30 comments on “Bio-Fleisch esse ich nicht – aus Rücksicht auf arme Menschen!

  1. Lieber Blogger,

    Ich habe diesen Artikel bei einer Freundin auf FB gelesen und möchte mich zu ihm äußern.

    Zuerst einmal auf formaler Ebene: Wir haben es hier mit einem unterdurchschnittlich sachlichen Artikel zu tun. Darüber hinaus strotzt er nur so von Rechtschreibfehlern.

    Auf der Ebene des Inhalts, Zitat: “Laut Armutsbericht sind 16% der Deutschen von Armut bedroht. wenn also die anderen 84% auf das konventionelle Zeug verzichten würden (…)” -> 84%, die sich Biofleisch leisten könnten? Sicherlich! Ich gehöre auch zu den 84%, lebe von 900 Euro im Monat (Azubi) und muss davon neben Lebensmitteln auch Miete, Strom, Gas, Wasser, Klamotten, Fahrkarten kaufen und ja auch etwas für Freizeitaktivitäten bereithalten. Das klappt soweit. Aber wenn das Fleisch statt 3 Euro auf einmal 10 Euro kosten würde – einfache Rechnung – dann würde das bei mir hinten und vorne nicht reichen.

    Das Stichwort hier heißt (MEINUNGS)FREIHEIT. Das gleiche Prinzip, auf dem provukante Aussagen wie die in diesem Artikel in Deutschland ihre Daseinsberechtigung haben, findet auch bei der Auswahl unserer Produkte statt. Und da brauchen Sie auch nicht mit “vor 50 Jahren” kommen – vor 50 Jahren durften Frauen an der Arbeit auch noch von ihren Ehemännern gekündigt werden. Die Welt ändert sich, und das nicht immer zum Positiven.

    Ich möchte an dieser Stelle nicht mit den Fleischindustrien sympathisieren, da es mir bis zum Himmel stinkt, was dort passiert. Es ändert nur leider nichts an den Begebenheiten. Die Möglichkeiten zum billigen Fleischkonsum sind da und können daher gemäß Meinungsfreiheit auch als Meinung bezogen werden. So traurig das ist. Auch wenn es die Reichen machen sollten, auch hier sind uns als Menschen schlicht und einfach die Hände gebunden.

    Abschließend möchte ich noch hinzufügen, dass es Ansprachen bzw. radikale Einstellungen und aggressive Formulierungen wie im Artikel sind, die uns Carnivoren ein schlechtes Bild auf Veganer und Vegetarier werfen lassen. Ich habe gegen beide nichts – aber leider schon mit Menschen zu tun gehabt, die sich so verhalten wie Sie und versuchen, anderen ihre Meinung aufzuzwängen. Und gegen solche Menschen habe ich etwas.

    Liebe Grüße,

    Lé Kritiker

    • “-> 84%, die sich Biofleisch leisten könnten? Sicherlich! Ich gehöre auch zu den 84%, lebe von 900 Euro im Monat”

      Der Artikel, den Du unterdurchschnittlich sachlich nennst, geht genau darauf ein: Dein absolutes Einkommen ist nur ein Faktor, die viel wichtigere Frage ist: Wie oft muss man denn Fleisch essen? Wenn jeder Deutsche weiterhin 80 kg Fleisch im Jahr verdrücken ist das vermutlich nicht finanzierbar. Das ist aber auch ziemlich maßlos und damit als feste Größe irrelevant.

      Deine Forderung, dass auch ein 900 Euro Einkommen für viel Fleisch reichen muss, bedeutet: es ist wichtiger, dass Du viel Fleisch essen kannst, als dass man Tiere mit einem Mindestmaß an Respekt behandelt und sie ein schmerzfreies Leben leben können. Da Fleisch ein Luxusgut ist ist Dein Argument an der Stelle ziemlich schwach.

      “Das Stichwort hier heißt (MEINUNGS)FREIHEIT. Das gleiche Prinzip, auf dem provukante Aussagen wie die in diesem Artikel in Deutschland ihre Daseinsberechtigung haben, findet auch bei der Auswahl unserer Produkte statt. Und da brauchen Sie auch nicht mit “vor 50 Jahren” kommen – vor 50 Jahren durften Frauen an der Arbeit auch noch von ihren Ehemännern gekündigt werden. Die Welt ändert sich, und das nicht immer zum Positiven.”

