Mehr Fleisch – ein Gewinn für Umwelt und Tiere!

So, alle Hefte raus, Klassenarbeit! Neenee, hiergeblieben, sagen wir ein kleiner, nicht versetzungsrelevanter Test: Alle mal die Hand heben, die die Erde für den Mittelpunkt des Universums halten. Ok. Und jetzt mal alle die Hand heben, die das Verspeisen von 50 Milliarden Tieren pro Jahr für eine nachhaltige Idee halten. Oh – ok. Zum Ergebnis: Ihr beiden da vorne geht bitte in eine Sternwarte Eurer Wahl und richtet den Blick auf das Zentrum unserer Galaxie. Und die 50, die enorme Mengen Fleisch für nachhaltig halten, Ihr seid bestimmt mit der Bahn gefahren, ne? Da waren nämlich letzte Woche alle Sitze mit der, äh, Zeitschrift „Meat“ bestückt.

Meatfront

Und wer da mit Schinkenbrot im Mund nur mal unbedarft über das Cover liest, dem brennt sich gleich der beruhigende Slogan „Gut, gesund und nachhaltig: Fleisch gehört dazu!“ ins Gehirn. Was jetzt auch echt kein Vorwurf sein soll, das Ding war nicht schlecht aufgemacht – also mal rein Design-technisch betrachtet haben da wohl einige begabte Illustratoren und Layouter ihre Seele für das mediale Sturmgeschütz der Bauernlobby verkauft. Was mich insofern freut, dass mich jetzt seit Eröffnen dieses Blogs mehrmals der Vorwurf erreichte, ich hielte Fleischesser für doof. Liebe Fleischesser, das tue ich nicht (ernst gemeint), ich war nämlich lange Zeit selbst einer und bin seitdem nicht plötzlich intelligenter geworden. Aber klar, es gibt Leute, die Euch für doof halten. Und für mit großem Abstand am allerdööfsten hält Euch wohl der Bauern-Verband aka die Fleisch-Lobby:

So doof, dass sie Euch keine 5-minütige Internet-Recherche zutraut, die ihre Argumente zerbröseln würde, steht da z.B. wortwörtlich “Vitamin A und Vitamin B12 kommen ausschließlich in tierischen Lebensmittel vor.“ Ja, faktisch soweit korrekt, suggeriert in der Formulierung aber, dass man ausschließlich mit Pflanzen im Futternapf Vitamin A-Mangel bekäme. In Pflanzen befinden sich aber nun mal Carotine (auch Provitamin A genannt), aus denen der Körper Vitamin A bildet. Und zwar so viel, dass er selbst aus Ketchup immer noch doppelt so viel Vitamin A rausholt als z.B. aus Rinderhack. Und B12 wird von Bakterien gebildet, die eben in „schmutzigen“ Milieus zu Hause sind. Da unsere sogenannten „Nutztiere“ eben auch vermehrt klinisch nahezu reines Futter zu fressen bekommen, geht ein Großteil des weltweit produzierten B12 schon seit 2005 in Tiermägen. Also ja, Veganer nehmen synthtisches B12 zu sich. Genau wie Fleischesser 😉

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Oder auch schön: „Wussten Sie, dass die häufig zitierten 16 Kilo  Getreide, die man angeblich für 1Kilo Rindfleisch benötigt, ein Mythos sind? […] Hierzulande bekommen Mastbullen rund 2 Kilo Getreide täglich als Kraftfutterzulage zu Heu und Silage“. Ja, das steht da ernsthaft so drin (Seite 31). Wenn die PR-ler, die das verbrochen haben, zu General Motors wechseln, dann lesen wir demnächst in der „Bleifuß“ Sätze wie „Wussten Sie schon, dass so ein Geländewagen gar keine 22 Liter Benzin verbraucht? In unserem Praxistest sind wir heute in einem Humvee von Berlin Mitte nach Kreuzberg gefahren und siehe da: Gerade mal 3 Liter hat unser kleines Sparwunder verbraucht; trotz 350 Kilo – MG auf dem Dach! Eat this, Umweltfuzzies!“

