Über die Klimaproteste und eine Generation alter Nörgler, die gar nichts mehr kapiert

Liebe SchülerInnen, die Ihr seit Dezember 2018 hierzulande freitags streikt, um damit für besseren Klimaschutz einzutreten: Es tut mir leid.

Es tut mir leid, dass wir das nicht schon viel früher gemacht haben. Dass es überhaupt so weit kommen musste. Aber noch viel mehr tut mir leid, dass ausgerechnet Vertreter meiner Generation Euch jetzt auch noch mit Hass und Häme überziehen. Ausgerechnet wir, die Typen und Trullas, die den ganzen Scheiß überhaupt erst auf der Kochplatte abgestellt, den Herd auf Stufe 9 hochgedreht, und sich dann verpieselt haben, um ihre bescheuerten Bekannten mit Instagram-Posing von fernen Stränden, dicken Protzkarren und affigen Konsumorgien beeindrucken zu wollen.

Wir haben schon vor 20 Jahren, als die meisten von Euch noch gar nicht geboren waren, von Tyler Durden im Film Fight Club ein paar wahre Worte vernommen: „Durch die Werbung sind wir heiß auf Klamotten und Autos, machen Jobs, die wir hassen, kaufen dann Scheiße, die wir nicht brauchen.“ Oh Mann, was fand ich das damals lässig. Und dann bin ich losgezogen und habe Klamotten und Autos gekauft, bezahlt mit Geld aus wenig inspirierenden Jobs. Auch die meisten Bekannten, die diese Worte ultracool fanden, haben sie mittlerweile gegen einen Haufen Plastikschrott und Selfies vom Strand in Dubai eingetauscht.

Das Tolle an den Protesten ist in meinen Augen ja, dass Jugendliche, die einfach nur für das Fortbestehen der Spezies demonstrieren, etwas unglaublich Entwaffnendes haben. Die üblichen politischen Floskeln, die den Gegner in irgendeiner verachtenswerten Ideologie verorten wollen (Ihr blöden Sozis, Ihr Öko-Faschisten usw.), funktionieren irgendwie nicht, wenn Kinder, die noch nie wählen durften, Schilder in der Hand halten, auf denen sie einfach nur für ihr Überleben werben. Was, wenn nicht dieses Eintreten für etwas, das allen anderen Generationen vor ihnen selbstverständlich vergönnt war – eine intakte Biosphäre –, könnte Menschen zum Umdenken bewegen?

Was war ich beeindruckt, als ich Greta Thunberg zum ersten Mal sah, wie sie mit ihrem Schild vor dem schwedischen Reichstag stand und in einer vulkaniergleichen Nüchternheit erklärte, dass Schulbildung allein in einer auf die Klimakatastrophe zurasenden Welt nun mal wenig Sinn ergibt. Viel treffender kann man das nicht ausdrücken, denn wenn Hamburg erst mal unter Wasser steht und die Felder andauernd verdorren, helfen gegen den Hunger auch keine Differenzialgleichungen. Und das sage ich, der Differenzialgleichungen super findet. Ich dachte, okay, jetzt geht es los, jetzt können wir nicht mehr einfach so weitermachen, das muss eigentlich jeder begreifen. Gute Güte, was war ich naiv.

Tatsächlich haben nur selten mehr verweichlichte Jammerlappen so einen Haufen Missgunst und Widerwärtigkeit über einem 16 Jahre alten Mädchen ausgekübelt wie im Fall dieser Aktivistin. Die vegan lebenden Menschen kennen das schon: Sobald Du versuchst, irgendwie die Welt zu verbessern, kommen auf einmal eine Menge Leute auf die Idee, dass Du bitte in allen Aspekten Deines Lebens perfekt zu sein hast, ansonsten ergibt das nämlich alles keinen Sinn. Den Satz „Was, Du lebst vegan, aber Du…“ kann man nicht unsinnig genug beenden, um ihn nicht trotzdem irgendwo im Internet ohne jegliche Ironie vorzufinden.

Das verläuft nach dem Motto, dass VeganerInnen aus ethischen und ökologischen Motiven keine Tierprodukte essen, also sollten sie auch ohne Auto und ohne Handy leben. Sie sollten komplett ohne Plastik auskommen, importiertes Gemüse ist tabu, die Klamotten haben Second-Hand-Kartoffelsäcke zu sein und als Fortbewegungsmittel kommen eigentlich nur Fahrräder aus alten Kriegsbeständen oder Draisinen in Frage. Denn sonst ist man ja inkonsequent. Dass diese Kritik meistens auch noch von Leuten kommt, die beim Eintippen dieser Worte ein übergroßes Handydisplay mit Soße von billigen Chicken Wings besudeln, während sie in einer fetten Karre auf dem Weg zum Flughafen sind, macht die Sache noch absurder. Die Logik dahinter ist: Ich trenne keinen Müll, denn ich habe auf dem Heimweg ja auch mein Altöl in den Wald gekippt, so als gäbe es Treuepunkte für Umweltzerstörung.

