Heute feiern viele Menschen in Deutschland den Martinstag, da exakt vor 1619 Jahren Martin von Tours, im Volksmund auch Sankt Martin genannt, beerdigt wurde. Das Ganze fand in einer Lichterprozession auf einem Fluss statt, woraus dann das Brauchtum des Laternelaufens entstand. Anders kann man sich auch nicht erklären, warum man kleinen Kindern ausgerechnet an verregneten Novemberabenden selbstgebastelte Laternen in die klammen Hände drückt, in der Hoffnung, dass nicht wieder andauernd das Licht ausgeht und nach fünf Minuten alle rumplärren, weil sie zurück in die warme Wohnung wollen.

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Zugegeben, wir hatten die letzten Jahre auch echt Pech mit dem Wetter. Wenn man aber nicht gerade in den Monsun gerät und es irgendwann noch Glühwein gibt, sind am Ende meist doch alle glücklich. Na ja, fast alle. Seit drei Jahren gibt es da diverse Leute, die am 11. November ziemlich wütend drauf sind, weil >> Weiterlesen

Was würden wir nur alle ohne vegane Selbstversuche machen? Wir wären verzweifelt! Wir würden ziellos durch die Straßen irren und uns unsere hübschen Schädel zermartern ob der Frage, wie sich das eigentlich so anfühlt für diese abgefreakten Tierschützer, die GAR. KEINE. tierischen Produkte mehr kaufen. Mein Kumpel Bernd liefe zu meinem Kumpel Rolf und sagte „Rolf, wie fühlt sich wohl ein Veganer?“. Und Rolf würde fast sagen „Wieso fragen wir nicht Jan?“. Rolf könnte das aber glücklicherweise gerade noch verhindern und sagte stattdessen „Das werden wir wohl nie erfahren.“. Und so säßen die beiden dann den Rest des Abends bei Rolf und sähen Jumbo von Pro7 dabei zu, wie er im Rahmen der Greenseven-Umweltwoche ein Hacksteak so groß wie eine Radkappe herzustellen versuchte.

Artikelkopf

Ist das aber traurig, was? Zum Glück gibt es aber doch noch Menschen im Land der Dichter und Denker, die Rolf und Bernd hilfsbereit zur Seite springen! Diese Woche war das Barbara Supp, die für den Print-SPIEGEL und den Bezahldienst SPIEGEL Plus Antworten auf die ganz großen V-Fragen zu finden suchte. Warum machen Veganer das? Und wie wäre es, wenn alle sich so verhielten? Die SPIEGEL-Recherche-Datenbank hält für diese Antworten mutmaßlich ein paar Dutzend Gigabyte interessanter Informationen bereit, aber das wäre zu langweilig. Viel fluffiger wird so ein Artikel ja, wenn man komplett ohne umständliche Vorbereitung einfach alles an sich selbst ausprobiert. Diese Perspektive hilft auch ungemein, um die Natur globaler Ernährungszusammenhänge und Warenströme zu analysieren. Wir warten gespannt auf Barbaras nächste Artikel „Wirkt Bärenspray wirklich so gut, wie alle sagen“ und „Wie unangenehm können Fischvergiftungen tatsächlich werden?“.

Anstatt also umständlich Jan zu fragen, können Bernd und Rolf nun auf kompakten fünf Seiten scheinbar alles erfahren, was es über moderne Borken-Köstler zu wissen gibt. Wie fühlt sich ein Leben ohne ausgebeutete Tiere wohl an? Fragen wir hierzu eine Frau, die schon mit sieben Tagen ohne ausgebeutete Tiere vor arge Probleme gestellt war. Ich meine, sieben Tage, ein ganzes Leben, wo ist da schon der Unterschied? Schade jedoch, die Eingangsfrage wird leider gar nicht beantwortet, denn dazu ist der Artikel mit allerlei irrelevantem Informationsfüllsel derartig zugeballert, dass die >> Weiterlesen

Aaaahaha, Ihr dusseligen Veganer! Ständig behauptet Ihr, man könne vegan viel mehr Menschen ernähren als mit Double Whopper und Schnitzel-Flatrate, aber jetzt hat die Speerspitze des Wissenschaftsjournalismus herausgefunden, dass das alles Blödsinn ist: Vegan bedeutet nämlich Hungersnot und Verderben! Ob ich das in der „Nature“ gelesen habe? Nein, die benutzen ständig mehrsilbige Worte und schreiben über mehrere Seiten, das ist so kompliziert. Aber in der VICE, genauer gesagt im Motherboard-Ableger der VICE, da geht es um hochseriöse Wissenschaftsthemen, knallhart recherchiert und toll jugendlich formuliert, mit so Begriffen wie „geil“ und „krass“.

