Neulich, als eine BBC-Quizshow behauptete, Avocados seien nicht vegan, und alle es geglaubt haben

Oh, was für ein Glück wir doch haben, dass hart arbeitende Journalisten bei Merkur.dePunkt 12, Männersache, 20min, blick.ch, heute.at und der Bild-Zeitung sich so mitfühlend um uns Pflanzenfreaks kümmern! Ich weiß, ist schon zwei Wochen her, aber es erscheinen immer noch Meldungen dazu.

Besagte Journalisten hatten knallhart recherchiert, dass wir keine Avocados essen können, weil die gar nicht vegan sind. Beziehungsweise, wir können schon, aber dann sind wir blöde Heuchler, weil für Avocados ja Bienenstöcke zu den Pflanzen gefahren werden. Ja, das ist auf gleich mehreren Ebenen unfassbar dusselig.

Abgeschrieben haben die das alle von einer sich selbst vermutlich nicht so ganz ernst nehmenden Quizsendung der BBC. Dort wird die Frage gestellt, welche der eingeblendeten Lebensmittel man als ein „strict vegan“ essen kann. Ist das jetzt der Maßstab für seriöse Berichterstattung, alberne Quizsendungen aus dem Vorabendprogramm? Nun gut, die eingeblendeten Lebensmittel sind folgende: Mandeln, Avocados, Melone, Kiwi, Kürbis. Die von der „Redaktion“ dieser Sendung vorbereitete Auflösung: Keines dieser Lebensmittel sei strenggenommen vegan, denn für diese würden Bienenstöcke unnatürlich („in an unnatural way“) zu den Pflanzen transportiert.

Rüben gelten also mutmaßlich nur als vegan, wenn die Landwirte das Saatgut mit Mulis auf den Acker transportieren, Traktoren wären einfach zu unnatürlich. Die Moderatorin erklärt zum Abschluss, dass das auch für Broccoli, Kirschen, Gurken und Salat gelte und freut sich anscheinend diebisch darüber, sie schließt mit den hämischen Worten:

„Lots and lots of vegan things actually are not strictly vegan. So… BAD NEWS FOR MILLENNIALS, I’m afraid avocado toast is usually not vegan.“

Irgendwie ist es schon niedlich, wie viele Menschen sich genau null Gedanken

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Wurstseppel-Award 2018: Hitzewelle fordert erste Opfer in der Spiegel-Redaktion, Autor dreht komplett durch

Liebe Spiegel-Redaktion,

wir haben Grund zur Annahme, dass das Büro von Armin Himmelrath der aktuellen Wetterlage nicht mehr gewachsen ist und Ihr werter Kollege einen ausgeprägten Sonnenstich erlitten hat. Bitte schauen Sie doch mal nach ihm, er veröffentlicht gerade vollkommen unzusammenhängende Schimpftiraden, deren Kausalketten ähnlich plausibel sind wie aktuelle Redebeiträge der Flache-Erde-Community, wir machen uns Sorgen. Ach, und Ihr Lektorat, darf das eigentlich immer ohne Vertretung in die Sommerferien abhauen?

Vielleicht wäre den Kollegen ja sonst aufgefallen, dass Herr Himmelrath offenbar eine wahnhafte Helikopterelternphobie entwickelt hat und nun hinter jeder neueren Idee seit der Erfindung der Kindersitze, in diesem Fall den veganen Kitas in Frankfurt und München, welche vermutet. Wie wäre es generell mit einem Infoabend in Ihrem Redaktionsgebäude, Thema: „Recherche – was ist das eigentlich genau und brauchen wir so was auch“? Ja, das ist einer dieser neuen, verrückten Trends in der Medienbranche, aber andere Magazine fahren tatsächlich ganz gut damit. Herr Himmelrath schreibt hingegen so was:

„Helikoptereltern sind schlimm. Es nervt, wenn sie ihr Schatzilein mit der 200-PS-Familienkutsche direkt bis zum Stuhlkreis in die Kita-Gruppe bringen, den Erzieherinnen Vorschriften in Hinblick auf Stuhlgang, Mittagsschlaf und Verhaltensbesonderheiten der lieben Kleinen machen und […]“

Wovon redet der Mann denn da? Wie macht man einer Erzieherin denn Vorschriften im Hinblick auf den Stuhlgang? „Torben soll bitte um 11:20 Uhr kacken und das Ergebnis soll die Form einer Zimtschnecke haben“, oder was? Und mit bereits erwähnter Recherche wäre Herrn Himmelrath vielleicht aufgefallen, dass die von ihm kritisierten Einrichtungen für Helikoptereltern denkbar ungeeignet sind. Die Einrichtung in München