Gecheckt? Klar isst der Bulle nicht 16 Kilo Getreide am Tag – das wäre ja auch nur dann relevant, wenn er immer exakt so viele Tage alt würde wie er am Ende Kilo essbares Fleisch abwirft. Er steht aber eben wesentlich mehr Tage in seinem dunklen Verschlag als dass diese Rechnung aufginge – je nach Fütterung und Berücksichtigung der Ackerfläche für Gras kommen seriöse Quellen auf 10 – 12 Pflanzenproteine pro Fleischprotein. Die Autorin ist entweder über alle Maßen inkompetent oder versucht schlicht, ganz bewusst zu täuschen.

Und dann kommt natürlich noch diese bequeme Gute-Nacht-Geschichte für moderne Wohlstandskinder, dass das Ganze auch ökologisch vollkommen unproblematisch sei. Weil … *Tusch* Wiederkäuer ja ohnehin Gras fressen! Die Autorin erwähnt da allen Ernstes Yaks, Zebus, Büffel und Antilopen – die in Deutschland bekanntermaßen auf keiner Speisekarte fehlen dürfen. „Sehr geehrte Fahrgäste, darf ich Sie auf unseren gastronomischen Service aufmerksam machen? In unserem Bordbistro gibt es heute Yak-Schnitzel oder Zebu-Gulasch. Für die Umwelt!“. Liebe Meat – „Autoren“: Vielleicht könnt Ihr nächstes Mal noch mal nachschlagen, wie wenig Prozent der Rinder in Deutschland in den Genuss von Weidehaltung kommen. Vermutlich habt Ihr auch diesen mit Theresa-Bäuerlein-Rhetorik unterfütterten Blogeintrag von einem Urköstler gelesen und wie viele andere vor lauter Freude über die ermutigende Message vergessen, den Inhalt einem Realitäts-Check zu unterziehen.

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Dann hättet Ihr alle gemerkt, dass 2% Bio-Rinder in einem Land, dass neben Rindern noch mehrere 100 Millionen Schweine, Hühner, Puten, Enten, Gänse und Fische verzehrt, auf die Gesamtproblematik einen ähnlich großen Effekt haben wie wenn man zum Abwenden einer unausweichlichen Kollision mit einem Betonmischer die Hände vor die Augen hält und schnell noch den Scheibenwischer anstellt. Aber ok, bei dem weltfremden Geschreibsel traue ich Euch auch zu, dass Ihr Hühner und Schweine zum Grasen auf die Wiese stellt. Man verliert vermutlich auch die Orientierung über solche Basics, wenn man alle Tiere ohnehin fern jeder Naturberührung in optisch austauschbaren Fabrikkästen unterbringt.

Man entblödet sich dann auch nicht, nochmal auf die Humusbildung zu verweisen, die auf beweidetem Dauergrünland CO2 bindet und schreibt dazu „Bei Weidetierhaltung sind die Tiere keine Klimakiller“. Ist natürlich kindlich-naives Wunschdenken, das Dauergrünland mag CO2 binden, aber so ein Wald kann das auch recht gut. Kuh-Flatulenzen enthalten dagegen auch noch Methan, dass 25 mal (!) klimaschädlicher ist als CO2. Die Bilanz wäre also sogar dann verheerend, wenn die Weidehaltung tatsächlich das CO2 ausgliche. Was sie nicht mal tut. Vielleicht verwechselt die Autorin hier ja auch schlicht Humus mit Hummus. Denn die Hummus-Bildung, die ist vermutlich wirklich klimaschonend. Und in Kombination mit Oliven und Pitabrot auch noch lecker 🙂

Da es mit der Logik bis jetzt ohnehin nicht so weit her ist bemüht man dann noch diesen diffusen Begriff der Ausgewogenheit, um den Fleischbergen noch einen Gesundheitsanstrich zu verpassen: „Fleisch und Gesundheit – kein Widerspruch […] ausgewogen […] mäßig […] bewusst […] mäßig […] ausgewogen […]“ blablabla. Ist ja schön und gut, dass Meta-Studien einer veganen Ernährung ähnliche gesundheitliche Vorteile einräumen wie einer vegetarischen oder einer mediterranen mit wenig Fleisch. Aber was hat dieser Aspekt in einem Heft zu suchen, dem der Konsum von 80 kg Fleisch / Deutschem & Jahr offenbar zu wenig ist?

