Wie eine ARD-Doku absurdes Zeug über Elektromobilität verbreitet und dadurch den Klimawandel verstärkt

Nachdem ich die Hälfte der ARD-Dokumentation „Kann das Elektro-Auto die Umwelt retten“ gesehen hatte, rechnete ich schon fast damit, dass Elektroautos am Ende der Sendung nicht nur für eine Menge Umweltschäden, sondern schlussendlich auch beim Einspielen düsterer Musik für die Ermordung Kennedys, die achte Staffel von Game of Thrones und den Prager Fenstersturz verantwortlich gemacht werden. Das Gute zuerst: Es kam doch anders – aber so richtig schön war es dann insgesamt leider trotzdem nicht.

Liebe ARD, bei manchen Eurer Dokus gewinne ich zunehmend den Eindruck, dass nicht die Recherche die zentrale Message bestimmt, sondern dass bereits zu Beginn das Ergebnis mehr oder weniger feststeht und das Reporterteam dann auf Weltreise geht, um genau dafür Beweise zu suchen. In der Wissenschaft geht man genau andersrum vor, da sammelt man aufwändig Daten und Ergebnisse und sollten diese die These nicht stützen – tja, dann muss man sie verwerfen. Ob man dazu vielleicht einfach keine Lust hatte, nachdem das Budget schon mit teuren Flügen nach Südamerika strapaziert wurde und man wochenlang in der Pampa unterwegs war?

Der Vergleich mag gewagt sein, aber es erinnert mich ein bisschen an die sensationellen Artikel von Claas Relotius, dessen Spannungsbögen leider nur so toll waren, weil er am Ende eher an einer tollen Geschichte als an Fakten interessiert war. Die Geschichte der Autoren Florian Schneider und Valentin Thurn ist folgende: Elektroautos sind in der Theorie eine gute Idee, aber in der Praxis so umweltschädlich, dass sich der Aufwand nicht lohnt und man lieber gleich komplett auf moderne Verkehrskonzepte umsteigen sollte. Schade, man hätte eine ganz ähnliche Geschichte erzählen und gleichzeitig bei den Fakten bleiben können.

Zu Beginn baut die Sendung einen Strohmann auf, also ein Argument, dass der Gegner so eigentlich gar nicht formuliert, das man aber toll widerlegen kann, und deswegen tut man einfach so, als hätte es jemand genannt. In diesem Fall: Ein Elektroauto sei ja gut für die Umwelt. Nein, das ist es natürlich nicht. Generell sind Produktion und Entsorgung großer, schwerer Maschinen aus Metall und Verbundstoffen für den Privatgebrauch extrem selten gut für die Umwelt, das gilt sowohl für Benzinautos als auch für Elektroautos, Waschmaschinen und Luxusgrills.

Nun behauptet das aber in dem Beitrag auch niemand in der Form. Die deutsche Umweltministerin sagt bei Minute 0:30:

„Wir müssen den CO2-Fußabdruck vom Verkehr wegbekommen und da ist die Elektromobilität ein ganz wichtiger Teil.“

Ein interviewter E-Auto-Fahrer formuliert das bei Minute 03:20 hingegen so:

“Es gibt ja im Moment keine günstigere umweltschonendere, CO2-günstigere Art der individuellen Mobilität“
(ja, da unterschlägt er zu Fuß gehen und Radfahren)

Und das ist auch schon der erste Knackpunkt: Wenn wir sagen, etwas sei gut für die Umwelt, dann meinen wir damit üblicherweise, dass dieses Verhalten weniger schädlich ist als der Status Quo. So ist Recycling von Müll gut für die Umwelt, auch wenn Müllproduktion an sich der Umwelt natürlich schadet. Ein regionales, veganes Mittagessen ist „gut für die Umwelt“, aber auch der Anbau dieser Nutzpflanzen geht mit Umweltschäden einher. Hundertprozentig umweltfreundlich ist genaugenommen eigentlich nur der Suizid, daher gehen mir diese ganzen Artikel, Reportagen und Zeigefingerwedeleien bezogen auf die ökologischeREN Produkte mittlerweile auch gepflegt auf den Zeiger.

Eine Menge Leute hält sich immer noch für wer weiß wie investigativ, wenn sie auf die Umweltschäden des Avocadoanbaus hinweist oder in dutzenden Kolumnen die Produktion von Fleischersatzprodukten hinterfragt, und in genau diese Kategorie fällt auch das kollektive Naserümpfen über Elektroautos, das denselben elementaren Fehler macht: Ich kann die Umweltverträglichkeit eines Produktes nicht sinnvoll bewerten, wenn ich mir nicht auch anschaue, für was es eigentlich eine Alternative ist.

Ja, beim Avocado-Anbau wird viel Wasser verbraucht, aber wenn eins dieser grünen Knubbeldinger anstatt eines Steaks verzehrt wird, dann ist die Bilanz immer noch positiv. Wenn Ihr Euer Thermostat auf 20 Grad einstellt, verursacht das Heizen der Wohnung immer noch eine Menge CO2, aber verglichen mit molligen 23 Grad ist es es deutlich klimaschonender. Und genau so reicht es halt nicht für eine umfassende Bewertung von Elektroautos, sich einfach nur die (in der Tat) traurigen Schicksale südamerikanischer Lamazüchter anzuhören, wenn man nicht auch Produktion und Betrieb von Benzinautos damit vergleicht. Wer solche Fragen erörtert, ohne auch nur einmal einen Komparativ zu bilden, der macht es sich zu einfach.

Wir erfahren nun elf Minuten lang, wie in Argentinien Lithium gefördert wird, was nicht sonderlich überrascht, wenn man die entsprechend ähnlichen Berichte über die Förderung in Chile schon gesehen hat: Durch das Heraufpumpen von Wasser in riesige Verdunstungsbecken droht in den ohnehin schon trockenen Regionen der Grundwasserpegel zu sinken, wodurch Landwirtschaft, Flora und Fauna in der Region gefährdet sind.

Was in diesen Sendungen selten gesagt wird: Diese gigantischen Becken gab es schon lange bevor Tesla auch nur ein einziges Auto produziert hat. In der Atacamawüste wird seit 1996 auf diese Weise primär Kalium gewonnen, Lithium entsteht dabei seitdem automatisch als Nebenprodukt und ist mittlerweile einfach das stärker nachgefragte Metall. Als Zuschauer gewinnt man den Eindruck, dass diese Salzseen ohne Elektroautos weiterhin unberührte Natur wären, aber so einfach ist das leider nicht. Lithium wird auch nicht nur in E-Auto-Batterien verbaut, es gibt dutzende Anwendungen für dieses Metall, unter Anderem Handyakkus, Notebookakkus, Glas, Keramik, Klimaanlagen und viele mehr.

Der Raubbau an der Natur in dieser Gegend ist also nicht monokausal auf E-Autos zurückzuführen, sondern die Folge eines auf ewiges Wachstum ausgerichteten Wirtschaftssystems, in dem Produzenten Umweltschäden verursachen und dann der Allgemeinheit überlassen können. Die Idee, dass wir einfach weiter Verbrennungsmotoren nutzen und dadurch das Ökosystem der argentinischen Salzseen retten, ist vollkommen unrealistisch, dafür ist das Metall zu vielseitig einsetzbar und profitabel.

Auf lange Sicht kann nur die argentinische Regierung dieses Gebiet effektiv schützen, indem sie entsprechende Auflagen macht. Genau so geht übrigens Bolivien vor, dort ist der Plan für die gerade im Aufbau begriffene Lithiumförderung, das verbrauchte Wasser durch weiter entferntes Fluss- oder Meerwasser wieder auszugleichen. Das ginge auch in Argentinien und Chile, alternativ gibt es aber weltweit noch viele andere Lithiumvorkommen, sogar in Österreich und Deutschland.

Was mich an der ganzen Sache aber echt kirre macht: Wir reden hier von einer Wüste. Ja, da leben auch ein paar Menschen und Tiere, aber wenn ich mir bei einer guten Fee wünschen könnte, in welchen Gebieten der Erde neue Erzadern für Zukunftstechnologien gefunden werden, ich würde mir ein paar extrem dünn besiedelte Wüsten aussuchen (sofern die blöde Trulla meinen viel cooleren Wunsch nach einem reformierten Wirtschaftssystem vorher abgeblockt hat).

Was dieser ARD-Beitrag nämlich leider komplett ignoriert, sind die massiven Umweltschäden, die aktuell durch unsere benzindurstige PKW-Flotte verursacht werden: Im Februar 2019 hat die Menschheit erstmals einen täglichen Verbrauch von 100 Millionen Barrel pro Tag überschritten, das sind etwa 16 Milliarden Liter Erdöl. Jeden Tag. Und ja, auch für die Erdölförderung werden riesige Mengen Wasser verbraucht.

Wir buddeln das Zeug als Ölsand aus kanadischen Wäldern, wir fördern es mitten im nigerianischen Urwald, wir pumpen es mit riesigen Bohrinseln aus dem Meeresboden. Das sind alles deutlich dichter bewohnte Ökosysteme, der Umweltschaden ist gigantisch: Kanadische Wälder weichen einer leblosen Mondlandschaft, in Nigeria kam es zu tausenden Unfällen, in deren Folge Millionen Liter Öl die Mangrovenwälder und auch die Bevölkerung verseucht haben. Aus hunderten beschädigten Ölbohrinseln fließen jährlich Millionen Liter Öl in den Golf von Mexico, man kann in einem Umkreis von 100 km um die im Jahr 2010 havarierte Bohrinsel Deepwater Horizon Sedimentproben nehmen und stößt dabei immer noch auf Reste des Macondo-Öls.

Ja, einen großen Teil des Erdöls importieren wir auch aus Wüstenländern, wo die Förderung kein allzu großes ökologisches Problem darstellt, dafür werden dort Menschen gesteinigt und Diplomaten zersägt – man stelle sich den Aufschrei in dieser Doku vor, wenn dort Lithium gefördert würde. Und selbst wenn die Förderung einigermaßen glimpflich abläuft, so ist das Verbrennen von Milliarden Litern Öl jeden Tag eine ganz, ganz schlechte Idee, wenn man die Ökosysteme nicht einer massiven Erdüberhitzung aussetzten möchte. Ja, vielleicht können wir die Flamingos im argentinischen Grenzgebiet vor der Lithiumförderung bewahren, aber wenn der Planet irgendwann 4 Grad heißer ist, ist der Schaden um mehrere Größenordnungen höher.

Apropos Tiere: Mit dem im Jahr 2011 eingeführten Biosprit tanken wir nicht nur lokale Agrarprodukte, wir verfahren allein in Europa mittlerweile jeden Tag 10 Millionen Liter Palmöl in unseren Autos. 10 Millionen Liter. Jeden Tag. Wenn Ihr das nächste Mal die Kekspackung ins Supermarktregal zurückstellt, weil die vorletzte Position der Liste der Inhaltsstoffe auf ein paar Gramm Palmöl hinweist, denkt daran, dass wir alle 24 Stunden allein in Europa 4 randvolle olympische Schwimmbecken von dem Zeug einfach verfahren. Und das kommt halt nicht aus irgendeiner staubtrockenen Wüste sondern aus extrem artenreichen Regenwaldgebieten in Südostasien, deren Tier- und Pflanzenwelt industriellen Monokulturen weichen muss.

