12 comments on “Skandal, veganes Kind unterernährt! Unterernährung mit Hackfleisch ist viel verantwortungsvoller!

  1. Guter Beitrag! Danke für’s genaue Hinschauen und rationale Analysieren von mitschwingenden, stigmatisierenden Botschaften.

    Solche Titel findet man ja nicht nur im Bereich von vegan-lebenden Menschen, sondern auch, wenn es in reiserischen Boulevardpresse-Beiträgen um (“ausländische”) Ethnien geht: “Afrikaner verübt Delikt XY.” etc.

    Aber wehe, man würde dann in Afrika schreiben: “Deutsche Firmen schicken Tausende von Tonnen kontaminierten Elektroschrott nach Afrika.” oder “Schweizer Unternehmen beuten Kinder in Goldminen aus.” Dann würde man wohl gleich Anwälte dorthin schicken.

    Das nennt sich dann wohl Inkonsequenz. 😉

    • Was sollen uns die Links sagen?

      Link 1: ” It is suggested that for some individuals, adoption of a vegetarian dietary style is an attempt to mask their dieting behaviour from others.”

      Link 2: “Vegetarians more often reported having been told by a physician that they had an eating disorder and were more likely to have contemplated and attempted suicide.”

      Wo stützen diese Quellen die Behauptung, mit pflanzlicher Kost wäre ein ausreichender Kalorienintake nicht zu bewerkstelligen?

      • Es ging doch auch um die Essstörungen der Eltern. Die sind bei Vegetariern nun einmal auffallend häufig.

        Und du hast mehr behauptet, als dass es möglich sei sich vegan zu ernähren, nämlich auch, dass Otto und Olga Normal auch genau so gut auf die Reihe bekommen, wofür es mWn keine Daten gibt.

        • Das ist dann aber ein Argument gegen das Nicht-Behandeln von Essstörungen, nicht gegen vegane Ernährung.

          Sonst könnte ich ja auch anführen, dass fleisch essende Erwachsene öfter adipös sind und daraus schließen, dass eine Kost mit Fleisch Adiposität verursacht. Das ist aber eben Unsinn.

          Oder? 😉

  2. Fällt unter die Kategorie “Hetze gegen Minderheiten und Andersdenkende”. Vielleicht ein Fall für den Presserat oder ein Gericht:

    Den Tatbestand einer Volksverhetzung definiert § 130 Absatz 1 des Strafgesetzbuchs:

    Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören,

    ……..
    die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er eine vorbezeichnete Gruppe, Teile der Bevölkerung oder einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet,

    wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

  3. Also ich finde die Essstörungen bei Fleischkonsumenten auffallend häufiger, wenn ich mir die ganzen Fettbacken so angucke.
    Dass die Magersüchtigen und Bulemiker meist sich vegetarisch ernähren hängt damit zusammen, dass man damit besser abnehmen kann, nicht weil sie Vegetarier aus ethsichen Gründen sein wollen

  4. Das Essstörungen bei Veggies häufiger vorkommen halte ich für arg überzogen. Zumal genau diese Menschen sich in die Materie einlesen, um sich eben vielseitig zu ernähren.

  5. @Tom:

    Es gibt unter Essgestörten durchschnittlich mehr Vegetarier/Veganer als in einen vergleibaren Gruppe gesunder Menschen. Trotzdem sind die Mehrzahl im weitesten Sinne Omnivore unterwegs.

    Was Otto und Olga angeht .. durchaus valider Punkt.
    Otto und Olga Normal haben schon genug Probleme sich bewußt unbewußt gemischtköstlich zu ernähren. Und von Menschen die ihr Leben lang unreflektiert alles in sich hieingeschoben haben was ihnen die Lebensmittelindustrie vorsetzt zu verlangen sich mit ihrer Ernährung auseinanderzusetzen ist da schon viel verlangt.

    Hand aufs Herz … immer wieder wird festgestellt das die durchschnittliche Ernährungweise so “schlecht” ist das wir dadurch mit diversen Ernährungsbedingten Erkrankungen zu kämpfen haben. Geächtet wird hier jedoch nichts….

