34 comments on “Ich toleriere schwule Menschen, so lange sie im Gefängnis sind.

  1. Hallo Steinfresser,
    Ich bin mal wieder bisschen fassungslos wegen deinem Artikel.
    Nicht inhaltlich – brillant wie immer – aber es schockt mich zutiefst
    dass es tatsächlich noch Menschen gibt, dennen man erklären muss, dass Homosexualität normal ist und selbstverstädlich anerkannt sein sollte.

    Natürlich “weiß” ich, dass es diese seltsamen Menschen gibt, überden unsereins nur die Nase im Ekel rümpfen kann – um Missverständnissen vorzubeugen, ich meine die selbsternannten Homophoben! Widerlich!

    Mal wieder ein Zeiche, dass Toleranz für mich Grenzen hat. Und das werde ich auch nicht ändern. “Wer homophob ist, hat keine angst. Er ist einfach nur Sch***e.”
    In diesem Sinne,
    es gibt noch viel zu tun.

  2. Liebe Graslutscher,

    der Artikel ist zweifellos nicht schlecht und es ist nachvollziehbar, dass du dafür von allen Applaus bekommst. Allerdings bin ich erschüttert, dass du den klaren und eindeutig definierten Begriff “homosexuell” aufweichst, erklärst, dass es dort überhaupt nicht nur ums Ficken, sondern um Liebe etc. geht und niemand aufzeigt. Hast du wirklich eine so ungebildete und unreflektierte Leserschaft? Mich würde wirklich interessieren, ob du die ganzen Claqueur gut findest, oder ob du nicht auch der Meinung bist, dass Bildung die absolute Grundlage für Aufklärung ist?

    Mir fällt in letzter Zeit vermehrt auf, dass du gern mal Begriffe seeeeeehr schwammig oder sogar absolut falsch benutzt und finde dies enorm gefährlich. Besonders wenn ich dann Kommentare von offensichtlich bildungsfernen Lesern deines Blogs lese, die bspw. ersthaft erklären “Wer homophob ist, hat keine angst. Er ist einfach nur Sch***e.” dann mache ich mir Sorgen.

    Aus diesem Grund muss ich hier bei dem Artikel einmal aufzeigen und festhalten, dass die Behauptung “Schwul sein” bzw. “Homosexualität” hätte nicht primär etwas mit Ficken zu tun, ungefähr so clever ist, wie wenn man behauptet, dass es bei Rassismus nicht um die Rassenlehre ginge. Beides ist vollkommener Quatsch. Natürlich geht es bei Homo-, Hetero- oder Bi-Sexualität ausschließlich darum, mit welchem Geschlecht man ficken will. Liebe, Romantik, Strandspaziergänge, Kinobesuche etc. können damit zwar zusammen hängen, aber sind keine Indikatoren für die sexuelle Präferenz.

    Klingt jetzt natürlich unromantisch, aber stell dir einfach vor, dass Herr Putin jetzt einfach mal erklärt, dass Russland ein wahrer Wallfahrtsort für Homosexuelle ist, denn dort können gleichgeschlechtliche Menschen alles gemeinsam tun, wie z.b.: spazieren gehen, kochen, Kino, langweiligen Nachmittagen bei Verwandten, rumhängen auf der Couch, streiten oder facebooken. Irgendwie würde dir da doch was elementares fehlen, oder?

    Das Verwässern von ganz klaren Begriffen hilft einfach niemanden, sonder fördert ganz im Gegenteil die Unwissenheit und somit letztendlich auch Angst, Hass und Gewalt. Auch wenn ich dich nicht persönlich kenne, so bin ich mir doch irgendwie sicher, dass dies nicht dein Ziel ist, oder?

    • Lieber Fleisch ist für mich voll ok,
      gerne helfe ich weiter.

      Das Wort “Homosexualität” stammt aus den 19. Jhd. und setzt sich aus dem griechischen “Homo” (=gleich) und dem lateinischen “Sexus”,(= Geschlecht) zusammen und hat damit erstmal nichts mit dem Geschlechtsakt an sich zu tun, sondern wird mit “gleichgeschlechtlichen Empfinden” oder “gleichgeschlechtlichen Orientierung” übersetzt. Zur Beruhigung, du bist nicht alleine mit deiner Fehldeutung – allerdings solltest du vielleicht das nächste Mal ein Lexikon aufschlagen, bevor du andere auf ihre vermeintlichen Fehler aufmerksam machst.

      Kommen wir zu Phobien.
      Eine Phobie ist eine Angststörung, bei dem die Betroffenen eine – bewusst – irrationale Angst vor Gegenständen oder Situationen bzw. deren Folgen haben.

      Homophobie ist keine Angststörung – es ist eine Anfeindung und Ausgrenzung einer Gruppe (gegenüber) – und reiht sich Sinngemäß in Rassismus und Sexismus ein.

      Falls du mir einen Fall zeigen kannst, in dem ein Mensch vor Angst kreischend sich in eine Ecke stellt, sobald ein Homosexueller den Raum betritt – dann sag mir ruhig bescheid. Das gleiche gilt natürlich auch für vor Afrodeutschen in Panik flüchtende Rassisten oder unterm Tisch kauernden Transphoben – sobald Rocky Horror Picture Show läuft.

      Ansonsten ist es eine üble Ausrede um Menschen anderer Ausrichtungen zu verfolgen und das in Anspruchnehmen eines Krankheitsbildes -oder wenigstens die Anlehnung an solches – um ungehindert gegen eine Menschengruppe vorzugehen – ist für mich das allerletzte! Die Suizidrate ist bei homosexuellen Jugendlichen mehr als DREIMAL so hoch. Daran gebe ich jedem Menschen die Schuld, der homophobe Lehren verbreitet oder entschuldigt. Und solche Menschen – die andere Menschen in den Suizid treiben – sind und bleiben Ar***l**** für mich.

      Und wenn du meinst, dass Putin nichts dagegen hat, wenn Gleichgeschlechtliche eine Beziehung hätten (sie dürften halt nur kein Sex haben) dann schlender doch ruhig mal Händchenhaltend mit einem anderen Mann ( bzw, Frau, ) durch Russland und schau deinem Partner ganz tief und verliebt in die Augen.

    • Hallo, User mit dem etwas sperrigen Namen 😉

      Ich weiche den Begriff nicht auf. “Homosexuell” ist im Deutschen ein sogenanntes Polysem, es hat mehrere Bedeutungen: Sexuelles Verhalten, Begehren und die damit verbundene Identität. Schon der Sexualforscher Magnus Hirschfeld bemerkte 1914, dass der Begriff dem nicht gerecht wird, da er die sexuelle Handlung in den Vordergrund stellt. Insofern verstehe ich nicht, wieso Du von einer eindeutigen Definition sprichst.

      Mir fällt in letzter Zeit vermehrt auf, dass du gern mal Begriffe seeeeeehr schwammig oder sogar absolut falsch benutzt und finde dies enorm gefährlich

      So allgemeine Vorwürfe belegt man am besten mit einem Zitat, sonst sind sie so hilfreich wie die Wettervorhersage vom letzten Jahr.

      Ich würde zustimmen, dass Homophobie keinen Angstzustand darstellt. Trotzdem habe den Kommentar ja nicht ich geschrieben, wieso machst Du also mir einen Vorwurf und nicht dem Kommentator selbst?

      Aus diesem Grund muss ich hier bei dem Artikel einmal aufzeigen und festhalten, dass die Behauptung “Schwul sein” bzw. “Homosexualität” hätte nicht primär etwas mit Ficken zu tun, ungefähr so clever ist, wie wenn man behauptet, dass es bei Rassismus nicht um die Rassenlehre ginge

      Ich sagte, es hat nicht NUR primär was mit ficken zu tun. In meinen Augen glauben viele rückständige Menschen, dass einen homosexuellen Menschen nur ausmacht, dass er mit anderen homosexuellen Menschen Sex haben will, so nach dem Motto:

      “Hey, kennst Du schon den neuen aus der Buchhaltung?”
      “Du meinst Michael? Wie ist der so?”
      “ooch, ganz nett, etwas still. Spiel Volleyball, hört Metal und ist etwas Auto-verrückt”

      vs.

      “Hey, kennst Du schon den neuen aus der Buchhaltung?”
      “Du meinst Michael? Wie ist der so?”
      “Der ist ein Homo. Hat ständig Sex mit Männern”

      Die ganze Betrachtung wird nur auf das Bettverhalten runtergebrochen. Und das finde ich bizarr, da Homosexualität nicht automatisch bedeutet, dass eine Person sexbesessen ist.

      Natürlich geht es bei Homo-, Hetero- oder Bi-Sexualität ausschließlich darum, mit welchem Geschlecht man ficken will. Liebe, Romantik, Strandspaziergänge, Kinobesuche etc. können damit zwar zusammen hängen, aber sind keine Indikatoren für die sexuelle Präferenz.

      Dann ist es ein großer Zufall, dass Homosexuelle sich fast immer in Menschen des gleichen Geschlechts verlieben und Heteros eben in Menschen des anderen Geschlechts? Angenommen Mark steht total auf Roger und die beiden gehen zusammen aus und knutschen rum, haben aber keinen Sex. Würdest Du das dann homosexuelles Verhalten nennen oder nicht?

      Klingt jetzt natürlich unromantisch, aber stell dir einfach vor, dass Herr Putin jetzt einfach mal erklärt, dass Russland ein wahrer Wallfahrtsort für Homosexuelle ist, denn dort können gleichgeschlechtliche Menschen alles gemeinsam tun, wie z.b.: spazieren gehen, kochen, Kino, langweiligen Nachmittagen bei Verwandten, rumhängen auf der Couch, streiten oder facebooken. Irgendwie würde dir da doch was elementares fehlen, oder?

      Das ist ein unsinniges Argument bzw. ein Non-Sequitur-Fehlschluss. Ich sage, dass Homosexualität mehr umfasst als nur Sex. Du widerlegst hier die Behauptung, Homosexualität umfasse keinen Sex. Stimmt, Homosexualität umfasst auch Sex. Das ist aber kein Argument, dass es nicht noch mehr umfassen kann als das. Du widerlegst eine Behauptung, die ich nie getätigt habe. Such Dir also am besten jemanden, der sagt, Homosexualität habe nichts mit Sex zu tun und beglücke ihn mit Deinem Putin-Gleichnis.

