema nach vorne, du redest ja deinen eigenen Beitrag (ich entnehme deiner Antwort, dass Du anders bist) selber klein, damit ist niemanden geholfen. Oder hoffst Du auf eine „große“ Lösung von „oben“.

      „…echte (direkte) Demokratie…“ ich hoffe nicht. Ja, auf kommunaler Ebene toll aber wenn man sich das Meinungsbild der <Bevölkerung zu bestimmten Themen wie "Umwelt", "vereinfachte Genehmigungen", "Asylpolitik" anhört hoffe ich, dass wir so schnell keine direkte Demokratie nach Schweizervorbild bekommen..

      MFG

      • … schwach … Du alles pauschalisierst … du redest … klein … hoffst Du auf …Meinungsbild der Bevölkerung

        Man kann niemanden daran hindern von sich auf andere zu schließen.
        FLW

  4. @Orinoco: Die Schweiz wird ihre Klimaziele 2020 trotz Coronakrise verfehlen. Die erneuerbaren Energien hinken weit hinter Deutschland her. Die Schweizer fahren aufgrund ihres Wohlstands die schwersten und umweltschädlichsten Autos in ganz Europa. Sie fliegen weltweit mit am meisten und sie konsumieren übermässig viel. Der niedrigere Pro-Kopf-Ausstoss ist möglicherweise mit fehlender Schwerindustrie zu erklären?
    Trotz fetter Wahl-Zugewinne gibt es hierzulande noch keine/n grüne/n Bundesrat/rätin (eine/r der 7 Regierungsmitglieder). Und trotz direkter Demokratie: Wichtige Abstimmungen für mehr Umweltschutz – z.B. die Lebensmittel-Initiative für mehr Ökologie und Tierwohl – fielen sang und klanglos beim Volk durch. Loben Sie die Schweiz lieber nicht über den grünen Klee – ach ja, ich habe vergessen zu erwähnen, dass die Pestizidbelastung im Grundwasser hier vielerorts auch die zulässigen Grenzwerte überschreitet. Aber sonst gehe ich mit Ihnen einig. Und mit dem Artikel-Autor sowieso.

  5. Die Schweiz hat keine Kohlekraftwerke und ideale Topografie für Wasserkraft. Somit ist das Grundniveau an Emissionen tiefer, aber der Trend stimmt überhaupt nicht. Richtig schlimm wirds wenn man die durch unseren Konsum verursachten Emissionen miteinrechnet. So pauschal kann man die Schweiz deshalb nicht als Vorbild nennen, auch wenn man in gewissen Bereichen (ÖV, Minergie, …) vielleicht noch etwas anschauen kann 😉

  6. @Anne
    Mir ist schon bewußt, dass auch die Schweiz nicht das Paradies auf Erden ist und die Schweizer auch keine Übermenschen oder Überdemokraten, die die (direkte) Demokratie schon mit der Muttermilch bekommen und automatisch immer rational „richtig“®™ stimmen.
    Eher schon „Unter den Blinden ist der Einäugige König“. Da gibt es sicher – auch (demokratie-)politisch – noch einiges zu verbessern. Aber was die demokratische Legitimität des politischen Handelns betrifft, da ist die Schweiz dem Rest der Welt Lichtjahre voraus. Die Richtung stimmt, auch wenn das Volk nie mehrheitlich so stimmt wie es die unterlegene Seite für richtig hält.
    Und speziell zum CO2-Fußabdruck: der ist natürlich bedingt durch das hohe Wohlstandsniveau immer noch zu hoch. Auch für die Schweizer gilt das Prinzip: wer viel Kohle hat, der lässt es krachen. Aber deswegen würde ich als Schweizer immer noch nicht mit z.B. Indien (der vorgeblich „größten Demokratie“ und einem sehr niedrigen pro Kopf CO2-Fußabdruck) tauschen wollen, weder politisch noch umweltmäßig. Und auch nicht mit einem quasi-feudalen Deutschland in dem diese Situation wahrscheinlich anders ausgegangen wäre. Im alten Witz:

