Der Netzfrauen-Feldzug gegen Großkonzerne, Mimikama und ihre eigenen Leser

Oh je, so viel Text? Keine Sorge, wer zu wenig Zeit hat, der kann nach dem siebten Absatz die Abkürzung nehmen und bekommt dennoch alles relevante mit. Die lange Version ist natürlich trotzdem ungleich fluffiger 🙂

Vorsicht!!! Alnatura hat Bio-Eier für 2,99 Eur im Angebot!

Bio Eier

Würdet Ihr nach so einer Nachricht Bio-Eier von Alnatura kaufen wollen? Und die Veganer enthalten sich bitte der Antwort. 😉 Ich zumindest nicht, würde ich Eier essen. Klingt ja so, als wären die Alnatura-Bio-Eier stark mit Dioxin belastet. Die Angst ist aber unbegründet, ich habe die Meldung frei erfunden – gegen den Konsum der Eier sprechen genügend andere Punkte, aber was das Dioxin angeht sind diese etwas unpraktischen Eigelb-Transportboxen wohl über meine fingierten Zweifel erhaben.

Was wäre also passiert, wenn ich die Meldung oben einfach rausgegeben hätte? Vermutlich hätten recht bald ein paar Leser nachgefragt, woher ich denn wisse, dass die Bio-Eier bei Alnatura voller Dioxin sind. Und hätte ich dann im weiteren Verlauf gemerkt, dass es gar keinen konkreten Anhaltspunkt für meinen Verdacht gibt und Alnatura selbst in den Facebook-Kommentaren einen recht glaubhaften Beleg für meinen Irrtum hinterlassen hätte, dann hätte ich wohl früher oder später eingeräumt, einen Fehler gemacht zu haben. Das ist als Autor immer ein bisschen peinlich, lässt sich aber nicht vermeiden, Menschen machen nun mal Fehler.

Vollkommen absurd wäre es hingegen gewesen, wenn ich krampfhaft bei meiner Version geblieben wäre, allen Kritikern meiner Version vorgeworfen hätte, Trolle oder Anhänger von Alnatura zu sein, deren Kommentare gelöscht / sie geblockt hätte um dann alle meine Leser für dumm und undankbar zu erklären, weil ich das hier ja alles ohne Bezahlung mache. Und außerdem ja auch noch Kinder hätte. Und dann im Stundentakt damit gedroht hätte, meine Recherche in Zukunft einzustellen, wenn die Leute es denn wagten, mich zu kritisieren. Nur um dann genau so weiter zu machen wie bisher.

Schlimme Vorstellung, oder? Nun, genau dieses moderne Web 2.0-Märchen spielt sich gerade bei den Netzfrauen ab. Es ging dort nur nicht um Dioxin in Eiern sondern um Echtfell an einem Schlüsselanhänger, der Rest ist unangenehm identisch: Letzten Sonntag um 14:48 Uhr hieß es dort „Vorsicht!!! Tchibo hat Schlüsselanhänger in „Echtfell-Optik“ – für 5,95 € im Angebot.“ Es folgt ein Bild des Anhängers. Es geht weiter mit „Jahr für Jahr werden in China geschätzt 70 Millionen Tiere wegen ihres Fells getötet […] Viele Käufer ahnen nicht einmal, dass sie echten Pelz tragen.“

Vorab: Ich freue mich über jeden, der dieser in meinen Augen indiskutablen Modeerscheinung Echtfell Paroli bietet und darüber aufklärt, welche furchtbaren Qualen mit ihr verbunden sind. Ich halte nicht mal das Tragen von Kunst-Pelz für eine gute Idee, da viele Menschen den Unterschied nicht kennen und man damit das Tragen echter Fell-Kleidung leider legitimiert. Das sollte aber niemanden dazu ermutigen, einer einzelnen Firma ohne näheren Beleg einfach den Verkauf von Echt-Fell anzudichten.

Da das beanstandete Produkt auch auf der Hersteller-Seite recht konkret als aus 90% Polyacryl und 10% Polyester bestehend deklariert ist, ließ der Spott im Netz über die dann doch etwas voreilige Warnung nicht lange auf sich warten. Zugegeben, die Vergangenheit hat gezeigt, dass Produkte schon mal falsch deklariert werden und auch ein als Fake-Pelz ausgezeichneter Jackenkragen echtes Fell enthalten könnte. Könnte. Aber nicht muss. Wer sichergehen möchte, der kann das in ein paar simplen Tests nachprüfen. Eine Maßnahme, die man ins Auge fassen könnte, bevor man seine 160.000 Facebook-Follower vor einem Produkt warnt, das schon auf den Fotos nicht besonders nach Echtpelz aussieht.

<ab hier kann man etwas abkürzen>

Auf der FB-Seite der Netzfrauen selbst gab es denn auch interessierte (aber freundliche) Rückfragen, ob das ganze jetzt bewusst falsch ausgezeichnet sei und ob es sich denn um echtes Fell handele. Ein User fragte zum Beispiel „Ist das nun Fell oder nicht? „Echtfell-Optik“ bedeutet für mich:kein Fell.“ Die Antwort der Netzfrauen kam postwendend und recht pampig: „Es gibt Menschen.die bleiben DUMM – egal wie sie aussehen!!!!!!!“(sic).

 Beschimpfung 1 _ blacked out

Es mag womöglich am unbefriedigend niedrigen Informationsgehalt dieser Antwort liegen, dass immer mehr User nachfragten, aus was der Bommel denn nun bestünde, was die Netzfrauen offenbar wütend machte, so dass sie eine halbe Stunde nach Veröffentlichung diese schroffe Ergänzung hinterher schoben:

 „Wir stellen immer wieder fest – dass es Menschen gibt – die unter Beratungsresistenz leiden – würden die, die Beiträge lesen – dann würden diese feststellen – dass Kunstpelz zu teuer ist – und deswegen echter Pelz aus China verwendet wird – Vielleicht sollten diese Menschen – sich gleich das Video anschauen, was wir posten werden“

Nun werden aber auch die Kunstfasern Polyacryl und Polyester in großem Stil in China hergestellt. Zudem war überhaupt nicht klar, ob das Produkt überhaupt aus China stammte, was die obige Darstellung etwas hilflos in der Luft hängen ließ. Es äußerten sich außerdem immer mehr User dahingehend, dass sie das fragliche Produkt selbst überprüft hatten und zweifelsfrei bestätigen konnten, dass es sich nur um Kunstpelz handelte.

Der Beitrag wurde jedoch weiter eifrig in seinem unveränderten Zustand geteilt, bislang über 11.000 mal. Es fragten sich also immer mehr User, was an der Meldung nun überhaupt dran sei. Mutmaßlich auch, weil die Netzfrauen nicht mehr reagierten, den Eingangstext aber auch nicht mehr geändert hatten, dieser also nach wie vor den Eindruck vermittelte, die Bommel bestünden aus Echtpelz. Und wie üblich in solchen Fällen fragten viele Nutzer bei Mimikama nach, die den ganzen Verlauf recht transparent und nüchtern zusammenfassten und zu dem Schluss kamen, dass der Vorwurf der Netzfrauen fragwürdig und nicht haltbar sei. Das war am 14.12. um 10:52 Uhr.

Spätestens an der Stelle hätten wohl die meisten eingesehen, dass man sich verrannt hatte und eine Korrektur geboten wäre. Zusätzlich kommentierte Tchibo um 12:58 Uhr selbst bei den Netzfrauen, dass der Konzern 2013 dem „Fur Free Retailer Program“ beigetreten sei und mittlerweile Prüfinstitute damit beauftragte, die eigenen Produkte auf Pelz-Gehalt zu prüfen. Dementsprechend sei auch besagter Schlüsselanhänger frei von Echtpelz-Materialien.