      Das Verwässern von ganz klaren Begriffen hilft einfach niemanden, sonder fördert ganz im Gegenteil die Unwissenheit und somit letztendlich auch Angst, Hass und Gewalt.

      z.B. indem man Homosexualität abspricht, auch ein romantisches Begehren zu umfassen? Ja, das ist nicht gut. Dann lass das doch einfach, dann gibt es auch weniger Hass und Gewalt…

      • Also als sperrigen Namen empfinde ich das nicht, wobei das wohl Geschmackssache ist 😉

        leider hab ich keine Ahnung wie du die tollen Zitate hier einfügst, also muss ich es mal mit Anführungszeichen machen, is hoffentlich ok.

        “Schon der Sexualforscher Magnus Hirschfeld bemerkte 1914, dass der Begriff dem nicht gerecht wird, da er die sexuelle Handlung in den Vordergrund stellt. Insofern verstehe ich nicht, wieso Du von einer eindeutigen Definition sprichst.”

        Der Duden is vielleicht kein Sexualforscher der vor 100 Jahren was sagte, aber wenn ich dort reinschaue, dann steht bei Homosexualität folgendes: “sich auf das eigene Geschlecht richtendes sexuelles Empfinden und Verhalten”.

        Gilt das als Definition oder reden wir weiterhin von so schwammigen Begriffen wie Liebe, Romantik etc. Natürlich gibt es all die anderen Dinge welche Heterosexuelle in einer Beziehung zu ihrem Partner haben auch bei Homosexuellen, nur Hetero-, Homo- Bi- usw-Sexualität auf eine Partnerschaft zu beziehen ist doch sehr engstirnig, oder? Was ist mit One-Night-Stands oder von der anderen Seite gefragt, bin ich Pädophil wenn ich mein Kind oder ist jeder der Tiere liebt direkt zoophile?

        Begriffe wie “Liebe”, “Romantik” etc. usw. sind an sich schon nicht zu definieren und nun willst du sie nutzen um andere Dinge zu beschreiben? Findest du das wirklich hilfreich? Ist somit jedem klar was damit gemeint ist? Wenn ich sagen “ich liebe meine Freunde” weißt du dann ob heterosexuell oder homosexuell etc. bin? (Jetzt mal abgesehen davon, dass es eigentlich völlig egal ist)

        Möchtest du ein Gesetz haben, welches die Liebe zum eigenen Geschlecht “erlaubt” oder möchtest du lieber eines, welches den sexuellen Kontakt zum eigenen Geschlecht “erlaubt”? Ja das klingt alles verdammt unromantisch, aber es geht hier um MenschenRECHTE und Rechtssprechung ist einfach nicht dazu da romantisch zu sein, sondern absolut objektive und für jeden eineindeutig verständliche Gesetze zu schaffen. Denn damit ist der Argumentation von “ich finde” oder “meiner Meinung nach” ein Riegel vorgeschoben. Was du sicherlich auch gut findest, oder?

        “Dann ist es ein großer Zufall, dass Homosexuelle sich fast immer in Menschen des gleichen Geschlechts verlieben und Heteros eben in Menschen des anderen Geschlechts?”

        Ich glaub du möchtest hier wohl eher sagen, dass du gleichgeschlechtliche Partnerschaften von Homosexuellen kennst und ungleichgeschlechtliche Partnerschaften von Heterosexuellen. Denn ein weiteres Mal muss ich festhalten, dass ich meine engen Freunde und diese sind sowohl weiblich, als auch männlich. Bin ich jetzt bisexuell oder ist Liebe doch nicht der Begriff der hilfreich in dieser Diskussion ist?

        “Ich würde zustimmen, dass Homophobie keinen Angstzustand darstellt. Trotzdem habe den Kommentar ja nicht ich geschrieben, wieso machst Du also mir einen Vorwurf und nicht dem Kommentator selbst?”

        Ich weiß das du ihn nicht getätigt hast, aber ich mein ich hätte auch dazu geschrieben, dass dies ein Kommentar von Lesern deines Blogs ist. Also hab ich dir doch den Vorwurf noch nicht gemacht, oder? Wobei ich ihn dir ja nun machen könnte, da du genau wie deine Leserin erklärst, dass es nichts mit Angst zu tun hat.

        Sag mir doch bitte, worauf Homophobie ansonsten begründet, wenn nicht auf Unwissenheit, die zu Vorurteilen und somit Angst führen? Ich glaub der Unterschied zwischen mir und dir bzw. deiner ansonsten homogenen Leserschaft ist, dass ich gern Lösungen finden würde, wie man die gesellschaftlichen Zustände verbessern könnte, und ihr euch lieber gegenseitig vergewissert, wie toll ihr doch seid.

        Das ist auch der Grund warum ich versuche Homophobe oder Rassisten zu “verstehen”, nachzuvollziehen woher die Ängste stammen, um diese dann abbauen zu können. Dabei sind ganz klare Definitionen enorm hilfreich. Wenn ich festhalten kann, dass der einzige Unterschied die Bettaktivitäten sind, dann ist dies doch der ideale Ansatz um Ängste abzubauen. Man hält einfach fest, dass die Menschen halt lieber mit dem eigenen Geschlecht ficken und stellt dann fest, dass es doch völlig egal sein sollte was Leute im Bett treiben, solange beide damit einverstanden sind. Aber gut, dass ist nur mein pragmatischer Ansatz, kann natürlich auch sein, dass es hilfreicher ist zu sagen “Du bist homopobe, du bist ein A****l***.”

        • Du kannst für Zitate “blockquote Zitat /blockquote” benutzen, Anführungszeichen reichen aber auch.

          Meine Definition war von Wikipedia. Aber auch Dein Duden dürfte mit “Verhalten” so Dinge wie eine Beziehung oder dem Koitus vorgelagerte Aktivitäten meinen 😉

          Sexualität auf eine Partnerschaft zu beziehen ist doch sehr engstirnig, oder?

          Ich finde das Beziehen von sexueller Identität ausschließlich auf den Geschlechtsakt engstirnig.

          oder von der anderen Seite gefragt, bin ich Pädophil wenn ich mein Kind oder ist jeder der Tiere liebt direkt zoophile?

          Kennst Du nicht den Unterschied zwischen “jemanden lieben” und “sich in jemanden verlieben”?

          Möchtest du ein Gesetz haben, welches die Liebe zum eigenen Geschlecht “erlaubt” oder möchtest du lieber eines, welches den sexuellen Kontakt zum eigenen Geschlecht “erlaubt”?

          Ich hätte gerne ein Gesetz, dass diesen Umstand überhaupt nicht erwähnt. Braucht man nämlich nicht. Sobald zwei Menschen als Partner ihr Leben miteinander verbringen wollen sollten sie die gleichen Rechte haben wie alle anderen auch. Vollkommen unabhängig davon, in welcher Stellung sie Sex haben, ob sie Sex haben, sich nach welcher Definition auch immer lieben und welche Sexualorgane an ihnen herumbaumeln.

          Es ist auch recht egal, welches Nachschlagewerk jetzt Homosexualität wie definiert – mein Kritikpunkt ist, dass man bei Homosexuellen die Sexualität stärker in den Vordergrund rückt als bei Heterosexuellen und sie eher auf den reinen Geschlechtsakt reduziert. Was meiner Meinung nach auch zu Ausgrenzung führt.

          Ich weiß das du ihn nicht getätigt hast, aber ich mein ich hätte auch dazu geschrieben, dass dies ein Kommentar von Lesern deines Blogs ist. Also hab ich dir doch den Vorwurf noch nicht gemacht, oder? Wobei ich ihn dir ja nun machen könnte, da du genau wie deine Leserin erklärst, dass es nichts mit Angst zu tun hat.

          Du schreibst es aber im Zuge, dass Du es gefährlich findest, wie ich Begriffe verwende. Dann solltest Du lieber ein Beispiel dafür bringen, wie ich Begriffe falsch verwende und nicht wie irgendwer anders das angeblich tut.
          Dass Homophobie mit einer Phobie im eigentlich Sinn nicht viel zu tun hat Kim ja schon besser erklärt als ich es je könnte 🙂

          Ich glaub der Unterschied zwischen mir und dir bzw. deiner ansonsten homogenen Leserschaft ist, dass ich gern Lösungen finden würde, wie man die gesellschaftlichen Zustände verbessern könnte, und ihr euch lieber gegenseitig vergewissert, wie toll ihr doch seid.

          Lol – auch wenn ich meine Leserschaft leider viel zu wenig kenne – wenn sie eines nicht ist, dann homogen 😀

          Man hält einfach fest, dass die Menschen halt lieber mit dem eigenen Geschlecht ficken und stellt dann fest, dass es doch völlig egal sein sollte was Leute im Bett treiben, solange beide damit einverstanden sind. Aber gut, dass ist nur mein pragmatischer Ansatz, kann natürlich auch sein, dass es hilfreicher ist zu sagen “Du bist homopobe, du bist ein A****l***.”

          Tja, Dein Einsatz in Ehren, aber wenn die Leute einfach nur wissen müssten, dass es “nur” um die Bettaktivitäten geht, um fair gegenüber schwulen zu werden, dann dürfte es keine homophoben mehr geben. Tatsächlich ist ja gerade das leider ziemlich oft der Aufreger schlechthin.

          Ich habe außerdem niemanden Arschloch genannt. Vielmehr versuche ich zu zeigen, dass es eben trotz der unterschiedlichen Bettaktivität viele Gemeinsamkeiten gibt. Deswegen überhaupt mein Exkurs in schwule und lesbische Liebe, in dem ich das Wort “Homosexualität” so böse aufweiche. Deswegen meine Bitte, einmal die Perspektive zu wechseln und sich zu überlegen, wie man sich als Hetero in einer homosexistischen Welt fühlen würde.

          Kann sein, dass das null funktioniert. Aber einfach zu sagen “ah geh, schwule poppen halt mit Männern, ois ned so wild.” dürfte meiner Erfahrung nach wenige homophobe überzeugen.

          2 Antworten hätte ich gerne noch von Dir:

          1. Welche sonstigen Begriffe verwende ich falsch und damit “enorm gefährlich”?

          2. Angenommen Mark steht total auf Roger und die beiden gehen zusammen aus und knutschen rum, haben aber keinen Sex. Würdest Du das dann homosexuelles Verhalten nennen oder nicht?

