Über den unverantwortlichen Versuch von Tagesschau und MDR, Windkraft als Klimakiller zu framen

Wenn eure Kinder oder die Nachbarskinder oder sonst irgendwelche jungen Menschen euch mal fragen, warum wir den ganzen Mist nicht viel früher gestoppt haben und ihr habt keine Zeit für eine gute Antwort, dann liegt ihr mit „Selbst Medien mit Bildungsauftrag haben auch 2022 noch extrem wichtige Lösungen kaputtgeredet“ etwas pauschal, aber leider halbwegs richtig:

Ich meine, liebe Redaktion der Tagesschau, was ist da bitte bei euch in der Redaktion los? Euer Senderverbund verfügt über knapp 7 Milliarden € Budget pro Jahr. Wäre es da vielleiiiiiicht möglich, dass ihr eure eigenen Beiträge auf Plausibilität prüft? Der Artikel selbst ist ja echt schon auf üblem Niveau, aber die Überschrift „Klimakiller in Windkraftanlagen“, die schießt echt den Flugsaurier ab.

Das Fünkchen Wahrheit im Tagesschau-Artikel ist folgendes: In elektrischen Schaltungen für Hoch- und Mittelspannung wird SEIT DEN 1960ER JAHREN (!) ein extrem gut isolierendes, aber leider auch extrem klimawirksames Gas namens SF6 oder auch Schwefelhexafluorid genutzt. Windkraftanlagen sind EIN Einsatzgebiet für solche Schaltungen, das Gas findet sich aber auch in jedem anderen Kraftwerk, in Umspannwerken, in Trafos, Hochspannungsrohrleitern, Teilchenbeschleunigern, Röntgenanlagen und Radarsystemen.

Es wird auch als Schutzgas genutzt, primär bei Bestrahlungsanwendungen, in Elektronenmikroskopen, beim Magnesium-Druckguss und in Aluminium-Gießereien. Außerdem erhöht es die Effektivität von Isolierglasscheiben und ist beliebt als Ätzgas in der Produktion von Halbleiter-, Display- und Mikrotechnik. Mit anderen Worten: wir benutzen dieses Gas in dutzenden Anwendungen, auch wenn die Anwendung in Fensterscheiben, Schuhen und Autoreifen bereits verboten wurde.

Den von Euch an E-Autos Interessierten dürfte das Prinzip sehr bekannt vorkommen: Irgendein Material, z.B. Lithium, wird seit Jahrzehnten zu tausenden Tonnen aus der Erde gefördert, aber erst seit es auch in Traktionsbatterien zum Einsatz kommt, regt die Knalltütenjournallie sich künstlich auf und setzt mit einem Puls von 180 Tweet um Tweet von ihrem mit Lithium funktionierenden Handy ab, was für eine Schande dieses Lithium doch sei.

Ersetzt nun „E-Auto“ mit „Windkraft“ und „Lithium“ mit „SF6“, und ihr seid mitten im Artikel von Michael Houben (MDR): Oh, da ist ein Klimagas in Windkraftanlagen verbaut! Skandal! Eine Windkraftanlage hat zu 100% aus Bambusblättern und Rosenblüten konstruiert zu sein, ist doch sonst gar nicht klimaneutral!

Nee, Michael, in einem zu 85% fossilen System ist halt so gut wie gar nichts komplett klimaneutral, aber die guten Nachrichten sind:

1.: Solange sich das Gas in den gekapselten Schaltungen befindet, wirkt es sich null auf das Klima aus. Und dort verbleibt es in aller Regel auch, denn sobald nennenswerte Mengen des Gases aus der Schaltung austreten sollten, ist der isolierende Effekt ja dahin und es würde zu gefährlichen Störlichtbögen kommen, die durch den Einsatz des Gases ja nun mal verhindert werden sollen. Da die meisten der 30.000 Windkraftanlagen in Deutschland aber brav vor sich hinlaufen wie eine Armee Duracell-Häschen, scheint das meiste SF6 offenbar wie geplant in den Schaltungen geblieben zu sein.

Lichtbogen (die durch SF6 verhindert werden) an einer Hochspannungsleitung, Bild von Rklawton, lizensiert unter CC BY-SA 3.0

2. Es gibt strenge Vorschriften, wie mit dem Gas bei der Entsorgung solcher Schaltungen vorgegangen werden muss. Das wird von gut ausgebildeten Profis durchgeführt, die auch das SF6-Gas in komplett geschlossenen, unter Druck stehenden Behälter mit Absaugung unter Vakuum verwerten, so dass ein Entweichen des Gases in die Umwelt verhindert und es im Idealfall sogar recycelt wird.

Aber woher kommt dann das ganze SF6-gas in unserer Atmosphäre? Tja, leider sind nicht alle Einsatzgebiete so strengen Entsorgungsvorschriften unterworfen, so konnten besagte Schallschutzfenster, bei denen sich das Gas zwischen den Scheiben befindet, einfach so durch auf die Müllkippe werden entsorgt werden, wobei das Gas halt komplett entweicht und so 75% der SF6-Gesamtemissionen in Deutschland ausmacht:

SF6-Emissionen in Deutschland, Quelle

Es gibt also nicht nur dutzende von Anwendungen mit diesem Gas, Windkraft scheint zudem auch noch eine derjenigen zu sein, die am klimaschonendsten damit umgehen, denn grundsätzlich gingen die SF6-Emissionen für alle elektrische Schaltungen in den letzten 20 Jahren stark zurück. Der Autor dieser Geschichte fand es weder relevant, wie viel von diesem Gas in welcher Branche genutzt wird, noch durch welche Branche das meiste davon in die Atmosphäre entweicht – dabei ist das für die Bewertung absolut entscheidend.

