Die Focus-Frage diese Woche: Essen sie Fleisch oder sind sie eine lustfeindliche Vegan-Feministin?

Was kommt dabei raus, wenn ein latent frauenfeindlicher Autor mit Fleisch-Fetisch einen Artikel über vegane Ernährung schreibt? Richtig, eine zutiefst alberne Abrechnung wider den Vegan-Feminismus, die dann Playboy und Focus abdrucken. Scheint ja gerade in Mode zu sein, sich gegen Dinge zu engagieren, deren Existenz nicht so ganz unumstritten ist. Ob man gegen einen deutschen Scharia-Staat auf die Straße geht, die weltweite, alle Piloten und Flughafen-Wartungstechniker umfassende Kondensstreifen-Verschwörung oder eben den Männer-hassenden Vegan-Feminismus, für den creative Wutbürger 2.0 reichen die vorhandenen Missstände nicht mehr aus, er erfindet noch welche dazu. Artikelkopf_sm

Ja, wir Männer haben es schon nicht leicht. Früher, da war die Welt noch ganz simpel aufgeteilt in starke, die Geschicke der Welt lenkende Männer einerseits und das ihnen angetraute Koch-, Gebär- und Putzpersonal auf der anderen, nicht so sonnigen Seite des Lebens. Auf der Arbeit konnten wir mit schweren, ölverschmierten Maschinen an gefährlich aussehenden Stahlklumpen rumfräsen oder einhändig Schiffsschrauben zerschweißen. In Bürojobs durften wir dann wenigstens noch um die Wette rauchen oder die Sekretärinnen wie reine Begattungsutensilien behandeln. Genug Möglichkeiten, Tag für Tag seine Männlichkeit unter Beweis zu stellen.

2014 war das nicht mehr so einfach, viele Alphamännchen scheinen angesichts der abrupten Veränderungen nachhaltig paralysiert. In Bewerbungsgesprächen reicht es nun nicht mehr aus, den Personaler niederzuringen oder einen Brüllaffen-Wettbewerb zu gewinnen. Immer weniger Frauen reagieren positiv auf traditionelle Werbungsversuche von Männchen, die ihnen als Gunstbeweis die gehäuteten Kadaver mehrerer Bisamratten auf der Fußmatte hinterlassen. Darunter leiden ein paar von uns. Einige so sehr, dass sie ganz neue Männlichkeitsrituale erfunden haben.

Carsten Otte z.B., laut eigener Aussage „aufgeklärter Carnivore“, weiß nicht mehr, wo ihm angesichts dieser Umwälzungen der Kopf steht. Für alle, die von dem Mann noch nie gehört haben: Er ist Anhänger der Strömung der sogenannten gastrosexuellen Männer und hat ein Buch darüber geschrieben. Bei dieser Disziplin drängen Männer in den Küchen-Bereich, die aber nicht mit niederen Frauen verwechselt werden wollen, und deswegen so schnöde Utensilien wie Pfannen und gehäkelte Topflappen durch vor Testosteron strotzende Kochmaschinen ersetzen: Der gastrosexuelle Mann bedient sich Kopffräsen, Schwungradschneidern oder Rotationsverdampfern (kein Scheiß!).

Und wenn selbiger dann mit dieser Küchen-Maschinerie dann sein selbstverständlich immer auch aus Fleischteilen bestehenden Essen zusammengeschmiedet gekocht hat, dann fühlt er sich auch endlich wieder wie so ein richtig männlicher Mann. Da passt es ihm aber verständlicherweise überhaupt nicht, dass die blöden Vegetarier-Weiber sich seinen beeindruckenden Koch-Kreuzzügen entziehen, indem sie für Molekular-Schnitzel und 8-fach flambierte Medaillons schlicht kein Interesse mehr haben! Denn wenn er mit dem ganzen Zirkus keine Frau mehr beeindrucken kann, wozu dann überhaupt das ganze alberne Herum-Gockeln?

