Rotkäppchen und der Wolf war gestern, das heute beliebteste Märchen in Deutschland geht so:
Es war einmal eine große, anmutige Auto-Nation. Sie hieß Deutschland, hatte güldenes, im Wind wehendes Haar und war immer mega-erfolgreich, überall beneidet und auf der ganzen Welt für ihre Ingenieurskunst bewundert. Aber dann krochen die fiesen Gnome der Ampel-Regierung aus ihren nach Schwefel riechenden Höhlen und haben die wunderschöne Autonation mit allerlei Regeln, Umwelt-Gedöns und Elektroautos gemein verhext. Jetzt steht es schlecht um die einstmals so holde Nation, das Haar hängt ihr verfilzt in die Stirn, ihr Kleid ist zerknittert und aus Erfolg wurde Misserfolg.
Höchste Zeit also, dass ein paar zünftige Prinzen sich auf den Weg machen, um die hübsche Autonation aus ihrer Not zu retten. Weg mit den fiesen Regeln und dem verfluchten Umweltgedöns, auf dass das güldene Haar wieder strahlen und glänzen möge wie eh und je. Keine Macht den dunklen Künsten der Strom-Motoren, dann wird es endlich wieder bergauf gehen! Ganz bestimmt sogar!
Größter Unterschied zwischen diesem Märchen und Rotkäppchen und der Wolf: Erwachsene Männer mit Dreiteiler und schicker Krawatte auf LinkedIn haben keine Angst vor dem Wolf (vor den dunklen Künsten der Strom-Motoren aber schon).
Auf LinkedIn (und Facebook, Shitter etc.) lese ich nämlich nicht selten sinngemäße Beiträge wie solche:
E-Mobilität ist ja ein niedliches Hobby von Latte Macchiato schlürfenden Hipster-Dödeln in elfenbeinturmigen Großstädten, aber im weniger gefühlsduseligen Rest der Welt, der auf Klima und Umwelt pfeift, wird noch lange, laaaa – hahaaaaange der Verbrenner dominieren. Deswegen sollten deutsche Hersteller lieber in die Produktion von „hochmodernen“ und „sauberen“ Verbrennern investieren, sonst droht dem Land verfilztes Haar und Deindustrialisierung.
Hach, das klingt so stimmig, ich glaube es fast selbst.
Das riesige Problem ist nur: Das einzige, was wirklich einer Märchenwelt entspringt, ist ein Weltmarkt, der sich noch lange mit Verbrennern zufriedengibt, seien sie noch so vermeintlich sauber und modern und Wertarbeit von überpünktlichen Deutschen. Und der ist entscheidend in einem Land, das 77 PROZENT seiner Autoproduktion exportiert und das auch weiter zu tun gedenkt.
Abseits der deutschen Nabelschau hat der Weltmarkt sich von 2017 bis 2024 nämlich wie folgt verändert:
| EU (27) | E-Autos | + 2.100.000 |
| Verbrenner | – 3.500.000 | |
| USA | E-Autos | + 1.300.000 |
| Verbrenner | – 1.050.000 | |
| China | E-Autos | + 10.700.000 |
| Verbrenner | – 11.300.000 | |
| Australien | E-Autos | + 110.000 |
| Verbrenner | – 170.000 | |
| GLOBAL | E-Autos | + 16.300.000 |
| Verbrenner | – 16.800.000 |
In Relation zum Gesamtmarkt sehen die globalen Neuzulassungen pro Jahr übrigens so aus (E-Autos blau, Verbrenner rot):
Aus diesem Chart lassen sich zwei Schlussfolgerungen ziehen:
- Der Markt wird aktuell mit immer noch 78 Prozent stark vom Verbrenner dominiert
- Der globale Markt für Verbrenner schrumpft seit 2018, der Rückgang der absoluten Verkäufe zwischen 2018 und 2024 beträgt 22 Prozent
Viele mögen sich dieses Diagramm ansehen und denken, das große Geld schlummere nach wie vor im Verbrennersektor. Der Gedanke ist auch gar nicht so unplausibel, denn aktuell verkaufen deutsche Autohersteller ja wirklich noch am meisten Verbrenner, die oft auch noch die höchsten Gewinne pro Auto abwerfen. Die große Frage für jedes Unternehmen in jeder Branche mit Technologiewechsel ist jeoch: Wann übersteigt die Nachfrage nach der neuen Technologie die der alten?