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Das sind 220 Gramm pro Tag. Keine Ahnung, was der Bauernverband unter „ausgewogen“ versteht, aber bis in die 50er Jahre hinein war für den Normalbürger pro Woche 1 mal Fleisch und einmal Fisch erschwinglich, sagen wir mal sehr großzügig 500 Gramm pro Woche. Das wäre immer noch nur 1/3 der heute verzehrten Menge (1540 Gramm). Man kann also davon ausgehen, dass der Bauernverband nicht wirklich Interesse an einem ausgewogenen Fleischkonsum in Deutschland hat, würde das ja einen 66%igen (!) Umsatzeinbruch für ihn bedeuten. Die an diese Maßstäbe angelegten Gesundheitstipps kann man sich in diesem Sinne also gepflegt in die Haare schmieren, da solche PR-Lügenblättchen sicher nicht dazu dienen sollen, den Umsatz zu senken.

Hart, oder? Das liegt in der Deutschen Bahn aus. Diesem vorgeblich an der Rettung des Planeten interessierte Konzern, der mir auf die Bahncard „100% ÖKOSTROM“ auf heuchlerischen Blattfasern-Hintergrund druckt. Ich habe bereits der Wikimedia-Foundation vorgeschlagen, diesen Umstand visualisiert als Symbol-Bild in den Artikel für „Greenwashing“ zu setzen. Klar, da ist Kohle geflossen ist, aber selbst als korrupter, halbverbeamteter Bahn-Verantwortlicher für Fahrgästeberieselung kann man ja vielleicht ein Mindestmaß an Anstand wahren?! Das ganze Teil schreit ja förmlich „Ihr seid so doof, dass man Euch auch Zigaretten als Bronchien-reinigend verkaufen könnte“.

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Allein schon die Bewerbung des Produktes mit einem schnöden „Gut“ – wie lahm ist das denn? Hallo, wir haben 2014? Da nennt man das das Werbeobjekt „innovativ“, oder „regional“ oder „fair trade“! Ach so, stimmt… das geht natürlich nicht, wäre ja krass gelogen. Wobei, die Fuzzies haben ja auch „nachhaltig“ und „gesund“ drauf geschrieben, da hätte man auch noch „linksdrehend“ und „mit extra viel Tierliebe“ dazu packen können, ohne dass die Holznase dadurch noch viel länger geworden wäre. Jaja, ich weiß die ganze Marketing-Branche kommt ohnehin in die Hölle, da darf man auch nicht einen Absatz Wahrheit erwarten. Aber „nachhaltig“, seriously? Als würde ich Dixi-Klos mit „Wohlriechend“ und „Edles Material“ anpreisen.

Interessant also, wie die Fleischmogule ihre eigene Kundschaft so einschätzen – nicht nur, dass man dort den Durschnitts-IQ eines Pavians auf LSD vermutet, man scheint auch davon auszugehen, die Konsumenten der eigenen Produkte systematisch belügen zu müssen, um den Umsatz zu sichern. Ja, klar, so ziemlich alle Konzerne schrauben das schlechte Gewissen ihrer Kundschaft künstlich nach unten, aber dieses Ausmaß ist schon einzigartig. Man gewinnt den Eindruck, die Fleischbranche vermutete in den Hosen ihrer Kundschaft anstatt einem echten Paar Eier(-stöcke) nur verschrumpelte Rosinchen, womit diese die Konsequenzen des eigenen Handelns auch nicht im Ansatz erträgt.