Um 14:45 Uhr dann, fast genau 24 Stunden nach Veröffentlichung der „Vorsicht!!!“-Warnung, und nachdem mehrere Stellen unabhängig voneinander die Echtheit des nicht echten Kunst-Pelzes nachgewiesen hatten, kamen die Netzfrauen laut eigener Aussage auf die glorreiche Idee, sich mit Tchibo in Verbindung zu setzen, um es zu klären. Es müsse überprüft werden, woher das Kunstfell käme und ob es denn wirklich Kunstfell sei. Eine bemerkenswerte Maßnahme zu diesem Zeitpunkt, hatte Tchibo ja längst Kontakt aufgenommen und im Prinzip alles geklärt. Vielleicht rechne ich heute Abend auch noch mal meine Steuererklärung 2007 nach, das wäre ähnlich zielführend.

Anyway, in den Kommentaren zu dieser Recherche-Ankündigung wurde natürlich fleißig der Link zu Mimikama geteilt, den die Netzfrauen bis dato wohl übersehen hatten. Es macht zumindest den Eindruck, als sei die oberste Netzfrau, Frau Doro Schreier, davon recht überrumpelt gewesen, postete sie 23 Minuten später einen furchtbar wütenden Text über die Undankbarkeit ihrer Leser und das Logo der von Mimikama betriebenen „Zuerst denken – dann klicken“-Initiative mit einem „Vorsicht! vor der Seite!“-Schriftzug (sic) quer darüber. Ich kann natürlich nicht mit Sicherheit sagen, ob der Kommentar wirklich von Frau Schreier stammt,  jedoch passt das Schriftbild mit den vielen Bindestrichen, Frage- und Ausrufungszeichen recht gut zu ihrem Stil. In dem Text fordert sie eine Entschuldigung von Mimikama. Eine Entschuldigung dafür, dass Mimikama die Angelegenheit nüchtern recherchiert hat und den Job gemacht hat, der eigentlich Sache der Netzfrauen gewesen wäre. Ansonsten würde sie keine weiteren Recherchen zur Verfügung stellen. Ich greife jetzt etwas vor: Obwohl diese Drohung mehrere Male wiederholt wurde und eine Entschuldigung bislang ausblieb, „recherchieren“ die Netzfrauen eifrig weiter.

Einer der absurden Vorwürfe aus diesem Text besagt, sie (die Netzfrauen) würden „permanent angegriffen -ohne dass man sich mit uns in Verbindung setzt.“ (sic). Das als Reaktion auf einen Text, der sich damit befasst, wie wiederum die Netzfrauen Tchibo angegriffen haben, ohne sich vorab mit jenen in Verbindung gesetzt zu haben, entbehrt nicht einer gewissen unfreiwilligen Komik. Der Beitrag wird wiederum entsprechend von der Leserschaft kritisiert. Auf den kritischen Kommentar mit den meisten Likes entgegnen die Netzfrauen lediglich, der Kommentator beherrsche die deutsche Grammatik nicht richtig. Diese ohnehin sehr schwache Argumentation kommt noch schwächer daher, weil die Autorin all dieser Beiträge wiederholt den Genus von „Fell“ nicht zu kennen scheint und Dinge schreibt wie „“Es muss nun überprüft werden, woher dieser Kunstfell kommt“ und „wir haben Tchibo nur gefragt – ob der Kunstfell wirklich Kunstfell ist“.

Dieser Kunstfell

Was nun das Echtfell angeht, tappen die Netzfrauen und ihre Leser augenscheinlich weiterhin im Dunkeln. Es wird immer noch schwammig darauf verwiesen, man stehe mit Tchibo in Kontakt und dass eine gewisse Drogerie Müller  2014 ebenfalls Echtfell verkauft hätte – Tchibo also definitiv Echtfell verkauft. Das ist isofern interessant, dass man sich auf Seiten der Netzfrauen bald darauf beschränkt, nur nachgefragt zu haben:

Wir stehen in Kontakt

Ob der Kontakt via Rauchzeichen oder Brieftauben erfolgt, wird nicht näher erläutert, aber der Kommunikationsweg scheint ja doch so seine Tücken zu haben, ist eine recht eindeutige Stellungnahme von Tchibo ja längst erfolgt. Anstatt also mit dem längst erlangten Wissen auf die vielen Nachfragen einzugehen, stellt man sich dumm und es folgt eine Kaskade immer neuer Facebook-Statusmeldungen, deren Ton stetig beleidigter und bornierter gerät:

15:28 Uhr: Die Netzfrauen fragen ironisch, ob man jetzt in Zukunft immer erst beim zu kritisierenden Unternehmen nachfragen sollte und lassen durchscheinen, dass das weit unter ihrer Würde liegt. Ich fühle mich spontan dazu hingerissen, mit „ja“ zu antworten. Ich dachte das sei schlicht journalistische Sorgfalt, immer auch die Gegenseite zu Wort kommen zu lassen? Die Netzfrauen nennen das hingegen „Schwarmdummheit“.

15:55 Uhr: Die Netzfrauen rudern etwas zurück, man hätte ja eigentlich nur nachfragen wollen. Wieder wird „der Kunstfell“ geschrieben. Man mokiert sich darüber, dass man jetzt wohl nicht mal mehr nachfragen dürfe. Als Bestrafung für alle Leser verkündet man, dass eigentlich ein toller Beitrag über Schummeleien der Lebensmittel-Industrie geplant war, aber das würde den dummen Verbraucher ja dann sicherlich auch nicht interessieren. Schade, es ging angeblich darum, dass in Hühnersuppe generell kein Stückchen Huhn sei. Das hätte mich ja schon interessiert 😉

Der abschließende Satz lautet: „Der Konzern, der Transglutaminase herstellt kommt aus Japan.“ Was das mit Echtfell-Bommeln bei Tchibo in Deutschland zu tun hat konnte bis dato niemand aufklären.

17:33 Uhr: Zitat von Bertrand Russell, dass die Klugen so voller Zweifel seien und Dummköpfe so selbstsicher sind. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass die Netzfrauen sich hier zu den Klugen zählen.

17:39 Uhr: Menschen, die die Netzfrauen kritisieren, sind dumm. Weil die Netzfrauen ja nur fragen wollten, woher das Fell stammt. Generell sind die Verbraucher dumm. Ob man sich da selbst mit einbezieht, wird nicht näher erläutert.

18:03 Uhr: Die Netzfrauen bestätigen das Gefühl, das einem beim Lesen der Beiträge beschleicht: Kritische Stimmen werden gelöscht und geblockt. Die Netzfrauen nennen das euphemistisch, Leser mit Beratungsresistenz zu sperren und begründen das mit „Wem das Tierwohl nicht am Herzen liegt, für den wollen wir nicht schreiben.“ Und „Wir sind Mütter, die sich auf den Weg gemacht haben, auf Missstände aufmerksam zu machen.“

Offenbar gehen die Netzfrauen davon aus, dass man ruhig Unwahrheiten verbreiten und auf seiner Seite willkürlich sachliche Kritik löschen darf, solange einem Tierwohl am Herzen liegt und man ein Kind hat. Yeah, ich bin Vater von 3 Kindern und Veganer, was hält diese Online-Lizenz zum Schwurbeln dann erst für mich bereit?

