Wie eine ARD-Doku absurdes Zeug über Elektromobilität verbreitet und dadurch den Klimawandel verstärkt

Nachdem ich die Hälfte der ARD-Dokumentation „Kann das Elektro-Auto die Umwelt retten“ gesehen hatte, rechnete ich schon fast damit, dass Elektroautos am Ende der Sendung nicht nur für eine Menge Umweltschäden, sondern schlussendlich auch beim Einspielen düsterer Musik für die Ermordung Kennedys, die achte Staffel von Game of Thrones und den Prager Fenstersturz verantwortlich gemacht werden. Das Gute zuerst: Es kam doch anders – aber so richtig schön war es dann insgesamt leider trotzdem nicht.

Liebe ARD, bei manchen Eurer Dokus gewinne ich zunehmend den Eindruck, dass nicht die Recherche die zentrale Message bestimmt, sondern dass bereits zu Beginn das Ergebnis mehr oder weniger feststeht und das Reporterteam dann auf Weltreise geht, um genau dafür Beweise zu suchen. In der Wissenschaft geht man genau andersrum vor, da sammelt man aufwändig Daten und Ergebnisse und sollten diese die These nicht stützen – tja, dann muss man sie verwerfen. Ob man dazu vielleicht einfach keine Lust hatte, nachdem das Budget schon mit teuren Flügen nach Südamerika strapaziert wurde und man wochenlang in der Pampa unterwegs war?

Der Vergleich mag gewagt sein, aber es erinnert mich ein bisschen an die sensationellen Artikel von Claas Relotius, dessen Spannungsbögen leider nur so toll waren, weil er am Ende eher an einer tollen Geschichte als an Fakten interessiert war. Die Geschichte der Autoren Florian Schneider und Valentin Thurn ist folgende: Elektroautos sind in der Theorie eine gute Idee, aber in der Praxis so umweltschädlich, dass sich der Aufwand nicht lohnt und man lieber gleich komplett auf moderne Verkehrskonzepte umsteigen sollte. Schade, man hätte eine ganz ähnliche Geschichte erzählen und gleichzeitig bei den Fakten bleiben können.

Zu Beginn baut die Sendung einen Strohmann auf, also ein Argument, dass der Gegner so eigentlich gar nicht formuliert, das man aber toll widerlegen kann, und deswegen tut man einfach so, als hätte es jemand genannt. In diesem Fall: Ein Elektroauto sei ja gut für

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Jan Böhmermann hasst mich

Ja, es ist mir etwas peinlich, aber tatsächlich habe ich mir den Zorn von Deutschlands mutmaßlich ambitioniertestem Late-Night-Talker zugezogen. Mich erreichen bereits erste Mails und PNs, wie zur Hölle ich das geschafft habe, und an der Stelle möchte ich darum bitten, die wilden Spekulationen zu unterlassen! Mir wurde jetzt wiederholt unterstellt, ständig nackt bis auf eine Erdogan-Maske im ZDF-Backstagebereich rumzurennen (vollkommener Humbug, das ist eine Gollum-Maske). Dabei habe ich mir viel Schlimmeres zu Schulden kommen lassen und ich möchte Dich, lieber Jan, vielmals um Entschuldigung bitten.

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Es trug sich am Sonntagabend des 22.03.2015 zu: Ich war auf dem Rückweg von der Interschmodder, einer Messe für ausschließlich mit Körperausscheidungen angefertigte Plastiken, und der Hunger trieb mich in eine Raststätte auf der A3. Ich trottete erschöpft zur Theke und bestellte eine Portion Pommes, worauf der Mann hinter dem Tresen „Mit Ketchup und Mayo?“ fragte. Und da passierte es. Vielleicht war ich von all den geistigen Eindrücken zu erschöpft und habe nicht darauf geachtet, wen ich mit meiner gedankenlosen Aktion verletzten könnte: In einer egoistischen und rückblickend betrachtet geradezu faschistoiden Haltung antwortete ich „Nein, nur Ketchup“.

Vermutlich habe ich jetzt, in diesem Moment, mehrere tausend Abonnenten verloren angesichts dieser dreisten, rücksichtlosen Arschlochhaftigkeit, aber an die, die noch mitlesen: Ich empfinde unendliche Reue, wenn ich das Ganze vor meinem geistigen Auge noch mal Revue passieren lasse! Könnt Ihr mir noch mal verzeihen? Ja, natürlich erzeugt man mit so einem selbstgefälligen Gehabe Missgunst und Ablehnung. Jetzt, zwei Jahre später ist mir das auch klar (EDIT: Die Sendung wurde vor ein paar Tagen erst ausgestrahlt und für mich deswegen überhaupt ein Thema). Kein Wunder also, dass Jan Böhmermann am 23.03.2015 in der Sendung „Inas Nacht“ seinem Zorn freien Lauf ließ und auf Inas Frage nach seiner Ernährung verständlicherweise klarstellte „ich hasse auch Veganer, wirk

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