Im Artikel lässt Michael Houben es aber so klingen, als sei Windkraft DER Verursacher für die SF6-Emissionen in Deutschland. Es wird die ganze Zeit nur von Windkraftfirmen gesprochen, es wird einfach mal spekuliert, dass das SF6-Gas im Zweifelsfall einfach in die Umwelt entlassen wird und diese journalistische Arbeitsverweigerung reicht der Tagessschau dann allen Ernstes für ihr düsteres Überschriften-Geraune „Klimakiller in Windkraftanlagen“.

Sorry, liebe ARD, aber für diesen billigen Gotcha-Journalismus haben wir echt keine Zeit mehr. Ja, Windkraft ist nicht komplett klimaneutral. Surprise: Photovoltaik, vegane Burger und Fahrräder auch nicht. Eure wunderliche Fixierung auf die Perfektion von Lösungen in einer hardcore unperfekten Welt mit Braunkohleverstromung, innerdeutschen Flugreisen zum Sparpreis und erdölbetriebenen „Sportautos“ mit 150 kWh Energieverbrauch auf 100 Kilometern vergrößert das Problem noch.

Sollte euch das zu sehr nach Whataboutismus klingen: Schallschutzscheiben haben neben ihren SF6-Emissionen noch ein zweites Problem: Im Gegensatz zu Windkraftanlagen tragen sie leider nicht zum Klimaschutz bei; eine Windkraftanlage aber schon, und zwar sehr effektiv. Darin befinden sich laut Herstellerangaben etwa 3 Kilo SF6-Gas. Selbst wenn das komplett entweichen würde, entspräche das pro Jahr einer Klimabelastung vergleichbar mit 3,5 Tonnen CO2.

Der Witz ist: Eine moderne Windkraftanlage mit 6 Megawatt Nennleistung spart im Jahr halt mindestens 5000 (!) Tonnen CO2 ein, also in etwa das 1.500-fache. Das ist dann wohl das krasse Gegenteil eines Klimakillers.

Wäre schön, wenn sich diese bahnbrechende Neuigkeit irgendwann auch mal zu allen Redaktionen der ARD-Gruppe rumspräche und dem Redaktionspersonal dort ein kostenloser Workshop „Wie formuliere ich eine Überschrift“ angeboten würde.

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33 Gedanken zu “Über den unverantwortlichen Versuch von Tagesschau und MDR, Windkraft als Klimakiller zu framen

  1. Wegen solcher Journalisten, die schon seit Jahrzehnten in der Vergangenheit und voraussichtlich auch noch Jahrzehnte in der Zukunft Milliarden-Beträge für solchen Quälitätsjournalismus verbrennen werden, ebenso wie unsere lieben Politiker, Richter, Manager und sonstige Highpaid-Bullshit-Jobs mit institutioneller Bestandsgarantie, habe ich Null Hoffnung, dass Deutschland oder die Welt noch die Klimakurve kriegt. Mit solchen Bleifüßen im Gepäck (die wir erst mal loswerden müssten um auch nur den Hauch einer Chance zu haben) ist der Bremsweg viel, viel zu lang um den Aufprall noch abwenden zu können. Der Eisberg ist schon in Sichtweite, aber der Kapitän der Titanic sagt: „Volle Kraft voraus! Kurs beibehalten!“

  2. Guten Tag,
    Ich bin der Autor des von ihnen so wortreich, geschickt, aber letztlich furchtbar irreführend und an den Fakten vorbei verrissenen Fernsehbeitrages

    Zunächst einmal: ich bin seit 30 Jahren Journalist, war einer der ersten der über Klimawandel berichtet und in unzähligen Magazin-Beiträgen und Dokumentationen einen schnellstmöglichen Ausbau erneuerbare Energien gefördert hat.

    Manches von dem was sie hier schreiben ist ja richtig. Richtig ist aber auch: selbst das Umweltbundesamt hat längst veröffentlicht, dass die offiziellen Daten zu den Emissionen von SF6 allein aus von der Industrie gemeldeten Zahlen stangen ja alles klar viel Spaß dabei ich pass auf alles auf und das Monitoring des Recyclings unzureichend ist. Und es existiert eine von vielen internationalen Institutionen, teilweise staatlichen, er stellte Studie, laut der die Emissionen in Deutschland gut 47% höher sind als gemeldet. Woran das wohl liegt?

    Sie schreiben: es gäbe strenge Vorschriften zum Recycling von SF6. Das ist einfach nicht wahr! Es gibt lediglich eine Selbstverpflichtung der Industrie, die nicht überprüft wird. Und obwohl in den letzten Jahren die ersten Generationen von Windrädern demontiert wurden und entsprechend die recycelten sf6-mengen aus den Schaltanlagen deutlich hätten ansteigen müssen – sie taten es nicht. Stattdessen gibt es glaubwürdige Berichte von Menschen die mit der Demontage von Solaranlagen Geld verdienen, dass das Gas tatsächlich in die Atmosphäre freigesetzt wurde. Das ist auch kein Wunder.
    Denn das Recycling ist teuer und für das Recycling sind weder die Hersteller der Anlagen noch die Erzeuger des SF6 verantwortlich. Es sind allein die Betreiber der Anlagen. Sie müssen beim Bau einer solchen Anlage ein Pfand hinterlegen, dass sie erst zurückerhalten, wenn Sie nachweisen dass sie den verwendeten Beton und die Kohlefaser – Rotorblätter ordnungsgemäß entsorgt haben. Eine solche Nachweispflicht und ein solches Pfand existiert für SF6 ausdrücklich nicht!

    Was sie ebenfalls in ihrer Schmähschrift verschweigen: für elektrische Schaltanlagen aller Art sind längst SF6 freie Alternativen vorhanden und werden in steigender Zahl genutzt. Allein die Hersteller von Windkraftanlagen weigern sich bislang derartige (teurere) Schaltanlagen zu nutzen.

