Fossil-Professor erklärt in der BILD Sonnenschein zum Feind deutscher Steuerzahler

Energie-Wahnsinn! Teuer-Strom! Steuerzahler müssen Sonnenschein fürchten!

Was hier klingt wie ein spärlich bekleideter Jesus-Freak in der Fußgängerzone, der von der Apokalypse krakeelt, ist nur das gewohnt übernervöse Energiewende-Bashing aus dem Springer-Verlag. Trotz dieser unfassbar albernen Wortwahl und den peinlichen Fehlern hat sich ein gewisser Hochschulprofessor, Manuel Frondel, dazu bereiterklärt, seinen Namen dafür herzugeben. Warum?


Nun ja, das Jahr 2025 muss eine schwere Prüfung für Energiewende-Hater sein. Die globalen Solar-Ausbauzahlen brechen Rekord nach Rekord, die Elektrifizierung nimmt in Asien ordentlich an Fahrt auf, der Ölverbrauch in China wird schon bald sinken und der CO2-Ausstoß sank in den letzten 12 Monaten bereits (trotz eines gestiegenen Energiebedarfs). Predigten von Hans-Werner Sinn, laut dem fossile Brennstoffe ja bis in alle Ewigkeit einfach irgendwo anders hinverkauft werden können, wenn Deutschland davon weniger verbraucht, entpuppen sich als substanzloses Gefasel.

Um das irgendwie zu verarbeiten schimpft Manuel Frondel sich immer wieder mal in der BILD-„Zeitung“ in Rage. Dass seine Aussagen dazu zwischen Busen-Skandalen und schlüpfrigen Witzchen abgedruckt werden, nimmt er offenbar hin. Findet sich einfach keine seriöse Zeitung, um die vielen fehlerhaften Behauptungen kritiklos durchzuwinken? Hoffen wir es.

Surprise: Für Rechenfehler bekannter Professor verrechnet sich

Im Text vom 28.08.2025 regt er sich maßlos über negative Strompreise auf und jazzt sie zu einem riesigen Problem hoch, dabei spielen sie in der Gesamtbetrachtung kaum eine Rolle. Die deutsche Stromproduktion verliert durch sie gerade mal etwa 1 Prozent ihres Gesamtwertes. Er wird hingegen so zitiert:

Die Differenz zwischen negativem Strompreis und der garantierten Vergütung zahlt der Steuerzahler! Frondel: „Im Jahr 2024 waren das 18,5 Milliarden Euro. Tendenz steigend!“

Diese Zahl ist natürlich viel zu hoch. Die 18,5 Milliarden € entsprechen tatsächlich der GESAMTEN (!) EEG-Förderung für alle Wind- und Solaranlagen im Jahr 2024, unabhängig ob der Preis negativ war oder nicht. Das läuft so: Soblad der Strom an der Börse weniger wert ist als der Mindestpreis, der für Wind- und Solar-Anlagen mal festgelegt wurde, dann bekommen die Betreiber den fehlenden Betrag von uns. Bis 2022 war das die sogenannte EEG-Umlage (ein Teil unseres Strompreises). Seit 2023 wird er über Steuern finanziert.

All diese Ausgleichszahlungen für das gesamte Jahr 2024 (!) beliefen sich nun auf 18,5 Milliarden. Negative Strompreise sind aber immer noch die Ausnahme, im Jahr 2024 traten sie in immerhin 380 von 8784 Stunden auf, aber auch das sind nur 4,3% des gesamten Jahres. Frondel übertreibt hier also maßlos, er rechnet diesen wenigen Stunden die gesamte EEG-Förderung des Jahres zu.

Das ist übrigens nicht das erste mal, dass er mit kruden Rechnungen Schlagzeilen produziert. Im Jahr wurde er von der BILD damit zitiert, dass die Regierungspläne für die Wärmewende eine Billion € kosten würden. Eine vollkommen an den Haaren herbeigezogene Zahl, die er erst auf Nachfrage hin dementierte. Ob dieses lahme Dementi die zu dem Zeitpunkt bereits unter Volldampf laufende Kampagne von BILD, Berliner Zeitung und anderen verantwortungslosen Medienhäusern wieder korrigieren konnte, darf bezweifelt werden. Oopsie, ein paar Millionen Menschen desinformiert, ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Sehe nur ich gewisse Parallelen zum neuesten bekloppten Aufmacher?