      What??? Dass man kaufen kann, was man gerne will, läuft unter Meinungsfreiheit? Was ein Quatsch, Meinungsfreiheit ist das Recht auf freie Meinung. Wenn Du am Flughafen mit 20 kg Elfenbein oder Robbenfleisch geschnappt wirst kannst Du Dich auch nicht mit Meinungsfreiheit rausreden. Es gibt schlicht Gesetze gegen die Einfuhr. Etwas zu kaufen ist keine Meinung.
      Fleisch ist in hingegen legal, das meinst Du. Das gilt aber auch in Ländern ohne Meinungsfreiheit. Ob etwas legal ist oder nicht sagt aber erst mal nichts darüber aus, ob es ok ist. Ist ja auch legal, im Sudan schwule ins Gefängnis zu sperren.

      Und dass die Welt sich nicht immer zum positiven ändern ist ein Argument dagegen, sie besser machen zu wollen? Klingt etwas absurd.

      “Ich möchte an dieser Stelle nicht mit den Fleischindustrien sympathisieren, da es mir bis zum Himmel stinkt, was dort passiert. Es ändert nur leider nichts an den Begebenheiten.”

      Nein, das alleine ändert nichts. Aber wenn man deren Produkte einfach nicht mehr kauft, dann ändert das was.

      “Die Möglichkeiten zum billigen Fleischkonsum sind da und können daher gemäß Meinungsfreiheit auch als Meinung bezogen werden.”

      Ich zitiere dich mal selbst: “Die Welt ändert sich [...]” Wir leben in einer Demokratie, man kann die Dinge ändern.

      “Abschließend möchte ich noch hinzufügen, dass es Ansprachen bzw. radikale Einstellungen und aggressive Formulierungen wie im Artikel sind, die uns Carnivoren ein schlechtes Bild auf Veganer und Vegetarier werfen lassen.”

      Welche aggressiven Formulierungen sollen das konkret sein?`

      P.s.: Ja, im Artikel sind bestimmt Rechtschreibfehler. Bei genauer Benennung ändere ich das gerne. “provukante” schreibt man aber auch etwas anders ;)

      • Graslutscher, ich liebe dich weiterhin. Für deine Artikel und für Antworten wie die oben gepostete. Yesbox, ich=alleinerziehend=für deutsche Begriffe arm. Und: ich=vegan essend!!!
        Besten Dank an Alina und Dihydrogensulfat: sehr schön auf den Punkt gebracht, wie das so ist mit dem wenigen Geld und so.
        Und an alle PolitikerInnen, WirtschaftslobbyistInnen, sonstige Hampelmänner und -frauen, die uns vorschieben, um ihr Drecksverhalten zu rechtfertigen: SCREW YOURSELF and SHUT THE F**** UP!!!
        Ja, es ist machbar: das Prekariat “entprekarisieren” UND Tierrechte wahren. Hört auf, uns gegeneinander auszuspielen. Ein veganer Wein auf die andere Welt, die möglich ist!!!

        • hip mama – pravo für Deinen Kurzbeitrag, dem ich voll zustimmen kann. Ich kenne einige Leute, die sehr wenig Geld haben – Studenten, Alleinerziehende usw. – ihre Prioritäten jedoch anders setzen. Auch mir wird ständig vorgehalten, ich könne mir Bio-Produkte leisten, da ich nicht an der Armutsgrenze lebe. Ich kann dazu immer wieder entgegnen, dass ich auf all den Schrott, den die meisten in ihre Einkaufswägen laden – z.B. Süßgetränke, Cola, Zigaretten, Billig-Fleischmassen usw. – gerne zugunsten von hochwertigen Lebensmitteln verzichte

    • Sag mal …….. hören Sie sich eigentlich selber zu?

      Zu Ihrer ‘formalen’ Kritik: es amüsiert mich sehr, dass jemand Rechtschreibfehler moniert, der selbst mit solchen um sich wirft. So jemanden kann ich (persönlich) kaum ernst nehmen.