Danach ist endlich Ruhe bis zum nächsten Morgen. In der eigentlichen Sache wurde in den Beiträgen und Kommentaren bislang lediglich wiederholt behauptet, man stehe in Kontakt zu Tchibo und warte auf eine Stellungnahme, gerne auch übermäßig blasiert wie hier:

Wir warten noch auf eine Stellungnahme

<Sprungpunkt für Leser mit wenig Zeit>

Jetzt, endlich, weiß Tchibo, was Kunstfell ist. Ja, vielen Dank liebe Netzfrauen, was täten wir nur ohne Euch? Überaus verwunderlich daran ist jedoch, dass es diese Stellungnahme längst gab. Ja, die Netzfrauen standen tatsächlich mit Tchibo in Kontakt, und zwar irgendwann am Montag Morgen, wie hier nachzulesen ist. Darin heißt es „Über das Ergebnis haben wir die Netzfrauen informiert“ mit einem Link, in dem Tchibo die Netzfrauen nachweislich inkl. hochaufgelöstem Bild sehr eindeutig darüber informiert, dass es sich um Kunstpelz handelt. Der Tweet ist vom Montag morgen um 08:33 Uhr.

Dennoch erzählen die Netzfrauen den ganzen Tag über eifrig weiter, man müsse auf sagenumwobene Testergebnisse warten, eine Tierschutzorganisation sei unterwegs und der Konzern müsse die Lieferkette prüfen. Wie immer man es dreht und wendet, eine Partei sagt hier wissentlich die Unwahrheit, entweder Tchibo oder die Netzfrauen. Und die Beweislage für die Netzfrauen-Version ist nüchtern betrachtet ziemlich dünn.

Das alles ficht die Netzfrauen nicht an, man geriert sich auch am folgenden Morgen als missverstanden:

„Wie wir gestern feststellen mussten, hatte sich eine kollektive Empörung breitgemacht, wo keiner wirklich wusste, worum es ging. Die Anhänger Tchibos hielten uns den ganzen Tag auf trapp, während wir mit Tchibo und einer Tierorganisation uns im Gesprächen befanden.“

(sic, 07:03 Uhr)

Eine interessante Formulierung für ein einzelnes Gespräch vor 9 Uhr morgens. Ferner merkt man an, die Regierung selbst würde sich über die Kritik an den Netzfrauen freuen, könnten die deshalb mal eben TTIP durchwinken. Nun ja…

Die Netzfrauen beschweren sich weiterhin um 09:26 Uhr, dass nun auch die Huffington Post gegen sie berichte, und machen es sich in der Opferrolle gemütlich:

„Wir werden beschimpft, beklaut und in den Dreck gezogen- nur weil wir unsere Kinder schützen wollen.“

Keine Ahnung, warum man seine Kinder vor Fake-Pelz-Bommeln beschützen muss, aber vermutlich ist die Antwort auf diese Frage just in diesem Moment Gegenstand von Gesprächen zwischen den Netzfrauen, Tchibo, der UNO und der intergalaktischen Föderation. Pathetisch wie ein Michael Bay-Film postet man anschließend in weißer Schrift auf schwarzem Grund, dass dort ein Beitrag stehen könnte, wenn man sie (die Netzfrauen) denn ließe.

So geht das Ganze bis Mittwoch morgen weiter, in dieser Zeit schwankt die Berichterstattung zwischen tiefer Enttäuschung über den mangelnden Rückhalt der Fans, maßloser Freude über den Rückhalt der Fans, Empörung über die Bösartigkeit von Mimikama, Selbstbeweihräucherung darüber, wie selbstlos man die eigene Zeit für dieses Projekt zur Verfügung stelle und immer wieder die unerträglich irrelevante Information, dass die Autoren Mütter oder gar Großmütter seien. Ferner wird mit großem Brimborium verkündet, dass im Beiersdorf-Aufsichtsrat (Die Tchibo-Holding ist da Mehrheitseigner) eine Nestlé-Angestellte sitzt. Wow. Auch nach gefühlten 25 Beiträgen und 100 Kommentaren seitens der Netzfrauen herrscht in der Sache (Un?)echt-Pelz aber immer noch Stillschweigen, an einer Aufklärung sind die Netzfrauen offenbar schlicht nicht interessiert. Es sei denn, man findet Gefallen an der Argumentationskette: Nestlé ist böse –> Unternehmen mit Anteilen an Firmen mit Nestlé-Mitarbeitern sind böse –> Solche Firmen verkaufen bestimmt keinen Kunstpelz –> Die Bommeln von Tchibo sind aus echtem Pelz.

Am Ende versucht man irgendwie, die Kurve zu kriegen. Am 16.12. um 06:52 Uhr schreiben die Netzfrauen:

„Vielen lieben Dank auch an alle, die mitgemacht haben, die Trolle zu entlarven. Wir haben nun eine Liste erstellt und wissen aus welchem Loch diese gekrochen kamen. […] Wir sollten es geschafft haben, dass „falsch deklariertes“ Kunstfell nun in aller Munde ist.“

Übersetzt bedeutet das: Wir haben ohne Not unfassbar tief ins Klo gefasst, uns selbst einen fulminanten Shitstorm angezüchtet und diesen über zwei Tage am Leben erhalten, weil wir vorschnell und ohne Recherche einfach mal einen rausgehauen haben. Aber keine Sorge, die kritischen User (Trolle) wurden von uns blockiert und ihre Kommentare gelöscht. Wir sind nämlich Mütter, wer uns kritisiert ist ein Tchibo-Anhänger und frisst kleine Kinder. Wir sollten es geschafft haben, Echtfell-Gegner als leichtgläubige Idioten dastehen zu lassen und haben damit der ohnehin oft als naiv verschrienen Tierrechts-Szene einen hübschen Bärendienst erwiesen.

Der Vorwurf an mich wird nun wahrscheinlich sein, warum ich denn so viel Energie aufwände, um den Guten Steine in den Weg zu legen und dass dieser eine kleine Fehler all diesen Zirkus nicht wert sei. Ich nehme meine Reaktion schon mal vorweg: Es geht nicht um den einen Fehler, es geht um den Umgang damit. Ich habe in meinem Blog auch schon mal Blödsinn behauptet, z.B. bin ich mal auf eine allzu sensationelle Werbebroschüre eines angeblichen Herstellers von Elektro-Autos reingefallen und habe das vor lauter Euphorie geteilt.

Das ist für sich genommen tatsächlich nicht dieser vielen Rede wert, Menschen machen nun mal Fehler. Aber dann sollte man auch die Größe haben, sie zuzugeben, wovon die Netzfrauen aber leider meilenweit entfernt sind. Auch in den Kommentaren wird wiederholt explizit erklärt „Wir haben keinen Fehler gemacht!“. Hinzu kommt das hochgradig ungerechte und unseriöse Gebaren, kritischen Nutzern das Wort zu verbieten, indem man ihre sachlichen Beiträge löscht und sie teilweise komplett von der Seite sperrt.

Haben keinen Fehler gemacht

Das ist leider nichts gänzlich Neues bei Facebook, auch andere Seiten haben ein an die Stasi erinnerndes Zensurverständnis. Da kann die Seite noch so tolle Inhalte bringen, wenn sachliche Gegenrede nicht erlaubt ist, dann schrillen bei mir alle Alarmglocken auf (insbesondere, wenn die Seite an sich selbst den Anspruch richtet, eine „Bildungswebsite“ zu sein). Begründen tun die Netzfrauen das damit, nicht für Leute schreiben zu wollen, die ihre Arbeit nicht honorierten oder dass Menschen anderer Ansicht einfach alles Trolle seien – ein merkwürdiges Verständnis von Aufklärung.

