Von unglaubwürdigen Vegetariern und defekten Replikatoren

Breaking News: Vegetarier sind unglaubwürdig! Denn wer Fleisch komplett ablehnt, der isst auch kein aus dem Labor gezüchtetes, sog. In-Vitro-Fleisch und das ist ein ganz klares Anzeichen für naive Gutmenschen-Hippies mit Tofu-Kränzen im Haar und Vakuum zwischen den Ohren. So zumindest der Vorwurf dieses Wochenende. Just for the record: Ich wollte nur in den Mai reinfeiern und irgendwer kam auf den Film „Los Veganeros“ zu sprechen, worauf dann wieder jemand anders ein sehr, sehr böses, mit dem Buchstaben „V“ beginnendes Wort vernahm, um dann spontan auf der Bierernstigkeits-Skala in den roten Bereich vorzustoßen.

Ja, wir Veggies, wir sind ja echt so doof! Essen kein Labor-Fleisch, tsss, wie behämmert. Ok, meine Entschuldigung: Man kann noch keins kaufen. Bzw. wenn doch, dann liegt der Preis für 100 Gramm je nach Forschungsteam zwischen 80 und 250.000 Euro. Aber sollte das mal erschwinglich werden, so dass man aus einem Klumpen Stammzellen unter Zufuhr von Nährlösung und Sauerstoff ein Burger Patty herstellen kann, dann hätte ich null Probleme damit, das zu essen. Da müsste dann nämlich mutmaßlich kein Tier drunter leiden, das ganze wäre um Größenordnungen umweltfreundlicher und viel besser kontrollierbar was Krankheitserreger und Giftstoffe angeht:

Ist vermutlich nicht jedermanns Sache… wenn also jemand aus ästhetischen Gründen einfach lieber eine Linsensuppe isst als Laborfleisch finde ich auch das nicht besonders unglaubwürdig – das hätte außerdem immer noch die bessere Energiebilanz.

Viel interessanter finde ich ja: Würden denn die Fleischesser auf echtes, aus Tieren herausgeschnittenes Fleisch verzichten, wenn sie zum selben Preis die chemisch betrachtet ziemlich gleiche, aber synthetisch hergestellte Biomasse im Supermarkt kaufen könnten? „Klar“, war die einhellige Antwort. Wenn das genau so schmeckt… ach echt? Ok, also angenommen wir hätten jeder einen Replikator zu Hause (für die Nicht-Trekkies: Das ist eine kleine Maschine, die aus der Energie der Enterprise materialisiert, was immer man gerade braucht. Klingonischen Kaffee, Broccoli-Creme-Suppe, übergroße Cockrings oder eine Avocado mit perfektem Reifegrad), und man müsste nur auf den Knopf „Burger“ drücken und hätte selbigen dann auf dem Teller – dann würdet ihr keine Leute mehr dafür bezahlen, Kühe und Schweine einzusperren, ziemlich schlecht zu behandeln und dann zu töten?

Auch hier einhelliges Nicken. Ok, dann spinn ich mal weiter: Angenommen der Replikator ist so ein bisschen defekt. Das letzte, sich selbst installierende Microsoft-Update hat die Rezepte ein bisschen durcheinander gewürfelt und jetzt schmeckt der Burger um Nuancen anders als vorher. Und es ist langes Pfingstwochenende, der Support kommt erst in 4 Tagen. Drückt ihr dann trotzdem auf den Burger-Knopf oder zieht ihr jetzt doch wieder los, sucht eine Kuh, bringt die zum Schlachter, damit es wieder exakt genau so schmeckt?

Replikator

Das wäre doch irgendwie unverhältnismäßig, oder? Und angenommen ihr pfeift auf den Microsoft-Support und lasst das einfach so; nach 4 Wochen habt ihr euch an den neuen Geschmack gewöhnt und merkt das nicht mal mehr. Selbst wenn der Replikator mal einen ganz schlechten Tag erwischt und einen Teil seiner Datenbank löscht: Ihr habt jetzt „nur noch“ die Auswahl aus Schnitzel, Burger, Chicken Wings, Wurst-Aufschnitt, Hackbällchen, Fischstäbchen, Bolognese-Sauce, Chili Con Carne, Döner, Hacksteak, mehreren Sorten von Bratwürsten, Landjäger, Gyros, Chorizo, Kassler und Rouladen. Würdet Ihr dann losgehen, eine Kuh suchen, die irgendwo töten und zerlegen lassen, um am Ende in ein voll echtes Steak zu beißen, weil der Replikator das in der Konsistenz nicht im Programm hat?

Geschmäcker sind ja verschieden – aber dass der vermeintlich bessere Geschmack eines Steaks im Vergleich zu einem der vielen oben genannten Gerichte so viel besser ist, dass er Tod und Leid eines Tieres, massive Umweltzerstörung und die Verschwendung wichtiger Ressourcen für die kommenden Generationen rechtfertigt, zu der Abwägung kämen wohl die wenigsten. Hey, vielleicht schmeckt zerstampfter Elefanten-Fetus ja noch 10 mal besser als ein T-Bone-Steak, aber interessiert das irgendwen? Die allermeisten von uns würden wohl sagen, dass für ihr leibliches Wohl schon ausreichend gesorgt ist und man auf die Elefanten-Föten verzichten kann.

Der Witz an der Sache ist: Man braucht für die von mir erfundene eingeschränkte Replikator-Auswahl gar keinen Replikator. Solche Sachen kann man einfach von Wheaty oder Smileyfoods kaufen. Ja, es schmeckt nicht 100% genauso. Wobei ein Blindtest in Sachen Bolognese, Chili oder Burger heute schon zu eindeutigen Ergebnissen führt. Die Frage „Ach, da ist echt kein Fleisch drin?“ ist bei entsprechendem Angebot auf Parties nicht gerade selten.

Die Frage, ob Vegetarier synthetisches Labor-Fleisch essen, ist da doch zweitrangig. Ich frage zurück: Wird der Original-Geschmack von echtem Fleisch nicht irgendwie etwas überbewertet, wenn man die meisten Gerichte aus Kantinen und Mensen jetzt schon ziemlich gut faken kann, und man trotzdem unfassbares Leid von Mensch und Tier in Kauf nimmt, nur um der Textur von Filet Mignon Willen? Und ist diese Textur nicht eigentlich irrelevant für all die Filet-Mignon-freien Mahlzeiten? Und sind das nicht irgendwie ganz schön viele?

Dönerfleisch

Ich denke, das ist nur eine Frage der Gewohnheit. Also versucht doch einfach mal den leicht defekten, tierleidfreien Online-Replikator mit halb gelöschter Datenbank 😉 Hinter ein paar der Knöpfe verbergen sich bestimmt auch Sachen, die echt zum Würgen sind. Aber das ist bei der Wursttheke ja nicht anders, eine Scheibe Sülze fand ich z.B. immer schon rekordverdächtig widerwärtig.

Links zum Online-Replikator:

Das leckere Wheaty-Sortiment
Das leckere Smilefoods-Sortiment
Der leckere Rest

Vielleicht brauchen wir dann am Ende gar kein Laborfleisch und können 2016 ganz entspannt in den Mai tanzen.

11 Gedanken zu “Von unglaubwürdigen Vegetariern und defekten Replikatoren

  1. Naja für mensa und kantinenfrass müssen meinetwegen keine tiere sterben.die qualität ist meißt unterirdisch und die zubereitung verletzt die würde jedes lebewesens(auch der pflanzen) die dafür gestorben sind. aber daraus das der fraß nur nach pappe schmeckt zu folgern dass man es einfach aus pappe herstellen solte geht in die falsche richtung. die qualität verbessern wäre eher angebracht…

  2. Ja ich weiß, don’t feed the troll aber ich kann nicht mit ansehen wie das bisher der einzige Kommentar hier ist…

    Naja für mensa und kantinenfrass müssen meinetwegen keine tiere sterben.die qualität ist meißt unterirdisch und die zubereitung verletzt die würde jedes lebewesens(auch der pflanzen) die dafür gestorben sind. aber daraus das der fraß nur nach pappe schmeckt zu folgern dass man es einfach aus pappe herstellen solte geht in die falsche richtung. die qualität verbessern wäre eher angebracht…

    Aber für die Küche daheim und im Restaurant, dafür lohnt es sich dann schon, millionenfach zu töten? Ist das jetzt nur so ein völlig unüberlegt dahingeleierter Spruch, oder bist du wirklich ernsthaft der Meinung, Töten ist legitim solange man nur Qualitätsware aus den Leichen macht? Du gehst also ernsthaft durch den Supermarkt und denkst dir „ne, das billige Schnitzel, dafür hat es sich ja gar nicht richtig gelohnt, dass das arme Schwein gestorben ist, das kauf ich nicht“?

