13 comments on “Ich habe den schwurbeligen Leitartikel im Spiegel gelesen, damit Ihr es nicht tun müsst

  1. In folgendem Interview hat Herr Klink 2010 noch gemeint: “Deshalb wäre es mir am liebsten, Fleischessen würde verboten.”:
    https://www.welt.de/welt_print/lifestyle/article9876852/Fleisch-gehoert-verboten.html
    Und dann kamen diese blöden Veganer und haben gemeint, dass Fleischessen irgendwie nicht so toll ist. Verdammte Missionare! Wollen ihm sagen, er soll kein Fleisch mehr essen? Das darf nur er selbst! Also Hundertachtziggradwende: Essensmissionierung gehört verboten! Vermutlich bis zu viele Leute daher kommen und meinen, dass Essensmissionierung verboten gehört. Dann wird’s allerdings echt kompliziert.

  2. Jeder Satz ein Treffer. Ich wünschte, die beiden Autoren könnten deinen Artikel lesen. Könntest du ihnen deinen Beitrag verlinken oder senden? Nicht wegen des In-your-face-Moments, sondern einfach um die Chance zu erhöhen, dass sie lernen. Butterfly-Effekt und so.

    Danke, dass du immer so genau hinschaust. Deine Arbeit ist wichtig.

  3. Ich habe mich wie immer köstlich amüsiert, ohne den Artikel überhaupt gelesen zu haben (werde ich aber nachholen).
    Dein Humor ist einfach köstlich, obwohl man bei so viel Schmarrn lieber heulen würde.

    Mach weiter so!

    Liebe Grüße

  4. “Der Spiegel. Das ist die BILD für Akademiker.”
    -Volker Pispers

    Wie mensch sieht, stimmt der Satz einige Jahre später immernoch 😉

  5. Bin ich froh, dass ich diesen Spiegel-Artikel nicht lesen musste, geschrieben von und für verwöhnte Wohlstandsmaden ohne Ernährungswissen, die sich in ihrer unreflektierten Einstellung bestätigt fühlen wollen: “Ich esse, was mir schmeckt.”
    Und der letzte zitierte Satz ist nichts anderes als eine Aufforderung, sich keine Gedanken um seine Essgewohnheiten zu machen, sondern sich weiterhin alles brav einzuverleiben, was uns die schöne neue Discounterwelt vorsetzt.

  6. Ich habe bei Vincent Klink vegan 4 Gänge gegessen und das war mit der richtigen Telefonistin gar kein Problem. Die erste hat allerdings rumgeschnauzt “Der Chef kocht nur mit Butter!!!11elf”. Das konnten wir uns nicht vorstellen und haben nochmal angerufen, andere Frau, und plötzlich alles kein Problem. Und war auch vor Ort kein Problem.

    Übrigens waren auch die Gerichte nicht hingeschlurzt. Da steckte deutlich mehr Hirnschmalz (ha und das alles noch vegan!) drin als so manches Gericht meiner allesessenden Tischnachbarn. Ich bin so ein “Chefs Table” gucker und ich bin seit Jahren hobbymäßig Künstler, ich sehe es, wenn mir mein Essen tatsächlich etwas sagt. Im Sinne einer kleinen Geschichte oder eines Kunstwerks. Das taten die Buletten auf Kartoffelbrei ein Teller weiter nicht.

    Hab mich da sehr wohl gefühlt und es war wirklich sehr lecker.

  7. Super Rant, habe sehr gelacht, obwohl ich darin ziemlich lächerlich gemacht werde.

    Nur ein kleines Detail fehlt mir in diesem Verriss: Fakten und Quellen. Aber das kann ja noch kommen.

    Hier schon einmal zwei Anregungen, um das Gespräch in Gang zu bringen.

    Vielleicht interessiert manche Leser die Frage: Macht Fett fett? Und ist vegan und vegetarisch immer gut, aus Prinzip und sowieso?