Das ganze Heftchen ist voll von lichtdurchfluteten Ställen, in denen Tiere ihr tadellos glänzendes Fell an derart sauberes Stroh schmiegen, dass man eine Herz-OP darin in Erwägung zöge. Keine Tiere in der Scheisse, keine Tiere mit offenen Wunden – nur die Hörner hat man den Kühen auch dort schon ausgebrannt. Der Konsument wird sowieso nicht wissen, dass Kühe eigentlich Hörner haben. Aber bitte keine Fotos vom Ausbrennen, das würde er nicht richtig … emmm … verstehen. Zu viel Wahrheit ist nicht gut, die Leute outen sich dann womöglich nicht mehr in Testosteron-Manier als „überzeugte Fleischesser“ und posten sich virtuell auf die Brust klopfend Steaks in Vegetarierforen.

Für die Produzenten ist Deutschland ein Schachbrett – mit ein paar Königen und 82 Millionen Bauern. Und das sauge ich mir nicht aus den Fingern. Bayerns Agrarminister beklagte sich jüngst mit „Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass sich die Gesellschaft immer mehr in unsere Arbeit einmischt.“ Jau, und was wäre da naheliegender als die Bedingungen für Tiere und Menschen zu verbessern alle Kunden dreist anzulügen, damit die gefälligst wieder mehr Wurst essen? Man müsse „gemeinsam das Image aufpolieren“, empfahl die Zeitschrift Top agrar. „Höchste Zeit, in die Offensive zu gehen und die Imagewerbung zu verstärken.“ Das Ergebnis liegt hier wohl vor mir.

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Fleisch gehört dazu! Irgendwie klingt es fast etwas verzweifelt. So wie ein flehender Appell an die Ex-Freundin, es sich doch noch mal zu überlegen. Ophelia, wir gehören doch zusammen! Fleisch gehört dazu! Liebe Bahn, wollt Ihr das nächste Mal nicht einfach billige, möglichst alte Vegetarierwitze auf Eure Waggons lackieren? Man könnte sich dann zumindest die Ressourcen-aufwändige Produktion dieser Hochglanz-Drucke sparen und nicht auch noch die Poser-Karren der mitwirkenden PR-Berufsheuchler mitfinanzieren. Denn wer immer sich von diesem lächerlichen Machwerk überzeugen lässt, bei dem hätte ein schlichtes „Vegetarier ist indianisch und bedeutet zu doof zum Jagen den gleichen Effekt.

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Nachtrag 04.02.2014:

Es wird noch ein Bißchen abwegiger. Neben der Meat liegt jetzt die Mobil aus, auf dessen Cover der herausragende, sich vegan ernährende Christoph Maria Herbst zu sehen ist. Zuerst dachte ich, das sei so eine „Wir müssen objektiv beide Seiten zu Wort kommen lassen“ – Geschichte. Aber es war wohl einfach Zufall, wie man dann am Interview erkennt:

Meat vs Stromberg

 „Stimmt es, dass Sie sich vegan ernähren? […] Ist das nicht schwierig, vor allem am Set?“. Herbst ist eigentlich gewitzt genug, so etwas zu entgegnen wie „Nee, am Set ist das recht easy, mitten in Köln bekommt man selbst in verfallenen Gewerbegebieten ’ne Portion Spaghetti Napoli. Aber wissen Sie, wo das echt schwierig ist? In der Bahn! Wenn man nicht zwingend ein regelrechter Fan von trockenen Brezeln und Erdnüssen für 3,50 Euro ist kann einen so eine Bahnfahrt von Stuttgart nach Hamburg kulinarisch ziemlich frustrieren.“ Entweder wurde die Antwort vom Interviewer aus Angst vor fristloser Kündigung aus dem Protokoll gestrichen oder Herbst war schlicht höflich genug, diese offensichtliche Absurdität einfach zu übergehen.

Christoph Maria Herbst Interview_bb

Dabei wäre es sein gutes Recht gewesen, in einen kolossalen Lachanfall auszubrechen. Wo wohnen diese Interviewer? Selbst in Castrop-Rauxel hat man die Auswahl aus 3 Asia-Lieferdiensten. In der Bahn hingegen kann man ja nicht mal Chop Suey an den Bahnsteig bestellen, die Lieferanten müssen dann immer die Hälfte wegschmeissen weil die Züge ständig in umgekehrter Reihenfolge ankommen und längst wieder losgefahren sind, bevor der arme Mann am anderen Ende ankommt.