Generell sehen die Netzfrauen überhaupt nicht ein, dass irgendwer sie überhaupt kritisieren darf. Da sie all ihre Recherche ja kostenlos anbieten und darüber hinaus auch noch Mütter sind, empfinden sie es als bodenlose Frechheit, wenn irgendwer es wagt, Blödsinn Blödsinn zu nennen. Dementsprechend ist die Kritik der Netzfrauen an Konzernen wie Tchibo immer Ausdruck der gerechten Sache, ein Kampf zwischen David gegen Goliath, der edlen Beschützer von Witwen und Waisen gegen skrupellose Machtmenschen. Kritik an den Netzfrauen hingegen ist immer Hetze, nicht gerechtfertigt oder gleich hochgradig Shitstormesk. Insbesondere die Berichterstattung von Mimikama scheint die Netzfrau(en) zu erschüttern: Deren Macher hätten nicht mal gefragt und eine Hetze gegen sie gestartet. Dass die tatsächliche Ursache für die Einmischung von Mimikama in der eigenen Intransparenz begründet liegt und diese lediglich auf Nachfrage verunsicherter User hin aktiv wurden, das scheint ein zu komplizierter Gedanke zu sein.

alle sind undankbar

Warum das kostenlose Anbieten von Inhalten die Betreiber einer Seite nun automatisch von jeglicher Kritik freisprechen sollte, darauf geht man dort nicht näher ein. Man sonnt sich gerne in den zurückliegenden Erfolgen und leitet aus diesen ab, dass man über jede Kritik erhaben sei und die Regeln für die anderen, den Pöbel, wohl nicht für die Netzfrauen gelten. Ich muss andauernd an Alexander von Eich denken, wenn ich mich durch die Beiträge lese, von dessen Bild nur das ewige Mantra ablenkt, dass es sich hier immerhin um Mütter handele. Bedeutet das im Umkehrschluss, dass kinderlose Menschen weniger leisten oder anders gemessen werden sollten? Mir ist das offen gestanden vollkommen egal, wie viele Nachkommen ein Autor schon gezeugt hat und welche Geschlechtsteile an ihm dranhängen. Wenn er unerträglichen Schwachsinn von sich gibt dann nenne ich das Kind beim Namen ohne das vorher mit seinem Familienstammbaum abzugleichen. Ich biete meine Inhalte hier übrigens auch kostenlos an, das entbindet mich nicht von einer moralischen Pflicht, fair zu den hier mit lesenden und diskutierenden zu sein.

Diese ganzen Nebelkerzen mal bei Seite gedacht ist die Sache doch eigentlich denkbar simpel. Der Kunstpelz von Tchibo ist tatsächlich nur Kunstpelz. Die Netzfrauen haben sich weit aus dem Fenster gelehnt mit einer nachweislich falschen Behauptung, die auch weiterhin falsch sein wird, selbst wenn Doro Schreier noch diesen Monat Vierlinge gebären sollte und kostenlos all ihre Artikel ausgedruckt in der Fußgängerzone verteilte. Selbst wenn im Beiersdorf-Aufsichtsrat morgen weitere Angestellte von Nestlé, Heckler & Koch und Exxon unterkämen, der Pelz am Bommel wäre immer noch nicht echt. Wie gut kann Recherche generell sein, wenn man so etwas entweder nicht begreift oder noch viel schlimmer aktiv vertuscht?

Man kann nur hoffen, dass die anderen Artikel der Netzfrauen nicht mit dem gleichen Mangel an Sorgfalt recherchiert wurden – es bleibt jedoch der fade Beigeschmack, dass ggf. kritische Stimmen dazu womöglich gar nicht mehr lesbar sind, weil sie der selbstherrlichen Zensur der Seiten-Betreiberin zum Opfer fielen. Viele der Netzfrauen-Follower loben diese, weil man dort endlich mal die Wahrheit lesen könne.

Dazu halte ich fest, dass auch 4 Tage nach Veröffentlichung der Meldung und einer mittlerweile recht eindeutigen Beweislage nach wie vor die Version zu lesen ist, dass man vor dem Tchibo-Schlüsselanhänger wegen Echtpelz-Verdacht Vorsicht walten lassen sollte. Dem Produkt einer Firma, die sich nach derzeitiger Sachlage weit mehr als andere Unternehmen gegen die Verwendung von Echtpelz aussprechen.

Während des Schreibens dieses Artikels wurde die Facebook-Warnung der Netzfrauen weitere 500 mal geteilt.

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Update 04.01.2016

Wer hätte das gedacht? Nachdem es recht still wurde um den doch-nicht-Fake-Kunstpelz von Tchibo hatte man eigentlich schon das Gefühl, dass die Netzfrauen ihre Falschmelung einfach aussitzen wollen. Die Meldung, die vor dem nachweislich aus Kunstfaser bestehenden Tchibo-Produkt warnt, ist nach wie vor online und man behauptet bei den Netzfrauen weiterhin steif und fest, man würde dort auf Rückmeldung von Tchibo warten und hätte obendrein keine Zeit für eine aufwändige 5-minütige Fusselball-anzünden-und-dran-schnuppern-Recherche, da man sich jetzt ausschließlich auf Nestlé und Monsanto konzentriere.

