Hurra, die Wurstseppel-Saison 2016 ist eröffnet!

Hach Kinder, der Sommer ist endlich da! Was? Ja, natürlich regnet es in Strömen! Ich rede selbstredend nicht vom meteorologischen Sommer, sondern vom Printmedien-Themenloch-Sommerbeginn, der rein zufällig auch auf den ersten Juni datiert ist. Jedes Jahr finden sich insbesondere ab diesem Tag bis Ende August erstaunlich viele Autoren, die entweder in einem Anflug von Größenwahn oder in der Hoffnung auf viele Seitenklicks generierende Kommentarstreitereien irgendwelche schwurbeligen Abgesänge auf vegetarische Ernährung in die Tasten kloppen, als sei ihnen das restliche Jahr dafür nicht warm genug.

Wurstseppel-Award 2016

Es ist ein auf eine kranke Art bezauberndes Schauspiel, wie laut eigenem Bekunden immer auf Qualität achtende Zeitungen und Magazine vollkommen fachfremde Autoren auf offener Bühne eine Sammlung persönlicher Anekdoten mit gefährlichem Halbwissen verrühren lassen, das offenbar am Lektorat vorbeischummeln, um so eine kaum für möglich gehaltene Konzentration an grobem Unfug zu veröffentlichen, über den sich bei jedem anderen Thema das halbe Netz kaputt lachen würde.

Die herausragenden Knallköppe dieser Kategorie im Jahr 2015 waren Mike Kleiß (schreibt eigentlich übers Joggen), Jan Fleischhauer (schreibt eigentlich über Politik und Gesellschaft) und Sarah Wiener (kocht gerne). Offenbar ist der Druck groß, diese vom Thron zu verdrängen, denn tatsächlich erreicht uns die erste Einsendung für den Titel „King of Wurstseppel 2016“ exakt am 01.06.2016, um 0:00 Uhr, kein Scheiß. Philipp Fritz (schreibt eigentlich über Polen und Berlin-Kram) erklärt darin für die Berliner Zeitung, warum Vegetarier und Veganer angeblich falsche Moralisten sind – zumindest behauptet die Überschrift das großspurig.

Tatsächlich geht es in dem Text dann aber wie so oft gar nicht um Moral, sondern um eine Art persönliches eingebildetes Trauma mit Veganern, das der Autor unbeholfen in einem offiziellen Kommentar zu verarbeiten versucht, anstatt einfach eine Therapie zu machen. In diesem Fall war Philipp Fritz laut eigener Aussage mit einem Freund zu einer Rucksacktour durch Osteuropa aufgebrochen, kennt selbigen Freund aber so verdammt schlecht, dass dessen vegane Ernährung wohl irgendwie an ihm vorbeigegangen ist, was zu peinlichen Situationen beim gemeinsamen Abendessen mit georgischen Verwandten führte. Der aaaarme Philipp, butzi butzi… das Leben kann manchmal echt gemein sein. Nächste Woche lesen wir dann, wie Philipp seinen Kumpel Kalle ins Kino einlädt, dort dann nach fünf Jahren Freundschaft total überraschend herausfindet, dass Kalle blind ist und den ganzen Film über peinlich fragt, was gerade passiert.

Das mit der georgischen Familie hat Philipp jedenfalls so nachhaltig geärgert, dass er der Welt nun beweisen muss, wie doof Vegetarier ganz prinzipiell sind. Leider klappt das mit der Recherche trotz Journalismus-Studium nur suboptimal, sodass der Leser sich durch einen grotesken Wust aus Fehlschlüssen und frei erfundenem Wunschdenken quälen muss, an dessen Ende einem das Drehbuch zu Sharknado 2 doch nicht mehr so unplausibel erscheint wie damals im Kino:

Philipp zu Ideologien_med

Erklärung 1: Vegetarismus ist laut seiner Kollegin Rebecca Erken eine „gute Ideologie“ (die das Wort aber gar nicht benutzt). Dem britischen Literaturtheoretiker Terry Eagleton zufolge wird „Ideologie“ heute aber weitgehend negativ definiert, weil den meisten Menschen dazu primär Kommunisten oder Islamisten einfallen. Ergo sind Vegetarier wie Islamisten. Ende der Erklärung, eine Kausalkette wie aus einem LSD-Trip. Kann ich auch: Hey, mein Kumpel Rolf hat neulich gesagt, Fleischesser wären oft blass. Finnen trinken viel Alkohol und sind auch oft blass. Ein Schelm, wer es wagt, Fleischessern ein Alkoholproblem zu unterstellen, oder? Na? Naaa?

