Wäre Sankt Martin eigentlich begeistert von den Leuten, die das christliche Abendland verteidigen?

Heute feiern viele Menschen in Deutschland den Martinstag, da exakt vor 1619 Jahren Martin von Tours, im Volksmund auch Sankt Martin genannt, beerdigt wurde. Das Ganze fand in einer Lichterprozession auf einem Fluss statt, woraus dann das Brauchtum des Laternelaufens entstand. Anders kann man sich auch nicht erklären, warum man kleinen Kindern ausgerechnet an verregneten Novemberabenden selbstgebastelte Laternen in die klammen Hände drückt, in der Hoffnung, dass nicht wieder andauernd das Licht ausgeht und nach fünf Minuten alle rumplärren, weil sie zurück in die warme Wohnung wollen.

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Zugegeben, wir hatten die letzten Jahre auch echt Pech mit dem Wetter. Wenn man aber nicht gerade in den Monsun gerät und es irgendwann noch Glühwein gibt, sind am Ende meist doch alle glücklich. Na ja, fast alle. Seit drei Jahren gibt es da diverse Leute, die am 11. November ziemlich wütend drauf sind, weil die schönen deutschen Traditionen von Gutmenschen kaputt gemacht werden. Und zwar ganz konkret von einer Kita in Bad Homburg, in der diverse Leute diesen Tag ketzerisch als „Sonne-Mond-und-Sterne-Fest“ bezeichnen. So zumindest die anonyme Aussage einer einzelnen Mutter.

Ist das zu fassen? Wo kommen wir denn hin, wenn Leute Dingen einfach andere Namen geben? Das Motiv war natürlich auch schnell ausgemacht: Vorauseilender Gehorsam und übertriebene politische Korrektheit, um deutsche Traditionen zu zerstören, so musste man die Überschriften von Focus Online, Hamburger Morgenpost und BILD verstehen. Auf einschlägigen Idiotenblogs wertete man den Fall als schlagenden Beweis für die fortschreitende Islamisierung, entsprechend oft wird dieser Unsinn auch im Jahr 2016 noch geteilt.

Nun war und ist die Panik aber schlichtweg unbegründet, der Grund für die inoffizielle Namensgebung ist so belanglos wie banal: Er beruht auf der Suppeneinlage (Nudeln in Form von Sonne, Mond und Sternen) der Einrichtung und dem an diesem Tag sehr beliebten Kinderlied. Die halbe deutsche Presselandschaft machte also ernsthaft einen Riesenwirbel um Nudeln in einer Kita-Suppe. Man könnte sich darüber kaputtlachen, spukte dieser Unsinn nicht immer noch in den Köpfen diverser Menschen herum, die nun Angst haben vor der staatlich verordneten Umbenennung ihrer Brauchtümer. Sie schreiben Kommentarspalten voll, fabulieren von Merkel-Diktatur, der Umvolkung der Deutschen durch Flüchtlinge und Gleichschaltung und teilen diese mittlerweile drei Jahre alten Artikel.

Das ist insofern erstaunlich, dass diese selbsternannten Verfechter christlicher Traditionen offenbar keine Ahnung haben, wem zu Ehren dieser Brauch überhaupt begangen wird. Martin von Tours wird ein asketischer Lebensstil nachgesagt und er hat laut Überlieferung an einem kalten Wintertag des Jahres 334 seinen Mantel zerteilt, um die eine Hälfte einem unbekleideten Mann zu schenken. Angeblich ist ihm dann im Traum Jesus mit den Worten „Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet … Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan“ erschienen.

Das klingt nicht gerade nach einem Menschen, der für das Errichten von Grenzzäunen plädiert hätte, um flüchtende Menschen aufzuhalten, selbst wenn die „nur“ vor Armut geflohen sind und obwohl die ein Handy haben. Ironischerweise ist Sankt Martin durch seine gelebte Barmherzigkeit und Humanität auch noch zum Schutzpatron diverser Gruppierungen geworden, unter anderem ist er Schutzheiliger der Armen, der Bettler und im weiteren Sinne sogar der Flüchtlinge. Und wie auch immer dieses Fest nun in welcher Einrichtung umgangssprachlich genannt wird – die Geschichte vom Mann, der seinen Besitz mit einem Bedürftigen teilte, kennen die meisten Kinder.

Wer also am Gedenktag für den Schutzpatron flüchtender Menschen Stimmung gegen ebendiese macht, weil Kinder Nudeln in Sternform essen, der hat mit den Werten des Abendlandes irgendwie nicht wirklich viel am Hut. Auch wenn er denkt, diese gerade zu verteidigen.

2 Gedanken zu “Wäre Sankt Martin eigentlich begeistert von den Leuten, die das christliche Abendland verteidigen?

  1. Once again – fabulous Graslutscher is in the house und bringt die Dinge auf den Punkt! Die Kinder, die da rumislamisieren sind übrigens echt schnuckelig. Darf meine Tochter mitislamisieren? Die ist auch so ein links-grün versifftes Gutmenschenkind, das ernsthaft findet, alle Kinder dürfen Klamotten in allen Farben und Haare in allen Längen tragen. Und das seine beste Freundin heiraten will. Das Abendland geht unter!!1!1!11! DANKE MERKEL!!!

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