Überschrift_med

Tja, und nach von diversen Harvard-Professoren diskutierten, bahnbrechenden Beiträgen wie dem über den Kanadier, der alle Pokémon seines Kontinents gefangen haben will, oder dem über das Essen von Keksen in der virtuellen Realität hat irgendwer bei Motherboard eine Datenbank mit Studien nach dem Begriff „vegan“ durchsucht, die Studie nicht begriffen und dazu einfach eine rumpeldoofe Überschrift erfunden, auf dass viele Fleischesser die Überschrift toll finden und den Unsinn teilen, ohne Artikel oder Studie je gelesen zu haben. Was schade ist, rät die Studie von westeuropäischem Fleischkonsum ab.

Wer genau diese extrem freie Interpretation von recht klar formulierten Ergebnissen ins Internet gestellt hat, weiß man nicht, als Autor wird nur „Motherboard“ genannt, sehr aufschlussreich. Der- oder diejenige beginnt das Ganze jedenfalls mit einer Überschrift, deren Clickbait-Charakter bei heftig.co oder Focus Online gut >> Weiterlesen

Hach Kinder, der Sommer ist endlich da! Was? Ja, natürlich regnet es in Strömen! Ich rede selbstredend nicht vom meteorologischen Sommer, sondern vom Printmedien-Themenloch-Sommerbeginn, der rein zufällig auch auf den ersten Juni datiert ist. Jedes Jahr finden sich insbesondere ab diesem Tag bis Ende August erstaunlich viele Autoren, die entweder in einem Anflug von Größenwahn oder in der Hoffnung auf viele Seitenklicks generierende Kommentarstreitereien irgendwelche schwurbeligen Abgesänge auf vegetarische Ernährung in die Tasten kloppen, als sei ihnen das restliche Jahr dafür nicht warm genug.

Wurstseppel-Award 2016

Es ist ein auf eine kranke Art bezauberndes Schauspiel, wie laut eigenem Bekunden immer auf Qualität achtende Zeitungen und Magazine vollkommen fachfremde Autoren auf offener Bühne eine Sammlung persönlicher Anekdoten mit gefährlichem Halbwissen verrühren lassen, das offenbar am Lektorat vorbeischummeln, um so eine kaum für möglich gehaltene Konzentration an grobem Unfug zu veröffentlichen, über den sich bei jedem anderen Thema das halbe Netz kaputt lachen würde.

Die herausragenden Knallköppe dieser Kategorie im Jahr 2015 waren Mike Kleiß (schreibt eigentlich übers Joggen), Jan Fleischhauer (schreibt eigentlich über Politik und Gesellschaft) und Sarah Wiener (kocht gerne). Offenbar ist der Druck groß, diese vom Thron zu verdrängen, denn tatsächlich erreicht uns die erste Einsendung für den Titel „King of Wurstseppel 2016“ exakt am 01.06.2016, um 0:00 Uhr, kein Scheiß. Philipp Fritz (schreibt eigentlich über Polen und Berlin-Kram) erklärt darin für die Berliner Zeitung, warum >> Weiterlesen

Gibt es eigentlich noch irgendein anderes Thema für die deutsche Presselandschaft als den aktuellen Marktpreis für die Muttermilch 600 kg schwerer Paarhufer? Ich kann es echt nicht mehr hören! Milchpreis jetzt unter 30 Cent! Milchpreis jetzt unter 25 Cent! Milchpreis jetzt unter 20 Cent, aaah, bitte alle synchron direkt aus dem Fenster springen, in 3…2…1… herrje, was eine Hysterie.