Diesem Umstand wird die Sendung an keiner Stelle gerecht. Bei Minute 27:35 kommentiert die Stimme aus dem Off:

„Kollateralschäden im Ausland für bessere Luft in Deutschland“

…bezieht das aber nur auf Elektroautos und impliziert damit, unsere bisherige Mobilität käme mit weniger Kollateralschäden aus. Es mag ein schönes Gefühl sein, sich auf der Seite der Bewahrer zu wähnen und Partei für argentinische Bauern und Flamingos zu ergreifen, aber hier kommt das leider im Gesamtpaket mit einem gigantischen „Fuck You!“ an alle Menschen und Tiere daher, die nach wie vor unter einer nach Erdöl süchtigen Weltwirtschaft leiden. Der Wald brennt, aber das Kamerateam der ARD richtet die Linse lieber mit Dreifach-Zoom auf eine niedliche Opossumfamilie, die den Zufahrtsweg der Feuerwehr bewohnt und warnt daher vor Kollateralschäden für das Löschen des Waldes.

Um diese einseitige Sichtweise zu unterstreichen wird bei Minute 26:40 Merle Groneweg vom Verein PowerShift interviewt, die laut Beitrag eine Studie zu den Auswirkungen des Ressourcenabbaus für E-Mobilität geschrieben hat. Die Studie trägt aber vielmehr den Titel „Weniger Autos, mehr globale Gerechtigkeit“, besagte Ressourcen für E-Mobilität sind nur ein Teil der Studie, dessen Position eigentlich eher folgende ist: Die Anzahl der Autos muss reduziert, die restlichen Autos elektrifiziert und die Rohstoffkette von den Herstellern besser kontrolliert werden, die Studie formuliert:

„Elektroautos mit Akkuspeicher sind die derzeit beste Option, um Verbrennungsmotoren zu ersetzen. Zum einen sind sie schon heute weniger klimaschädlich als Autos mit konventionellen Antrieben. Das gilt selbst dann, wenn man den größtenteils fossilen Strommix in Deutschland zugrunde legt und den hohen Energieverbrauch bei der Herstellung der Batteriezellen berücksichtigt.“

Diese zentrale Aussage ignoriert der Beitrag komplett und erzählt nur eine Minute später das genaue Gegenteil: Bundesumweltministerin Schulze erklärt bei Minute 27:26 vollkommen zutreffend, dass Autos mit Verbrennungsmotor eben auch einen enormen ökologischen Fußabdruck besitzen und dass dieser bei Elektroautos vergleichbarer Größe – ein entscheidender Aspekt – jetzt schon geringer ist. Diese Aussage kann man in diversen aktuellen Studien nachlesen und es ist eben auch die Aussage von PowerShift.

Die Dokumentation behauptet aber direkt im Anschluss an diesen Interviewschnipsel:

„Doch die Rechnung geht so nicht auf“

… und belegt das mit einem recht wahllosen Gemisch aus verzerrt eingeschränkten Informationen, alten Daten und vollkommen unzulässigen Vergleichen, es entsteht folgende komplett irreführende Message:

„Denn fast alle Batteriezellen für deutsche E-Autos stammen aus China und Südkorea. […] In der Produktion werden laut einer Studie pro kWh 150 bis 200 kg CO2 freigesetzt […] Für ein Elektroauto mit einer 100-kWh-Batterie, so wie in vielen Autos deutscher Hersteller, wurden also schon vor dem ersten Losfahren 17 Tonnen CO2 in die Luft geblasen. […] Ein Mittelklasseauto mit Verbrennungsmotor war da bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 6 Litern schon über 100.000 km unterwegs.“ (bei Minute 27:46)

Herzlichen Glückwunsch, diese krasse Desinformation haben wir alle mit unseren Gebührengeldern bezahlt. Zunächst mal ist besagte Studie recht alt, die angeblichen CO2-Emissionen darin entstammen sehr lückenhaften Daten von 2013, seitdem hat die Erde sich aber gerade in Bezug auf Akkutechnologie weitergedreht und auch die Autoren der genannten Studie gehen mittlerweile von weniger Emissionen für die Akkus aus, das wird hier recht gut erklärt. Die Produktion eines E-Autos verursacht also im Durchschnitt weit weniger als 17 Tonnen CO2.

Viel irreführender ist aber die Rechnung auf Basis einer 100 kWh-Batterie – derartig große Batterien gibt es nur in hochpreisigen Premium-Modellen für 80.000 Euro und aufwärts, die im deutschen Markt nur einen sehr kleinen Teil ausmachen. In den meisten hier zugelassenen Elektroautos sind viel kleinere Akkus verbaut, die Zulassungsstatistik wird angeführt von E-Smarts, E-Golfs und Renault Zoes mit Reichweiten bis 200 km, dann erst folgen die großen Modelle von Kia und Tesla.

Sorry, aber wen in aller Welt interessieren in dieser Frage denn dann ausgerechnet die wenigen deutschen, großen E-Autos? Die spielen hierzulande eine geradezu winzige Rolle, denn die hiesigen Hersteller fangen gerade erst an, in diesen Markt einzusteigen. Sie haben daher auch noch keine eigene Batterieproduktion und kaufen weltweit ein, was sie bekommen können, um nicht komplett abgehängt zu werden. Im ersten Teil des Beitrags fährt keiner der gezeigten Autobesitzer ein deutsches SUV-Modell, es ist ein Tesla zu sehen, ein Ford Focus, ein Renault Twizzy und ein BMW i3 – bis auf den Tesla haben die alle keine großen Akkus, die Kapazitäten reichen von 6,1 kWh bis 33,5 kWh – trotzdem fußt die zentrale Rechnung des Beitrags auf Riesenakkus mit 100 kWh.

Diese in der Tat absurd großen E-Autos aus den Häusern Audi und Mercedes kann man gerne kritisieren, aber die spielen weder bei den gezeigten Personen noch in den Statistiken eine nennenswerte Rolle. Und wenn sie das täten, dann müssten die Autoren diese Autos in den Abmessungen kleiner Kampfpanzer auch mit entsprechend großen Verbrenner-Autos vergleichen – stattdessen wird hier zum Vergleich aber ein niedlicher Benzinverbrauch von 6 Litern herangezogen. Welcher Benzin-SUV fährt bitte so sparsam?

Ein ähnlich schwerer Audi Q7 liegt bei knapp 15,5 Litern Verbrauch pro 100 km. Selbst wenn der Riesenakku aus dem Elektro-SUV also 17 Tonnen CO2 verursachen würde – was er nicht tut – dann wäre dieser Ausstoß mit einem entsprechenden Audi-Benzin-Stadtpanzer bereits nach knapp 46.000 km Fahrt erreicht. Hier ist dann außerdem noch nicht eingerechnet, dass auch die Produktion von herkömmlichen Autos und auch Herstellung und Transport von Benzin eine Menge CO2 verursacht.

Und jetzt das Schrillste: Selbst wenn es 100.000 km wären, die ein E-Auto fahren müsste, bis es klimafreundlicher ist als die Benzinversion, wäre das immer noch ein großer Schritt in die richtige Richtung, denn die Technik ist sehr robust: Es gibt bereits Teslas mit über 600.000 km Fahrleistung, im Durchschnitt verfügen die Batterien nach 300.000 km noch über 90 Prozent ihrer Leistung und nach 800.000 über 80 Prozent. Es wäre selbst mit diesen sehr pessimistischen Rechnung die deutlich klimaschonendere Technologie. Ich halte kurz mal fest:

  1. Deutsche Elektro-SUV sind ein kleines Nischenprodukt auf dem Markt, die Doku tut jedoch so, als seien sie die Regel
  2. Die zitierte, veraltete Studie setzt zu hohe CO2-Emissionen an und spricht selbst an keiner Stelle von 17 Tonnen CO2 pro Akku
  3. Nur wenige E-Autos haben 100-kWh-Akkus
  4. Diese großen Modelle aus dem Luxussegment vergleicht die Doku mit kleinen, sparsamen 6-Liter-Autos
  5. Selbst mit dem behaupteten 17-Tonnen-CO2-Rucksack wären die Elektroautos insgesamt die klimaschonendere Variante

Übrigens: Das meistverkaufte Elektroauto weltweit, das Tesla Model 3, verfügt im Standard über nur 50 kWh 75 kWh und wird bis Ende 2019 voraussichtlich komplett klimaneutral hergestellt. Vor dem Hintergrund gerät der komplette Abschnitt beginnend mit „Doch die Rechnung geht so nicht auf“ zu peinlichem Fake-News-Mumpitz. Ich komme zum Schluss, dass die Rechnung von Ministerin Schulze sehr wohl aufgeht, wenn man das Ergebnis nicht durch 5 Pfund Cherrypicking zur Unkenntlichkeit verzerrt.

Die ganze Nummer erinnert stark an die Argumentationsversuche der Fleischlobby, bei denen die Umweltauswirkungen von schonend hergestelltem, lokalen Biofleisch mit irgendwelchen exotischen Früchten vom Ende der Welt verglichen werden, auch wenn diese Vergleiche in der Realität der allermeisten Menschen überhaupt keine Rolle spielen. Zudem bedient die Doku sich einem unseriösen Einsatz von tendenziösen Formulierungen und dem billigen Einspielen düsterer Musik, wenn die als böse darzustellende Technologie ins Bild kommt, z.B. wird bei Minute 30:05 gesagt:

„Während bei Benzinern und Diesel überwiegend Stahl zum Einsatz kommt, für den vergleichsweise wenig Natur zerstört wird, richtet der Abbau der vielen Batterierohstoffe weltweit enorme ökologische Schäden an.“

Wenig Naturzerstörung vs. enorme ökologische Schäden, hübsches Framing. Das ist nur leider ziemliches Wunschdenken, die Herstellung der Benzinautos erfolgt ja nicht, indem ein paar Hippies auf einer hübschen Almwiese lokal geerntete Naturfasern zusammenschrauben: In Zündkerzen, Katalysatoren und Auspuffen stecken ebenfalls seltene Erden und andere Metalle, die wir aus irgendwelchen Ländern ohne europäische Arbeitsrechte oder Umweltauflagen hierher importieren. In südafrikanischen Platinminen wurden Arbeiteraufstände blutig niedergeschlagen, das hindert uns aber nicht daran, unsere Katalysatoren damit zu beschichten und die alten Bleibatterien von nigerianischen Kindern auseinandersägen zu lassen. Ach, und habe ich das Palmöl erwähnt?

Ich wiederhole mich: Die Produktion von Millionen Stahlkolossen in einer globalisierten Welt ist unabhängig von der Antriebsart weit weg von aktiv gelebtem Umweltschutz. Die ARD will aber ein anderes Bild vermitteln und zeigt bei Minute 35:15 stattdessen ohne jeden Bezug ein paar Menschen in Ghana, die per Hand Elektroschrott recyceln – nur dass da halt kein einziger Auto-Akku zu sehen ist.

Das wäre auch seltsam, denn gebrauchte Akkus aus Elektroautos sind viel zu wertvoll, um sie einfach wegzuwerfen, stellen sie ein ausgezeichnetes Lithiumerz dar, mit dem sich die ökonomischen und ökologischen Kosten der zukünftigen Produktion noch mal reduzieren lassen. Das ist auch generell ein Punkt, der überhaupt nicht erwähnt wird: Den Energieeinsatz bei der Produktion von Autos und Akkus können wir ja nachhaltig gestalten, indem wir unsere Stromproduktion klimaneutral organisieren und entsprechende Fabriken damit versorgen (siehe Tesla). Für den Betrieb eines Benzinautos gibt es hierfür kein ökonomisch sinnvolles Szenario, es wird immer Treibhausgase ausstoßen.

