3 comments on “Omni-Presse 2.0

  1. Die WELT? DIE Welt? Krass! *kopfschüttel*

    Diese Art Journalismus ist gegen jede Vernunft gerichtet und versucht Tatsachen zu verfälschen, indem bewusst richtige und wichtige Informationen weggelassen und durch Plattitüden ersetzt werden. Erinnert mich so ein bisschen an etwas, das ich vor einiger Zeit gelesen habe.
    Da fragte der Autor zu Anfang: Wenn etwas erfunden werden würde, das die Umwelt verschmutzt, viel Geld kostet und jeden Tag mindestens zehn Menschen tötet- würden Sie das haben wollen? Jeder vernünftige Mensch würde sofort verneinen. Aber nur bis zu dem Zeitpunkt, wenn er erfährt, dass es sich dabei um das Auto handelt. Dann plötzlich ist die Mobilität und Freiheit wichtiger als alles andere. Und so ähnlich verhält es sich mit Fleisch.

  2. Hallo Jan,

    es ist in der Tat immer wieder erschreckend, was in bundesweiten Presseerzeugnissen für argumentative und logische Tiefflüge verbreitet werden können. Der Autor tut ja so, als sei der Verzicht auf Tierprodukte eine Bedrohung fürs Grundgesetz. Ich kann ihn mir bildhaft vorstellen, wie er im Delirium mit einem Hammer durch Schweineställe irrt, wirr murmelnd: “Muss das Grundgesetz schützen, muss Schweine erschlagen, muss das Grundgesetz schützen, muss Schweine erschlagen …” Aber wie Du schon schreibst: Springerpresse, was soll man da schon erwarten. Die gehörten schon in den Siebzigern enteignet und sind es bis heute nicht.

    Einen Vorschlag hätte ich noch: Wenn wir vegan Lebenden die nicht-vegan Lebenden als “Omnivoren” bezeichnen, begehen wir meiner Meinung nach im Prinzip den selben Kategoriefehler, wie der Autor dieses unsäglichen Artikels. Denn “Omnivore” ist eine biologische Kategorie, die lediglich besagt, dass ein Tier zur Verdauung sowohl von Pflanzen als auch von anderen Tieren in der Lage ist. Damit sind zum einen Veganerinnen und Veganer in Wahrheit Omnivoren, und zum anderen gestehen wir damit den Fleisch, Milchprodukte und Eier konsumierenden Mitmenschen zu, lediglich entsprechend ihrer und unserer “biologischen Bestimmung” zu handeln, ungeachtet der Tatsache das der Konsum von Tierprodukten eben nicht nur unnötig, sondern unter ethischen Gesichtspunkten höchst fragwürdig bis komplett abzulehnen ist. (Genau das -schlechte- Argument vom Menschen als Omnivoren steckte mir immer irgendwo im Hinterkopf, wenn ich zu meiner vorveganen Zeit mein Verhalten vor mir selbst zu rechtfertigen versuchte.)

    Dazu kommt für mich noch, dass “Omnis” irgendwie total niedlich und harmlos klingt, eben wie “Omis”. Ich habe mir angewöhnt, nicht-vegan lebende Menschen als “Tierverbraucher/innen” zu bezeichnen, weil das ohne unnötige Wertung genau die Tatsachen beschreibt: Wer Tierkörper, Eier oder Milchprodukte isst, Leder oder Wolle trägt oder in Daunen schläft, “verbraucht” damit Tiere, und zwar durchaus in dem Sinne, dass diese anschließend verbraucht, d.h. im Normalfall tot sind.

    Das mag jetzt irgendwie eine Korinthe sein, aber meiner Meinung nach kann Sprache auch auch sehr bewusstseinsprägend sein und so mancher Tierverbraucher würde vielleicht ins Grübeln kommen, wenn er sich als solchen bezeichnet sieht.

    Viele Grüße
    Hauke

  3. Hi Jan
    Danke mal wieder für deinen treffenden Kommentar.
    Am besten finde ich an dem Original-Artikel, das sich “die Welt” mit dem Foto jawohl selbst ein Ei gelegt hat *kicher*
    Schlecht wird mir aber dabei wie der Autor sich anmaßt zu behaupten das ein Individuum ein “Rechtsbewußtsein” haben müßte, damit ihm ein Recht auf Leben, Freiheit und Unversehrtheit zusteht.
    Kein Wunder das dieser empathielose Mensch “lange gebraucht (hat), um zu verstehen, dass Menschenrechte überall auf der Welt und unabhängig von Kulturkreisen Geltung haben müssen.”
    Dummerweise nimmt er es mit dem Verstehen aber wohl nicht so genau, wenn er tatsächlich der Meinung ist, das “für” diese Rechte irgendwo auf der Welt Kriege geführt würden.
    Damit macht er einen gekonnten “Springer” von AntiTierrechtsExtremismus- zur Kriegshetz-Propaganda, und erfüllt gleich zwei Tagesordnungspunkte der gängigen Berichterstattung in einem Artikel.

    Was ist eigentlich mit Menschen los, die auf Andere losgehen, weil sie KEINEN Schaden zufügen wollen oder Gott bewahre, vielleicht sogar FÜR Frieden sind?

    nachdenkliche Grüße

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *