14 comments on “Wie der Deutschlandfunk 6 Absätze mit 6 fragwürdigen Falschbehauptungen veröffentlichte

  1. Danke mal wieder für eine ausführliche Analyse!

    Ich habe mir die Kommentare auf Facebook zum Teil durchgelesen (was ohne Facebook-Account etwas mühselig ist, aber es geht).
    Ich muss sagen, die meisten Kommentare finde ich sehr beruhigend. Es gibt anscheinend genug Leute, und davon viele Nicht-Veganer, die den Artikel ebenso erbärmlich finden.

    Mehrfach weist die Redaktion darauf hin: “zumal die Kolumne von Pollmer ja ein Meinungsbeitrag ist, in dem bestimmte Thesen zugespitzt werden”.
    Wenn hier jemand Thesen gut zuspitzen kann, dann ist es der Graslutscher.

    Ich akzeptiere (und finde es gut), dass ich mit dem Rundfunkbeitrag diverse Meinungen unterstütze, aber der Artikel ist einfach falsch, irreführend, und wie schon erwähnt, erbärmlich.

  2. Udo Pollmer ist ein brillanter veganer Aktivist.
    Er nutzt seine “umgekehrte Psychologie”-Masche auf derart clevere Weise, dass sich Niemand, der was von ihm liest oder hört, mit ihm und seinen Aussagen assoziieren möchte.

  3. – oben drüber steht “kolumne”
    – aus der diktion ist zweifelsfrei ersichtlich, dass es sich um eine polemik handelt
    – die “standgebühr sparenden aktivisten” beziehen sich ganz unmissverständlich auf demonstrationen bzw aktionen von aktvisten

    ändert an den bemängelten fakten nichts, erhöht aber auch nicht unbedingt die glaubwürdigkeit der kritik

    • edit: “kolumne” steht natürlich auf der seite, wird aber nach meiner erfahrung wohl auch einleitend angesagt worden sein — und wer erst mittendrin hinhörte/anschaltete: siehe punkt 2

    • Ja, jetzt steht da “Kolumne”, aber das wurde meiner Meinung erst nachträglich dort eingefügt. Ich kann das leider nicht belegen, aber auch die Quellen wurden überarbeitet, der Verweis auf die Gefahr von Gurken in Vaginas ist nicht mehr auf der Seite zu finden. Ich kenne auch keine andere Kolumne, die Quellenangaben macht, passt das nicht eigentlich schlecht zu einem reinen Meinungsbeitrag?

      Man kann aber gut sehen, dass seine anderen Beiträge nicht extra als Kolumne gekennzeichnet sind. Aus Sicht des Anbieters ergibt es eigentlich wenig Sinn, eine Reihe von Sachbeiträgen zu produzieren, in der dann einzelne Meinungsbeiträge unter dem selben Namen der Reihe zu finden sind.

      Zu den Standgebühren: Im Text steht: “Den Besucherandrang nutzten vegane Aktivisten bisher gern als Bühne – ohne allerdings wie andere Aussteller dafür Standgebühr zu bezahlen.”

      Wenn er damit nicht die Aussteller gemeint hat, passt das Wort “andere” nicht in den Satz.

    • Hey gelesen,

      ich habe jetzt 2 Stunden nach Screenshots gesucht, dass es am Anfang noch nicht “Kolumne” hieß, dabei ist das Beweisbild ja in meinem eigenen Artikel ganz oben drin. Da steht einfach nur “von Udo Pollmer”.

  4. @gelesen Nur die Diktion des ersten Absatzes ist offensichtlich polemisch, und eine Kolumne ist zwar ein Meinungsbeitrag, aber kein zwingend glossenhagfter. Ab dem zweiten Absatz (“Doch nun zu den nüchternen Zahlen..”) ist der Ton zwar locker, aber nicht mehr polemisch und damit typisch für einen medienerfahrenen Experten, der Fakten massentauglich mitteilen will. Wobei er es hier mit den Fakten nicht so genau nimmt.

    • *kopfkratz*

      Entschuldige, aber ich lese da nirgendwo ein generelles Verbot der Schlachtung von trächtigen Tieren.
      Das Gebot bezieht sich explizit auf das letzte Drittel der Tragzeit.
      (Schafe und Ziegen ganz ausgeklammert … bei denen ist es dem Gesetzgeber mal wieder ganz schnurz).

      Wenn überhaupt würde sich ganz plump gerechnet die Zahl der trächtig geschlachteten Kühen um 30% reduzieren.

      Da aber häufig vorgeschoben wird das es sich um “unbemerkte” Schwangerschaften der Muttertiere handelte ist wohl davon auszugehen das die Schlachtung nicht grade an hochtragenden Tieren durchgeführt wurden … was die Reduktion eher noch weiter schrumpfen lassen würde.

      Frag mich immer warum Gewisse Gruppen die stehts “das Recht auf Leben” proklamieren und damit Frauen attackieren nicht lieber ihr Heil im Tierschutz suchen sollten .. da wäre der Slogan angebracht.

  5. Wer den dicken Udo Pollmer ernst nimmt und ihm damit ein Forum bietet, tut ihm zu viel Ehre an. Er macht sich schon seit Jahren mit seinen provokanten schrottfressverherrlichenden Pamphleten und Büchlein wichtig. Die wollen ja schließlich verkauft werden. Dafür braucht es reißerisch-publizistische Aufmerksamkeit. Inhaltlich ist das, was er schreibt, durch die Bank dünn, widersprüchlich und/oder falsch. Und wenn man sich seine Physiognomie (nicht nur die Wampe, sondern auch das Gesicht, einfach mal Bilder googeln) ansieht, weiß man intuitiv, dass das, was dieser Mensch empfiehlt, in sich reinzustopfen, nicht gesund sein kann. Empfehlung: einfach links liegen lassen, den Herrn Fleischlobbyisten mit der Berufsbezeichnung Lebensmittel”chemiker”. Die Meldung über seinen bevorstehenden Herzinfarkt bzw. Schlaganfall wird nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen.

    • Ob er dick oder dünn ist sagt nicht viel über die Stichhaltigkeit seiner Argumente aus, finde ich.

      Würde er das auf einem privaten Blog veröffentlichen, wäre mir das auch ziemlich latte. Ich lasse das aber deswegen nicht links liegen, weil das im Deutschlandfunk veröffentlicht wurde, dessen Sachbeiträge die meisten Menschen eben mit Seriosität und Anspruch verbinden (zurecht).

      Mutmaßlich aufgrund der vielen Kritik steht da jetzt “Kolumne von …”, die publizistische Aufmerksamkeit hatte in diesem Fall also eine wünschenswerte Wirkung.

  6. Noch jemand Lust auf eine Prise Pollmer?
    https://www.beobachter.ch/ernahrung/lebensmittel/udo-pollmer-im-interview-der-korper-nimmt-sich-was-er-braucht
    Hat jetzt nichts mit Veganismus zu tun, enthält aber einige merk-würdige Aussagen.

    Als ich vor einiger Zeit entdecken musste, dass Herr Pollmer seine … Ansichten im DLF veröffentlichen kann, war ich auch sehr enttäuscht vom DLF. Was soll ich da von den anderen Radiosendungen halten?

    Nun kann sein nennen wir es mal Stil ja auch ein Mittel zum Zweck sein. Krach schlagen um die Massen (welche?) zu wecken und zu einem besseren Ess-/Konsumverhalten, auf welchen verschlungenen Umwegen auch immer, zu veranlassen. Aber dann müßte man ja irrrrgendwo die wahre Absicht erkennen… vielleicht bin ich da einfach unfähig.

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