    Und obwohl ich eben ausdrücklich ein Freund und Förderer der erneuerbaren Energien bin, in unzähligen Film auch einen schnelleren Ausbau von Windenergie gefordert habe…

    … wenn – im übertragenen Sinne – ein guter Freund etwas Falsches tut, dann muss man auch mal einen guten Freund kritisieren.

    Trotzdem stimmt natürlich eines. Im Moment sind die Emissionen aus Windkraftanlagen noch nicht der Größte Teil dessen, was in die Luft gelangt.

    Da allerdings Windkraftanlagen der einzige Anwendungsfall sind, , für den noch keine Alternativen genutzt werden…

    Und weil wir hier auch von aktuell bereits 28.000 Anlagen allein in Deutschland sprechen,….

    Weil ihre Zahl kräftig wachsen soll…

    Weil ein Recycling wie beschrieben nur als Selbstverpflichtung der Hersteller existiert die selbst für dieses Recycling aber überhaupt nicht verantwortlich sind.

    Weil eben Windkraftanlagenbauer tatsächlich die einzigen, allerletzten, Anwender sind, die sich weigern eine Alternative zu SF6 einzusetzen…

    … befürchten mehrere renommierte deutsche Umweltverbände aber auch die Fraktion der Grünen im Europaparlament, dass Windkraftanlagen in Zukunft tatsächlich der mit Abstand größte Emittent von SF6 sein werden….

    Trotzdem ging es mir in keiner Weise darum die Windkraft zu verteufeln. Oder sie auch nur madig zu machen. Es ging im Kern schlichtweg darum, dass in der EU seit 10 Jahren über ein Verbot von SF6 diskutiert wird, das aktuell aber nur mit sehr langen Übergangsfristen tatsächlich möglicherweise kommt. Wie die grüne Fraktion im EU-Parlament berichtet: ausdrücklich auf Druck der Windkraft Anlagen hersteller. Und das obwohl es für einen letztlich geringen Aufpreis eben Alternativen gibt, die sofort, heute schon, einsetzbar wären. Darum habe ich diesen Film ausdrücklich auf Anregung diverser deutscher Umweltverbände und der Grünen Fraktion des EU-Parlamentes produziert.
    Und das in der Hoffnung, dass die von mir ausdrücklich befürwortete Windkraft tatsächlich so umweltfreundlich wird wie sie ohne Zweifel sein kann.

    Es erscheint manchmal leicht, mit schnell zusammengesuchten Informationen die Arbeit von öffentlich-rechtlichen Journalisten zu diskreditieren. Ich habe in dieser Antwort hier nur einen Bruchteil der mir vorliegenden Informationen relativ knapp zusammengefasst. Ich glaube, sie können sich gar nicht vorstellen mit wie vielen hochkarätigen Menschen gerade auch aus dem Umweltbereich ich im Vorfeld gesprochen habe und wie viele Informationen in den Bericht eingeflossen sind, die eben nicht an der Oberfläche leicht zugänglich sind.
    Aber genau das ist eben der Sinn des mit Geldern der Beitragszahler finanzierten Qualitätsjournalismus.

    Mit besten Grüßen
    Michael Houben

    • Sehr gut, dass sich hier der verantwortliche Autor selbst zu Wort meldet (so das authentisch ist). Denn er demonstriert damit genau die Schludrigkeit, Ignoranz und Arroganz, die den Öffentlich-Schrecklichen gerade aufgrund der diversen Skandale um die Ohren gehauen werden. Die Kritik an der Kritik der Kritik im Einzelnen:

      1. So, so, 30 Jahre „Journalist“. Es soll Handwerker geben, die ihr ganzes Berufsleben nur Pfusch abgeliefert haben. Das sagt also gar nichts, außer über einen gewissen Standesdünkel.

      2. Hoimar v. Ditfurth war auch einer der ersten die über den Klimawandel berichtet hat. Wenn man sich aber die Querschnittsendung von damals heute ansieht und wie grauenhaft seine Argumentationslogik ist, dann gereicht ihm das nicht mehr zur Ehre sondern nur zum Fremdschämen (u.a. der vollkommen sinnlose Flug mit der Concorde). Einer der ersten zu sein, sagt also auch gar nix aus, außer auch wieder Standesdünkel und Pseudoglaubwürdigkeit.

      3. Wie man „in unzähligen Magazin-Beiträgen und Dokumentationen einen schnellstmöglichen Ausbau erneuerbare Energien gefördert“ haben will, ist mir schleierhaft. „Gefordert“ vielleicht … Belege? Fehlanzeige!

      4. Sie geben zu das „manches richtig sei“. Überziehen den Artikel des Graslutscher aber gleich im ersten Satz mit pauschal „furchtbar irreführend und an den Fakten vorbei“ ohne zu differenzieren. Bezeichnend für die Arbeitsweise von solchen „Journalisten“: Die Propaganda in die Überschrift, den Journalismus in den letzten Satz. Und wenn all das was Sie an der Kritik der Kritik nicht kritisiert haben richtig ist, dann ist das immer noch eine Menge was in Ihrem Beitrag falsch ist.

      4. Sie würfeln dann in Ihrem Kommentar alles mögliche durcheinander. Es ging zuerst um WKAs, dann reden Sie von „Solaranlagen“ bei deren Demontage SF6 freigesetzt werden soll, bla, bla, bla. Das macht nicht den Eindruck, dass Sie stringent argumentieren können.

      5. Sie erheben „Befürchtungen“ nicht genannter aber angeblich „renomierter Umweltverbände“ und der Fraktion der Grünen im EU-Parlament zu Tatsachen bzw. relevanten Fakten. Auch bezeichnend für diese Art von „Qualitätsjournalismus“, der den Teufel an die Wand malt.