    Bei allen Fällen bei den Vegane oder Vegetarische Ernährung schlimme Nebenwirkung hatte oder gehabt haben soll, lag in den mir zu Ohren gekommen Fällen zu 90% ein totales versagen von Menschenverstand zu Grunde. (10% hatten andere Stoffwechselleiden bzw. Vorerkranken)

    ..kurzer Schlusssthese:

    Es werden sowohl in der Summe als auch Prozentual (gesamt und in ihrer “Gruppe”) mehr Menschen haben Probleme sich gesund Omnivor zu Ernähren,
    als es Menschen gibt die Probleme haben sich vegetarisch/vegan zu ernähren.

  6. Hallo In die Runde zu meinem ersten Beitrag hier, lese aber schon länger mit 🙂

    @ Tom: Erstmal danke für deinen Beitrag, ich freue mich immer über hilfreiche Kritik. Ich habe mir die Studien auch einmal angeschaut und konnte, wie der Graslutscher, keine Kritik am Veganismus darin finden.

    Zu Link 1 (Martins et al. , 1999)
    Hier wird untersucht, ob bei Personen mit hohem Feminismus Vegetarische Ernährung als Vorwand genommen werden könnte, um Diät zu halten. Es wird auch ein Zusammenhang entdeckt, die Autoren weisen allerdings selber darauf hin, dass die Daten nur eingeschränkt interpretiert werden dürfen (“should be interpreted with caution as they are based on a non-random sample, thereby limiting their generalizability”).

    Ich kann hier keinen Bezug zu Esstörungen entdecken. Wenn man sich diesen aus dem restriktiven Essverhalten herleitet, wäre der Kausalzusammenhang allerdings andersherum (also erst Störung und dann Vegetarismus), das gibt die Studie aber nicht her.

    Zu Link 2 (Perry et al., 2001)
    Hier werden Daten von 1998/99 aus einer größeren Schulumfrage in den USA ausgewertet. Betrachtet werden ausschliesslich Jugendliche. Es wird ein Zusammenhang zwischen u.A. Esstörungen und Vegetarismus gefunden.
    Einige Einschränkungen der Studie:
    -> Es wird nur zu einem Zeitpunkt erhoben (d.h. keine Kausal Aussagen möglich)
    -> es werden nur Selbstberichtsdaten erhoben (hohe Ungenauigkeit möglich)
    -> Die Daten sind inzwischen sehr alt (18 Jahre)
    -> Der Zusammenhang war größer für semi-vegetariern (also z.B. inkl. Fisch) als für Ovo-Lactos oder Veganer

    Die Autoren ziehen denn Schluss, dass es Sinn macht ganz- und besonders Teil-vegetarische oder vegane Jugendliche besonders bei der Prävention für Esstörungen zu berücksichtigen.

    Dem letzten Schluss kann Ich mich durchaus anschliessen. Wenn mein Kind nach Hause kommt und mit dem Argument “Ich bin jetzt Veganer” nicht mehr an den Mahlzeiten teilnehmen will, dann sollte Ich mit Ihm über gesunde Ernährung sprechen und bei Bedarf Hilfe holen. Auch hier ist der Zusammenhang allerdings, falls vorhanden, andersherum.
    Zu Esstörungen bei Erwachsenen die sich vegan ernähren, kenne ich keine Daten. Würde mich über mehr Informationen freuen, ein Argument gegen Veganismus würde aber erst daraus, wenn selbiger Störungen hervorrufen würde. Dem ist eher nicht so.
    Im Gegenteil steht inzwischen selbst die AND veganer Ernährung in JEDEM alter positiv gegenüber (http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2212267216311923) und eine Meta-Analyse konnte noch einmal den Gesundheitsnutzen belegen (http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/10408398.2016.1138447)

    Ich hoffe deine Sorge um das Kindeswohl (so habe ich es verstanden) ein wenig beruhigt haben zu können.

    Dein Argument, dass Otto und Olga normal evtl. Probleme mit veganer Ernährung haben könnten sehe Ich heutzutage nicht, können wir aber auch diskutieren wenn gewünscht. 😉

  7. Pingback: Ist die Zeit des Lesens vorbei? – Achtung, Pflanzenfresser!

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