Ihr habt ja nicht wie ich BWL studiert (Glückwunsch zur sicherlich deutlich besseren Songauswahl bei Euren Semesterparties), aber kleiner Insider aus der Vorlesung Produktmanagement: Wenn die Dozentin das Wort „Kostensenkung“ sagte, knieten die Studies sich spontan hin, stimmten Gospelgesänge an und preisten den Herrgott. Sagte die Dozentin hingegen „Marktschrumpfung“, zuckten meine Kommilitonen hin und her wie Harry Potter unter dem Cruciatus-Fluch, bekreuzigten sich und gurgelten mit einem Schluck Weihwasser aus der um ihren Hals hängenden Notfall-Feldflasche.
Zumindest habe ich das so in Erinnerung – ich gehe glaube ich doch nicht zum Jahrgangstreffen. Wie auch immer: Schrumpfende Märkte sind aus Unternehmersicht ein entsetzlich großes Pfui-pfui. Selbst ein stagnierender, also nicht mehr wachsender Markt, sorgt für ordentliche Sorgenfalten bei den Verantwortlichen, aber ein schrumpfender Markt ist ein betriebswirtschaftlich leck geschlagenes Schiff. Ein in nur 5 Jahren um 20 Prozent schrumpfender Markt ist eine Titanic.
Einzig sinnvolle Devise: Ab ins Rettungsboot und dann raus da. Zumindest perspektivisch, denn ein Autokonzern lässt sich nicht einfach so von heute auf morgen umstellen und muss den Umstieg ja auch irgendwie finanzieren, solange die E-Autos den deutlich kleineren Teil des Umsatzes ausmachen. Aber dass sich genau das schneller ändern kann, als viele in Deutschland denken, bezeugt die Vielzahl ungläubiger, hämischer Kommentare unter entsprechenden Meldungen, die nur die eher vorsichtigen Studien zitieren, laut denen E-Autos schon in 10 Jahren 60% der weltweiten Verkäufe ausmachen (es kann auch schneller gehen).
„Wer hat die Studie bezahlt?“, „Träumt weiter.“, „Und der Papst heiratet Scheewittchen“ [sic] sind noch die netteren Varianten. geradezu fatal in ihrer Verirrung sind aber Bekundungen wie „Davon träumen die grünen Märchenerzähler!“, „Die Hersteller sind dann pleite“ oder „Klar wenn man den Rest verbietet“. Hier rächt sich dramatisch, wie sehr deutsche Fake-Portale und ehemals seriöse Zeitungen es geschafft haben, dem E-Auto ein scheinbares politisches Label anzuheften und dadurch die Deutschen unwissentlich zu Gegnern ihrer eigenen Industrie gemacht haben. indem sie nun deren wichtige Transformations-Bemühungen torpedieren.
Tatsächlich haben Die Grünen sich schon früh zur E-Mobilität bekannt und diese Antriebsform unterstützt, aber weder das noch ein Verbot auf EU-Ebene haben den weltweiten Siegeszug dieser Technologie zu verantworten. Der Grund ist rein ökonomischer Natur: Ein elektrischer Antrieb verursacht langfristig weniger Kosten pro Kilometer, weil er effizienter und langlebiger ist. Dass politische Entscheiderinnen ihm den Vorzug geben, weil er außerdem noch weniger CO₂-Emissionen verursacht, Menschen weniger Lärm- und Schadstoffemissionen aussetzt und unsere Abhängigkeit von Russland verringert, hat die Markteinführung vermutlich beschleunigt. Aber das allein kann keinen Weltmarkt drehen.