    Lass mich raten, du bist einer von denen, die darauf angesprochen natürlich selbstverständlich und schon immer nur liebevoll geschlachtete Tiere vom Biobauern um die Ecke essen, und damit ja in keinster Weise niemals nicht verglichen werden dürfen mit dem gemeinen Pöbel, dessen täglich Fleisch aus der Massentierhaltung stammt.

    Und nun zum eigentlichen Thema. Soweit ich weiß braucht es für dieses Laborfleisch noch mehr als nur eine initiale Stammzellenspende, Kuhblut etc. Wenn das eines Tages wirklich so wäre, dass da in dem Gefäß wo das wächst eine rein pflanzliche/mineralische Nährlösung schwimmt, dann… ja dann würd ich’s vermutlich probieren wenn mir es einer vorsetzt.

    Ich muss zugeben ich habe ja schon die Hoffnung, wenn derlei Verfahren am Ende günstiger und effizienter sind als Tiere zu züchten und zu töten, es sich wenigstens aus ökonomischen Gründen durchsetzt eben Fleisch in dieser Form in Tanks wachsen zu lassen, und die Leute synthetisches statt dem Fleisch von Tieren essen. Mag zwar dann aus den falschen Gründen sein, aber am wichtigsten ist letztlich das Ergebnis.

    Leider werden auch dann garantiert weiterhin Tiere des Fleisches wegen gehalten, weil es immer Leute geben wird, die meinen „nur das Original“ sei das einzig Wahre, und rechtfertige alle ethischen Konsequenzen…

    • Genau so wird’s kommen.

      Außerdem gilt: Zuerst kommt der Hunger, dann das Gewissen. Und wenn’s gut schmeckt und man dem Viech nicht selber in den Hals stechen muss, hat man auch kein schlechtes Gewissen.

      Zumindestens ich nicht. Und ja, ich ess‘ lieber das Biofleisch. Nicht weil es das Vieh besser hatte, sondern weil’s besser schmeckt.

      Ich nehme ganz bewusst das Leid in Kauf.

      • Ich finde es immer wieder interessant, dass es aufgeklärte Menschen wie Dich gibt, die ehrlich zugeben, das (Tier-)Leid in Kauf zu nehmen.

        Mein spontaner Gedanke: Vllt bist Du einfach nur ein schlechter Mensch.

        (Ich kenne Dich aber nicht und deshalb war das auch nicht Ernst gemeint, sorry. :P)

  3. Tja, irgendwie ein Scheinargument.

    Was ist wichtiger:
    * Gutes Gewissen?
    * Guter Geschmack?
    * Niedrige Preise für Dinge die man noch aus der Kindheit kennt?

    Z.B. Wheaty-Salami ist um fast einen Euro teurer als Salami bei Liedl.

    Ich bin Informatiker also muss ich jetzt ein bisschen mit Zahlen herumwichsen: Wir wissen, dass das Median-Einkommen in Österreich ca. 25.000€ brutto beträgt. Das bedeutet, abzüglich 13., 14. Monatsgehalt verdient der Durchschnittsösterreicher ca. 1750€ brutto im Monat. Netto sind das ca. 1250€.

    Die Durchschnittsmiete von ca. 450€ kalt + ca. 150€ Versicherung, Strom, Heizung, etc. kommen noch dazu. Dann bleiben 650€ für Essen, Kleidung, Unterhaltung etc. über. Ein Abend Fortgehen sind min. 50€. Und das ca. viermal in Monat. Dann bleiben 450€ übrig.

    Noch kein potentielles Auto, keine Kinder (die zwar vom Fortgeh-Budget zehren aber dennoch …), keine Reisen, nichts. Da muss man sich schon überlegen was man mit seinem Geld macht.

    Und deshalb verlieren das leckere Bio-Schwein und das moralisch und ökologisch vertretbare Wheaty-Pamps gegen die arme Billigsau.

    Replikatoren werden erst interessant werden, wenn sie ähnlich wie Star Trek billig und überall, alles replizieren können. Solange das gute Gewissen einen Euro mehr kostet, wird sich da nichts tun.