Otte schließt daher messerscharf, dass er hier Opfer finsterer Mächte ist:

“Zumal der Streit um die korrekte Ernährung nur ein Ersatzschauplatz zu sein scheint. Es ist schon auffällig, dass sich vor allem Frauen der veganen Doktrin anschließen, und es ist auch nicht zu übersehen, dass immer mehr Feministinnen einen Zusammenhang zwischen „fanatischem Fleischverzehr“ und „Männlichkeitswahn“ konstruieren.“

Genau! Tierleid? Pah, das interessiert doch niemanden! Die Tiere sind den Frauen doch vollkommen egal, die essen nur deswegen kein Fleisch, um es den Kerlen heimzuzahlen – das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Laut einer geheimen, an unsere Redaktion geleakten, aber repräsentativen Umfrage des VEBU unter 500.000 Vegetariern landeten auf die Frage nach dem stärksten Motiv für ihren Fleischverzicht die Antworten „Ethische Gründe“, „Umweltaspekte“ und „Gesundheit“ weit abgeschlagen auf den Plätzen 2 bis 4, während die mit 85% häufigste Antwort lautete: „Weil Männer ungehobelte Arschgeigen sind, Klobrillen oben lassen und nie zurückrufen“. Sogar 50% der Männer sollen so abgestimmt haben.

Ganz im Ernst, an der Stelle fragt man sich tatsächlich, was der Mann unter Feminismus versteht. Vermutlich gibt es auch bei den Feministinnen Personen mit fragwürdiger Haltung, die anstatt für Frauenrechte eher gegen Männerrechte kämpfen. Aber ob das die Mehrheit ausmacht, wage ich zu bezweifeln. Und dass diese Personen dann auf tierische Produkte verzichten, nur um dem anderen Geschlecht eins reinzuwürgen, das ist angesichts der 50 Milliarden getöteter Landtiere pro Jahr zum Verzehr schon ein ziemlich unwahrscheinliches Szenario. Sollte dem Leser also kein vernünftiger Grund einfallen, warum es Ausdruck einer feministischer Attitüde sein sollte, kein Fleisch zu essen: Mir ging es genau so! Würden Feministinnen keine Kuhmilch-Produkte konsumieren, weil man dazu die recht häufig weiblichen Kuhmütter wieder und wieder schwängert, und ihnen die Kinder wegnimmt, dann wäre da zumindest noch eine gewisse (legitime) Schnittmenge. Aber bei Fleisch? Das hat er sich doch einfach ausgedacht.

Es folgt ein an Absurdität kaum zu übertreffender Erklärungsversuch, indem Otte sich in den Geist einer Frau versetzt und an ihrer Stelle denkt:

„Wenn ein Mann auf Bratwürste steht, muss er auch ein Sexist sein.“ (sic!)

Karottensexist_sm

Na toll… der Nonsens-Spruch schlechthin „Wenn ihr kein Fleisch essen wollt, wieso formt ihr dann Würste draus?“, wird jetzt wohl abgelöst durch „Wenn ihr echte Feministinnen sein wollte, wieso esst ihr dann Sachen in Phallus-Optik?“.

Ist ja auch allgemein bekannt, dass wahre Feministinnen peinlich genau darauf achten, Gurken, Zucchini und Möhren nie am Stück im Haus aufzubewahren, weil ihre zum DVD-Abend eingeladenen feministischen Freundinnen dann am Ende denken könnten, da lägen bunte Penisse im Gemüsefach. Aus diesem Grund wird das Zeug immer erst unter hysterischen Kampfschreien fein säuberlich zerschnitten, als Protest gegen die Gemächte dieser Welt. Was träumt der Typ eigentlich nachts? Generell verstehe ich nicht so ganz, warum ein Mann, der irgendwie auf Penisse steht, ein Sexist sein soll?! Ich würde eher vermuten, dass er zu einem bestimmten Grad schwul ist, aber was hat das mit Sexismus zu tun? Angesichts dieses Mumpitz eigentlich nicht weiter verwunderlich, dass für den Autor Feminismus automatisch auch lustfeindlich ist.