      Zu Ihrer ‘inhaltlichen’ Kritik: ich glaube, dass Sie den Artikel nicht verstanden haben. Es ging nicht darum, eine Lanze für Mitmenschen zu brechen, die ein “geringeres” Einkommen haben. Sondern es geht hier vielmehr darum, dass vernünftig produziertes Fleisch schlicht seinen Preis hat. Und wer sich das nicht (oder eben nur selten) leisten kann, kann es einfach auch nicht konsumieren.
      Oder beschweren Sie sich beim Juwelier oder Autohaus ebenso, dass Sie sich deren ‘Produkte’ nicht jeden Tag oder jedes Jahr leisten können …. ?!

      Ernsthaft, so ein Statement wie das Ihrige zeigt leider, leider nur zu genau, warum diese billig-billig-Mentalität derartige Verbreitung genommen hat: “Ich will mit meinem mir zur Verfügung stehenden Geld trotzdem alles haben, also muss die Qualität zum Teufel….”

      Unglaublich – mir fehlen echt die Worte. Und das Schmunzeln angesichts Ihrer “Kritik” zu Beginn Ihrer Antwort blieb mir dann doch im Hals stecken ……..

      Keine lieben Grüsse.

      PS: An den Graslutscher: Sehr guter Artikel. Ich persönlich mag diesen Zynismus ja sehr gerne (auch wenn er traurigerweise nicht bei jedem “ankommt”). Weiter so!!

    • du darfst nicht vergessen:
      - meinungsfreiheit bedeutet nicht, dass jede meinung richtig ist.
      - beinhaltet ebenfalls das recht, andere meinungen zu kritisieren.

      “als menschen sind uns die hände gebunden” –> genau dafür ist meinungsfreiheit ja so wichtig, um Zustand XY zu kritisieren (egal um was es geht)!! also von meinungsfreiheit reden und andere für ihre unsachlichkeit, inhaltlichen und grammatikalischen fehler zu kritisieren, und dann SO ETWAS zu bieten, finde ich ganz schön prov-U-kant!

      Aber hey, du kannst dich damit trösten, dass du auch nur bist wie all die anderen: “ist schon kacke, wat da so passiert, ne…aber fleisch is halt wohl lecker un so…”

    • Ich bin auch der Meinung, wer provukant schreibt, sollte sich nicht über Rechtschreibfehler Anderer beschweren. Wenn ich nur wenig Geld zur Verfügung hätte wie du, würde ich regionales und saisonales Obst und Gemüse, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Nüsse, Reis usw. essen und nur einmal pro Woche Biofleisch oder es aus anderen Gründen sowieso ganz weg lassen. Das ist günstiger und sättigender als jeden Tag Billig-Fleisch und -Wurst.
      Dir sind die Hände gebunden?
      Ich treffe mit jedem Einkauf eine Entscheidung und kann damit sehr wohl, sehr viel ändern

      @Graslutscher Danke für den tollen Artikel mal wieder

    • Ich bin Studentin und lebe mit knapp 700€ im Monat gut vegan. Nur weil man weniger Geld zur Verfügung hat heißt das nicht dass man unbedingt das billigste vom billigen kaufen muss und ich beschwere mich auch nicht dass ich nicht jeden Tag die tollen Aufschnitte vom veganz haben kann.
      Fleisch ist ein Luxusprodukt und vor allem ist es ein Produkt von fühlenden Lebewesen die Respekt genauso verdienen wie jeder hier.

    • 1. Les den Artikel richtig. Es geht darum, dass du dir eben mit wenig Geld nicht jeden Tag Wurst leisten kannst wenn der Fleischpreis nicht weiter niedrig gehalten wird. Das ist auch gut so!

      2. Tiere töten ist keine Meinung, sondern eine Handlung.

      3. Du bist kein Carnivor.

    • “Ich möchte an dieser Stelle nicht mit den Fleischindustrien sympathisieren, da es mir bis zum Himmel stinkt, was dort passiert. Es ändert nur leider nichts an den Begebenheiten. Die Möglichkeiten zum billigen Fleischkonsum sind da und können daher gemäß Meinungsfreiheit auch als Meinung bezogen werden. So traurig das ist. Auch wenn es die Reichen machen sollten, auch hier sind uns als Menschen schlicht und einfach die Hände gebunden.”

      Da mir 5 Minuten nach dem Lesen deines Kommentars und besonders dieses Absatzes aufgefallen ist, dass ich immernoch unbewusst verdutzt-ungläubig meinen Kopf schüttle, muss ich dazu einfach etwas loswerden.