Es ist aber dieser Weltmarkt, der entscheidend ist für eine Branche, die 77 Prozent ihrer Jahresproduktion dort abzusetzen gedenkt. Deutlich entscheidender als die Frage, ob Anita und Erwin sich auch 2034 noch mal einen gebrauchten Diesel zulegen. Das dürfte eine unheilvolle Mischung geben: Millionen Menschen, denen jetzt seit Jahren allerlei vermeintliche Gründe eingeredet wurden (Lithium, Stromerzeugung, Brandgefahr), warum das E-Auto eine Erfindung des Teufels höchstpersönlich gewesen sein muss und die deswegen selbstzufrieden in Facebook-Gruppen mit abenteuerlicher Interpunktion kundtun, auf ewig Diesel fahren zu wollen, um dann viel zu spät festzustellen, dass das dem Rest der Welt recht egal sein dürfte.
Eins der größten Missverständnisse, das in diesem Zusammenhang die Trends verzerrt, dürfte daher kommen, dass unser PKW-Bestand ja wirklich noch absolut von Verbrennern dominiert wird und die E-Autos darin aktuell nur eine kleine Rolle spielen: 96,7% aller in Deutschland herumfahrenden und -stehenden Autos waren am 01.01.2025 Benzin- und Diesel-PKW. Vor diesem Hintergrund mag es wie übertriebene Panikmache wirken, wenn ich das nahende Ende der Verbrenner prophezeie. Sich auf diesem zugegeben hohen Prozentsatz auszuruhen, hat jedoch zwei Schwächen:
- Ein Autohersteller verdient kein Geld mit Autos, die er bereits verkauft hat. Für die Jobs bei den deutschen Autoherstellern und Zuliefererbetrieben ist nur entscheidend, welche Autos dieses Jahr verkauft werden. Damit werden die Gehälter bezahlt.
- Der Bestand aller PKW in Deutschland ist so groß, dass der vollelektrische Anteil selbst dann keinen riesigen Sprung machen würde, wenn alle im Jahr 2025 verkauften Autos bereits Stromer wären. In dem Fall würde der E-Anteil lediglich von 3,3% auf 8,9% steigen. In Branchenkreisen wüsste man natürlich, was für eine radikale Wende hinter diesen scheinbar kleinen, einstelligen Prozentsteigerungen steckt, aber die meisten Menschen dürften sich denken „was, nur 8,9%? Voll wenig, scheint ein Hype zu sein“.
Ich weiß, das Beispiel ist schon allzu oft bemüht worden, aber im Jahr 2008, ein Jahr nach der Markteinführung des iPhones, lag Apples Marktanteil im Markt für Mobiltelefone bei etwa einem Prozent. In den kommenden Jahren verkaufte Apple jedes Jahr doppelt so viele iPhones wie im Jahr davor, ein schwindelerregendes Wachstum also. Dennoch machte das gemessen an ALLEN Handys, die bereits im Umlauf waren, einen kleinen Bruchteil aus. 2013, also 5 Jahre nach der Einführung dürften nur etwa 5 Prozent aller Handy weltweit iPhones gewesen sein.
Im selben Jahr wurden sogar erstmals mehr Smartphones verkauft als herkömmliche Mobiltelefone, trotzdem dürfte der Bestand noch zu drei Vierteln aus den konventionellen Handys von Nokia, Siemens und co. bestanden haben. Es war zu diesem Zeitpunkt also bereits vollkommen klar, dass das Smartphone das Rennen machen würde. dennoch saßen die meisten Leute mit piepigem Telekom-Klingelton in ICEs herum und spielten Snake auf einem kleinen Schwarz-weiß-Display.
Wer aus diesem Umstand im Jahr 2013 abgeleitet hat, dass diese Geräte die langfristig erfolgreicheren sein werden und deswegen im großen Stil Nokia-Aktien kaufte, dürfte viel Geld verloren haben. Eine Wette darauf, dass Verbrennungsmotoren noch lange der lukrativere Exportmarkt sind, könnte uns noch viel teurer zu stehen kommen, denn bereits jetzt wächst der E-Auto-Anteil in den Ländern, in die wir die meisten Autos exportieren, schnell:
Die meisten unserer Exporte landen in anderen europäischen Ländern, in etwa die Hälfte davon lag der Marktanteil reiner E-Autos im ersten Halbjahr 2025 bereits über 20 Prozent. Hinzu kommen wachsende Anteile von Hybrid- und Plugin-Hybrid-Antrieben, so dass der Marktanteil reiner Diesel- und Benzinautos in Europa nur noch 36% ausmachte (im selben Zeitraum).