Als würde ein Teilchenphysiker auf der Parkbank neben mir revolutionäre Neuberechnungen zur Planckschen Periode anstellen und dann auf die Vorbereitungsunterlagen zum Führerschein-Idiotentest auf meinem Schoß blicken und fragen „Ist das nicht schwierig?“

28 Gedanken zu “Mehr Fleisch – ein Gewinn für Umwelt und Tiere!

  1. Danke Du rettest jedesmal die Welt,vielleicht schießt sich die Fleischindustrie tatsächlich selbst ins Bein mit solchen Aktionen. Wie du sagst die Fleischesser sind nicht alle dumm.War ja wirklich mal so (vor tausend Jahren zwar)das Rauchen fast als gesund galt.Und richtig gekippt ist das Image erst als die Tabakindustrie die ganzen Milliarden Prozesse geführt hat um ja zu verhindern das Rauchen uncool wird weil es mit Krebs in Verbindung gebracht wird.Warde mal ab was passiert wenn in China die Darmkrebszahlen hochschnellen wie sich die Industrie dann windet.

    Servus Graslutscher

  2. Optisch – spitze!
    Inhaltlich – grandios!

    Der perfekte misch aus informationen, kritik (zum teil in form von zynismus/sarkasmus) und witz;
    wahnsinnig respektabele leistung, einen so durchdachten text zu verfassen und den durch mehr als treffende bilder zu veranschlaulichen! zudem (meiner meinung nach) sehr qualitativ hochwertige argumente! Danke für dein engagement und für die super texte im allgemeinen!

    PS: diese fleischwerbung ist zwar abartig und zutiefst zu missbilligen, ABER dasa schöne daran: es zeigt im grunde nicht mehr als einen kleinen sieg für die vegetarisch/vegane seite! immer wieder kommen nachrichten von kleinen schritten in die richtige richtung (z.b. in NRW haben jetzt, ich glaube 6 tierrechts-schutz-organisationen politisches mitspracherecht (auch präventiv!!)) – die grundsteine für eine bessere welt für mensch und vor allem tier werden gelegt, unter anderem auch dank dir! ganz ganz großen respekt noch einmal – keep up the good work, bro 😛

    • Danke Kami für das ermutigende Feedback!

      Ich war beim schreiben etwas im Zweifel, ob das am Ende zu lang wird. Freut mich um so mehr, wenn es dann gelesen wird.

      Ja, Du hast Recht. Ganz nüchtern betrachtet sind solche Heftchen ein Zeichen, dass der Druck sich wohl erhöht. Das sollte man nicht vergessen 🙂

      Viele Grüße,
      ciao Jan

      • Level 3 erreicht 🙂
        first they ignore you
        then they laugh at you
        then they fight you
        then you win

        In der Tat sind die Texte zu lang, um sie den intelligenteren, aber unwissenden meiner Fleischessfreunden vorzusetzen, die eigentlich sowohl dieser guten Art Humors als auch den harten Fakten ggü eher empfänglich sind.
        Ab und an etwas kurzes/knackiges würde ich sehr begrüßen.

        Was ist eigentlich aus der Veggie-Comedian Idee geworden?
        Schon mal über Poetry-Slam nachgedacht? So als Einstieg.

        Weiter so,
        Vlo

        • Hey Vlo,

          ja, der Text ist länger – aber der ist zur Hälfte eben auch geschrieben, falls sich morgen ein paar Journalisten-Praktikanten in der Süddeutschen überlegen, wieder einen Werbetext mit echten Informationen zu verwechseln, dieses mal eben die Meat. Dann habe ich direkt eine recht vollständige Antwort darauf.

          Kommen aber auch wieder kürzere Sachen 😉

          Tja, für Poetry Slam schreibe ich wohl nicht wirklich poetisch genug. Aber ich schau mal, was mir gelingt.