Die Sendung fasst diese Situation mit einer vollkommen weltfremden Anklage zusammen und fragt (Min 36:45):

„Warum fördert die Regierung eine Mobilität die mit ihrem Trend zu großen Batterien nachweislich die Umwelt stärker belastet als unsere jetzigen Autos“

Sorry, aber das ist einfach Schwachsinn. Es gibt ein paar idiotische Automodelle, ja, aber das macht noch keinen Trend. Allein VW plant dutzende rein elektrische Modelle, das werden nicht alles Geländewagen sein und der Trend beim weltweit größten E-Autobauer Tesla geht gerade in Richtung kleinerer Akkus. Selbst mit riesigen Batterien ließe sich das so pauschal nicht sagen, zumal wir am Beginn dieser Entwicklung stehen: Momentan forschen dutzende Institute daran, wie man von den problematischen Rohstoffen wegkommen kann. Dieses Jahr will Tesla die ersten Modelle komplett ohne Kobalt herstellen, Forscher versuchen indes, das Lithium in den Batterien durch das viel leichter verfügbare Silicium Natrium, Magnesium, Aluminium oder Kalzium zu ersetzen. Wohin geht eigentlich der Trend bei Benzinautos? Oh, allein im Mai 2019 ist die Anzahl der SUV-Zulassungen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 32% gestiegen.

Puh, anstrengend. Wir müssen bis Minute 37:40 warten, bis die Macher der Sendung endlich mit der Auflösung der Geschichte um die Ecke kommen: Besser als die reine Umstellung von Benzin auf Elektroautos wäre eine grundlegend neue Mobilität, in der PKW in Privatbesitz nicht mehr das vorherrschende System sind – im Prinzip hat Ministerin Schulze genau das zu Beginn schon gesagt. Das ist auch vollkommen nachvollziehbar und so ziemlich die Meinung aller seriösen Verkehrswissenschaftler, denn gerade in Ballungsräumen ist dieses System ganz unabhängig vom Klimafaktor längst an seine Grenzen gestoßen. Hier braucht es mehr Radwege, mehr ÖPNV, breitere Fußwege, mehr Carsharing und generell mehr öffentlichen Raum für Menschen und weniger für Autos. Aber warum mussten wir uns dafür jetzt eine gute halbe Stunde anhören, dass Elektroautos böse sind?

Laut den Autoren sind z.B. E-Taxis und E-Busse eine tolle Sache, weil die Technik hier richtig eingesetzt wird (bei 30:50), indem viele Kilometer pro Jahr gefahren werden. Und warum gilt das nicht für eine Angestellte im Vertrieb, die im Außendienst 40.000 km im Jahr unterwegs ist? Was ist denn jetzt auf einmal aus „Doch die Rechnung geht so nicht auf“ und „eine Mobilität, die mit ihrem Trend zu großen Batterien nachweislich die Umwelt stärker belastet“ geworden? Zählt das jetzt nicht mehr, wenn man sich einfach ein Taxi-Schild oben aufs Auto dübelt? Verdunstet das Wasser in Argentinien langsamer, wenn das Lithium am Ende in der Batterie eines Busses verbaut ist?

Klar, der Vorteil von Bussen und Taxen ist, dass mit einem Fahrzeug mehrere Menschen transportiert werden – aber die Sendung behauptete doch, dass zu große Akkus am Ende keinen ökologischen Vorteil gegenüber Benzinautos hätten, nach der Logik wären Dieselautos und -busse ja immer noch ökologischer. Wissen die Autoren jetzt selbst nicht mehr, was sie eigentlich wollen? Ständig reitet der Beitrag auf den dicken Akkus mit 100 kWh herum, um nun E-Busse zu empfehlen, deren Akkus noch mal deutlich größer sind. Die bald in Wiesbaden zum Einsatz kommenden E-Citaros verfügen über eine Batterie mit 243 kWh, fast das zweieinhalbfache der Elektro-SUV.

Alle vorher angeführten ökologischen Bedenken spielen jetzt auf einmal keine Rolle mehr, denn nun „können E-Autos trotz ihrer Nachteile bei der Herstellung ihren Beitrag leisten“ (Min 31:02). Aha, welch unerwarteter Sinneswandel, aber wozu waren dann überhaupt die Interviews mit den argentinischen Landwirten gut? Hätte man nicht einfach sagen können: „Hey, auch E-Autos verbrauchen Ressourcen und Energie, wir sollten den Verkehr deswegen elektrifizieren und gleichzeitig weniger auf Autos mit jeweils einer Person drin ausrichten.“ Nein, stattdessen fliegt das Filmteam extra nach Südamerika und verursacht für mutmaßlich 3 Personen ca. 23 Tonnen CO2 – dafür könnte man selbst nach der seltsamen Rechnung dieses Beitrags ein hübsches Elektroauto herstellen und 70.000 km weit fahren.

Ja, 47 Millionen Elektroautos in Deutschland sind keine sonderlich gute Idee – noch idiotischer sind nur 47 Millionen Verbrenner in Deutschland, das ist die aktuelle Situation. Die Zahl muss runter, nicht nur für das Klima sondern auch für die Lebensqualität in Städten, aber: Es wird weiterhin Menschen geben, die auf Autos angewiesen sind, die in ländlichen Gebieten leben, deren Arbeitgeber seine Firma auf irgendeinem namenlosen Rübenacker errichtet hat oder so was. Und diese Menschen dürften sich nach diesem Beitrag eher nicht für ein Elektroauto entscheiden, ihnen wurde ja primär vermittelt, damit noch mehr der Umwelt zu schaden – wie gesagt, eine schlimme Desinformation.

Die ARD dürfte hiermit also für mehr Klimaschäden sorgen, aber auch für mehr Lärm und Abgase in Städten, worunter Millionen Menschen leiden, für viele Millionen Liter Palmöl in europäischen Autos, für das künstliche Am-Leben-Erhalten einer nicht zukunftsfähigen Technologie aus dem letzten Jahrhundert. Zudem werden die vernünftigen Aussagen der momentan offenbar einzigen Bundesministerin, die sich mit dem Thema hinreichend beschäftigt hat, vollkommen zu Unrecht als Lobbyquatsch dargestellt, weil der Beitrag sich mehrmals massiv verrechnet und vollkommen fragwürdige Prioritäten setzt.

Ich bedanke mich daher auch im Namen meiner Kinder und Enkel für diesen grandiosen Unfug, der unseren Kampf gegen der Klimawandel noch ein Stück schwerer machen wird als er ohnehin schon ist.

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Ohne Euch gäbe es diesen Text jetzt nicht, dafür aber ein toll graues Web-Formular in irgendeinem noch effizienter arbeitenden Ticketsystem 😉

76 Gedanken zu “Wie eine ARD-Doku absurdes Zeug über Elektromobilität verbreitet und dadurch den Klimawandel verstärkt

  1. Ich hab schon vor Jahren eine Grafik erstellt, die genau das grafisch darstellt um wieviel sauberer E-Autos bezogen auf CO2 sind. Dabei habe ich bei der Herstellung konservative Annahmen getroffen.
    Da Links hier leider im Spam-Filter hängen bleiben: nach „Wer Kohle hat verbrennt sie“ suchen.

    Man kann übrigens auch ohne eigene Kinder und Enkel gegen den Klimawandel bzw. die Idioten, die unseren Planeten weiter verheizen wollen, kämpfen. Die Motivation ist nur eine andere. Obwohl man ja eigentlich den YOLO raushängen und die Konsum-Sau -lassen könnte, ohne als Generation „Doof“ persönliche Konsequenzen mehr fürchten zu müssen.

  2. Sehr gut und leider sehr wahr, was Du in Deinem Blogartikel schreibst. Ich fahre seit 6 Jahren rein elektrisch und werde es weiter tun..
    Mit elektrisierten Grüßen, ein vom WDR sehr enttäuschter E-auto Fahrer.

  3. Nur ein kleiner Hinweis (Kommentar bitte nicht freischalten bzw. nach Kenntnisnahme löschen):

    Vermutlich versehentliche Dopplung von „eine“ im letzten Drittel des Beitrags:

    „Und diese Menschen dürften sich nach diesem Beitrag eher nicht für ein Elektroauto entscheiden, ihnen wurde ja primär vermittelt, damit noch mehr der Umwelt zu schaden – wie gesagt eine eine schlimme Desinformation.“

    Danke für deine Arbeit. 🙂

  4. Danke für die ausführliche und sehr schlüssige Darstellung.
    Ich habe dem WRD eine Mail geschrieben und mich über die Reportage beschwert und hingewiesen welchen Schaden sie damit anrichten können wozu sie die Verantwortung tragen.

  5. sehr sehr geil…
    diese Form von Widerstand brauchen wir heute gegen die Öl-Lobbyisten der Welt… Aufklärung, Aufkläung, Aufklärung

    Danke!

  6. Super Text, dickes Danke dafür!

    @orinoco: Ob Menschen mit oder ohen Kindern umweltbewusster/-freundlicher leben, wäre mal eine represantative Erhebung wert. Ich als vegan lebender Single ohne Auto, ohne Kinder und ohne nennenswerte Flugerfahrung, habe vielmehr den Eindruck, dass bei den meisten, die Eltern werden, das Umweltgewissen schneller schmilzt als ein Alpengletscher. Im stillen denke ich mir dann immer: Na zum Glück sind das nicht meine eigenen Kinder, auf deren Zukunft ihr da gerade kackt. Die Bequemlichkeit siegt in meisten Fällen.

  7. Danke für den tollen artikel. Man merkt sehr stark in der deutschenberichterstattung die angst vor der elektromobilität. Und da geht es natürlich nicht um ökologische gründe, sonder um wirtschaftliche. Schließlich hat die deutsche automobilindustrie das thema viel zu spät aufgegriffen und setzt nun alles daran, die entwicklung aufzuhalten. Und die medien sorgen sich um die werbe-etats dieser firmen. Traurig nur, dass selbst renommierte journalisten und institute sich kaufe lassen, denn anders ist dieser unfug in der berichterstattung nicht zu erklären. Ein begeisterter e-fahrer, seit 6 jahren.

    • Aber wenn es wirtschaftliche Gründe sind, dann um die von der USA beherrschten Öl-Multis und US-Rüstungsindustrie. Für DE ist die eMobilität wirtschaftlich eher positiv. Denn der Strom kann im eigenen Land erzeugt werden und muss nicht von den Saudis gekauft werden.

      • äh. nein, das kann man so pauschal nicht sagen : Es ist zu einfach, die Schuld mal wieder nur bei „anderen“ zu suchen.
        In Deutschland ist ein dreistelliger Milliardenbetrag in Maschinen, Fabriken , Patente und Entwicklung von Verbrennungsmotoren investiert, die sind noch nicht abgeschrieben und sollen noch Return on Investment abwerfen

        Das e-Auto hat anteilig nirgends mehr Gegner, die es bei jeder Gelegenheit (auch mit Falschaussagen) diskreditieren, als in D.

        Big Oil hin, Trump her, in den USA ist die Diskussion weit weniger verseucht.

  8. Kommt für uns wohl trotzdem nicht infrage…. Ladezeit, Reichweite und unseren Anhänger können wir damit auch nicht ziehen. Außerdem kommen zu den Stromkosten ja auch noch 50 – 60 Euro monatliche Miete für die Batterie dazu.
    VW Angehörige bekommen 1 x im Jahr einen Benziener gestellt wenn sie mit dem Auto in den Urlaub fahren wollen…. wegen der Reichweite… wurde uns von einem VW Mitarbeiter in Wolfsburg erzählt.

    • Was ist mit den Ladezeiten?
      Was ist mit der Reichweite?
      Warum keinen Anhänger ziehen? Wie viele Tonnen sollen da gezogen werden?
      Batteriemiete – vs. Batteriekauf für viel mehr Geld und durch die Miete ewige „Garantie“.

      Also noch einer, der nur nachplappert, was Stammtischhalbwissentrittbrettfahrerimitationen vorgekaut haben. Nicht fähig, selbst zu lesen, verstehen und zu denken.