Kälberboxen

Es wird sich empört, wie die Bauern denn davon noch leben sollen, so als wäre der Preissturz die Folge diabolisch agierender Geheimzirkel oder amerikanischer Nachrichtendienste, die es aus purer Bosheit auf deutsche Milchbauern abgesehen haben. Oder besser noch: Die Discounter und die Kunden tragen Schuld an Milchtüten zum Preis von einem halben Liter Mineralwasser.

Dabei ist der mit Abstand wichtigste Grund für den aktuellen Dumpingpreis, dass die Milchbauern schlicht viel zu viel davon produzieren. Der Bauernverband hatte sich nämlich überlegt, dass Russland und China tolle Exportmärkte sind und man deswegen diese lästige Milchquote abschaffen und die Produktion mal so richtig ankurbeln sollte. Deutsche Milchbauern sollten für den Weltmarkt produzieren, weil die deutsche Landwirtschaft ja so >> Weiterlesen

Endlich, ich bin frei!

Ja, Ihr könnt den Suchtrupp wieder zurückrufen, ich wurde nicht von verrückten Wurst-Hanseln entführt und mit Kassler zwangsgefüttert oder so. Warum der letzte Post trotzdem mehr als drei Wochen her ist? Tja, das ist eine lange Geschichte… was wir Veganer gerne geheim halten, ist, dass wir uns durch das lange Ausbleiben von vielen Dutzend Stücken Lebenskraft aus Fleisch und Fruchtzwergen bei Vollmond in furchtbare Kreaturen – die Werganer – verwandeln. Kein Scheiß!

DrFrank

Die blasse Haut verschwindet, anstelle der Mahlzähne wachsen uns Raptoren gleich lange Fangzähne und der Pansen weicht einem raubtierähnlichen Magen mit hochkonzentrierter Säure zum Verdauen mehrerer Buckelwale gleichzeitig. Der Geifer läuft uns aus den Mundwinkeln und wir irren leicht gebückt und mit wirr verdrehten Pupillen umher, verlieren große Teile unsere Artikulierungsfähigkeit und ersetzen alle nicht mehr formulierbaren Begriffe mit einem laut gegrunzten „Fleeeeeeisch!“.

Da setzt der Trieb sich einfach durch, kannste nix machen. Das weiß auch Dr. Gunter Frank im ZDF Mittagsmagazin zu berichten(ab 1:45). Laut ihm gibt es Berichte von veganen Kindergärten, wo die Kinder in den Mülltonnen der Nachbarschaft nach >> Weiterlesen

Liebe AfD-Wähler, wir müssen mal reden. Und ich verspreche, möglichst sachlich zu bleiben. Wie viele meiner FB-Kontakte habe ich vorgestern zuerst verärgert und zornig auf die Wahlergebnisse reagiert. Nachdem nun die Statistiken bekannt sind, empfinde ich eher Verstörung und, ja, ein wenig Mitleid für all die vielen wählenden Bürger, von denen ein großer Anteil offenbar mit viel Euphorie vom Regen in die Traufe springt.

afd trump

Drei Viertel davon, also 18% aller Wähler Die Hälfte (die drei Viertel sind Unsinn) haben die AfD primär als Denkzettel für die Regierung gewählt? Oh je, das ist irgendwie traurig. Ihr habt das Glück, in einer Demokratie zu leben, in der Eure Stimme zählt, und dann werft Ihr sie einfach so weg? Dass man mit der Regierung nachhaltig unzufrieden ist, kann ich ja durchaus nachvollziehen. Hey, ich bin Atheist, Veganer und gegen Internet-Überwachung, da muss man Überschneidungen mit der Politik der großen Koalition schon mit der ganz großen Lupe suchen. Aber auch wenn ich am Karfreitag nicht tanzen gehen darf oder selbst Frau Künast von den Grünen im Wahlkampf wie eine Irre auf Fische einschlägt, so wäre ich nie auf die Idee gekommen, NPD oder Republikaner zu wählen, selbst wenn die mir den Veggieday + Abschaffung aller Kirchenprivilegien versprochen hätten. Es wäre halt ein Protestverhalten, das sich primär gegen mich selbst richtete.