tchibo Reaktion_med
Da diese sehnlichst erwartete Rückmeldung von Tchibo bereits am 14. Dezember erfolgt ist, handelt es sich bei der Behauptung der Netzfrauen entweder um eine ziemlich schnarchige Ausrede oder Frau Schreier hat die Login-Daten für ihren Twitter-Account verloren. Eine Variante, an der ich mich über die Feiertage mental festhielt, ist sie schlicht weniger verstörend. Nun muss ich mir am 04.01.2016 eingestehen, dass mit ihrem Twitter-Account wohl alles seine Richtigkeit hat, postet sie dort fleißig alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Auch die Konzentration NUR auf Nestlé und Monsanto ist wohl mittlerweile passé, hatten die Netzfrauen selbst seit Jahreswechsel offenbar ausreichend Zeit, um
– die Tage des Jahres 2016 in Sekunden umzurechnen
– aufzudecken, dass die Diät-Tipps von Promis gar nicht immer stimmen
– Fotos von Peter Ustinov und Frank Zappa zu posten
– das rührselige Meme eines alten Eherpaars zu veröffentlichen
In all der Zeit war es aber nicht möglich, sich mal den Tweet von Tchibo anzusehen, weil die Nestlé-Recherche so viel Zeit in Anspruch nimmt? Ist klar… das alleine wäre mir aber kein Update wert gewesen, irgendwie war es zu erwarten, dass hier nichts mehr passiert. Tatsächlich aber wärmt Doro höchstselbst die ganze unselige Geschichte vorgestern wieder auf, denn, *tadaaaa*, nun sind doch tatsächlich „die Schweizer Medien“ auf den ganzen Skandal um von Tchibo dreist als Kunstpelz deklarierten Kunstpelz aufmerksam geworden! No shit, und das alles natürlich nur wegen der glänzenden Vorarbeit der Netzfrauen! Wer mir aufgrund des sarkastischen Tons jetzt Häme und Missgunst vorwirft: Ich übertreibe kein bisschen, die oberste Netzfrau scheint das exakt so zu sehen.
Netzfrauen_retten_schweizer_Polyestertiere
Daran ist besonders lustig, dass man „kritikunfähig“ in Anführungszeichen gesetzt hat, fallen mir neben den Netzfrauen spontan nur Til Schweiger oder Graf Igzorn ein, die ähnlich schlecht mit sachlicher Kritik umgehen können. Der Rest ist nicht so lustig, eher befremdlich. Wenn man nämlich bei den Netzfrauen nachfragt, um wen es sich bei „die Schweizer Medien“ konkret handelt, bekommt man ähnlich erhellende Antworten, wie wenn man nach der Tchibo-Reaktion fragt: Gar keine. Man kommt sich langsam vor, als würde man mit einem Kind darüber diskutieren, dass es offenbar den Autoschlüssel hinter seinen Rücken hält, während es selbst darauf besteht, ihn weggezaubert zu haben.
Andere auf den neuesten Eiertanz aufmerksam gewordene Seiten vermuten, dass dieser sich auf einen Bericht in der Schweizer Pendlerzeitung „20 Minuten“ bezieht. Wenig überraschend geht es in diesem Bericht nur darum, dass tatsächlich echter Pelz als Kunstfell verkauft wird. Inwiefern dieser Bericht nun von den Netzfrauen inspiriert war, ist wohl einzig der Gedankenwelt von Doro Schreier persönlich vorbehalten, findet man in dem Artikel folgende Wörter nicht: „Tchibo“, „Netzfrauen“, „Schlüsselanhänger“. Ein objektiver Leser könnte also gar zu dem Schluss kommen, dass der 20-Minuten-Artikel womöglich gänzlich ohne Mithilfe der Netzfrauen-Redaktion, des Illuminaten-Geheimbund oder der Avengers zu Stande kam – zugegeben eine verrückte Idee. Die Netzfrauen vermuten hingegen, dass die internationalen Pressereaktionen zum „Shitstorm“ auf der Netzfrauen-Seite, der ja mehrere Wochen das Feuilleton aller großen Medienhäuser beherrschte, nun in dieser Titelgeschichte gipfelte („Es schaffte es sogar auf die Titelseite“). Wie viele Aluhüte bekommt man eigentlich gleichzeitig auf einen Kopf gesetzt? Wir wissen es nicht, aber ich habe so ein Gefühl, dass woanders bereits in diese Richtung recherchiert wird.
Am Ende gibt man sich versöhnlich, ist ja nun alles gut ausgegangen. Die Schweizer sind vor Kunstpelz in Kunstpelz gewarnt, die Spanier vor Wasser im Meer und die Schweden vor Bäumen im Wald, hail to the Netzfrauen. Ach ja, und sogar „die Tierschützer“ haben sich bedankt. Die fanden das wohl erstmal alles recht blöd, aber jetzt, wo so ein renommierter Laden wie 20 Minuten über den Skandal berichtet, sind auch sie vollauf zufrieden. Denn was könnten Tierrechtler nötiger haben als Berichterstattung, die sie noch ein Stück mehr in Richtung hysterischer Panik-Hippies schiebt wie das nur ein Artikel kann, der vor einem vollkommen harmlosen Produkt warnt? Da ich selbst ein paar Tierrechtler kenne und diese von dem Artikel der Netzfrauen recht wenig halten, können wir wohl davon ausgehen, dass der Begriff „die Tierschützer“ ähnlich netzfrauisch aufgebläht ist wie „die Schweizer Medien“ und „stehen mit uns in Kontakt“ und es sich hier schlicht um Doros Onkel Kalle handelt, der Kassenwart in einem Kaninchenzüchterverein ist und ihr neulich schrieb „Doro, echt ein dufter Artikel über den Tchibo-Pelz, bei diesen Drecksäcken kaufe ich nie wieder!“
Ich bin echt gespannt, was bei dieser Nestlé-Nummer rauskommt, wenn da NOCH mehr recherchiert wird.

48 Gedanken zu “Der Netzfrauen-Feldzug gegen Großkonzerne, Mimikama und ihre eigenen Leser

  1. Hallo Jan,

    wir sind mehrfach Mütter, Groß- Urgroß und Gigaurgroßmütter. Außerdem haben wir noch niemals auch nur daran gedacht einen einzigen Euro anzuschauen.

    Der Kunstfell ist ein riesiges Problem auf das wir aufmerksam gemacht haben und das nun eliminiert und in den tiefen der Verdammung begraben liegt -genau wie unsere etwas zu eigenwilligen Follower.

    Es ist hochgradig undankbar uns auf unseren eigenen Gedankenzustand vor zwei Tagen aufmerksam zu machen. Das waren andere Zeiten, wir waren Mütter unbezahlt und überhaupt wollen wir das unsere Kinder in einer fairen Welt aufwachsen. Insofern sollte bodenlose Ignoranz und Unwilligkeit Fehler einzugestehen nicht weiter kritisiert werden. Stattdessen: der Kunstfell. Wir haben es geschafft der falschen Kunstfell eindlich ein Ende zu machen.

    Es ist eine Frechheit wie dieser tierfeindliche Blog auf uns hetzt und uns bestiehlt!

    Pfui Pfui Pfui,
    Netzfrauen

    • Ich bin jetzt verwirrt. Reden wir von Echtfell oder Kunstfell? Der ursprüngliche Beitrag der Netzfrauen erzählt was von armen Tieren, denen das Fell abgezogen wird und jetzt ist Kunstfell das große Problem? Sorry, liebe Netzfrauen, aber wenn man nicht mal in der Lage ist, einen Fehler einzugestehen, warum soll man euch überhaupt etwas glauben.

      Ich kann den Blogbeitrag hier sehr gut nachvollziehen, auch anhand der Screenshots von der Netzfrauen-Seite. Allein die Frage „ob man vorher erst mal das kritisierte Unternehmen kontaktieren sollte“ zu stellen, zeugt für mich von Alarmismus und nicht von einem kritischen Bericht. Anschließend wie Kleinkinder darauf zu beharren, man habe recht und jede kritische Stimme zu blocken, ist einfach nur armseelig, aber leider nichts neues in der heutigen Diskussions-Kultur im Internet.

      Man kann nur MItleid mit den Kindern dieser Frauen haben. Sie werden nie lernen, dass man sich auch mal entschuldigen muss, wenn man was falsch gemacht hat.

      • @Der Graslutscher: Ich denke, dass es sich bei diesem Post um Satire handelt.
        Hier meine Belege: „Es ist hochgradig undankbar uns auf unseren eigenen Gedankenzustand vor zwei Tagen aufmerksam zu machen. Das waren andere Zeiten, wir waren Mütter unbezahlt “
        „Wir haben es geschafft der falschen Kunstfell eindlich ein Ende zu machen.“
        „Es ist eine Frechheit wie dieser tierfeindliche [(sic!)] Blog auf uns hetzt und uns bestiehlt!“

        Nicht immer alles so ernst nehmen, was im Internet steht 😉

        Liebe Grüße

        Alex

        • Hey Alex,

          ich bin mir sogar 100%ig sicher, dass es sich um Satire handelt, schon bei „Gigaurgroßmütter“ kam mir der Verdacht. Der Jan weiter oben ist ein anderer Jan, meine Satire-Detektoren laufen eigenlich ziemlich rund 😉

    • Ja, @ Netzfrauen: ganz genau so sind wir eure Kommentare ja gewohnt: immer schön theatralisch auf emotionaler Schiene, immer drauf bedacht die lieben Alibi-Kinder anzuführen und dass es angeblich kein Geld dafür gebe, dass ihr Stuss vom feinsten verzapft…Ihr habt einfach unsauber, unprofessionell recherchiert, fertig. Scheiße gebaut. Das könnt ihr drehen und wenden wie ihr wollt, es war journalistisches Leistungsversagen..setzen 6!!!
      Und weil ihr so dumm seid und schön über euren eigenen Stolz stolpert, könnt ihr natürlich auch nicht kapiert haben, dass der Artikel hier nicht „tierfeindlich“ ist, sondern sich ausschließlich mit der miserablen Qualität eurer journalistischen „Leistung“ befasst, ihr Heulsusen.
      Ich hoffe, dass das noch lange an euch nagt.
      Wenn man sich schon ne Liste mit Kritikern anfertigen muss, kann schon was psychiatrisch pathologisch relevantes nicht mit euch stimmen.
      Niemand muss euch bekämpfen, das macht ihr selbst schon ganz alleine. 😀