  9. Ich fahre seit 6 Monaten ein E-Auto von einem bekennenden, deutschen Betrügerkonzern und bin damit sehr zufrieden, auch und gerade weil die Kundenschikane und -verarsche schon wieder berechenbar ist – so wie die BILD-Zeitung, wo man auch genau weiß, dass alles gelogen ist.
    Ladezeit spielt zu Hause an 230V-AC~ keine Rolle, unterwegs ist mit 40kW-DC-Ladung der Akku schneller voll als man einkaufen, pinkeln, essen und was trinken kann: 2 Stunden fahren, ½ Stunde Pause ist sehr entspanntes Reisen, wenn man sich mit der Pause beeilt ;).
    Und die AHK hab ich gerade heute fertig codieren lassen, obwohl vom Konzern offiziell nicht zugelassen. Aber kein Problem wenn man nur genug Arsch in der Hose hat und jetzt nicht mit doppelachsigem Pferdeanhänger, zwei alten Brauereipferden (natürlich in/aus Gnadenhaltung) und fünf 120kg-Rummelboxern als Besatzung nebst Gepäck die Kasseler Berge täglich zwei mal rauf und runter fährt.
    „Wer etwas will, findet Wege.
    Wer etwas nicht will, findet Gründe.
    Und wer sagt, dass er etwas nicht kann, erfindet Ausreden“
    Ich würde übrigens auch als Kunde im Rahmen der Mobilitätsgarantie für zwei(?) Wochen im Jahr einen Verbrenner geliehen bekommen. Ich will aber gar keinen Verbrenner mehr fahren, brauch ich also nicht.

  10. in beeindruckender Weise hat letztes Jahr Prof. Lienkamp diese ganzen Ammenmärchen mit der Klarheit eines deutschen Ingenieurs auseinander gennommen. Den Vortrag muss man drei oder vier mal gesehen haben, dann redet es sich besser mit https://youtu.be/GtlFInIv5oM. Und wenn man sich den Vortrag anschaut, sollte man sich die Folien vorher aufrufen und nebenzu anschauen https://www.nim.org/…/3631/dokumente/2018_v7_lienkamp.pdf.

    Es ist wirklich schrecklich. Als das Privatfernsehen bei uns aufkam, war man angewidert über diese anrührenden Dramolette, die statt Nachrichten einem dort aufgetischt wurden. Ach wie gut, dass es die öffentlich-rechtlichen gab. Inzwischen hat es die öffentlichen auch erwischt. Und dieser hier auseinander genommene Mumpitz-Beitrag (Der blog-Bweitrag beschreibt überwiegend zutreffend, in manchem m.E. debattierbar, in Summe aber sehr richtig: Mumpitz!)

    Wenn die Friday for Future- Bewegung eine wirkliche Veränderung herbeiführen will, dann muss sie die Zeitungen und öffentlichen Medien auffordern, endlich die Bevölkerung mit den wahren Fakten vertraut zu machen. Mit solchen vorgeblichen „Sachbeiträgen“ wird die Öffentlichkeit entmündigt. In dieser emotionalisierten Soße aus halbgaren Thesen und anrührenden Geschichten finden wir keine hilfreichen Informationen und damit keine Lösungen.

    Und die Schulen sollten die jungen Leute auffordern, der Jugend die naturwissenschaftlichen Fakten beizubringen und als Orientierungszahlen geläufig zu machen, die man für ein Verständnis des Problems und seiner Lösungen braucht. 1 Joule ist ein Herzschlag, wieviel Joule Energie braucht ein Land und wer könnte mit welcher Energiedichte wieviel davon in Zukunft klimaneutral liefern. Kilo-Joule, Mega-Joule, Giga-Joule, Tera-Joule. Oder übersetzen wir es lieber in 60 Watt Glühbirnen, die es technisch schon fast gar nicht mehr gibt?

    In diesem unseligen Gebräu aus Unkenntnis, ultimativen, ungeduldigen Forderungen wächst nur noch mehr Ärger und das Gefühl der Ohnmacht. Dabei brauchen wir so dringend die in den Fakten aufgeklärte FFF Generation, damit sie mithilft, mit Wissen und Entschiedenheit, dass wir die Dinge besser machen.

    Wir müssen irgendwie die 14-15 Exa-Joule jährliche Primärenergie in Deutschland möglichst bald und möglichst vollständig regenerativ zusammenbekommen und das schaffen wir nicht mit den populären Politikforderungen und das schaffen wir nicht ohne eine Gesellschaft, die weiß, was ein Exajoule ist.

  11. ‚…Forscher versuchen indes, das Lithium in den Batterien durch das viel leichter verfügbare Silicium zu ersetzen. ‚
    Hallo Jan,
    das stimmt so nicht. Silizium ersetzt Graphit und hat eine größere spezifische Kapazität. Die Menge an Li-Ionen bleibt aber immer gleich, da nur Energie gewonnen oder gespeichert wird, wenn ein Lithium-Ion zwischen Anode und Kathode ausgetauscht wird. Manche Forscher versuchen Li durch Na zu ersetzen. Dabei geht aber aufgrund der geringeren Spannung viel Energie verloren. Sollte aber Li knapp werden ist das eine tolle Alternative.

    Zum Recycling von Batterien: Am begehrtesten für Recycling sind Metalle wie Nickel und Kobalt. Lithium ist dagegen noch relativ günstig und das leichteste Metall, weshalb die die Firmen da noch nicht so hinterher sind. Interessanterweise führt die Reduktion von Nickel und Kobalt dazu, dass es immer unattraktiver wird Zellen zu recyclen. Es ist eben nicht so einfach…;)

    Vielen Dank für den schönen Artikel

  12. Das Interessantere ist für mich eher, das E-Autos irgend etwas angelastet wird, and die Fragen für mich sind eher, woher kommt der Strom? Für Familien braucht man vielleicht grössere PKW, die dann Preislich in Regionen sind die nicht alle stemmen können….

    So lange viel noch viel Strom aus Kohle, Gas und Atomkraft kommt, ist es nur ein verschieben des Problems.
    Auch die Ladestationen Infrastruktur in ländlichen Gebieten ist teuer.

    Der Preis wird sich hoffentlich über die Anzahl der verkauften Fahrzeuge reduzieren, und die Technik mit steigendem Interesse verbessern,…

    • Leider konnte Graslutscher darauf nicht AUCH noch eingehen, auch weil der Film nichts darüber gebracht hat und sonst genug Stuss gebracht hat. Es gibt genügend Studien, und Sie können es selbst mit den Werten von Kraftfahrtbundesamt und ADAC nachrechnen: Selbst wenn ALLE Verbrenner-PKW 1:1 getauscht werden, brauchen wir 20-30% mehr Strom (laut Umweltministerium, McKinsey, PWC) . Ja, diese Autos sind im Vergleich zu Verbrennern sehr sparsam – sind halt keine Umweltheizungen. Rechnet man den Energiegehalt eines voll geladenen 100kWh-Riesenakkus (Tesla), kommt man auf denselben Energiegehalt von 10l Benzin.
      Aber wie Graslutscher und sogar der Film richtig feststellte: wir müssen die Autos wo irgend möglich durch ÖPNV und Fahrrad ersetzen.

    • Verschieben ist nur teilweise richtig. Verbrennungsmotoren werden nur selten im optimalen Drehzahlbereich betrieben, fossile Kraftwerke jedoch häufiger. Zum Vergleich
      E-Auto mit Verbrauch ~16 kWh / 100 km (Verbrauch geschätzt) bei 484 g CO2 / kWh (aus Strommix) macht etwa 7,8 kg / 100 km
      Verbrenner mit 118,5 g CO2 / 100 km (Durchschnitt Neuzulassung EU) macht etwa 11,8 kg / 100 km

      Somit emittiert der Verbrenner das 1,5 fache, bezogen auf Energie für den Antrieb.
      😉

  13. Zitat: „Ich kann die Umweltverträglichkeit eines Produktes nicht sinnvoll bewerten, wenn ich mir nicht auch anschaue, für was es eigentlich eine Alternative ist.“

    Das ist völlig richtig! Eine Photovoltaik-Anlage erzeugt entweder den Strom für ein Elektroauto oder ersetzt jedes Jahr eine halbe Tonne Kohle in einem Kohlekraftwerk. Die CO2-Ersparnis ist in beiden Fällen annähernd die gleiche. => Nicht das Elektroauto, sondern die Solarstromgewinnung ist gut für das Klima.

    • Sie berücksichtigen dabei aber leider nicht , was eine Photovoltaik-Anlage an C02 bei der Herstellung erzeugt, bei der Siliziumgewinnung. Diese weitgehends aus chinesischer Produktion stammenden Anlagen haben eher eine verheerende Umweltbilanz. Auch die Wafer- und Zellenfertigung ist alles andere als umweltfreundlich. Zur Wafer-Reinigung nutzen Hersteller Säuren und Laugen. Zur elektrischen Ausrichtung bringen sie Phosphor und Bor in die Zellen ein. Alle diese Chemikalien finden sich später in den Abwässern der Fabriken wieder.

    • Wie wär’s, wenn Sie einmal bei den von Graslutscher angegebenen Quellen nachlesen würden? Der hat sich (im Gegensatz zu Ihnen) wirklich Arbeit gemacht und muss sich dann solch unqualifizierte Kommentare anhören.
      Aber Sie können es viel einfacher haben: schon ‚mal überlegt, warum ALLE Umweltverbände seit Jahrzehnten die Entwicklung elektrischer Antriebe fordern?
      Schauen Sie sich den Film „Warum das Elektroauto sterben musste“ (Sony Pictures) an. Dann bekommen Sie vielleicht eine Ahnung, wie stark die Ölmafia ist.

      • Das elektroauto ist aber eben nicht tod.
        Nur der widergänger ist eben zu grossen teilen KEIN ökomobil mehr.
        Wer bei einem Tesla von öko redet hat den schuss nicht gehört.
        Unter diesem hintergrund hat die ARD doku völlig recht, auch wenn sie ein paar ungenauigkeiten hat.
        Musk ist vor allem, ähnlich wie Jobs, ein genialer verkäufer. Das beweist seine autotunnel geschichte die letztens durch den bullshitfilter gejagt wurde.

        Ob des sachstands bei der rohstofferzeugung ist die behauptung ein Tesla 3 sei klimaneutral produzierbar eher mit den ablasshandel der katholischen kirche zu vergleichen.

        Ebenfalls kommt die doku eigentlich zum gleichen schluss wie der autor: weniger autos ist die einzig sinnvolle lösung.
        Aber auch mit weniger autos sollte man eine echte analyse mache wann welches auto vorteile hat. Völlig ausen vor werden in der doku wie bei euch erdgasfahrzeuge gelassen.
        Nach letzten analysen sind das zur zeit die umweltfreundlichesten fahrzeuge über ein typischen privaten gebrauch gerechnet. Da dürften eMobile erst hinkommen wenn man ausschlisslich solar läd und die anlage schon 20..30 jahre hinter sich hat. Was die meisten solaranlagen in der praxis nicht schaffen, hier wurden in der nachbarschaft schon voll funktionsfähige wegen ‚ertragsgarantie‘ lange vor der zeit ausgetauscht und die alten module verschrottet (was ein umweltfrevel).

        Sorry, aber PV und EV scheinen mir vor allem greenwasching zu sein.
        Der vergleich mit den katholischen ablassbriefen im mittelalter ist wirklich sehr passend.
        Grade in der PV machen sich auch herstellerlobbys breit. Da wird dann das ursprünglich solarthermische kraftwerk (sterlinggeneratoren, ~35% wirkungsgrad) mal fluchs durch PV (wirkungsgrad 15..20%) ersetzt.
        Wie hatten in der firma eine PV systemfirma als untermieter. Fuhrpark: Cayenne, Audi Q7…
        Öko sieht anders aus.
        Das ist PV lobby die von subventionen lebt, vergleichbar mit der DOT.com blase der 2000er. Nach der reduzierung der subventionen waren die auch ziemlich schnell pleite.