Genau dieses absurde Spiel wird sehr gerne bevorzugt von Männern mittleren und höheren Alters unter jeder Nachricht gespielt, in dem die junge Schwedin Thema ist. Nur fürs Protokoll: Greta Thunberg lebt bereits vegan, hat ihren Konsum minimiert und legt auch lange Strecken nur mit Elektroautos oder dem Zug zurück. Während sich die halbe Wirtschaftselite mit Privatjets nach Davos begab, saß sie 65 Stunden im Zug, um vor Ort in einem Zelt zu schlafen. Eine Reise, bei der die meisten ihrer Kritiker vermutlich laut aufheulen würden vor mangelndem Komfort. Daran müsste man sich ja eigentlich mal ein Beispiel nehmen, was? Aber – o weh – dann müssten wir uns ändern! Können wir nicht einfach stattdessen irgendein unwichtiges Detail suchen, um zu beweisen, dass Greta Thunberg auch nicht perfekt ist?

Und so kristallisierte sich als primäre Kritik an der Konferenzteilnahme einer 16-jährigen Klimaaktivisten von der Generation der vielfliegenden Fleischhaufenabonnenten heraus, dass der Toast im Zugabteil ihrer 65-stündigen Reise in Plastik eingepackt war. Falls in 50 Jahren mal irgendwer fragt, wie unfassbar satt, träge und gleichgültig wir eigentlich waren, antwortet ihr oder ihm, dass wir das Level „Die Kinder sollen sich bitte nicht so laut wegen der Klimakatastrophe beschweren, solange sie ihr Toastbrot nicht selbst backen“ bereits 2019 erreicht hatten.

Warum kaufen junge Menschen denn eigentlich Toast in Plastikverpackungen? Weil sie blöd sind und nicht einfach die vielen Produkte kaufen, die von Herstellern in biologisch abbaubaren Moostäschchen oder Bambusschachteln abgepackt werden? Nein, das ist doch wohl eher der Fall, weil unsere Generation süchtig ist nach Plastik, Mineralöl und Fleisch und eine Welt erschaffen hat, in der eine 16-jährige eine Reise mit plastikfreier, veganer Bordverpflegung komplett knicken kann.

Das werden die meisten Kommentatoren, die so eine Reise überhaupt nur mit unvernünftig hohem Verbrauch von Kerosin unternehmen, nicht wissen, aber wenn man nur 20 Minuten zum Umsteigen hat und in der Zeit veganen Proviant erwerben möchte, der auch nur grob dem Nährstoffbedarf eines menschlichen Körpers entspricht, und jetzt noch ohne Verpackungsmüll auskommen möchte, dann wird die Auswahl echt eng. Für die Strecke Wiesbaden – Kopenhagen kann ich noch die Thai-Ketten und den Inder in der Wandelhalle am Hamburger Hauptbahnhof empfehlen, aber besonders preisgünstig oder zeitsparend ist das beides nicht. Ja, man kann sich auch vorher was einpacken, aber nach 40 Stunden bei Zimmertemperatur sieht so ein mitgebrachtes Stück Lauchquiche auch nicht mehr ganz so frisch aus.

Wir werfen diese Kinder in eine Welt, die wir selbst gestaltet haben, als hätten wir dabei konsequent unter Drogeneinfluss gestanden, und beschweren uns dann darüber, dass sie Toast aus Plastikverpackungen essen. Oder wir monieren, dass sie im SUV zur Demo gefahren werden, dass sie Fast Fashion bei Primark konsumieren und zu McDonalds gehen. Tja, da frage ich mal zurück: Warum werden sie denn im SUV zur Demo gefahren? Wenn wir Städte gestalten, als wären es Autobahnen mit Häusern drum rum, und Fußgänger sowie Radfahrer behandeln wie Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse, dann darf man sich nicht wundern, wenn junge Menschen lieber im Auto fahren.

Wenn wir ihnen erzählen, dass ein vegetarischer Tag pro Woche Ökofaschismus ist und ihnen vorleben, dass ein Haufen Klamotten und das erfolgreiche Abschreiten eines Catwalks mit dümmlichem Duckface wichtiger sind als unsere Lebensgrundlage, dann hauen sie ihre Kohle bei McDonalds und Primark raus. Aber nein, bitte keine Reflektion, wir erwarten von der demonstrierenden Jugend nun einfach, dass sie sich in allen Bereichen einschränkt, nachdem wir ihr 18 Jahre lang gezeigt haben, wie toll wir unsere Wohnungen mit Schwachsinn 2.0 vollgestopft haben, und während wir einfach so weitermachen wie bisher. Was sind wir für ein Haufen satter, verlogener Konsumjunkies.

Für alle Leserinnen und Leser, die ihren Plastikkonsum lobenswerter tatsächlich nahe null gebracht haben: Prima. Aber Greta Thunberg hätte dieses Spiel auch nicht gewinnen können, wenn sie sich ausschließlich von selbst mitgebrachten, in recyceltem Klopapier verpackten Rüben ernährt hätte. Dann hätte man ihr die Fahrt vom Bahnhof zum Pressezentrum unter die Nase gerieben, die Verwendung eines Regenschirms oder dass in ihren Impfstoffen homöopathische Mengen Hühnerei enthalten sind. Ich übertreibe? Auf der Facebook-Präsenz der FAZ hatte ich eine Diskussion mit einem älteren Herrn, der die ohne Anzeichen von Ironie die klimaschädlichen Auswirkungen beim Bau der Eisenbahnbrücken moniert hat, über die Greta Thunberg bei ihrer Reise ja sicherlich fahren musste. Diese Menschen würden es nicht einmal anerkennen, wenn sie die Reise komplett zu Fuß in selbstgebastelten Schilfsandalen angetreten hätte.

Dieses Spiel hat außerdem einen Tipping-Point: Findet der Wohnzimmerkritiker tatsächlich gar nichts, was er als Inkonsequenz auslegen kann, ist die zu kritisierende Person halt total fanatisch und verbohrt, weil sie ja nicht mal einen Regenschirm benutzt. Anstand sucht man hier vergeblich, das einzige Ziel ist, dass sich der Scheinwerferkegel endlich vom eigenen Nichtstun wegbewegt.

Und ja, unter all den demonstrierenden Jugendlichen sind bestimmt auch ein paar, die einfach nur mitmachen, weil sie gerade keinen Bock auf Trigonometrie haben oder total auf eine Mitschülerin stehen, die auch mitdemonstriert. Und weiter? Wenn die Opel-Belegschaft demonstriert, dann könnte ich das Gleiche unterstellen. Da es recht unrealistisch ist, dass solche Streiks nur aufgrund der Faulheit der Beteiligten zustande kommen, sollte man das bei beiden nicht unterstellen. Ja, die könnten auch in ihrer Freizeit demonstrieren, aber hätte das den gleichen Effekt? Es geht ja gerade darum, als junge Generation ein System zu bekämpfen, das die eigene Existenz gefährdet. Warum soll sich eine Generation an einen Vertrag halten, wenn die andere das auch nicht tut?

Ständig höre ich von allen möglichen Eltern, dass ihre Kinder es mal besser haben sollen als sie, dass sie für ihre Kinder nur das Beste wollen. Und dann stopfen sie sie mit Fleisch voll und fliegen mit ihnen ans andere Ende der Welt, um hübsche Selfies von einer sterbenden Welt mit nach Hause zu nehmen. Wie schön, die können sich die Kinder dann ins Regal stellen, und wenn dann in 20 Jahren die Malediven unbewohnbar sind, haben sie noch ein hübsches Foto von Mama und Papa, die genau auf dem Strand dümmlich in eine Kamera grinsen, der dann nur noch Meeresboden ist.

Es gibt keine rhetorische Ablenkung von den Folgen globaler Erwärmung, die den Leuten zu peinlich ist, um sie wirklich auszuformulieren. Ich hatte jüngst ein Gespräch, in dem die Folgen eines Anstiegs des Meeresspiegels gekonnt damit entkräftet wurden, dass wir dann einfach mehr Fisch essen können. Ja, drollig, ich weiß, aber genau das ist das Problem: Große Teile der alten Generation kapieren offenbar überhaupt nicht, wie groß die Bedrohung ist.

Das Bevölkerungswachstum wird bereits langsamer, aber auch in Zukunft wollen über 7 Milliarden Menschen ernährt werden und müssen irgendwo leben. Wenn man denen jetzt auf lange Sicht große Küstenabschnitte wegnimmt, die Städte flutet und am Äquator Zonen entstehen, in denen menschliche Organismen aufgrund von Hitze und Luftfeuchtigkeit nicht mehr funktionieren, dann werden unsere Kinder irgendwann Verteilungskämpfe um Kalorien und Trinkwasser führen. Aber ja, Eure Kinder sollen es ja mal besser haben, fliegt also mit ihnen in ein Strandhotel nach Bali, von der Erinnerung können sie hoffentlich noch lange zehren.

Vor dem Hintergrund kann man sich dann schon mal überlegen, ob man auf den Schulunterricht an einem von fünf Tagen pfeift. Ja, dann bekommt man vielleicht einen Eintrag ins Zeugnis, aber ein makelloses Zeugnis hilft ja auch niemandem, wenn regelmäßig die Kartoffeln auf den Feldern verdorren. Ich habe leicht reden, mein Zeugnis spielt keine Rolle mehr, aber ich verspreche was: Sollte ich jemals an einer Personalentscheidung teilhaben und es besteht Auswahl zwischen einer Person mit so einem Eintrag und einer ohne, dann hat die mit dem Eintrag sensationelle Chancen, die Stelle zu bekommen.

Ich weiß leider auch nicht, warum der Alte-Männer-Anteil unter den Greta-Hatern so hoch ist. Eigentlich sollten sich gerade Männer zurücknehmen, hatten und haben sie den deutlich größeren Anteil an Entscheidungen, die uns überhaupt erst hierhergeführt haben. Aber offenbar sind die Wachstumsschmerzen beachtlich schlimm, wenn ausgerechnet ganz junge Menschen einem die Tomaten von den Augen operieren müssen, die man da 50 Jahre mit sich rumgetragen hat. Wirkt der Penis besonders schlaff und träge, wenn all die Männlichkeit nicht mal ausreicht, um argumentativ gegen ein 16-jähriges Mädchen mit Aspergerdiagnose anzukommen?

Nein, damit will ich keine Menschen mit Asperger verunglimpfen, ich greife nur die Logik dieser Menschen auf, die dieses Syndrom argumentativ ausschlachten und meinen, dass allein diese Diagnose ausreicht, um die Person und ihre Argumente zu diskreditieren. Es muss deprimierend sein, wenn man Menschen mit dieser Normabweichung für per se nicht zurechnungsfähig hält und dann merkt, dass selbst diese, aus der eigenen Warte unzurechnungsfähigen Menschen, mehr auf die Kette bekommen als man selbst.

Greta Thunberg sagt über ihre Erkrankung selbst, dass ihr Einsatz ohne diese gar nicht möglich wäre. Dass eine gewisse Schwarz-Weiß-Perspektive hilft, bei bestimmten Themen eine sinnvolle Position einzunehmen. Und genau das ist es, was all die Verfechter von schwammigen Kompromissen nicht kapieren: Man kann sich über die Höhe von Rentenbeiträgen streiten, über den Leitzins der Zentralbank oder über die Vorspeisenauswahl bei einer Hochzeit. Bei Fragen, deren Antwortmöglichkeiten nur A) das Fortbestehen unserer Zivilisation oder B) einen Rückfall in eine Welt irgendwo zwischen Mad Max und Wall-E sind, machen Kompromisse, die sich in der Mitte treffen, einfach keinen Sinn.

Sollte ein Meteorit mit 10 Kilometern Durchmesser auf die Erde zurasen, der in 20 Jahren alles Leben auf dem Planeten vernichtet, dann würde niemand auf die Idee kommen, eine Weltraummission zur Sprengung dieses Objekts zu planen, die 40 Jahre dauert. Genau das machen wir aber gerade. Wir sagen: „Oh, wir können die Rakete aber nicht bezahlen, erst müssen wir die Angestellten in der Kohlebranche versorgen und dann bauen wir die Rakete.“ Würde nicht auch der RWE-Chef wissen, dass ein dickes Bankkonto nicht vor einem Einschlag mit einer Sprengkraft von 2.600 Gigatonnen TNT schützt? Vermutlich schon.

Jetzt schlägt man uns als Kompromiss eine Rakete vor, die in 30 Jahren den Meteoriten zerstört. Und trotzdem schwänzt diese undankbare Jugend die Schule, es ist aber auch wirklich unerhört. Und dann folgt sie dieser Schwedin, die sich so wichtig nimmt und viel zu jung ist, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Tja, da stimmt Greta Thunberg zu, sie sagt:

„Denen stimme ich zu. Ich denke, ich bin zu jung, um zu handeln. Es ist absurd, dass Kinder das hier tun müssen. Aber da niemand sonst etwas tut, habe ich das Gefühl, das hier tun zu müssen.“

Der einzige Grund, dass diese junge Frau so viel Aufsehen erregt, ist dass wir es so hart verkackt haben. Ihr wollt keine Jugendlichen ohne Erfahrung in der Debatte? Dann kümmert Euch halt selbst um den Mist. Solange Ihr das nicht tut, Euch null einbringt und zudem noch Parteien wählt, denen das offenbar recht egal ist, könnt Ihr Euch nicht beschweren. Man kann nicht morgens das eingeschaltete Bügeleisen auf dem Hemd stehen lassen und sich dann beschweren, dass abends die Feuerwehr mit großen Mengen Löschwasser das Wohnzimmer ruiniert.

Liebe SchülerInnen, lasst Euch nicht entmutigen. Ihr mögt nicht alles wissen und auch Ihr macht Fehler, aber wir hatten schon 20, 30 oder mehr Jahre Zeit und machen genauso viele Fehler und wählen seit Ewigkeiten Parteien, die gar nichts wissen wollen. Ihr frustriert viele Menschen, weil Ihr ein Symbol für deren eigenes Versagen seid. Zudem liegen die meisten Eurer Kritiker längst im Grab, wenn die Folgen Euch oder Eure Kinder richtig hart treffen, von denen solltet Ihr Euch nun wirklich nichts sagen lassen. Ach ja, und Ihr müsst auch nicht über Nacht vegan, flugfrei und autolos werden. Nur die Richtung, die sollte es schon sein, wenn Ihr mit Euren Kindern mal Kopenhagen ohne Taucherausrüstung besuchen wollt.

Ich mache auch mit. Menschen können sich nämlich ändern.

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Ohne Euch gäbe es diesen Text jetzt nicht, dafür aber ein toll graues Web-Formular in irgendeinem noch effizienter arbeitenden Ticketsystem 😉

30 Gedanken zu “Über die Klimaproteste und eine Generation alter Nörgler, die gar nichts mehr kapiert

  1. Toller Artikel, vielen Dank – aber leider muss ich auch schimpfen.
    Das Asperger-Syndrom ist KEINE Krankheit, sondern eine „Normabweichung“, eine „Achse“, die die ganze Menschheit durchzieht, jeder Mensch ist irgendwo auf der Achse „anautistisch-autistisch“ einzuordnen. Darüberhinaus kann es schon deshalb keine „Krankheit“ sein, weil die meisten Menschen genetisch bedingt mit ihrem persönlichen Autismus-Grad geboren werden.
    Um mal ein paar berühmte Menschen zu nennen, die mühelos als höhergradig autistisch diagnostiziert werden können oder es sogar sind:
    Bill Gates → Albert Einstein → Ludwig Wittgenstein → Wolfgang Amadeus Mozart → Charlie Chaplin → Sokrates → Vera F. Birkenbihl → Daryl Hannah → Andy Warhol → Glenn Gould → Isaac Newton → Immanuel Kant → Vincent van Gogh → H.C. Andersen → Antoni Gaudí → Ludwig van Beethoven → Noam Chomsky → Björk → Erik Satie → Béla Bartók → Charles Darwin → Samuel Beckett → Syd Barrett [Pink Floyd] → Marie Curie → Paul Dirac [Physiker] → Michelangelo → Alfred Kinsey → Nikola Tesla → Lewis Carroll → Woody Allen → Hermann Hesse → James Joyce → Bertrand Russell → Spinoza → Henry Ford → Paul Robeson → Wassily Kandinsky → Alan Turing → Paul Erdős [Mathematiker] → Barbara McClintock → Ted Kaczynski → Stanley Kubrick → Courtney Love → Nico → Piet Mondrian → J. M. W. Turner → Archimedes → Michael Palin → Carl Friedrich Gauss → Kurt Gödel → Herman Melville [Moby Dick] → George Orwell → Charles Richter [Richter-Skala] → Emily Dickinson → Arthur Conan Doyle [Sherlock Holmes] → Anton Bruckner → Grigori Perelman → Henri Poincaré → Gordon Brown → Charles de Gaulle → Abraham Lincoln → Konrad Adenauer → Karl XII. von Schweden → Phillip II. von Spanien → Tim Burton → Hans Asperger → Leo Kanner → Bobby Fischer → Keanu Reeves → Johnny Depp → …
    –––––––
    Wir „sind“ auch in der Regel kaum „behindert“, sondern überwiegend WERDEN wir behindert, vor allem durch faschistoide Anpassungszwänge durch die Gesellschaft. Und dabei nehmen wir die Welt bedeutend detallierter und wirklichkeitsnäher wahr – ziemlich verrückt und narzisstisch ist die neurotypische Welt uns gegenüber.
    Insofern bitte ich (als selbst multi-hochbegabter Aspie, in Neurologie, Psychiatrie, Psychologie, Anthropologie … hochgebildet) dringendst darum, die schwer diskriminierende Einordnung als „Krankheit“ irgendwie zurückzunehmen, sonst reihen Sie sich ein in die Menge der ableistischen Ignoranten, die Greta das Leben schwer machen.
    Mit freundlichen Grüßen, Tom Ernst

  2. Ein absolut wahrer Artikel. Ich habe selten mal etwas gelesen, was den Zeitgeist von Vergangenheit und Gegenwart derart gut beschreibt.
    Dieses Mädchen verdient unsere Hochachtung und wir sollten Demut zeigen, angesichts des Spiegels den sie uns vorhält. Ihr und all den anderen jungen Leuten da draussen wünsche ich viel Kraft, Durchhaltevermögen und eine nicht endende Wut.

    Viele Grüße
    Birgit

  3. Danke für diese wunderbare Beschreibung! Stimmt in allen Details. Wie die Kollapsologen sagen, es ist Zeit selber sich zu bewegen. Helfen wir die junge Generation, wir sind doch einige, aus den Alten, die es längst verstanden haben und auch längst versuchen. Jetzt scheint die Zeit reif. Danke!

    • In ALLEN Details leider nicht, Autismus it keine Krankheit (siehe mein Hauptkommentar). Aber das wertet den Artikel nicht allzu sehr ab, der Artikel ist generell klasse.

  4. 100 % Zustimmung, ohne Wenn und Aber.
    Sage ich als weißer Mann mittleren Alters (fast Vegetarier mit veganen Tendenzen)
    (Zu der Asperger-Thematik kann ich nichts beitragen)

  5. Ich wünsche mir, dass sehr, sehr viele Menschen diesen Beitrag bis zu Ende lesen. Er sagt so vieles, was ich absolut unterstreiche, was ich gern selbst immer wieder zu Aussagen z.B. auf FB kommentiere,maber weiß, dass zu wenige überhaupt lesen..oder meinen, dass sie eh wissen, was kommt.
    Und ja, es scheint ein Generationenkrig zu sein, denn es gibt tatsächlich zu viele satte, verwöhnte, gut situierte „Alte“. Egal ob sie meiner Altersklasse ( Jahrg.1946) angehören oder jene sind, die vor Wichtigkeit, Selbstüberschätzung und Arroganz nichts mehr zu Ende denken können/ wollen. Sie haben ein halbes Jahrhundert so gelebt, wie man/ ?wir nicht hätten leben und agieren sollen. Da eine Rechtfertigung die nicht vorhandene Selbstreflexion vioraus gesätzt hätte, greifen sie zu billigsten, primitiven, verbalen Angriffen. Und wisst Ihr was? Die Eltern dieser selbstzufriedenen Säcke im mittleren Alter, schämen sich vermutlich sehr, denn -kann man sehen , wie man will- es gab schon mal Zeiten, in denen vorwiegend junge Menschen sich gegen die Ignoranz, die Geldgeilheit und die spießige Verlogenheit und Altherrenmanier wehrten. Sie brachten viele meiner Geberation dazu, endlich politisch und sozial zu denken, nachzudenken.
    Dass es nun einem so jungen Mädchen gelingt, Jugendliche zu erreichen, zu motivieren, Ältere aufrüttelt – …selbst wenn die in ihrer Selbstüberschätzung beleidigen, pöbeln und sich damit blos stellen- DAS war bis dahin niemandem so gelungen. Keinem Politiker, keinem Geistlichen, kein noch so großes, bekanntes Idol .
    Sie hat meine Hochachtung, ich verneige mich vor ihr!
    Sie macht Mut, in diesen Zeiten, wo Hass, Fremdenfeindlichkeit, und alles, was nicht konform ist, in Grund und Boden geätzt wird.

  6. Was ich den Thunberg-Aktivisten vorwerfe ist, dass sie von echter (direkter) Demokratie nichts wissen wollen (wie mir glaubhaft versichert wurde), selbst wenn man sie mit der Nase draufstößt wie sie selbst ihre politische Ohnmacht zelebrieren und von korrupten Politikern erwarten, dass sie in ihrem Sinn handeln.
    Also wer angeblich kapiert hat, wie der anthropogen durch Treibhausgase verursachte Klimawandel funktioniert, dem nehm ich diese politische Naivität nicht ab.
    Und ich nehm denen und dem Hype der um sie gemacht wird auch nicht ab, dass sie wirklich was verändern wollen. Dazu sind sie viel zu harmlos. Leute wie die hat ein Helmut Kohl auf einer halben Arschbacke ausgesessen. Und ich will nicht wissen wieviele von denen die jetzt demonstrieren in 10 Jahren im Nadelstreifen in den Büros sitzen und genau das machen, wogegen die jetzt demonstrieren.
    Hab das bei einem ehemalige Schulkameraden gesehen: nach der Schule hat er den Kriegsdienst verweigert und 10 Jahre später hat er gesagt, dass er bei der Entwicklung des Eurofighters mitarbeitet m(
    Die Gelbwesten-Bewegung und eine Izabella Nilsson Jarvandi sind mir daher wesentlich sympathischer. Die wenden sich halbwegs glaubwürdig gegen das System und lassen sich nicht so einfach von den Medien den Aufmerksamkeits-Honig ums Maul schmieren.
    Wer nachhaltige Politik will muss nachhaltige Forderungen stellen. In ein paar Monaten ist der Greta-Hype vorbei. Und was bleibt dann? Außer Spesen nichts gewesen. Politik as usual. Und die Kohlekraftwerke laufen noch bis 2038.
    Und ich habe mehr Respekt vor der Grundschülerin(!), die mit ihrer kleinen Schwester ein Bürgerbegehren für ihren Spielplatz initiiert hat.

    • Was meinst Du damit, dass sie von direkter Demokratie nichts wissen wollen? Das sind doch hauptsächlich Personen, die noch gar nicht wählen dürfen, es gibt für diese also momentan weder direkte noch indirekte Demokratie. Was sollen die denn Deiner Meinung nach konkret tun?

      „Und ich will nicht wissen wieviele von denen die jetzt demonstrieren in 10 Jahren im Nadelstreifen in den Büros sitzen und genau das machen, wogegen die jetzt demonstrieren.“

      Genau diese Gefahr besteht natürlich, aber mit diesem Vorwurf sollten wir, die Generationen der Nadelstreifen, wohl etwas vorsichtig sein, oder?

      Wir können denen ja schlecht das Recht auf Demonstrationen absprechen, weil es bei denen genau so laufen könnte, wie bei uns.

  7. sag mal orinoco, hast Du den Artikel oben eigentlich gelesen und auch verstanden? versuche es doch bitte noch mal oder gehörst Du zu denen, die diese menschheitsüberlebenswichtige Initiative einfach totquatschen wollen?

    • das ist die typische streitkultur. anderen unterstellen, sie würden nix verstehen, aber selbst nicht in der lage sein, 5 meter feldweg zu überschauen und mal darüber nachdenken. „MENSCHHEITSÜBERLEBENSWICHTE“… lach… die menschheit wird schon weiter existieren, nur eben anders. das sich der magnetpool um über 180 km verschoben hat und einige experten befürchten, es könne eine poolumkehr bevorstehen…. warscheinlich noch nie gehört was??!! das die erdachse seit anbeginn um 3-5 grad pendelt und seit jahrmillionen „menschgemachte“ klimaveränderungen stattgefunden haben… aber keine sorge, nah der erderwärmung, wird es auch wieder eine „menschgemachte eiszeit“ geben. da werden dann die nächsten auf den barikaden stehen. wir könnten den wandel vielleicht etwas aufhalten, wenn da nicht die gier wäre. zuerst müsste also das system geändert werden.

      • Vermutlich meint Gerhard damit, dass Orinoco einen Vorwurf formuliert, auf den ich im Text ja selbst bereits eingehe, seine Argumentation also einen Schritt zu weit hinten ansetzt.

        “ lach… die menschheit wird schon weiter existieren, nur eben anders.“

        Anders heißt in diesem Fall dann wohl dramatisch schlechter. Wenn man Menschheit synonym zu zivilisierte Menschheit versteht, ist „menschheitsüberlebsnwichtig“ schon recht treffend.

        Und weil vielleicht eine Polumkehr bevorsteht, sollen wir den Planeten unkontrolliert aufheizen? Nach der Logik schmeiße ich dann auch brennende Reifen in den Wald, weil bald eine Polumkehr bevorsteht?

        „und seit jahrmillionen „menschgemachte“ klimaveränderungen stattgefunden haben…“

        Nein, das ist einfach Unsinn. Die Menschheit bestand vor einer Million Jahren aus einem Bruchteil der heutigen Individuen, die überhaupt nicht die Kapazität hatten, das Klima entscheidend zu beeinflussen. Solche Behauptungen bitte idealerweise mit seriösen Quellen belegen, ich möchte hier in der Kommentarsektion keine Behauptungsschlacht, in der jeder sind wilden Theorien zur Debatte stellt.

      • Ob die Menschheit wirklich weiter existieren wird, kann ich natürlich nicht mit Sicherheit sagen. Natürlich hat die Erde schon immer klimatischen Veränderungen unterstanden und steht es noch, dadurch wissen wir auch, dass einen Großteil der Erdgeschichte die Bedingungen nicht menschenlebensfähig waren. Auch aufgrund natürlicher (d.h. eben gerade nicht menschgemachter, da lange vor Menschheitsbeginn da gewesener) Klimaveränderungen sind Spezien ausgestorben.
        Allerdings ist mir keine Spezies bekannt, die wissend ihren Lebensraum nach und nach zerstört. (Und das in wenigen tausend Jahren, also quasi einem Wimpernschlag der Erdgeschichte.)

        Leider ist mir nicht ganz klar, welches System sich Ihrer Meinung nach ändern müsste. Ich habe eine Vorstellung davon, was Sie mit dieser Aussage gemeint haben könnten.
        Ich würde jedoch sagen, der Mensch muss sich ändern. Jeder einzelne, Politiker, Unternehmer, explizit eingeschlossen.

        Und in meinen Augen ist es auch egal, ob Greta 33 oder 65 Stunden Zug gefahren ist oder 10 Minuten U-Bahn. Es spielt auch keine Rolle, ob sie dort allein mit ihrem Zelt war oder in einem Camp mit mehreren Menschen. Fakt ist, sie (und scheinbar auch andere Menschen) sind dort hingefahren, um schlüssige Argumente vorzutragen. Diese sind nicht weniger glaubwürdig, nein, nicht weniger wahr, nur weil das 16-Jährige Mädchen nicht ganz allein dort war. Und um diese Argumente sollte sich die Debatte eigentlich drehen, nicht um die Dauer von Zugfahrten oder Plastikverpackungen für Toastbrot.

  8. auch du bist nicht frei in deinen aussagen. mehrfach wird die plastikverpackung des toastbrot erwähnt aber nicht eine silbe von dem plastikbecher für smör, plastikschale für den veganen salat, plastikbesteck und plasikbecher to go. und unten links ist noch ein weiterer plastikbehälter (für was auch immer) zu sehen. Aber pssst…. wer das bild nicht gesehen hat, glaubt ja die diffamierende dummheit, dass es sich lediglich um eine handelsübliche verpackung von toastbrot handelt, über das sich die „alten“ dummen,lächerlich machen. (ich bevorzuge weißbrot vom bäcker)
    ob „aspi“, „autist“, „down“ oder anderes sollte allerdings dabei keine rolle spielen aber glaubwürdig sollte es schon sein. das ist sonst wie, für „pepsi“ werbung machen aber selbst „coca-cola“ saufen.
    die zugfahrt, in den medien zwischen 33 und, so wie hier, 66 stunden angegeben…. abfahrt 6:22 STOCKHOLM central – 11:38 kastrud – 14:46 frederica – 19:46 hamburg – 6;33 basel – 9:51 ankunft DAVOS. sollte sich jeder seine meinung dazu bilden.
    die halbe welt redet über greta und ihrem zelt, aber die wenigsten, die das beklatschen, wissen davon, dass es sich um ein „arktik basecamp“ gehandelt hat und greta nicht die einzige dort war, die im zelt campiert hat. so kann man natürlich die leute schön für blöd verkaufen und sich eine galionsfigur schaffen.

    • Ja, da stehen auch abseits vom Toast Plastikverpackungen auf dem Tisch, nur war aus irgendeinem Grund der Toast besonders oft Teil der Kritik bzw. es gibt Stimmen, die nur diesen albernen Toast erwähnen. ich habe das auch nicht verheimlich sondern habe exakt dieses Bild in meinem Artikel verlinkt, da kann sich jeder selbst sein Bild machen.

      Und das ändert was genau an meiner Argumentation? Alles, was ich in Bezug auf Toast geschrieben habe, gilt für den ganzen anderen Schnickschnack doch auch. Kann ich im Hauptbahnhof von Kopenhagen veganen Salat ohne Plastikverpackung kaufen? Gibt es da Verpflegung zu kaufen, deren Verpackung in der Biotonne entsorgt werden können? Hat eine 16-jährige Schwedin Einfluss auf Verpackungen und Müllentsorgung skandinavischer Staaten?

      Die Gleichsetzung von Pepsi-Werbung und Cola saufen mit diesem Verhalten ist wenig zielführend, denn das Ziel von Greta Thunberg war, möglichst klimaschonend nach Davos zu gelangen. Dieses Ziel erreicht man bei einer Reise von 1900 km mit dem Zug am ehesten, das erzeugt 68,4 kg CO2 (Beim Strommix von 2017, Tendenz also fallend). Würde man diese Reise mit dem Flugzeug antreten, läge man bei mindestens bei 381 kg, ohne Direktflug bei noch mehr.

      Selbst wenn sie auf der ganzen Reise 100 Gramm Plastik verbraucht hat (so viel verursacht ein deutscher pro Tag), verursacht das Emissionen von 200 Gramm CO2.

      Die Bilanz sieht also so aus:
      Flug Stockolm – Davos ohne Plastik: 381 kg CO2
      Zugfahrt Stockolm – Davos mit Plastik: 68,6 kg CO2

      Zudem weiß halt kein Mensch, ob Greta Thunberg auch zu Hause mit Plastikverpackungen kauft – sollte das der Fall sein, hätte diese Reise darauf also gar keine Auswirkung.

  9. Endlich mal jemand, der die Aktion unterstützt, hatte die Hoffnung schon aufgegeben, dass irgendwer noch den Sinn begreift. Der Vergleich mit dem Meteoriten ist super, den muss ich mir merken, wenn meine Lehrer mich wieder deswegen piesacken. In deren Augen sind sämtliche Schüler die an den Protesten teilnehmen nämlich Witzfiguren und Schulschwänzer. Und ein Großteil der Mitschüler die nicht teilnehmen stellen uns als Spinner da.
    Die Menschen schaffen es wirklich, dem Wort „Weltverbesserer“ als Beleidigung zu verwenden…

    • Lieber Peitje

      also nach den rekordverdächtigen Reaktionen auf meinen Artikel habe ich den Eindruck, dass viele Menschen den Sinn sehr gut begreifen, auch Menschen, die schon länger nicht mehr zur Schule gehen 🙂

      Ich habe den Eindruck, dass viele Menschen gar nicht raffen, was für ein dummes, globales Experiment wir da veranstalten und fühlen sich durch die vielen anderen, die es auch nicht raffen, bestätigt.

      Das ist aber bei vielen Themen so. Es braucht immer erst eine kritische Masse von Leuten, die ernsthaften Protest ausüben, bis die anderen reagieren. Den meisten Menschen ist alles egal, die folgen einfach den Menschen, die sie durch Zufall kennen. Das dürfte viel eher der Definition von „Spinner“ entsprechen 😉

  10. Liebe Leute,

    Ihr könnt dieses Mädchen für doof oder unglaubwürdig, inkonsequent oder was auch immer halten, soviel wie Ihr wollt. Das alles ändert nichts an den Argumenten, die sie vorbringt. Es ist immer dasselbe: wer selbst keine Argumente in einer Debatte einbringen kann, versucht die Menschen, die Argumente vorbringen, zu diffamieren. Es ist aber nicht mehr als ein blöder Versuch. Am Ende gibt es nämlich immer noch keine Gegenargumente.
    Vielen Dank für den Blog-Beitrag, lieber Graslutscher. Vortrefflich entlarvend.

  11. Auch hier wird von den Kommentatoren kaum über die SACHE geredet, für die Greta einsteht, sondern über ihr Krankheitsbild diskutiert. Als würde das irgendeine Rolle spielen. Ein hervorragender Artikel und Wort für Wort wahr!

  12. Hallo liebe Kommentatoren, lieber Jan…
    ich weiß der Kommentar passt nicht ganz zu dem wunderbaren Text zu Greta. Aber es hat zumindest mit Ressourcen schonender Ernährung zu tun.
    Schreibt jemand in einem Forum:

    „Was hältst du von dem Argument, dass Wiederkäuer Nahrungsquellen erschließen können, die der Mensch sonst nicht nutzen kann?
    Man kann ja nicht auf jeder Fläche Getreide anbauen.“

    und
    „Naja, ist halt die Frage, ob es am Ende wirklich so gut ist, wenn wir das Schweinefutter gleich selbst essen.
    Vor zwei Jahren hat eine franz. Forschergruppe zum Thema „Wie ernähre ich mich möglichst umweltgerecht?“ geforscht. Dummerweise finde ich den Artikel nicht mehr. Das Ergebnis war in etwa: Schau Deine nähere Umgebung an und esse, was sie hervorbringt. Am Meer oder in seereicher Gegend ist es eben Fisch, in einer Gegend, die sich nur als Weide nutzen lässt, Weidetiere und in der Nähe ertragreicher Böden, das entsprechende.
    In diesem Zusammenhang weise ich auf das Konzept der Solidarischen Landwirtschaft hin. Bald gehen die Finanzierungsrunden wieder los. Der Anbau ist quasi vor der Haustür und Euer Geld finanziert keine Konzernzentralen hierzulande und Ausbeutung anderswo.“

    Gibt es da gute Quellen, um das einigermaßen zu widerlegen?

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