      6. Das einzige was Substanz zu haben scheint sind die nicht vorhandenen, verbindlichen Recyclingvorschriften für SF6 und dass es Alternativen gibt. Aber auch hier wie generell: keinerlei Belege oder Links.

      7. Ihre angebliche Absicht der Förderung der Windkraftnutzung in allen Ehren, nur sind eben „gut gemeint“ und „gut gemacht“ mitunter unvereinbare Gegensätze.

      8. Die Tatsache, dass Sie hier aus dem Urlaub heraus [vom Blog-Betreiber gelöscht] einen Kommentar [vom Blog-Betreiber gelöscht, sinngemäß: schreiben], belegt nur, dass Sie eben keinen Qualitätsjournalismus pflegen, sondern oberflächlichen, populistischen Sensationsjournalismus. Sie behaupten nur, dass Sie bei Ihren Recherchen in die Tiefe gehen würden, bleiben aber Belege schuldig. Und genau das ist nicht der Sinn des mit Geldern der Beitragszahler finanzierten „Qualitätsjournalismus“. Und nein, ich mache mir in der Tat keine Vorstellungen davon was Sie angeblich an hochkarätigen Menschen und vielen nicht-oberflächlichen Informationen zu bieten haben, sondern ich will Belege für eine saubere, sachliche und differenzierte Recherche, die mich überzeugen.

      Fazit: Epic fail! und ein weiterer Beleg, dass öffentlich-schrecklicher Qualitätsjournalismus nicht zu ehrlicher und glaubhafter Selbstkritik fähig ist.

      • Wäre schön wenn Sie, Herr Hegenberg, so schnell wie Sie meinen Kommentar „korrigiert“ haben, den Kommentarspam, der hier schon lange den Kommentar-Feed mitunter komplett unbrauchbar macht, ebenso schnell „korrigieren“ würden.

    • Lieber Herr Houben,

      vielen Dank für Ihre Antwort. Ich habe sie in all dem Social-Media-Chaos tatsächlich übersehen und antworte Ihnen deswegen so spät, aber im Laufe des Tages noch mal ausführlich darauf.

      Viele Grüße,
      Jan Hegenberg

    • Herr Houben,

      Ich hoffe ihre Antwort ist ein Fake und nicht von einem „Journalisten“ geschrieben.

      Das gemeinsame Ziel aller europäischen Netzbetreiber ist es irgendwann SF6 frei zu sein (Vgl entso-e Roadmap), jedoch gibt es die Alternativen noch NICHT für jedes Betriebsmittel.
      Wenn es diese bereits gäbe, würden wir uns gerne das Geld und die Zeit sparen. Falls sie mehr wissen, als wir Experten, oder eine SF6 freie gasisolierte Schaltanlage in der 380kV besitzen bitte lüften sie das Geheimnis oder lassen sie uns diese zukommen!

  3. Nachtrag von Michael Houben

    In der Mitte des vorherigen Posts von mir steht Satz, der keinen Sinn ergibt „Stangen,s
    ja alles klar viel Spaß dabei ich pass auf alles auf“
    Ich bin im Moment im Urlaub und habe diesen Text in ein Handy diktiert. Dabei ist ein kurzer Dialog mit meiner Frau leider hineingeraten. Der betreffende Absatz sollte schlichtweg ausdrücken dass alle Emissionsdaten eben aus Meldungen der industriestangen und auch das Umweltbundesamt selbst bereits veröffentlicht hat, dass das Monitoring dieser Zahlen unzureichend ist.

  4. Sehr geeherter Herr Houbon,

    schön, dass sie sich zu Wort melden.

    Ich teile Ihre Ansicht, dass man natürlich auch bei einer wünschenswerten Technologie wie Windrädern Missstände benennen und kritisieren darf. Nur weil etwas „unterm Strich“ eine gute Sache ist, darf man schließlich nicht aufhören, über notwendige Verbesserungen zu reden.

    Wenn es technisch sinnvolle Möglichkeiten gibt, den Einsatz von SF6 zu vermeiden oder zu verringern, dann soll bitte an der Umsetzung gearbeitet werden. Leider fehlt in Ihrem Artikel eine Einordnung des Argumentes der Wirtschaftlichkeit. Wieviel teurer wären konkret andere Konzepte? Ist es vielleicht stattdessen sinnvoller, die Entsorgung und das Recycling besser zu überwachen?

    Mein Problem ist daher nicht der Kern, sondern das Framing bzw. die vollkommen fehlende Einordnung der Relationen.

    Ihr Artikel lässt für Uneingeweihte ohne Weiteres den Schluss zu, dass WEA eigentlich klimaschädlich sind. Weil mit keinem Wort erwähnt wird, welchen Anteil das in den WEA eingesetzte SF6 insgesamt hat und vor allem, wie der daraus ggf. resultierende Klimaschaden in Relation zu den CO2-Einsparungen gegenüber anderen Stromerzeugern in einem Verhältnis steht.

    • Wow. Ein-Mann-Lychmobs wie Orinoco sind der Grund, warum Klimaschützer immer wieder mit mangelder Glaubwürdigkeit und der Unterstellung der „Hysterie“ zu kämpfen haben.
      Herr Houben hat sich die Mühe gemacht, sich hier aus seinem Urlaub heraus zu erklären und bekommt dann so eine Antwort.

  5. „Ein-Mann-Lychmobs wie Orinoco sind der Grund, warum Klimaschützer immer wieder mit mangelder Glaubwürdigkeit und der Unterstellung der „Hysterie“ zu kämpfen haben.“

    Haben Sie auch Argumente in der Sache oder wollten Sie nur Orinoco mit Hilfe der Sockenpuppe „immer wieder zu kämpfen haben“ beleidigen?

    Sein Beitrag bietet doch genug Stoff, um sich inhaltlich damit auseinanderzusetzen. Woraus sie allerdings daraus mangelnde Glaubwürdigkeit ableiten wollen, erschließt sich mir nicht.