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Vegan Leben – Ein Selbstversuch in Delmenhorst

Vegan in Delmenhorst! Klingt erst mal wie ein albernes Lied von Helge Schneider, ist aber tatsächlich deutlich alberner als die meisten seiner Werke, und da schließe ich „Bonbon aus Wurst“ und das „Huhn-Lied“, in dem es um ein Eier legendes Tier namens „Kartoffelsalat Dachlatte die Sechzehnte“ geht, explizit mit ein. Es ist der gefühlt drölfzigste vegane Selbstversuch in der deutschen Medienlandschaft und die Lernkurve der Versuchenden bleibt nach wie vor bedrückend flach.

Bevor irgendwer die Lektüre zu ernst nimmt: Das ist jetzt nicht der Leitartikel der aktuellen FAZ, sondern der Beitrag einer Volontärin im Delmenhorster Kreisblatt, die ansonsten darüber berichtet, dass Nell Kleibrink von der Grundschule Schierbrok den Gemeindevorlesewettbewerb der Drittklässler gewonnen hat, dass die Bäckerei Krützkamp am Vatertag geöffnet hat, und welche Bedeutung die Orden der Schützenuniform von Klaus Logemann (irgendein Random-Typ aus Delmenhorst) haben.

Gut möglich außerdem, dass die Redaktion Tonfall und Empörungsfaktor über die lausige Pflanzenkost irgendwie vorgegeben hat, weswegen ich Marie Busse, die offizielle Verfasserin dieser Realsatire, nicht zu sehr angreifen will. Der Text ist dennoch herrlich bescheuert, erinnert so ein bisschen an diese unheimlich aufgeregten Sendungen über die Gothic-Szene aus den 90ern, die komplett von Sinnen vor okkulter Satansverehrung gewarnt haben. Hoffentlich werden die heutigen veganen Selbstversuche in 20 Jahren ähnlich schräg empfunden wie die hysterische Darkwave-Berichterstattung von damals. Und man muss das ja auch nicht auf die arme Volontärin abwälzen, das Delmenhorster Kreisblatt druckt diesen Unsinn ja ab, und auch die angesehene Neue Osnabrücker Zeitung publiziert diesen fragwürdigen Text – da kann man schon mal nach dem Sinn fragen.

Zunächst diese wunderbare Bebilderung des Artikels – da sitzt Marie auf einer schnörkellosen Eckbank vor grauer Tapete, auf dem Tisch vor sich überwiegend langweilig rohes Gemüse ausgebreitet und blickt einsam in ihren Kaffeebecher. Woher dieser melancholische Blick in den Kaffeebecher kommt? Löse ich gleich auf. Würde sie spontan in Tränen ausbrechen, es würde sich wohl

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Im Urlaub nach Deutschland? Vollkommen irre, ist doch voller Wölfe!

Na, fühlt Ihr Euch auch so verdammt stark? Ich bin ja Deutscher und wir Deutschen sind einfach krass furchtlose Typen und können meist vor Kraft nicht schlafen. Wir vertreiben Römer aus dem Teutoburger Wald, rennen hirnlosen Typen hinterher, solange die uns die Härte von Kruppstahl andichten und saufen tapfer bis zur Leberzirrhose. Angst kennen wir quasi nicht – außer, da ist ein Wolf im Wald, dann kacken wir uns alle unsere Hosen voll.

Zugegeben, es handelt sich nicht um einen, sondern um 160 erwachsene Wölfe in ganz Deutschland. Das macht rechnerisch einen solchen Wolf pro 2.230 Quadratkilometer (knapp die Fläche des Saarlands) – man kann also mit Fug und Recht sagen, dass Deutschland gerade von einer Wolfsinvasion heimgesucht wird. Spannende Zeiten, Im Sommer die Butterknappheit, im Winter der Einmarsch der Wölfe, kein Wunder, wenn alle vor Nervosität durchdrehen.

Aber keine Sorge, wir wissen uns zu helfen! Wenn Rohan die Ork-Armee von Saruman besiegen konnte, dann werden wir auch gegen diese verlausten Wölfe ankommen. Okay, Rohan hatte dabei Unterstützung von den Elben, die waren in der Tat eine große Hilfe. Wir haben stattdessen nur Julia Klöckner und Christian Schmidt, bei denen ist es schon ein Erfolg, wenn sie nicht aus ihrer Hose fallen. Sie sind aber zumindest rhetorisch knallhart: Man wolle Methoden entwickeln, um den Wolfsbestand zu reduzieren. Sagt Wurstlobbyist Schmidt, Frau Klöckner geht sogar so weit zu

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Durch Veganismus ist die Welt nicht zu retten, schrieb er in seinen NZZ-Artikel, und tat dann einfach gar nichts.