        • Ich versuche die ganze Zeit zu verstehen, aus welchem Grund dich die Verwendung des Begriffes Homosexualität in diesem Artikel so aufregt. Ich empfinde es nicht als ein Verwässern eines Begriffes, wenn man diesen in der gleichen Weise gebraucht wie gleichartige Begriffe, wie etwa Heterosexualität. Denn auch wenn sicher gemeint ist, dass man sich sexuell zu Angehörigen des gleichen oder des anderen Geschlechts hingezogen fühlt, so wird zumindest der Begriff Heterosexualität heutzutage nicht nur auf Sex und sexuelles Verlangen bezogen, was man für die Begriffe Homo-, Bi- und Transsexualität eben nicht sagen kann. Genauso wie Heterosexualität im normalen Sprachgebrauch mehr umfasst als Sex, sollte dies auch für die anderen genannten Begriffe der Fall sein. Ich finde, dies wird besonders deutlich beim Begriff transsexuell. Wenn deiner Meinung nach heterosexuell bedeutet, Angehörige des anderen Geschlecht f… zu wollen, homosexuell Angehörige des eigenen und bisexuell einfach alle, wie definierst du dann transsexuell? Natürlich umfassen diese Begriffe weit mehr als nur den Sex oder das Verlangen nach Sex. Es geht dabei eben auch um die eigene Identität.

          Wenn du tatsächlich, wie du geschrieben hast, Homophobie und die Hintergründe davon verstehen möchtest, dann solltest du dich wirklich mit den Unterschieden zwischen Phobien und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit befassen. Du machst hier einfach den Fehler, Unwissenheit und Angst mit einer Phobie gleichzusetzen. Was eine Phobie ist, ist im ICD-10 (legt international fest, wie Krankheiten klassifiziert werden) definiert als eine Störung, bei der Angst in ganz bestimmten, ungefährlichen Situationen auftritt. Jede Phobie ist also eine Angst, aber nicht jede Angst ist eine Phobie, so wie jedes Quadrat ein Rechteck ist, aber nicht jedes Rechteck ein Quadrat.
          Der Unterschied zwischen Homophobie und dem, was man eigentlich unter Phobie versteht, ist, dass Homophobie niemanden in einen Zustand von Panik versetzt und nicht an eine bestimmte Situation gebunden ist. Homophobie muss also als soziologisches Phänomen gesehen werden, nicht als psychologisches. Ich habe eben den Begriff gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit benutzt, der von Heitmeyer stammt (wenn dich das interessiert, kannst du “Deutsche Zustände” lesen.). Gemeint ist, dass man sich nicht einer einzelnen Person gegenüber feindlich verhält, sondern einer ganzen Gruppe (meistens eine Minderheit), die über ein bestimmtes Merkmal definiert wird. Es gibt verschiedene Arten von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, beispielsweise Rassismus, Frauenfeindlichkeit/Sexismus, Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus… Homophobie gehört auch dazu. Bei Homophobie geht es, anders als bei Phobien, nicht einfach um Angst, sondern auch (wie du selbst geschrieben hast) um Unwissen, um Vorurteile. Es geht aber auch um soziale Kontrolle und um Macht. Es geht darum, eine Minderheit zu benutzen um den Status der eigenen Gruppe zu erhalten. Man sieht die Minderheit als unterlegen an, schreibt ihr schlechte Eigenschaften zu. Und dann sagt man: “Gott sei Dank, das bin nicht ich. Ich bin besser. Deswegen habe ich mehr Rechte. Deswegen kann ich mit dieser Gruppe tun, was ich will.”
          Homophobie hat genauso viel mit Angst zu tun wie Rassismus, nämlich ein bisschen. Ein bisschen ist das die Angst vor dem Unbekannten. Aber hauptsächlich ist das Unverständnis, Intoleranz, Feindseligkeit, Hass, nenn es wie du willst. Es würde wahrscheinlich keiner auf die Idee kommen, zu behaupten, Rassisten hätten einfach nur panische Angst vor Menschen mit einer anderen Hautfarbe. Da geht es um Feindseligkeit und um Hass. Genau das ist auch bei Homophobie der Fall.

          Ich finde es unglaublich interessant, dass du offensichtlich etwas gegen Homophobie tun möchtest, aber den Begriff Homosexualität genauso falsch verstehst, wie homophobe Menschen. Die glauben nämlich in der Regel, dass homosexuelle Menschen nur f… und dass es dabei nicht um Liebe und ein gemeinsames Leben geht. Nur findest du das nicht schlimm. Ich weiß gar nicht, ob du bemerkst, worüber sich hier manche aufregen. Um das zu verdeutlichen, möchte ich dir ein Beispiel geben, wie deine Argumentation übertragen auf Antisemitismus wäre. Ich mache das, weil ich denke, wir haben beide die gleiche Defiition von Antisemitismus. Und, nur um das klarzumachen, ich denke nicht, dass du das, was ich als Beispiel gebe, so denkst. Ich nehme nur dein Argmentationsmuster und übertrage das auf ein anderes Thema. Also, wenn ich das auf Antisemitismus übertrage, wäre das, als würdest du, um Antisemitismus zu bekämpfen, zu einem Antisemiten sagen: “Joah, Juden haben echt große, hässliche Nasen und sind total geldgeil. Aber wen interessiert das, solange sie niemandem Schaden zufügen.” Du hast dabei genau das gleiche, falsche Denken, nur wertest du das anders. Aber auch, wenn der Antisemit dann auch denken würde: “Stimmt, ist ja nicht schlimm.” und keine Juden mehr schlecht behandeln würde, würden die Juden sich – zu Recht- immer noch diskriminiert fühlen, weil das falsche Bild von ihnen weiter existiert.

          Wenn du mit der Argumentation Homophobie abbauen möchtest, die du oben verwendest, wirst du erstmal sowieso keinen Erfolg haben, weil du die homophoben Menschen in ihrem falschen Bild von Homosexualität und dadurch auch in ihrer Homophobie bestärkst. Und zusätzlich verstärkst du das falsche Bild. Bevor du Homophobie bekämpfen kannst, musst du verstehen, was das ist. Und um das zu können, musst du wissen, was Homosexualität ist. Und offensichtlich weißt du beides nicht.

          • Ganz kurz, weil ich wenig Lust habe mich zu widerholen. Wo genau sagte ich, dass Homophobie eine Phobie und nicht nur eine Angst ist? Überlese ich beständig meinen Satz in dem ich das behaupte, oder wird es einfach angenommen, weil es praktisch zur Argumentation ist?

            Natürlich kann ich Homophobie als ein gesellschaftliches Konstrukt verstehen und wie du erklären “Es geht aber auch um soziale Kontrolle und um Macht. Es geht darum, eine Minderheit zu benutzen um den Status der eigenen Gruppe zu erhalten.”

            Der Vorteil daran ist, dass man sich selbst schön aus der Problemlösung raussubstraieren kann. Denn der Herr Maier und Frau Schulze sind ja Homophob, weil es ihnen um soziale Kontrolle und Macht geht. Da kannst du als einzelner natürlich im direkten Kontakt nichts machen. Da kann man sich selbst schön erklären, dass man doch klasse ist, weil man nichts gegen Homosexuelle hat und die anderen sind eh A***l****r, da soll nun die Gesellschaft mal was machen.

            Sehr praktischer Ansatz, denn er hilft dabei, dass man sich nicht mit Herrn Müller und Frau Schulze direkt befassen muss.

            Ganz nebenbei: Sehr schön wie du mich als Homophoben abstempelst, weil ich Kritik übe. Da ist sicherlich diese rückständige Gesellschaft dran schuld, denn das was ich schreibe, schreib ich ja nur um Macht über irgendwelche Gruppen auszuüben. Hast du super erkannt und kannst dir jetzt mit gutem Gewissen auf die Schulter klopfen, du bist ein sehr sehr guter Mensch! Hilft zwar jetzt keinem Homosexuellem weiter, aber darum geht es ja auch nicht, dafür bist ja nicht du zuständig, sondern die Gesellschaft. Richtig?

          • @ Graslutscher: Ne, ich meinte bei meinem Kommentar hier oben. Ab “und offensichtlich…”, Der war nämlich daneben von mir.

            @ Fleisch is für mich voll ok:
            Ich habe schon verstanden, dass du weißt, das Homophobie keine Phobie ist. Du sagst aber, das Homophobie in Angst begründet ist und dem stimme ich nicht zu. Ich glaube, das man Homophobie heutzutage fast ausschließlich als soziales Phänomen betrachten muss. Gründe dafür habe ich in dem Kommentar weiter unten geschrieben. Ich will aber erklären, warum ich es so wichtig finde, nicht Angst als Grund für Homophobie zu sehen. Ich bin christlich erzogen worden und in einer ländlichen Gegend aufgewachsen, die auch extrem christlich geprägt ist. Ich habe die Dinge, die mir gesagt wurden, häufig übernommen, ohne zu überlegen, ob das richtig ist, ich habe Thesen und Argumente nicht hinterfragt. So wie ich das heute sehe, war ich damals homophob. Ich habe zwar nicht gesagt, dass Schwule und Lesben scheiße sind und ins Gefängnis gehören, ich habe aber gesagt, dass Homosexualität nicht richtig ist. Der Grund, warum ich heute nicht mehr dieser Meinung bin, ist, dass meine Cousine vor sechs Jahren ihr Coming-out hatte. Und auf einmal konnte ich es nicht mehr ertragen, wenn jemand schlecht über Homosexualität redet, weil das dann eben auch sie betrifft. Richtig überdacht habe ich meine vorherige Haltung erst, als ich ihre Freundin kennengelernt habe. Ich mag ihre Freundin einfach, sie ist nett, wahnisnnig witzig und passt einfach gut in die Familie. Die beiden sind in meiner nicht gerade kleinen Verwandtschaft mein Lieblingspaar. Und ich habe dann überlegt, dass ich mir eigentlich wünsche, dass die beiden zusammen bleiben, einfach weil ihre Freundin so nett ist. Und wenn ich mir das wünsche, dann wünsche ich doch auch, dass meine Cousine etwas tut, was meiner Moral nach falsch ist, nämlich lesbisch sein, damit sie mit ihrer Freundin zusammen ist. Erst ab dem Punkt habe ich wirklich angefangen, selbst über dieses Thema nachzudenken. Heute mit Homophobie konfrontiert zu werden, ist für mich schmerzhaft, weil ich dann immer sehe, wie ich früher war. Aber weil ich diese Erfahrungen gemacht habe und in diesem Umfeld aufgewachsen bin, weiß ich -sozusagen als Ex-Homophobe- genau, wie die Homophobie bei mir und anderen, die ich kenne, zustande kam. Und das hatte nie etwas mit Angst zu tun, sondern vielmehr damit, dass ich einfach das geglaubt habe, was mir erzählt wurde. Und in vielen Fällen hat Homophobie eben eine religiöse Komponente. Und sehr häufig hört man auch, dass Homosexualität eklig sei. Und Ekel ist in der Regel anerzogen.