Lieber Philipp, eine Ideologie ist erst mal nur eine Weltanschauung. Der Umstand, dass es auch schlechte Ideologien gibt, lässt nicht den Rückschluss zu, dass alle Anhänger von Ideologien wie Islamisten sind. Eine recht verbreitete Ideologie ist zum Beispiel der Sozialismus, sind Sozialisten in Deinen Augen also auch alles verkappte Islamisten? Eine andere Ideologie ist der Karnismus, dessen Anhänger das willkürliche Töten empfindungsfähiger Tiere für vertretbar halten. Oh, bist Du am Ende selbst Anhänger einer Ideologie? Nicht auszudenken…

Erklärung 2:

<<Vegetarier sind dünnhäutig und veranstalten im Netz Shitstorms wie die Pegida-Anhänger.  Kritik an einem vegetarischen Lebensstill, ist immer auch Kritik an einer Person und am großen Ganzen, denn jeder Vegetarier glaubt, mit seinem Verhalten mache er die Welt ein Stück besser >>

Ok, Philipp hat im Netz weder mit Pegida-Personal noch mit Vegetariern diskutiert, sonst wäre ihm die unfreiwillige Komik seiner Behauptung aufgefallen. Tatsächlich projizieren viele Menschen eine noch so neutral formulierte Kritik an Fleischproduktion auf sich selbst und reagieren sehr emotional auf vollkommen nüchtern hervorgebrachten Fakten zu Tierleid oder Umweltauswirkungen. Klar, auch bei der veganen Fraktion gibt es Schreihälse, die auf jede Provokation hin explodieren und alles mit wüsten Beleidigungen zuspammen, aber das persönliche Beleidigtsein, weil das eigene Selbstbild aufgrund neuer Informationen nicht mehr mit der Realität in Einklang zu bringen ist, das ist eher ein omnivores Muster.

Der Pegida-Vorwurf ist ähnlich absurd, sind die Argumente der Pegida-Anhängerschaft ja nun mal eine Ansammlung vollkommen ignoranten Unsinns, die irgendwie deutlich stärker an Philipp Fritz‘ vor Unwissenheit strotzenden Kommentar erinnern als an die rational erklärbaren, mit Quellen belegbaren Beweggründe für eine fleischfreie Ernährung (Tierleid, Klimaschutz, Gesundheit, Ernährungsgerechtigkeit). Zudem geht die Pegida gegen eine nicht existierende Islamisierung auf die Straße, während Philipp Zeitungen mit Warnungen vor einem nicht existenten Veggie-Islamismus vollschreibt. Ein Schelm, wer beides vergleichen würde 😉

Erklärung 3:

<< Es lässt sich nämlich durchaus darüber streiten, ob der Verzicht auf Fleisch der Umwelt wirklich weniger schadet. Sicher, Massentierhaltung ist ein großes Übel, aber was ist mit Freilandhaltung, mit kleinen Betrieben? Mais und Soja etwa werden meistens in Monokulturen angebaut, riesige Anbauflächen werden dabei zerstört, Insekten und anderem Getier wird konsequent der Lebensraum genommen. >>

Wer hätte das gedacht, der Autor hat von ökologischen Zusammenhängen und globalisierter Landwirtschaft noch weniger Ahnung als von … allem anderen. Philipp, schreib doch nächste Woche wieder darüber, warum Du Jan Böhmermann blöd findest oder was Deine knallharte Recherche zum Grillgut Berliner Hipster so ergeben hat, ich habe mich selten so fremdgeschämt wie beim Lesen dieser sechs Zeilen. Ich mache notgedrungen mal den Erklärbär: Freilandhaltung ist einfach nur ein Label für Eier von Hühnern, die irgendwo am Ende des Stalls eine Öffnung haben, durch die sie theoretisch in den begrenzten Außenbereich gelangten, wenn sie denn an den anderen Tausenden von Hühnern vorbeikommen. Der Umwelt bringt das genau gar nichts, entsteht bei der ganzen Nummer genau so viel Treibhausgas und Gülle wie wenn man die Tiere einfach sechs Wochen in Käfige sperrt, bis sie schlachtreif sind.