So, und jetzt endlich mal großartige Neuigkeiten! Macht Euch keine Sorgen, denn all unsere Probleme werden schon bald verpufft sein. Schmeißt den Seitan aus dem Fenster, geht zum Metzger und kauft Euch stattdessen ein dickes, fettes Stück Tierarsch und beißt da rein. Leiht Euch einen Audi Q7 und fahrt damit komplett im ersten Gang in der Stadt herum (klingt besser), einfach weil es lustig ist, und erfindet dann einen Cocktail, für den man jeweils zehn Nespresso-Kapseln und einen Klumpen Elfenbein verrührt, auf dass es das In-Getränk 2018 werde.

Wie jetzt, unökologisch und tierfeindlich? Wie seid Ihr denn bitte drauf… habt Ihr denn nicht den Gastkommentar von Toni Stadler in der NZZ gelesen? Es ist nämlich so, dass Missstände in der Tierhaltung beseitigt gehören, aber deswegen direkt keine Tiere mehr zu essen ist total übertriebener Aktionismus, darum kümmert sich, *däfdää*, doch längst Vater Staat, Ihr kleinen Dummerchen! Tierquälerei? „Dies zu korrigieren, ist Aufgabe staatlicher Aufsicht, nicht des Konsumenten.“

Jawoll! Das ist Aufgabe des Staates, haha! „Herr Ober, bitte noch mal zehn Portionen Gänsestopfleber für mich und meine Katze! Was schauen Sie denn so? Der Staat hat sich doch bereits darum gekümmert, dass beim Einführen des Metallrohrs in den Gänsehals keine Schmerzen entstanden sind, ist ja schließlich seine Aufgabe!“.

Ja, lieber Toni Stadler, das ist auch seine Aufgabe. Einen Moment, Ich nehme Dir jetzt mal Deine Einhornbrille ab. Ui, da ist ja ganz schön viel Feenstaub drauf, kein Wunder, dass Du

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Skandal, veganes Kind unterernährt! Unterernährung mit Hackfleisch ist viel verantwortungsvoller!

Angenommen, ich gäbe meinem Kind jeden Tag nur zehn Rosinen und einen Teelöffel Leinsamen zu essen, wie würdet Ihr das nennen? Würdet Ihr sagen „Jan lässt sein Kind hungern, das ist Kindesmisshandlung!“ oder „Jan ernährt sein Kind vegan, das ist Kindesmisshandlung!“?

Faktisch sind 50 kcal aus Rosinen und Leinsamen ja tatsächlich vegan, es sind keine tierischen Lebensmittel enthalten. Aber natürlich ist diese Formulierung irreführend, weil eben das Kriterium dafür, dass etwas als vegan gilt, schlicht in der Abwesenheit einiger (weniger) Nahrungsmittel liegt: Jeden Tag nur Salzstangen mit Ketchup und Fanta ist vegan. Jeden Tag Woyzeck-Diät (nur Erbsen) ist vegan. Sogar jeden Tag GAR NICHTS essen ist vegan.

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Der Satz „Ich habe heute was Veganes gegessen“ enthält so gut wie keine Informationen darüber, was letztendlich in meinem Magen gelandet ist. Man kann von dieser Aussage genauso schlecht auf die Nährstoffzusammensetzung schließen, wie ich urteilen kann, ob das Fernsehprogramm heute Abend gut ist, nur weil KEIN Tatort kommt. Es ist, als würde ich meine Oma von einem verregneten Urlaub abraten, weil es nicht

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Die CDU für mehr Schweinefleisch. Weil auch Vegetarier sich integrieren müssen!

Für mehr Schweinefleisch in Kitas! Endlich wieder mehr Gehacktes im Wackelpudding! Wieso immer so unkreativ? Man kann auch Cornflakes mit Fleischwurst garnieren, was ist denn daran so komisch? Das Kind sieht blass aus und jammert? Einfach 2,3 Würste in den Mund und es ist Ruhe!