  14. E-Auto fahren ist cool. Das fehlende Recycling für die Akkus ist nicht cool, die Umweltbelastung bei der Herstellung auch nicht, aber E-Mobilität ist ein Schritt weg vom fossilen Verbrennungsmotor Szenario. Und das ist gut. Es gibt aber noch andere Techniken die sauber sind.

    Das Brennstoffzellenfahrzeug ist auch ein Elektrofahrzeug, ist aber durch den Batteriefahrzeug-Hype aus dem Fokus der Altvorderen geraten. Dabei ist es eine saubere und universelle Technik. Wasserstoff kann gut gelagert und transportiert werden und kann sehr sauber mit Erneuerberen Energien gewonnen werden.

    Mein KOnzept für Mobilität der Zukunft stelle ich mir so vor: Batteriefahrzeuge für den Personentransport für Strecken bis 200, maximal 300 km. Alles darüber mit Wasserstoff, auch bei Nutzfahrzeugen. Der Mesch nutzt den Öffentlichen Personen Nahverkehr, gerne mit Steuern so subventioniert, dass es wirtschaftlich uninteressant ist das eigene Automobil zu nutzen.

    Im Moment sind Elektroautobesitzer Pioniere der Mobilitätswende. Die paar E-Autos mit ihren Akkus machen noch keinen Klimaschutz und werden auch die Umwelt nicht ruinieren. Das wird sich ändern, wenn jeder E-Auto fahren will. Das wären allein in Deutschland rund 47 Millionen PKW. Und für saubere Luft in Deutschland Städten andernorts auf dem Planeten die Umwelt kaputt zu machen ist uncool.

  15. Verängstigen, Verunsichern, Vernebeln, Verfälschen – Die nächsten Jahre werden wir noch viele solcher unsäglichen Beiträge zur Energie- & Mobilitätswende in den sogenannten Qualitätsmedien sehen! Warum?

    1. TV, Print- & Online-Medien sind abhängig von Werbeeinnahmen aus der Autoindustrie, den Klickzahlen und Quoten.
    2. Angst, Unsicherheit & Unfug zu schüren, das sind derzeit die Antworten auf diverse technische Disruptionen, die das Geschäftsmodell der etablierten, alten Industrien bedrohen.
    3. Den deutschen Autobauer ist speziell die Elektromobilität ein Dorn im Auge, weil es die Geschäfte stört.

    Deswegen soll die Emobilität behindert,verhindert und zumindest möglichst lang verzögert werden. Das Elektroauto soll bis auf weiteres unsinnig erscheinen, unmachbar, unbezahlbar, unlieferbar uneffizient, unökologisch, technisch, finanziell & moralisch unakzeptabel.
    Hier geht es gar nicht um Fakten, wahr oder falsch, die Verwirrung reicht. Es geht um Beeinflussung des Denkens von Bürgern. Es geht um das Manipulieren von Kauf-Enscheidungen der Verbraucher zu Gunsten der Interessen & Produkte alter Industrien. Dass die Politik hier versagt, das liegt am Lobbing. Dass auch die Presse und Medien versagen, das liegt an ihrer mangelnden finanziellen Unabhängigkeit.
    Also, nach der „bösen“ Batterie (ARD Doku 6/2019) werden noch viele weitere geplante & gewollt lancierte Schmierenkampgnen kommen. Diese werden sich reihum jeweils eines der folgenden Themen vornehmen:
    – die Unbezahlbarkeit der Energie- & Mobilitätswende,
    – das bald zusammen-brechende Stromnetz,
    – der durch die Emobilität drohende Arbeitsplatzverlust in Deutschland,
    – der wirtschaftlicher Abstieg Deutschlands, falls unsere Autobauer dicht machen müssen,
    – E-Auto hat keine Reichweite,
    – Schlechte Ladeinfrastruktur von E-Autos,
    – Lange Ladezeiten von E-Autos,
    – E-Auto kann nirgends laden: zB. in der Stadt, an der Laterne, in der Tiefgarage,.
    – Teurer Anschaffungspreis von E-Autos,
    – Lange Lieferzeiten von E-Autos,
    – Lithium Batterien sind giftig und unökologisch
    – Elektroautos brennen offensichtlich gerne mal ab und Lithium Batterien kann man angeblich nicht löschen
    – dem Wasserstoffauto gehört die Zukunft
    – etc. und weiterer, widerlegbarer Unsinn…

    Es gibt noch so viele weitere „Aufreger“ Themen, die sicher kommen werden und verunsichern sollen.
    Der düstere Masterplan ist einfach: Verängstigen, Verunsichern, Vernebeln, Verfälschen (FUD, siehe Wikipedia). Gern auch mit unethischen Methoden und unehrlichen Argumenten. Da werden Fakten erfundenen, verdreht und verfälscht, gern kommen auch sogenannten Experten zu Wort. Der Zweck heiligt die Mittel.

    Was wollen die Alten Industrien damit? Weiter nachen wie bisher. Öl importieren, Raffinerien, Tanklaster & Tankstellen betreiben, Verbrennerautos verkaufen – SUVs, Benzinern, Diesel, Hybrids – egal, möglichst viel, und das noch lange. Die derzeitige Strategie der meisten Autobauer lautet: Verbrenner verkaufen, die hat man, aber E-Autos nur in möglichst kleinen Stückzahlen und dafür mit happigen Lieferzeiten anbieten. Halt nur so viel, dass keine grösseren Strafzahlungen an die EU fällig werden.
    Mehr E-Auto geht ja auch nicht. Denn Daimler & BMW und viele andere Hersteller kriegen kurzfristig sowieso keine zig-GWh-Mengen an Batteriezellen aus Asien. Dafür hätten sie vor fünf Jahren bereits Gigafactories bauen müssen. Aber noch ist das Glück auf ihrer Seite. Wie Daimler & BMW kriegen auch andere Autobauer derzeit nicht genug Batteriezellen ran für Millionen Stückzahlen. Also können alle mal langsam machen und das Elektroauto bis min. 2025 verzögern – so hoffen sie. Dagegen ist VW mit Mrd-Verträgen bei den Asiaten für Batterie-Zellen zur ID-Serie eingestiegen und zeigt den Gegenentwurf mit der ID-Serie. Mal sehen… Der VDA sieht’s nicht gern…
    Ein beherzter Umstieg auf Elektroautos dagegen soll also mittels dieser FUD/SMEAR-Kampagnen möglichst weit in die Zukunft verschoben werden. Die Chancen dafür, dass dies gelingt, stehen leider recht gut. Fragt sich nur, was passiert, wenn Tesla und die Chinesen in Deutschland ihre Elektroautos in Mengen verkaufen?

  16. 1. „Bundesumweltministerin Schulze…“ Ja, die Dame ist als Germanistin und Politologin in Naturwissenschaft daher hochgradig fachkompetent. Was die sagt, hat Gewicht.

    2. Ein E-Golf hat 200km Reichweite? Wirklich lachhaft. Wer kauft sowas? Mein Diesel hat 1000km Reichweite und ist in 3 Minuten vollgetankt.

    3. Der Text ist auf dem Niveau eines Kindes geschrieben. Ellenlang wird aufgezählt, wie andere Energieträger nebst den damit verbundenen Antriebskonzepten die Umwelt belasten. Im Gegensatz dazu wird uns hier aber nicht die Rettung der Umwelt und „des Klimas“ versprochen.

    4. Die Fans der heutigen E-Autos werden sich wundern, wenn die öffentlichen Tankplätze den Strom auch nur noch gegen Bezahlung abgeben, wenn keine Ladestation in der Nähe ist, oder wenn im Wohngebiet die elektrische Spannung abfällt, nur weil eben 40 oder 50 Leute ihre E-Autos nachladen wollen. Schon mal vom Ohmschen Gesetz gehört?

    • Danke für Ihre Relativierung der Heilsberichte, dass batteriebetriebenen Autos unser Klima retten würden!
      Dazu kommt, dass wir dadurch lediglich Öl, Gas und Schurkenstaaten gegen Lithium, Kobalt und weitere seltene Erden sowie Schurkenstaaten (Kinderarbeit Kongo, Umwelverschmutzung 1tLithium benötigt 1 Mio Wasser das extrem Verschmutzt in die Athmosphäre und Umwelt geht, usw) austauschen! Tolle Klimarettung

    • zu 1. – Vom Prinzip finde ich diese Kritik nicht richtig, denn einschlägige Fachkompetenz, gerade bei einem sehr jungen Thema, kann auch durch Quereinstieg gut erreicht werden. Und im Prinzip werden Sie niemals einen Minister haben können, der in allen seinen Fachbereichen ein einschlägiges Studium (mit Abschluss) vorweisen kann. U.U. hätte auch ein zum Beispiel „studierter Kfz-Ingenieur“ zwar die theoretische Fachkompetenz, im Studium aber durchaus eher einseitiges Wissen vermittelt bekommen.
      zu 2. – Warum sollte ein Auto mit 200 km Reichweite lachhaft sein? Es muss ja nicht ein Automodell für jeden passen, und die meisten Deutschen fahren täglich sehr, sehr viel weniger als 200 km. Ein 200-km-Auto würde also für die Allermeisten, aber nicht für jeden passen. (zum Tanken siehe 4.)
      zu 3. – (Kurzfassung) Zustimmung
      zu 4. – a) Auch wenn man den Strom mit 100 % Aufschlag bezahlen müsste, wäre (bei heutigen Preisen) eine Strombetankung immer noch billig (was ökologisch und sozial kritisch sein könnte – kostet fast nichts, also fährt man auch für die kleinste Kleinigkeit die kleinste Kurzstrecke mit dem Auto aber auch mal schnell zum Kaffeetrinken 100 – 200 km, kostet ja nichts).
      b) Mit „intelligenten, vernetzten Ladestationen“ wäre dies bei der tatsächlichen durchschnittliche Fahrleistung, und deshalb benötigten Ladeleistung, eher meist nicht wirklich ein Problem. Die meisten müssten nicht schnelladen, sondern sogar für das Normalladen nur relativ kurze Zeit „Strom ziehen“, dies ließe sich über die Nacht verteilen. Ein Problem sind eher bzw. gibt es eher für die Bewohner von größeren Mietshäusern. „Laternenparker“ können gar nicht über die Nacht laden, in großen Tiefgaragen sehe ich auch schwarz (wegen der theoretischen Brandgefahr – und Lutscher, die jetzt sagen, das ist doch nur Propaganda der Benzinlobby, auch Benzin darf in Tiefgaragen (meist gar-) nicht (extra) gelagert werden, selbst in der heimischen Garage sind nur 20 Liter erlaubt, wegen der theoretischen Brandgefahr). Gerade die Pendler, die nicht in Einfamilienhaussiedlungen oder zumindest Reihenhäuser wohnen, also die, die schlechter bezahlt werden und (meinen, mit dem Kfz) weiter fahren müssen, können vermutlich nicht umsteigen, weil der Einstiegspreis zu hoch ist und der Betrieb schwer möglich ist. „Die Welt retten“ können sowieso nur die 7er-BMW-Fahrer, die im Durchschnitt (!) wenige Kilometer zusammenbringen und (heute) auf Tesla umsteigen – und den (fast neuen) 7er-BMW an einen Kilometerfresser verhökern, der dann CO2 & Co. satt raushaut. [Laut einem BMW-Ingenieur haben bei Erstbesitzern im Durchschnitt gerade die großen Autos eine geringe Kilometerjahreslaufleistung – logisch, wenn ich sehr gut verdiene, habe ich Mittel und finde Wege nicht jeden Tag Stunden im Auto zu verbringen. @ Graslutscher: das dürfte auch für den Audi Kuh 7 und Tesla gelten – versuche einfach mal darüber nachzudenken ]

    • 1. Nun, wenn die Germanistin und Politologin in der Sache schlauere Sachen sagt als die Kritiker, ist das kein gutes Zeichen für die Kritiker 😉

      2. Ja, ein Diesel kann 1000 km Reichweite haben, das zeigt primär, Wie viel Energie in Mineralöl gepeichert ist und wie viel wir davon einfach so just for fun in die Luft pusten. Das ist kein gutes Argument.