Und ja, für Mais und Soja werden riesige Monokulturen auf ehemaligen Regenwaldgebieten angelegt mit all den von Dir genannten Konsequenzen. Weißt Du auch, wieso? Damit Leute wie Du Fleisch essen können, für das man pro Kilo jeweils mehrere Kilo Pflanzen aufbringen muss. Du führst hier Dein geballtes Unwissen wie eine Monstranz der Verblödung vor Dir her, schreibst da allen Ernstes noch „face the facts“ dazu und erklärst, dass Veggie-Maisschnitzel halt nicht aus Berliner Urban-Garding-Anlagen stammen. Hey, Einstein, ich esse auch nie Maisschnitzel! Generell sind Maisschnitzel nicht gerade der Renner unter den Fleischersatz-Alternativen, sondern eher Seitan, Soja vom Bodensee oder Lupinen (Wie Du Hirbel ja selbst im Grillreport festgestellt hast). Für Tierfleisch importieren wir aber allein Soja aus Südamerika, dessen Anbaufläche der Größe von Rheinland-Pfalz entspricht. Denkst Du ernsthaft, das Tierfutter für die von Dir gegessenen Wesen stamme aus Berliner Urban-Gardening-Anlagen? Face the facts, Alter…

RegenwaldSoja_med

Wir fassen zusammen: Wer einer Ideologie anhängt, so schlecht wie Pegida diskutiert und mit seinem Verhalten die Umwelt zerstört, der ist ein falscher Moralist. Womit der Autor sich wider besseres Wissen selbst die Moral abspricht. Herzlichen Glückwunsch, manche Menschen schießen sich selbst in den Fuß, andere schreiben sich selbst zerlegende Texte.

Ach ja, in Fritz‘ verquerer Logik sind Veganer selbstverständlich auch Menschenfeinde, denn das Tier ist ihnen näher als der Gastarbeiter in spanischen Gewächshäusern oder schlecht entlohnte Veganz-Mitarbeiter. Bebildert wird diese Behauptung dann absurderweise mit einer Tierrechts-Demo, auf der ein Teilnehmer das auf solchen Demos oft gesehene Motto „Animal Liberation, Human Liberation“ prominent auf der Fahne stehen hat – kann dem Mann mit angeblich abgeschlossenem Studium das vielleicht mal jemand übersetzen? Tatsächlich wird gerade in der veganen Szene auch der Kampf gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Homophobie unterstützt, während dies bei der Jahresversammlung der Metzgerei-Innung eher nicht so ein Riesen-Thema ist.

Hey, Du Georgien-Profi, war das nicht zufällig in Tiflis, wo vor zwei Tagen ein veganes Café von rechtsextremen Nationalisten angegriffen wurde und die Besucher mit Fleisch und Würsten beworfen wurden, weil dieses Café sich offen für die Rechte von Homo- und Transsexuellen ausspricht? Das ist dann doch weit eher Zivilisationsverweigerung, als wenn Dein Kumpel dankend ablehnt, wenn es Schaschlik gibt, oder? Apropos Tiflis: 84% der Georgier gehören der orthodoxen Kirche an, die an recht vielen Tagen großen Wert auf das Fasten ganz ohne tierische Produkte legt. Ob die Gastgeber das Ernährungskonzept des Veganers also derart abwegig fanden wie der mit der georgischen Kultur offenbar nicht allzu vertraute Schreiber, darf bezweifelt werden.

Vielleicht läse sich der Text ja auch nicht ganz so borniert, wenn der Autor sich mal über die katastrophalen Bedingungen von Niedriglohn-Arbeitern in Zerlegebetrieben oder Mastanlagen informierte, sich mit dem Gedanken vertraut machte, dass Tomaten in spanischen Gewächshäusern nicht ausnahmslos von Veganern verzehrt werden und dass gerade Veganer für dieses Thema ziemlich gut sensibilisiert sind. Am Ende könnte man zu dem Schluss gelangen, dass Fleischesser sich leider auch nicht sonderlich um die Arbeitsbedingungen schlecht bezahlter Menschen scheren. Aber das wäre zu viel verlangt für einen Typen, der offenbar zu einer Art Guinessbuch-Rekordversuch angetreten ist, gänzlich ohne Recherche oder Fachkompetenz einen Artikel zu einem aktuellen Thema zu schreiben.