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Ja, die Schweinebauern in Schleswig-Holstein haben es schon schwer. Irgendwie wollen nicht mehr so viele Leute Schweinefleisch kaufen wie früher, was ja mal sicher nicht auf Tierwohl oder die klimatechnischen Katastrophe Tierhaltung  an sich zurückzuführen ist, oder? Nein nein, der Fehler muss schon irgendwie woanders liegen, immerhin haben Menschen immer schon Schweine geschlachtet. Immer schon! Und immer schon in riesigen Tierfabriken. 60 Millionen allein in Deutschland, seit tausenden von Jahren *räusper*. Diese Megaställe haben nur den winzigen Nachteil, dass in Schleswig-Holstein seit 2001 über 60% der Betriebe schließen mussten.

Aber anstatt einfach nur so viel zu produzieren, wie der Markt hergibt, hat man den wahren Schuldigen gefunden: Kantinen und Kitas, die sich dreist weigern, Schweinefleisch zuzubereiten, ohne das vorher mit CDU und Bauernverband abzusprechen. Das geht natürlich überhaupt nicht! Das Ministerium für Staatssicherheit … ehm Schweinefleischabsatz reißt nun das Steuer herum. Anstatt zu sehr auf Vegetarier, Veganer und Muslime Rücksicht zu nehmen, sollen die Kleinen am besten intravenös mit Wurstsaft versorgt werden.

Jetzt mal ernsthaft – sind die komplett durchgedreht? CDU-Landwirtschaftspolitiker Rickers ist wohl nicht durch Zufall in der Opposition, begründet er diesen kreativen Vorstoß unter anderem damit, für eine gesunde und ausgewogene Ernährung sorgen zu wollen. Indem es wieder mehr Schweinefleisch gibt. Ich mache hier eine Kunstpause, damit die Leser mit einem Funken Ahnung in Ernährungsfragen nun ihren Kopf mehrmals gegen ein Möbelstück ihrer Wahl hämmern

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Ahnungsloser Ernährungsminister ist ahnungslos

Halt halt halt! Jetzt macht mal eben dieses Weihnachts-Gedudel aus und haltet kurz ein mit dem Geschenke auspacken, es gibt dramatische Neuigkeiten! Nachdem viele tausend Ärzte, so ziemlich alle pro-veganen Organisationen, Captain Planet und der intergalaktische Jedi-Rat bereits vor Jahren feststellten, dass Vitamin B12 irgendwie eine ziemlich tolle Sache ist und die langfristige Abwesenheit dieses Coenzyms recht unangenehmes Unwohlsein zur Folge hat, wurde jetzt, im Dezember 2015, doch tatsächlich auch dem Bundes-Ernährungsminister diese Information von einem offenbar an unheilbarer Arbeitswut erkrankten Mitarbeiter in einem Geheim-Memo zugespielt.

schmidt warnt

Ist das nicht toll? Ständig fragt man sich angesichts von Schul-Kantinen und Mensen, was diese ganzen Typen im Ernährungsministerium eigentlich den lieben langen Tag treiben und vermutet das Schlimmste. Tatsächlich aber arbeitet man sich dort chronologisch durch Ernährungsstudien und ist wohl schon in den 80er Jahren angelangt! Unser aller Christian Schmidt von der CSU war offenbar derartig fasziniert von diesem B12-Dings, dass er direkt zum nächstbesten Käseblatt eilte und dort allem Anschein nach ohne nähere Rücksprache mit einem echten Wissenschaftler zu Protokoll gab, dass vegane Ernährung aufgrund dieser ominösen Vitamin-Nummer für Kinder und Jugendliche „auf keinen Fall geeignet“ sei. Wir können zwar nicht mit Sicherheit sagen, ob die BILD hier wie üblich dreist lügt und die Geschichte mit ein bisschen frei erfundenem Quatsch aufpeppt – da dieser Unsinn aber eifrig von anderen Medien aufgegriffen wird und auf der Seite des Ministeriums keinerlei Widerspruch zu finden ist, ist Herr Schmidt mit der Version des Springer-Hetzblatts wohl recht zufrieden.

Wie also kommt der gute Minister zu seiner dringenden Empfehlung? Begründet wird diese damit, dass Fleisch der Hauptlieferant für Vitamin B12 sei. Tja, schon das Lesen des Wikipedia-Artikels zu Cobalaminen (die chemische Bezeichnung der Vit.-B12-Gruppe) hätte vor dem Verbreiten solchen Unsinns bewahren können, ist dieses Zeug in Muskelfleisch zwar enthalten, die beste tierische Quelle ist mit weitem Abstand aber

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SKANDAL! Kriminelle Veganer schmieren Fleisch essenden Joggern nachts Tofu ins Gesicht, um sie an den Geschmack zu gewöhnen!