Der Rest ging mit jeweils gut einer halben Millon Stück nach Amerika und Asien. Die USA boten mit ihrem geringen Anteil reiner Batterie-PKW noch den größten Anlass zur Freude für die Verbrenner-Industrie, allerdings stieg dort insbesondere der Marktanteil der Hybrid-PKW zwischen Quartal 2/2024 und Quartal 02/2025 um 37%.
Im größten Automarkt der Welt, China, brach der Verbrenner-Anteil drastisch ein, er macht jetzt nur noch die Hälfte der Neuverkäufe aus. Dieser Wert liegt auch in Japan (37%) und Südkorea (54%) recht niedrig, weil dort Hybride die Neuzulassungen dominieren. Reine Batterie-PKW sind dort mit 1,3% und 11,2% noch die Ausnahme, allerdings liegen die Zuwachsraten von 2024b zu 2025 bei hohen +27% und +41% (Alle zahlen stammen von hier).
Gut, das sind ja auch die wohlhabendsten Länder der Erde plus China, da mag das E-Auto bald dominieren. Aber was ist denn mit dem großen, armen Rest der Welt, dort wird ja noch ewig Verbrenner gefahren werden, höre ich die Kommentarspalte oft referieren. Abgesehen davon, dass diese binäre Aufteilung der Wekt in westlich und arm nicht mehr der Realität entspricht und die meisten Länder der Erde sich mittlerweile aus extremer Armut befreit haben (hierzu bitte dringend Factfulness von Hans Rosling lesen):
Gerade für arme Länder wird die Antriebswende spannend, je tiefer die Batteriepreise fallen. Aktuell mag ein vollgetankter Jeep im ländlichen Niger zuverlässiger sein als die Suche nach einer Schnellladestation, aber dafür müssen regelmäßig Tankwagen 1000 Kilometer Luftlinie über Straßen unterschiedlicher Qualität zurücklegen. Das ist teuer. Ersatzteile für ein japanisches oder europäisches Getriebe: Teuer. Ein so stark schwankender Preis von Diesel und Benzin, dass er selbst reiche Volskwirtschaften vor Probleme stellt: Teuer.

Eine so starke Abhängigkeit ist für keine Regierung der Welt sonderlich attraktiv. Wenn eine Solarzelle nahe des Äquators dann auch noch bis zu doppelt so viel Strom erzeugt wie in Deutschland und der Verbrennungsmotor in den schnell wachsenden Metropolen zu heftiger Luftverschmutzung führt, bietet der Umstieg auf E-Autos für diese Länder gleich mehrere Vorteile, selbst wenn wir die Klimawirkung komplett ignorieren.
Und so können wir selbst heute schon die ersten Vorboten dieser Entwicklung sehen: Unter den Ländern ohne eigene Auto-Industrie sind die elektrischen Marktanteile unter den Neuzulassungen auf reiche und nicht so reiche Länder verteilt.

Ich hatte diese Statistik schon mal in etwas anderer Optik auf Facebook gepostet und ungläubiges Gelächter geerntet. E-Autos in Nepal und Laos, träumt weiter. Ich kann das sogar ein Stück weit verstehen: Viele Menschen mit westeuropäischem Weltbild teilen die Welt vorschnell nach binärem Schema ein in die umweltbewusste „erste Welt“ hier und da die armen, hungernden Massen überall sonst.
In den 80er und 90er Jahren haben wir es auch genauso beigebracht bekommen. Iss deine Kartoffeln auf, die Kinder in Sonstwo haben nichts zu essen. Das war natürlich auch damals schon himmelschreiend unterkomplex (und kontraproduktiv), aber wenigstens gab es ein paar Kennzahlen wie Kindersterblichkeit, Geburtenrate usw., von denen jemand hätte ablesen können, dass Wohlstand tatsächlich nicht gerecht verteilt war.