Aus Protest gegen schlechte Politik die AfD zu wählen ist eben irgendwie nicht allzu zielführend. Die größten Wähleranteile holt die vermeintliche Alternative bei Arbeitslosen, gefolgt von Arbeitern – also ausgerechnet der Gruppe, die am meisten unter den von der AfD Sachsen-Anhalt geplanten massiven Senkungen von Hartz IV und Abschaffung des Mindestlohns leiden würden. Auch das geleakte Grundsatzprogramm lässt die Zukunft gerade für Menschen mit geringem oder gar keinem Einkommen noch düsterer erscheinen: Laut diesem müssten Angestellte ihre dann private Arbeitslosenversicherung komplett selbst finanzieren, die für Menschen in unsicheren Beschäftigungsverhältnissen dann mutmaßlich auch noch teurer wäre als für gut verdienende Unternehmensberater oder Banker. Die Abschaffung von Grunderwerbssteuer und Länderfinanzausgleich käme zudem gerade Sachsen-Anhalt teuer zu stehen, laut Bundesfinanzministerium hätte das Bundesland dadurch Einbußen von 750 Millionen Euro zu beklagen. Ist das grotesk? Um der Regierung einen Denkzettel zu verpassen, wählt man Sozialeinschnitte gegen sich selbst. Als würde im Hühnerstall die Partei „Alternative für Habichte“ mit dem Slogan „Freie Jagd für freie Raubvögel – die Stalldächer >> Weiterlesen

Für mehr Schweinefleisch in Kitas! Endlich wieder mehr Gehacktes im Wackelpudding! Wieso immer so unkreativ? Man kann auch Cornflakes mit Fleischwurst garnieren, was ist denn daran so komisch? Das Kind sieht blass aus und jammert? Einfach 2,3 Würste in den Mund und es ist Ruhe!

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Ja, die Schweinebauern in Schleswig-Holstein haben es schon schwer. Irgendwie wollen nicht mehr so viele Leute Schweinefleisch kaufen wie früher, was ja mal sicher nicht auf Tierwohl oder die klimatechnischen Katastrophe Tierhaltung  an sich zurückzuführen ist, oder? Nein nein, der Fehler muss schon irgendwie woanders liegen, immerhin haben Menschen immer schon Schweine geschlachtet. Immer schon! Und immer schon in riesigen Tierfabriken. 60 Millionen allein in Deutschland, seit tausenden von Jahren *räusper*. Diese Megaställe haben nur den winzigen Nachteil, dass in Schleswig-Holstein seit 2001 über 60% der Betriebe schließen mussten.

Aber anstatt einfach nur so viel zu produzieren, wie der Markt hergibt, hat man den wahren Schuldigen gefunden: Kantinen und Kitas, die sich dreist weigern, Schweinefleisch zuzubereiten, ohne das vorher mit CDU und Bauernverband abzusprechen. Das geht natürlich überhaupt nicht! Das Ministerium für Staatssicherheit … ehm Schweinefleischabsatz reißt nun das Steuer herum. Anstatt zu sehr auf Vegetarier, Veganer und Muslime Rücksicht zu nehmen, sollen die Kleinen am besten intravenös mit Wurstsaft versorgt werden.

Jetzt mal ernsthaft – sind die komplett durchgedreht? CDU-Landwirtschaftspolitiker Rickers ist wohl nicht durch Zufall in der Opposition, begründet er diesen kreativen Vorstoß unter anderem damit, für eine gesunde und ausgewogene Ernährung sorgen zu wollen. Indem es wieder mehr Schweinefleisch gibt. Ich mache hier eine Kunstpause, damit die Leser mit einem Funken Ahnung in Ernährungsfragen nun ihren Kopf mehrmals gegen ein Möbelstück ihrer Wahl hämmern >> Weiterlesen

*Ring ring*

JvM: „Jung von Matt Kreativabteilung, mein Name ist Ohnegewissen, guten Tag?“
BvS: „Ja hallo, hier ist Beatrix von Storch von der AfD! Sie müssen mir helfen!“
JvM: „Gerne, worum geht es denn?“
BvS: „Na um die Homos! Die versauen uns die schönen Umfragewerte!“
JvM: „Inwiefern?“
BvS: „Na diese gottlosen Kreaturen wählen uns nicht!“