Ganz genereller Tipp für die Orientierung in diesen komplizierten Themen: Wer auf Vokabeln wie „verramschter Strom“, „Öko-Diktatur“ und „Strommüll“ zurückgreifen muss, hat in der Regel eine Agenda (Frondels Verbindungen zur internationalen Klimaleugner-Szene überraschen da nicht). Dennoch würde ich auch von einem Lobbyisten erwarten, sich weniger plump auszudrücken, kultiviert er seine persönliche Abneigung gegen Photovoltaik etwas sehr offensichtlich:

Negative Strompreise sind die Folge von hohen Überschüssen an Solarstrom.“

Nein, negative Strompreise sind die Folge eines hohen Angebots bei geringerer Nachfrage, woher ist erst mal egal. Die Überschüsse können aus Solarstrom stammen, aber auch aus Windstrom oder sogar aus durchgängig betriebenen Atomkraftwerken in Kombination mit Erneuerbaren. So lag der deutsche Börsenstrompreis am 22.12.2024 in den frühen Morgenstunden um 4:30 Uhr bei minus 20 Cent pro Kilowattstunde. Dass das null mit Solarstrom zu tun hat, sollte allen Menschen klar sein, die mitten in der Nacht im Dezember auf die Verwendung von Sonnencreme verzichten.

Es geht aber noch absurder:

Deshalb muss zusätzliche Nachfrage im Ausland geschaffen werden: Länder wie die Niederlande oder die Schweiz nehmen uns den überschüssigen Strom gegen Geld ab.“

An dieser steilen Behauptung merkt man, wie lange Prof. Frondel sich schon nicht mehr mit aktuellen Daten beschäftigt hat, denn die Niederlande haben Deutschland schon vor 3 Jahren bei der Solarstromerzeugung pro Einwohner überholt und liegen heute weit vor uns. Es gibt dort naheliegenderweise auch mehr Stunden mit negativen Strompreisen als bei uns.

Gibt es bei uns hohe Solarüberschüsse, ist das aufgrund der geografischen Nähe also sehr oft auch zeitgleich in den Niederlanden der Fall. Selbst bei hoher Solareinspeisung und negativen Preisen in Deutschland sind die Preise in den Niederlanden nicht selten noch mal einen Tick niedriger und wir kaufen dort den NOCH günstigeren Strom ein – also das genaue Gegenteil von dem, was er da behauptet. Ja, es gibt auch Tage, an denen die Niederlande bei uns Strom günstiger als 0 €/MWh kaufen, aber genau dafür ist das europäische Verbundnetz ja da, zur Kooperation unter Partnern.

Negative Strompreise sind im Ausland noch häufiger als in Deutschland

Selbst die Schweiz mit ihrem hohen Anteil gut steuerbarer Speicherwasserkraftwerke ist davor nicht gefeit: Am 15.06.2025 lag der Strompreis in der Schweiz um 13 Uhr bei minus 5 Eur/MWh, die Schweizer Kraftwerksbetreiber mussten den Kunden also Geld zahlen, damit diese ihren Strom abnehmen. Satte 1,2 Gigawatt flossen zu der Zeit nach Deutschland. Wir haben den Schweizern zu dieser Zeit also genug elektrische Leistung abgekauft, um damit eine Menge Deloreans 30 Jahre in die Vergangenheit zu schicken und dafür auch noch Geld von der Schweiz bekomen, hahaha. Nun zugegeben, das wird umgekehrt deutlich häufiger der Fall sein, aber in der Bild klingt das ja, als sei es eine rein deutsche Besonderheit. Ist es nicht.