    • Danke für die Schützenhilfe.
      Ich habe übrigens nichts gegen Klimaschützer, aber ich habe sehr wohl etwas gegen scheinheilige Klimaschützer, die Wasser predigen, aber selbst Wein saufen. Und da gibt es gerade im Bereich des Film/TV-Wissenschaftsjournalismus erschreckende Beispiele von Unglaubwürdigkeit, weil die Scheinheiligkeit auch noch massenmedial in Bild und Ton ungeniert verbreitet wird.

    • „Sein Beitrag bietet doch genug Stoff, um sich inhaltlich damit auseinanderzusetzen. Woraus sie allerdings daraus mangelnde Glaubwürdigkeit ableiten wollen, erschließt sich mir nicht.“

      Das mag sein, nur findet man die nicht so einfach im Wust der ad-hominem Attacken, der Beitrag und auch die Replik auf die Löschungen des Blog-Betreibers dienen der Sache nicht.

      Es könnte sich hier ein interessanter Dialog ergeben, wenn er nicht vom Publikum durch Tiefschläge verhindert wird.

      • Herr Houben (so er es wirklich war) hat sich hier – ohne Not – selbst persönlich exponiert und mit seiner persönlichen Reputation geprahlt. Dann muss er auch mit Widerspruch seine Person betreffend rechnen. Nichts anderes habe ich getan. Ad-hominem Attacken sind was anderes nämlich wenn jemand sachlich argumentiert und statt sachlicher Replik, diese die Person als Ganzes herabsetzt, insbesondere durch name calling wie „Schwurbler“, „Querdenker“, „Verschwörungstheoretiker“ usw.. Aber es ist natürlich schwierig sich mit einer differenzierten Kritik an einzelnem, konkreten Verhalten einer Person auseinander zu setzen, wenn man den Unterschied zu ad-hominem nicht erkennen kann oder will.

    • „Sein Beitrag bietet doch genug Stoff, um sich inhaltlich damit auseinanderzusetzen.“

      Übrigens auch dem Faktenfinder der Tagesschau. Leider erst vier-sechs Wochen nach dem Ursprungsbeitrag stellen sie u.a. fest:

      „Allerdings wird das Schwefelhexaflourid nicht, wie anderweitig mehrfach behauptet wurde, von den Windkraftanlagen ausgestoßen, sondern verbleibt während der gesamten Lebensdauer in dem System – genauer gesagt in den Schaltanlagen, wie man sie auch in zahlreichen anderen Energietechniksystemen findet.“ und „Selbst wenn diese durch einen Unfall oder Manipulation entweichen sollten, würde dies die CO2-Einsparung der Windanlage wieder wettmachen, die diese in zweieinhalb Tagen erwirtschaftet,“ und „In Bezug auf die Gesamtproduktion von Schwefelhexafluorid spielt der Anteil von Windkraftanlagen zudem keine Rolle, erst recht nicht bei den Emissionen in die Umwelt:“

      (von https://www.tagesschau.de/faktenfinder/windkraft-141.html)

      Schön, dass diese Suggestionen des hier besprochenen Beitrags korrigiert werden (war auch prominent auf der Startseite). Schade, dass es so lange dauert (wie oben gesagt) und dass diese Korrektur überhaupt nötig war.

      MfG, Arno

      Mein persönlicher Verdacht: Die Keimzelle dieser schiefen Vergleiche war eine unterm Strich in die Hose gegangene Werbekampagne des einen großen WEA-Herstellers, der bereits SF6-freie Schaltanlagen anbietet. Die Zitate ähneln sich jedenfalls sehr.

      • Na, da ist der öffentlich-schreckliche Schundfunk seinem „Die Propaganda in die Überschrift, den Journalismus in den letzten Satz“-Auftrag doch mal wieder gerecht geworden. Kritische Beiträge nach 23 Uhr im regulären Programm wo eh keiner®™ mehr zuschaut und Richtigstellungen sechs Wochen später irgendwo im Blog, wo sich schon keiner®™ mehr daran erinnern kann. Aber man kann sagen: „wir haben unseren Fehler korrigiert und kritisch berichtet“

    • Oriconos Beitrag trägt hier rein gar nichts bei, mit dem man sich sachlich auseinandersetzen könnte, außer Hass, Verblendung und ein Riesen-Ego, dass sich versucht zu profilieren, sich aber wie der durchschnittliche „Internet-Nazi“ hinter der Anoymität versteckt. Bravo! Fangen wir doch erst einmal an mit Quellen und Belegen. Wie wär‘s?! 😉

      • Bravo! Ein weiterer der außer ad hominem Attacke und Projektion nichts im Köcher hat und sich damit von jeder Sachdiskussion selbst disqualifiziert indem er andere mit dem Dreck bewirft den er selbst am Stecken hat.
        Keine weiteren Fragen, euer Ehren.

  6. Vielen Dank für den Artikel und auch vielen Dank an die ausführliche Antwort von Herrn Houben!

    Den Blogbeitrag hier habe ich aktiv gesucht, weil der ursprüngliche Beitrag offensichtlich irreführend ist und man genau hinhören muss, was in welchen Kontext ausgesagt wird. Ich finde das Framing und Botschaften des ursprünglichen Beitrages nicht akzeptabel und der sollte auch von Sender korrigiert werden!

    Eigentlich steht die Windkraft hier vor zwei Problemen, die sich recht einfach lösen lassen:
    1. Betreiberpflicht beim Abbau der Anlagen durchsetzen. Wenn uns die 3kg pro Anlage stören, dann ist das einfach zu lösen (Verordnung mit Kontrolle)
    2. Sollte das nicht ausreichend sein, dann kann für Neuanlagen ein SF6-Verbot vorgegeben werden. Dann ist das Problem auch langfristig und unabhängig von Unfällen oder mangelhafter Entsorgung gelöst.