Das ist er zwar immer noch nicht, aber in den letzten 30 Jahren hat sich eine Menge getan. Eine Menge (!). Frauen in Laos, Dschibuti und Nepal haben vor 30 Jahren noch 5 Kinder im Schnitt bekommen, heute, nur eine Generation später, sind es 2 bis 2,5. Der Zugang zu Elektrizität ist sehr stark gestiegen, die Kindersterblichkeit ist stark gesunken. Gemessen an anderen Ländern ist das durchschnittliche Einkommen dort immer noch relativ niedrig, aber der Lebensstandard ist offenbar absolut ausreichend, um ein paar Stromtankstellen im Land zu verteilen:


Keine Sorge, auch in relativ armen Ländern gibt es Strom. Insbesondere Afrika hat hier einen geografischen Vorteil, der sich dort aktuell im beginnenden Solar-Boom niederschlägt.
Und auch für die Ländern in der Mitte, die weder sehr reich noch sehr arm sind, gibt es Beispiele für bevölkerungsreicher Länder mit klarem Trend hin zu Batterie-PKW: Zwischen Halbjahr 1/2024 und Halbjahr 1/2025 hatten sie Zuwachsraten von +170% in Indonesien, +130% in der Türkei und +46% in Indien. In Vietnam liegt der Marktanteil aufgrund des vietnamesischen Herstellers Vinfast bereits über 30%. In diesen Ländern leben zusammen 2 Milliarden Menschen, in keinem regieren die Grünen.
Um zum Eingangsstatement zurückzukommen: Nein, E-Mobilität ist KEIN Hobby von Latte Macchiato schlürfenden Hipster-Dödeln in Großstädten, sie ist ein sich zur Zeit beschleunigender globaler Trend ib Städten und ländlichen Gebieten, in reichen und armen Ländern. Wenn die holde, anmutige Auto-Nation weiter anmutig bleiben möchte, wird sie sich darauf einstellen müssen.
Ich kann verstehen, wenn Leute mit Verbrennungsmotoren aufgewachsen sind und deswegen Sound, Fahrverhalten und was auch immer liebgewonnen haben und deswegen ganz persönlich nicht umsteigen wollen. So können Vorstände von Konzernen, derer Kundschaft über die ganze Welt verteilt sind, aber nicht entscheiden und Ministerpräsidenten schon gar nicht.
Wenn diese dem deutschen Auto-Stammtisch hingegen einreden, dass ihre persönlichen Befindlichkeiten wichtiger für das Überleben der Autoindustrie sind als nüchternen Verkaufszahlen, könnte das doppelt schmerzhaft werden. Wer sich zum Autoland Deutschland bekennt, muss den Menschen so früh wie möglich erklären, dass es sich ändern muss, um zu überleben. Nicht wegen des Klimas und nicht wegen fiesen Ideologen, sondern schlicht und einfach weil der Markt das längst entschieden hat.
Ansonsten erhöht er das Risiko, Deutschland zu einem Industriemuseum zu machen.
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Toller Artikel! Danke! Ich war letztes Jahr in Laos. Außerhalb von Städten dominieren Fahrräder und Motorroller das Straßenbild. In den Städten und vor allem in der Hauptstadt Vientiane gibt es dann auch viele PKW. Und tatsächlich habe ich auch einige E-Autos dort gesehen. Natürlich viele chinesische Marken aber auch Teslas. Und in Kambodscha sah das Bild übrigens ähnlich aus. Man darf auch nicht vergessen, dass diese Länder stark von China beeinflusst werden und China hier auch in Infrastruktur investiert. Da in China immer mehr auf E-Mobilität gesetzt wird, hat das natürlich auch Effekte auf Länder wie Laos und Kambodscha.
On Point, besten Dank für das Zusammentragen und der unterhaltsamen Darbietung.
Auf den Punkt gebracht, DANKE!