  2. Erstklassige Zusammenfassung der Ereignisse! Vielen Dank und mit Gruß von einer der zahlreichen Geblockten, die sich nun auf einer Netzfrauenliste finden, wo sie als Nazis geführt werden. Denn die Netzfrauen haben nichts falsch gemacht, wie sie andauernd betonten. Die Protestwelle ist eine von Nazis gesteuerte Verschwörung. Ich könnte noch stundenlang, aber ich lasse es lieber…

    Liebe Grüße, Birgit

  3. Sehr schöne Zusammenfassung, vielen Dank! Ich möchte aber doch noch ergänzen, dass Doro Schr. glücklich verheiratet und auf Lob von – Andersgläubigen, Trollen, Dummschafen und undankbaren Lesern – nicht angewiesen ist. Das möchte ich bitte festgehalten wissen. (Kopfschüttelnd über diese zusätzliche Information, die die ganze Sache ja nun in ein völlig neues Licht rückt)

    Außerdem erwähnte eine der Mitarbeiterinnen, dass sie so tolle Arbeit leisten, dass sie sogar in Schulbüchern erwähnt würden. Auf meine Bitte um Nennung von Buchtiteln und Themen folgte – Schweigen, ausgiebiges. Hätte mich natürlich auch gewundert, wenn sie auch nur einen hätte nennen können 😉 Das wird man ja wohl noch sagen dürfen ….

  4. Hey!

    Oftmals haben Leute irgendeine grobe Vorstellung davon, was sie ethisch richtig und was falsch finden oder überhaupt bei Überzeugungen aller Art, ohne aber die Abstraktion zu schaffen, die das Ausformulieren der eigenen Gedankengänge darstellt. Manchmal hat man eine Überzeugung, die durchaus richtig sein kann, und scheitert dann vollkommen daran, die zu begründen. Das heißt aber nicht, dass die ursprünglich gemeinte Aussage falsch sein muss :>

    Ich versuche es mal als „Apologet“ und bringe eine Hypothese, die Grund für das ursprüngliche Posting der Netzfrauen gewesein sein könnte:

    Der Anhänger ist was flauschiges, wird angepriesen als „Echtfell-Look“-Anhänger, so als ob Pelz zu besitzen etwas tolles sei. Diese Werbung könnte man nun, weil sie das in gewisser Weise impliziert, als verwerflich auffassen. (Mal ganz dahingestellt, wie sehr der Anhänger jetzt tatsächlich aussieht wie echter Pelz.) Es ist aber ein bisschen anders als im Beispiel mit dem Ei. Erstmal steigt durch den Konsum von Eiern natürlich auch das Risiko, irgendwann mal eine Eier-Dioxinvergiftung zu erleiden, so wie beim Tragen von fellähnlichen Anhängern auch vielleicht irgendwann mal der (sozusagen vergiftete) Gedanke „Fell ist eigentlich schön, ich will jetzt einen Pelz haben“ kommen könnte. Beides ist nach Ansicht der meisten, die das hier lesen, wohl nicht wünschenswert. Wenn bei der Eierwerbung jetzt aber „Ei mit Dioxin-aroma“ stehen würde, dann wäre es zwar auch verwerflich, weil es Akzeptanz für Dioxin in Lebensmitteln fördern könnte, aber vor allem lächerlich, denn Dioxin ist universell geächtet und hat kaum einen vorteilhaften Aspekt, daran möchte sich nun wirklich praktisch niemand vergiften. Beim „Anhänger in Echtfell-look“ geht es aber um das viel zwiespältigere Thema Pelzkauf, bei dem die Benutzung des Produktes Pelz als Werbeanreiz moralisch verwerflicher und gefährlicher vorkommt und nicht die offensichtliche Lächerlichkeit hat, wie wenn man mit Dioxinaroma werben würde.

    Auf die Art und Weise könnte man dem originalen Posting eventuell einen Sinn abgewinnen, auch wenn sie es so nicht begründen können. Um die ganzen anderen Argumentationsfehler und Beleidigungen in der Nachfolge müsste man sich dann aber nochmal gesondert kümmern 🙂

  5. Ein sehr schöner Bericht.

    Und was den Kontakt zu den Netzfrauen angeht fällt mir nur eines ein.
    Es ist wie gegen eine Taube Schach zu spielen. Du kannst der große Gary Kasparov sein, aber die Taube wird die Figuren umtreten, auf das Brett kacken und herumstolzieren, als hätte sie gewonnen.

  6. Wenn man sich etwas mit der Seite befasst, dann wird einem Schnell klar das die in dieselbe Kategorie einzuordnen sind wie Verschwörungstheoretiker. Ich sag nur Reichsbürger, Chemtrails, NWO etc. Diese Theorien haben dort viele Anhänger. Dazu kommt der sektiererische Charakter der Seite und das Motto Wer-nicht-für-uns-ist-egal-was-wir-machen-ist-gegen-uns. Ganz seltsamer Verein.

  7. Leider muss man gerade zum Thema Radioaktivitaet und Fukushima immer wieder ein aehnliches Vorgehen feststellen. Das laesst nichts gutes fuer andere Themen vermuten….

  8. Danke, dass Du den Murx so zusammengefasst hast. In ein paar Wochen ist die Erinnerung verblasst und keiner erinnert sich ohne solche Aufklärungsbeiträge dran, warum man bei den Netzfrauen weiterklicken sollte.
    Die Sache mit „wir sind Mütter“ ist aber lustig, wenn man die Pointe kennt.
    Schauen wir mal bei PSIRAM, die haben auch recherchiert (https://www.psiram.com/ge/index.php/Netzfrauen)
    Sie zitieren Doro Schreier mit
    „Trotz des Erfolgs habe ich es leider nicht geschafft, Frauen zu motivieren, sich den Netzfrauen anzuschließen. Viele sind gekommen um zu helfen, aber als sie merkten, dass es ist mit Arbeit verbunden sein würde, verließen sie die Idee wieder. Man habe ja schließlich keine Zeit. Heute sind wir ein kleines Team, bestehend, wer mag es glauben, hauptsächlich aus Männern, also Väter und Großväter, die etwas bewegen wollen.“

  9. Wir hatten wieder mal einen #Ttip von #Nestlé auf unseren #Tickern weltweit. Natürlich haben wir sofort reagiert und unsere #Flensburger Netzmänner #Multi und #Kulti beauftragt, der Sache vor Ort auf den Grund zu gehen. Für Sie, #Ihn und Euch #weltweit. Es regnete #Saurerregen #Monsanto und die Sonne scheinte #schien aber Multi und Kulti sind ja nicht aus Zucker oder #Süßstoff. #Aspartam gefährlich Denn Flensburg ist eine Stadt ohne #Komma, dafür aber mit vielen #Punkten. #Absurd Punkte, die man dort wegen Verstoßes gegen die #Legasthenie-Verordnung, mangelnder Recherche oder Diebstahl geistigen Eigentums #verliehen bekommt. Aber Multi und Kulti entdeckten in der Fußgängerzone trommelnde #Menschen, für den Weltfrieden trommelnde #Menschen. #Peace #Woodstock Dabei weiß doch jedes Kind, dass Trommeln für den Weltfrieden #gesundheitsschädlich sein kann. Wer trommelt, läuft Gefahr, nicht mehr zu wachsen und so laut zu schreiern, dass sogar Fensterscheiben bersten können. Das gilt übrigens für Kinder, Jugendliche und #Erwachsene gleichermaßen. Multi und Kulti flüchteten also erstmal in die nächste Gastwirtschaft, um bei #Dorode, Aal, Pferdekopf-Sülze und #Flens #Liebersaufenfürdenweltfrieden, eine zu diesem Thema bereits vorliegende #Blechtrommel-Studie unseres Netzmannes #a.D. #Günter sorgfältig zu analiesyrien. #Oskarmatzerath Denn #Wahnung: #TROMMELN FÜR DEN WELTFRIEDEN KANN DAS WACHSTUM BEENDEN UND ZU UNKONTROLLIERTEN SCHREIERKRÄMPFEN FÜHREN. Demnächst auch auf Ihrer Trommel!