            Ich finde übrigens nicht, dass das mich von der Verantwortung entbindet, etwas gegen Homophobie zu tun. Ich sehe mich nämlich als Teil der Gesellschaft und meiner Meinung nach ist jeder Mensch in der Lage, einen Wandel, wenn auch erstmal nur in seinem eigenen Umfeld, herbeizuführen. Dass du auch Unwissen als Grund siehst, finde ich übrigens wiederum sehr richtig.

            Und zum Schluss: Ich halte dich nicht für homophob. Ich verstehe, wieso du das so verstanden hast. Das war zu unklar formuliert, tut mir echt leid. Was ich meinte, ist, dass du Homosexualität (wie auch jede andere sexuelle Orientierung) auf Sex reduzierst. Das ist in der Regel das, wodurch sich Homosexuelle diskriminiert fühlen, weil homphobe Menschen nicht anerkennen, dass homosexuelle Menschen nicht nur Sex haben, sondern dass es bei ihnen genau die gleichen verschiedenartigen Ausprägungen von sexuellen und romantischen Beziehungen gibt, wie bei Heterosexuellen. Was ich meinte, ist, dass wenn du zu homophoben Menschen sagst: “Bei Homosexualität geht es doch nur um Sex. Die f… einfach nur jemanden, der das gleiche Geschlecht hat.” (Und ich weiß, dass das bei dir nicht homophob gemeint ist, sondern dass das deine Sicht auf alle sexuellen Orientierungen ist.), lieferst du denen kein Argument gegen Homophobie. Weil sie das Argument, dass du gegen Homophobie verwenden möchtest, benutzen, um Homophobie zu rechtfertigen. Du würdest sie so – gegen deine Intention – bestärken. Meiner Meinung nach muss man homophoben Menschen klarmachen, dass homosexuelle Menschen sind, wie heterosexuelle Menschen auch: Manche haben reine Sex-Beziehungen. Manche lieben eine Person des gleichen Geschlechts. Manche sind sogar in einer liebevollen Beziehung. In vielen dieser Beziehungen geht es gar nicht primär um Sex. Wie es eben auch bei Heterosexuellen ist.

  3. Lieber Graslutscher,

    vielen Dank für diesen Artikel, er hat mich wie immer sehr in meiner eigenen (freien) Meinung bestärkt und mir das gute Gefühl gegeben, dass manche Deutsche tatsächlich noch mit Verstand gesegnet sind.
    Im Gegensatz dazu lese ich bei diversen Zeitungen, die ebenfalls über das traurige Ereignis berichten, oft einen anderen Grundtenor in den Kommentaren. Es wird dort stark infrage gestellt, dass die “Gutmenschen” die den armen Herrn Heibel innerhalb der Partei, bei facebook und an so vielen anderen Stellen Freuer unter dem Allerwertesten gemacht haben, sein Recht auf freie Meinungsäußerung bedacht haben. Was natürlich völliger Blödsinn ist, er durfte seine Meinung schließlich äußern.
    Leider sieht das für mich schwer danach aus, als käme diese verzerrte Wahrnehmung lediglich dadurch zustande, dass einige unserer Mitbürger ebenfalls so denken wie der Verjagte und jetzt Angst haben, ihre Einstellung würde nicht toleriert. Und es waren anscheinend nicht wenige.
    Natürlich weiß ich, dass eine Stichprobe von rund 50 Kommentaren aus dem Axel-Springer-Käseblatt nicht gerade repräsentativ für die Grundgesamtheit der Deutschen ist, Sorgen macht mir das irgendwo trotzdem.

    • Verstand? aha und wo bitte ist das Verstand Etwas gegen Menschen zu haben, die genau wie sie eigentlich nur in Friedel leben wollen? das ist einfach nur Dumm. Was geht euch die Sexualität fremder Menschen an, wenn man mal höflich fragen darf? Wenn Menschen in Not sind und Probleme haben, sagt ihr alle immer dass es euch nichts angeht, geht es aber um solche Themen, dann sagt ihr alle wieder, dass ihr Hetero seid. #Fail

  4. Liebe Kim,

    schön, dass Homosexualität nichts mit dem Geschlechtsakt zu tun hat, dann sind also bspw. Frauen die eine beste Freundin haben und diese natürlich lieben auch direkt homosexuell, denn sie fühlen sich zu einer Person des eigenen Geschlechtes hingezogen. Sehr interessante Denkweise.

    Das Ängste immer etwas mit Aufschreien zu tun haben ist ähnlich interessant. Ich dacht es hätte auch einfach nur etwas mit einem tief sitzenden Unwohlsein zu tun. Aber stimmt natürlich, dass Menschen die Höhenangst haben, ständig schreiend von Klippen wegspringten oder Menschen die Flugangst haben kreischend an Flughäfen rumrennen.

    Das Rassismus, Schwulenfeindlichkeit etc. immer auf Angst vor dem Unbekannten basieren, ist jetzt nicht gerade eine Geheimwissenschaft. Es gibt Vorurteile die auf Unkenntnis gründen und diese werden zu Ängsten vor dem Unbekannten. Aber gut, vielleicht habe nur ich und sämtliche Soziologischen Konstrukte zu dem Thema unrecht und du mit deiner “für mich” Argumentation hast völlig Recht.

    Nur frage ich mich, wie denn mit deinem Ansatz die Probleme gelöst werden können? Mit meinem könnte man einfach versuchen Ängste abzubauen. Bei deiner Argumentation les ich nur unreflektierten Hass heraus.

    PS: zum Thema “Sexismus” lass ich mich lieber nicht aus, empfehle dir nur mal nachzuschauen was das Wort genau bedeutet. Denn es mit Homophobie gleichzusetzen zeugt von enormen Unwissen. Aber das nur am Rande.

  5. Die Diskussion über Definitionen und Bedeutung von Worten finde ich persönlich eigentlich gar nicht so wichtig.

    Was die Frage angeht ob Homosexualität strafbar sein sollte frage ich mich lediglich eins: Wem wird in welcher Weise geschadet?
    Ich bin kein Fachmann, aber strafbar ist doch in der Regel, was in irgendeiner Weise Schaden verursacht, sei es körperlich, seelisch, finanziell oder auf eine andere Art. Selbst wenn ich mich anstrenge will mir nicht einfallen wo der Schaden liegt wenn ein Mann statt einer Frau einen anderen Mann im Arm hält.

    Konservative würden jetzt sagen es schadet der ohnehin schon schwachen Geburtenrate. Nette Idee. Aber der schade ich auch, indem ich einfach noch nicht die richtige gefunden habe. Oder ein bedreundetes Ehepaar, das nun mit Mitte fünfzig immer noch kinderlos ist. Aus erzkonservativer Sicht ein Skandal, denn die Ehe wird ja durch Zeugung von Nachwuchs definiert. Behaupten jedenfalls Gegner der Homoehe.

    Schwule und Lesben tuen keinem Menschen ein Leid an. Außer natürlich sie bekleiden ein kirchliches Amt. Entschuldigung für die Polemik.

    Warum also sollte es von Nachteil sein wenn Homosexualität nicht strafbar ist?

  6. Lieber Fleisch finde ich voll ok,

    gerne opfer ich meine Mittagspause um weiterhin mit dir zu diskutieren,
    Ich verbitte mir aber, mich weiterhin persönlich anzugreifen.
    Bis jetzt bin ich diejenige von uns beiden, welche Fakten geliefert hat.

    “schön, dass Homosexualität nichts mit dem Geschlechtsakt zu tun hat”
    Ich habe nicht geschrieben, dass Homosexualität nichts mit dem Geschlechtsakt zu tun hat. Ich habe geschrieben, dass Homosexualität erstmal nichts mit dem Geschlechtsakt an sich zu tun hat. Dies kannst du gerne mit primär übersetzen ( erstmal = primär, damit es auch jedem klar wird.)
    Bitte bleibe bei den Fakten und zitiere mich richtig.

    Ich habe dich bereits darüber aufgeklärt, dass Homosexualität nicht eine sexuelle Handlung umschreibt, sondern ein Synonym für eine gleichgeschlechtliche Orientierung ist.

    Ich habe ein Beispiel, das es dir verdeutlichen soll.
    Es gib Asexuelle, welche in heterosexuellen oder homosexuellen Beziehungen sind.
    Es sei anzumerken, dass sich Asexuelle dieses mal aus a -( ohne oder nicht) und dem Adjektive
    sexuelle zusammensetzt, und sich tatsächlich nur auf sexuelle Handlungen bezieht.

    Als Quelle sei dir einmal die asexuelle Partnerbörse
    http://www.asexuell-partnersuche.de/search.py?aff_id=googlede&aff_pg=3&aff_cp=g-c&aff_adg=asexuell+partnersuche+-+de+-+asexuelle+beziehung+-+search+_183654&aff_kw=asexuelle+beziehung&aff_src=

    und der Fernsehbeitrag http://www.youtube.com/watch?v=cHQsWpBjom4 genannt.

    Weiter implizierst du, dass der Unterschied zwischen einer intergeschlechtlichen Freundschaft und Homosexualität Sex ist – da man “diese [Freundin] natürlich lieben [würde]”.
    Natürlich “liebe” ich meine Mutter, meinen Vater, meine Freunde. Ich war aber nie in einen von Ihnen verliebt. Sollte jemand den Hormoncocktail aus Oxytocin, Dopamin, Serotonin, und Endophinen bei der Nähe eines gleichgeschlechtlichen Menschen ausschütten, so ist dieser Homosexuell, bzw. bi. Unabhängig davon, ob es zum Geschlechtsakt kommt oder nicht.

    “Das Ängste immer etwas mit Aufschreien zu tun haben ist ähnlich interessant. Ich dachte es hätte auch einfach nur etwas mit einem tief sitzenden Unwohlsein zu tun.”