Beatrix Lestrange
JvM: „Hmmm… ich verstehe. Und das hat nicht zufällig etwas damit zu tun, dass Homosexuelle nicht so genannt werden wollen?“
BvS: „Mmh, nein, unser ganzer Vorstand nennt die so, derartig viele fromme AfDler können nicht irren.“
JvM: „Natürlich nicht. Und was glauben Sie dann, woher die schlechten Werte kommen?“
BvS: „Was weiß denn ich? Wir von der Demo für alle bieten ja jede Hilfe an! Zum Beispiel unterstützen wir ein paar Heiler vom Dingsda-Orden, die aus den Schwulen und Lesben ganz schnell wieder aufrechte Christen machen. Die treiben denen diese Flausen schon aus.“
JvM: „äh, ja. Das ist wirklich furchtbar“
BvS: „Bitte?“
JvM: „…nett von Ihnen.“
BvS: „Ja, ich weiß. Ich bin halt ein guter Mensch. Aber diese undankbaren Tunten sehen ja gar nicht ein, dass sie krank sind. Gerade so, als wäre die Bibel nicht unfehlbar. Haha. Allein der Gedanke! Hahaha! Vollkommen verrückt! HAHAHA“
JvM: „Ja… Frau von Storch, vielleicht…“
BvS: „HALT! Hören Sie das auch?“
JvM: „Nein, was?“
BvS: „Na diese Stimmen!“
JvM: „Nein, ich höre nur >> Weiterlesen

Was glauben die Leute eigentlich, was fürstliche Menüs mir täglich zu verspeisen vergönnt sind? Glaubt man den PNs an mich bzw. den üblichen Kommentaren unter Artikeln zu allgemeiner Wurstkunde, dann ernähre ich mich weitestgehend von Südfrüchten, handgeklöppelten Palmöl-Skulpturen und seltener Galapagos-Zucchini. Mein Essen ist nämlich gar nicht umwelt-, geschweige denn klimaschonend, dazu essen Veganer ja viel zu viel Quinoa, Chia-Samen und Seitan! Und das klingt ja schon wie der Gehörnte persönlich, es muss sich um ein durch und durch böses Lebensmittel handeln, das sich nur in Pentagramm-Form zubereiten lässt.

Sojafeld

Tja, wer das glaubt, der baut sein Weltbild vermutlich auch auf Berichten aus Gala und In-Touch auf, laut denen coole Promis aus Beverly Hills die glücklichsten Menschen des Planeten sind, weil reich und schön und bis obenhin voller Kaviar und Chia-Samen. Realistisch muss man aber feststellen, dass auch bei diesen Leuten keine Rosen aus dem Hintern fliegen, wenn sie auf dem Klo sitzen und man manche von diesen irgendwann an Erbrochenem erstickt auf ihrem Wohnzimmerteppich findet. Und so wie ein nach außen strahlendes Promi-Leben auch zum Teil aus Alltag und Tristesse besteht, so hält vegane Ernährung für die meisten von uns nicht jeden Tag phänomenale neue Zutaten aus Feuerland bereit.

Tief in ihren Herzen wissen viele Leute das natürlich, denn neben dem Vorwurf, dass ein zweiwöchiger Pilotenstreik ja meinen sicheren Hungertod bedeutet, bekomme ich gleichzeitig und manchmal gar von denselben Leuten ständig vorgehalten, mein Essen sei furchtbar langweilig, viel zu salatig und geschmacklich so abwechslungsreich wie eingeweichter Umzugskarton. Ja was denn jetzt? Ist es nun furchtbar langweilig oder aufgrund der extraordinären Zutaten ein reines Wohlstandsphänomen für verweichlichte Großstadt-Memmen?

Manchen Leuten kann man es einfach nie recht machen. Zumal auch Veganer nicht immer eine Kühlbox mit vorbereitetem Proviant dabei haben. Auch wir gehen ab und an in eine Kantine, eine Mensa oder ein Restaurant, wo wir das gleiche Zeug essen wie alle anderen. Nur halt ohne das Fleisch. Und die Sahnesoßen. Und die Joghurtdressings. Ja, man kann sagen, dass wir >> Weiterlesen