      Es fängt schon mit deinem ersten Satz an: Du möchtest nicht mit den Fleischindustrien sympathisieren – das ist erst einmal schön zu hören. Nur ganz offenbar sympathisierst du nicht genug nicht mit ihnen (nein, hier ist kein “nicht” zu viel), um dieser scheinbaren Unsympathie Taten folgen zu lassen. Oder besser: Taten zu unterlassen, nämlich den (Billig-)Fleischkonsum.
      Ich meine… Liest du eigentlich selbst, was du schreibst? Du plädierst im selben Text, in dem du deine Antipathie gegenüber der Fleischindustrie kund tust, auf dein Recht, diese weiterhin zu unterstützen. Das hört sich für mich einfach nur an wie ein trotziges Kind.
      Du magst die Fleischindustrie nicht, unterstützt sie aber trotzdem, weil du zu faul bist, es nicht zu tun – das ist die einzig logische Schlussfolgerung, die ich aus deinem Kommentar ziehen kann. Und, sorry, wenn ich mir das anmaße, aber ich bin mir zu 99% sicher, dass sie zutrifft.

      Und dein Argument mit der Meinungsfreiheit hat ebenfalls einen Haken – es ist keines. Wie der Graslutscher bereits erwähnt hat, ist es keine Meinung, etwas zu kaufen oder zu konsumieren. Das ergibt schlichtweg keinen Sinn.
      Ich verstehe aber, denke ich, was du meinst: Es ist deine freie Entscheidung. Das ist korrekt. Ob diese Entscheidung aber nun richtig ist oder falsch (ethisch gesehen), steht auf einem völlig anderen Blatt Papier.

    • Hallo Lé Kritiker,

      ich habe noch eine Ergänzung zu deinen Aussagen: Die 16 % der von Armut bedrohten in Deutschland – dazu gehörst auch Du, denn mit 900 EUR/Monat von denen Du Deine Lebenshaltung zu bestreiten hast, sind Pi mal Daumen der Satz nach SGB II, den man DIr bei angemessener Wohnung und Ausführung einer Erwertbstätigkeit unter Anrechnung der zugehörigen Freibeträge zugestehen würde. Natürlich abhängig vom WOhnort, da es ja unterschieldich hohe Zuschüsse zu den KdU (Kosten der Unterkunft) gibt.
      Nur weil du evtl. keine Schulden hast (Frage: Zahlst du irgendwas auf Raten ab?) heißt das nicht, dass Du nicht von Armut bedroht bist.
      Und klar, von wenig Geld kann man auch wenig kaufen. Aber das sagt nichts darüber aus, ob und wie bewusst du konsumierst. Wir haben doch total verlernt, auch bewusst zu überlegen, abzuwägen und zu entscheiden, was wir tun – leider halt auch in so bedeutenden Bereichen wie dem Essen.Vegan oder vegetarisch essen ist eine Entscheidung für das bewusste Essen.

      Gruß

    • Häää?

      Du findest Massentierhaltung voll blöd, sprichst dir aber das Grundrecht zu, dass sie dich mit billigen Tierkadavern mästen muss, weil du 900 Euro im Monat zur Verfügung hast!? Logik???

      PS: Ich habe sogar mit BaFöG vegan gelebt. Klar, Miete war nicht dabei, weil Elternhaus, aber je nach Wohnung bleibt ähnlich viel übrig.

  2. Die Heuchelei der karnivoren Billigkonsumenten genial auf den Punkt gebracht! Weiter so!

  3. Danke für diesen schönen Artikel. Das trifft den Nagel auf den Kopf. Ich bin damals primär auch Vegetarier geworden, weil mein Azubigehalt nicht gerade prickelnd ist und ich keine Massentierhaltung finanzieren wollte (und es um einiges leckerere Alternativen gibt, wie indischer Linseneintopf, yummy). Wer halt nicht hat, der hat eben nicht. Wenn man kein Geld für seine tägliche Halbe Kuh hat, dann muss man eben was anderes essen. Nach einem halben Jahr wurde ich dann letztendlich vegan, weil sich dies als ökologisch effizienteste Lösung für mich eröffnete, die man für möglichst kleines Geld kriegen kann. Ich verstehe ja nicht, warum immer alle von Nächstenliebe, Ökologie und Umweltschäden rumheulen, aber die beste Lösung einfach als totalen Blödsinn abtun. Und dann bohren sie nach, was denn mit den Klimaschäden ist, die das Obst verursachen, die ich esse, während sie mich feist über einen Becher Kaffee angrinsen.