    Und wieder bitte ich dich, ein wenig mehr auf Genauigkeit zu achten.
    Wir diskutieren nicht darüber, ob Homophobie eine Angst ist. Wir diskutieren darüber, ob Homophobie eine Phobie ist.
    Und ich nenne gerne auch – erneut – die Bedingungen einer Phobie.
    ““Phobien” sind irrationale Ängste vor ganz bestimmten Dingen oder Situationen […] Dem betreffenden Patienten ist meist bewusst, dass seine Ängste übertrieben sind ”
    http://psychiatriegespraech.de/psychische_krankheiten/angst/angst_ueberblick/
    Die Träger einer Phobie wissen (meistens), dass von dem Objekt ihrer Befürchtung keine Gefahr ausgeht – es ist nur eine Reflektion ihrer Ängste auf eine andere Situation/ einen anderen Gegenstand. http://www.psychology48.com/deu/d/phobie/phobie.htm
    Nun würde also ein Träger einer Phobie – der wahrscheinlich weiß, dass seine Phobie unbegründeter Natur ist – keine politischen Folgen seiner Phobie verlangen. Genau das tun aber erstaunlich viele Homophobe ( Verbot der Adoption etc. )
    Des weiteren ist es für eine Phobie charakterisierend, dass die Betroffenen die Gegenstände/ Situationen meiden und diese nicht extra aufsuchen ( um ihre Meinung etc. kundzutun).
    und zum Schluss hat Homophobie neben der Angst noch einen mindestens genau so großen Anteil an Abneigung und Aggressionen, was wiederum kein! Bestandteil einer Phobie ist.
    Wenn überhaupt ist Homophobie eine Aversion. http://www.wien.gv.at/menschen/queer/diskriminierung/homophobie.html

    “Das Rassismus, Schwulenfeindlichkeit etc. immer auf Angst vor dem Unbekannten basieren, ist jetzt nicht gerade eine Geheimwissenschaft.”
    Nein, das ist falsch.
    Es gibt eine Angst vor dem Unbekannten ( Die Fremdenangst) – dass daraus allerdings Rassismus wächst ist, um prof. Erdheim zu zitieren ” ein Akt gesellschaftlicher Unfähigkeit”.
    http://www.pm-magazin.de/r/gute-frage/ist-angst-die-ursache-f%C3%BCr-rassismus
    Jede Gruppe grenzt sich nach außen ab. Dies ist natürlich und die Definition einer Gruppe.
    Rassismus ist allerdings, soziologisch gesehen, die Abwertung fremder Gruppen und damit die Aufwertung der eigenen Gruppe. (vgl. Henri Tajfel, Theorie der sozialen Identität)

    “Aber gut, vielleicht habe nur ich und sämtliche Soziologischen Konstrukte zu dem Thema unrecht und du mit deiner “für mich” Argumentation hast völlig Recht.”
    Nochmal, ich verbitte mir, persönlich zu werden! Nebenbei bemerkt besteht mein Studium aus 25% Soziologie. Und falls du empirische Daten hast – dann nur her damit!

    “Nur frage ich mich, wie denn mit deinem Ansatz die Probleme gelöst werden können? Mit meinem könnte man einfach versuchen Ängste abzubauen. Bei deiner Argumentation les ich nur unreflektierten Hass heraus.”
    Dazu am Anfang eine psychologischen Studie – weil du sowas ja gerne siehst:)
    Es wurden Homophoben und nicht Homophoben Menschen Pornos gezeigt ( Einmal ein heterosexuelles Paar, Einmal ein lesbisches Paar und einmal ein Schwules Paar).
    Während von den nicht Homophoben gerade mal 34% mit Erregung auf das ihm gleichgeschlechtliche Paar reagierten ( 24% deutlich)
    Waren es bei den Homophoben 80% ( 54 deutlich).
    http://www.religioustolerance.org/hom_fuel2.html
    Wie kommt das?
    Nun, wir leben in einer heterosexistischen Umwelt ( Heterosexismus = Ideologie, welche Hetero als “normal”, darstellt).
    Sehr unsicherere Persönlichkeiten, welche sich stark von den Werten und Normen der Gesellschaft beeinflussen lassen, fürchten sich, als Unnormal zu gelten und unterdrücken Ihre Neigungen. ( Und nein, das ist IMMERNOCH keine Phobie, da diese Angst nicht unbegründet ist!)
    Um ihr Weltbild und Selbstbild nicht ins Wanken zu bringen, bekämpfen sie Homosexualität.
    Vergleiche hierfür doch bitte Kurt Wiesendanger: Heterosexismus und Homophobie. In: Psychoscope, 2002, Heft 2.. Irgendwo gab es das mal online, ich finde es nur zur Zeit nicht.
    Damit ergibt sich aber ein Teufelskreis. Durch die Bekämpfung der Homosexualität und dem allgemeinen Heterosexismus lernen Kinder und Jugendliche, dass Hetero “normal” und Homo “unnormal” sei. Daraus folgt, dass die nächste Generation ihre – möglichen- Neigungen unterdrücken und verstärkt dagegen vorgehen.
    Was zu tun ist? Auflockerung der heterosexuellen Gemeinschaft! Nur so kann Homophobie auf Dauer gelöst werden.

    “PS: zum Thema “Sexismus” lass ich mich lieber nicht aus, empfehle dir nur mal nachzuschauen was das Wort genau bedeutet. Denn es mit Homophobie gleichzusetzen zeugt von enormen Unwissen. Aber das nur am Rande.”
    Nocheinmal, sei bitte genauer. Ich habe nicht gesagt, dass Sexismus ein Synonym für Homophobie ist, sondern dass Homophobie eine Anfeindung und Ausgrenzung einer Gruppe ist und sich damit sinngemäß bei Rassismus und Sexismus einreiht.
    Sexismus ist eine Abwertung einer Gruppe von Menschen aufgrund Ihres Geschlechtes und damit die Aufwertung des eigenen Geschlechtes und reiht sich somit nahtlos ein.
    Von Außen nach innen – Speziesmus – Rassismus – Sexismus – Homophobie

    PS: Solange deine Posts ein gewisses Niveau nicht unterlaufen und mich z.B persönlich angreifen werde ich auch weiterhin antworten. Allerdings werde ich wohl länger brauchen, da ich zur Zeit auch ohne diese Diskussion mehr als genug zu tun habe.

    PPS: Für den Satz aus meinem ersten Post ” Wer homophob ist, hat keine angst […]”
    entschuldige ich mich. Es müsste konkret heißen “Wer homophob ist, hat keine Phobie[…]”
    Entschuldigen werde ich ein homophobes Verhalten allerdings nicht. Dies würde einem Freifahrschein gleichkommen – und den werde ich, solange Menschen dabei zu schaden kommen, nie erteilen!

    • Ein Fehler ist mir unterlaufen. Anstelle des Satzes ” Auflockerung der heterosexuellen Gesellschaft” muss es “Auflockerung der heterosexistischen Gemeinschaft” lauten

      • Bitte tue mir den Gefallen, dass du zumindest die logischen Fehler der Definition auslöschst, sonst muss ich mich wieder aufregen und das wollen wir doch alle nicht 😉

    • Liebe Kim (es dauerte etwas länger,aber es is halt WM),

      ich wüsste nicht wo ich dich persönlich angegriffen habe, außer natürlich du wertest Kritik an deiner Argumentation als persönlichen Angriff, was mich allerdings auch nicht besonders überraschen würde. Seis drum.

      Du hast also zu ¼ in deinem Studium Soziologie? Sehr schön, dann hast du bestimmt eventuell vielleicht schon ein Proseminar bestanden und weißt was Definitionen sind und vor allem wie sie sein sollten. Der Geschlechtsakt ist nach deiner Definition kein primärer Bestandteil für Homosexualität.

      Gut, dann erklär mir bitte nur mit deiner schicken romantischen Hollywooddefinition wie Menschen sich selbst als Homosexuell verstehen können, aus freiem Willen (meist religiösen bzw. spirituelle Gründe) in einer heterosexuellen Partnerschaft leben und nur ab und an zum Sex einen Partner des eigenen Geschlechtes aufsuchen? (recherchier einfach zum Thema „mixed marriges“) Aber noch wichtiger ist, gibt es Homosexualität unter Tieren? Vergiss nicht, der Geschlechtsakt ist nicht das primäre Definitionsmerkmal! Es wäre übrigens gut, wenn es homosexuelle Tiere gäbe, denn dies würde belegen, dass Homosexualität was absolut natürliches ist und kein Zeichen der Dekadenz, so wie es im Kommunismus proklamiert wird.

      Vielleicht siehst du die Vorteile, wenn man nicht versucht die einfache Definition, welche ja ohne weiteres möglich ist, zu verkomplizieren, weil man meint, dass die Reduktion auf den Geschlechtsakt irgendwie nicht so schön ist. Nenn mir eine bessere eineindeutige Definition, welche ebenfalls möglichste allumfassend ist und aus möglichste wenigen Variablen besteht. Bitte verzichte hierbei auf den Versuch ein aussageloses Synonym in den Ring zu werfen. Denn „ gleichgeschlechtliche Orientierung“ lässt die Frage offen, was denn unter Orientierung zu verstehen ist? Ja ich bin kleinlich, aber wie schon gesagt, wenn du das Proseminar in Soziologie bewältigt hast, dann solltest du wissen warum Definitionen klar und verständlich sein müssen.

      Deine Definition zum Thema „Phobien“ fand ich da zum Beispiel angenehm, allerdings bin ich nicht so in Ekstase geraten wie der Graslutscher, was wahrscheinlich daran liegt, dass mir ein paar logische Fehler darin aufgefallen sind. (By the way: Graslutscher und alle die sich fragen, warum ich denn so ein beschissener Korinthenkacker bin, werden es vielleicht jetzt verstehen warum Definitionen so wichtig sind).

      Du schreibst bspw: „zum Schluss hat Homophobie neben der Angst noch einen mindestens genau so großen Anteil an Abneigung und Aggressionen, was wiederum kein! Bestandteil einer Phobie ist.“ Auch auf die Gefahr hin, dass du Kritik wieder als Beleidigung auffasst, aber du setzt hier zum einen Ursache und Wirkung gleich (Angst, Abneigung und Aggression sind gleichwertige Bestandteile) und zum anderen verwechselst du Ursache und Wirkung (aus Aggression entsteht bei dir Homophobie). Ich gehe davon aus, dass du sagen wolltest, dass Angst und Abneigung führen zu Homophobie, diese führt zu Aggression und Aggression ist wiederum kein Bestandteil einer Phobie ist. Richtig? Wäre zumindest die logische Reihenfolge UND das Gute daran ist auch wieder, dass wir durch diese logische Kette einen Ansatzpunkt für die Problemlösung bekommen.

      Achso, bevor ich es vergesse, wolltest du ja noch einen Beweis dafür, dass Angst der Ursprung von Homophobie und Rassismus ist. Den Beweis für Homophobie hast du ja selbst geliefert, oder wie soll man deine psychologische Studie verstehen. Diese zeigt doch auf, dass Menschen die homoerotische Gefühle haben, aber verstecken eher zu Homophobie neigen, als welche die diese nicht haben. Richtig? Dass man aus Angst Dinge versteckt / verheimlicht ist doch richtig, oder?

      Zum Rassismus: Im Gegensatz zu 1933 ist die Rassenlehre und somit der Rassismus heutzutage nicht mehr so en vouge, sondern Rassismus wird quasi Synonym mit Fremdenhass, Fremdenfeindlichkeit und Xenophobie, also Fremdenangst verwendet. Aber abgesehen davon, belegt dein Link des von dir hochgeschätzten Prof.Erdheim, dass die Kinder, die „ohne Argwohn und Angst sind“ keine rassistischen Reaktionen aufzeigten.
      Wir können somit festhalten, dass du zwei Studien rausgesucht hast, die beide Male meinen These „Angst ist der Ursprung“ unterstützen. Danke dafür. Und die Frage ist nun, wie man Angst überwindet und da bleibt nur die einzige Möglichkeit: Bildung bzw. Aufklärung. Und da sind wir alle gefragt, wenn wir auf Homophobie treffen. Natürlich ist es auch ne Möglichkeit zu sagen „Die Gesellschaft soll sich ändern und mit A***l*****n rede ich nicht.“ aber ich glaub das ändert nichts. Ich suche hier lieber das Gespräch, erkläre, dass Homosexuelle halt lieber mit dem eigenen Geschlecht ficken und ansonsten halt auch tolle Menschen, Totalausfälle oder halt irgendwas dazwischen sind.

      Noch “kurz” zum Sexismus: Sexismus ist grundlegend das Zuschreiben von Eigenschaften, Orten, Fähigkeiten, Kleidungen und sonstigen Dingen aufgrund des biologischen Geschlechtes. Zum Beispiel: Mädchen tragen rosa oder Männer sind handwerklich begabt.

      Allerdings, und da gebe ich dir gern Recht, haben sich aktuell Frauenrechtler/-innen den Begriff gern zum Kampfbegriff auserkoren, um auf die Unterdrückung der Frau hinzuweisen. Was zwar paradoxer Weise eine enorm sexistische Haltung gegenüber diesem Begriff ist, aber in dem Fall ist das scheinbar egal.

      Übrigens ist Sexismus auch ein sehr gutes Beispiel dafür, warum auch die bildungsferne Schicht wissen sollte was Begriffe bedeuten. Wir alle kennen sicherlich noch die #Aufschrei-Debatte und hier zeigte sich die Perversion der Unwissenheit. Denn nicht nur, dass eine sexuelle Belästigung wie „Sie können eine Bluse ausfüllen“ dummer Weise als Sexismus tituliert wurde, der Begriff wurde anschließend so absolut beliebig genutzt. So vereinte der Sexismus-Hashtag #Aufschrei Frauen denen Männer hinterhergepfiffen haben, mit Frauen die fast vergewaltigt wurden und Frauen die aufgrund ihres Geschlechtes bei einer Beförderung übergangen wurden. Weder für das Thema „alltäglichen sexuellen Belästigung von Frauen“ noch für „strukturelle Benachteiligung von Frauen im Job“ war dies sonderlich hilfreich. Es hat nur, wie so oft den moralischen Maulhelden geholfen die sich im Glanze der Medienöffentlichkeit sonnen wollten.

      Vielleicht versteht nun der / die ein oder andere Leser/in warum exakte Definitionen so wichtig sind, falls nicht, dann möchte ich mich an dieser Stelle bei allen Homosexuellen entschuldigen die aufgrund verwässerter nach-meiner-Meinung-Argumenten weiterhin Vorurteile und Schlimmeres ertragen müssen. Es tut mir leid, aber ich hab mein bestmögliches getan.

      • Auch wenn ich dir eigentlich zustimme, dass Definitionen sehr wichtig sind und klar und eindeutig sein müssen, muss man meiner Meinung nach besonders bei diesem Thema beachten, dass es einen großen Unterschied zwischen einer Definition und dem Verständnis eines Begriffes im allgemeinen Sprachgebrauch geben kann. Für den Fall, den wir hier diskutieren, muss eine Definition ganz nah am allgemeinen Verständnis sein. Auch wenn es deiner Meinung nach so ist, dass bei Hetero-, Homo- und Bisexualität nur von Bedeutung ist, wen man in sein Bett zieht, entspricht dies nicht dem allgemeinen Verständnis dieser Begriffe, da auch Begriffe wie Liebe, so romantisch verklärt du das auch finden magst, in diesem Kontext eine Rolle spielen. Das eigene Begehren und Fühlen macht hier den Unterschied.

        Du möchtest deine Definition von Homosexualität damit begründen, dass es homosexuelle Menschen gibt, die in heterosexuellen Beziehungen leben und nur ab und zu homosexuellen Sex haben und sich trotzdem homosexuell nennen. Nun, erstens sind diese Menschen in der Regel in solchen Beziehungen sehr unglücklich, was irgendwie dagegen spricht, dass deine Definition stimmig ist. Ginge es tatsächlich nur um Sex, müssten diese Menschen doch sehr glücklich sein, da sie ja homosexuellen Sex haben. Vielleicht nur ein bisschen zu wenig. Sie haben zudem heterosexuellen Sex. Wäre der Sex das definierende Moment, müssten sie dann nicht bisexuell sein, weil sie sowohl hetero- als auch homosexuellen Sex haben? Sie sind auch nicht wirklich freiwillig in diesen Beziehungen, sondern aufgrund von Druck, sei dieser nun gesellschaftlicher oder religiöser Natur. Hier spielt auch tatsächlich Angst eine große Rolle. Und zweitens verstehe ich nicht, woher du wissen willst, dass sie sich neben dem Sex nicht auch eine homosexuelle Beziehung wünschen können.
        Ich verstehe nicht, in welcher Weise dein Beispiel deine Definition unterstützen soll.

        Homosexuelle Tiere gibt es übrigens. In allen Variationen, also nur kurzer Sex, Sex zum Lösen von Konflikten, wechselnde Partner, Orgien, lebeslange Partnerschaften. Einfach googeln. Bei Tieren wird dies übrigens meistens an sexuellen Tätigkeiten festgemacht. Das lässt sich eben beobachten. Kann es sein, dass du bei deiner Definition Wert auf die Beobachtbarkeit und Nachweisbarkeit legst und deswegen jede sexuelle Orientierung auf sexuelle Handlungen reduzierst? Denn persönliche Empfindungen lassen sich natürlich schlecht beobachten. Menschen können diese aber, im Gegensatz zu Tieren, mitteilen.

        Ich finde die Definition von Wikipedia ganz gut. Was ich schade finde, ist dass du die Definitionen von anderen verwirfst, weil sie deiner Meinung nach Begriffe enthalten, die nicht deutlich genug sind. Das gleiche gilt aber doch für deine Definition. Was genau verstehst du unter Geschlechtsakt? Ist Penetration ein Muss? Zählt Anal, Oral, Petting, Streicheln? Was würde Streicheln im sexuellen Sinn von nicht-sexuellem Streicheln (Mutter-Kind) unterscheiden? Was ist mit Küssen? Wenn ja, welche Arten von Küssen? Wie ist das dann mit Umarmungen, Händchen halten? Was ist mit homosexuellen Menschen mit Behinderungen, die vielleicht Sex nicht auf herkömmliche Weisen praktizieren können? Sex ist eben nicht Sex.

        Es gibt tatsächlich Studien, die belegen, dass extrem homophobe Menschen häufig homosexuell sind. Dies hat dann häufig etwas mit Angst zu tun. Aber homophobe Menschen sind nicht zwangsläufig homosexuell, weswegen die Tatsache, dass einige Menschen ihre Homosexualität aus Angst verstecken und sogar offensiv gegen Homosexualität vorgehen, nicht auf Homophobie im Allgemeinen übertragen werden darf. Es gibt eben einen Unterschied zwischen homosexuellen, homophoben Menschen und heterosexuellen, homophoben Menschen. Die Angst von Homosexuellen, die homophob sind, unterscheiet sich von der Angst von Heterosexuellen, die homophob sind. Weswegen ich das Beispiel von Kim nicht als Beweis für deine These sehe. Denn die Menschen, die in diesem Beispiel Angst empfinden, sind ängstlich, weil sie sich in einer homophoben Gesellschaft befinden. Homosexualität zu verstecken und selbst homophob zu werden ist lediglich die Antwort auf schon vorhandene Homophobie.
        Ich glaube auch nicht, dass hier jemand der Meinung ist, Homophobie hätte gar nichts mit Angst zu tun. Ich glaube, Homophobie ist ein wesentlich komplexeres Problem. Und ich glaube, Angst spielt eher in seltenen Fällen eine entscheidende Rolle. Ich sehe die Ursache von Homophobie eher in der religiösen und moralischen Geschichte von Gesellschaften. Und ich bin der Meinung, dass, wie bei fast jeder Art von Menschenfeindlichkeit, Macht, Überlegenheit und die eigene Gruppe eine Rolle spielen. Ich glaube außerdem, dass wir Homophobie heute von Homophobie früher unterscheiden müssen. Ich denke, Homophobie früher hatte verschiedene Ursachen, unter anderem auch Angst, aber Homophobie ist heute in der Regel anerzogen. Menschen, die heutzutage homophob sind, haben das so gelernt und haben häufig keinen Grund für ihre Homophobie, außer dass sie das eklig finden, bzw. gelernt haben, dass das eklig ist. Ich glaube, Unwissenheit ist ein Grund, warum Homophobie bestehen bleibt.