Als Oec. kann ich dem Text vollinhaltlich nur zustimmen. Spannend wird es sein, was sich Deutschland in Zukunft noch alles ausdenken wird, um möglichst lange den Umstieg hinauszuzögern. Beispiele:
– Ladekartenwirrwar mit > 100 Ladekarten
– App-Wirrwar mit zig Ladeapps in die E-Fahrer von den grossen CPO´s und eMSP´s gezwungen werden
– Das einfachste, gängigste und sicherste Zahlungsmittel zum bezahlen des Ladevorgangs (Girocard, Debitcard, Kreditkarte) wird zum teuersten gemacht (Ad-hoc-laden mit >79 ct./kWh).
– Lobbybedingt „interessiert sich das Kartellamt nicht für diese starke und enge Oligopolisierung des Ladekartells
– Die extra neu gegründete Nationale Leitstelle Infrastruktur ist ein wirkungsloses weil unfähiges Alibi-Konstrukt
– Neue Ladestellen an den Autobahnen dürfen nicht mit Automaten, Shops, Toiletten oder Überdachungen ausgestattet werden, das darf nur T+R
– Das T+R Monopol der BAB-Raststätten über fossile Brennstoffabgabe gilt nun auch für die dortigen Ladesäulen
– Das T+R-Monopol weitet sich mit den bekannten negativen Konsequenzeneines Monopolisten immer mehr auch auf Autohöfe aus (z.B. „Rosis“ gehört schon T+R).
– Neuester Deutschlandtrend: Seit Ende 2024 ist HVO in D erlaubt worden. Man will z.B. zukünftig massenhaft Kunststoffflaschen und -abfälle einsammeln um dies zu verbrennen, um damit dann „umweltfreundliches“ HVO100 herzustellen.
Ziel: Die Dieselflotte soll noch so lange wie irgend möglich in Betrieb gehalten werden.
Ergebnis: Industriemuseum Deutschland
… to be continued
Mein Spruch dazu:
Energie- und Verkehrswende ist kein „grünes Ideologieprojekt“, sondern ein industrieller Transformationsprozess.
Bist du auch so ein Schlafschaf das blind Michael Schmitt hinterher dackelt, warum hat seine Petition nur so viele Zeichner wie er Abonennten hat, kann es sein das 90% der BEV Fahrer sich nicht für seinen perönlichen Kleinkrieg interesieren.
Es ist ganz einfach, in Deutschland gibt es exakt 3 Ladeanbieter Ionity, EnBW und Tesla, so im Schnitt für 0,40€/kWh und gut ist, jeder der ein Amazonkonto hat und dort bestellt kommt damit klar, für alle anderen ist Michis persönlicher Kleinkrieg nur ein weiterer, sinnloser Grund warum BEV nicht funktionieren kann.
Kleines Beispiel aus den letzten Urlaub mitn ID.4 GTX, weCharge für 0,39€/kWh gebucht und sofort gekündigt, Zeitaufwand 30sec.
Im Urlaub über Ionity navigiert, laden startet automatisch über Plug&Charge, nach 3500km in 14 Tagen hatte ich, logischerweise, die Grundgebühr für den Monat wieder drin.
Alles einfach und unkomliziert.
Was Michi da für einen persönlichen Kleinkrieg führt grenzt schon knapp and Reichsbürgertum.
Guter Artikel, stimme den Punkten zu.
Ein kleiner Hinweis zur Bloomberg Graphik: Die Zahlen für Sri Lanka sind mit Vorsicht zu genießen. Die Statistik ist aus 2024, und damals galt in Sri Lanka noch das 2020 verhängte Importverbot für Autos (Devisenmangel nach Covid Pandemie). Da geht es also absolut gesehen um eine sehr kleine Zahl an Autos. Im Jahr 2025 ist der Anteil irgendwo zwischen 10-20% (die Zulassungsstatistiken sind online zu finden). Immer noch nicht schlecht, aber weit entfernt von Nepal.
„… dass diese binäre Aufteilung der Wekt in westlich …“ ==> Welt