    Im Himmel kommen die Köche aus Frankreich, die Mechaniker aus Deutschland, die Polizisten aus England, die Liebhaber aus Italien und alles wird von den Schweizern organisiert.
    In der Hölle kommen die Köche aus England, die Mechaniker aus Frankreich, die Polizisten aus Deutschland, die Liebhaber aus der Schweiz und alles wird von den Italienern organisiert

    steckt eben auch ein Körnchen Wahrheit.
    Ansonsten pflege ich Kurt Felix, den Wanderer zwischen den Welten Schweiz und Deutschland, zu zitieren:

    Deutschland hat ein unglückliches Volk und glückliche Politiker.
    Die Schweiz hat ein glückliches Volk und unglückliche Politiker

  7. Das Problem liegt ja ganz woanders, nicht da, ob man ein bisschen weniger fossile Brennstoffe verwenden sollte oder stattdessen Solar und Wind.
    Das Problem liegt an der materialistischen Auffassung der Welt und des Universums, wo alles als DINGE gesehen wird, einschließlich Tiere, und Menschen, mit denen man machen kann, was man will. Das ist bei den gegenwärtig gängigen „erneuerbaren Energien“ nicht anders, sie unterscheiden sich nicht wirklich von den anderen Formen. Wir werden die hier angesprochenen Probleme so nicht lösen, da man bekanntlich (laut Einstein) Probleme nicht auf derselben Stufe lösen kann, auf der sie entstanden sind.

    Wir werden das Problem – die Probleme – erst lösen können, wenn wir zu einer systemischen Sicht der Welt kommen, wenn wir erkennen, dass es mindestens genauso wichtig ist, dass wir uns um die Gesundheit des Bodens kümmern und die Humusbildung fordern müssen. Weiter um die Gesundheit der Wälder, der Meere, usw. und wir müssen erkennen, dass alles gemeinsam angegangen werden muss. Und, und nicht, müssen worerkennen zuletzt, dass wir darauf verzichten müssen, alles, was machbar ist, auch zu machen. Das fängt bei der Plastikverpackung an, beim Nachbarn, der seinen Hund in einem engen Käfig hält und ihn nicht zum Tierarzt bringt, wenn es nötig wäre. Es geht weiter bei der Feld-wirtschaft mit offenen Flächen, die die Erosion fördern und CO2 in die Luft setzen, die ausserdem mit jede Menge Giften besprengt werden, damit die Ernte größer wird – und dann doch großenteils weggeworfen wird, also unnötig war. Es geht zur Massentierhaltung, die als Sachen gesehen werden, nicht als lebende Wesen, die ein Recht haben, gut behandelt zu werden. Und es geht weiter und weiter.

    Alles am CO2 Ausstoß durch fossile Brennstoffe lösen zu wollen kreiert ebenso riesige Umweltschäden, die zu verhindern und zu heilen wir doch aufgebrochen waren, oder? Und da gibt es kein besser oder schlechter, kaputt ist kaputt.

    Also, nehmt doch bitte den Film, um Euch an der eigenen Nase zu zupfen und zu erkennen, dass ihr – wie auch ich – lange Jahre eine Illusion gelebt habt, dass es so wie bisher doch schon weitergehen könnte, aber halt eben nur ein bisschen anders. Es ist nicht sehr weise, einen Schaden für den Planeten durch einen anderen ersetzen zu wollen.

    Setzt euch hin und sucht nach kreativen Lösungen, anstatt den Boten der schlechten Nachrichten, (nämlich dass wir einer Illusion aufsitzen) zu killen. Es gibt Menschen, die nach Lösungen auf einer anderen Ebene suchen, aber die werden als Spinner abgetan und nicht finanziert von Ölgesellschaften. Macht Euch doch ein bisschen schlau, was es sonst noch so alles gibt und benutzt Eure Energie für etwas Sinnvolleres, als aufeinander herum zu hacken!

    • Eine materialistische Auffassung sagt nur, dass die Vorgänge der Welt auf Materie und deren Gesetzmäßigkeiten zurückgeführt werden können. Sie sagt explizit NICHT, man könne mit Wesen einfach alles machen.

      Im Gegenteil, im Materialismus ist vollkommen logisch, dass Tiere genau so Schmerzen empfinden können wie Menschen. Erst durch die Verortung einer Seele in Menschen und nicht in Tieren kann man viele schlimme Dinge ableiten.

      Ja, auch wenn wir den Klimawandel irgendwann mal verhindert haben, gibt es noch einen Haufen anderer Probleme, aber der Film bezieht sich ja ganz konkret auf den Klimawandel, nicht wahr? Er behauptet, Erneuerbare Energien würden dieses Problem nur verschärfen und das ist einfach falsch.