          VIele Grüße,
          ciao Jan

  3. Danke für diesen großartigen Beitrag! Hat meinen Tag gerettet.
    Dass es solche Zeitschriften überhaupt gibt, zeigt ja irgendwie schon ziemlich viel Verzweiflung. Ich habe generell den Eindruck, dass wir momentan einen sehr großen, entscheidenden Umbruch erleben, einen Paradigmenwechsel, würde ich fast behaupten.

  4. Jup, ich kann mich da nur anschließen. Genial geschrieben. Hoffentlich für die Wurst-Fraktion intellektuell nicht zu hoch angesetzt, aber ein ständiges „Ironiemodus ein/aus“ würde den Artikel wohl eher unleserlich machen 😉 Weiter so, Jan! Macht voll Bock, deine Artikel zu lesen!

  5. Leider zeigt sich auch Christoph Maria Herbst ähnlich wie der allseits gefeierte Herr Hildmann wenig ethisch reflektiert, wenn es um das Thema Veganismus geht – was er auch zumindest implizit als eher extremistische Strömung anzusehen scheint („nicht vor diesen Karren spannen“).
    Auch er ersetzt den einen Egoismus „Fleischgenuss“ mit einem anderen, hier: „Sexyness“ und persönliches Wohlbefinden/Gesundheit.
    dieses sich rein pflanzlich ernähren, das finde ich sexy – und das tut mir auch gut.

    Man kann natürlich auch aus zweifelhaften Beweggründen das Richtige tun, allerdings finde ich es äußerst schade, daß gerade bei vielen „Prominenten“, die sich hierzu öffentlich äußern, das hippe Trendgefühl der Hauptantrieb zu sein scheint, den sie auch entsprechend propagieren.
    Vegan ist in und in aller Munde (sic!), da mache ich jetzt auch mal mit.

    Problematisch kann das insofern sein, wenn der Trend wieder abflaut und eine neue Sau (sic!) durchs Dorf getrieben wird.
    Dann ists schnell vorbei mit vegan leben.

    Ich fürchte, ohne eine zumindest halbwegs vorhandene, auf Überlegungen und Beschäftigung mit der Thematik gründende ethisch-moralische Basis, wird sich kaum eine nachhaltig vegane Lebensweise einstellen.
    Das Ganze verkommt dann zur neuesten Brigitte-Diät.

  6. Ist doch toll sowas denn es zeigt, dass sie uns ernst nehmen und noch besser: sie haben Angst vor uns! Sie haben Angst denn wir sind ein ernst zu nehmender Gegner geworden was wiederum bedeutet, wir werden immer mehr und verändern spürbar etwas! Geil! 😀

  7. Ein wirklich gelungener Kommentar!
    Warum wird für ein Lebensmittel derart geworben? Es ist ja ein Mittel um zu (über) Leben.
    Es wird doch einfach gekauft, so wie es für jeden Einzelnen nötig ist. Wenn ich die Werbung im Fernseher schaue stelle ich fest, dass nur Fleisch und Milchprodukte in höchsten Tönen angepriesen werden, ah da fällt mir ein! noch Kristalzucker. Dieses Millionen-budget kommt durch Leid zustande und fordert noch mehr Leid, beim Tier angefangen, über Futtermittelproduktion, Abfallfleisch für Freihandel, usw…..
    Aber im Kommentar wird klar dargestellt wie sehr die Branche (Hängt ja viel dran) um Umsätze bangt. Eine Industrie kommt ins Wanken, hats schwer mit all den Skandalen.
    Und eines haben sie gut bemerkt „von den Verrückten“ hat es immer mehr!!!

  8. Wie ich auch schon dem Artgenossen sagte: Schmetterling im Bauch, weil so wunderbar provokante und wahre Texte mit einer gewissen Bissigkeit mich ganz verliebt machen, Sex für mein Hirn (nicht für meine Augen, Hallo!, ich bin Veganerin, ich starre jeden Morgen selbstverliebt und verzückt ob meiner Erhabenheit des Bestmensch-ever-seins in den Spiegel!)