    Auf jedenfall Daumen hoch, mach weiter so :D

  4. Danke Grasslutscher!

    Dafür, dass Du meine Gedanken elegant und kurzweilig zu einem Text kondensiert hast.
    Mir ist beim Lesen fast der Kopf abgefallen vor lauter nicken.

    Aus den (argumentativ auf Amöben-Ebene stehenden) Kommentaren der carnivoren Gammelfleisch-Entsorger könnte man eigentlich eine großartige Packungsbeilage der Risiken und Nebenwirkungen des “Genusses” von Billigfleisch machen…scheinbar ist der übermäßige Verzehr gequälter Leichname nicht unbedingt förderlich für die kognitiven Entwicklung.

    Hör bitte niemals auf damit solche Beiträge zu posten.

  5. Hahaha, hätte von mir kommen können, ich liebe Sarkasmus!
    Danke, sehr kurzweilig und entlarvend.

    Oh ja die Kantinenstories kenn ich nur zu gut:
    “Ih, das Fleisch schmeckt nach Schwein (!)” zu einem nicht blutjungen aber blutleeren schwäbisch-hällischen Landschwein. Das ging ernsthaft mehrfach zurück! Getötet und dann in die Tonne gekloppt, nur weil es nach dem schmeckte was es war! Eine Steilvorlage für mich: “Nach was soll es denn sonst schmecken, nach Rinderfilet?”
    “In dem Pangasius (auch so ein perverses Phänomen der Selbstbelügung, vor 10 Jahren wusste ich nicht mal wie das geschrieben wird und jetzt Germoneys liebste Antibiotika-Quelle) sind ja noch Gräten” Ich: “Weisst du was das tolle an Tofu ist? Es hat keine Gräten und Knochen und wenn ich will fischelt es sogar”
    “Boah das Gericht B ist aber ganz schön teuer” zu einem Rinder-Filet für brutale 5€, für das selbiger Manager am Abend locker 50 Scheine hinblättert, aber das war ja dann der Cuvee Rothschild.
    “Soja ist ja so umweltschädigend, in Brasilien..” Als ich dann erzähle dass der Großteil zur Fleischmast verwendet wird (und dabei um den Faktor 15 minimiert) und mein Soja gentechnikfrei und fair ist, heisst es “Ich esse ja ganz wenig Fleisch”
    Das höre ich eh ständig, komischerweise sprechen meine Augen eine andere Sprache! Was die wohl zum Abendbrot essen? Schinken, Salami, Leberwurst, Käse, alles kein Fleisch, klar. Hab den Käse dazugemogelt, nur um ein paar zu verwirren, ist ja nochmal so ein provokantes Thema.

    Auch immer sehr amüsant:
    In Korea essen die Hunde! Wie barbarisch!
    Als ob es unser Recht ist Tieren Nutzungsrechte zuzusprechen.
    Sind ja quasi mit Etikett geboren, da steht dann: ‘Schwein, bitte nicht mit Gassigehen, sondern zu Tode quälen’ ‘Hund, bitte nicht darauf reiten, sondern…’ oder so ähnlich

    Im Ernst: das Bewußtsein wird größer und viele sind bemüht mich Nichtmehrsowirklich-Exoten zu verstehen und das eine oder andere zu probieren.
    Das ist das Schöne: ich missioniere niemanden, lebe Positives vor, gebe meine Schwächen zu (ich nenne mich selbst 77%-Veganer und wenn es mich alle Schaltjahre nach nem Steak lechzt, gehe ich ins Porsche-Restaurant, lege nen Stapel Geld hin, genieße und bitte die Angus-Seele um Verzeihung), lasse jeden Essen was er will, kläre auf (wundere dich nicht wenn du in 20 Jahren Gicht bekommst oder Magenkrebs während ich immer noch jugendlich aussehe und eben keine Mangelerscheinung zeitige; Thema Säure-Base) und ohne es zu wollen, ändern so manche ihr Essverhalten und erzählen mir Jahre später ich hätte sie darauf gebracht, wie absurd so was würd ich nie tun!

