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All posts for the month November, 2013

„Ey Jan, Du gehst mir mit Deiner Tierscheisse auf die Nerven!“

Zeugen des Schnitzels

Spinnt der? Ein Klassiker… ich weiß ja, Bernd, das Klischee ist so schön griffig und liegt echt gut in der Hand, warum nicht ein Bißchen auf jemanden eindreschen damit – aber ist das nicht irgendwie unfair? Nur mal so fürs Protokoll: Ich wollte gar nicht groß über „meine Tierscheisse“ reden! Auch wenn mir das Thema echt am Herzen liegt und ich mich da auch engagiere – wenn Freunde mich zum Essen einladen dann will ich in der Regel einen lustigen Abend haben – um Themen wie Bodycount im Nahostkonflikt, Knabenbeschneidung und vegane Ernährung mach ich da aus Stimmungsgründen gerne einen Bogen. Ich würde jemanden auch irgendwann nicht mehr einladen, wenn der meine Partys regelmäßig in Blutfehden verwandelte. Deswegen habe ich vorhin kommentarlos meine (ohnehin täuschend echt aussehende) Wheaty-Wurst auf den Grill gelegt und mein Empty-Cages-Shirt zu Hause gelassen.

Wir hätten ganz banal darüber fachsimpeln können, ob Luke und Leia Sex hatten bevor das mit Han losging oder welches schnöselige Apple-Gadget das unnützeste von allen ist. Aber nein, das war alles nicht mehr möglich, nachdem die Gastgeberin recht beiläufig erwähnte, dass der Nudelsalat vegan ist. Seitdem läuft Dein Großhirn auf Autopilot und die Hypophyse hat die Kontrolle über Dein Sprachzentrum übernommen.

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Eeehm, Seriously? Jauch würde fragen “Wollen Sie nicht doch noch mal einen Joker nutzen?“

mann mit kleinem Penis

Lieber Bernd, ich weiß schon, es ist einfach bequemer, den erstbesten aus den Gehirnwindungen plumpsenden Gedanken in die Tasten zu tackern – vielleicht einfach mal 10 Sekunden sacken lassen und in sich hineinhorchen, ob das Logik-Zentrum vielleicht doch unter Schmerzen aufheult oder das Nonsensometer deutlich ausschlägt – in dem Fall kann man die Frage auch einfach runterschlucken. Aber ok – auch wenn ich mir vorkomme als antwortete ich auf eine irreführende Suggestivfrage eines schmierigen Großkonzern-Anwalts: Ja, ich verwende auch mal Plastiktüten. Ich bin jetzt nicht gerade ein Großabnehmer, gehöre aber zu den Leuten, die unfreiwillig Unmengen dieser praktischen, wiederverwendbaren dm-Tragetaschen im Keller horten, da ich grundsätzlich vergesse, sie zum einkaufen wieder mitzunehmen. Wenn ich dann an der Kasse stehe und mit Wehmut an die 150 Mehrweg-Behältnisse in meinem Keller denke, die ja leider auch nicht nur aus biologisch abbaubarem Rindenmulch hergestellt sind, dann lasse ich mir die Jogging-Schuhe oder den neuen Lego-Kram schon mal in die (dort) alternativlosen Plastikteile einpacken.

UND? Was sagt der Herr Anwalt jetzt?? Das war ja eine Rückfrage darauf, dass ich kein Fleisch esse. „Was, kein Fleisch – aber kaufst Du dann auch keine Plastiktüten??“ >> Weiterlesen

Werte Ophelia (und andere Zwangskommunnikatoren),

auch wenn das nicht in Dein Weltbild passt, es gibt einfach Situationen, in denen Smalltalk noch weniger Sinn macht als ohnehin schon. Bei Metal-Konzerten direkt vor der Box z.B. – oder bei einer akuten Havarie.

*Ohrenbetäubender Lärm und brennende Trümmer*„UND? GLAUBEN SIE, DASS DAS MURMELTIER DIESES JAHR SEINEN SCHATTEN SIEHT??“„VERPISS DICH, DAS IST MEIN RETTUNGSBOOT!“

Und auch wenn das Beispiel weniger drastisch wirkt, auch während der Kleinkind-Eingewöhnung in der Kita ist das Konzept einfach nur Atemluft-Verschwendung. Die Lärmkulisse ist entsetzlich. Niedrige Räume, schrille Stimmen, CDs mit grauenerregendem Schlumpf-Techno und dazwischen herumbrüllende junge Eltern und Erzieher. Dazu sitzt man auf kafkaesk winzigen Stühlen, deren Sitzflächen Kate Moss wie einen Pottwal wirken lassen, um das eigene Kind beim Frühstück zu betreuen. Und als wäre das alles nicht schon schlimm genug fängt die andere Muddi, die zeitgleich mit mir ihr Kind eingewöhnt, so eine Art Gespräch mit mir an.

„Sooeeh *Kind schreit* Wu… *Teller fällt runter* …ind“„WAS???“„ZOÉ, MEINE TOCHTER, IST JA EIN WURSTKIND!!!“ >> Weiterlesen

Ist nich‘ wahr, oder? Der Spruch schon wieder…

Manchmal hat man das Gefühl, das Internet sei an eine Toilette angeschlossen. Man kann zwar frei wählen, was man sich anschaut, aber leider tropft überall ein bisschen Scheiße raus. Und der Filter, der sie daran hindert, literweise herauszuströmen, wird bei Diskussionen um das Bio-Siegel generell komplett abgeschraubt. Und dann planschen alle fröhlich in der Argumente-Kloake herum.

kein Geld mehr3

Ich weiß nicht, wo sich die Heerscharen von Leuten aufhalten, die angeblich eine Bio-Paprika am Geschmack erkennen können. Ich kenne keinen einzigen, der das von sich behauptet – wir sind doch alle froh, dass die Teile auf dem langen Weg von Israel hierher überhaupt noch nach was schmecken. Nein, ich mag die trotzdem gern, weil der Typ mit der Pestizid-Gießkanne da eben nur mal kurz drüber gewedelt hat und die Pflanze nicht in BASF-Sirup eingeweicht hat. Der Berufstrottel-Lieblingsbeitrag in dieser Sache „die schmegge doch gaah nät annäs als die normaahle Äbbel“ wird diesem Umstand auch bei 100-facher Wiederholung nicht wirklich gerecht. >> Weiterlesen