23 comments on “Ich habe den Bericht über den veganen Selbstversuch im aktuellen SPIEGEL gelesen, damit Ihr es nicht tun müsst.

  1. Als ich den Teaser zu dem Artikel bei SPON gesehen habe, klingelten direkt alle Alarmglocken.
    Semi-erleichtert stellte ich dann fest, dass er Plus-Content ist und ich ihn deswegen nicht lesen…ja…könnte? Müsste?

    …und offenbar enthält er genau das, was ich im ersten Impuls befürchtet hatte.

    Es ist immer ganz großes Kino wenn man den Schreiberlingen [von egal was] schon im ersten Absatz anmerkt, dass sie schreiben, um ihre vorgefasste Meinung zu rechtfertigen. Und das alles kein Stück mit auch nur ansatzweise vorurteilsfreier und vernünftiger Recherche zu tun hat.

  2. da kann ich mich nur anschließen (sorry für die kleinschreibung, ist bei 2-finger-technik deutlich schneller) – für mich der beste graslutscher-artikel (hab wirklich schon viele gelesen), kein wort zu viel und geistreich wie immer. danke dafür….

      • Genau! Zumal ein Text genau einmal geschrieben und (wahrscheinlich) mehrfach gelesen wird. Da lohnt es sich, ein wenig Sorgfalt walten zu lassen 🙂

  3. Dieser Beitrag liest sich jetzt aber wirklich wie das Bellen eines getroffenen Hundes (ist dieser Ausdruck bei Veganern zulässig oder wird damit ein Tier missbraucht?). Ich empfehle da mal von der Schnappatmung runterzukommen.

    • Quatsch! Darf man nicht retournieren,wenn in einem (immer noch) großen deutschen Magazin Bullshit geschrieben wird?

    • Da haben Sie leider was mißverstanden. Es geht hier nicht um Graslutschers Befindlichkeit, sondern um die Dummheit und Verantwortungslosigkeit einer Journalistin. Zum Glück sind wir nicht in der Türkei und dürfen uns über dergleichen noch gebührend aufregen.

  4. Ich habe mir jetzt in den 10 Jahren vegan leben “schon” das zweite tierproduktfreie Portemonnaie gekauft. Beide waren nicht aus Papier. Wo zur Hölle gibt es Geldbeutel aus Papier?? In all den Jahren habe ich noch nie davon gehört. Offenbar hat Frau Supp lange nach der vielleicht blödesten Variante gesucht, um die vegane Lebensweise als völlig unpraktikabel hinzustellen (damit sich niemand – besonders sie selbst nicht – genötigt fühlen muss, für sich eine vegane Lebensweise in Betracht zu ziehen, weil schlimm unbequem). Dabei gibt es neben Portemonnaies aus Kunstleder, Canvas etc. auch einige aus Kork, die wie Leder wirken. Es hätte so einfach, praktisch und stylisch sein können, aber die Frau kauft Altpapier.
    Wer etwas will findet Wege, wer etwas nicht will, findet Ausreden, bzw. Papiergeldbeutel.

  5. Es ist ja schon etwas deprimierend, wenn der Spiegel es nicht einmal schafft, über das Niveau mancher Schülerzeitungen hinaus zu kommen (da gab es ja auch schon ähnlich dämliche Selbstversuche — und “mancher” heißt für mich: So einige Schülerzeitungen sind da erheblich besser).

    Als Positiv-Beispiel für so einen Selbstversuch kann ich im Übrigen ausnahmsweise den Stern empfehlen, auch wenn die Artikel schon etwas älter sind (“vegan selbst versucht”).
    Derik Meinköhn ist zwar erst einmal der “Challenge” eines selbstverliebten Mackers gefolgt, wovon ich schon deshalb nicht viel halte, weil der Köder “fit, gesund und schlank” nicht nur weitestgehend bullshit ist, sondern auch schnell dazu führt, dass danach dann halt die Paleodiät kommt oder was sonst so an hippen Ideen gerade in ist,
    Aber er hat sich in seinem 60-Tage-Versuch ernsthaft und interessiert nicht nur mit veganer Ernährung sondern auch mit den Gründen für Veganismus beschäftigt und ist am Ende dabei geblieben. Das fand ich eine spannende und nachvollziehbare Entwicklung und vor allem eine doch geringfügig sinnvollere Herangehensweise….

  6. endlich mal wieder ein neuer graslutscher-artikel 😀 ..hatte schon beinahe entzugserscheinungen..
    zum thema: eigentlich können wir ja froh sein, dass die dame einen so offensichtlich minderbemittelten diffamierungsversuch veröffentlicht hat (und dann auch noch in einem medium, dessen kompetenz bei denkenden menschen ohnehin angezweifelt wird). wäre sie vom format eines michael moore, hätte sie einen monat (oder 6) lang nur chips, pommes und cola zu sich genommen und sich dann mangelernährt im krankenhaus durchchecken lassen, um ganz klar bewiesen zu haben, wie mega ungesund vegane ernährung ist 😉
    *kopfschüttel*
    einfach nur peinlich, solche leute.

    caro (die sich aus überzeugung groß- und kleinschreibung in freizeittexten spart 😛 )

  7. Danke für den tollen Kommentar .Habe mich schon öfter über diese Journalisten geärgert, die offensichtlich gar kein Interesse am Veganismus haben, einen Artikel abliefern müssen und daher abstruse Einfälle haben, um Gründe zu kontruieren, dass es unmöglich ist,vegan zu leben. Eine von “Bild der Frau” z.B. konnte am 1. Tag nicht einkaufen gehen weil sie keine veganen Schuhe hatte und es regnete. In England gibt es den Ausdruck “avap” (aus vegan as possible). Damit komme ich seit ca 5 Jahren super klar.