    Achsoja:
    Ich bin auch ein provokantes, radikales, agressives Egoschwein das nicht nur fast ausschließlich im Bioladen vegan einkauft, sondern Atom- und Kohlestrom ablehnt und stattdessen Ökostrom und -gas aus Schönau bezieht, Fairtrade unterstützt wo’s geht, sich weigerte das Menschentöten zu lernen (denn das ist das Handwerk eines Soldaten, auch wenn man lernt sinnfrei Dinge zu tun ohne zu denken, wie sich zu besaufen), stattdessen Schwerbehinderte betreute und dabei Spaß hatte, meist mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt und ein Auto besitzt nach dem Prinzip Maximalnutzwert.
    Und alles nur weil ich es kann!
    Ich könnte auch nen Porsche fahren und ein Penthouse bewohnen, aber ich will es nicht.
    Und ich tue es statt nur davon zu reden

    We are what we eat, und komischerweise ist mir das was ich in mich reinkippe wichtiger als alles andere, denn daraus bestehe ich seltsamerweise und lustigerweise kann ich gleichzeitig alle fair behandeln. Eigentlich toll oder?

    Das einzige provokante und agressive am Artikel (erstaunlicherweise hat sich nur einer aus dem Kellerfenster gelehnt und dabei ganz nebenbei seinen Unmut über Gleichberechtigung Luft gemacht, wohl auch so ein Ärgernis für ihn) ist dass die feinsäuberlichen Lügengebäude die sich so manche Zeitgenossen zusammenbasteln (man kann es auch einfach verdrängen dass ein Schnitzel mal lebte, aber daran arbeiten wir ja noch) in sich zusammenfallen, diese in Erklärungsnöte geraten und uns deshalb die lustigsten (Mangelernährung, Missionar, “damals vor 100 Jahren beim Skiausflug hast du Wild gegessen, ich weiss es noch genau, du bist so inkonsequent”) Dinge vorwerfen.

    Last but not least: vegans taste better und ich meine nicht am Spieß ;-)

  6. Super Artikel, ich lese deine Beiträge immer wieder gerne. Hervorragen geschrieben, mir direkt aus der Seele :-)

  7. Deine Aufreger sind meine Aufreger! Danke, dass Du sie so schön aufarbeitest, dass ich drüber lachen kann!

  8. Schöner bissiger und sarkastischer Artikel! Ich würde ihn ja noch mehr loben, aber andere Blogs haben zu schlechten Content, deshalb unterlasse ich das lieber mal…

  9. Ein super Artikel :)
    Was mir dazu einfällt ist der Vergleich, dass wir tausende von Arbeitslosen Fleischer hätten, wenn wir anfangen würden die ganzen Schlachthäuser zu schließen…
    Also lieber den Status Que nicht hinterfragen und einfach so weiter machen :D

  10. Habe den Blog grad erst entdeckt ! finde in super !! echt gut geschrieben, und die Bilder sind HAMMER !! :-) so kreativ und gut durchdacht … macht echt Spaß zu lesen! :-)

  11. Überall auf der Welt werden täglich Tausende von Wildtieren erschossen, weil sie sonst die Ernte zerstören würden und ihr Veganer nichts mehr zu Essen hättet. Wann versteht ihr endlich, dass der Mensch ein Raubtier ist und solange Tiere für uns sterben müssen, bis es keine Menschen mehr gibt? Gebt euch ne Kugel, wenn ihr wirklich dem Leid auf der Erde ein Ende setzen wollt (ach ne da muss ja wieder jemand leiden). Leben bedeutet Leiden.

    P.S. Biofleisch ist nicht genug, Fleisch aus reiner Weidehaltung muss her.

    • Pahaha!

      Tolles Raubtier bist du: ein Tier in einer Fabrik gebähren lassen, auf minimalen Raum einsperren, mit Gewalt in die nächste Fabrik zerren und es per Maschinerie töten und zerteilen lassen.

      Wo kamen deine Jagd-Skills vor? Achja, gar nicht. Deine phänomenalen Reißzähne können mit Ach und Krach die Plastikverpackung aufreißen…

      Ganz geoßes Kino, Herr Alpha-Löwe!

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