Das ist überhaupt der größte Schwachpunkt an Frondels Ausführungen: Sie klingen, als trage der Mann nationale Scheuklappen und blicke nicht einmal über den deutschen Tellerrand hinaus. Vergleicht man das Phänomen der negativen Preisen nämlich mit dem Ausland, merkt man schnell, dass das alles andere als eine deutsche Besonderheit ist:

Was stimmt: Die Stunden mit negtaiven Preisen werden mehr. Fürs erste Halbjahr 2025 lag ihr Anteil in Deutschland schon bei 8,1%, das ist schon ordentlich und etwa das doppelte des Vorjahres. Und in den anderen Ländern? Der Anteil lag in den Niederlanden bei 9,2%, in Spanien bei 9% und auch Schweden (7,9%), Frankreich (7,5%) und Finnland (7,3%) stehen vor den gleichen Herausforderungen wie Deutschland.

Häufigkeit negativer Strompreise in Europa, Quelle: IEA, Electricity Mid-Year Update 2025, Link, License: CC BY 4.0

Außerhalb der EU sind das übrigens erst recht keine Spitzenwerte, Südaustralien liegt bei 23%, Südkalifornien bei 20% und West Texas bei 11%.

Ob Zeitungen und Hochschulprofessoren in Frankreich, Spanien, den USA oder Australien sich ähnlich entblöden und von Energie-Wahnsinn, „Teuer-Strom“ (was für ein dummes Wort) faseln und den Steuerzahlern einreden, sie müssten jetzt den Sonnenschein fürchten, hatte ich keine Lust zu recherchieren. Ich vermute aber, dass die esoterische German Angst vor neuer Technik hier besonders hervorsticht und man diesen Entwicklungen in Australien entspannt mit einer Tasse Tee zusieht, anstatt in Panik zu geraden.

Wie krampfhaft hier versucht wird, die Situation negativ darzustellen, merkt man auch an Passagen wie diesen:

Für Verbraucher und Steuerzahler sind diese Negativpreise ein doppeltes Problem: Denn je häufiger der Preis ins Minus rutscht, desto höher die Zusatzkosten.“

Aha. Das scheint eine neue Art des Zählens im Springer-Verlag zu sein. Ein Kaffee für 3,50 Euro ist ein Problem, ein Kaffee für 5 Euro sind zwei Probleme. Was ist dann eine Wohnnugsmiete in Hamburg? 2000 Probleme? Wie viele Probleme kommen auf die Deutschen zu, wenn die Öl- und Gaspreise wieder steigen, weil irgendein Scheich schlechte Laune hatte? 50 Billionen?

Der Witz an dieser ganzen Sache ist ja zudem folgender: Niemand, wirklich niemand in der Energiebranche ist angesichts tiefer und sogar negativer Strompreise überrascht. Im Gegenteil, es wäre eine echte Schlagzeile wert, wenn sie ausblieben, denn unser Strommarktdesign gibt diese Entwicklung vor (auch, dass es mehr werden). Die Bild hätte auch titeln können „Asphalt-Wahnsinn! Straße nach anhaltendem Regen furchtbar nass!“.

Häufigkeit negativer Strompreise weltwe:it. Quelle: IEA, Electricity Mid-Year Update 2025, Link, License: CC BY 4.0

Dass Preise ins Negative sinken können, war 2008 eine Forderung vieler Marktteilnehmer und wurde dann bewusst eingeführt, damit es einen Anreiz für alle fossilen Kraftwerke gibt, bei viel Sonne und Wind ihre Leistung zu reduzieren. Auch der gerne bespielte Mythos, allein das EEG sei Schuld an diesen Preisen, zerschellt komplett an der Realität, dass es in all den Ländern ohne EEG noch deutlich ausgeprägteren Negativpreise gibt (siehe oben).

Negative Strompreise wurden ganz bewusst eingeführt

Übrigens wird auch die markige Behauptung in der Überschrift, Deutschland würde „so viel Ökostrom verramschen“ wie noch nie, nicht mit Daten belegt. Das mag auch daran liegen, dass der Kindergarten-Begriff „Verramschen“ in der Literatur nicht hinreichend definiert ist. Wenn damit darauf abgezielt werden soll, wie viel Subventionen wir aufgrund niedrigerer Preise zahlen müssen, dann ist auch das ein Schuss ins eigene Knie: Die Rekordbelastung durch die EEG-Umlage liegt bereits weit hinter uns, sie lag im Jahr 2020 bei 28 Mrd. Euro. Diese Umlagekosten waren im Jahr 2024 mit 18,5 Mrd. € also bereits um etwa 10 Milliarden Euro gegenüber 2020 gesunken.