  10. Zwei Frage hätte ich da mal:

    Die erste geht an @stephancologne:
    Was wäre denn an eienr Liste mit Usern, die man zu blocken gedekt, ein fall für einen Anwalt?

    Die zweite ist allgemeiner Natur:
    Könnten Firmen, die durch solche Falschaussagen diffamiert werden sollen, eigentlich wegen Rufschädigung / Verleumdung klagen?
    Gerade in diesem Fall ist es eindeutig, dass sich die Hetzer vor dem Start der Hetze ja noch nicht einmal über diesen Schlüsselanhänger informiert hatten, sondern ihre Behauptungen ohne Belege aufstellten.

    • Ich hatte da rein interessehalber auch kompetente Bekannte gefragt – eine Klage wegen so etwas seitens Tchibo wäre wohl in der Sache recht aussichtsreich. Die Frage ist da wohl eher, ob es monetär gesehen nicht eher kontraproduktiv ist, eine FB-Seite mit 160.000 Followern gegen sich aufzubringen. Momentan steht Tchibo ja ganz gut da, das Original-Posting ist nicht mehr allzu viral und es gibt kostenlose Berichterstattung über Tchibos Engagement im Fur Free Programm.

      Eine Klage könnte dagegen erst recht in David gegen Goliath – Manier ausgeschlachtet werden, das würde ich mir an deren Stelle auch gut überlegen.

  11. „Dumm ist der, der Dummes tut.“ (Zitat aus dem Film Forrest Gump)
    Mehr müsste zu den Aktivitäten der Netzfrauen nicht gesagt werden, würden sie nicht so viele Menschen mit Hilfe von Fehlinformationen, Fälschungen und Hysterie verunsichern und zu falschen Urteilen und Fehlentscheidungen anstiften.
    Sie nutzen bei ihrer „Berichterstattung“ die selbe Technik und die selbe Taktik wie der Kopp Verlag und andere ideologisch verwandte Medien in ihren Hetzartikeln. Beim Kopp Verlag sind die Regierung, Homosexuelle, Ausländer und Migranten das Objekt des Hasses, bei den Netzfrauen sind es die Großkonzerne der Lebensmittel-, Agrar-, Energie- und Pharmaindustrie.
    Beide, Netzfrauen und Kopp, greifen reale Missstände und Problem auf, über die sie aber nicht sachlich aufklären und zu denen sie keine konstruktiven Alternativen aufzeigen, sondern von beiden werden sie dazu benutzt, um ihr ganz eigenes Süppchen zu kochen. Beide haben das selbe, messianische Sendungsbewusstsein und beide haben die immer und in jedem Fall die Wahrheit für sich gepachtet. Bei beiden ist jeder Kritiker ein dummes Schlafschaf und jeder, der Kritik an ihnen übt, hetzt damit gegen sie zum schadet der guten Sache.

    • Zum Schluss sind mir die Buchstaben etwas in Unordnung geraten. Sorry.
      … Misstände und Probleme…
      … und beide haben immer und in jedem Fall…
      … gegen sie und schadet…
      Man.man, man, das kommt davon, wenn man gleichzeitig das Essen zubereitet.

  12. Jetzt haben sie wohl auch euren Artikel gelesen und mimimien auch über euch rum:

    https://www.facebook.com/Netzfrauen/posts/1100571153289200

    ich zitiere: Sorry – aber immer mehr Blogs schreiben negativ über die Netzfrauen, zum Beispiel aktuell “ der Graslutscher“- wer immer das auch ist.
    Nicht einer fragt uns, wie es richtig war – unseriöser Journalismus nennt man sowas!
    Der Unterschied zu anderen Ländern und Deutschland – dort werden Aktivisten wie wir von den Konzernen angegriffen, zum Beispiel von Monsanto.
    Hier bei uns im Land werden wir von Verbrauchern angegriffen und die Konzerne treten mit uns in Dialog, sogar Nestlè.
    Traurig ….haben die alle keine Kinder?
    ‪#‎Netzfrauen‬

    Ist schon lustig, du hast 3x erwähnt, dass du Vater von 3 Kindern bist und sie fragen es trotzdem noch nach… anscheinend ist deren Lesefähigkeit so gut wie die Erkennbarkeit von Echtpelz 😀

    • Ja und? Jan hat die heiligen Netzfrauen kritisiert – DENKT DER DENN GAR NICHT AN DIE KINDER?? Wer (seine) Kinder retten will, muss Netzfrauen Recht geben, verdammt!!!

      Ich find das super für mich. Ich bin Mutter – ab sofort hab ich recht… 😉

      Graslutscher, ich will einen Blogeintrag von dir! Ach Käse, endlose Mengen Blogeinträge…

  13. Lesenswerte Zusammenfassung für alle, die diesen Unsinn vorher nicht mitbekommen hatten.

    (allerdings hätte man sich das Nachtreten bzgl. der Grammatik sparen sollen – das wirkt meines Erachtens immer etwas daneben)

    • Zur Grammatik:
      Als Einzige oder Hauptkritik ist das nicht ok, das ist richtig. Das hat der Graslutscher ja auch nicht getan. Allerdings hängt es ja doch etwas vom Kontext ab:

      Die Netzfrauen
      a) nehmen für sich in Anspruch, hochwertige Recherchearbeit und Qualitätsjournalismus zu liefern und
      b) beschimpfen Kritiker_innen als „dumm“, „ungebildet“ oder „bildungsfern“.

      Da wäre ein etwas sorgfältiger Umgang mit Sprache wohl zu erwarten, der Fell-Text ist leider keine Ausnahme. Vielleicht mal einen Text weniger schreiben und statt dessen Korrektur lesen und noch einmal überarbeiten?

      Oder um es Terry Pratchett (Ratschläge für angehende Schriftsteller) zu sagen:
      “Let grammar, punctuation, and spelling into your life! Even the most energetic and wonderful mess has to be turned into sentences.”

  14. Danke für diesen Artikel, habe herzlich gelacht..

    Die angeblichen Netzfrauen ganz oben in den Kommentaren KÖNNEN gar nicht die echten Netzfrauen sein! Das deutsch in dem Kommentar ist viel zu gut!

    Ich bin kein Anwalt, aber 1. muss für eine Anzeige ein konkreter Schaden nachgewiesen sein, den es nicht gibt, weil, der Kauf der Echtfell-oder-auch-doch-nicht-vielleicht-wahrscheinlich-doch-Fellimitat-Anhänger wohl kaum zurückgegangen sein dürfte, dafür aber 2. Tchibo sich wegen der kostenlosen Werbung gerade ein Loch in den Bauch freuen dürfte… Ähnlich wie Edeka mit dem einsamen Opa, der im Inet abgeht wie Schmitz Katze.

  15. Danke für die Zusammenfassung. Ich finde den Hinweis auf Fehler im Text sehr wohl angebracht, da die Netzfrauen ja offensichtlich auch entsprechend herumnörgelten.

    Angesichts der laut der Netzfrauen notwendigen Qualifikation für guten und unabhängigen Journalismus habe ich nunmehr – quasi ableitend – nur noch eine Frage: Ich bin 1. Vater, 2. Thüringer, 3. kein Vegetarier, 4. blind, 5. gleichermaßen Fan von FC Carl Zeiss Jena und FC Bayern – und somit gewissermaßen mehrfachbehindert. 😉 Sollte ich also über einen eigenen Blog nachdenken, weil ich somit den virtuellen Schwanzvergleich mit den Netzfrauen eh gewänne? Anschlussfrage: Wäre ich dann automatisch ein guter Journalist/Blogger?