    Was im ursprünglichen Beitrag fehlt, ist eine Einordnung zu den anderen SF6-Emittenten (Fenster, Halbleiterindustrie, …).

  7. Ich verstehe den Artikel von Herrn Houben eher als Kritik an der EU, dass solche Verordnungen immer so lange dauern. Der Kritik, dass hier eine Einordnung fehlt stimme ich auch zu. Aber dass ist doch schnell gemacht: Eine WKA spart im Durchschnitt pro Jahr ca. 10.000 t CO2 ein, und hat – auch im Durchschnitt – eine Lebensdauer von 16,5 Jahren. D.h. die WKA spart in ihrer Lebenszeit 165000 t CO2 ein. Wenn nun pro WKA 3kg SF6 enthalten sind und dieses Gas ca. 22800 mal schlimmer als das CO2 ist, dann macht das für mich ein Schaden von 68,4 t CO2. Klare Verhältnisse. Was natürlich hier nicht berücksichtigt ist, ist die deutliche „Lebenszeit“ des SF6. 3000 Jahre sind kein Pappenstiel und dürfen nicht unbeachtet gelassen werden. Daher die Kritik an der EU, dass es immer alles so lange dauert und noch 8 Jahre weiter laufen kann.

  8. Das ist aber nicht, was der PlusMinus-Beitrag aussagt!
    Schon beim Titel: SF6 – „Die schlummernde Gefahr in Windrädern“ Nein, nicht nur in Windrädern, sondern andern elektrischen Anlagen, Fenstern etc. Und dort zu einem deutlichen höheren Maß. Warum wird das verschwiegen?
    0:16 „Jedes Windrak, jede große Solaranlage braucht diese speziellen Kästen“ – Ah, uns sonst braucht man diese speziellen Kästen nicht? Wäre mir sehr neu….
    0:48 „windräder beinhalten ein ziemlich exotisches Gas“ Klingt so, als sei das nur bei Windrädern so.
    2:33 Vor den Bildern von Windkraftanlagen wird der SF6-Ausstoß themathisiert und der ist größer als der innerdeutsche Flugverkehr. Das ist für mich eine klare und bewußte Falschaussage, denn das Bild gehört ist bei einem Film der der Aussage. Hier wird der Anteil der WKA am SF&-Ausstoß wird nicht (!) in Relation gesetzt.
    Und so weiter und so fort.

  9. Mein Kommentar dazu:

    „Don’t let perfect be an enemy of the good.“

    Das ist, was Herr Houben hier in seinem schnappatmenden journalistischen Gegeifer einfach übersieht: Ja, alle unsere Technologien haben irgendwo ihre Mängel und Unzulänglichkeiten. Das sei ihnen verdammtnochmal auch zugestanden!

    Wie Jan in seinem Artikel schon vermerkte: „Eine Windkraftanlage hat zu 100% aus Bambusblättern und Rosenblüten konstruiert zu sein, ist doch sonst gar nicht klimaneutral!“ – und genau diese idiotische Haltung muss ich Herrn Houben hier vorwerfen. Es ist – in der Gesamtansicht – letztlich ziemlich wurscht, ob diese Anlagen jetzt dieses Gas beinhalten oder nicht, was zählt, ist was hinten rauskommt. Und da kommt bei allen anderen Energieerzeugungsmöglichkeiten deutlich mehr und deutlich schlechteres heraus, als 3,5 Tonnen eines zugegebenermaßen problematischen Gases. Ich nehme dieses Gas jedenfalls eher in Kauf, als die ganzen Nachteile, die uns durch alle anderen konventionellen Techniken der Energieproduktion entstehen.

    Und ja – ich habe auch kein Problem damit, wenn für so eine Windkraftanlage auch mal ein Hektar Wald eingeebnet werden muss. Lasst uns diese ganze verdammte Krise mal endlich nüchtern und sachlich betrachten und nicht so überemotionalisiert!

  10. Brauchen wir noch 230 Volt Strom?
    Keine Panik, ich will Ihnen nicht den Strom abschalten. Ich möchte auf ein anderes Problem hinweisen.
    Schauen Sie sich doch einmal in ihrer Wohnung um. Schauen Sie sich Ihre elektrischen Geräte doch einmal genauer an.
    Nehmen wir als Beispiel das Gerät, was wir mittlerweile am häufigsten verwenden.
    Das Handy.
    Und da wir es so häufig verwenden, müssen wir es auch in der Regel täglich laden.
    Aber nehmen Sie einfach mal das Ladekabel in die Hand und schauen Sie auf den Stecker.
    Da steht auch Text drauf.
    Und da gibt es zwei Begriffe: Input und Output.
    Input 230 Volt. Output 5-12 Volt, je nach Handymodell und -hersteller. Es gehen also 230 Volt rein, obwohl nur 5-12 Volt benötigt werden. Der Rest wird in Wärme umgewandelt. Oder anders ausgedrückt. Verschwendet!
    Und so können Sie in ihrer gesamten Wohnung weiter schauen. Alle Geräte mit mikroelektronischen Bauteilen haben ein Netzteil.
    Computer, Flachbildfernseher, DVD-Player, Stereoanlage, Spielekonsole,…
    Alles Netzteile!
    Auch in der Küche und im Bad gibt es immer mehr Geräte, die Netzteile verbaut haben. Sei es die elektrische Zahnbürste oder der Koch-/Backautomat.
    Und auch unsere Beleuchtung. Diese sogenannten „Energiesparlampen“, was denken Sie was da für Energie gespart wird. Keine! Denn auch diese Lampen haben in ihrem Sockel ein Netzteil versteckt.
    Also warum nicht einfach all diese Netzteile rausschmeißen.
    Dann bräuchten wir in unseren Wohnungen nur noch eine Spannung von 12 Volt.