      3. Na aber ohne die Umweltbelastungen der anderen Antriebe kann man doch den Vergleich überhaupt nicht seriös ziehen. Wie wollen Sie denn zwei Technologien vergleichen, wenn sie nur eine davon eingehend untersuchen? Niemand verspricht, alleine mit E-Autos das Klima retten zu können. Und die Umwelt schon mal gar nicht, Sie kennen den Unterschied zwischen allgemeinem Umwelt- und Klimaschutz?

      4. Die meisten Fahrer zahlen doch heute schon für ihren Strom. In Zukunft wird eine Ladestation in der Nähe sein, wenn ein Supermarkt, ein Möbelhaus oder irgendein anderes größeres Geschäft mit Parkplatz in der Nähe ist.

  17. 1. Ein Horst Lüning hat Luft- und Raumfahrt mit 16 Wochenstunden Thermodynamik studiert und erzählt uns den Treibhauseffekt gäbe es generell gar nicht weil dieser dem 2. Hauptsatz der Thermodynamik widerspräche.

    2. Wir Deutschen sind offensichtlich ein Volk von Handelsvertretern, die jeden Tag ohne Pause tausende von Kilometern fahren, während dem Fahren in die leere PET-Flasche pinkeln und denen 3 Minuten fürs Tanken schon zu lange ist.

    3. Ja, es ist wirklich eine Bedrohung, wenn alle gleichzeitig ihre Elektroautos aufladen wollen. Bekanntlich explodierte der Planet Melmac, weil alle Bewohner gleichzeitig ihre Haartrockner einschalteten. Kommt hier ja regelmäßig vor.

    4. Manche argumentieren hier auf dem kognitiven Niveau eines Kleinkindes, das einen Eimer Gummibärchen vor sich stehen hat.

    Satiram non scribere difficile est.

  18. Danke für die schöne Auflistung von den Vorteilen der E-Autos und den Nachteilen der herkömmlichen öl-getriebenen Mobilität.
    Und ja, es stimmt, dass es bezahlte Berichte und Kommentare gibt, die das Elektroauto schlecht machen. Interessierte Kreise halt. Einige wurden sogar aufgedeckt, die interessierten Kreise gehen heute sehr geschickt vor und „füttern“ dann auch die öffentlich-rechtlichen TV Sender und so gezielt mit speziell aufgebereiteten Informationen.
    Es geht allerdings auch anders. Ich darf auf diesen sehr schönen Bericht vom https://edison.handelsblatt.com hinweisen mit dem Titel „Lithium aus Lateinamerika: Umweltfreundlicher als gedacht“. Bereits am 7.3.2019 veröffentlicht, Untertitel „Nach einer neuen Studie ist der Lithium-Abbau besser als sein Ruf. Denn die Diskussion um den hohen Grundwasserverbrauch wird hierzulande mit veralteten Zahlen geführt.“ Lesenswert, auch weil ich ihn für sehr sachlich und gut recherchiert halte.

  19. Toller Artikel. Sehr kurzweilig und objektiv geschrieben. Und so viele Fakten! (so wirst Du nie einen hochbezahlten Job in einem erfolgreichen Medienhaus bekommen! 😉 )

  20. „50 kWh Akku wird bis Ende 2019 voraussichtlich komplett klimaneutral hergestellt“ – An dieser Stelle im Artikel kann man doch sehr einfach erkennen, wie mache Menschen ticken. Auch das ist Lobbyismus und alle, die nicht in der Lage sind Themen auch mal kritisch zu hinterfragen machen mir angst.

    Das Elektroauto wie wir es momentan kennen kann nicht die Lösung sein, da Menschen nicht auf Reichweite verzichten wollen. Und wie werden die ganzen Edelmetalle gewonnen…. das schein der „Grünen Partei“ egal zu sein, Hauptsache sie folgen blind ihrer Ideologie.

    Auch ich bin 100% für umweltschonende Technologien, doch sie sollten realistisch, nicht einseitig und ideologisch getrieben sein.

      • Ja – genau das und eigentlich nicht mehr Energie ( 😉 ) sollte man auf solche Kommentare verschwenden.

        … was mir dann aber leider doch schwerfällt und ich bin auch entsetzt über die Anzahl der „Bloß keine Veränderung“-Kommentare nach so einem tollen Artikel, den ich nach dem Schauen am liebsten (fast) genauso selber geschrieben hätte.
        Daher unten mehr …

  21. Aus dem Artikel:

    „[ Model 3] und wird bis Ende 2019 voraussichtlich komplett klimaneutral hergestellt“

    Huch – und danach dann nicht mehr? 😉

    Besser:
    „… und wird ab voraussichtlich Ende 2019 komplett klimaneutral hergestellt“

  22. Propaganda pur, was sein muss, muss halt so sein, was nicht passt wird passend gemacht, wenn es Belege braucht, dann wird solange in der weiten Welt gesucht, bis passende Belege irgendwo gefunden werden. Und in der weiten Welt wird alles gefunden.
    Nein, ich rede nicht vom WDR-Beitrag, sondern von diesem Pamphlet. Man mag zwar der Ansicht sein „Gleiches mit Gleichem zu bekämpfen“, ich fände es aber besser, Schlechtes mit Besserem zu bekämpfen. Das dürfte aber noch ein sehr langer, steiniger und steiler Weg sein. Im Gegensatz zum Klimaschutz kann es der Welt aber komplett wurscht sein.
    Viel Spaß trotzdem noch.

    • Nein, in der weiten Welt wird nicht alles gefunden. Ist Ihr Vorwurf jetzt echt Propaganda, weil ich meine Aussagen belege? Das ist eigentlich das Gegenteil, denn so kann ja jeder meine Aussagen prüfen.

      Welche Stellen in meinem Artikel empfinden Sie denn konkret propagandistisch?

  23. Wenn hier gesagt wird, dass die im WDR Beitrag genannten Zahlen bzgl. CO2 Kosten von Akkus sogar von demjenigen richtiggestellt wurden, der sie ursprünglich in die Welt gesetzt hat, dann ist das einfach besser recherchiert als der WDR Beitrag. Ich finde den Zeitgeist erschreckend, wie einfach es sich viele Menschen machen und wie schizophren sie das Wort Propaganda benutzen. Hier wurden nicht „irgendwo“ Belege gefunden, bis es passt, sondern einfach besser recherchiert und was Sie als Propaganda bezeichnen, ist wohl eher aufrichtige Empörung über die schlampige Art der Doku, über Pro und Kontra von Elektroautos zu berichten.

  24. Ich fand den ARD-Beitrag sehr schlecht, und der Graslutscher-Beitrag ist leider auch nur minimal besser 🙁 Beide sind eine unerfreuliche Mischung aus Fakten, Polemik, Halbwahrheiten, Ablenkungen und Verkürzungen, die es dann dem Zuschauer/Leser überlassen, mühsam Ersteres vom Rest zu trennen.
    Klar, der erste Satz, von wegen „Ermordung Kennedys“ soll vor allem Aufmerksamkeit erregen, aber zur Versachlichung trägt er gerade nicht bei. Den nächsten Vorwurf, das Ergebnisse stehe schon vorher fest, muss sich der Graslutscherbeitrag natürlich genauso gefallen lassen. Er ist genausowenig wie der ARD-Beitrag ein Pro-und-Contra, sondern geht unbeirrbar in eine einzige Richtung.
    Dann wird behauptet, die ARD würde einen Strohmann aufbauen. Kann ich nicht sehen. Es gibt viele Leute, die sagen, dass E-Auto wäre umweltfreundlich. Natürlich meint man damit „umweltfreundlicher als andere Autos“. Aber wo unterstellt denn die ARD etwas anderes?
    Ob nun der Avocadoverzehr in Bezug auf den Wasserverbrauch besser ist als ein Steak, ist ein anderes, durchaus ambivalentes Thema, z.B. ist Wasser in vielen typischen Avocadoanbaugebieten eine Mangelware, in Deutschland nicht. Aber in jedem Fall würde ich das Ganze unter „Ablenkung“ verbuchen.
    Nach 8 Absätzen folgt dann zum ersten Mal etwas, was man als wertvolle Fakten bezeichnen kann, nämlich dass Lithium absolut nicht nur für E-Autos benötigt wird, und dass die Becken primär zur Kaliumgewinnung errichtet wurde (letzteres geht zwar aus der verlinkten Quelle nicht klar hervor, aber ich gehe mal davon aus, dass hier nicht mit Lügen hantiert wird) Danach allerdings nutzt Graslutscher genau dieselbe Strategie, die er der ARD vorwirft, indem er auf die negativen Auswirkungen der Ölförderung hinweißt, aber nicht erwähnt, dass Öl noch für andere Dinge als Autobenzin und Diesel benötigt wird. Und wie und wo sich die Lithiumförderung entwickeln wird, wenn der Bedarf an Lithium steigt, wird komplett ausgeblendet.
    Mir fehlt die Zeit, den Artikel auseinanderzunehmen, aber in ähnlichem Stil geht es meiner Meinung nach bis zum Schluß weiter. Insgesamt sind der ARD-Beitrag und diese Erwiderung zusammengenommen ein herrvorragendes Beispiel, wie die Debatte eben NICHT laufen sollte.

    • „Den nächsten Vorwurf, das Ergebnisse stehe schon vorher fest, muss sich der Graslutscherbeitrag natürlich genauso gefallen lassen“

      Inwiefern? Meine Schlussfolgerungen befinden sich im Einklang mit meiner Recherche. Das ist beim WDR-Beitrag nicht der Fall, er ist da nicht konsistent.

      „Es gibt viele Leute, die sagen, dass E-Auto wäre umweltfreundlich. Natürlich meint man damit „umweltfreundlicher als andere Autos“. Aber wo unterstellt denn die ARD etwas anderes?“

      In jedem Satz, der einfach nur auflistet, dass E-Autos Ressourcen verbrauchen, ohne sie ins Verhältnis zu setzen. Nach dem Motto: „Sind E-Autos umweltfreundlich? Nein, denn dafür wird Lithium verbraucht“. Das ist einfach verkürzt.

      „Ob nun der Avocadoverzehr in Bezug auf den Wasserverbrauch besser ist als ein Steak, ist ein anderes, durchaus ambivalentes Thema, z.B. ist Wasser in vielen typischen Avocadoanbaugebieten eine Mangelware, in Deutschland nicht.“

      Ja, nur kommt das Futter für deutsche Tiere ja nicht nur aus Deutschland sondern in Form von Millionen Tonnen Soja auch aus Übersee.

      „Danach allerdings nutzt Graslutscher genau dieselbe Strategie, die er der ARD vorwirft, indem er auf die negativen Auswirkungen der Ölförderung hinweißt, aber nicht erwähnt, dass Öl noch für andere Dinge als Autobenzin und Diesel benötigt wird. Und wie und wo sich die Lithiumförderung entwickeln wird, wenn der Bedarf an Lithium steigt, wird komplett ausgeblendet.“

      Ich sage an keiner Stelle, dass aus Mineralöl nur Benzin hergestellt wird und hielt es einfach für Common Sense, dass das nicht so ist. Die Gesamtmenge ist letztendlich auch vollkommen egal, der Verbrauch pro Auto ist entscheidend, und der liegt dann halt deutlich höher als beim Lithium.