    Diese aktuelle Studie aus dem British Journal of Nutrition legt nahe, dass nicht Fett das Problem ist, sondern Kohlenhydrate. Damit ist nicht nur Zucker gemeint, sondern dazu gehören alle möglichen vegetarischen und veganen Kohlenhydrate, etwa in Reis oder Kartoffeln: “These findings suggest that a low-fat diet may promote weight gain, whereas a reduced-carbohydrate diet may decrease risk of postmenopausal weight gain.”

    https://www.cambridge.org/core/journals/british-journal-of-nutrition/article/evaluation-of-diet-pattern-and-weight-gain-in-postmenopausal-women-enrolled-in-the-womens-health-initiative-observational-study/05411A8B6F6F861CFC4B6080181AC428

    Macht Fett fett? DIeser Frage geht auch dieses Buch des Harvard-Kinderarztes David Ludwig nach. Ich will hier keine Werbung machen, es geht mir eher darum, faktenbasiert und ausgewogen zu diskutieren. Schauen Sie sich einfach mal ein paar Rezensionen dazu an, oder besucht seine Website.

    https://www.drdavidludwig.com/

    https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Nimmersatt/David-Ludwig/Goldmann-TB/e482926.rhd

    Auch Ludwigs Buch bietet im letzten Kapitel einen richtig krachledernen Rant, der lustig wäre, wenn er nicht zum Heulen wäre. Es geht darin um die fehlgeleiteten Empfehlungen für Schulkantinen in den USA, die teils Ketchup als gesundes Gemüse einstufen. Sehr lesenswert.

    Außerdem bietet das Buch nicht nur einen Überblick über die solidesten Forschungsergebnisse, sondern auch Rezepte zum Nachkochen. Viel Spaß damit. Und: Rant on!

    Hilmar Schmundt

    • Hallo Herr Schmundt,

      bitte entschuldigen Sie das späte Freischalten Ihres Kommentars, ich war leider über längere Zeit verhindert. Ich schaue später mal in Ruhe, wo mein Text noch ein paar Belege gebrauchen könnte und gehe dann auch auf die anderen Punkte ein.

      In jedem Fall begrüße ich Ihre sportliche Einstellung, auf meinen Text persönlich einzugehen 🙂

      Mit freundlichen Grüßen,
      Jan Hegenberg

    • Was hat die Frage “macht Fett fett?” damit zu tun, dass kritisiert wird, dass Sie legitimieren, dass Tiere für eine Gaumenfreude ihr ganzes (kurzes) Leben lang in grauenvoller Pein leben und zum Schluss ermordet werden?

      Die Begründung für Veganismus ist nicht “Fett ist ungesund also essen wir lieber Pflanzen”. Die Begründung ist, dass Tiere auszubeuten nicht mit einer fortschrittlichen und egalitären Gesellschaft vereinbar ist. Es geht nicht um hippe Askese oder irgend ein anderes egoistisches Geschwurbel. Es geht um die Befreiung ausgebeuteter und unterdrückter Individuen. Alles andere was Sie anführen, ist ein Strohmenschargument.

  8. @ Hilmar Schmundt:

    Faktenbasiert diskutieren find ich gut und das ist ja alles ganz lieb und nett aber ich bin keine Frau nach der Menopause sondern ein vegan lebender Mann. Ich weiß, Diskussionen über gesunde Ernährung können oft schwierig sein, trotzdem geht es hier um den Veganismus und deshalb sollte man auch Veganer mit normalen Meschen vergleichen.
    Das hat man übrigens schon mehr als einmal gemacht. Die erste große Untersuchung war diese:
    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19351712
    Fakt ist also: Veganer sind im Durchschnitt nicht nur die Gruppe mit dem niedrigsten BMI, sie sind auch die einzigen die im Durchschnitt nicht übergewichtig sind (bei gleicher körperlicher Aktivität).
    Das ist für mich viel relevanter als eine Frau nach der Menopause die sich irgendwie unvegan low carb oder low fat ernährt.

  9. Pingback: Lernt das diskutieren von anderen Veganern – vegwizer

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