    Lange dachte ich, es kann nur einen geben (also, abgesehen von mir, aber ich bin ja weiblich, also wäre da vllt. noch ein bisschen Luft für einen Kerl) – den Artgenossen, der mich so verzückt hat mit seiner Selbstironie und seinem sarkastischen Spott.

    Aber nein, ich muss Platz schaffen für einen zweiten, meine Gedanken beflügelnden Schreiberling, der auf den Punkt bringt, was andere nicht mal zu denken wagen (wollen).

    In der virtuellen Welt verzaubern eure Texte mich, lassen mich lachen und gleichzeit „GENAU!“ schreien.

    Ich bin beileibe keine Aktivistin, eher still und leise (jedenfalls virtuell, live wäre ich für etliche sicher ein Schock) und habe auch nicht vor, eine zu werden, aber ich bin dankbar für euch.

    Und wütend auf euch! Wo wart ihr??? All die Jahre, all die Fleischberge lang, die ich vertilgt habe?? Warum kommt ihr erst jetzt?? Warum habt ihr erst die Verrückten, Militanten und Extremisten auf mich losgelassen, wo es doch so einfach gewesen wäre mit den richtigen Worten!

    Auf jeden Fall:
    Danke

    🙂

  9. Wundervoll und wunderbar, erfrischend lässig auf den Punkt gebracht anregend nachdenklich unterhaltsam! Heute morgen deinen Blog entdeckt, aufgesogen, mit meinem Bruder geteilt und aus dem wechselnden schmunzeln, kritisch zustimmen, lachen und mitaufregen nicht rausgekommen 😀 deine sarkastischen, zynischen und treffenden Texte sind trotz oder auch gerade wegen der Länge und dem Fakt der vielseitigen Anwendung von Ironie kurzweilig und wir konnten uns nicht aus den Fängen deiner Wörter und Sätze befreien 😉 Made my day!!! Danke! Darf ich den Link zu deinem Blog posten?

    Beste Grüße aus der Uni-Bibliothek, deren Ruhe in der vergangenen letzten Stunde ein paarmal durch zwei verrückte loslachende Indianern gestört wurde!

  10. Hi du Lutscher 😀

    Großartiger Artikel! Sehr unterhaltsam und – wenn auch mit teilweise arg starker Rhetorik unterstützt – mit soliden Fakten belegt. Gefällt mir!

    Hast du schon mal drüber nachgedacht deiner Seite n neues Theme zu verpassen? Ich finde deine Texte so nämlich echt schwer lesbar…

    Wie dem auch sei:
    Gut so! Weiter machen!

  11. ich danke dir lutscher,
    der mensch “benutzt” exzessiv und permanent hochsoziale, angst- und schmerz-empfindliche lebewesen. mehrere millionen tiere werden täglich allein in unserem land einer institutionalisierten ausbeutung unterzogen. nicht zuletzt folgt die abartige vernichtung sogenannter “nutztiere” in speziellen tötungsanstalten. die systematisierte unterdrückung funktioniert, weil die mehrheit schweigt, unbekümmert konsumiert, in sich hineinschlingt und skrupellos mitmacht. wir müssen uns entscheiden !!!
    http://campogeno.wordpress.com/2014/01/24/wenn-tierschutzer-tiere-essen/

  12. Genialer Artikel, wie gewohnt… Ich find’s total toll was du machst und leihe mir ,in Ermangelung eigener ironisch-schlagkräftiger Argumente, immer wieder gerne deine aus!
    Danke dafür 😉

  13. Köstlich! Köstlich! und wie Wahr! wie Wahr!

    Habe der Bahn auch einmal eine email geschickt, nachdem Horst Lichter für das „Bordbistro“ gekocht hat. Da wurde auch etwas von nachhaltig und gesund geredet und ich habe denen gleich mal vorgerechnet, wie nachhaltig und gesund das ist. Natürlich kommt auf sowas nie, naja, selten, eine Antwort, aber es nicht zu tun, ist mindestens genauso fahrlässig.

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