  25. Moin, Jan!
    Ganz herzlichen Dank für diesen hervorragenden Artikel. Sofort am nächsten Tag fühlte ich mich berufen, mit vielen Deiner dargelegten Fakten, die Menschen in meinem (politischen) Umfeld über die großen Fehler in dieser Recherche aufzuklären. Schade, denn im Zeitalter des kommerziellen Privatfernsehens brauchen wir das öffentlich rechtliche Fernsehen!
    Ich bin Energiewirtschaftler, politisch Grüner und E-Auto-Fahrer seit Jahren und hoffe auf die fridays-for-future Generation. Wie einige Kommentare zeigen, müssen wir vielen von den „Alten“ – nach Geburtsdatum gehöre ich auch dazu – möglichst schnell noch einmal den Zugang in das Bildungssystem ermöglichen. Die konservativen Kräfte in unserer Gesellschaft werden den Planeten zugrunde richten.
    Sowohl elektrische Energie aus Sonne, Wind und Wasser kann die zentrale Rolle einer erfolgreichen Energiewende spielen! Und „grüne Politik“ ist alternativlos, da wir nur einen Planeten haben und Geld aus dem Drucker kommt!
    Ich wünsche allen einen hoffentlich schönen und natürlichen Sommer mit vielen Radtouren!

  26. @Graslutscher
    Vorschlag für das nächste Blogartikel-„Projekt“ hier:
    Das „AfD-Werbevideo“ von Jasinna auf youtube v=qhBodWEorgY

    Auch wenn die darin enthaltene, populistisch-einseitige Argumentationsweise u.a.S. ist bzw. in keinster Weise wissenschaftlichen Diskursansprüchen genügt, haben solche Videos genauso wie dieser WDR-Fernsehbeitrag zum E-Auto öffentliche Wirksamkeit und müssen wenn schon nicht sachlich/wissenschaftlich wirklich ernst zu nehmen, doch politisch ernst genommen werden.
    Das Video wird verbreitet ohne Ende und kriegt haufenweise Applaus und nur wenig Kritik.

    Ich werde mich bemühen das Thema und dieses Video in meinem eigenen Blog aufzugreifen, aber für mich hat das Video und vor allem wie ich darauf gestoßen bin noch eine ganz andere Dimension, dass ich froh wäre wenn der Graslutscher sich dem Video selbst und seiner Botschaft annehmen könnte, zumal er vielleicht schon auf seinen bisherigen Recherchen aufbauen kann.

    Meine kritische Sicht auf dieses „AfD-Werbevideo“ auch bitte nicht missverstehen. Ich halte Parteien wie die Grünen/Linke/whatever, die sich fett „Klimaschutz“ auf die Fahnen schreiben, für gleichermaßen unglaubwürdig wie die AfD. Aber eben nicht weil es den menschengemachten Klimawandel nicht gäbe oder Klimaschutz sinnlos wäre, sondern weil sie den Klimaschutz realpolitisch genauso verraten wie die CDU/CSUSPD sobald sie an den Fleischtöpfen der Macht sitzen und nicht mehr die Schmuddelkinder des Parlamentarismus sind. Gerade haben die Grünen im Bundesrat durch ihre Zustimmung der Regierungen an denen sie beteiligt sind, den Import von US-Frackinggas erst möglich gemacht.
    Stichtwort: „Bundesrat setzt durch LNG-Förderung fatales Signal für Fracking-Gas und gegen Klimaschutz“
    Und wer wissen will was ich wähle sucht mal nach „100 Irrtümer wählen“

  27. Das Wasserstoff-Auto ist mausetot. Seit Jahrzehnten hat die Automobilmafia uns den Wasserstoffantrieb wie die Karotte am Strick vor der Nase herumbaumeln lassen (wer erinnert sich noch an post turtle Dubya wie er in den 2000ern werbewirksam Wasserstoff tankt?) Was ist draus geworden? Ein paar Alibi-MIcroserien. Nein, das sind nicht mal Kleinserien.
    Wer sich ein bisschen mit Thermodynamik und Wirkungsgraden auskennt, der kann beim Wasserstoff nur zu dem Ergebnis kommen: Katastrophe!
    Ja, auch beim BEV gibt es Probleme, aber im Vergleich zum FCHV, ist das Pille Palle.
    Der Wasserstoff denn wir vielleicht mal in ferner Zukunft irgendwann mit überschüssigem Ökostrom erzeugen könnten, wird viel zu kostbar sein um ihn in Autos, die als BEV wesentlich ökonomischer unterwegs sind, – im wahrsten Sinne des Wortes – zu verheizen. Mit dem machen wir besser eFuels für den nach einer drastischen Reduktion verbleibenden Restflugverkehr, weil es da auf jedes Gramm Fluggewicht ankommt und daher schwere Batterien nicht funktionieren. Nur bis dahin brauchen wir jede kWh Ökostrom (in effizienten Pumpspeichern oder Batterien) um fossile Kraftwerke zu ersetzen.

    Aber das ist wahrscheinlich sowieso eine akademische Diskussion, denn ein signifikanter Anteil der Menschheit, hat beschlossen bis auf das letzte Molekül alle kohlenstoffbasierten fossilen Energieträger zu verbrennen. Und der Rest der Menschheit hat nicht die (direkt-)demokratische Entschlossenheit sie daran zu hindern.

    • 👍 absolute Zustimmung !

      Noch so ein klarer Fall dafür, auf etwas angeblich Besseres zu warten, was sich (aus beschriebenen und weiteren Gründen) aber seit Jahrzehnten schon nicht durchgesetzt hat und so lange macht man einfach weiter mit dem Verbrennen endlicher Ressourcen.

      Wenn man sich den Gesamt-Wirkungsgrad (mit Energie-/Wasserstoff-Erzeugung im optimalen Fall) anschaut sollte es eigentlich schon klar sein:
      BEV ca. 60-70%
      FCEV ca. 25-30%
      https://www.heise.de/newsticker/meldung/Technik-Mythos-Wasserstoff-revolutioniert-die-Energieversorgung-3638549.html
      https://de.wikipedia.org/wiki/Brennstoffzellenfahrzeug

      Neben dem Hintergrund, daß auch ein Auto mit Brennstoffzelle noch einen Transaktions-Akku nicht unerheblicher Größe für das Anlaufen und Abklingen der Brennstoffzelle, sowie das Rekuperieren benötigt, braucht man auch gut doppelt so viel regenerative Energie für ein FCEV gegenüber einem BEV.
      Den Überschuß müsste man erst mal haben und auch dann macht Brennstoffzelle wegen der Flüchtigkeit dank Diffusion etc. nur Sinn bei Fahrzeugen, die dauerhaft auf Langstrecke unterwegs sind (z.B. LKW).

  28. … erst mal noch mein Dank für den aufwendigen Artikel mit interessanten Querverweisen und die Mühe für die Recherchen.

    Wir haben seit 7 Jahren (seit dem Ende der leider viel zu langfristigen und zu hohen Einspeisevergütungs-Subventionen) eine PV-Anlage, vier Mini-Windkrafträder und fahren seit 5 Jahren rein elektrisch.
    Ein Auto mit 30kW und eins mit 85kW Akku auch auf Langstrecke – gesamt über 1/4 Mio. km und somit ca. 25.000 l Benzin/Diesel gespart … allein unser einer Haushalt !
    Noch dazu fahre ich wenn es irgendwie geht mit dem Fahrrad – sogar zwei bis drei mal die Woche zu Kunden und das trotz unserer 200m Höhendifferenz ins Tal !
    Daher kann an diesen Tagen immer ein Auto mit eigenem „Sonnenstrom“ geladen werden, was zu einer ungefähr 60%-igen Autarkie unserer Mobilität führt … für den Rest setzen wir natürlich auf einen Ökostrom-Anbieter, wie auch die Anbieter der genutzten Ladeinfrastrukturen.

    Was mich daher an solchen Lobby-gesteuerten einseitigen Dokus und solch heuchlerischen „Auch ich bin 100% für umweltschonende Technologien“-ABER_KRITISIERE_ALLES_UND_WILL_SELBST_NICHTS_TUN-Kommentaren echt nervt und ärgert ist die Diffamierung derer (wie auch uns) die sich nach intensiven Recherchen und bestem Gewissen absolut Mühe geben ihren ökologischen Fußabdruck zu minimieren – in dem man PV-Anlagen und eAutos als reines „greenwashing“ abtut, da sie ja die Umwelt auch immer noch etwas belasten und ja angeblich so ein großes Problem sind, wenn man sie irgendwann mal „entsorgen“ muss – obwohl nachweislich so gut wie alles komplett recycelbar ist.

    Ich kenn auch niemand dem, wie früher befürchtet, reihenweise PV-Module oder Wechselrichter verreckt sind (die Ängste haben sich nach zwei Jahrzehnten komischerweise auch irgendwie aufgelöst).
    Genauso kann ich das vorgeschobene Recycling-Thema der Akkus nicht mehr hören, das überhaupt frühestens in 2 Jahrzehnten (eher 40 Jahre) in größere Dimensionen aufkommen wird, wenn die Akkus aus aktuellen Autos nach 10 bis 20 Jahren nochmal grob genauso lange in Energiespeichern Verwendung finden.

    Noch dazu sollten Kritiker der eMobilität dann bitte auch auf ihre Notebooks, Tablets und Smartphones verzichten, die scheinbar immer noch den größeren Teil des Ressourcen-Bedarfs ausmachen !

    Diejenigen die sich immer wieder gegen aktuelle Technologien oder Möglichkeiten zur Verringerung des CO2-Ausstoßes und des Klimawandels aussprechen und am besten gleichzeitig auch noch behaupten für Umweltschutz zu sein, sind einfach nur zu faul und bequem auch bei sich (wenn auch erstmal nur mit einer 80%- oder 50%-Lösung) anzufangen und hoffen stattdessen auf die ultimative Lösung mit mehr Komfort, weniger Kosten und 100% Umweltverträglichkeit, die es nie geben wird.
    Andere wollen vielleicht einfach nur, dass alles so bleibt wie es ist – sorry für die Enttäuschung, aber das wird es (leider) auch nicht !

    Meine Bitte an alle Kritiker:
    Fangt an selbst was zu tun – fahrt mit der Bahn, dem Fahrrad oder geht zu Fuß … dann könnt ihr gerne auch die eMobilität und alles was sonst noch kommen wird und nicht zu 100%-perfekt ist kritisieren, aber nichts tun war noch nie die Lösung ! ! !

  29. Erst mal verhaltene Zustimmung für beide Beiträge! ARD Doko und der Beitrag von Graslutscher enthalten wohl Wahrheiten und Ungenauigkeiten. Habe beides nur teilweise zu Gemüte geführt, das macht mich sonst depressiv! Dass ein Doku nur einige Aspekte beleuchten kann ist wohl auch klar, sonst dauert er 24 h. Eines scheint mir aber klar. WAS GIBT UNS DAS RECHT unseren Wohlstand ständig AUF KOSTEN der Aermsten und der Umwelt aufzubauen. Das haben wir schon immer getan und wohin uns das gebracht hat sehen wir auch an allen anderen Problemen unserer zugemüllten Welt.
    Also MUSS auch das E-Auto ernsthaft hinterfragt werden.