      Alles am CO2 Ausstoß durch fossile Brennstoffe lösen zu wollen kreiert ebenso riesige Umweltschäden, die zu verhindern und zu heilen wir doch aufgebrochen waren, oder? Und da gibt es kein besser oder schlechter, kaputt ist kaputt.

      Fossile Brennstoffe sind die Ursache des CO2-Ausstoßes, nicht seine Lösung.

      Also, nehmt doch bitte den Film, um Euch an der eigenen Nase zu zupfen und zu erkennen, dass ihr – wie auch ich – lange Jahre eine Illusion gelebt habt

      Der Film verbreitet hierzu aber einfach nur einen Haufen Unsinn. Welche Illusion soll das sein? Niemand seriöses hat je behauptet, Wind- und Solarkraft könnten alle Probleme der Welt lösen. Wenn das deine Illusion war, dann ist es gut, dass du da raus bist, aber dazu braucht es nicht diesen Film, das sagen alle seriösen Klimaforscher seit Langem.

      dass es so wie bisher doch schon weitergehen könnte, aber halt eben nur ein bisschen anders. Es ist nicht sehr weise, einen Schaden für den Planeten durch einen anderen ersetzen zu wollen.

      Wie denn konkret? Wie soll es ohne Energie weitergehen? Wie gedenkst du, im Winter dein Heim zu wärmen, etwas zu kochen oder von A nach B zu kommen?

      Setzt euch hin und sucht nach kreativen Lösungen

      Es gibt die längst, die Macher des Films kapieren das nur leider nicht, weil sie im Jahr 2010 festhängen.

      Werd doch mal konkret: Wie willst du ohne Energie leben?

      • Lieber Jan, ich habe immer gedacht, dass du ein sehr belesener, intelligenter Mensch bist, der die Erde und Natur im Ganzen betrachtet. Aber ich denke, ich habe mich wohl ein Stück weit getäuscht! Schade! Ich gebe Heidi vollkommen recht! Alles ist miteinander verbunden und wir haben einfach aufgehört (oder haben es noch niemals getan), unsere komplexe Welt als Einheit zu sehen. Alles funktioniert perfekt miteinander. Die Natur macht keine Fehler, allerdings kommt der Mensch als Störfaktor dazwischen und versucht, gegen dieses System zu arbeiten. Ich habe den Film von Moore nicht gesehen und kann also auch nicht beurteilen, worum es wirklich geht, aber deine Antwort auf Heidis Kommentar wirkt sehr kurzsichtig. Im besten Fall mal nichts sagen, anstatt so eine Antwort zu geben. Ich empfehle dir dazu das allerneueste Video von Ken Jebsen. Ein wunderbarer Mensch, meiner Meinung nach, der wie kein anderer versteht, worum es eigentlich geht:
        [hier war ein Video-Link, von der Redaktion entfernt]

        • Wie kommst du darauf, ich würde die Erde nicht als Ganzes betrachten? Die Erde ist ein Planet und beherbergt ein komplexes Ökosystem, das wir gerade zerstören. Ich plädiere dafür, damit so schnell wie möglich aufzuhören. Der Film plädiert dafür, dass wir damit gar nicht aufhören können.

          Wie willst du unsere Diskussion beurteilen, wenn du den Film gar nicht gesehen hast? Wie willst du die Natur ohne eine nachhaltige Energiequelle bewahren?

          Ken Jebsen ist kein Klimaforscher und kennt sich auf diesem Gebiet auch null aus. Ich finde es etwas dreist, dass ich mir jetzt ein 80-minütiges Video von einem Laien anschauen soll zu einem Artikel, den du dir nicht durchgelesen hast.

    • Liebe Heidi, danke für deinen Kommentar! Ich sehe es genauso. Es wird täglich eine andere Sau durchs Dorf getrieben, dabei vergessen wir, worum es eigentlich geht. Leute, wacht doch bitte auf! Sucht die Lösung nicht außerhalb. Sie liegt in eurem Inneren. VG von einer „Verschwörungstheoretikerin/Öko-Spinnerin/Freak/Freidenkerin“.

      [Video-Link von der Redaktion entfernt]

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