        Zu Sexismus: Du bist ein Mann, oder? Das bedeutet nicht, dass du dich nicht äußern darfst und ich finde deine Aussage, dass die Art, wie viele Feministinnen das Wort Sexismus gebrauchen, sexistisch ist, ehrlich gesagt, brilliant. Weil sich Sexismus eben auch auf Männer auswirkt und auch Männer Opfer von Sexismus sind. Wenn sie keine Schwäche zeigen dürfen, weil das “unmännlich” ist, etwa. Der Grund, warum ich denke, dass du ein Mann bis, ist der, dass man an deinen Beispielen merkt, dass du diese Beispiele bringst. Sexismus ist eben auch Ungleichbehandlung. Wenn also Brüderle eine Bemerkung über das Aussehen einer Journalistin macht, ist das zwar eine sexuelle Belästigung (Danke, dass du das anerkennst.), gleichzeitig ist das aber auch sexistisch. Journalisten werden in der Regel nicht auf ihr Äußeres angesprochen. Von Frauen wird ständig erwartet, dass sie hübsch anzusehen sind und dass Männer dies dann kommentieren dürfen. Ein Hinterherpfeifen auf der Straße ist in dem Sinne sexistisch, weil die Frau als Objekt gesehen wird, das die Aufgabe, hübsch zu sein, erfüllt hat, und deswegen Lob verdient. Das mag jetzt überzogen wirken, aber es gibt durchaus Frauen, die das wirklich belastet. Und es ist unangenehm. Hast du dich schonmal zu Tode erschreckt, weil irgendein Idiot wie blöd hinter dir her hupt, wenn du eine Straße entlang gehst? Wurdest du schonmal im Zug als “schwarze Fotze” bezeichnet, von jemandem, an dem du vorbeigegangen bist, als du aussteigen wolltest, weil du ausschließlich schwarze Kleidung trägst? Kennst du das Gefühl, dass du dich ständig fragst, ob die Kleidung, die du trägst, von einem Mann als Anlass gesehen werden könnte, dich sexuell zu belästigen? Dass diese Gesellschaft für Frauen in Bezug auf das Äußere so anders ist als für Männer, das ist Sexismus. Ich will jetzt damit nicht sagen, dass ich ständig versuche, mich vor dieser ach-so-bösen Männerwelt zu verstecken. Aber das liegt daran, dass ich für mich entschieden habe, dass ich nicht die Verantwortung von den Männern auf mich übertrage. Ich sehe es nicht ein, dass ich für das schlechte Verhalten von Männern verantwortlich bin, nur weil ich einen Rock trage. Ich achte mittlerweile auch kaum noch darauf, ob jetzt jemand blöd zu mir sieht oder nicht. Aber ich kenne viele Frauen, bei denen das anders ist. Und wie gesagt, Männer sind natürlich auch Opfer von Sexismus. Du sagst, er Begriff Sexismus wird beliebig genutzt. Naja, ich denke er wird nicht genug genutzt. Nicht bei Dingen, die Frauen betreffen und schon gar nicht, wenn es um Männer geht.

      • Hallo Fleisch ist für mich ok –
        jetzt habe ich meinen letzten Kommentar verhauen ^-^
        Hat alles etwas länger gedauert, aber nun gut – auf ein neues.

        Gut, dann erklär mir bitte nur mit deiner schicken romantischen Hollywooddefinition

        Es ist nicht meine Definition, es ist die Definition des Wortes Homosexualität – so wie es sich Kertberny bei der Bildung gedacht hat. Und ich will dir das nicht ständig sagen müssen.

        Menschen sich selbst als Homosexuell verstehen können, aus freiem Willen (meist religiösen bzw. spirituelle Gründe) in einer heterosexuellen Partnerschaft leben und nur ab und an zum Sex einen Partner des eigenen Geschlechtes aufsuchen?

        Wenn sie nur aus religiösen oder spirituellen Gründen eine heterosexuelle Partnerschaft führen, tut dies nichts zu Ihrer sexuellen Orientierung zur Sache.
        Wenn religiöse oder spirituelle Gründe die eigene Sexualität beeinflussen, dann ist das wohl ehr ein Teil der eigenen sexuellen Identität und nicht der sexuellen Orientierung.

        gibt es Homosexualität unter Tieren? Vergiss nicht, der Geschlechtsakt ist nicht das primäre Definitionsmerkmal!

        Bei dem derzeitigen Wissensstand unserer Gesellschaft , in der man selbst noch über die Empathiefähigkeit einer Maus staunt, bezweifle ich die Existens von Studien, welche bei Tieren Verliebtheit zu gleichgeschlechtlichen Artgenossen misst.

        Vielleicht siehst du die Vorteile, wenn man nicht versucht die einfache Definition, welche ja ohne weiteres möglich ist, zu verkomplizieren, weil man meint, dass die Reduktion auf den Geschlechtsakt irgendwie nicht so schön ist.

        Die einzige Definition, mit der du arbeitest, ist eine, von der du-anscheinend – ausgehst, dass sie dem gesellschaftlichen Konsens entspricht ( was ich nebenbei bezweifle, oder täusche ich mich?). Und selbst wenn es der gesellschaftliche Konsens wäre, würde ich damit nicht arbeiten. Die Allgemeinheit hält Schizophrenie auch für eine Persönlichkeitsspaltung.
        Es ist mir ziemlich egal, ob ich über eine sexuelle Handlung diskutiere. Homosexualität ist aber nunmal keine sexuelle Handlung.

        Nenn mir eine bessere eineindeutige Definition,

        Ich habe dir die gültige genannt.

        Denn „ gleichgeschlechtliche Orientierung“ lässt die Frage offen, was denn unter Orientierung zu verstehen ist?

        Gleichgeschlechte Orientierung ist eine Untergruppe der sexuellen Orientierung und ist mehr als deutlich definiert.
        Es erfasst die nachhaltigen Interessen einer Person bezüglich des Geschlechts eines potentiellen Partners auf der Basis von Emotion, romantischer Liebe, Sexualität und Zuneigung.(wiki)

        Ja ich bin kleinlich,

        Nein, du bist nicht kleinlich. Du hältst an einer falschen Definition fest.

        zum Schluss hat Homophobie neben der Angst noch einen mindestens genau so großen Anteil an Abneigung und Aggressionen, was wiederum kein! Bestandteil einer Phobie ist.“ Auch auf die Gefahr hin, dass du Kritik wieder als Beleidigung auffasst, aber du setzt hier zum einen Ursache und Wirkung gleich

        1. Abneigung muss seine Ursache nicht in Angst haben. Es kann auch sehr gut sein, dass die heterosexistische Gesellschaft Homosexualität so abnormal erscheinen lässt, dass es Aufgrund seiner “Andersartigkeit” auf Abneigung trifft.

        2. Ist es völlig irrelevant, ob die Aggressionen aus der Angst stammen ( ich habe in dem Satz weder das eine, noch das andere behauptet)

        3. Habe ich nicht jedem Homophoben einen Anteil an Angst zugesprochen. Ich habe nur geschrieben, dass Angst eine Homophobie niemals ausreichend definiert.

        und zum anderen verwechselst du Ursache und Wirkung

        Was denn nun, setzte ich die Wirkung mit der Ursache gleich oder verwechsle ich sie? Wenn ich beides in einem Satz geschafft hätte, müsste ich ja einen Orden bekommen 😉

        Ich gehe davon aus, dass du sagen wolltest, dass Angst und Abneigung führen zu Homophobie, diese führt zu Aggression und Aggression ist wiederum kein Bestandteil einer Phobie ist. Richtig?

        Nope. Ich sagte, Aggressionen und Abneigung sind laut Definition Bestandteil einer Phobie, und das Angst auch mit drin sein kann. Nachdem ich nocheinmal nachgelesen habe, möchte ich Aggressionen als zwingend nötig herausnehmen. Ich glaube, die Agressivität ist nur mit drinne, wenn aus der Aversion eine Aninosität wird. Wenn du möchtest, forsche ich daraufhin nochmal weiter nach.

        Wäre zumindest die logische Reihenfolge UND das Gute daran ist auch wieder, dass wir durch diese logische Kette einen Ansatzpunkt für die Problemlösung bekommen.

        Dies würde – wen überhaupt – bei den Prozentsatz der Homophoben zu trage kommen, welche tatsächlich zuerst Angst haben, und dann – aus Selbstschutz – Aggressionen aufbauen.
        Für die restlichen, welche einfach aufgrund der heterosexistischen Gesellschaft eine homophobe Einstellung haben, gilt das nicht.
        Kurzes Beispiel: Es gibt vielleicht welche, die tatsächlich Angst vor Türken haben. Der Großteil, derer die eine ablehnende Haltung gegen Türken haben, haben wohl ehr aufgrund gesellschaftlicher meinungsbildenden Faktoren diese Einstellung.

        Achso, bevor ich es vergesse, wolltest du ja noch einen Beweis dafür, dass Angst der Ursprung von Homophobie und Rassismus ist.

        Ich hatte konkret nach einem Hinweis auf Angststörungen gefragt – nicht nach Angst.. Und nein, die Angst vor gesellschaftlicher Ausgrenzung durch das Annehmen der eigenen Homosexualität ist keine Angststörung.

        Zum Rassismus: Im Gegensatz zu 1933 ist die Rassenlehre und somit der Rassismus heutzutage nicht mehr so en vouge, sondern Rassismus wird quasi Synonym mit F remdenhass, Fremdenfeindlichkeit und Xenophobie, also Fremdenangst verwendet

        Dafür hätte ich gerne die Quelle. Und bitte schmeiß doch nicht die Rassenlehre von 1933 mit Rassismus in einen Topf. Es sind keine Synonyme. Rassismus ist der Überbegriff. Und, nebenbei – was ist das für eine Definition, in der du “Quasi” verwendest?
        Ich möchte nicht wissen, wie etwas ungefähr ist.

        Aber abgesehen davon, belegt dein Link des von dir hochgeschätzten Prof.Erdheim, dass die Kinder, die „ohne Argwohn und Angst sind“ keine rassistischen Reaktionen aufzeigten.

        –>” Der Zürcher Wissenschaftler Prof. Erdheim beschreibt den Übergang von Fremdenangst zu Rassismus als einen Akt gesellschaftlicher Unfähigkeit. Wenn etwa Privilegien umverteilt würden und Armut entstehe, beginne man Fremde als bedrohlich zu empfinden. Erdheim: “Dann kommt Rassismus ins Spiel, indem die Fremden benutzt werden, die eigene Unterprivilegiertheit zu erklären. Die haben dann Schuld an der eigenen, schlechten Lage.” Damit vermeide man, die Unfähigkeit einzugestehen, mit den eigenen Problemen umzugehen. ”
        —> Damit vermeide man, die Unfähigkeit einzugestehen, mit den eigenen Problemen umzugehen. ”
        So, nocheinmal. Rassismus ist keine Fremdenangst oder Fremdenhass, sondern die Abwertung einer anderen Gruppe aufgrund ihrer Herkunft.