    Ich kann nicht begreifen, dass die Autoindustrie ausschliesslich auf Lithium setzt, zumal es, so meine ich, viel bessere Alternativen gäbe. Ich selber fahre einen Think City mit Salz-/Zebrabatterie. Der ist bald 8-jährig, hat noch immer 100% Akkuleistung und ist auch bei minus 24 Gad und Schneetreiben ohne Leistungsabfall unterwegs:-)
    Auch sonst hat diese Technik praktisch nur Vorteile:
    – Enthällt KEINE problematische Stoffe
    – kann nicht brennen
    – 100% recyclierbar
    – ist etwas leichter
    – hat ca. doppelte Lebensdauer als Lithium.
    Weitere Argumente siehe https://www.innovenergy.ch/batterievergleich/

    Einziger Nachteil: Es gibt meines Wissens noch keine Schnelladefunktion.
    Offensichtlich ist diese Batterie ZU GUT, da kann man ja nichts mehr damit verdienen!!!!!!!!!!!!!!!
    Zebratterien werden in grossen Mengen hergestellt für Stromspeicher, Mobilnetzantennen und, fürs Militär!! Zumindest in der Schweiz will das Militär immer nur das Beste. Warum ist es dann für unsere Mobilität nicht gut genug??
    Falls da jemand eine glaubwürdige Antwort hat, bin ich dankbar.
    Ich jedenfalls gebe meinen Think nicht her, denn ich bin überzeugt, dass das das richtige wäre.

  30. Jetzt hab ich tatsächlich die gesamte Palette an Kommentaren gelesen. Nachdem ich den WDR-Bericht gesehen hatte, wurde bei mir eine nicht unerhebliche Skepsis gegenüber den Batterie-Autos erzeugt. Der Graslutscher-Artikel ist für mich goldwert, wieder mehr Objektivität und richtiggestellte Fakten in meine Meinung zu tragen. Den Vorwurf, das beide Artikel in gleicher Weise argumetieren, ist aus meiner Sicht nicht haltbar. Der Fernseh-Bericht sollte eine Berichterstattung darstellen. Der Graslutscher-Artikel ist eine Reaktion darauf, die sowohl Ärger, Kritk als auch Richtigstellung in teils kraftvoller Sprache und Vergleichen ausdrückt. Sachlich wird hier nicht unbedingt verzerrt, den auch der ökologische Abdruck der Batterie wird nicht weggeredet. Von daher bin ich über den Artikel sehr froh. Die Gegenkommentare sind in den meisten Fällen auf dem Niveau „persönlicher Angriff statt Fakten“. Das es auch andere Alternativen gibt, wäre ein weiteres interessantes Thema. Und das die Ladedauer und Reichweite neben den Anschaffungskosten auch eine NIchtbrauchbarkeit für manchen Zeitgenossen darstellen, ist nachvollziehbar, aber stellt deshalb die Kritik an einem verzerrten Fernsehbericht nicht in Frage.

    • Ich habe mich über diesen Kommentar sehr gefreut 🙂

      Und ja, die Sprache könnte noch nüchterner ausfallen, vermutlich ist es auch meinem tatsächlich vorhandenen Ärger zuzuschreiben, dass ich da an manchen Stellen sehr direkt war. Der nächste Text zu dem Thema wird etwas gelassener 😉

  31. Woher kommt der Strom für diese Elektroautos und vor allem wie wird dieser in die Ballungszentren dann transportiert.
    So lange nicht mehr in Richtung erneuerbare Energien getan hat, hinkt die ganze Entwicklung etwas.
    Die Energiekonzerne müssten jetzt schon dazu gezwungen werden, dahingend zu investieren. Sonst kaufen wir am Ende den „dreckigen“ Strom für unsere sauberen Autos für übertreibene Preise von den Energiekonzernen. Und ja, das sind die ersten die uns alle erpressen sobald die Elektromobilität steigt.

    Ich kann auf das Auto nicht verzichten, ich wäre aber finanziell durchaus in der Lage mir ein, auch überteuertes, Elektroauto zu leisten. Sinn macht es für mich aber aktuell noch keinen

  32. @Philip
    Dass ein Elektroauto erst dann richtig¹ Sinn macht, wenn es mit Ökostrom angetrieben wird, steht mMn außer Frage. Und dass hier seitens der Politik zu wenig getan wird, ebenfalls. Dass aber von diesem korrupten parlamentarischen System nicht mehr zu erwarten ist, gleichfalls.
    Ohne echte (direkte) Demokratie werden Politik und Wirtschaft so weiterkungeln wie bisher und uns weiter ver@®$©ħen.
    Dumm nur, dass uns eben die Zeit davon läuft. Schon mit dem Klimaschutz hätte man schon vor 30 Jahren konsequent anfangen müssen und noch sehr viel mehr davor mit echter (direkter) Demokratie.
    Jetzt stehen wir praktisch vor einem Scherbenhaufen:
    Wir haben immer noch das gleiche korrupte System des „Fuchs“ Adenauer, der politische Klimahandlungsnotstand ist real und das wohlstandssedierte Volk brettert weiter mit ihren Diesel-SUVs über die Autobahn, mit dem Kerosin-Bomber in den Billig-Urlaub und zeigt keinerlei Entschlossenheit etwas signifikant² zu ändern. Wenn (und für mich steht praktisch außer Frage, dass) es so weiter geht, wird die Politik ihre selbstgesteckten Klimaschutzziele in den nächsten Jahrzehnten weiter krachend verfehlen und es sich bestenfalls mit Taschenspielertricks schönrechnen wie die Arbeitslosenzahlen und die Schulden.
    Aber man kann Naturgesetze ignorieren, aber nicht die mitunter bitteren Konsequenzen daraus. Selbst wenn nur das eintritt was die Klimawissenschaftler voraussagen (und sich nicht wie beim Permafrost um Jahrzehnte vertun und alles noch schneller viel schlimmer kommen wird), dann werden die künftigen Generationen noch Jahrhunderte(!) mit den klimatischen Folgen unseres Fehlverhaltens als Generation „Doof“ leben müssen. Denn ein Großteil der Folgen tritt mit Jahrzehnten bzw. Jahrhunderten Verzögerung ein z.B. der Meeresspiegel, der selbst bei Null-Emissions-Szenarien noch Jahrhunderte weiter ansteigen wird. Und das Schlimmste: es wird nicht die Reichen, sondern die Armen treffen – wieder einmal.

    Zurück zum Auto: ich sage nicht „ich kann nicht darauf verzichten“, ich sage, es würde mir unter den aktuellen Bedingungen schwer fallen auf ein eigenes Auto zu verzichten. Das ist ein wichtiger Unterschied. Ich sage aber auch zu niemandem „du musst jetzt unbedingt ein Elektroauto kaufen“, aber ich sage, wer heute noch einen neuen oder fast neuen Verbrenner kauft, der hat den Schuß nicht gehört. Die alte Karre sparsam weiterfahren, reparieren, das gesparte Geld zurücklegen und irgendwann dann das richtige Elektroauto kaufen.

    ¹ relativ, denn Autos bleiben eben ein Luxusartikel, der enorme Resourcen verbraucht
    ² von den FFF-Protesten sollte man sich nicht täuschen lassen. Die werden genauso ausgesessen von der Politik wie alle anderen Proteste zuvor.

  33. Toller Artikel!
    Danke dafür!
    Meine Anmerkungen:
    1) Silizium ersetzt nicht das Lithium. (Das Silizium dient dazu, die Graphit-Anode zu Stabilisieren (oder gar ganz zu ersetzen) bei der Interkallation („Einlagerung“) von Li-Ionen).
    2) Kobalt wird in jedem gehärteten Stahl verwendet, ohne das es keine Diesel geben würde (und auch keine Bohrer oder Hartmetallbits für Drehbänke). Ebenso wird Kobalt als Katalysator eingesetzt bei der Raffinierung von Benzin.
    3) Die meistverkaufte Variante des Tesla Model3 hat (derzeit) einen 75kWh-Akku (und nicht 50kWh).
    4) H2-FC-BEVs werden mit Milliarden-Beträgen an Steuergeldern gefördert um das fossile Kartell weiter zu drehen und ebenfalls wenden die Autohersteller selbst enorme Beträge auf. Warum liest man darüber nichts? Wasserstoffautos sind ganze klar fossil (da H2 aus Erdgas gewonnen wird).
    Bei den Kleckerbeträgen für reine BEVs kochen die Gemüter hoch…

    Elektrofahrenden Gruß
    EV_Stevee

  34. So der gefühlt 1000ste Post:

    Prima Artikel, aber was hat das alles mit CO2 zu tun?

    N I C H T S ….. und das dürfte auch inzwischen vielen klar sein, aber es wird ja von oben befohlen🙂

    Und ein E Auto läuft cool, das stimmt. Mein 8 Jahre alter Diesel aber auch bei 4,6 l im Schnitt.

    • Na das ist doch in meinem Artikel vielfach dargelegt, wie viel CO2 welche Antriebstechnik verursacht. Mir wird da auch nichts von irgendwo befohlen, ich bin einfach an einer Entwicklung zu einer lebenswerten, nachhaltigen Zukunft interessiert.

      4,6 Liter Benzin stammen aus knapp 100 Tonnen prähistorischen Pflanzen. Das ist eine gewaltige Masse, um 75 Kilo Mensch 100 km weit zu befördern.

  35. Es gibt da noch eine andere Tatsache, die von infantilen / verlogenen / korrupten / geldgeilen Befürwortern von Benzin- und Dieselfahrzeugen konsequent verschwiegen oder ignoriert wird:
    Alle Stoffe, die aus großen Tiefen gefördert werden, also Öl und Gas, enthalten eine gewisse Menge natürliche Menge Radioaktivität, da der Erdkern bekanntermaßen hochradioaktiv ist. Das hat zur Folge, dass die Maschinen zur Förderung und Verarbeitung solcher Produkte mit der Zeit selbst immer stärker radioaktiv verseucht werden.
    Und jetzt kommt’s: Die britischen Erdöl- und Erdgasfelder in der Nordsee zum Beispiel werden in den nächsten Jahren komplett leer sein. Dann werden die zig Förderinseln abgerissen werden müssen (im „modernen“ Lügensprech: „rückgebaut“ und „ent-sorgt“). Und die sind alle so stark radioaktiv verseucht, als wären sie Bestandteile von Atomkraftwerken.
    Die Kosten der „Ent-sorgung“ (Lügenpack!) werden auf etwa 30 bis 50 Milliarden Pfund geschätzt.
    Selbstverständlich (!!!) werden diese Kosten nicht von den Firmen übernommen werden, die mit der Förderung zig Milliarden zusammengerafft (nein, nicht „verdient“) haben, sondern, von wem?
    Von den Steuerzahlern !!!
    Und wenn Kleinbritannien bis dahin noch in der EU sein sollte, würde das heißen: zu einem gewissen Anteil auch von uns.
    Wenn man solche Fakten in die Schadens- und Kostenrechnung miteinbezieht – und nur Betrüger vermeiden das – dann sieht die Beurteilung der Mobilität mit Verbrennungsmotoren noch viel desaströser aus.

    Noch eine andere Sache: der Wirkungsgrad von Verbrennungsmotoren wird oft mit durchschnittlich 25 Prozent angegeben. Also werden in Kraftfahrzeugen dreiviertel des Treibstoffs sozusagen in Wärme umgesetzt.
    Aber – selbst dieser angebliche Wirkungsgrad von Verbrennungsmotoren ist eine Lüge.
    Berücksichtigt man – und nur Betrüger tun das nicht – die Tatsache, dass Autofahren zu einem hohen Anteil aus Beschleunigen – Bremsen – Leerlauf – und wieder Beschleunigen besteht, so ergibt sich ein tatsächlicher mittlerer Wirkungsgrad für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren von …


    6 % (sechs Prozent).

    94 Prozent der Energie in Kraftstoffen wird in Wärme umgewandelt und an die Umgebung abgegeben.
    Wie zerstörerisch, wie armselig und wie idiotisch dumm ist das denn?!

    Jeder Mensch, der auch nur achtelwegs bei Verstand ist, sollte alles Mögliche dafür tun, dass Verbrennungsmotoren in Fahrzeugen schnellstmöglich abgeschafft werden.

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