Es wird tatsächlich noch eine Ecke bizarrer: Otte bemerkt überaus scharfsinnig, dass es wohl – breaking news – auch unter Veganern Nicht-Feministinnen gibt, denn (O-Ton): Die meisten Frauen stellten ja durchaus einen „positiven Zusammenhang zwischen der Erotik des Essens und der Sexualität im Bett“ her. Oder mit anderen Worten: Carsten Otte muss beim essen andauernd ans Knattern denken und geht mal davon aus, dass das für die meisten Frauen ebenso gilt, außer eben es handelt sich um Männer-hassende, lustfeindliche Veganer-Feministinnen

Lieber Cartsten, es mag für dich ja echt ganz toll sein, wenn dir beim Anblick von rotationsverdampftem Pansengulsch mit Molekular-Kartoffelbrei einer abgeht. Wirklich, das ist voll ok. Aber es gibt einige unter uns, für die ist Essen primär lecker und sättigend. Nur, weil es uns beim Abendessen nicht ständig vor lauter Erregung im Schlüpfer kribbelt, sind wir nicht alle lustfeindlich. Laut neuester Forschungsergebnisse soll es sogar schon mal zwischen Veganern zu Sex gekommen sein, ist das mal irre oder was? Und das sogar ohne sich erst mit mehrere 1000 Euro teuren Küchengeräte in Stimmung gebracht zu haben. Und solltest Du Harry und Sally nicht richtig verstanden haben: Sie spielt ihm das nur vor.

Harry und Sally2

Dass das Geschäftskonzept des Playboy mit emanzipierten Frauen nicht so viel anfangen kann – geschenkt. Aber warum druckt der Focus so einen hanebüchenen Unsinn ab, zudem noch in der Rubrik „Best of Playboy“? Und wie sieht dann erst Worst of Playboy aus? Der Gedanke ist beängstigend 🙂 Nein, nicht nur der Part über die Lustfeindlichkeit entbehrte jeder Grundlage, selbstverständlich legt Otte auch in den nicht unter schmerzhaftem Samenstau geschriebenen Passagen eine goldige Ahnungslosigkeit zu den Gründen für Veganismus an den Tag:

Denn wie weit würden Tierrechtler und vegane Ideologen gehen? Würden sie Ureinwohnern irgendwo auf der Welt den Krieg erklären, weil sie Katzen und Hunde verspeisen? Und was ist mit den vielen Religionen, in denen dem Fleischkonsum eine rituelle Bedeutung zukommt? Sollen weltweit Milliarden Menschen missioniert werden? Was sagt man Leuten, die in Afrika verhungern, wenn sie keine Eier äßen?

Und welche Nahrungsmittelengpässe und Umweltkatastrophen ergäben sich, wenn die Weltbevölkerung keine tierischen Proteine mehr zu sich nähme? Müssten, dürften oder sollten Menschen sterben, wenn alle Tiere „befreit“ würden?

Deshalb möchte ich hier für einen lustbetonten, bewussten und vielfältigen Fleischkonsum plädieren, für den das englische Motto „Nose to tail“ gilt. Auf Deutsch: Von der Schnauze bis zum Schwanz werden Fleischstücke gegessen[…]

Allein die Frage nach den Nahrungsengpässen und Umweltkatastrophen ist angesichts der miesen Energieeffizienz von Tierhaltung und der damit einhergehenden Verantwortung für 18% der globalen Treibhausgase (mehr als der gesamte Transportsektor verursacht) derartig bescheuert, dass man schreien möchte. Um also nicht komplett durchzudrehen, habe ich diesen Part an meinen werten Kollegen, Dr. Fruchtfleischer, seines Zeichens Vorsitzender des Dachverbandes für anonyme Fleischabfallverwurster ausgelagert. Dieser stellt uns netterweise seine Kompetenz in dem folgenden Kurz-Interview zur Verfügung:

Graslutscher Redaktion: Sehr geehrter Herr Dr. Fruchtfleischer – wie würden sie Herr Ottes Aussagen einordnen? Erklären Veganer oft anderen Ländern Krieg, damit die Ureinwohner im jeweiligen Land keine Katzen mehr essen?Ist das schon oft vorgekommen?