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  10. Hallo Jan,

    ich hab mal eine Frage, die vielleicht auch jemand anderes beantworten kann. Und zwar sagt meine Kollegin immer, dass sie veganen Kuchen herausschmecken könnte. Ich habe das immer für lächerlich gehalten und sie hat noch nie einen veganen Kuchen herausgeschmeckt. Das Problem hatte vielleicht auch der eine oder andere auch schon mal.
    Nun wollte ich mal für sie einen original veganen Kuchen backen. Einen, der wirklich nach vegan schmeckt. Einen, den sie eindeutig in die vegane Ecke stecken kann.

    Aber wie schmeckt denn vegan? Tofu ist urvegan. Ein Kuchen mit Tofugeschmack…vielleicht kann man das ja kaufen, denn Seidentofu hat ja beispielsweise wenig Tofugeschmack und der sehr intensive Räuchertofu passt nicht so recht in den Kuchen rein vom Salzgehalt.
    Im Kaffee sagen alle Getreidemilch oder Sojamilch schmecken sehr vegan, aber im Kuchen gehen die einfach unter und Getreide ist ja meist als Mehl eh drin.

    Veganer Geschmack muss anders sein als “das Orignial aus Tier”. Also ein neuartige Erfindung wird nicht passen. Schmeckt also ein Kuchen vegan, wenn schlecht oder unkreativ kopiert?

    Ich freu mich über Anregungen.

    Viele Grüße
    Meinolf

    • Hi Meinolf,

      (das erste Mal, dass ich jemanden “treffe”, der Meinolf heisst — außer meinem Vater :D)

      Ich denke 2 Dinge:
      – Vegane Kuchen haben meines Erachtens nach ein Problem mit der Konsistenz, nicht unbedingt mit dem Geschmack. Sie werden oft nicht so locker und sind oft “klitschig” (ich denke, das liegt am “fehlenden” Ei) (sind persönliche Erfahrungswerte, ich will hier keinem Bäcker zu nahe treten; mit tierischen Produkten gelingt das Backen aber definitiv leichter).
      – Vllt reagiert Deine Kollegin besonders feinfühlig auf den Geschmack von Butter? Der ist in veganem Kuchen natürlich nicht vorhanden. Dass man Kuhmilch aus Kuchen herausschmecken kann, bezweifele ich. Bei Eiern könnte es wiederum klappen.

      😉

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  12. Ein siebentägiger Selbstversuch ist ungefähr so konstruktiv wie eine großangelegte Studie mit sieben Probanden. Was soll denn sowas?
    Ich fand Tofu früher auch nicht so richtig klasse, einfach weil ich die vielen und unglaublich köstlichen Möglichkeiten der Zubereitung in meinem siebentägigen Selbstversuch nicht herausfinden konnte.
    Und ich trage heute noch meinen alten Docs aus Leder, weil sie *ogottogottogott* einfach nicht kaputt gehen wollen. Ich hege und pflege sie, weil dafür ein Lebewesen sein Leben gelassen hat, ich damals noch nicht auf dem heutigen Weg war, ich sie deshalb gekauft habe, sie qualitativ einfach sehr hochwertig sind und es mehr als kontraproduktiv wäre sie wegzuschmeißen und mir dafür Papierschuhe zu kaufen….*facepalm*

  13. Hahaha omg du hast leider so Recht. Es war sehr erheiternd, das zu lesen (gemischt mit Fremdscham über die Autorin des SPIEGEL-Artikels und ihre Gleichgesinnten). Mein Vorschlag: Es soll doch mal ein Veganer, der seit 2+ Jahren dabei ist, von seinem *erfolgreichen* Selbstversuch berichten. Vielleicht mach ich das mal. Aber da ich viel prokrastiniere, gilt die Aufforderung dazu an alle hier, v.a. natürlich an den Graslutscher selbst: Schreibt doch mal eure Erfahrungen auf und schickt sie an SPIEGEL, ZEIT u.ä. LG

  14. Ganz ehrlich: ich bewundere dich für deine Geduld, den ganzen debilen Unsinn immer wieder auseinander zu nehmen. Besonders geil war gestern wieder der neueste Zeit online Erguss von meiner Lieblingsjournalistin E. Raether, der da hieß: warum Avocado voll böse ist und Schnitzel gut. Quintessenz: Avocados wachsen an Bäumen und, wir wissen es ja alle, Bäume sind voll fies. Sie brauchen nämlich Wasser. Nun mag es natürlich diskutabel sein, ob man unbedingt in Massen Exoten futtern muss, aber da R. Stattdessen Fleisch und Butter anpries, war die Richtung klar. Schuld waren die bösen Veganer. Himmel Hilf oder verleih ihr endlich den Verdienstorden des Bayerischen Milchbauern- und fleischerverbandes, vielleicht hört die dann auf…

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