    BTW: Sogar in Star Trek selbst ist Replikator-Nahrung nicht so wohlschmeckend wie das Original.

    • Also diese rechnerischen Argumente, warum (Billig-)Fleisch für schwache Einkommensklassen zwingend notwendig sei, machen mich immer leicht …. hmpf. :-/

      Es gibt auch Alternativen die um einiges günstiger sind als Fleisch, z.B. Schnitzel oder was man sonst damit anstellen will aus Soja-Medaillons.
      Selbstgemachter Seitan aus Weizenmehl und daraus hergestellt z.B. Geschnetzeltes ist auch um Längen billiger als Fleisch oder entsprechende vorgefertigte vegane Ersatzprodukte.
      Oder pflanzliche Alternativen wie Linsen sind auch nicht teurer als herkömmliche Produkte!
      Ein gut gewürztes, selbstgehäkeltes Seitan-Gyros …. ich denke kaum einer würde einen Unterschied bemerken!

      Dies ist immer die Argumentation von Leuten die, sorry Schlingel aber isso, schlicht keine Ahnung haben welche Möglichkeiten es überhaupt GIBT, sich vegan zu ernähren.
      Ihr seht die Preise von solchen Fertigprodukten und lehnt deshalb die ganze Ernährungsform per se ab.
      Ich finde diese ganzen Fertigprodukte auch ziemlich teuer, und sicher sind sie teurer als die Wurst-/Fleischprodukte beim Discounter.
      Aber das Internet ist voll von teils wirklich hervorragenden Blogs mit Anregungen und Rezepten ohne Ende, so dass auch die Leute, die sich Billigfleisch kaufen „müssen“, mit Sicherheit für sie und ihr Budget passendes finden.
      Einfach mal ein wenig googlen und an einem freien Tag experimentieren. Aber dafür muss man halt offen sein für’s Thema.

      Die andere Frage „warum Billigfleisch kaufen“ besteht in der Menge: es muss nicht jeden Tag Fleisch/Wurst sein, und wenn man sich auf ein-zwei Mal pro Woche einschränkt kann man auch Fleisch aus einigermaßen besserer Haltung kaufen, anstatt für jeden Tag Billigmassenware … oder eben die teureren veganen Fertigprodukte.

      Also einfach mal erkundigen und die Perspektive ändern, offen sein und vor allem Vorurteile abbauen. Es ist immer schwierig das eigene Handeln zu hinterfragen, aber es geht. Tatsächlich!

      Und hier noch ein wahres Wort von Christian Morgenstern:

      „Wenn der moderne Mensch die Tiere, deren er sich als Nahrung bedient, selbst töten müsste, würde die Anzahl der Pflanzenesser ins Ungemessene steigen.“

      • Bitte lies den ganzen Satz.

        „Niedrige Preise >>für Dinge die man noch aus der Kindheit kennt?<<"

        Es geht nicht rein um den niedrigen Preis, es geht um den niedrigen Preis für Nahrungsmittel die man von früher Kindheit kennt und mit denen Menschen eine gewisse Emotion verbinden.

        Du hast sowohl kulinarisch wie ökonomisch recht, wenn du meinst, dass es bessere Nahrung gibt als dieses ekelhafte Billigfleisch bzw. das Fleischersatzzeug. Aber das war nicht das Thema. Die im Artikel oben aufgegriffene These war, dass Leute auf das Ersatzzeug zurückgreifen könnten, da das doch so ähnlich schmecke wie billigst produziertes Fleisch. Und dem kann ich aus vielerlei Gründen, wie z.B. dem oben angeführten Rechenbeispiel, nicht zustimmen.

        Der, unter anderem von dir vorgeschlagenem Ansatz, lieber nur noch an einem oder an zwei Tagen in der Woche Fleisch zu essen, ist viel vernünftiger. Es fällt den Leuten auch einfacher schrittweise den Konsum zu verringern als ihn auf einmal einzustellen – also ein in vielerlei Hinsicht besserer Vorschlag.

        Also sorry 'aufm Weg', aber ich hab' den Eindruck, dass du in meinem Kommentar ein gewisses Muster gesehen hast – ohne den Kontext miteinzubeziehen – und dann relativ stupide ein Standardargument runtergebetet hast – welches völlig ins Leere läuft.