Dr. Fruchtfleischer: Erschreckend wie dieser Mann die höchst berechtigten Ängste der Zeit so treffend auf den Punkt bringen kann. Derartiges ist leider bittere Realität. Die veganen Diktatoren dieser Welt sind wohl die brutalsten ihrer Art. Da reicht schon ein Blick in die Geschichtsbücher. Die ethisch-moralisch motivierten Kriege und deren Grausamkeit sind kaum in Worte zu fassen. Gerade auch gegenüber den Ureinwohnern sind die Veganer extrem rabiat. Wer kennt sie nicht, die Brandanschläge auf Katzenfarmen der Ureinwohner. Denkt denn keiner an die Ureinwohner!?! Nun, es ist kein Geheimnis, dass sogar in Südkorea der Verzehr von Hundefleisch zurückgeht. Sie müssen die Hunde jetzt schon als Haustier verwenden… als Haustiere! Stellen sie sich das nur mal vor. Da schließen reihenweise Traditionslokale, weil sie einfach Angst vor den veganen Sozio(em)pathen haben.

Graslutscher Redaktion: Sollte hierauf nicht auch der Weltsicherheitsrat reagieren?

Dr. Fruchtfleischer: Ja und das mit ganzer Härte! Es kann doch nicht sein, dass Menschen ihre Gelüste jeglicher Art für tierische Produkte unterdrücken müssen, nur weil dafür Tiere bestialisch gequält und anschließend getötet werden. Veganer sollten endlich auf die Terrorliste. Ich toleriere ja einiges, aber konsequent Tierleid mindern zu wollen durch eine (mehr oder weniger leicht) umsetzbare Änderung des eigenen Lebenswandels? Nein sowas stiftet nur Unruhe in der Bevölkerung und födert unnötige Reflexion der eigenen Verhaltensweisen.

Graslutscher Redaktion: Und wie können sie für Fleischverzicht sein, wenn das religiösen Riten widerspricht?

Dr. Fruchtfleischer: Religiöse Riten dürfen nicht durch Tierschutzparagraphen eingeschränkt werden. In jeder Religion steht der Mensch zurecht über den Tieren. Dies hat sich eben bewährt. Wenn irgendein Heiliger am Montag Lamaföten als Leibspeise gehabt hätte, dann wäre dies eben auch Gottes Wille. Ich meine, hat nicht jeder seine Leibspeise? Moral hat eben beim Essen und der Religion nix zu suchen.

Graslutscher Redaktion: Wollen Veganer generell alle gläubigen Menschen wegsperren um ein veganes Utopia ohne Kirchengebimmel am Sonntagmorgen zu erreichen?

Dr. Fruchtfleischer: Ich würde es ihnen zutrauen. Diese veganen Sozio(em)pathen teilen sich auf in extreme, gotteslästerliche Atheisten und Vegan-Sektenanhänger. Alles sehr homogen ohne Ausreißer. Allesamt Extremisten.

Graslutscher Redaktion: In Afrika verhungern ja bekanntlich viele Menschen wegen akuten Eiermangels. Wie können die Veganer so unverfroren sein, trotzdem keine deutschen Eier zu essen?

Dr. Fruchtfleischer: Ich zitiere mal den Philosophen und Torhüter Oliver Kahn : “Eier..wir brauchen Eier” Es ist eine Schande, dass es Menschen gibt, die Eier nicht schätzen. Die Hühner werden ja nicht ohne Grund eingepfercht und die männlichen Küken geschreddert. Zudem, was sollen die hungernden Kinder in Afrika denken, wenn wir nicht unsere Privilegien nutzen und Tiere ausbeuten?

Graslutscher Redaktion: Wie viele Hungersnöte sind zu erwarten, wenn alle Menschen ab dem 14.02.2015 um 10:38 Uhr schwupps einfach vegan leben, wie von offizieller Seite berechnet? Wie wollen wir zeitnah alle die verhungerten verbrennen?