        Und die Frage ist nun, wie man Angst überwindet und da bleibt nur die einzige Möglichkeit: Bildung bzw. Aufklärung.

        Nun lassen sich Homophobe selten belehren. Ich bleibe dabei, dass es wichtig ist, den Homophoben und Homosexuellen zu zeigen, dass Homosexualität genau so normal ist wie Heterosexualität und das geht nur über eine stetige Aufweichung der heterosexistischen Gesellschaft.
        Ich freue mich auf die Studien, die belegen, dass Aufklärung und Bildung der einzige Weg heraus aus der Homophobie sind. ( Bildung ist allerdings ein guter Ansatz. Wer gebildet ist, der differenziert meist besser.)
        Auf das mit der Angst gehe ich gar nicht erst wieder ein.

        Natürlich ist es auch ne Möglichkeit zu sagen „Die Gesellschaft soll sich ändern und mit A***l*****n rede ich nicht.“

        Ich habe nie gesagt, dass ich nicht mit Homophoben rede. Ich höre mir – gerne – ihre Sichtweise an, ich versuche sie auch zu verstehen. Aber ich werde ihrem Verhalten niemals Akzeptanz oder Toleranz entgegenbringen. Und das möchte ich Ihnen auch klar machen. In einer Gesellschaft, in der Homophobe Toleranz und Akzeptanz erwarten, wird die Würde des Homosexuellen immer wieder angegriffen.

        Noch “kurz” zum Sexismus: Sexismus ist grundlegend das Zuschreiben von Eigenschaften, Orten, Fähigkeiten, Kleidungen und sonstigen Dingen aufgrund des biologischen Geschlechtes. Zum Beispiel: Mädchen tragen rosa oder Männer sind handwerklich begabt.

        Du verwechselst Geschlechterrollen und Sexismus. Am Besten liest du dir für beide mal eine Definition durch.

        mit Frauen die fast vergewaltigt wurden

        Das ist kein Sexismus

        und Frauen die aufgrund ihres Geschlechtes bei einer Beförderung übergangen wurden

        Das ist Sexismus.

        Vielleicht versteht nun der / die ein oder andere Leser/in warum exakte Definitionen so wichtig sind, falls nicht, dann möchte ich mich an dieser Stelle bei allen Homosexuellen entschuldigen die aufgrund verwässerter nach-meiner-Meinung-Argumenten weiterhin Vorurteile und Schlimmeres ertragen müssen. Es tut mir leid, aber ich hab mein bestmögliches getan.

        Ich hoffe, du fängst endlich mal damit an, die allgemeingültigen Definitionen zu benutzen, und dir nicht irgendwelche aus dem Finger zu saugen.
        Bitte lerne die gültigen Definitionen folgender Begriffe.
        Sexuelle Identität
        Sexismus
        Geschlechterrollen
        Sexuelle Orientierung
        Verliebtheit / romantische Liebe
        Und akzeptier die Definition von Homosexualität. Du sagst, diese gültige! Definition wäre zu schwammig, da dir der eigendlich deutlich definierte Begriff sexuelle Orientierung nicht aussagekräftig genug ist. Anstelle dessen zerlegst du das Wort Homosexualität in seine Einzelteile, ohne dich einmal mit der Herkunft auseinanderzusetzten. Jeder Versuch von mir oder Graslutscher, dir die gültige Definition näherzubringen, tust du mit dem Hinweiß auf dessen Ungenauigkeit und einem Vermerk auf deine Definition ab.
        Hier aber einige Überlegungen, die zeigen, wie schwammig deine Definition ist.
        1) Ich kenne – bewusst – 5 Homosexuelle. Bei 3 von Ihnen weiß ich, dass ihre ersten sexuellen Handlungen mit dem anderen Geschlecht waren. Sind sie jetzt Bi?
        2) Manche Menschen wissen dass sich Homosexuell oder Bi sind – bevor sie mit meinem Menschen ihres Geschlechtes geschlafen haben. Nach deiner Definition ist man aber erst Homosexuell, wenn man gleichgeschlechtlichen Sex hat. Wie regelst du das?
        3) Was ist mit Menschen, die vom selben Geschlecht vergewaltigt wurden – sind sie zwingend Homosexuell?
        4) Haben Jugendliche vor ihrem ersten Geschlechtsakt eine Sexualität? Und wenn ja, ist die sexuelle Orientierung bereits ein Teil von ihr?
        5) Sind die Homophoben aus der Statistik, welche mit Erregung auf gleichgeschlechtliche Pornos reagieren – durchweg Heterosexuell, da sie höchst wahrscheinlich noch keinen gleichgeschlechtlichen Sex hatten?
        6) Was sind Asexuelle, die sich in gleichgeschlechtliche Menschen verlieben?
        7) Sind Menschen, welche -gesundheitsbedingt – nicht mehr dazu in der Lage sind, Sex zu haben ( z.B Erektionsstörungen) – ohne sexuelle Orientierung?
        8) Sind alle Menschen, welche einen Dreier hatten, bi?
        9) Wenn ein Mensch nur dann entweder homosexuell oder heterosexuell ist, wenn er Sex hat – was ist er dann, wenn er eine längere Abstinenz pflegt? Und ab wann verliert er seinen Status?
        Ich könnte noch so weitermachen, aber es wartet noch ein Batzen Arbeit auf mich.
        Ich weiß noch nicht, ob ich weiter mit dir diskutieren kann, ich habe zur Zeit eine Menge zu tun.
        Auch macht es einfach kein Spaß, dir zum 3. mal zu schreiben, dass Homosexualität keine sexuelle Handlung ist.
        Das beides ist auch nicht meine verklärte rosa-rote Brille-Sicht auf die Welt sondern einfach Fakt Ich wünsche dir trotzdem einen schönen Abend
        PS: Mein allererster Post bezog sich hierauf : http://www.queerelations.net/tl_files/Themen-Blog/morgan-freeman.jpg
        Und nein, ich kann gerade nicht beschwören, dass Morgan Freeman das gesagt hat.
        Und nein, das ändert nichts an meiner Aussage. Schließlich habe ich das explizit als meine Meinung gekennzeichnet.
        Ich bleibe auch dabei.
        Homophobe schaffen ein Umfeld, dass Homosexualität -im besten Fall – als andersartig beschreibt und im schlimmsten Fall ihre Menschenrechte aberkennt.
        Und nein, ich muss eine Ausgrenzung einer Gruppe nicht akzeptieren. Ich halte Menschen, die anderen Menschen das antun entweder für total unreflektiert – so dass Ihnen weder bewusst ist was (und wieso) sie (es) machen, noch was sie dem Anderen damit antun – oder für das, was ich oben bereits erwähnt habe.
        So, nun habe ich hoffentlich den Kommentar retten können.
        Vielen vielen Dank, Jan 🙂

        • und schon wieder ein Fehler :/

          Ich sagte, Aggressionen und Abneigung sind laut Definition Bestandteil einer Phobie, und das Angst auch mit drin sein kann.

          ich meinte natürlich Homophobie….

      • “Aber noch wichtiger ist, gibt es Homosexualität unter Tieren?”

        Ja gibt es! Homosexuelle dürfen im Tierreich sogar Adoptieren.

        http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/homosexualitaet-bei-tieren-maennchen-mit-maennchen-weibchen-mit-weibchen-a-444512.html

        Unter allen lebenden Wesen auf diesem Planeten, sind Homosexuelle der Spezies Mensch die einzigen, die auf Grund ihrer Sexualität von Artgenossen ausgegrenzt werden.
        Alle anderen (d. h. die Nicht-Menschen) gehen damit super gechillt um, da wird das noch nicht mal thematisiert. Könnte Mensch sich ja mal ein Beispiel dran nehmen.

  7. Ein wundervoller Artikel!
    Hab ihn – wie immer – gernussvoll verschlungen. Freu mich auf den nächsten.

  8. Lieber Graslutscher – das soll kein Kommentar werden, sondern eine Nachricht an dich. Ich habe irgendwie den letzten Kommentar ordentlich verhauen.
    ( Ich habe das wohl mit dem zitieren nicht geschafft)
    Bitte veröffentliche ihn nicht.
    Es wäre aber klasse, wenn du ihn mir nochmal über meine Mail zuschicken könntest – ich will nicht nochmal alles schreiben. Bittebittebitte 🙂

  9. Frauen und Technik -.- ( das ist jetzt kein Aufruf zur Debatte über dieses Vorurteil)
    Ja, das wäre echt nett von dir.
    Ich probier dann irgendwann morgen nochmal mein Glück ^-^

  10. Ja so sehe ich das halt auch. Heteros haben Swinger Clubs, Bordelle und auch Parkplatztreffs. Wenn ein Familienvater sich in einem Bordell von zwei Lesben beglücken läßt, auf Dominas steht und seine Frau misshandelt, dann ist das Normal, weil er eben hetero ist. Aber wehe zwei schwule verlieben sich und wollen adoptieren und die gleichen Rechte.

    • Naja, also wenn er seine Frau misshandelt ist das sicher nicht normal und eben auch illegal. Aber alle anderen Punkte stimmen so. Bei Heteros gilt das als experimentierfreudig.

      Good News: Das luxemburgische Parlament beschließt als 8. Land in der EU die komplette Gleichstellung im Ehe-Recht. Damit dürfen homosexuelle Paare ab kommendem Januar heiraten und Kinder adoptieren. Auch die Bevölkerung ist offen gegenüber dem Thema: 83% sind für die Homo-Ehe.

  11. Ach die AFDler gucken doch zu Hause auch heimlich Lesbenpornos und misshandeln die Gurke.
    Aber das gilt natürlich nicht, hübsche lesbische Frauen, die dich anmachen sind super, alle anderen sexuell nicht gesellschaftskonformen Menschen sind pfui bäh.

  12. Könnte es sein, dass der Verfasser dieses Postest entweder:

    1. selbst latent Homo- bzw. Bi-Sexuell ist
    2. keine Abkriegt
    3. unter einer Vergewaltigungspsychose leidet?

    Was jammern solche vollidioten wie du wegen der Homosexualität anderer rum? was geht dich diese überhaupt an? oder kriegt ihr keine Frau ab die es ja aufgrund der Zahl der schwulen massig geben sollte und zeigt euch dass, dass euch keine will? Freut euch doch. Mehr frauen wir euch

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