Diese Senkung ist ebenfalls keine Sensation und absolut zu erwarten, weil immer mehr alte Anlagen mit besonders lukrativen Konditionen aus der Förderung fallen. Ich kann das nur wiederholen: Bei Energiethemen (und vielen anderen) sind Einzelmeldungen fast immer irreführend. Eine markige Überschrift mit „MILLIARDEN EURO“ mag geeignet sein, für lautes Gemurmel und Geraune beim Jahrestreffen der Einfaltspinsel zu sorgen, aber Zahlen mit 9 Nullen sagen erst mal nichts aus in einem Land, in dem >80 Millionen Menschen leben.

Viel wichtiger ist der Trend. The trend is you friend. Jaja, Milliarden Euro, toll! Ich zittere. Aber sind es mehr Milliarden als früher oder weniger? In diesem Fall sind es weniger. Wovor sollen Steuerzahler also Angst haben? Dass wir in Zukunft noch weniger EEG-Förderung bezahlen? Hat Professor Frondel auch Angst, dass die Ravioli gut schmecken könnten?

Noch etwas absurder: All das sensationslüsterne Gewimmer des Hochschulprofessors in der Bild unterschlägt, dass die sehr niedrigen Preise nicht nur zu erwarten, sondern sogar gewollt sind. Sie sind ein Schritt in einem langen Transformationsprozess, denn erst die großen Preisunterschiede motivieren private Unternehmen, Speichersysteme zu installieren und ihren Bedarf flexibler zu gestalten.

Ist ja logisch: Wenn es viele Tage mit sehr niedrigen Preisen UND sehr hohen Preisen gibt, dann lohnt sich eine große Speicherbatterie sehr viel schneller. Im Idealfall kauft eine Betreiberin den Strom nahe Nulltarif ein und verkauft ihn gegen 18 Uhr für einen Haufen Knete, wenn ganz Deutschland seine Backöfen vorheizt. Daran verdient aber nicht nur die Betreiberin, auch wir Verbraucher haben dann stabilere Preise und nutzen abends den gespeicherten Sonnenstrom. Und Emissionen spart es auch noch ein. Win-Win-Win.

Negative Strompreise schaffen sich selbst ab

Und das ist keine graue Theorie: Mittlerweile liegen den Netzbetreibern Anschlussanträge für gigantische 500 (!) Gigawatt Batteriespeicher vor. So viel wird es schlussendlich nicht werden, weil davon sicher einige Anträge doppelt und dreifach gestellt sind, aber grundsätzlich ist das schon ein sehr starkes Signal. Zum Vergleich: Deutschlands Spitzenlast liegt bei 80 Gigawatt.

Wir befinden uns jetzt gerade mitten in der Umstellung zwischen der alten und der neuen Energiewelt. Die negativen Preise sind jetzt ein wichtiges Signal an den Markt für Speicher und Flexibilisierung, aber der Bau dauert eben ein paar Jahre, bis die negativen Preise sich quasi selbst wieder abschaffen. Ein Blick nach Kalifornien zeigt, wie sich das in Zukunft dann auch hier entwickeln sollte, dort wird oft bereits ein Viertel des solaren Mittagsspitze in Batterien gespeichert und verdrängt dann zur Feierabend-Zeit teuren Erdgas-Strom aus dem Strommix.

Sich über diese Entwicklung jetzt maßlos aufzuregen und allen Ernstes zu behaupten, die Deutschen müssten Sonnenschein fürchten, ist doppelt absurd, denn das Problem ist ja gleichzeitig seine Lösung: Negative Preise sind wie eine Hasenplage in einem intakten Ökosystem – sie locken automatisch mehr Raubtiere an, bis sich das Gleichgewicht wieder eingependelt hat. So kann man jetzt bereits in Australien beobachten, wie starker Batterieausbau die Zeiten mit negativen Preisen reduziert.

Seit Jahren heulen Energiewende-Hater das Internet voll, die Erneuerbaren machten ohne Speicher ja gar keinen Sinn. Jetzt gibt es negative Strompreise, durch die sich der Speicherbau so richtig lohnt und da ist es auch wieder nicht recht. Wollen diese Leute eigentlich Lösungen oder einfach nur einen Grund für betreutes Rumjammern?

Nein, was wir befürchten müssen ist eine erneute Verschleppung des Themas und eine politisch gewollte Verzögerung der Speicherinstallation, während andere Nationen immer größere Batteriespeicher anschließen und intelligente Stromzähler ausrollen, um damit sowohl ihr Netz als auch die Preise zu stabilisieren. In dieser Disziplin, dem Smart-Meter-Rollout, krebst Deutschland übrigens bei traurigen 2% herum.

Im gerade veröffnetlichten Versorgungssicherheitsbericht  der Bundesnetzagentur kommen stationäre Batteriespeicher leider so gut wie gar nicht vor. Stattdessen werden geradezu zaghafte, homöopathische Ausbauziele genannt, die in Teilen ohnehin schon erreicht sind. Die Wirtschaftsministerin nahm das sogleich zum Anlass, den Neubau von gasbetriebenen Großkraftwerken im großen Stil zu fordern. Das verhindert negative Strompreise übrigens gar nicht.

Es wäre daher spannend zu erfahren, ob Bild und Prof. Frondel sich in ein paar Jahren, sollten wir da mangels Speicherausbau noch häufiger negative Preise haben als heute, noch daran erinnern, woran das eigentlich liegt. Noch besser aber wäre es, wenn es so weit gar nicht kommt und wir nicht nach E-Autos und Wärmepumpen auch den Trend zu stationären Batteriespeichern verschlafen.

Dazu sollten wir uns vom Apokalypse-Geplärre der BILD vielleicht gar nicht so sehr anstecken lassen: Negative Preise, das klingt so schön sensationell, weil es in unserem Alltag nie vorkommt. Die konkreten Auswirkungen waren aber überschaubar: Hätte eine gute Fee uns vor all den bösen negativen Preisen des Jahres 2024 beschützt und sie umgezaubert zu einem Strompreis von 0 €/kWh, dann wäre der Marktwert für eine Kilowattstunde Solarstrom lediglich um homöopathische 0,3 Cent angestiegen.

Bezogen auf den Stromverbrauch eines deutschen Haushalts wäre das ein Preisunterschied von 80 Cent im Monat.

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11 Gedanken zu „Fossil-Professor erklärt in der BILD Sonnenschein zum Feind deutscher Steuerzahler“

  1. Hey, danke für den Text. Du bringst es gut auf den Punkt. Kann es sein, dass der Link bei „Südaustralien liegt bei 23%, Südkalifornien bei 20% und West Texas bei 11%.“ nicht stimmt? Er führt zum grenzüberschreitenden Stromhandel von Deutschland.

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  2. Warum beim deutschen negativen Strompreis die Angabe in ct/kWh und in der Schweiz dann Eur/MWh?
    Da klingen 5€ gleich viel mehr als 20 ct.
    Aber 20ct ist halt ein Vielfaches von 0,5ct.

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  3. Dass BILD und Frondel Unsinn schreiben: geschenkt. Die Wahrheit®™ ist wie immer aber nicht so einfach bzw. das Gegenteil ist nicht automatisch rosarot.

    Dass es nur zu ein paar Prozent der Zeit negative Strompreise gibt ist in sofern eine schlechte Nachricht, weil das die Zeit ist wo der Ökostrom-Anteil im Netz besonders hoch ist und Überschußstrom ungenutzt abgeregelt werden muss. Und in der übrigen Zeit bollern immer noch die Verbrennerkraftwerke ihren Strom THG-intensiv ins Netz.

    Entscheidend ist beim Speicherausbau zum einen nicht die Anschlußleistung, sondern die Speicherkapazität in kWh(cap). Und da werden für ein stromhungriges Land wie Deutschland Stromspeicher im TWh(cap) gebraucht – noch vereinfacht ausgedrückt. Derzeit sind es mal gerade ca. 0,04 TWh(cap) durch Pumpspeicher. Es fehlt also massiv an Speicher.