Dr. Fruchtfleischer: Laut statistischem Bundesamt antiveganer Apokalyptiker werden um 12:00 die Opfer bereits die Millionenmarke geknackt haben. Ich will hier keine Panik machen aber… geht man dann noch davon aus, dass das neu installierte Tierweltgericht die verhängten Todesstrafen vollzieht, dann werden die Toten nicht mehr verbrannt werden können, ohne die Weltdurchschnittstemperatur um ca.15,13 °C zu erhöhen.

Graslutscher Redaktion: Eine letzte Frage: Wenn Sie und ihre Familie kurz davor stehen, von Kannibalen verspeist zu werden, wie sehr würde es sie auf einer Skala von 1 bis 10 trösten, wenn man sie komplett von der Schnauze bis zum Schwanz aufäße und nicht etwa ihr Zwerchfell einfach wegwirft?

Dr. Fruchtfleischer: Ich würde sagen 11!!(elf). Stellen Sie sich doch nur mal vor, sie würden in einem fremden, versifften Badezimmer aufwachen ..nachdem sie bemerken, dass ihnen die linke Niere von der Organmafia entnommen wurde. Würden sie da nicht auch denken. „Wieso haben die Entführer nur eine Niere entnommen um sie an Superreiche zu verscherbeln?“ So viele anderen Organe hätten noch zu Geld gemacht werden können.

Graslutscher Redaktion: Herr Doktor, wir danken ihnen für das Gespräch

Dr. Fruchtfleischer: Örks

Fazit: Auch die offen zur Schau gestellte Ahnungslosigkeit eines Autors zu den Themen Sexualität, Feminismus, Veganismus und Welternährung hindert manche Printmedien nicht daran, ausgerechnet diesen zudem noch leicht über-sexualisiert wirkenden Mann eine Streitschrift zu all diesen Themen verfassen zu lassen. Demnächst lesen wir dann vermutlich im Focus eine Streitschrift von Ilse Aigner zum Thema Heumilch und Laktoseunverträglichkeit. Denn da hat sie einfach mal Ahnung von!

17 Gedanken zu “Die Focus-Frage diese Woche: Essen sie Fleisch oder sind sie eine lustfeindliche Vegan-Feministin?

  1. Hmm bei „Domian“ hat mal jmd. angerufen, der sich eine Frau aus Hackfleisch basteln wollte -> irgendwie seh ich da Zusammenhänge …

  2. Vielen Dank, deine Texte heitern mich regelmäßig auf. Was würde ich nur ohne deine Glossen tun?
    Da kann man monatelang in Ruhe fleischlos essen und dann muss ein Honk einen unbedingt fragen, wieso man nur ne Folienkartoffel ist, um all seine Vorurteile abzuladen.
    Ist ja auch ein schweres Schicksal, wenn man beim Kochen mit der vegetarischen Ex immer einen Topf mehr spülen musste…

    • Meine These: Frauen machen sich mehr Gedanken. Generell über alles. Das dann auch Ernährung und Moral eine Rolle spielen, ist klar.
      Eventuell spielt Fleisch bei Männern auch eine größere Rolle, weil sie sich dann wie „Jäger“ fühlen können. Zumindest habe ich die Beobachtung machen können, dass Männer weit Fleischfixierter sind als Frauen, auch wenn beide Allesfresser sind.

    • Auf die Gefahr hin, mir jetzt Feinde zu machen, würde ich behaupten das es hauptsächlich an Leuten liegt, die sich in ihrem Geschlecht „unsicher“ fühlen :

      – „solche“ Männer tendieren eher dazu sich, möglichst „männlich“ rüberzukommen … und selbst wenn Fleisch aus der Schutzatmosphäre zu schneiden, und es auf den Grill zu werfen, kein wirklich großer Kraftakt ist, und man selbst vermutlich 120kg auf den Rippen hat und die Beute höchstens aus 1km Entfernung sieht … wird es in unserer Gesellschaft immer noch dazu romantisiert …