Pssst, schaut Ihnen auch niemand über die Schulter? Ich muss den Leser dieser Zeilen warnen, dieser Artikel enthält supergeheime Geheim-Informationen. Gut möglich, dass Sie mit dem Wissen ins Visier mächtiger Geheimbünde und finsterer Bruderschaften geraten und um ihr Leben bangen müssen! Es ist nämlich so, dass… Moment, ich mache schnell den Rollladen runter bevor ich das hinschreibe – *Bitte ab dieser Stelle verschwörerisches Flüstern denken* es ist so, dass skrupellose Salatisten von der Rückseite des Mondes versuchen, die Leichtathletik-Szene mit Soja-Gedankenstrahlen zu Veganern zu machen!

Artikel

Aber ja doch! Der aufrechte Journalist, dem wir diese Aufdeckung zu verdanken haben, nennt sich Mike Kleiß oder Kleiss und schreibt eine Kolumne, „So läuft’s“, über das Laufen in der BILD für Menschen mit mittlerer Reife, der WELT. Und weil Herr Kleiß wohl seit jungen Jahren nur die Buchhandlung seines Opas von innen gesehen hat, fiel ihm erst Ende 2014 auf, dass es mittlerweile recht viele vegane Kochbücher gibt. Ist ja kein Drama, jeder verpennt mal was. Aber muss man deswegen eine Kolumne für Laufsport dazu missbrauchen, gegen eine längst etablierte Buchsparte anzuwüten? Hätte Mike Kleiß erst gestern herausgefunden, dass man anstatt eines Walkman heutzutage MP3-Player verwenden kann, hätte er wohl eine schnarchige Abrechnung gegen die Digitalisierung von Musik in seine Laufkunde integriert.

Was nun aber so schlimm an veganen Kochbüchern ist, das vermag der Mann uns in 18 herum eiernden Absätzen nicht so richtig zu erklären. Wir lernen stattdessen, dass Herr Kleiß‘ Opa wohl eine echt gemütliche Buchhandlung hatte, gerne rauchte und seidene Halstücher trug, sowie weitere quälend langweilige Details über des Autors Kindheitserinnerungen mit der Relevanz von Hausstaub. Die substanzvollste Kritik an den Büchern ist dann noch, dass diese oft grün seien und ebenfalls das Laufen thematisierten. Mon Dieu, wie kann man nur! Was erdreisten sich diese doofen Veganer, einfach grüne Bücher über das Laufen zu schreiben, obwohl es dafür

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Heute in der F.A.Z.-Betriebs-Kita: Gehacktes mit Sahne und Smarties

So, das Sommerloch ist endgültig dicht, in der Journaille wird wieder scharf geschossen. Aber auf wen? Auf Veganer? Langweilig… auf Vegetarier? Laaaaangweilig! Hmmm, knifflig. Vielleicht… auf Eltern, die ihre Kinder gesund ernähren wollen? Bingo! Ist ja auch unverantwortlich, so was.

Artikelkopf

Erst vor drei Tagen ging ja die Untersuchung der Hamburger Hochschule durch die Medien, welche der Ernährung unserer Kinder in staatlichen Einrichtungen nicht gerade ein Einser-Zeugnis ausstellte (Der Graslutscher berichtete). Die Reaktion war recht einhellig, eine der reichsten Nationen in Westeuropa sollte das besser hinbekommen, ganz Deutschland war sich einig. Ganz Deutschland? Nein! Eine von unbeugsamen Hedonisten bevölkerte Redaktion hörte nicht auf, der Vernunft Widerstand zu leisten. Der ab und an mit einem Hinkelstein gesichtete Jasper von Altenbockum von der F.A.Z. findet es z.B. generell vollkommen überflüssig, solche Studien durchzuführen, wenn die Konsequenzen aus deren Ergebnis ohnehin schon beschlossene Sache seien. Interessant – dann haben also alle Kultusminsterien der Länder sich verpflichtet, dass in Schulen 2020 weniger Fleisch, mehr frisch Zubereitetes und vernünftige Pausen angeboten werden? Toll!

Nein, haben sie natürlich nicht. Das wäre auch gar nicht in von Altenbockums Sinne, denn diese ganzen aufgedeckten Probleme gilt es in seiner ganz eigenen Welt überhaupt nur dann zu beheben, wenn die Kinder selbst da zufällig  gerade Lust zu haben. Und wo sind unbequeme Probleme globaler Tragweite besser aufgehoben als bei kleinen Menschen, deren höchste Priorität momentan ist, ob Bob der Baumeister bis zum Ende der Folge die Scheune reparieren kann? Vielleicht hat er in seiner Jugend auch einfach ein bißchen zu viel Grönemeyer gehört, dass er

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