    Und da gibt es weitere Probleme: Stromspeicher lohnen sich derzeit nur für die Netzbetreiber, die selbst keine Netzentgelte bezahlen müssen bzw. nur die Gestehungskosten haben. Für den privaten Haushalt lohnen sich Stromspeicher eben nur mit eigener PVA und bei Sonnenschein (gerade meldet sich der trübe, windarme Herbst schon an) und dürfen – wenn gefördert – gar keinen Netzstrom speichern. Es wäre auch kaum lohnend, weil eben die Netzentgelte im Strombezug es für den Endverbraucher vollkommen unwirtschaftlich machen. Und die Politik überlegt gerade wie sie den Verbrenner im Auto retten kann, statt den Speicherausbau staatlich zu fördern bzw. eine regulatorisch für alle faire Bedingungen herzustellen, dass es sich für jeden lohnt in Stromspeicher zu investieren. Ja, auch hier ist D gerade dabei den Anschluß zu verlieren.

    Apropos: die im Artikel erwähnte Berliner Zeitung hat auch so einen klimawandelleugnenden Kasper unkritisch zu Wort kommen lassen:
    suma://Meteorologe zum Klimawandel: „Der Mensch ist nicht der alleinige Verursacher“// (fast schon zum Glück hinter der Berzahlschranke verschwunden aber im internet archive noch abrufbar)

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  4. Ich interessiere mich wirklich für EE und die Klarstellung von Graslutscher, aber leider fällt es mir schwer mich durch die Gedankengänge und die Argumentation zu bewegen wegen der mannigfaltigen Einstreuung von satirisch gemeinten Bemerkungen. Gefühlt steigt diese exponentiell und das Textverständnis leidet darunter.
    Genießen kann ich den Text dadurch leider nicht. Würde es helfen, eine(n) gute(n) Freund/Freundin vor der Veröffentlichung einmal drüberlesen zu lassen?

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      • noch ein Nachtrag zu dem Kommentar: ich bin nicht der Meinung, dass man ein LLM braucht, um einen sachlichen Text zu verfassen. Kritische Selbstreflexion ist auch eine Möglichkeit.

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        • Das war als Möglichkeit gedacht aus diesem Artikel einen neutraler formulierten zu erhalten. Es muss niemand ein LLM benutzen, aber wenn man sich diesen Text nicht weiter antun will und gerade niemanden hat, der das für einen macht, warum nicht? Man kann dann noch mal selbst kritisch gegenlesen ob das LLM es richtig gemacht hat. Ich wüsste jetzt nicht was einer kritischen Benutzung eines LLM entgegen spricht. Nur wer meint alles glauben zu müssen, der muss dran glauben.

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    • Hallo, ich möchte mich da anschließen. ich lese die Texte hier auf dem Blog sehr gerne, weil sie sehr informativ sind. doch diesmal ist er mir leider zu sehr mit Pejorativen gespickt. ich denke mir immer: je besser die Organisationslinie, desto weniger muss ich beim Schreiben rumgranteln. so einen Stil kenne ich eigentlich eher aus den rechten „alternativen Medien“. ein solcher Stil ist für mich ein Sinnbild für die Verrohrung unserer Gesellschaft. daher möchte ich den Autor ermutigen, wieder zu seinem alten Stil zurückfinden.

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  5. Ich beziehe mich mal auf die Kommentare zum Schreibstil von Jan und würde dem gerne folgendes entgegenhalten:

    GERADE sein aufgelockerter Stil ist der Grund, warum tausende von uns seine Texte lesen, seine Bücherkaufen, seine Posts verbreiten und in verschiedensten Formen mit dem Thema interagieren.
    Jan achtet immer darauf die von ihm genutzten Daten mit den entsprechenden Quellen zu verlinken, diese kann man jederzeit lesen wenn man das Thema „ernüchtern“ will.
    In Anbetracht dieser gleich mitgelieferten Alternativen ergeht meine Bitte:

    „Wir Anderen“ sind absichtlich und WEGEN dieses Stils beim „Graslutscher“ (bitte einmal innehalten und reflektieren), also im Falle eines „Fremdgefühls“ einfach auf die Original-Quellen zurückgreifen.
    Danke…

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