8 comments on “Die CDU für mehr Schweinefleisch. Weil auch Vegetarier sich integrieren müssen!

  1. Ein schöner Artikel. Wir leben jetzt ja in einem Land der Tierschützer, in welchem Läden mit Halāl-Fleisch boykottiert werden, nur noch schmerzunempfindliche Ferkel kastriert werden, keine Eier aus Käfighaltung gekauft werden und McDonalds ernsthaft mit “gesunder Ernährung” wirbt. Kann es noch scheinheiliger werden?

  2. In einem Interview antwortete der Produktentwickler der Firma Rügenwalder Mühle auf die Frage, warum Veggie-Produkte ins Programm aufgenommen wurden:

    ” Es gibt in Deutschland ungefähr 1 Million Veganer und ungefähr 8 Millionen Vegetarier, die sind noch zu vernachlässigen. Was mir aber wirklich zu denken gegeben hat, war, dass es bereits an die 40 Millionen Flexitarier gibt, also Leute, die weniger Fleisch essen.”

    Es sind also nicht die Veganer, Vegetarier oder Moslime, die den Schweinezüchtern das Geschäft vermiesen, sondern die Wenig-Fleisch-Esser, und die sollen mittels Lobbyarbeit wieder auf den rechten Weg gebracht werden, damit Deutschland bleibt, was es immer schon war, ein Schweinfleischfresserland.

  3. “Da ignoriert auch er, dass ein Gericht mit Fleisch als einzige Option zwar keine Pflicht zum Aufessen ist, aber so richtig viele Möglichkeiten bietet das halt auch nicht.”

    Des weiteren sehe ich es nicht gerade als veganes Verhalten an Schnitzel mit Pommes zu kaufen um dann das Schnitzel auf dem Teller liegenzulassen.

    Aber das wirklich tragische ist, alle Welt schreit danach, esst weniger Fleisch und mehr Gemüse, weil gesünder – warum nicht einfach Fleisch in Kantinen, die nur stets ein Einheitsessen anbieten, ganz abschaffen; nicht verbieten, einfach pragmatisch sagen “hey, weniger Fleisch ist nachweislich besser”. Die Aussage bestreiten nichtmal Leute, die felsenfest davon ausgehen Omnivore müsse man um jeden Preis bleiben (die meisten tanzen nur dann weiter um das “goldene Kalb” (pun semi-intended) und betrachten Essen meistens weiterhin stur im alten Schema >>Fleisch mit XYZ<< und sehen das Gemüse als so eine Art Ablasshandel an – jo mei, ich ess hier zwar ein Steak, aber immerhin auch 3 Löffel Erbsen).

  4. “Komischerweise” hat mich die Schlagzeile so wenig überrascht, daß ich den dazugehörigen Artikel gar nicht erst gelesen habe. ReligiotInnen an sich kennen nun mal keine Ethik, denn sie tun und unterlassen, was ihre irrationalen Überzeugungen vorgeben, und nicht das, was der Leidvermeidung nach dem Gleichheitsprinzip in der jeweiligen Situation bestmöglich dient. Eventuelle Kongruenzen sind ebenso zufällig wie die Übereinstimmung eines Würfelergebnisses mit der Lösung einer mathematischen Aufgabe und entsprechend selten.

  5. Wenn ich das richtig verstehe hat die CDU diesen Antrag eingereicht: “Die Landesregierung wird aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass Schweinefleisch auch weiterhin im Nahrungsmittelangebot sowohl öffentlicher Kantinen als auch in Kitas und Schulen erhalten bleibt.”
    Was ich nicht verstehe ist, warum das zu einem solchen medialen Aufschrei führt, anstatt sachlich zu erörtern was dafür und dagegen spricht sich als Landesregierung dafür einzusetzen, dass Schweinefleisch im öffentlich geregelten Nahrungsangebot bleibt.
    Das wäre dann ungefähr so verlaufen. Argumente dafür: Tradition, prekäre Arbeitsverhältnisse in Schlachtfabriken und gute Verdienstmöglichkeiten für große Konzerne.
    Argumente dagegen: Um diese Mengen an Fleisch “herzustellen” müssen diese Lebewesen unter unwürdigsten Bedingungen leben. Bei den dafür notwendigen sogenannten Massentierhaltungen, müssen Medikamente, unter anderem Antibiotika, eingesetzt werden. Dies führt dazu, dass immer mehr Erreger gegen diese Antiobiotika resistent sind, was auch auf die Gesundheitsversorgung des Menschen negative Auswirkungen hat. Weiterhin können die dabei “anfallenden” Exkremente in diesen Mengen nicht von unserem Ökosystem verwertet werden. Dies führt zu einer übermäßigen Nährstoffanreicherung, welche sich beispielsweise negativ auf die Wasserqualität auswirkt. Diese sich anreichernden Nährstoffe wurden als Futter zuvor aus Ländern des globalen Südens importiert, was dort unter anderem zu Rodungen für Anbauflächen führt. Dies übt einen negativen Einfluß auf das Klima aus. Aus diesen Gründen und weil weiterhin der Konsum von SF nicht notwendig ist, jedoch bereits negative gesundheitliche Folgen diskutiert werden, lehnen wir den Antrag der CDU Fraktion ab.
    Weiterhin werden wir für alle in öffentlichen Kantinen verwendeten Lebensmittel eine solche auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende Überprüfung durchführen. Hierfür ist es von übergeordnetem Interesse, welche Auswirkungen sowohl die Herstellung, die Verarbeitung, als auch der Konsum der Produkte für das Allgemeinwohl (hier diskutieren wir, ob dies auch für andere Spezies als den Menschen gelten soll), sowohl hier, als auch weltweit hat. Untergeordnete Interessen wie etwa Tradition, Kultur und Religion können hierbei leider nicht berücksichtigt werden.

    • Vermutlich weil diese Forderung nicht sonderlich “rational” ist … wenn es sowieso in 99,9% aller Kantinen Schweinefleisch gibt … klingt mir eher nach “konstruiter Bedrohungslage” … ähnlich wie “Untergang des Abendlandes” oder “Wieder mehr O2, in Sauerstoff” …

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