    Es gibt eigentlich nur drei Geräte die durch ihre Bauweise mehr als 12 Volt brauchen. Das ist der Ofen, der Kühlschrank und die Waschmaschine.
    Oder doch nicht?
    Gehen Sie ins Internet und geben Sie mal ein. „Ofen 12 Volt “ Treffer! So etwas gibt es. Auch einen Kühlschrank und eine Waschmaschine gibt es mit 12 Volt. Das kommt aus dem Camping/Fernfahrer-Bereich. Also seit Jahren bewährt.

    Damit könnten wir ein Stromsystem aus den 1880-1920 (Elektrifizierung Deutschlands) auf den heutigen mikroelektronischen Stand bringen. Und was nicht funktioniert, da können wir zeigen was „Innovation Made in Germany “ alles kann.

    Nun werden die Kritiker sagen, dass würde bedeuten, in jede Wohnung neue Kabel zu ziehen.
    Stimmt nicht! Ist schon da. In 99% aller Wohnungen gibt es einen Telefonanschluss. Und darüber laufen 12-20 Volt. Wir schicken Telefongespräche, das Internet darüber, warum dann nicht auch noch Strom.

    Und sie müssten nicht einmal alle Geräte neu kaufen. Es müssten nur die Netzteile ausgebaut/überbrückt werden. Nach Corona wäre das dann doch ein guter Jobmotor 42 Millionen Haushalte bundesweit auf den 12 Volt Strom umzurüsten.

    Aber da müssen wir nicht aufhören.
    Büros! Was ist ein Büro denn nichts anderes als ein Raum mit Beleuchtung, Computer und Kaffeemaschine. Und auch für die Kaffeemaschine gibt es eine 12 Volt Variante 😉 Es gibt laut Internet zwischen 18 und 26 Millionen Büroarbeitsplätze bundesweit. Auch die könnte man alle auf 12 Volt umrüsten und damit Millionen Kilowattstunden sparen.

    Und wir können noch ein Schritt weiter gehen.
    Geschäfte! Denn was ist ein Geschäft nichts anderes als ein Raum mit Beleuchtung und Kasse. Und die Kasse ist mittlerweile nichts anderes als ein Computer.
    Also auch da können wir umrüsten.

    Als Erinnerung möchte ich Sie noch auf die Zukunft hinweisen. Das sogenannte „Smarthome “ Also wo mir dann der Kühlschrank sagt, was ich einkaufen soll, und andere Geräte, die kommunizieren. Und da dass ja auch alles mit Mikroelektronik gesteuert wird, bedeutet das was? Noch mehr Netzteile?
    Schmeißen wir weiter Geld für Energie, die wir nicht einmal benutzen, zum Fenster heraus? Oder…

    • Es wäre mal eine unabhängige Untersuchung fällig, inwieweit wir heute schon unsere Wohnungen, Büros und schlussendlich unsere Städte durch diese Netzteile heizen.
    • Wind und Solar bekommen einen ganz anderen Stellenwert. Denn der gewonnene Strom muss ja nicht erst auf 230 Volt (mit Verlusten) hochtransferiert, um dann in unseren Wohnungen wieder durch die Netzteile verheizt zu werden. Viele autark Lösungen sind möglich.
    • Und sollte es doch einmal zu Stromausfällen kommen, reicht es eine Autobatterie anzuschließen und weiter geht es.
    • Was wir allein an Kupfer einsparen, wenn die Netzteile weg sind.
    • Durch den Platz der durch die Netzteile wegfällt, könnte man auch einmal über das Design von den ganzen Geräten reden und was da noch für Einsparpotenzial möglich ist.
    • Für die Beleuchtung können Taschenlampen-LEDs verwendet werden. Die sind heute schon heller als eine 40 Watt Glühbirne.
    Und dass schöne an der ganzen Geschichte ist: Das produzierende Gewerbe wäre davon nicht betroffen. Denn die arbeiten mit Kraftstrom. Also separate Leitungen.

  11. Antwort von Radio Eriwan: Im Prinzip ja …

    und es gibt in der Heftreihe „Einfälle statt Abfälle“ ein Sonnenheft „Solarstrom in 12V-Anlagen“, das sich genau mit der Frage befasst. Das Heft wurde schon vor Jahrzehnten herausgegeben. Die Idee ist also nicht neu und technisch umsetzbar.

    Jetzt kommt aber das große Aber: es hat schon seinen Grund, dass wir 230V-Wechselstrom(!) in unseren Haushalten mit Netzanschluß haben. Wechselstrom hat zum einen den großen Vorteil, dass er sich im Gegensatz zu Gleichstrom leicht transformieren lässt. Warum macht man das im Stromnetz? Weil die Übertragungsverluste bzw. die Leitungsquerschnitte bei höherer Spannung geringer ausfallen als bei niedrigerer Spannung. Folge: wer die gleichen Leistungen mit dem gleichen, geringen Spannungsabfall statt mit 230V mit 12V erreichen will, der muss deutlich dickere Leitungen verlegen. Über ein Telefonkabel würde ich keinen 12V-Wasserkocher mit 1600W betreiben.

    Ich habe ja in mein E-Auto einen Inverter von der 12V-Bordbatterie auf 230V~ eingebaut. Das sind vier(!) extrem dicke Kabel, die nur ca. 1m überbrücken um die 2000W Maximal-Leistung zu übertragen. Kann sich auch mal jeder ansehen wie dick die Kabel von einer Starterbatterie zum (Verbrennungs-)Motor sind. Und das funktioniert mit 12V nur, weil die Leitung so kurz ist. Mit 230V~ kann ich über 100m ohne signifikanten Spannungsabfall 800W übertragen (Elektromultitool) und dafür brauche ich schon ein relativ dickes Kabel (2,5mm² 5-adrig, L und N gepaart). Mit 12V nicht vor- bzw. darstellbar. In meinem Haushalt ist übrigens der 1600W Wasserkocher immer noch das wichtigste Elektrogerät, dass ich gleich zwei davon in Edelstahlausführung habe. Und alles was über 1000W hat (Staubsauger, Fön, Ofen, Kettensäge) und eine etwas längerer Zuleitung braucht, da wird es mit 12V kritisch.