Tierrechtsdemo

Philipp Fritz ärgert sich nämlich anschließend über die enorme Arroganz und Selbstüberschätzung der Vegetarier, die ihrem Verhalten doch tatsächlich eine Relevanz über die eigene Küche hinaus beimessen. Lustigerweise entspringt dieses Statement der Arroganz, der Selbstüberschätzung und der Ignoranz des Autors, der nicht weiß, wie extrem klimaschädlich Tierprodukte sind, der nicht weiß, dass Tierprodukte einen Einfluss auf die globale Ernährungssituation haben, der nicht weiß, dass industrialisierte Tierhaltung das Entstehen antibiotikaresistenter Erreger begünstigt und der das Töten von jährlich 60 Milliarden schmerzempfindsamen Lebewesen weltweit in seinem nur auf sich selbst bezogenen Mini-Universum für nicht relevant hält. Selbst Recep Erdoğan dürfte spontan einen Text mit mehr Selbstreflektion hinbekommen.

Auch schön: Einer allein kann sowieso nichts ändern, aber wenn viele zusammen was ändern, dann ist das postkoloniale westliche Arroganz, weil Schwellenländer ja jetzt auch mal ganz viel Fleisch essen wollen, nachdem der Westen jahrelang welches gegessen hat. Klingt irgendwie, als hätte Philipp Fritz ganz schön Angst um sein Schnitzel und schiebt jetzt Schwellenländer vor, die natürlich alle so viel Fleisch essen wollen wie die Deutschen. Schon bizarr, wenn ausgerechnet der Mann, der allen anderen westliche Arroganz vorwirft, davon ausgeht, dass alle Welt westliche Ernährungsgewohnheiten und Diabetes-Quoten adaptieren will und dafür zur Not den Klimawandel in Kauf nimmt, unter dem die meisten Schwellenländer weit mehr leiden werden als wir im reichen Westen.

Ferner ist Vegetarismus im Verständnis des Autors total überschätzt, weil andere Dinge wie Kriege im nahen Osten, Robotik und Biotechnologie die Welt viel schneller verändern. Das kann man aber auch nur behaupten, wenn man massive Verständnisprobleme hinsichtlich der Auswirkungen des Klimawandels hat, der diesen Planeten weitaus massiver und nachhaltiger verändern wird als alle weltweit stattfindenden Kriege zusammen. Aber egal, für eine billige Ausrede reicht das vermutlich: „Ja, ich esse billiges Terror-Huhn vom Lidl! Der Motorblock bei Opel wird ja auch von einem Roboter zusammengesetzt, ist Dir das nicht klar?“ Es sitzen Leute in der Geschlossenen für weniger.

Wow, und das war nur der Fleischi-Quatsch vom  ersten Juni! Wir sollten eine Skala ins Leben rufen, die Wurstseppel-Bullshit-Skala, und schauen, wer am Ende des Jahres auf Platz 1 steht. Und auch wenn man am Anfang der Saison nicht zu weit vorgreifen soll: Eine solche absurde, fehlinformierte und weinerliche Abhandlung über ein Thema, dem der limitierte Denkapparat des Autors auch nicht ansatzweise gewachsen war, ist mir lange nicht mehr untergekommen. Das Ganze mutet an wie ein artikelgewordener, mit dem Fuß auf den Boden stampfender „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“-Facebook-Kommentar voller Ausrufungszeichen, in den ein abrundendes „Wir sind das Wurst-Volk!“ noch gut reingepasst hätte.

Philipp „Egal, wie man sich ernährt, irgendjemand hat das Nachsehen“ Fritz hat überhaupt nichts begriffen. Grundlegende Zusammenhänge zu schädlichen Umweltauswirkungen kapiert er nicht ansatzweise. Er weiß nicht, wie unser Essen wo hergestellt wird und welche Konsequenzen das hat. Die Problematik um Veredelungsverluste und damit die schlechte Effizienz bei der Herstellung tierischer Nahrungsmittel ist ihm nicht bekannt oder er verschweigt sie wissentlich. Er kennt weder die politischen Schwerpunkte der veganen Bewegung noch ihre Ziele und Forderungen. Er bezichtigt Vegetarier, falsche Moralisten zu sein, hat aber nicht ansatzweise geschnallt, warum ethisch motivierte Vegetarier überhaupt auf Fleisch verzichten und kann das daher auch nicht wirklich bewerten.

Ein überforderter Mann, der die Welt nicht verstanden hat, und trotzdem versucht, sie uns zu erklären. Und all das nur, weil sein Kumpel kein Schaschlik essen wollte.

