18 comments on “Schockierendes Recherche-Ergebnis: Super-billig hergestelltes Essen oft von schlechter Qualität

  1. Recht hast du. Essen taugt leider insofern nicht als (offensichtliches) Statussymbol, als dass man es v.a. nur vor der Verzehr “präsentieren” kann (es sei denn, man postet es bei Instagram – und auch da sieht man kaum FastFood-Burger). Da werden ganz eindeutig falsche Prioritäten gesetzt. Hauptsache der schöne Schein stimmt.

  2. Ach wunderbar, ich war jeden Tag hier im Blog und habe auf was Neues gewartet 🙂 Hat sich mal wieder gelohnt! Du sprichst mir aus der Seele!! Als Stand-up-Comedian wärst du bestimmt auch der Oberknüller! Weiter so! 🙂

  3. Prinzipiell hast du Recht: Jeder sollte sich die Frage stellen, warum Fleisch so billig ist und jeder, der etwas rechnen kann, sollte die Frage auch beantworten können. Leider informiert sich nicht jeder Konsument aktiv, sondern bezieht seine Informationen aus dem, was an an ihn herangetragen wird. Und gerade beim Thema Fast-Food-Industrie wird es in der Medienlandschaft etwas dünn. Zwar gibt es einige sehr gute Reportagen über Fleischherstellung- und weiterverarbeitung, doch diese werden dann Sonntag 23:45 Uhr (oder ähnlich unvorteilhaften Sendezeiten) ausgestrahlt. Ganz im Gegensatz zu Sendungen über Autos und Handys. Zu diesen Themen wird informiert und nun weiß auch der Otto-Normal-Verbraucher, dass Qualität her muss (oder das, was ihm als Qualität verkauft wird). Unter diesem Aspekt finde ich die Wallraff-Doku sogar begrüßenswert, weil RTL endlich mal das Schweigen über solche Verhältnisse gebrochen hat. Über die künstliche Dramatik und Effekthascherei sehe ich gerne hinweg. Natürlich kann man die Motive von RTL oder Wallraff in Frage stellen, aber das Ergebnis ist doch nach nur wenigen Wochen größer als jede Reportage auf ARTE, weil es die Masse erreicht hat.

    Für dich und mich, gut informiert und aktiv, sind das keine neuen Fakten. Für viele Zuschauer schon.

    • Das sind für niemanden neue Fakten- es sind nur Fakten, die keiner sehen will, weil es Konsequenzen für das eigene Verhalten hätte, würden die Leute es an sich ranlassen.

      • Das glaubst Du, weil Du Deinen Kopf benutzt. Geh mal offenen Auges durch einen Discounter und schau Dir die Leute genau an, was und wie sie es in den Einkaufskorb legen.

        Ich habe den Glauben daran verloren, dass mehr als 10% der Bevölkerung sich überhaupt mal kurzfristig Gedanken über Herkunft und Wirkung ihrer Nahrung machen. Ernsthaft, die Erkenntnis, dass Gesundheit mit Ernährung zusammenhängt, ist selbst in meinem Bekanntenkreis (und da sind die meisten doch eher sogenannte Bildungsbürger) nicht wirklich verbreitet. Und da stehe ich dann auch und denke: “Hallo, gesunder Menschenverstand? Wie soll der Körper denn aus Müll Gold machen?!”

        Um beim Autovergleich zu bleiben: Dass sich Benzin im Dieselmotor nicht so gut macht (und umgekehrt), begreift der größte Depp (naja, bis auf Ingo aus der Werbung vielleicht), aber wenn man sagt: “Siehst Du, der Körper ist das Auto, und Du versuchst gerade, ihn mit etwas zu füllen, was viel Schlacke und wenig Antrieb erzeugt”, dann bekommt man ein bildgewordenes “Hä?” zur Antwort. Ich finde den Gesichtsausdruck immer wieder unbezahlbar und provoziere ihn hin und wieder mit Absicht. 😀

        • Ich möchte Dir Recht geben, was den Großteil der Bevölkerung angeht. Leider. Oft “reicht” es einfach nicht weiter als RTL und die Bild es vorgeben, aber es geht mir wie Dir- in meinem Bekanntenkreis sind viele Menschen, die sich über viele Dinge Gedanken machen und die ich durchaus als überdurchschnittlich intelligent bezeichnen würde. Und genau die sind es, die mir knallhart sagen, dass ich mit allen meinen Argumenten richtig liege, dass alles nachvollziehbar ist und dass ihnen klar ist, dass Fleisch in diesen Massen und in der Art wie es entsteht weder für die Tiere, noch für Natur und Umwelt tragbar sein kann- geschweige denn, dass es mit Sicherheit nicht gesund ist.
          Im nächsten Satz erklären sie mir, dass sie trotzdem niemals so konsequent und diszipliniert sein könnten (wtf???) und dass es ja außerdem nicht an dem bisschen teuren Biofleisch liegen kann, welches sie kaufen. Und natürlich tue ich ihnen leid, weil ich auf sooooo vieles verzichten muss.
          Und niemals liegen ihre Zipperlein wie Sodbrennen, Magendrücken, Darmpolypen etc. an der Ernährung.
          Da werden alle möglichen Ausflüchte gesucht, nur damit sie nichts an ihren Gewohnheiten ändern müssen.

          Da sind mir ehrlich noch die am liebsten, die einfach sagen, dass sie nicht darauf verzichten wollen- das ist wenigstens ehrlich!

          • Yo, dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Die Cousine meines Mannes erklärt mir jedesmal, wenn wir uns sehen, genau das, was Du, Claudia, oben ansprichst. “Hach, ich esse ja nur noch so ein bisschen Fleisch und so, es ist ja eigentlich schon kaum noch sichtbar (zuletzt gestern, während sie im Restaurant an einem Steak herumsäbelt, das knapp soviel wiegt wie mein Stubenkarnickel)… aber ganz darauf verzichten, das könnte ich niiiiiiiie!” Jaja, so tun einem die armen Tiere leid, aber man kann sich schlicht nicht überwinden, da nicht mehr mitzumachen. KANN nicht? Eher WILL nicht. Ich fand die Umstellung ziemlich schmerzlos, mir gruselt es allerdings auch nicht davor, mal ein Kochbuch in die Hand zu nehmen.

  4. Pingback: Schockierendes Recherche-Ergebnis: Super-billig hergestelltes Essen oft von schlechter Qualität | Der Graslutscher | Martins langweiliges Blog

  5. vielen dank für diese brilliante zusammenfassung dessen, was mir in ungeordneterer form tagein tagaus durchs denkorgan wabert.
    auch von hier ein heirate-mich-aufruf. ^^

  6. Wieder ein super Artikel! Danke!
    Viele Menschen leben eben auch nach der Devise “Nur ein ungesundes Leben ist auch ein gutes!” Deshalb erntet man, wenn man sich als (gesundheitsbewusster) Veganer “outet” auch oft diese mitleidigen Blicke… “Oooohh, dann kannst du dir nicht mal bei Fastfoodkette xy was holen? Was ist denn das für ein Leben…” Ja, die pure Selbstfolter ist das. Nicht.

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