    Ja, man kann sein Haus/Tinyhouse/Bauwagen in ein 12V-System umwandeln oder gleich so planen. Das ist aber eben vor allem dann sinnvoll, wenn es ein System ohne Netzanschluß und völlig autark sein soll und wo der Strom so kostbar ist, dass es sich lohnt damit die Umwandlungsverluste zu minimieren. Das wird aber bis auf weiteres in Deutschland auch mit dem Ausbau der PV auf den Hausdächern, aber mit seinen sonnenarmen und immer noch vergleichsweise kalten Wintern die Ausnahme bleiben. Immerhin gibt es die Bestrebung die Netzteile zu vereinheitlichen (USB), dass man nur noch eines braucht, statt für jedes popelige Gerät eins extra. Der Stand-by-Verlust wurde auch schon drastisch reduziert und es gibt ja auch noch Schalterleisten für die älteren Netzteile stromlos zu schalten.

  12. Komme mir immer so zynisch vor, wenn ich klar sage, dass der ÖRR ein Teil des Problems ist – in einem Maße, dass ich wenig Hoffnung habe, dass er irgendwo wieder Teil der Lösung würde.

    Die Arbeit zu technischen Fragen bewegt sich durchweg auf dem Kompetenzniveau eines Sportreporters, der die Abseitsregel nicht versteht, sorry.
    Und deshalb springen die zuverlässig über jedes. verdammte. Stöckchen. welches ihnen PR und Reaktion hinhalten.
    Wer’s nicht glaubt, sehe sich bitte den Youtube-Kanal von „Vernunftkraft“ an, was dort an Videos geschaltet ist und welche Logos diese haben.

    Nur ein Beispiel: Vor zwei, drei Jahren war ein großes Hallo, „wohin mit den alten Windkraftflügeln?“
    Irgendein Fraunhofer-Institut für Entsorgungsfragen hatte ausgerechnet, wie viel GfK-Material da anfällt, falls denn bestimmte Anlagen nach genau 20 Jahren demontiert würden.
    Irgendein PR-Arschloch hat daraus eine Kampagne gestrickt.
    Da kam man dann für einen sehr starken Zubaujahrgang +20 einmalig auf ganze 30.000 Tonnen im Jahr.
    OK, das sind pro Haushalt dann 750 Gramm, man könnte es also jeweils geschreddert in einem alten Gurkenglas unter die Spüle stellen.
    Oder zu den künstlichen Bergen legen, die aus ein paar hundert Millionen Tonnen Abfall des Kalibergbaus entstanden sind.
    Oder wir machen damit, was wir die letzten 50 Jahre mit alten Sportbooten machen, die aus dem gleichen Material sind (Zitat Hobbysegler: Die ham wir früher immer abgefackelt…).
    Oder was so geschieht mit den 996.000 Tonnen GfK, die 2020 in der EU produziert wurden.
    Oder was man mit den 600.000 Tonnen Altreifen macht, die im Jahr in Deutschland anfallen.

    Kurzum, die Entsorgung von Windkraftflügeln ist so ein enormes und dringliches Problem wie der Reifenabrieb von Fahrrädern.
    Ein komplett virtuelles Thema.
    In ARD und ZDF wird einem das aber in die ersten Sitze gereihert, mit freundlicher Unterstützung irgendwelcher handfester Astroturf-Nimbys aus dem erdfarbenen Milieu, die treudoof als Angehörige von „Bürgerinitiativen“ untertitelt werden.

    Von fertigen Recyclingkonzepten abgesehen – sowohl Windkraft- als auch Photovoltaikanlagen könnte man nach Betriebsende fein zermahlen über Weizenfeldern ausstreuen und es wäre immer noch eine sauberere Sache als ein Braunkohlekraftwerk.

    Aber der Rundfunk feiert den Irrtum der unvollkommen Lösung. Supi.

  13. “Schallschutzscheiben haben neben ihren SF6-Emissionen noch ein zweites Problem: Im Gegensatz zu Windkraftanlagen tragen sie leider nicht zum Klimaschutz bei“

    das ist ja wohl so nicht richtig. schallschutzscheiben tragen, meines wissens, zum energisparen bei.. oder was?

    • Fiel mir auch auf.

      Hab’s nicht extra recherchiert, aber meinem Halbwissen nach gibt’s (zumindest im Mainstream der Wohnungswirtschaft) keine speziellen Schallschutzscheiben, sondern eben zwei- oder dreifachverglaste Scheiben, die gleichermaßen vor Schall und Wärmeverlust schützen.
      – Und alte, undichte Fenster damit nachzurüsten, ist neuerdings nicht nur Klima-, sondern sogar Ukraineschutz. 😉

      Dass darin so problematisches Schutzgas eingesetzt wird, war mir tatsächlich neu.
      Sollte man möglichst vermeiden und vor allem eine korrekte, emissionsfreie Entsorgung verordnen, beim Rückbau von dem Zeuch.
      Klingt sehr umständlich, macht man aber mit Asbest oder Kältemitteln auch.
      Oder mit Quecksilberdampf-Lampen. Sprich, Leuchtstoff- oder „Energiespar“-Leuchtmitteln vor der LED-Technik. Messy, hat aber wohl ne Menge Quecksilberfreisetzung vermieden, die sonst unweigerlich durch Kohlekraftwerke geschehen wäre.

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