 

 

 

11 Gedanken zu “Hurra, die Wurstseppel-Saison 2016 ist eröffnet!

  1. Jan, ich liebe Deine Artikel. Sie haben bestimmt schon Tausende Vegane*innen davor bewahrt, in kreischenden Wahnsinn zu verfallen. Danke. 🙂

  2. Hab den Artikel zwar nicht gelesen, um den es geht, aber das braucht man nach deiner Replik auch nicht – sooo geil geschrieben!

  3. Mal wieder vom Feinsten, lieber Graslutscher! Wann bekommst du endlich eine eigene Kolumne in einer vernünftigen Zeitung? (es fällt mir zwar grad keine ein, aber…)

    Ich unterstütze die Idee der WS-Hitliste! Oder eine DSDS-Serie (Deutsche Spinner denken selten).. ach nee, die gibt´s ja schon.
    Über „Klein Fritzchen“ konnte man ja wenigstens noch lachen, aber „Groß Fritzchen“ lädt mehr zum Weinen ein. Vielleicht wird er von Bayer gesponsert – nach dem Lesen seines Artikels haut man sich so lange entweder die Hand an den Kopf oder selbigen an die nächstbeste Wand/Tischplatte, dass der bundesweite Verbrauch an Aspirin sicherlich neue Rekordwerte erreicht.. Wie kann man heutzutage immer noch ernsthaft denken, dass Regenwälder für Veganer abgeholzt werden??? Das kann ich ihm nicht abnehmen. Das wäre so, als ob tatsächlich noch jemand glaubt, dass man vom Onanieren Rückenmarkschwund bekommt oder beim Schielen die Augen stehen bleiben, wenn der Wind sich dreht…
    Inzwischen bin ich allerdings fast überzeugt, dass die Fähigkeit zur Selbstkritik oder auch nur zum Erstellen logischer Schlüsse in gewissem Verhältnis zur verzehrten Masse tierlicher Produkte steht. Wie viele Veganer geben eigentlich derart hanebüchenen Unfug in der Öffentlichkeit von sich?? Jemand?? IRGENDJEMAND??
    Manchmal möchte man einfach nur die Decke übern Kopp ziehen…

  4. Ach Herrje … jetzt dürfen schon gefühlt 16 Jährige Internettrolle in die Zeitung kritzeln … da wäre man ja als Vegetarier fast versucht, „Lügenpresse“ zu brüllen … vielleicht ist der Kommentar aber auch gar nicht so doof, und der Autor wollte genau dies erreichen … deswegen geh ich jetzt auch lieber mal eben in den Keller zum lachen … so wie alle Vegetarier / Veganer …

  5. sie essen und sehen ein stück lebensqualität, eine leckere wohltat auf dem teller. in ihrem kopf verwandelt sich ein stück totes tier in ein stück fleisch, das nicht mehr einem lebewesen ähnelt. für sie ist tiere essen völlig normal, das hat man schliesslich immer so gemacht, es ist gesund und nahrhaft. immer mehr beruhigen ihr gewissen mit bio-fleisch.

    ist ein veganer anwesend funktioniert das verdrängen nicht mehr und fleischesser fangen an, sich zu rechtfertigen. viele sind ignorant oder aggressiv, andere reagieren mit wut, abwertung, spott oder hass. nicht auf sich selbst, sondern auf die veganer, weil veganer zerstörung und tod sehen. veganer haben eine moral, die über das private hinausreicht, ihnen geht es um die grossen zusammenhänge in der welt, um umweltzerstörung, klimawandel, massentierhaltung und auch gesundheit.

    die agression der fleischesser rührt daher, dass der veganer sich moralisch über den fleischesser stellt. fleischesser wollen mit gutem gewissen ihr positives selbstbild schützen. veganer möchten, dass fleischesser sich schuldig fühlen, weil ihnen die welt, das klima und die tiere scheissegal sind. veganer aber wollen die welt retten. wer fleisch isst tötet die welt, tötet tiere und am ende sich selbst. man muss solche vorwürfe noch nicht einmal äussern, die blosse anwesenheit eines veganers reicht schon aus.

  6. AUA… hab grade den Originalartikel gelesen, über den hier geschrieben wird… Hätte ich nicht tun sollen. Ich versuche grade zu entscheiden, ob ich anfangen soll, hysterisch zu lachen oder ob ich doch lieber meine Falafel gegen die Wand pfeffern soll. Ich glaube ich entscheide mich für ersteres, ich hab nämlich Hunger ?

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