        PS: Um ganz ehrlich zu sein: eine Sau oder eine Kuh könnte ich, glaube ich, auch nicht abstechen – vor allem wenn ich das Tier selber aufgezogen hätte. Mit Geflügel und Fisch hätte ich weniger Probleme.

  4. Ein später Beitrag, aber ich wühle mich erst langsam durch Deine Seite..:
    Bei einer Veranstaltung des Instituts für Technikfolgenabschätzung in Karlsruhe dieses Jahr wurde angegeben, dass für die Nährlösung von In-Vitro-Fleisch „Kuhblut“ (woanders war auch „Pferdeblut“ zu finden) benötigt wird. Nun, das könnte man ja von den selben glücklichen Kühen abzapfen, die sich auf der Weide ein schönes Leben machen und die man nur ab und zu anpieksen muss, um an die Start-Zellen für die Kultur sowie an ihr Blut zu kommen. Es werden nur leider zusätzlich noch sog. Wachstumsfaktoren benötigt; bisher ist wohl das Mittel der Wahl das „fetale Kälberserum“ (FKS). Bei dem Vortrag wurde nun gesagt, dass dieses von abgetriebenen Kälbern stammt. Unappetitlich genug, aber vielleicht sind sie dann wenigstens schon tot, wenn man ihnen das Serum entnimmt? Ein taz- und ein Spiegel-Artikel (allerdings von 2005 bzw 1993) sagen da was anderes (Spritze ins Herz, 20 Minuten Blut abzapfen, Tier lebt noch…), aktuellere Infos habe ich zu dem Thema allerdings noch nicht gefunden. Ein interessantes Paper (2010), das die Züchtung der In-Vitro-Fleischkulturen beschreibt, nennt eine (teurere) Alternative zum Kälberserum:
    „It has a consistent composition containing growth factors, binding proteins, adhesin factors, vitamins, hormones and mineral trace elements, all necessary for eukaryotic cell growth.“
    Na Mahlzeit.
    Das FKS wird auch verwendet, um Kulturen zu züchen, auf denen Chemikalien auf Ihre Gefährlichkeit getestet werden. Im Ersatz für Tierversuche. Heißt das, dass mit FKS durchgeführte Versuche als tierversuchsfrei deklariert werden dürfen? Weiss das jemand?
    Völlig abstrus wird es, wenn man sich die Info zur FKS-Alternative eines Herstellers anschaut:
    „Ergänzen Sie das Zellkulturwachstum durch Alternativen und Ersatzprodukte zu fetalem Kälberserum (FKS), die zu geringeren Kosten anstelle von FKS eingesetzt werden können und leicht verfügbar sind. Unsere FKS-Alternativen wurden für das Wachstum von …. Ovarialzellen des chinesischen Hamsters (Chinese Hamster Ovary/CHO) … optimiert.“

    Und so geht es wohl immer weiter.
    Das heisst, auch als Veganer mit Deiner tierversuchsfreien Bio-Zahnpasta kommst Du um den Genuss der ein oder anderen Eistockzelle vom Chinesischen Hamster nicht herum.

    http://diyhpl.us/~bryan/papers2/bio/Possibilities%20for%20an%20in%20vitro%20meat%20production%20system.pd

    https://www.thermoscientific.de/products/fetal-bovine-serum-fbs-alternatives.html

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13687398.html

  5. „Wird der Original-Geschmack von echtem Fleisch nicht irgendwie etwas überbewertet…“
    Mal ganz im Ernst – wer von uns (ja ich bin einer) Fleischfressern weiß denn heutzutage noch wie der ECHTE Geschmack von Fleisch ist? Wir hauen uns doch dermaßen viele Gewürze, Soßen oder sonstigen Pamp da drauf und da rein, dass kaum noch jemand wirklich weiß wie ein Steak „richtig“ schmeckt. Und warum? Weil die meisten von uns den ECHTEN Geschmack von Fleisch gar nicht mögen.
    Aber genau diejenigen, die eben keine Ahnung mehr davon haben wie ein „richtiges Stück Fleisch“ schmeckt, sind in aller Regel genau die, die bei solchen Diskussionen die Fressluke am weitesten aufreissen. Schade eigentlich – es sind also (wie so oft) diejenigen die uns gegenseitig das Leben schwermachen, die am wenigsten Ahnung von dem haben, was sie von sich geben.

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