    WTF!

  16. Danke für den sachlichen und trotzdem witzigen Artikel und Hut ab, dass du so gelassen auf die Angriffe der Netzfrauenfans reagierst (lese bei facebook mit, bin aber nicht angemeldet, daher kommentiere ich hier).

    Einerseits wäre es wahrscheinlich das Beste, solche Seiten komplett zu ignorieren, aber du hast schon recht:
    Sie schaden damit gleich einer ganzen Reihe an Bewegungen und tragen vor allem dazu bei, dass sich völlig unbelegter Unsinn verbreitet (ich habe jetzt ein paar Stunden queer gelesen und kann nur sagen: die Fellpuschel-Affäre ist leider keine Ausnahme ebenso wenig wie die Reaktion auf Kritik).

    Auch mit der Recherchefähigkeit scheint es nicht allzuweit her zu sein — ich denke es wäre ein leichtes gewesen, heraus zu finden, dass Tschibo sich verpflichtet hat, keinen Pelz verkaufen. Es hätte die Möglichkeit gegeben bei Tschibo nachzufragen, wie sie ihre Ware kontrollieren und bei den fur free retailern wie sie ihre Mitglieder überwachen. Eine Begutachtung im Laden, ggf. ein Testkauf hätte den Verdacht dann wohl entgültig widerlegt (ich hatte das Ding vorhin in der Hand, einmal ansehen und anfassen und du weißt, dass das nicht echt ist).

    Das ist ja im Übrigen das allgemein übliche Vorgehen von NGOs, ob sie nun gegen falsch deklarierten Pelz vorgehen oder gegen ungesunde Zusätze oder gegen Tropenholzprodukte oder oder oder. Bei den meisten Produkten ist die Überprüfung auch wesentlich aufwendiger und teurer als bei der Frage „Kunstpelz oder Pelz“ .
    Bei Tropenholz machen das meist renommierte Institute, Papier wird tw. in den USA analysiert, da werden Faseranalysen und tw. Gentests zur genauen Bestimmung der Baumart und Isotopenanalysen zur Bestimmung der genauen geographischen Herkunft durchgeführt. Und erst wenn sich der Verdacht bestätigt geht es an die Öffentlichkeit — sowohl die NGOs als auch die beauftragten Institute haben einen Ruf zu verlieren und hauen nicht auf Verdacht Mitteilungen raus.

    Wollten die Netzfrauen wirklich ihrem eigenen Anspruch gerecht werden, wäre da einiges zu tun. Aber das ist offenbar auch gar nicht das Ziel, es geht ganz offenbar darum, einen reißerischen Post nach dem anderen rauszuhauen (zu Impfungen hieß die Behauptung z.B. gerade „CDU beschließt Impfpflicht“ — der Artikel erweckt den Eindruck. als wäre die kurz vor der Einführung). Leider scheint das Konzept erfolgreich, wenn ich mir die Likes und die begeisterten Kommentare ansehe…

  17. ich finde es beeindruckend, dass so viele menschen die seite der netzfrauen ernst nehmen. schon als ich den ersten teaser von denen auf der timeline hatte, so etwa eineinhalb jahre muss das wohl her sein, war mir sofort klar, dass die autoren_innen anscheinend kein bischen seriösität, geschweige denn expertise besitzen. damals ging es um einen artikel zum thema aspartam und als ich, verdutzt über den schier mit verschwörungstheorien vermengten artikel und dem zombie-kinder-wegen-süssigkeiten teaserbild, dort nach der autorin schaute, erblickte ich das profil einer älteren esotherikerin, ohne jegliche kenntnis in chemie oder wissenschaftlichen arbeiten. seit dem muss ich mich hin und wieder damit abmühen, der einen oder anderen bekannten, die auf den unsinn reinfällt, mit ein paar informationen wieder auf einen fundierten weg zu bringen. ich hätte mir nur mal gewünscht, einer der betroffenen großen firmen hätten da eine klage eingereicht und damit klar gestellt, dass so ein verhalten konsequenzen haben kann.

  18. Ich habe vor diesem Artikel noch nie was von den „Netzfrauen“ gehört.
    Mir drängt sich der Verdacht auf, dass sie sowas ähnliches sind wie „Alex Jones“ falls den jemand kennt.

    Strohmänner- und frauen, die auf eine derart unseriöse Weise Kritik an erfundenen gesellschaftlichen Missständen üben, dass sie leider die Glaubwürdigkeit echter Kritiker von echten Missständen ebenfalls herabsetzen.

    Wie Jan schon sagte: Sie erweisen Tierschützern mit ihrem Treiben einen Bärendienst und lassen sie im Licht der Öffentlichkeit wie rechthaberische, unreflektierte und naive Idioten dastehen. :\

    Ich frage mich da immer: Sind die wirklich so oder ist das eine Rolle, die sie mit kalkül und zu einem bestimmten Zweck spielen?

  19. Da es wohl offensichtlich einen Freifahrtsschein für dummes Gerede gibt, sobald man Kinder hat, kann ich diesen Seiten (Graslutscher+Netzfrauen) wohl kaum mehr trauen.
    Ich habe 0 Kinder und damit recht!
    Also bitte Graslutscher, sei so selbstkritisch, lösche deinen Blog, zieh dir ein paar Steaks rein und buche eine Großwildjagd in Afrika, vielleicht wirst du dann mal wieder normal!

    Gruß Joris

  20. Doch, die restlichen Artikel der Netzfrauen sind mit ähnlichem Mangel an Sorgfalt wie Verstand recherchiert. Ich erinnere mich noch sehr gerne daran, wie den Netzfrauen auffiel, das Unternehmen wie die „Rügenwalder Mühle“ etc. trotz des dörflich klingenden Namens gar keine kleinen lokalen Kobinate sind, in denen glückliche Schweine ins Jenseits massiert werden, sondern Großkonzerne mit industrieller Fleischverarbeitung. Der Metzger um die Ecke schaltet doch garantiert auch bundesweite TV-Werbung, nech?

    Als ich mich, als Autistin, bei den Netzfrauen über unkritische Panikmache vor Autismus (Impfungen! Quecksilber! Pestizide!!11!) beschwerte, schallte mir auch nur ein schrilles „MÜTTER! WIR SIND MÜTTER!“ entgegen.

    Ceterum censeo Netzfrauen esse delendam.

  21. Es geht schon wieder los mit dem Kunstfell-Fail. Einfach mal auf der Facebookseite der Netzfrauen nachschauen. Aber Achtung: Treibt den Blutdruck in die Höhe 😉

  22. Leider ist das nicht das einzige Beispiel ihrer Recherchekünste… Eine andere Glanzleistung ist zum Beispiel, Ritter Sport zu unterstellen, dass sie ebenso wie Ferrero und Nestlé Kinderarbeit auf den Kakaoplantagen haben. Ist schon ein Ding, ein mittelständiges Unternehmen mit Nestlé in einem Satz zu nennen. Zudem haben alle meine Recherchen ergeben, dass das mitnichten der Fall ist und Ritter Sport derzeit eine eigene Plantage baut und sie zeitnah ihren gesamten Kakao nur von dieser Plantage beziehen wollen (die obendrein noch faire Arbeitsbedingungen und das Anstellen von Kleinbauern beinhaltet). Derzeit kauft Ritter Sport aber auch mit Absicht keinen Kakao von Großkonzernen, sondern hat Verträge mit Kleinbauern… eigentlich ein Unternehmen, was auf dem richtigen Weg ist…

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