      – selbes gilt allerdings auch für „solche“ Frauen, die möglichst „weiblich & filigran“ erscheinen wollen, was oft mit „Mode-Vegan/Vegetariern“ hand in hand geht … bloß nicht zunehmen etc …. Igitt Fleisch = Fett usw … aus eigner Erfahrung hab ich auch schon Leute erlebt, die nur Fleisch essen das nicht „süß“ ist … z.B. „Die Pute is hässlich die kann man essen, aber bloß kein Lamm“ …

      -> so gesehen haben haben imho beide Geschlechter ihre Extreme … das eine neigt zu „unsinnigem“ Fleischkonsum, das andre neigt zu „unsicherem“ Vegan/tarismus …

      => Ausnahmen bestätigen hoffentlich die Regel …

    • 1. Frauen sind – aufgrund von Erziehung und gesellschaftlicher Rollenverteilung – durchschnittlich empathiefähiger als Männer.

      2. Bei vielen Männern herrscht das Vorurteil, dass sie tierisches Protein brauchen, um ein „ganzer Mann“ bzw. potent zu sein. In Asien führen die abstrusesten und tierquälerischsten Zutaten für Potenzmittel zur Ausrottung ganzer Tierarten.

      Nein, soll nicht heißen, wir Frauen sind die besseren Menschen. Aber vielleicht habt ihr ja Lust, euch mal von uns inspirieren zu lassen.

      🙂

  3. Was macht man, wenn man zwei „Rechte Bewegungen“ auf einmal bekämpfen will? Man sieht Zusammenhänge, wo keine sind und zieht Schlussfolgerungen, die an Absurdität nicht zu toppen sind.

  4. Wunderbarer Artikel. Ich habe sehr gelacht und das Youtube-Video am Ende erklärt die Politikverdrossenheit doch ganz gut…

    @Matthias: Ich persönlich kenne viel mehr männliche Vegetarier als weibliche. Viele Frauen erzählen mir neuerdings viel von bösen Kohlenhydraten und dass sie eine Diät machen, die nach meiner Ansicht direkt von der Fleischlobby erfunden wurde…

  5. Nach anderen Berechnungen ist die Tierindustrie sogar an 51% der Treibhausgase Schuld: Wenn man nämlich berücksichtigt, dass die Tiere – so lange sie noch leben – atmen!

    Noch was zur Sexualisierung des Fleisches: Ich erinnere mich an einen Spruch, der in etwa so ging: „Der Mann isst Fleisch, die Frau ist Fleisch.“ Sowohl der Veganismus als auch der Feminismus verwehren es ja „dem Mann“ nun, dass er sich „Fleisch“ einfach rücksichtslos nehmen kann, weil den Opfern seiner Fleischgier nun eigene Rechte zugestanden werden. Es geht dabei natürlich nicht einfach nur um die Befriedigung (niederer) Bedürfnisse, sondern immer um Macht, um Herrschaft.

  6. Soooo ein herrlicher Artikel mal wieder – Danke! 🙂 Ich würd den Otte gern mal dabei beobachten, wenn er diesen Text lesen würde … es würde doch sicherlich extrem unterhaltsam, wenn er antworten würde? 😀

  7. Der Artikel von Otte ist für mich einfach die Langform von: „Ach Du bist Veganerin? Darfst Du dann überhaupt noch Sex haben? Du weißt schon – von wegen Fleischeslust har har har.“

    Nicht doch, der spaßbefreite Lebensstil zieht sich natürlich durch alle Bereiche meines armseligen Daseins…;-)

  8. Ich bin tatsächlich in hysterisches Kichern ausgebrochen, als ich den Artikel von Herrn Otte gelesen habe. Ist das sein Ernst ?!
    Ich bin Veganerin und Feministin und esse natüüüüürlich kein Fleisch, um es dem Patriarchat mal so RICHTIG heimzuzahlen, was auch sonst… ?! 😀
    Oh man, danke für deinen Blog, er ist einfach der Wahnsinn & rettet immer wieder meine Laune!

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